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Wissen vs. Glauben

Der Glaube ist höher als die Vernunft

Carl_Spitzweg_Der_Zeitungsleser_1868In mei­nem Glau­bens­le­ben ist mir eine beson­de­re Tücke mei­nes Her­zens erst in der letz­ten Zeit auf­ge­fal­len: Ich muss­te fest­stel­len, dass ich immer wie­der geneigt bin, Glau­ben durch Wis­sen zu erset­zen. Den­ken wir hier­bei an die Auf­er­ste­hung Chris­ti. Natür­lich ist die Auf­er­ste­hung Chris­ti ein his­to­ri­sches Fak­tum.

Dies kann ich wis­sen, auch kann ich mich mit allen his­to­ri­schen Ein­zel­hei­ten der Auf­er­ste­hung beschäf­ti­gen. Eine Har­mo­nie der dazu­ge­hö­ri­gen Tex­te durch­füh­ren. Auch kann ich beken­nen und wis­sen, dass Chris­tus Gott ist (wenigs­tens dass was ich dar­un­ter ver­ste­he, was ein Gott ist).  Den­noch kann es sein, dass ich gleich­zei­tig gar nicht dar­an glau­be. Die­se Din­ge wer­den für mich nur zu einer Ange­le­gen­heit der Ver­nunft nicht aber zu einer Ange­le­gen­heit des Her­zens.

Ich den­ke die Ursa­che dazu ist in einem gewis­sen Sin­ne his­to­risch: Vor etwa 150 Jah­ren ging ein gro­ßer Kampf durch die Chris­ten­heit, der sei­nen Ursprung in der zuneh­men­den Ratio­na­li­sie­rung hat­te: Die Bibel­kri­tik erreich­te auch immer mehr refor­mier­te und evan­ge­li­ka­le Pre­di­ger*. Was war die neue Dar­stel­lung? Plötz­lich hieß es, dass man­che Wun­der in der Bibel nicht wört­lich zu ver­ste­hen sei­en, da die­se schließ­lich nur Pro­jek­tio­nen jüdi­scher Fröm­mig­keit dar­stel­len. Wich­tig sei nur, dass du an die­se Wun­der glaubst und aus die­sen Geschich­ten Kraft für den All­tag schöp­fen kannst. So griff die Bibel­kri­tik immer wei­ter um sich her­um: Ange­fan­gen von den Auto­ren der bibli­schen Bücher (Konn­te Petrus wirk­lich so tie­fe Erkennt­nis über die Gnos­ti­ker besit­zen?), über die Wun­der, wur­de schließ­lich auch die Auf­er­ste­hung Chris­ti in Fra­ge gestellt.**

Bibel­treue Chris­ten waren natür­lich schnell in der Lage die­sen tücki­schen Glau­ben, der nur noch aus Zwei­feln besteht, zu ent­lar­ven und beton­ten die Bedeu­tung der His­to­ri­zi­tät und Unfehl­bar­keit der Hei­li­gen Schrift. Kla­re apo­lo­ge­ti­sche Schrif­ten ent­stan­den, die zwei größ­ten hier­bei die Fun­da­men­te R.A. Tor­reys und die Chi­ca­go-Erklä­rung zur Irr­tums­lo­sig­keit der Bibel. Die Haupt­the­se dabei: Dein Glau­be hat ein fes­tes Fun­da­ment. Heu­te, eini­ge Gene­ra­tio­nen wei­ter, sind wir als Chris­ten oft­mals geneigt, den Glau­ben auf das Ratio­na­le zu fixie­ren: Haupt­sa­che, du weißt das Jesus auf­er­stan­den ist. Hier muss ich sagen: Dies reicht nicht. Die Bibel  hat einen fes­ten Grund, aber dein Leben wird nur dann einen fes­ten Grund haben, wenn du selig machen­den Glau­ben hast, der natür­lich grö­ßer ist als die Ver­nunft.

Natür­lich ist der Glau­be grö­ßer: Denn müss­te ich durch Erkennt­nis selig wer­den, wür­de dies vor­aus­set­zen, dass ich eine per­fek­te und völ­li­ge Erkennt­nis von gött­li­chen Din­gen haben soll, die ich als Mensch gar nicht erlan­gen kann. Der Glau­be allein, sei er auch so klein wie ein Senf­korn, kann Gott wohl­ge­fäl­lig wer­den und ihn ehren. Glau­be allein nimmt den gan­zen Men­schen ernst. Der Mensch von heu­te behaup­tet ger­ne, er wäre ratio­nal. Aber sieh dich um, wie oft ist der Mensch von Emo­tio­nen, Gefüh­len, Trie­ben, Ver­an­la­gung , Hun­ger, Bedürf­nis­sen und der vie­len Mehr getrie­ben. Mir scheint, viel häu­fi­ger als vom Ratio­na­len. Der Mensch ist nicht eine tote ratio­nal arbei­ten­de Maschi­ne, son­dern viel mehr eine Per­sön­lich­keit. Nur der Glau­be nimmt alle Ebe­nen des Men­schen ernst, sei­en es die kör­per­li­chen Bedürf­nis­se, see­li­sche Nöte, Regun­gen der Gefüh­le und Trie­be. Dies alles kann zu Gott gebracht wer­den im Glau­ben. Was für ein Fort­schritt gegen­über blan­kem Wis­sen!

Zum Schluß: Du weißt, dass Jesus auf­er­stan­den ist? Sehr gut, aber redu­zie­re nicht dei­nen Glau­ben auf blo­ßes Wis­sen. Nicht umsonst gibt es vie­le Men­schen um uns, die die Leh­re der Bibel aus­ge­zeich­net gut ken­nen und den­noch nicht die Ver­ge­bung vor Gott besit­zen.


Es ist natür­lich klar, dass das Gespenst des Ratio­na­lis­mus bereits ab dem 15ten Jahr­hun­dert unter den Intel­lek­tu­el­len immer mehr Zuspruch gewann. Das jedoch die Ide­en auch das Bür­ger­tum und die Arbei­ter­klas­se erreich­ten, war erst seit dem Zeit­al­ter der Indus­tria­li­sie­rung der Fall. Wei­ter­füh­rend möch­te ich an die­ser Stel­le auf den Wiki­pe­dia-Arti­kel über den „Erfin­der“ der Bibel­kri­tik ver­wei­sen: Baruch Spi­no­za. Kenn­zeich­net in die­sem Fall, ist dass Bibel­kri­tik ihren Ursprung nicht im Chris­ten­tum hat­te.

** Die­se letz­te Bas­ti­on wag­te man erst recht spät anzu­grei­fen, den­noch akzep­tiert der moder­ne Theo­lo­ge heu­ti­gen­tags die Auf­er­ste­hung Chris­ti höchs­tens im met­ha­pho­ri­schen Sin­ne an: Ob Jesus tat­säch­lich auf­er­stan­den ist, sei nicht so wich­tig, so lan­ge die Apos­tel dies glau­ben. Ob Jesus wirk­lich lebt, ist ja eigent­lich egal, so lan­ge du aus dem „Glau­ben an die Auf­er­ste­hung“ Kraft für dein Leben schöpfst. Man ver­glei­che dazu nur eini­ge Arti­kel im Chris­mon (dem „evan­ge­li­schen“ Maga­zin).

13 Kommentare

  1. joergwilhelmganzow sagt

    „Guter Rat ist teu­er“, so drückt ein mensch­li­ches Sprich­wort den Wert eines guten Rat­schla­ges aus, aber auch, dass die­ser sel­ten und dadurch wert­voll ist. Das gilt ins­be­son­de­re dann, wenn man sich in einer schwie­ri­gen Situa­ti­on befin­det und zunächst kei­nen Aus­weg sehen kann.
    Auch als Kin­der Got­tes ste­hen wir man­ches Mal vor fol­gen­schwe­ren Ent­schei­dun­gen, die zu tref­fen oder Pro­ble­men, die zu lösen sind — dazu brau­chen auch wir „guten Rat“. Aller­dings ist sol­cher Rat für uns weder teu­er noch schwer zu fin­den, denn uns ste­hen jeder­zeit meh­re­re Rat­ge­ber zur Ver­fü­gung:
    1. Der Herr Jesus selbst: „Denn ein Kind ist uns gebo­ren, ein Sohn uns gege­ben, und die Herr­schaft ruht auf sei­ner Schul­ter. Und man nennt sei­nen Namen: Wun­der­ba­rer, Bera­ter, star­ker Gott, Vater der Ewig­keit, Frie­de­fürst“ (Jes 9,5).
    2. Der Hei­li­ge Geist: „Und auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weis­heit und des Ver­stan­des, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkennt­nis und der Furcht des HERRN“ (Jes 11,2).
    3. Das Wort Got­tes: „Dei­ne Zeug­nis­se sind auch mei­ne Won­ne, mei­ne Rat­ge­ber“ (Ps 119,24).
    „Wenn aber jemand von euch Weis­heit man­gelt, so erbit­te er sie von Gott, der allen wil­lig gibt und nichts vor­wirft, und sie wird ihm gege­ben wer­den“ (Jako­bus 1,5). Es ist ein gro­ßes Geschenk, dass wir unse­re Ent­schei­dun­gen und Pro­ble­me bei Ihm abge­ben dür­fen, Er wirft uns nichts vor! So wird uns der Herr Jesus auch heu­te noch, wenn wir Ihn dar­um bit­ten, durch den Hei­li­gen Geist aus Sei­nem Wort den rich­ti­gen Rat für die jewei­li­ge Situa­ti­on ertei­len.
    „Ich will dich unter­wei­sen und dich den Weg leh­ren, den du wan­deln sollst; mein Auge auf dich rich­tend, will ich dir raten“ (Ps 32,8). Er ist bereit uns zu raten, aber das erfor­dert den Blick auf den Bera­ter (den wir lei­der häu­fig genug nicht so haben), das Ver­trau­en zu Ihm (das uns in vie­len Situa­tio­nen fehlt) und die Annah­me des Bera­tungs­an­ge­bots (was wir oft zu wenig in Anspruch neh­men).
    Als wei­te­re Rat­ge­ber haben wir zudem unse­re Glau­bens­ge­schwis­ter: Als Kin­der Got­tes ste­hen wir nicht allei­ne da! Wir sind Mit­glie­der der Fami­lie Got­tes und haben auch geist­li­che Glau­bens­ge­schwis­ter zur Sei­te gestellt bekom­men, die uns unter Gebet und anhand der Hei­li­gen Schrift sowie der jewei­li­gen Situa­ti­on ent­spre­chend sicher einen guten Rat geben kön­nen (vgl. Titus 2,3 – 4; Spr 15,22; Spr 11,14).
    Auch wenn die Gedan­ken Sei­nes Wor­tes über allem ste­hen, dür­fen wir doch von der geist­li­chen Erfah­rung unse­rer Glau­bens­ge­schwis­ter pro­fi­tie­ren und dem Herrn dafür dank­bar sein.
    „Doch ich bin stets bei dir: Du hast mich erfasst bei mei­ner rech­ten Hand; durch dei­nen Rat wirst du mich lei­ten …“ (Ps 73,23.24).

    GOTTES Segen und Bei­stand — Jörg aus Bay­ern

  2. Werner sagt

    Ich fin­de es scha­de, wenn man Wis­sen (bzw. die Ver­nunft) und den Glau­ben gegen­ein­an­der aus­spielt. Die Schrift lehrt uns, dass es ohne Wis­sen kei­nen Glau­ben gibt. Jesus selbst sagt, dass er der Weg, die Wahr­heit und das Leben ist (Joh 14,6). Er spielt also das Leben nicht gegen die Wahr­heit aus son­dern zeigt viel­mehr, dass Wahr­heit (Wis­sen) und Leben (Glau­bens­le­ben) zusam­men gehö­ren. Wir kön­nen Gott gemäß leben, weil wir die Wahr­heit ken­nen. Von Jesus Chris­tus geht das Wis­sen aus. Er ist der Grund, dass Wis­sen über­haupt exis­tiert (Kol 2,3). Ich bin mir bewusst, dass es Erkennt­nis ohne wah­ren Glau­ben gibt. Dar­über lehrt uns z.B. Hebr 10,26. Dies heißt aber im Umkehr­schluss nicht, dass man waren Glau­ben ohne wah­re Erkennt­nis besit­zen kann. Hier besteht die Gefahr, dass man von der ande­ren Sei­te vom Pferd fällt.

    Der wei­se Salo­mo lehr­te uns schon in Sprü­che 1,7: Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkennt­nis; nur Toren ver­ach­ten Weis­heit und Zucht!

    Ich grü­ße euch herz­lich mit den Wor­ten des Petrus (2Pet 3,18): Wachst dage­gen in der Gna­de und in der Erkennt­nis unse­res Herrn und Ret­ters Jesus Chris­tus! Ihm sei die Ehre, sowohl jetzt als auch bis zum Tag der Ewig­keit! Amen.

  3. Ich stim­me Wer­ner zu. Obwohl ich dein Anlie­gen ver­ste­he Ser­gej, kommst du nahe dran Glau­ben und Wis­sen gegen­ein­an­der aus­zu­spie­len, was ein fal­scher Gegen­satz ist.

    Wis­sen ist ein Teil des Glau­bens. Nach den Refor­ma­to­ren und den Scho­las­ti­kern setzt sich der Glau­be fol­gen­der­ma­ßen zusam­men:
    1. Noti­tia Wis­sen und Inhalt
    2. Assen­sus Zustim­mung, als Wahr anneh­men
    3. Fidu­cia Herz­li­ches Ver­trau­en in Jesus.

  4. Günter sagt

    Die drei Kom­men­ta­re sind wirk­lich inter­es­sant. Hier wird mir vor Augen gestellt, wie man Wor­te ver­ste­hen kann. Wenn man die Wor­te im Sin­ne der Spra­che — DEUTSCH — ver­steht, bekommt man einen ande­ren Inhalt. Ver­steht man die Wort aber aus dem Text der Urspra­chen her, wel­che ich nur mit Nach­schla­ge­wer­ken, ver­ste­hen kann. Dann haben Wor­te wie Wis­sen, Glau­ben Weis­heit, hof­fen und Hoff­nung ganz ande­re Inhal­te, als ich sie vom Deut­schen her ken­ne.

    Es steht aber auch die Fra­ge im Raum, was haben die Scho­las­ti­ker mit dem Wort der Wahr­heit Got­tes gemein­sam?

    Wer sich mal die Mühe macht, Wis­sen und Glau­ben oder Weis­heit und Wahr­heit zu ver­bin­den und dann in einer elek­tro­ni­schen Kon­kor­danz nach­schlägt, wird eine erstaun­li­che Ent­de­ckung machen.

    Hier auch noch eine ande­re inter­es­san­te Auf­ga­be: Ver­än­de­rung ein­mal nach­schla­gen, weil ja immer davon gespro­chen wird, das der Mensch ver­än­dert wür­de.

    Viel Spaß dabei!

  5. Michael Polster sagt

    hal­lo lie­be Geschwis­ter ich den­ke ihr habt die Bot­schaft nicht ver­stan­den. Dort wird nicht Glau­ben gegen Wis­sen aus­ge­spielt, son­dern die Tat­sa­che erläu­tert das ein Mensch der Bibli­sche Erkennt­nis besitzt noch lan­ge nicht in der Lage ist die­ses auch zu Glau­ben. Wer denkt er Glaubt alles was in der Bibel steht der macht sich etwas vor,der wird vom Feind (Satan) getäuscht.
    Eini­ge Bibebstel­len reden eine deut­li­che Spra­che über den Glau­ben. Mat­thä­us 21-Vers 21 – 22
    Jesus aber ant­wor­te­te und sprach zu ihnen Wahr­lich, ich sage euch: Wenn ihr Gau­ben habt und nicht zwei­felt, so wer­det ihr nicht allein das mit dem Fei­gen­baum Gesche­he­ne tun, son­dern wenn ihr zu die­sem Berg sagen wer­det: Hebe dich empor und wirf dich ins Meer! so wird es gesche­hen.
    Und alles, was immer ihr im Gebet glau­bend begehrt, wer­det ihr emfan­gen. Mat­thä­us 17-Ver­s20-21
    er aber sprach zu ihnen: Wegen eures Klein­glau­bens, denn wahr­lich ‚ich sage euch, wenn ihr Glau­ben habt wie ein Senf­korn, so wer­det ihr zu die­sem Berg sagen: Hebe dich weg von hier dort­hin! und er wird sich hin­weg­he­ben. Und nichts wird euch unmög­lich sein. Johan­nes 7-Vers 38
    Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von des Lei­be wer­den Strö­me leben­di­gen Was­sers flie­ßen.
    Also von was für einen Glau­ben reden wir. Etwas für wahr hal­ten ist noch lan­ge kein Glau­be. Ein jeder soll­te sich prü­fen und erlich zu sich seber sein was er wirk­lich glaubt. Denn ohne Glau­ben ist es unmög­lich Gott zu gefal­len. Ich habe die­sen Glau­ben noch nicht, aber ich stre­be danach.

  6. Sergej Pauli sagt

    Hal­lo Micha­el, dan­ke für dei­nen Kom­men­tar. Wenn wir dir hel­fen kön­nen, in dei­nem Glau­ben wei­ter­zu­kom­men, darfst du uns auch direkt kon­tak­tie­ren. Wir wer­den unser Bes­tes tun.

    Bes­ter Gruß, Ser­gej

  7. Werner sagt

    Hal­lo Micha­el Pols­ter,
    die Stel­len in Mat­t 17,20 – 21; 21,21 – 22; aus denen du zitierst hast, spre­chen nicht über den ret­ten­den Glau­ben, son­dern um die Gna­den­ga­be des Glau­bens zum Dienst (vgl. dazu Röm 12,3 – 8).

    Was den ret­ten­den Glau­ben angeht, ist die­ser bei allen Kin­dern Got­tes in glei­cher Wei­se vor­han­den. Man kann ja nicht weni­ger glau­ben, dass Jesus Chris­tus stell­ver­tre­tend für Sün­der, den Zorn Got­tes auf sich nahm. Die­ser ret­ten­de Glau­be ist gege­ben, wenn man den stell­ver­tre­ten­den Tod Jesu Chris­ti am Kreuz, so wie das Evan­ge­li­um dar­über spricht, für wahr hält.

    Der ret­ten­de Glau­be kommt unzwei­fel­haft von Gott. Dies bedeu­tet aber nicht, dass er wenig mit dem Ver­stand zu tun hat. Glau­be ist nicht aus­schließ­lich „ver­ste­hen“ – aber ohne „Ver­ste­hen“ fin­den wir den „Glau­ben“ nicht in der Schrift.
    Wenn einem Deut­schen, der kein chi­ne­sisch kann die Heils­bot­schaft in Chi­ne­sisch ver­kün­digt wird – ist Glau­be unmög­lich.
    Der Sün­der kann sich mit­tels sei­nes Ver­stan­des nicht den Glau­ben erwirt­schaf­ten oder irgend­wie durch beson­de­re intel­lek­tu­el­le Anstren­gun­gen dazu gelan­gen. Der ret­ten­de Glau­be kommt von Gott (Phil 1,29; 2Pet 1,1). Das Wort Got­tes ist aber gege­ben, damit es ver­stan­den und geglaubt wird – ohne Ver­ste­hen kein Glau­be, kein Heil – nicht nach dem in der Schrift für uns dar­ge­leg­ten Weg. Ein Glau­be hat not­wen­di­ger­wei­se einen Inhalt und damit ist der Glau­be mit dem Ver­stand ver­bun­den.

    Daher noch­mal: Etwas in der Schrift ver­ste­hen kann auch ohne Glau­ben funk­tio­nie­ren. Aber etwas in der Schrift zu Glau­ben kann ohne Ver­ste­hen nicht funk­tio­nie­ren.

  8. Richard sagt

    Ich kann hier Wer­ner nur zustim­men.

    Es war viel­leicht nicht die Absicht des Autors, aber ich fin­de die­sen Text eher schäd­lich und ver­wir­rend, statt för­dernd. Lei­der wird in dem Text sehr deut­lich Wis­sen im Gegen­satz zum Glau­ben gestellt. Allein der Titel ist schon pro­vo­kant und macht das deut­lich. Glau­be wird nicht defi­niert und fal­sche Aus­sa­gen und Schluss­fol­ge­run­gen wer­den in den Raum gestellt, wie z.B. „Denn müss­te ich durch Erkennt­nis selig wer­den, wür­de dies vor­aus­set­zen, dass ich eine per­fek­te und völ­li­ge Erkennt­nis von gött­li­chen Din­gen haben soll, die ich als Mensch gar nicht erlan­gen kann.“ Wie­so? Es reicht auch die Erkennt­nis, die not­wen­dig ist, um geret­tet zu wer­den ohne gleich eine „per­fek­te und völ­li­ge Erkennt­nis von gött­li­chen Din­gen“ zu haben. Die Schrift sagt in 1.Petr. 1,3: „Da sei­ne gött­li­che Kraft uns alles geschenkt hat, was zum Leben und zum Wan­del in Got­tes­furcht dient, DURCH die ERKENNTNIS des­sen, der uns beru­fen hat…“. Ohne Erkennt­nis geht das nicht. Abge­se­hen davon ist die Erkennt­nis allein nicht aus­rei­chend. Es ist wich­tig, was erkannt wur­de und ob der Erkennt­nis zuge­stimmt wird. Aber das wor­auf es ankommt, wird im Text nicht erklärt.

    Mir ist auch völ­lig unver­ständ­lich, was mit fol­gen­den Sät­zen gemeint sein soll: „Nur der Glau­be nimmt alle Ebe­nen des Men­schen ernst, sei­en die kör­per­li­chen Bedürf­nis­se, see­li­sche Nöte, Regun­gen der Gefüh­le und Trie­be. Dies alles kann zu Gott gebracht wer­den im Glau­ben.“ Was soll das bedeu­ten? Wie soll das funk­tio­nie­ren? Wel­cher Glau­be? Das alles klingt mir etwas zu mys­tisch und nicht biblisch. Nie­mand kann glau­ben, was er nicht zuvor ver­stan­den hat. Glau­be ist, das Ver­ste­hen von Inhal­ten und das akzep­tie­ren der ver­stan­de­nen Inhal­te. Es ist die Wahr­heit, die geglaubt wer­den muss. Jesus sagt: „…ihr wer­det die Wahr­heit ERKENNEN, und die Wahr­heit wird euch frei machen!“, und nicht irgend­ein Glau­be, der nichts weiß.

  9. Richard sagt

    *Mir ist ein klei­ner Feh­ler unter­lau­fen. Es ist 2. Petr. 1,3 nicht 1. Petr. 1,3.

  10. Michael Polster sagt

    Hal­lo lie­be Geschwis­ter ich grü­ße euch im Namen unse­res Herrn Jesus Chris­tus.
    Der Glau­be aber ist eine Ver­wirk­li­chung des­sen, was man hofft, ein Über­führt­sein von Din­gen, die
    man nicht sieht. Denn durch ihn haben die Alten Zeug­nis erlangt. Durch Glau­ben ver­ste­hen wir,
    daß die Wel­ten durch Got­tes Wort berei­tet wor­den sind, so daß das Sicht­ba­re nicht aus Erschei­nen­dem gewor­den ist. Hebrä­er 11 Ver­s1-3 hier seht doch aus Glau­ben und nicht aus Erkennt­nis oder Wis­sen. Ich schrei­be hier nicht über irgend­ei­nem Glau­ben son­dern über den Glau­ben den das Wort Got­tes meint. Für mich gibt es nur einen Glau­ben, oder wie ist die Mehr­zahl
    von Glau­ben? Jesus hat gesagt wir müsen von neu­em gebo­ren wer­den sonst kön­nen wir nicht in das Reich Got­tes kom­men. Wie sieht das Prack­tisch aus die­se neue Geburt? Das müss­tet ihr doch wis­sen. Glau­be hat nichts mit Erkennt­nis oder Wis­sen zu tun. Durch Glau­ben brach­te Abel Gott ein bes­se­res Opfer dar als Kain. Abel hat nicht gele­sen und dann ver­stan­den und dann geglaubt. Ich den­ke ihr soll­tet das Wort Got­tes noch bes­ser stu­die­ren damit ihr Glau­ben erlangt. Denn ohne Glau­ben ist es unmög­lich Gott zu gefal­len. Das heist mit Erkennt­nis und Wis­sen erreicht ihr bei Gott gar­nichts.

  11. Richard sagt

    Hal­lo Micha­el,

    ich glau­be, du hast nicht ganz ver­stan­den. Zum einen ist Hebr. 11,1 – 3 hier fehl am Platz. Wir reden über die Defi­ni­ti­on von Glau­be und Hebr. 11,1 – 3 defi­niert nicht den Glau­ben. Wenn ich sage, Geo­me­trie wird in der Mathe­ma­tik gelehrt, dann hab ich noch lan­ge nicht erklärt, was ‚Geo­me­trie‘ ist.

    Und zum ande­ren hab ich nicht behaup­tet, dass der Mensch durch Erkennt­nis geret­tet wird, wie es du zu behaup­ten scheinst. Der Glau­be ist das ein­zi­ge Mit­tel durch das ein Mensch geret­tet wird, aber der Glau­be ret­tet nicht! Was ich deut­lich machen woll­te ist, das Wissen/ Erkennt­nis ein Bestand­teil von Glau­ben ist, wie in mei­nem Bei­trag zuvor erklärt. Mathi­as hat bereits eine Defi­ni­ti­on von Glau­be gege­ben: 1. Noti­tia – Erkenntnis/Wissen, 2. Assen­sus – Zustim­mung. Fidu­cia ist lat. für Glau­be und fällt daher aus der Defi­ni­ti­on von Glau­be her­aus. Im Grie­chi­schen (die Urspra­che des NT ist Grie­chisch) gibt es nur ein Wort für Glau­ben und Ver­trau­en, daher ist die Unter­schei­dung hin­fäl­lig.

    Beach­te wel­chen Wert die Schrift auf die Wahr­heit und Wis­sen und Erkennt­nis legt, z.B. in John 17, 2.Petr. 1,3 oder 1.Joh 5,18 – 20 (…wir wis­sen,… wir wis­sen,… wir wis­sen) u.v.m.

    Um es dir viel­leicht noch deut­lich zu machen: Du schreibst, „Glau­be hat nichts mit Erkennt­nis oder Wis­sen zu tun“, schreibst aber, als wenn du WEIßT, was Glau­be ist. Laut dei­ner Defi­ni­ti­on, um es direkt zu sagen, müss­test du dei­nen Mund hal­ten, wenn es um Glau­be geht, weil „Glau­be hat nichts mit Erkennt­nis oder Wis­sen zu tun“. Damit hast du dir jedes Recht genom­men über Glau­be zu reden, wenn es um Glau­ben geht, weil sie nichts mit ein­an­der zu tun haben. Erklä­re Glau­be ohne Erkennt­nis! Ver­stehst du?! Du kannst nicht wis­sen, ob du glaubst, wenn du nicht weißt, was du glaubst. Der Glau­be kann sich nicht selbst erhal­ten, er braucht ein Objekt, das ihn erhält. Und die­ses Objekt musst du kennen/ ver­ste­hen, sonst kannst du nicht dar­an glau­ben.

    Dan­ke auch für dei­nen Hin­weis das Wort Got­tes noch mehr zu stu­die­ren, um Glau­ben zu erlan­gen. Lei­der weiß ich nicht, nach dem was du geschrie­ben hast, wozu das gut sein soll. Stu­die­ren hat näm­lich mit Wissen/ Ver­ste­hen zu tun, aber das nützt ja nichts, um zu glau­ben…

  12. Sergej Pauli sagt

    Vie­len Dank für die zahl­rei­chen, aus­führ­li­chen und hin­ter­fra­gen­den Kom­men­ta­re. Die­se haben mir die Schwä­chen in mei­ner Dar­stel­lung gezeigt. Wenn Gott will, und wenn wir leben, wer­de ich bei Gele­gen­heit einen wei­te­ren Arti­kel in die­ser Rich­tung ver­öf­fent­li­chen.

  13. Michael Polster sagt

    Glau­ben erlangt jeder der Got­tes Wort in die Tat umsetzt, wenn wir Gott gehor­sam sind und das tun was er uns sagt, wer­den wir Glau­ben erlan­gen, lest dazu den Römer­brief der beschreibt das
    sehr aus­führ­lich

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