Alle Artikel in: Zeitgeschehen

Die Nachkommen von Sem, Ham und Japhet

Edit: Aktualisierung des Artikels am 21.09.2021: Vor allem sprachliche Anpassung Meinen Schulatlas von Diercke, aufgelegt im Jahr 1992 durfte ich nach meiner Schulzeit behalten. Fasziniert hat mich damals schon eine besondere Seite: Diercke verwendet den heute negativ belasteten Begriff „Rasse“. Das man den Sozialdarwinismus als veraltet ablehnt, ist an sich ein Grund zur Hoffnung für uns Christen, dass man hoffentlich auch den biologischen Darwinismus irgendwann als irrigen Weg abtut und endlich anfängt einen Schöpfergott zu ehren. (Vergleicht diesen Wikipedia-Artikel). Doch um diese Debatte geht es mir nicht im mindesten, und ich möchte mich an dieser Stelle auch klar zum  Artikel 2, Absatz 1 der Erklärung über „Rassen“ und rassistische Vorurteile der UNESCO bekennen.  Mir geht es um eine interessante Parallele des Atlas mit dem biblischen Bericht. Diercke bestätigt den biblischen Bericht mehrfach: Diercke erkennt drei große Linien der Menschheit an Ein genauer Blick auf die Karte zeigt auch den Berührungspunkt dieser drei Linien, nämlich im Nahen Osten. Ob man das eher Richtung Ararat oder Kanaan einordnen möchte überlasse ich meinen Lesern. Aber eine sehr ähnliche Karte findet …

Nachruf für Helmuth Egelkraut

Am 2. November 2018 ist Prof. Dr. Helmuth Egelkraut (02.05.1938 – 02.11.2018) plötzlich verstorben. Die Nachricht ereilte mich unerwartet. Denn er war noch wenige Tage und Wochen vorher aktiv und unterwegs, um in Seminaren und Gemeinden Vorträge zu halten. Ich bin Gott sehr dankbar, ihn in drei Seminaren als Lehrer gehabt zu haben. Es waren intensive Zeiten und sehr lehrreiche Stunden gewesen. Immer wieder betonte er sein Diktum: Kein Bibelverständnis ohne Bibelkenntnis! So bestand ein großer Teil der Hausaufgaben aus Bibellektüre. Und wenn er am Pult stand, dann war seine kleine zerlesene und stark markierte Lutherbibel im Zentrum. Bei ihm kamen Bibelkenntnis und Bibelverständnis zusammen. Bei jeder Frage, die ihm gestellt wurde, stand die Antwort ganz im Zeichen der Schrift, auch wenn er immer wieder zusätzlich auf seinen reichen Erfahrungsfundes zurückgreifen konnte. Wenn er von seiner Bekehrung erzählte und der ersten Zeit im Bibelkreis, dann strahlten seine Augen. Wenn er dann aus seinem nächsten Lebensabschnitt als Missionar in Papua-Neuguinea berichtete, dann sah er diese Zeit im Nachhinein als Vorbereitung auf die spätere Ausbildung von Missionaren. …

Von Büchern und Unbüchern

Immer wieder kann man nur staunen über grausige Predigten in teilweise gut gefüllten Kirchensälen. Wir Evangelikale müssen immer wieder mit magerer Speise zurechtkommen, weil der Prediger den Auftrag Christi vergisst: „Gebt Ihr Ihnen zu essen!“. Doch auch der Büchermarkt ist nicht unbedingt mit zu viel Ehre ausgezeichnet, was die Qualität zahlreicher christlicher Werke angeht. Immer wieder ärgere ich mich über mangelhafte christliche Literatur, die trotzdem gekauft und gelesen wird, wobei ich mich manchmal frage, ob Menschen die sagen, lesen wäre langweilig und wenig erbauend, genau solche Bücher hatten, und eigentlich meinen, das Lesen bestimmter Bücher wäre langweilig und unnötig. Denn das ist wirklich, dass auf dem sowieso dünn besiedelten christlichen Büchermarkt noch ein Haufen leerer Hopfen gedeiht: Zum Lesen nicht zu empfehlen, zum Verbrennen ein zu geringer Heizwert. Ich möchte in diesem Artikel einige Kriterien vorstellen, die ein Buch auf der Lesenswertskala deutlich nach unten sinken lassen. Außerdem hoffe ich dadurch, Kriterien herausarbeiten zu können, nach denen man Autoren und ihre Literatur bewerten kann.

Die Gemeinschaft der Heiligen

Um einem Missverständnis, der in den letzten Artikeln möglicherweise entstanden ist, vorzubeugen, ist wohl dieser Artikel nötig. Überhaupt kann man sich fragen, warum ich in einem Blog, dass vornehmlich Literatur bespricht, mich mit Dispensationalismus und anderen Themen auseinandersetze. Nun die Antwort sollte eigentlich auf der Hand liegen: Wenn ich ein Buch aufmache, und dies gilt für christliche Literatur im besonderen Maße, möchte ich wissen, wer der Autor ist. Wie sein Verhältnis zur Heiligen Schrift ist, ist dabei in besonderem Maße wichtig. Somit versuche ich immer möglichst viele Informationen zum Autor zu bekommen. Sein theologischer Hintergrund ist dabei in hohem Maße relevant. Was mir besonders wichtig ist, ist zudem die Gemeinde, die der Autor ist. Vielleicht sollte man es anders ausdrücken. Ich möchte wissen, wie er zur Ortsgemeinde steht, welche Ordnung dort vorherrscht, wie Gemeindezucht gehandhabt wird, wie die Gottesdienste durchgeführt werden, wie missioniert wird usw. Somit würde ich niemals ein religiöses Werk lesen, dessen Autor gemeindelos ist.

Bruder unter Brüdern

Zunächst sollte ich erklären, dass ich keine christlichen Wurzeln habe. Weder meine Mutter, noch meine Oma, noch irgendein entfernter Onkel waren oder sind Christen. Als ich mit 16 Jahren zum Glauben kam, war vieles für mich neu. Ja ich würde sogar sagen, dass es kein Element des Glaubens und des Handelns als Christ gibt, was ich nicht neu lernen musste. Angefangen vom Verzicht auf Notlügen bis zur Änderung der Ausdrucksweise. Auch wäre es gelogen, zu behaupten, dass der Prozess fertig ist. Wenn ich jedoch rückblickend einen Fehler wiederholt begangen habe, dann den, mehr auf erfahrene Brüder zu hören als auf die Stimme des Heiligen Geistes durch sein Wort. Prinzipiell ging ich nach meiner Bekehrung immer davon aus, dass mich ein Bruder belehren muss, wie man die Schrift nun korrekt zu verstehen hat. Nun stimmt es, dass Gott Lehrer eingesetzt hat, aber durch die Gemeinschaft mit Christus in seinem Wort, ist jeder Christ in der Lage den vollkommenen und wunderbaren Willen Gottes zu erfassen und zudem auch die Kraft zu bekommen, seinen Willen zu tun. Ich …

Wie falsche Theologie uns die Bibel stehlen kann

Mit Entsetzen aber gleichzeitig auch mit Freude entsinne ich mich an eine „christliche“ und „bibeltreue“ Konferenz, auf der ich vor etwa zwei Jahren anwesend war. Ich werde keine Namen und Orte nennen, jedoch wird für den Kenner auch so offensichtlich sein, wovon ich rede. Der Autor sprach über die Offenbarung und sein Fazit war im Großen und Ganzen, dass die Offenbarung die Christen nichts angeht, da der Inhalt nur die Juden betrifft, die nach der Entrückung der Gemeinde zum Glauben kommen werden. Es waren noch viele weitere verwirrende Thesen aufgestellt worden, jedoch lag über allem der Unterton: Dies betrifft nur die Juden, und das betrifft nur die Juden, für die Gemeinde sind im Großen und Ganzen nur die Paulusbriefe, und selbst hier nicht alle. Das war das Entsetzen! Es wurde größer, als aus den Reihen der Zuhörer vereinzelt Halleluja-Rufe erschallten über diese „Frohe Botschaft“. Der Redner hielt uns vor, dass Verse, wie „sei getreu bis zum Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“, niemals für Menschen gemeint sein können, die unter der Gnade …

Welch: Ist das Gehirn Schuld?

Es ist schon sehr interessant, wie man heutzutage alle schweren Krankheiten auf Funktionsstörungen des Gehirns schieben will und sich somit der Verantwortung entziehen möchte, was eigentlich aus dem Herzen herauskommt. Ist das Gehirn wirklich an allem schuld? Ist es immer berechtigt zu behaupten, dass falsches Verhalten auf medizinische Störungen zurückzuführen sei? Depressionen, ADHS, Homosexualität, Alkoholismus, Alzheimer – das sind nur einige der vielen Themen, die Dr. Edward Welch in diesem Buch aus der Sicht der Bibel betrachtet. Er will mit seinem Buch Predigern, Seelsorgern, Familien und Betroffenen helfen, in der Praxis mit Gewohnheiten, Süchten und Verhalten richtig umzugehen.

Buch der Woche: Landeskirche ohne Gott

Olaf Latzel erhitzt die Gemüter. Es geht dieses Mal weder um Steuerhinterziehung, noch um Bestechungsgelder, noch um einen unmoralischen Skandal. Pfarrer Olaf Latzel predigt und die Welt spricht darüber. Eigentlich könnte sich ein Pfarrer freuen, wenn seine Predigt eine breite Zuhörerschaft hat und auf eine Resonanz stößt. Doch mit so viel Gegenwind und gleichzeitig massenhaften Solidaritätsbekundungen hat er wohl nicht gerechnet. Im Distomos-Blog sind einige Reaktionen gesammelt. Ich möchte die Predigt hier nicht bewerten. Ich musste bei all diesen Reaktionen an ein Buch denken, dessen Inhalt alle Christen mit erhitzen Gemütern lesen sollten. Wolfgang Rühle war viele Jahre aktives Mitglied der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens. In den letzten Jahren führte er „eine intensive Auseinandersetzung um eine Kirche, in der die gesamte Bibel als Gottes Wort“ gelten sollte. In seinem Buch Landeskirche ohne Gott – Die Ergebnisse eines Kirchenkampfes berichtet er über seine Erfahrungen und Erkenntnisse. Das Ergebnis fast er kurz und knapp zusammen: „Raus aus der Kirche, die keine mehr ist!“ Das mag den ein oder anderen überraschen. Gilt dieser Ratschlag auch für die bibelgläubigen Mitglieder …

Das andere Evangelium…

Eines Tages, es waren meine ersten Anläufe, durfte ich in meiner Gemeinde das Einleitungswort sprechen. Ich wählte den Text über die Helden Davids und habe dies so angewandt, dass wir als Christen immer danach streben sollten, Gottes Helden zu sein. Wie gesagt, waren es damals die mittelmäßigen Anfänge eines sowieso mittelmäßigen Predigers … Nach dem Gottesdienst wurde ich von einem Bruder angesprochen (von dem ich auch bis heute große Stücke halte), der mir den Text aus Galater 1,6-10 vorhielt. Das Fazit war kurz gefasst folgendes: Ich habe zu sehr die menschliche Verantwortung betont und nicht das „Evangelium“, somit hätte ich ein falsches Evangelium verkündigt. Nun, ich habe damals nicht viel widersprochen, habe aber die Ermahnung damals auch nicht ganz genau verstanden. Eigentlich geht es mir nicht um die Ermahnung (möglicherweise war sie zu diesem Zeitpunkt durchaus angebracht, ich kann es jedoch so viele Jahre darnach nicht mehr wirklich überprüfen). Es war damals nur das erste Mal, dass ich mit dem Vorwurf konfrontiert wurde, dass mein Evangelium nicht korrekt sei, ich ein überaus schrecklicher Irrlehrer wäre, …

Wissen vs. Glauben

In meinem Glaubensleben ist mir eine besondere Tücke meines Herzens erst in der letzten Zeit aufgefallen: Ich musste feststellen, dass ich immer wieder geneigt bin, Glauben durch Wissen zu ersetzen. Denken wir hierbei an die Auferstehung Christi. Natürlich ist die Auferstehung Christi ein historisches Faktum. Dies kann ich wissen, auch kann ich mich mit allen historischen Einzelheiten der Auferstehung beschäftigen. Eine Harmonie der dazugehörigen Texte durchführen. Auch kann ich bekennen und wissen, dass Christus Gott ist (wenigstens dass was ich darunter verstehe, was ein Gott ist).  Dennoch kann es sein, dass ich gleichzeitig gar nicht daran glaube. Diese Dinge werden für mich nur zu einer Angelegenheit der Vernunft nicht aber zu einer Angelegenheit des Herzens.