Autor: Sergej Pauli

Eine Auswahl meiner Audible-Bibliothek
Was wir hören:

Seit 8 Jah­ren nut­ze ich Audi­ble und gegen­wär­tig sind knapp knapp 110 Wer­ke Teil mei­ner Biblio­thek . In den lez­ten Jah­ren habe ich mit Freu­de wahr­ge­nom­men, dass die Aus­wahl christ­li­cher Wer­ke in Audi­ble zuge­nom­men hat, was ein Argu­ment für ein Abo sein kann. Per­sön­lich höre ich Hör­bü­cher fast aus­schließ­lich bei drei Sze­na­ri­en: Bei lan­gen Auto­fahr­ten Mit den Kin­dern zusam­men Vor dem Schla­fen­ge­hen vor allem in den lan­gen Win­ter­näch­ten. Ent­spre­chend ist auch  mei­ne Hör­bi­blio­thek in einer gewis­sen Wei­se drei­ge­teilt. Das Hör-Buch der Mit­te Die gro­ße Hör­bi­bel, die die Deut­sche Bibel­ge­sell­schaft her­aus­ge­bracht hat, ist eine wirk­li­che Per­le. Durch die sze­ni­sche Lesung wird die Auf­merk­sam­keit dem Text gegen­über deut­lich erhöht. Wir hören immer wie­der  mitt­le­re und klei­ne­re Abschnit­te, ich habe mich aber auch schon dabei erwischt, dass ich das neue Tes­ta­ment in weni­gen Tagen voll­stän­dig durch­ge­hört habe (Zur aus­führ­li­che­ren Rezen­si­on geht es hier lang). Klas­sik In den ers­ten Jah­ren habe ich vor allem Klas­si­ker gehört. Vor allem Kurz­ge­schich­ten und Erzäh­lun­gen der Welt­li­te­ra­tur höre ich bis heu­te ger­ne: Ame­ri­ka­ni­sche Kurz­ge­schich­ten von Mark Twain bis Her­man Mel­vil­le: Eine gelun­ge­ne Aus­wahl. Ich will Irwings Legende …

Wilhelm Busch berichtet über seinen Dienst als Prediger in Bielefeld
Aus „Plaudereien in meinem Studierzimmer“

Über sei­ne ers­ten Jah­re als Pre­di­ger, damals noch in einem Arbei­ter­vier­tel von Bie­le­feld berich­tet Wil­helm Busch in „Plau­de­rei­en in mei­nem Stu­dier­zim­mer“, (2. Auf­la­ge, S. 44f, hier neu Auf­ge­legt und auch frei als .pdf erhält­lich), und gewährt so einen Blick in sei­ne Arbeits­wei­se, sei­nen Eifer (Beach­te die regel­mä­ßi­gen Haus­be­su­che und wie er auf Kri­tik wei­se reagiert), aber auch sei­ne Ana­ly­se­fä­hig­kei­ten. Ich glau­be, das was Busch in den Zwan­zi­gern des 20ten Jahr­hun­derts beob­ach­ten hat, wird durch Twit­ter, Hash­tag & Co in den Zwan­zi­gern des 21ten Jahr­hun­derts mul­ti­pli­ziert. „In die­sem Bezirk nun schenk­te es mir Gott, dass ich die Kraft des Evan­ge­li­ums herr­lich erfah­ren durf­te. Zuerst fing ich an damit, jeden Vor­mit­tag und Nach­mit­tag von Haus zu Haus Besu­che zu machen. Bald aber hör­te ich, dass die Män­ner spot­te­ten: „Der Pfaf­fe kommt nur zu unse­ren Frau­en, wenn die Män­ner nicht da sind!“ Von da an ver­leg­te ich mei­ne Besu­che auf den Abend. Da traf ich die Män­ner und kam mit ihnen ins Gespräch.  Ich habe damals zum ers­ten Mal erlebt, wie die Men­schen weit­hin das eige­ne Den­ken auf­ge­ge­ben haben …

Ein Loblied auf den Jakobusbrief
Die Bibel lesen.

Fast jeder mei­ner Logos-Kom­­men­­ta­­re zum Jako­­bus-Brief nimmt Bezug auf Luthers Gering­schät­zung des Jako­bus­brie­fes. Luther mach­te wenig Hehl dar­aus, dass er nicht viel für die­sen Brief übrig hat­te. Aber lasst ihn dahin fah­ren! Ich will lie­ber Luthers Werk ver­ges­sen und von allen Luthe­ra­nern getrennt sein, als nicht den Jako­bus­brief zu besit­zen. In mei­ner christ­li­chen Bub­ble hat man den Jako­bus­brief immer wert­ge­schätzt. Ein kost­ba­res Erbe mei­ner Kind­heit und russ­land­deut­schen Prä­gung ist es, dass ich sogar ange­hal­ten wur­de, die­sen Brief aus­wen­dig zu ler­nen. Ein loh­nens­wer­ter Invest für gera­de mal 108 Ver­se. Im fol­gen­den möch­te ich skiz­zen­haft davon berich­ten, was ich am Jako­bus­brief wert­schät­ze und auf ein paar Ein­wän­de ein­ge­hen, die uns ggf. vom Lesen und Umset­zen des Jako­bus­brie­fes abhal­ten könn­ten. Seel­sor­ger­li­che Qua­li­tät Der Brief ist kurz, sehr prak­tisch und von uner­war­te­ter seel­sor­ger­li­cher Qua­li­tät. Immer wie­der fal­len mir neue Per­len auf. Eine Aus­wahl. Ver­su­chun­gen als Grund zur Freu­de: Jako­bus ist furcht­bar rea­lis­tisch. Ver­su­chun­gen sind nicht der Aus­nah­me­zu­stand, son­dern die Norm. Ja, Ver­su­chun­gen und Freu­de kön­nen Hand in Hand gehen: „Mei­ne Brü­der und Schwes­tern, erach­tet es für lau­ter Freu­de, wenn ihr …

Wo ist Kirche?
Artikel 27 des niederländischen Bekenntnisses

Im 27ten Arti­kel des nie­der­län­di­schen Glau­bens­be­kennt­nis­ses fin­det sich ein bemer­kens­wer­ter Satz, umge­ben in einer gelun­ge­nen Zusam­men­fas­sung: „Wir glau­ben und beken­nen eine katho­li­sche oder all­ge­mei­ne Kir­che, wel­che ist eine hei­li­ge Ver­ei­ni­gung oder Gemein­schaft aller gläu­bi­gen Chris­ten, wel­che ihr gan­zes Heil von dem einen Jesus Chris­tus erwar­ten, gerei­nigt durch sein Blut und durch sei­nen Geist gehei­ligt und ver­sie­gelt. Die­se Kir­che fer­ner war vom Anfang der Welt und wird bis zu ihrem Ende blei­ben, wie dies auch dar­aus erhellt, dass Chris­tus ein ewi­ger König ist, der nie­mals ohne Unter­ta­nen sein kann. Übri­gens schützt Gott die­se hei­li­ge Kir­che gegen alle Wut und Angrif­fe der Welt, wenn sie auch für eini­ge Zeit nur sehr klein und fast ver­löscht in den Augen der Men­schen erscheint, wie Gott in jener sehr gefähr­li­chen Zeit des Ahab sich sie­ben­tau­send Män­ner bewahrt haben soll, die ihre Knie nicht vor dem Baal beug­ten. End­lich ist die­se hei­li­ge Kir­che an kei­nem bestimm­ten Ort gele­gen oder beschränkt oder irgend an bestimm­te Per­so­nen gebun­den oder geket­tet, son­dern sie ist über den gan­zen Erd­kreis zer­streut und ver­brei­tet, obgleich sie in …

Created in God’s Image
Eine Anthropologie von Anthony Hoekema

„Was ist der Mensch?“, auch wenn man in reli­giö­sen Wer­ken vor­nehm­lich Bücher sucht, die der Fra­ge nach­ge­hen, „Was Gott sei“, lässt sich nicht die Bedeu­tung der Leh­re­vom Men­schen leug­nen. Wie wir die­se Fra­ge beant­wor­ten, wird weit­rei­chen­den Ein­flüs­se auf unser Den­ken und Leben haben. Antho­ny A.Hoekema (1913−1988), lang­jäh­ri­ger Dozent für sys­te­ma­ti­sche Theo­lo­gie am Cal­vin Cole­ge hat in den spä­ten 80ern mit „Crea­ted in God’s Image“ (z.B. für 19,99$ bei logos erhält­lich) ein über­ra­schend leicht zugäng­li­ches Werk zu die­sem The­ma The­ma geschrie­ben. Das der Mensch als bzw. zum Bil­de Got­tes geschaf­fen ist, ist zen­tra­ler Aus­gangs­punkt für Hoe­ke­mas Über­le­gun­gen. Zunächst arbei­tet er hin­aus, was es bedeu­tet, dass der Mensch eine „geschaf­fe­ne Person/Persönlichkeit“ ist:  „Der Mensch ist aber nicht nur ein Geschöpf, er ist auch eine Per­son. Und eine Per­son zu sein bedeu­tet, eine Art von Unab­hän­gig­keit zu haben — nicht abso­lut, son­dern rela­tiv. Eine Per­son zu sein bedeu­tet, in der Lage zu sein, Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, Zie­le zu set­zen und sich in Rich­tung die­ser Zie­le zu bewe­gen. Es bedeu­tet, Frei­heit zu besit­zen — zumin­dest in dem Sin­ne, dass man in der Lage ist, …

“Gemeinde wiederentdecken” von Collin Hansen und Jonathan Leeman
Warum die Ortsgemeinde so wichtig ist

Ich bin auf die­sen Buch­hin­weis von Dani­el auf philemonblog.de gesto­ßen, den ich euch nicht vor­ent­hal­ten woll­te (Ich emp­feh­le auch die­sen Arti­kel von Dani­el): „Eines der Din­ge, die ich in der Zeit der Pan­de­mie ganz neu gelernt habe, ist mit Sicher­heit die Bedeu­tung von Gemein­de und Got­tes­diens­ten vor Ort. Es stimmt, auch unse­re Gemein­de ist zunächst not­ge­drun­gen auf den Live­stream-Zug auf­ge­sprun­gen und nun genie­ßen wir und Gemein­de­mit­glie­der, die auf­grund von Krank­heit oder Rei­sen nicht per­sön­lich teil­neh­men kön­nen, die Vor­zü­ge der Tech­no­lo­gie. Aber Gemein­de, die die Schön­heit ihres Designs und die Wich­tig­keit ihres Wesens, das die Bibel zeich­net und beschreibt, ver­gisst und zu einem blo­ßen You­Tu­be-Kanal ver­kommt, kann und wird kei­ne Frucht brin­gen. Häu­fig kom­men Men­schen “wegen der Viren” oder “wegen der Mas­­ken- und Anmel­dungs­pflicht” nicht, jedoch wird schnell klar, dass ande­re Grün­de vor­lie­gen, nicht mehr früh­mor­gens zum Got­tes­dienst zu fah­ren, und die Pan­de­mie nur eine wun­der­ba­re Mög­lich­keit der Aus­re­de dar­stellt, die zudem nicht groß­ar­tig erklärt wer­den muss. Col­lin Han­sen und Jona­than Lee­man ver­su­chen daher in ihrem neu­en Buch, kurz und prä­gnant dar­zu­stel­len, was Gemein­de über­haupt ist, wer …

Sharon James: „Der, die, was?“

Eine Gast­re­zen­si­on von Caro­lin Schmitt: Mitt­ler­wei­le ist es kaum zu ver­mei­den, dass man mit der gen­der­ge­rech­ten Spra­che kon­fron­tiert wird und in immer mehr Tex­ten Schreib­wei­sen wie Kund:innen oder Verkäufer:innen liest. Ich ver­mu­te, dass vie­len Eltern – egal ob Chris­ten oder Nicht-Chris­­ten – über­haupt nicht bewusst ist, wie gezielt wir und vor allem die nächs­te Genera­ti­on mit die­ser Ideo­lo­gie indok­tri­niert wer­den. Sharon James gibt auf den 172 Sei­ten einen sehr guten Über­blick über die Ursprün­ge und Hin­ter­grün­de sowie die Inhal­te der Gen­­der-Ideo­­lo­­gie. Sie argu­men­tiert klar und fun­diert, dass es beim Gen­­der-Main­stre­a­­ming um eine Ideo­lo­gie geht, da die Theo­rie mit wis­sen­schaft­li­chen Argu­men­ten nicht beleg­bar ist. Die Theo­rie, die besagt, dass es zwi­schen dem bio­lo­gi­schen Geschlecht (eng­lisch sex) und einem gesell­schaft­li­chen bzw. aner­zo­ge­nen Geschlecht (eng­lisch gen­der) einen Unter­schied gibt, lässt sich in kei­ner Wei­se durch eine wis­sen­schaft­li­che Grund­la­ge bewei­sen, schreibt die Autorin. Dar­über hin­aus spre­chen für den ideo­lo­gi­schen Cha­rak­ter zahl­rei­che Bei­spie­le, die in dem Buch auf­ge­führt wer­den. Immer wie­der wer­den Fak­ten in der Öffent­lich­keit und in den Medi­en geleug­net. Berich­te von Men­schen, die nach Jah­ren eines Lebens im …

Schriftstücke gesucht!

Hel­mut Hen­schel hat das Anlie­gen, die Geschich­te der russ­land­deut­schen Gemein­den, Ver­bün­de und Bru­der­schaf­ten zu sichern. Wer kann dabei hel­fen? Seit dem Zwei­ten Welt­krieg und zuneh­mend nach dem Zer­fall der Sowjet­uni­on sind Russ­land­deut­sche in die Bun­des­re­pu­blik über­ge­sie­delt. Die Erfor­schung ihrer Geschich­te wird seit­dem von ver­schie­dens­ten Initia­ti­ven und Ein­zel­per­so­nen vor­an­ge­trie­ben; stell­ver­tre­tend sei­en das Muse­um für Russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te in Det­mold und der kürz­lich ver­stor­be­ne John N. Klas­sen genannt. Aber auch auf expli­zit aka­de­mi­scher Ebe­ne fin­det durch die Juni­or­pro­fes­sur „Migra­ti­on und Inte­gra­ti­on der Russ­land­deut­schen“ an der Uni­ver­si­tät Osna­brück eine Aus­ein­an­der­set­zung mit der Geschich­te der Russ­land­deut­schen statt. Um klas­si­sche Geschichts­schrei­bung zu betrei­ben ist es zwin­gend not­wen­dig, die dafür erfor­der­li­chen Quel­len zu sichern und letzt­end­lich auch nutz­bar zu machen… (Wei­ter­le­sen auf Christusallein.com)

Er hätte sagen sollen: ‹Siehst du jenes Kreuz? Dahin eile so schnell wie möglich!›
Aus „Bilder aus der Pilgerreise“

„Ich füh­le mich stets geneigt, Evan­ge­list für das Miss­be­ha­gen, das der arme Christ im Sump­fe­der Ver­zagt­heit lei­den muss­te, zu tadeln. So sehr ich John Bun­y­an auch schät­ze, hal­te ich ihn­doch nicht für unfehl­bar, und jüngst hör­te ich eine Geschich­te über ihn, die ich für eine sehr gute hal­te:Da war in Edin­burg ein jun­ger Mann, der ger­ne Mis­sio­nar wer­den woll­te. Er war ein ver­stän­di­ger jun­ger Mann, daher über­leg­te er: «Wenn ich Mis­sio­nar wer­den will, ist es gar nicht nötig, dass man mich weit von hier fort­sen­de; ich kann ja in Edin­burg eben­so gut Mis­sio­nar sein.» Hier ist ein Wink für sol­che Schwes­tern, die in ihren Bezir­ken Trak­ta­te ver­brei­ten, aber ihrem eige­nen Dienst­mäd­chen kei­nen geben. Nun, die­ser jun­ge Mann woll­te sogleich mit dem Mis­sio­nie­ren begin­nen und mit der ers­ten Per­son spre­chen, die ihm begeg­ne­te. Die­se war eine alte Fisch-hän­d­­le­­rin. Wer die­se Art ein­mal ken­nen gelernt hat, ver­gisst sie sobald nicht wie­der; es sind ganz außer­or­dent­li­che Frau­en. Er trat auf sie zu und sag­te: «Lie­be Frau, Sie haben da eine gro­ße Last auf Ihrem Rücken zu tra­gen; ich …

Das bleibende Erbe des (frühen) Thomas Schirrmacher
Der Wert von „Ethik“ und „Der Römerbrief“

Es gibt so vie­le Grün­de, um sowohl über die mehr­bän­di­ge Ethik wie den zwei­bän­di­gen Römer­­brief-Kom­­men­­tar von Tho­mas Schirr­ma­cher begeis­tert zu sein.  Zunächst wäre zu bemer­ken, dass Schirr­ma­cher ein­fach das Wort Got­tes reden lässt. Es kommt regel­mä­ßig vor, dass die Wer­ke durch Sei­ten­wei­sen Auf­lis­ten von Bibel­ver­sen zu bestimm­ten The­men durch­zo­gen sind. So wer­den alle Ver­se des Neu­en Tes­ta­ments auf­ge­lis­tet, die das Wort syn­ei­de­sis („Mit­wis­ser, Gewis­sen“) auf­füh­ren. Es gelingt Schirr­ma­cher dabei immer, die The­men zu tref­fen, die debat­tiert wer­den, und so sei­ne eige­ne Posi­ti­on zu ver­tei­di­gen. In die­sem Fall z.B. dar­um, um dar­zu­stel­len, dass „das Gewis­sen jedoch nicht auto­nom, son­dern „the­o­nom, nicht dem eige­nen, son­dern dem gött­li­chen Gesetz unter­stellt (ist)“ (Ethik, 2.32).  Oder man ver­glei­che die sei­ten­wei­se auf­ge­lis­te­ten Bibel­ver­se, die zum The­ma Prä­de­sti­na­ti­on und Ver­ant­wor­tung zusam­men­ge­tra­gen wer­den (frei zugäng­lich hier). Ich glau­be, das kann einem manch­mal kin­disch, viel­leicht auch töricht vor­kom­men, so als ken­nen wir Got­tes Wort nicht. Aber wer sich wirk­lich auf Got­tes Wort ein­lässt, und es spre­chen lässt, wird immer bemer­ken, wie es nicht frucht­los blei­ben wird. Vor allem bei sei­ner Ethik wird zudem die muti­ge Verteidigung …