Autor: Sergej Pauli

Interview mit Esther Weiss
Autorin der Kinderbuchserie „Behüte dein Herz“

Ein Freund mach­te mich auf die­ses Kin­der­buch­pro­jekt auf­merk­sam, das vor kur­zem unter dem Titel Guard your heart / Behü­te dein Herz zwei­spra­chig, näm­lich auf Deutsch und Eng­lisch erscheint. — Als ich dann die Mög­lich­keit hat­te, einen der hoch­wer­tig her­ge­stell­ten Bän­de in Hän­den zu hal­ten, woll­te ich die Ver­ant­wort­li­chen hin­ter die­sem Pro­jekt inter­view­en. Heu­te nun ver­öf­fent­li­chen wir die Ant­wor­ten, die uns Esther Weiss auf unse­re Fra­gen gege­ben hat: 1. Wie seid ihr auf die Idee gekom­men, Kin­der­bü­cher zu ver­fas­sen? Als ich mich vor eini­gen Jah­ren auf die Suche nach Kin­der­bü­chern über ver­schie­de­ne (christ­li­che) Wer­te mach­te, fand ich nicht das, was ich mir vor­ge­stellt hat­te. Und so leg­te Gott mir nur wenig spä­ter aufs Herz, sel­ber Bücher zu schrei­ben. Mein Mann und ich bete­ten und waren fas­zi­niert, wie die Idee nach und nach Gestalt annahm und zu einem immer grö­ßer wer­den­den Pro­jekt her­an­wuchs: eine The­­men- und Mit­mach­rei­he für Kin­der ab 6 Jah­ren unter dem Mot­to „Behü­te dein Herz“.

Zwölf Perlenketten meiner Lektüre

Der Arti­kel „Mei­ne per­sön­li­che „Top-Ten“ Aus­wahl christ­li­cher Wer­ke“ benö­tigt drin­gend eine Aktua­li­sie­rung. Heu­te kann ich sie end­lich lie­fern: Zunächst möch­te ich auf­zei­gen, wo die Gren­zen mei­nes bis­he­ri­gen Arti­kels lie­gen.  Anschlie­ßend erläu­te­re ich das Kon­zept, dass ich als „Per­len­ket­ten“ bezeich­ne: Das Kon­zept ermög­licht mir, sich mit zen­tra­len The­men aus­führ­lich zu befas­sen und doch unter­schied­li­che Per­spek­ti­ven ein­zu­bin­den. Die Fra­ge, die ich dabei bespre­che, ist, wie man eine hilf­rei­che Ket­te mit einem pas­sen­den „Anfangs­kno­ten“ knüpft. Schließ­lich gewäh­re ich einen Blick in eine grö­ße­re Aus­wahl an Per­len­ket­ten. Was an mei­ner bis­he­ri­gen Lis­te pro­ble­ma­tisch ist Im Wesent­li­chen drei Din­ge: 1) Es fehl­te Struk­tur: Vor allem „hei­li­ge from­me“ Titel präg­ten mich, häu­fig ohne Fol­gen für das all­täg­li­che Leben. 2) Fehlt Sub­stanz: Vor 9 Jah­ren war ich ein­fach kein erfah­re­ner Leser: So kann­te ich außer Cal­vins Bibel­kom­men­ta­ren kaum einen ande­ren Kom­men­tar. Und obwohl ich die­se wei­ter­hin für exzel­lent hal­te, den­ke ich, dass man wei­ser mit Kom­men­ta­ren umge­hen kann. 3) Ich kon­zen­trie­re mich aus­schließ­lich auf christ­li­che Wer­ke. Ein Schwer­punkt, der mein Leben auch wei­ter­hin prägt, aber ich habe immer auch ger­ne Klas­si­ker gele­sen, die ich nun mit …

„… trotzdem Ja zum Leben sagen“ von Viktor Frankl
Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager

Ich bin über die­se nüch­ter­nen und doch erschüt­tern­den Auf­zeich­nun­gen von Vik­tor Frankl in sei­nem Buch „… trotz­dem Ja zum Leben sagen“ gesto­ßen. Sie haben mich sofort gefes­selt. Fran­kls Weis­heit mit Lei­den umzu­ge­hen ist äußerst lehr­reich. Ich habe eini­ge Zita­te aus dem Buch aus­ge­wählt: Indi­vi­du­el­le Schuld und gute Tat Das Indi­vi­du­um ist es, das schul­dig am Nächs­ten wird und jedes mal aufs Neue vor der Ent­schei­dung steht, gut oder böse zu han­deln. Ent­spre­chend stellt Frankl fest: Unter den Lager­in­sas­sen, die sich vie­le, vie­le Jah­re in Lagern auf­hiel­ten, von einem Lager in das ande­re und schließ­lich ins­ge­samt in Dut­zen­de von Lagern gebracht wur­den, konn­ten sich im Durch­schnitt nur jene am Leben erhal­ten, die in die­sem Kampf um die Lebens­er­hal­tung skru­pel­los waren und auch vor Gewalt­tä­tig­keit, ja sogar nicht ein­mal vor Kame­rad­schafts­dieb­stahl zurück­schreck­ten. Wir alle, die wir durch tau­send und aber­tau­send glück­li­che Zufäl­le oder Got­tes­wun­der – wie immer man es nen­nen will – mit dem Leben davon­ge­kom­men sind, wir wis­sen es und kön­nen es ruhig sagen: die Bes­ten sind nicht zurück­ge­kom­men (Her­vor­he­bung des Autors) „Der Mut zum Bekennt­nis erhöht den …

Ein Zitat aus „Der verborgene Umgang mit Gott“ von Jakob Kroeker
Denn Gemeinschaft mit Gott ist unabhängig von jedem Gericht und jeder Prüfung.

In Jakob Kro­ekers neu auf­ge­leg­tem und sehr lesens­wer­tem Buch „Der ver­bor­ge­ne Umgang mit Gott“ (gegen­wär­tig redu­ziert erhält­lich) habe ich die­ses Zitat gefun­den. Er bespricht hier­bei 1. Mo 6,16 und über­legt sich dabei, wie es wohl für Noah aus­sah, nur einen Blick nach oben zu haben. Mit­ten in sei­ner Zwangs­qua­ran­tä­ne hat­te Noah Gemein­schaft mit Gott: „So groß und köst­lich es aber auch war, dass Noah mit sei­ner Fami­lie zusam­men durch die Nöte sei­ner Zeit hin­durch­ge­ret­tet wer­den soll­te, so bedeu­te­te die Gemein­schaft mit Gott für ihn jedoch noch weit mehr. Wur­de ihm durch die her­ein­bre­chen­de Flut auch vie­les genom­men, brach auch alles unter den Stür­men und Gerichts­wo­gen der Zeit zusam­men, wur­de er auch für Wochen und Mona­te in sei­ner Frei­heit und Bewe­gung auf sei­ne Arche beschränkt ‑die Gemein­schaft mit Gott konn­te ihm durch kein Gericht über das für den Unter­gang aus­ge­reif­te Leben genom­men wer­den. Denn Gemein­schaft mit Gott ist unab­hän­gig von jedem Gericht und jeder Prü­fung. Mag auch Bestehen­des wan­ken, die Wer­te ent­wer­tet und die zar­tes­ten Ban­de der Lie­be zer­ris­sen wer­den, nichts ver­mag die Fens­ter nach oben zuschlie­ßen und …

Als der Apostel Johannes zweimal eine Dummheit beging…

Offen­ba­rung 22,8 – 9: „Und ich, Johan­nes, bin es, der dies gehört und gese­hen hat. Und als ich’s gehört und gese­hen hat­te, fiel ich nie­der, um anzu­be­ten zu den Füßen des Engels, der mir dies zeig­te. Und er spricht zu mir: Tu es nicht! Ich bin dein Mit­knecht und der Mit­knecht dei­ner Brü­der, der Pro­phe­ten, und derer, die bewah­ren die Wor­te die­ses Buches. Bete Gott an!“ Die­se Stel­le fas­zi­niert mich in der Offen­ba­rung in beson­de­rer Wei­se. Zunächst ein­mal ist hier die Trans­pa­renz des Johan­nes nicht hoch genug zu schät­zen. Bei sei­nen Offen­ba­run­gen, die alle ande­ren Apos­tel über­bie­ten, stei­gen ihm die­se nicht zu Kopf: Nein er berich­tet nach den größ­ten Visio­nen der Neu­schöp­fung Got­tes auch über sein Ver­sa­gen. Er hat Gott auf den Thron erblickt, dem Lamm Got­tes, dem Löwen aus Zion zuge­schaut, die Gerich­te Got­tes gese­hen und ist doch noch anfäl­lig für Göt­zen­dienst. In einer ande­ren Wei­se zeigt es auch, wie anfäl­lig wir für Göt­zen­dienst sind. Dann fällt auf, dass ihm das gan­ze zwei Mal pas­siert. In Offb. 19,10 ist ihm das schon ein­mal pas­siert, dass ein Engel ihn …

Wieso Verantwortung in der Sexualaufklärung wichtig ist
Ein Interview von Sergej Pauli mit Dr. med. Ute Buth, Frauenärztin und Sexualberaterin

S.P: Sehr geehr­te Frau Dr. med. Buth, Sie haben bereits meh­re­re Bücher zur Sexu­al­auf­klä­rung aus christ­li­cher Sicht ver­fasst. Wie sind Sie über­haupt zur schrift­stel­le­ri­schen Tätig­keit gekom­men? U.B.: Als Frau­en­ärz­tin und Sexu­al­be­ra­te­rin arbei­te ich schon seit 14 Jah­ren für das Wei­ße Kreuz Deutsch­land e.V.. Für das Werk bin ich als Fach­re­fe­ren­tin und Fach­be­ra­te­rin für Frau­en­heil­kund­li­che Fra­gen tätig und arbei­te u.a. im Redak­ti­ons­team unse­rer Zeit­schrift mit, ver­fas­se Arti­kel zu mei­nen Spe­zi­al­the­men. Dar­über kam ich in Kon­takt mit einem Ver­lag, der zum The­ma uner­füll­ter Kin­der­wunsch ein Buch ver­öf­fent­li­chen woll­te. Ins­ge­samt emp­fin­de ich das Schrei­ben als sehr hilf­rei­che Mög­lich­keit der Mul­ti­pli­ka­ti­on. Auf die­sem Weg kann man sehr vie­le Men­schen mit spe­zi­el­len The­men, die sie inter­es­sie­ren, errei­chen. S.P.: An wel­chem The­ma arbei­ten Sie gegen­wär­tig? U.B.: 2019 ist mein Bil­der­auf­klä­rungs­buch „Erklärt mir mal, wo komm ich her?“ erschie­nen. Ich bin sehr dank­bar dafür, dass als Nächs­tes Soft­co­ver­ver­sio­nen die­ses Buches in eng­li­scher und rus­si­scher Spra­che erschei­nen wer­den. Die eng­li­sche Aus­ga­be ist für Ende die­ses Jah­res geplant, Rus­sisch dann für 2022. Wei­te­re Spra­chen könn­ten fol­gen. Außer­dem arbei­te ich an einem Auf­klä­rungs­buch, das die …

Eine Auswahl meiner Audible-Bibliothek
Was wir hören:

Seit 8 Jah­ren nut­ze ich Audi­ble und gegen­wär­tig sind knapp knapp 110 Wer­ke Teil mei­ner Biblio­thek . In den lez­ten Jah­ren habe ich mit Freu­de wahr­ge­nom­men, dass die Aus­wahl christ­li­cher Wer­ke in Audi­ble zuge­nom­men hat, was ein Argu­ment für ein Abo sein kann. Per­sön­lich höre ich Hör­bü­cher fast aus­schließ­lich bei drei Sze­na­ri­en: Bei lan­gen Auto­fahr­ten Mit den Kin­dern zusam­men Vor dem Schla­fen­ge­hen vor allem in den lan­gen Win­ter­näch­ten. Ent­spre­chend ist auch  mei­ne Hör­bi­blio­thek in einer gewis­sen Wei­se drei­ge­teilt. Das Hör-Buch der Mit­te Die gro­ße Hör­bi­bel, die die Deut­sche Bibel­ge­sell­schaft her­aus­ge­bracht hat, ist eine wirk­li­che Per­le. Durch die sze­ni­sche Lesung wird die Auf­merk­sam­keit dem Text gegen­über deut­lich erhöht. Wir hören immer wie­der  mitt­le­re und klei­ne­re Abschnit­te, ich habe mich aber auch schon dabei erwischt, dass ich das neue Tes­ta­ment in weni­gen Tagen voll­stän­dig durch­ge­hört habe (Zur aus­führ­li­che­ren Rezen­si­on geht es hier lang). Klas­sik In den ers­ten Jah­ren habe ich vor allem Klas­si­ker gehört. Vor allem Kurz­ge­schich­ten und Erzäh­lun­gen der Welt­li­te­ra­tur höre ich bis heu­te ger­ne: Ame­ri­ka­ni­sche Kurz­ge­schich­ten von Mark Twain bis Her­man Mel­vil­le: Eine gelun­ge­ne Aus­wahl. Ich will Irwings Legende …

Wilhelm Busch berichtet über seinen Dienst als Prediger in Bielefeld
Aus „Plaudereien in meinem Studierzimmer“

Über sei­ne ers­ten Jah­re als Pre­di­ger, damals noch in einem Arbei­ter­vier­tel von Bie­le­feld berich­tet Wil­helm Busch in „Plau­de­rei­en in mei­nem Stu­dier­zim­mer“, (2. Auf­la­ge, S. 44f, hier neu Auf­ge­legt und auch frei als .pdf erhält­lich), und gewährt so einen Blick in sei­ne Arbeits­wei­se, sei­nen Eifer (Beach­te die regel­mä­ßi­gen Haus­be­su­che und wie er auf Kri­tik wei­se reagiert), aber auch sei­ne Ana­ly­se­fä­hig­kei­ten. Ich glau­be, das was Busch in den Zwan­zi­gern des 20ten Jahr­hun­derts beob­ach­ten hat, wird durch Twit­ter, Hash­tag & Co in den Zwan­zi­gern des 21ten Jahr­hun­derts mul­ti­pli­ziert. „In die­sem Bezirk nun schenk­te es mir Gott, dass ich die Kraft des Evan­ge­li­ums herr­lich erfah­ren durf­te. Zuerst fing ich an damit, jeden Vor­mit­tag und Nach­mit­tag von Haus zu Haus Besu­che zu machen. Bald aber hör­te ich, dass die Män­ner spot­te­ten: „Der Pfaf­fe kommt nur zu unse­ren Frau­en, wenn die Män­ner nicht da sind!“ Von da an ver­leg­te ich mei­ne Besu­che auf den Abend. Da traf ich die Män­ner und kam mit ihnen ins Gespräch.  Ich habe damals zum ers­ten Mal erlebt, wie die Men­schen weit­hin das eige­ne Den­ken auf­ge­ge­ben haben …

Ein Loblied auf den Jakobusbrief
Die Bibel lesen.

Fast jeder mei­ner Logos-Kom­­men­­ta­­re zum Jako­­bus-Brief nimmt Bezug auf Luthers Gering­schät­zung des Jako­bus­brie­fes. Luther mach­te wenig Hehl dar­aus, dass er nicht viel für die­sen Brief übrig hat­te. Aber lasst ihn dahin fah­ren! Ich will lie­ber Luthers Werk ver­ges­sen und von allen Luthe­ra­nern getrennt sein, als nicht den Jako­bus­brief zu besit­zen. In mei­ner christ­li­chen Bub­ble hat man den Jako­bus­brief immer wert­ge­schätzt. Ein kost­ba­res Erbe mei­ner Kind­heit und russ­land­deut­schen Prä­gung ist es, dass ich sogar ange­hal­ten wur­de, die­sen Brief aus­wen­dig zu ler­nen. Ein loh­nens­wer­ter Invest für gera­de mal 108 Ver­se. Im fol­gen­den möch­te ich skiz­zen­haft davon berich­ten, was ich am Jako­bus­brief wert­schät­ze und auf ein paar Ein­wän­de ein­ge­hen, die uns ggf. vom Lesen und Umset­zen des Jako­bus­brie­fes abhal­ten könn­ten. Seel­sor­ger­li­che Qua­li­tät Der Brief ist kurz, sehr prak­tisch und von uner­war­te­ter seel­sor­ger­li­cher Qua­li­tät. Immer wie­der fal­len mir neue Per­len auf. Eine Aus­wahl. Ver­su­chun­gen als Grund zur Freu­de: Jako­bus ist furcht­bar rea­lis­tisch. Ver­su­chun­gen sind nicht der Aus­nah­me­zu­stand, son­dern die Norm. Ja, Ver­su­chun­gen und Freu­de kön­nen Hand in Hand gehen: „Mei­ne Brü­der und Schwes­tern, erach­tet es für lau­ter Freu­de, wenn ihr …

Wo ist Kirche?
Artikel 27 des niederländischen Bekenntnisses

Im 27ten Arti­kel des nie­der­län­di­schen Glau­bens­be­kennt­nis­ses fin­det sich ein bemer­kens­wer­ter Satz, umge­ben in einer gelun­ge­nen Zusam­men­fas­sung: „Wir glau­ben und beken­nen eine katho­li­sche oder all­ge­mei­ne Kir­che, wel­che ist eine hei­li­ge Ver­ei­ni­gung oder Gemein­schaft aller gläu­bi­gen Chris­ten, wel­che ihr gan­zes Heil von dem einen Jesus Chris­tus erwar­ten, gerei­nigt durch sein Blut und durch sei­nen Geist gehei­ligt und ver­sie­gelt. Die­se Kir­che fer­ner war vom Anfang der Welt und wird bis zu ihrem Ende blei­ben, wie dies auch dar­aus erhellt, dass Chris­tus ein ewi­ger König ist, der nie­mals ohne Unter­ta­nen sein kann. Übri­gens schützt Gott die­se hei­li­ge Kir­che gegen alle Wut und Angrif­fe der Welt, wenn sie auch für eini­ge Zeit nur sehr klein und fast ver­löscht in den Augen der Men­schen erscheint, wie Gott in jener sehr gefähr­li­chen Zeit des Ahab sich sie­ben­tau­send Män­ner bewahrt haben soll, die ihre Knie nicht vor dem Baal beug­ten. End­lich ist die­se hei­li­ge Kir­che an kei­nem bestimm­ten Ort gele­gen oder beschränkt oder irgend an bestimm­te Per­so­nen gebun­den oder geket­tet, son­dern sie ist über den gan­zen Erd­kreis zer­streut und ver­brei­tet, obgleich sie in …