Autor: Sergej Pauli

„Das Gericht über Gott“ – von John Stott

In dem umfassenden und ausgezeichneten Werk „Das Kreuz“ schreibt John Stott darüber, was er als „das größte und herrlichste aller Themen“ bezeichnet. Das Buch betrachtet weit mehr als den Aspekt des Sühnetodes, auch wenn das eine zentrale Stellung einnimmt. Scott schafft es vor den Leser allgemeinverständlich verschiedene Aspekte des Kreuzes Christi zu zeigen, die Bedeutung des Kreuzes für die Verkündigung, für unser Gottesbild, als Wirkung für unsere Heiligung und dem Sieg über dem Bösen, aber auch als Antwort auf ungelöste Fragen nach dem Leid, die Stott zu Ende seines Werkes betrachtet Hier findet sich die Kurzgeschichte „das Lange Schweigen“. An dieser Stelle ist keine Quelle angegeben und ich konnte auch in der englischen Fassung keinen Ursprung ausmachen, nehme also an, dass diese lesenswerte Kurzgeschichte von John Stott selbst stammt (ich hoffe der Verlag verzeiht mir ein etwas zu großes Zitat):

Jesus predigen – nicht irgendwas!

In „Jesus predigen – nicht irgendwas!“ finden sich drei Essays von Wilhelm Busch über die Kunst des Predigers. Im ersten, ausgezeichneten Essay, der 1938 unter dem Titel „Vom Dienst des Predigers“ erschienen ist, schreibt Wilhelm Busch auch darüber, dass es „wichtig ist, die klare Linie des Textes in ihrer ganzen Einseitigkeit stehenzulassen, dem Text nicht seine Eigenheit rauben. Wir dürfen nicht aus der Sorge heraus, es könnten lehrhafte Missverständnisse entstehen, mit „zwar auch“ allerlei Einschränkungen einfügen, die schließlich die klare, anschauliche Richtung des Textes verwischen oder verbiegen.“

„…und ihre Freundschaft zerbrach nicht“
aus "Der Silberne Sessel" von C. S. Lewis

„und ihre Freundschaft zerbrach nicht“ – In der silberne Sessel erfahren Eustachius und Jill von Rilian, dem Sohn Kaspians, der bei einem der zahllosen Versuche sich an der Schlange zu rächen, die seine Mutter ermordet hat, entführt wird. Dieser Zwischenfall sollte die Freundschaft von Kaspian mit Drinian (der Leibwache des jungen Prinzens) unter starke Spannung setzen. Diese Begebenheit illustriert, wie Freundschaften durch Schicksalsschläge herausgefordert werden und wie Vergebung und Nachsicht eine Freundschaft bewahren können:

Lesenswerte Blogartikel Oktober 2022

Ein paar Artikel, die im Oktober verfangen haben. Diesmal habe ich einige Blogneuentdeckungen für euch. Rahel Fröse bloggt. Man kannte ihre Artikel bisher von der Rahda-Station, neuerdings hat sie einen Blog, der vor allem Mamas und Frauen ansprechen dürfte. Ihre Artikel findet man unter rahelfroese.de Eine Auswahl an guten Artikeln aus den letzten Wochen: Vom Bibellesen und dem Plan der mir dabei hilft. Der Artikel hat meine Frau motiviert, die Bibel nun intensiver zu lesen. In diesem Artikel schreibt Rahel über Lilias Trotter, die Frau, die sie am meisten inspiriert hat. und hier über 7 Dinge, an denen sie gerade ihre Freude hat. Gerade für trübe Herbsttage sicher ein guter Artikel. Wie war das nochmal mit der ersten populären deutschen Bibelübersetzung überhaupt? Alexander Schick nimmt uns auf eine Reise 500 Jahre zurück, die gewitzt und elegant berichtet wird (hier geht es zum Artikel auf Jesus.de). Alexander Schick hat mich mit seinem auf Abruf verfügbaren Wissen über die Entstehung der Bibel in diesem Interview mit der Historical Faith Society beeindruckt. Seine Bibelausstellung ist auf jeden Fall …

Der „Schmuggler Gottes“ ist tot
Anne van der Bijl ist heim gegangen

Am 27.09.2022 ist Anne van der Bijl, besser bekannt als Bruder Andrew, heimgegangen. Der Gründer und langjährige Leiter von Open Doors machte bereits in den 60ern des letzten Jahrhunderts Schlagzeilen mit Bibelschmuggelaktionen in die kommunistischen Länder des Ostblocks. Über diese berichtete er in einem langjährigen Bestseller „der Schmuggler Gottes. Sehr hörenswert ist auch das gleichnamige Hörbuch.  Nachdem sein Buch veröffentlicht wurde, war für ihn zwar der Weg in die Staaten des Warschauer Paktes versperrt, es eröffneten sich neue Möglichkeiten für Bibeltransporte, nach China und in islamische Länder. Heute ist OpenDoors vor allem für seinen Einsatz für verfolgte Christen weltweit bekannt. Zahlreiche Zeitschriften berichten heute über den Tod von Bruder Andrew. Eine Auswahl: Idea (Anmeldung erforderlich) Christianity Today Opendoors.de

„Ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken.“
Der vollständige Text eines Lied-Klassikers

Heute morgen bin ich mit den Klängen dieses Liedes aufgewacht. Diese Zeile einer Strophe blieb sitzen: „Ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken.“ Wie viele unserer Probleme, unserer Sorgen sind auf unsere Selbstversessenheit zurückzuführen! Der Wikipedia-Artikel zu diesem Lied zeigt alle ursprünglichen Strophen, die Gerhard Tersteegen 1757 zum heute als  „Ich bete an die Macht der Liebe“- Lied veröffentlicht hat. Die Originalfassung wurde nach der Melodie „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ gesungen. Da jedes Liederbuch das dieses Lied enthält, heute unterschiedlich gekürzte Fassungen führt, fand ich es interessant, die vollständige Fassung zu beleuchten. „Für dich sei ganz mein Herz und Leben, mein süßer Gott, und all mein Gut, für dich hast du mir’s nur gegeben, in dir es nur und selig ruht. Hersteller meines schweren Falles, für dich sei ewig Herz und alles. Ich liebt und lebte recht im Zwange Wie ich mir lebte, ohne dich; Ich wollte dich nicht, ach so lange! Doch liebtest du, und suchtest mich, Mich böses Kind aus bösem Samen Im hohen, …

Russisch-Orthodoxe Seelsorge bei Starez Sossima
Aus die Brüder Karamasow von F.M. Dostojewski

„Die Brüder Karamasow“ ist ein Meisterwerk in unterschiedlichster Hinsicht. Vielleicht ergibt sich auf diesem Blog einst die Möglichkeit zu einer ausführlichen Besprechung dieses letzten Romans von F.M. Dostojewski. Im Zweiten Kapitel des zweiten Buches des Ersten Teils dieses umfangreichen Werkes (mein russisches Hörbuch ist über 45h lang) können wir Starez Sossima (Ein Starez ist so etwas wie eine Art „Über-Abt“ eines orthodoxen Klosters) bei Gesprächen mit unterschiedlichen Ratsuchenden beobachten. Ich finde in seinen Antworten viel Weisheit, auch wenn man manches „ins Evangelische“ übersetzen sollte. Aus dem halben Dutzend Gesprächen (hier ab S. 34) habe ich drei ausgesucht. Die Szenen sind in sich abgeschlossen, und bis auf eine haben sie auch keine weitere Bedeutung für den Verlauf des Romans, können also in sich gelesen werden. Ich habe sehr ausführliche Zitate gewählt, um auch die gezeichneten Rahmenbedingungen aufzuzeigen: Kann schwere Sünde vergeben werden? Beachtet das Feingefühl, mit dem der Starez das Private privat sein lässt aber vor allem den Hinweis auf das Evangelium am Schluss. In Dostojewskis Beispielen findet sich zudem immer ein Zusammenhang zwischen körperlichem und …

J.I. Packer in seiner Einführung zu Owens Werk über das Sühneopfer Christi
Was ist biblisches Evangelium?

Manche Diamanten sind gut versteckt. Das gilt unbedingt für den Einleitungsessay, den J.I. Packer (Vgl. für einen Lebenslauf diesen Artikel) 1958 als Einführung in eine Neuauflage von John Owens Buch „The Deaht of Death in the Death of Christ“ verfasst hat. Der Artikel findet sich im Web oder deutschsprachig als Teil dieser gekürzten Übersetzung von John Owens Klassiker. Neulich griff ich wiederholt zur Einführung von Packer, eigentlich weil ich mich für Owens Werk aufwärmen wollte: Bisher habe ich nichts vergleichbares gelesen, dass präziser den Unterschied von Arminianismus und Calvinismus aufzeigt. Häufig kann man den Eindruck bekommen, als meine man das selbe, und betrachte zwei unterschiedliche Perspektiven. Weit gefehlt, folgt man der Argumentation von Packer (eigene Übersetzung): „Es gibt zwei kohärente Interpretationen des biblischen Evangeliums, die in einem klaren Gegensatz zueinander sind. Der Unterschied zwischen den beiden sind nicht bloß unterschiedliche Schwerpunkte, sondern der Inhalt. Ein Evangelium verkündigt einen Gott, der rettet, das andere spricht von einem Gott, der den Menschen befähigt, sich selbst zu retten. Das eine verkündigt die drei großen Handlungen der Heiligen Dreieinigkeit …

Lesenswerte Blog-Artikel September 2022

In Zukunft plane ich, regelmäßig auf lesenswerte Blog-Artikel hinzuweisen.  Das lief bei mir über den Bildschirm in den letzten Wochen. Welche Artikel habt ihr die letzten Wochen gelesen? Welches Thema bewegt euch? Zu welchem Thema hättet ihr gernen einen Artikel? Hinterlasst mir gerne eure Kommentare! O Beard, Where art Thou? Wie man es von Greg Morse gewöhnt ist, ein mit ausreichend Ironie ausgestatteter Artikel, der Männlichkeit und Bärte und Schöpfung diskutiert. Sein Ausgangspunkt: Warum war es für die Männer Davids eine so große Schande, als sie Zwangsrasiert wurden? (2. Sam. 10, 11ff) Erschienen am 22.08.2022 bei desiringGod. How the 5 Solas Do More Than Respond to Catholicism Der Artikel, den Michael Kruger am 29.08.2022 auf seinem Blog michaeljkruger.com veröffentlich hat, ging mir in dieser Weise ebenfalls durch den Kopf. Ausgehend von den 5 Solis kann man leicht aufzeichnen, was es bedeutet „typisch evangelisch zu sein“. Wie häufig bei Kruger empfinde ich seine Artikel als etwas zu kurz, so dass die wirklich brennenden Fragen nicht ausreichend tief genug berührt werden.

Medienstapel im Sommer 2022

Im folgenden ein paar Files“, die im Sommer auf Ohren und Augen gingen: Weisheit im Umgang mit den sozialen Medien Viktor Martens von der Bibelgemeinde Bayreuth, hält hier einen Vortrag über Weisheit im Umgang mit den sozialen Medien. Sein Fazit ist, dass „Unsere digitale Ernährungspyramide“ korrigiert (oder umgekehrt) werden muss. In seinem Vortrag geht er auf ganz praktische Herausforderungen ein, die uns im Umgang mit sozialen Medien begegnen und entlarvt ein „zu Viel“ und ein „zu Schnell“ am Konsum der Sozialen Medien als Unweise. Unter anderem kann es passieren, dass ich letztlich nur das höre, was ich hören möchte, ja dass die entsprechenden Suchalgorithmen mir auch nur das auftischen, was ich hören möchte. Ein vielschichtiger und gelungener Vortrag mit vielen praktischen Situationen, frisch und unaufgeregt vorgetragen. Als exzellent würde ich den Vortrag bezeichnen, wenn er weniger in die Zeit der Corona-Situation sprechen würde: