Verlagswelt, Zeitgeschehen, Zeitgeschehen/Apologetik
Kommentare 18

Wie falsche Theologie uns die Bibel stehlen kann

Hyperdispensationalistische Schreckgeister und andere Hindernisse

Mit Ent­set­zen aber gleich­zei­tig auch mit Freu­de ent­sin­ne ich mich an eine „christ­li­che“ und „bibel­treue“ Kon­fe­renz, auf der ich vor etwa zwei Jah­ren anwe­send war. Ich wer­de kei­ne Namen und Orte nen­nen, jedoch wird für den Ken­ner auch so offen­sicht­lich sein, wovon ich rede. Der Autor sprach über die Offen­ba­rung und sein Fazit war im Gro­ßen und Gan­zen, dass die Offen­ba­rung die Chris­ten nichts angeht, da der Inhalt nur die Juden betrifft, die nach der Ent­rü­ckung der Gemein­de zum Glau­ben kom­men wer­den. Es waren noch vie­le wei­te­re ver­wir­ren­de The­sen auf­ge­stellt wor­den, jedoch lag über allem der Unter­ton: Dies betrifft nur die Juden, und das betrifft nur die Juden, für die Gemein­de sind im Gro­ßen und Gan­zen nur die Pau­lus­brie­fe, und selbst hier nicht alle. Das war das Ent­set­zen! Es wur­de grö­ßer, als aus den Rei­hen der Zuhö­rer ver­ein­zelt Hal­le­lu­ja-Rufe erschall­ten über die­se „Fro­he Bot­schaft“. Der Red­ner hielt uns vor, dass Ver­se, wie „sei getreu bis zum Tod, so will ich dir die Kro­ne des Lebens geben“, nie­mals für Men­schen gemeint sein kön­nen, die unter der Gna­de leben, denn wir als Chris­ten wis­sen doch, dass wir so treu nicht sein kön­nen. Tja, die „Fro­he Bot­schaft“ des Red­ners  war viel mehr eine erbärm­li­che, trüb­sin­ni­ge und arm­se­li­ge Bot­schaft.

Nun zur Freu­de: Aus mei­ner Über­zeu­gung her­aus, dass uns alles zum Bes­ten die­nen kann, wenn wir nur den Herrn lie­ben, weiß ich heu­te, dass die­se Kon­fe­renz mir half end­gül­tig mit dis­pen­sa­tio­na­lis­ti­schem Schrift­ver­ständ­nis zu bre­chen. Mei­ne Leser mögen mich nicht falsch ver­ste­hen. Ich hof­fe dass die meis­ten in den Brü­der­ge­mein­den nicht so extrem aus­ge­prägt sind, wie oben beschrie­ben. Aber als russ­land­deut­scher Christ, wie ich es einer bin, ist man irgend­wie mehr oder weni­ger auto­ma­tisch dis­pen­sa­tio­na­lis­tisch geprägt. Nur bin ich über­zeugt davon, dass der Dis­pen­sa­tio­na­lis­mus ein Bestand­teil einer Ent­wick­lung ist, die man heu­te in Stu­di­en­bi­beln, Christ­li­chen Büchern und Bibel­kom­men­ta­ren beob­ach­ten kann. Ich möch­te die­se Ent­wick­lung „Rare­fi­zie­rung (Ver­dün­nung) der Schrift“ nen­nen. Hier sind vie­le Ent­wick­lun­gen zu beob­ach­ten und noch­mal betont: Der Dis­pen­sa­tio­na­lis­mus ist ein Teil davon, vie­le Ent­wick­lun­gen gehen Hand in Hand. Zusam­men­ge­nom­men ist die Wir­kung aber gewal­tig.

Mein Sar­kas­mus kann für manch einen Dis­pen­sa­tio­na­lis­ten, den ich als Bru­der im Herrn ernst neh­me, schmerz­haft sein. Den­noch fin­de ich kei­nen Weg, ein Pro­blem dar­zu­stel­len, das um uns frisst, wie ein Krebs. Geschwis­ter, es geht um das teu­ers­te und das bes­te, was wir auf die­ser Erde haben: das Wort Got­tes. Vor Kur­zem durf­te ich die alten Doku­men­te zur „Down­gra­de-Kon­tro­ver­se“ von Spur­ge­on lesen. Immer wie­der beton­te Spur­ge­on dar­in, „dass für ihn Rein­heit vor Ein­heit kommt“. Somit möch­te ich eine Lan­ze auf­rich­ten gegen die vor­an­schrei­ten­de Aus­höh­lung bibli­scher Leh­re.

  • Bru­der, du liest noch Jesa­ja und machst dir Gedan­ken dar­über, was dir die Schrift hier sagen möch­te? Ver­geu­de dei­ne Zeit nicht, denn es ist ja offen­sicht­lich, dass Jesa­ja fast nur vom tau­send­jäh­ri­gen Reich spricht. Das betrifft dich nicht, wenn du nur bekehrt bist. Dann wirst du vor der Trüb­sal vor­ent­rückt (nicht so wie die nord­ko­rea­ni­schen, ira­ki­schen und suda­ni­schen Chris­ten?!?) und das müs­sen dann die Scha­fe, die von den Böcken getrennt, sich zu Her­zen neh­men (oder sind es die mit dem kal­ten Glas Was­ser?). Und für Sacha­ria gilt natür­lich das­sel­be.
  • Chris­ten, ihr lest das Gesetz Moses? Aber was hat es euch zu sagen, es sind doch nur Über­bleib­sel einer alten Haus­hal­tung. Wir sind befreit vom Gesetz!
  • Schwes­ter, du staunst über die Wun­der im ers­ten Buch Mose? Aber war­um nur! Jeder soll­te doch wis­sen, dass dies nur Legen­den sind, die sich Israe­lis an ihren Lager­feu­ern in der Wüs­te erzähl­ten. Mose schrieb nur sei­ne Ehr­furcht vor Gott nie­der, da er ein­fach kein Wis­sen­schaft­ler war. Der Sün­den­fall ist nur eine Legen­de, der Ver­such einer Erklä­rung für das Böse im Men­schen.
  • Bru­der, du ließt die Geschich­ten in Köni­ge und Chro­ni­ka? So vie­le inter­es­san­te Bege­ben­hei­ten wer­den berich­tet. Scha­de, dass dies bloß nack­te His­to­rie ist, sonst könn­te man soviel dar­aus ler­nen …
  • Mut­ter, du nimmst für dein Lei­den das Buch Hiob zur Hand? Aber ver­giss bit­te nicht, dass es nur Pro­sa ist. Und Hiob und sei­ne Freun­de waren alles Pre­di­ger, die nie her­aus­fan­den war­um sie lit­ten.
  • Hohe­lied ist ein schö­nes Buch, nicht wahr? Lei­der kann kei­ner wis­sen, wie es zu ver­ste­hen ist. Ist die „Freun­din“ jetzt das Volk Isra­el oder die Gemein­de. Die Juden dach­ten es wäre das Volk, die Urkir­che es wäre die Gemein­de. Und wir las­sen es mal so ste­hen. Nur nicht zur Anwen­dung kom­men las­sen.
  • In den Psal­men klingt so vie­les nach Mes­si­as. Aber es sind nur Par­al­le­len die man zwi­schen David und Jesus zie­hen kann.
  • Die Brie­fe des Pau­lus  an Timo­theus und Titus übri­gens, du über­eif­ri­ger jun­ger Christ, sind natür­lich nur die per­sön­li­chen Rat­schlä­ge eines Apos­tels an sei­nen nächs­ten Mit­ar­bei­ter. Dem „Fuß­volk“ hat das kaum was zu sagen. Glei­ches gilt natür­lich für den zwei­ten und drit­ten Johan­nes­brief.
  • Wenn du die Evan­ge­li­en liest, du uner­fah­re­ner und jun­ger Christ, pass nur auf, dass du ja fein unter­schei­dest zwi­schen dem was Jesus zum uner­ret­te­ten (!) Volk des alten Bun­des (!) und was er zu sei­nen Jün­gern sagt. Nur das zwei­te hat wirk­lich Belang, und selbst da musst du prü­fen, ob es der spe­zi­el­le Auf­trag der Jün­ger ist oder eine all­ge­mei­ne Rede. Im Grun­de genom­men rei­chen die End­zeit­re­den Jesu. Aber hier pass nur auf, dass du nicht wie­der etwas beach­test, was nach dei­ner Ent­rü­ckung kommt.
  • Der Hebrä­er­brief sagt ja bereits durch sei­nen Titel an wen er gerich­tet ist.

Was bleibt? Es blei­ben eini­ge Brie­fe des Pau­lus. Nun, fein geur­teilt. Nur habe ich in letz­ter Zeit immer wie­der gehört (wahr­lich unge­lo­gen): „Oh Bru­der, da musst du auf­pas­sen, über den Römer­brief ab Kap. 8, da dür­fen eigent­lich nur Brü­der etwas sagen, die Jahr­zehn­te Erfah­rung haben. Nur Ältes­te soll­ten sich da äußern“. Aus Leh­re wird also immer mehr eine Lee­re. Und Lee­re ist der Mensch oft schnell dabei zu fül­len. Viel­leicht ist das der Grund das Prog­ma­tis­mus und ande­re Exo­ti­sche Prak­ti­ken in der Gemein­de wuchern wie es in 2000 Jah­ren Kir­chen­ge­schich­te nie vor­ge­kom­men ist.

Und, dann gibt es noch den Klas­si­ker: Ent­we­der musst du über­all, wo von Erwäh­lung, Beru­fung, Vor­se­hung oder Vor­her­be­stim­mung die Rede ist, die­se Wor­te strei­chen und durch „gläu­big sein“ erset­zen oder du musst an jeden Vers, der „nur“ vom Glau­ben, oder von Lie­be zu Gott redet, oder von Nach­fol­ge oder von Hei­li­gung noch ein „nach Got­tes Erwäh­lung“ dran­hän­gen. Erst dann bist du auf dem wah­ren Weg. Es gibt nur zwei Extre­men. Was, und du erfrechst dich noch, an die Schrift zu glau­ben, wie Sie ist?

Was bleibt dann mir? Hin­fort mit den Geis­tern, die mir die Schrift rau­ben. Hin­fort mit Aus­le­gun­gen ohne Anwen­dung. Weg mit einem Über­bau an tech­ni­schen und his­to­ri­schen Infos, die das per­sön­li­che der Schrift rau­ben. Ich bin Gott dank­bar, dass wir mit mei­ner Frau in dem letz­ten hal­ben Jahr soviel aus dem Alten Tes­ta­ment ent­neh­men konn­ten, das tat­säch­lich zeigt, wie viel Chris­tus in der Bibel ist. Und wo Chris­tus ist, da möch­te ich sein. Chris­tus ist da, wenn Josua das ver­hei­ße­ne Land erforscht. Chris­tus ist im Sünd­op­fer und im Brand­op­fer. Chris­tus ist in den Gewän­dern des Pries­ters. Chris­tus ist in der Stifts­hüt­te. Chris­tus ist bei der Schöp­fung anwe­send. Chris­tus ist der Engel des Herrn der Bileam ver­warnt. Chris­tus ist der Fels, aus dem Was­ser fließt. Chris­tus ist der wei­se Frie­de­fürst. Chris­tus ist der Geweih­te, der uns in Sim­son dar­ge­stellt wird, und der Wei­se, den wir in Salo­mo fin­den. Chris­tus ist die Erfül­lung der Pro­phe­tie und nicht das tau­send­jäh­ri­ge Reich!

Somit: Herr wohin sol­len wir gehen? Du hast Wor­te des Lebens!

P.S.: Da ich ver­mei­den möch­te, von einer ande­ren Sei­te vom Pferd zu fal­len, wer­de ich in den nächs­ten Wochen einen Arti­kel ver­öf­fent­li­chen, der die Vor­zü­ge und die hohe Qua­li­tät der Brü­der­be­we­gung prei­sen wird.

P.P.S.: Außer­dem soll­te ich als ehe­mals radi­ka­ler Armi­nia­ner beken­nen, dass ich nur über den Umweg des Dis­pen­sa­tio­na­lis­mus zu der refor­miert-bap­tis­ti­schen Denk­wei­se gekom­men bin. Hier bin ich also Brü­dern wie W. Büh­ne oder W. Mac­Do­nald mei­nen Dank schul­dig.

18 Kommentare

  1. Lie­ber Ser­gej, ich habe mich sehr über dei­nen Arti­kel gefreut. Ich bin gera­de in einer ganz ähn­li­chen Lage. Selbst mit dem Dis­pen­sa­tio­na­lis­mus im Glau­ben auf­ge­wach­sen, hin­ter­fra­ge ich zu Zeit viel von des­sen Leh­ren. Somit passt das gera­de gut in mei­ne Situa­ti­on! Grü­ße in den Schwarz­wald. Kom­me selbst ursprüng­lich von dort.
    Grü­ße
    Sven

  2. Rudolf Gärtig sagt

    Dan­ke. Ich habe das Werk und die Per­son erkannt (wel­che übri­gens einen gro­ßen Anteil auf mei­nem Weg zum Glau­ben hat­te). Das Pro­blem ist sicher nicht die Leh­re (Erkennt­nis) dass es ver­schie­de­ne Heils­zeit­al­ter gibt. Das Pro­blem liegt dar­in, wel­che Schlüs­se man dar­aus zieht. Hier gilt wie immer 1Thes 5,21: Prüft alles, das gute behal­tet.

  3. Holger sagt

    Ich bin nach dem Lesen nun lei­der etwas ver­wirrt: stam­men die Auf­lis­tungs­punk­te von Spur­ge­on? War das sein Umgang mit der Schrift??? Oder ist das die Leh­re in russ­land­deut­schen Brü­der­ge­mein­den?

  4. Sergej Pauli sagt

    Hal­lo, dan­ke für den Zuspruch und die Kom­men­ta­re.

    @Holger, nein von Spur­ge­on stammt nur das hal­be Zitat. ich soll­te es bes­ser kenn­zeich­nen. Dan­ke für den Hin­weis. Es ist auch vllt. nicht so sehr die Leh­re russ­land­deut­scher Brü­der­ge­mein­de, da habe ich eh zu wenig Über­blick dar­über. Viel­mehr ist es eine Denk­wei­se die in vie­len Berei­chen immer mehr domi­niert (so zumin­dest mein Ein­druck), dass man die Bibel in immer weni­ger The­men rein­be­zieht oder noch bes­ser gesagt: in der Bibel aus immer weni­ger Abschnit­ten etwas ent­deckt, was für mich gilt… Als Gro­ßes Bei­spiel sei nur die LEERE von Anwen­dung in vie­len Bibel­kom­men­ta­ren genannt.

  5. Vlad sagt

    Das ande­re extre­me ist jedoch wenn man alle Bibel­stel­len blind auf die heu­ti­ge Zeit und alle Chris­ten bezieht (sie­he die Cha­ris­ma­ti­sche Bewe­gung mit den Zei­chen und Wun­dern)

    Kann man die Stu­di­en­bi­beln, Christ­li­chen Büchern und Bibel­kom­men­ta­re auch genannt bekom­men wel­che in dem Bezug auf Dis­pen­sa­tio­na­lis­mus nicht zu emp­feh­len sind?

    Und ich bin mit dir zu 100% ein­ver­stan­den „wo Chris­tus ist, da möch­te ich sein“ ja man fin­det Jesus Chris­tus wirk­lich auf fast jeder Bibel­sei­te!

  6. Julian sagt

    Hmm… Mir scheint das oben genann­te Bsp eine sehr extre­me Form des Dis­pen­sa­tio­na­lis­mus (Hyper-Disp.) wider­zu­spie­geln, oder? Dies ist gewiss zu ver­wer­fen, da stim­me ich dir zu.
    Aller­dings: Ich bin eben­so stark disp. geprägt und hal­te wei­ter­hin ger­ne dar­an fest, kann trotz­dem aber fast alle Aus­sa­gen des vor­letz­ten Abschnitts unter­schrei­ben ohne da einen Wider­spruch zu erken­nen. Die im PPS genann­ten Per­so­nen sind doch eben gute Bei­spie­le für disp. Leh­re, die auch das AT wert­schätzt (vgl. die letz­ten Bücher von Büh­ne). Wei­ter­hin sehe ich den Zusam­men­hang zwi­schen Disp. und Erwäh­lungs­leh­re nicht.

    Wenn du etwas zu den Brü­der­ge­mein­den schreibst: Ich bin bis­her nur in Kon­takt mit nicht-russ­land­deut­schen Brü­der­ge­mein­den gekom­men. Weißt du, inwie­fern da gemein­sa­me Wur­zeln etc bestehen?

  7. Johann B sagt

    Hal­lo Ser­gej

    Ich bin in eine Brü­der­ge­mein­de gross gewor­den und kann dei­nen Text eigent­lich nicht nach­voll­zie­hen. Bei Aus­le­gun­gen des AT, sowei der Offen­ba­rung (oft auch in den Brie­fen) gibt es immer meh­re­re Ebe­nen der Aus­le­gung:

    1. His­to­risch / Dir­ke­te Aus­sa­ge = Was gesche­nen ist, und für wenn es 1:1 gilt*
    2. Pro­phe­tisch = Es wird so viel über Jesus Chris­tus gesagt, auf jeder Sei­te. Es gibt aber noch wei­te­re Pro­phe­tie die genaue geschicht­li­che Ereig­nis­se vor­aus­sagt (z.B Dani­el 11).
    3. Anwen­dung = Was jeder von uns dar­aus ler­nen kann.

    *Oft ist es mit der Anwen­dung (Punkt 3) iden­tisch.

    Fazit: Jede Sei­te der Bibel ist für uns, hier sind wir uns einig. Dies steht mit den Heils­zei­ten in kei­nem Gegen­satz. Ich bedaue­re das du dich auf­grund die­ser fälsch­li­che Aus­le­gung der Offen­ba­rung nun gegen die Heils­zei­ten wen­dest. Denn mei­ner Erach­tens kön­nen sie in allen drei Ebe­nen erkannt wer­den. Für mich sind und blei­ben sie viel­mehr ein Schlüs­sel zur bibli­schen Erkennt­nis!

    Lie­be Grüs­se

  8. Schütt sagt

    Lie­ber Ser­gej, vllt. kennst Du zu die­sem „Streit­the­ma“ das Buch der Br. Isenberg/Schürmann ‚Der ver­ges­se­ne Reich­tum‘ noch nicht? (Dani­el Ver­lag 2009) Es könn­te Dei­ne Fra­gen klä­ren und Dei­nen Sar­kas­mus lin­dern. Was Du hier beschrie­ben hast, klingt nach der „etwas ande­ren Offen­ba­rung“ von N. Lieth, das ist eine Ver­ir­rung, die der Sucht man­cher Pre­di­ger nach stän­dig „neu­er Erkennt­nis“ ent­springt. Das soll­test Du von der biblisch begründ­ba­ren Leh­re des Disp. unter­schei­den und nicht das eine mit dem ande­ren kom­plett ver­wer­fen. Mara­natha!

  9. Bernd sagt

    Vom Dis­pen­sa­tio­na­lis­mus weg hin zur refor­mier­ten Theo­lo­gie ? Die Theo­lo­gie Luthers und Cal­vins also, die weder Isra­el und die Gemein­de unter­schei­det, noch eine Ent­rü­ckung oder ein zukünf­ti­ges 1000jähriges Frie­dens­reich kennt und einen Gott ver­kün­det, der eini­ge zum Heil und ande­re zur ewi­gen Ver­damm­nis vor­her­be­stimmt hat ? Lie­ber Ser­gej, ers­tens ist das nicht die Theo­lo­gie, die ein W.MacDonald ver­kün­det hat und zwei­tens fürch­te ich, dass du von der ande­ren Sei­te vom Pferd gefal­len bist, wie so vie­le in dei­nem Alter, die sich von der refor­mier­ten Theo­lo­gie haben ver­füh­ren las­sen, denn die ist seit ca. 10 Jah­ren beson­ders zwi­schen den 20 – 40 jäh­ri­gen in unse­rem Land total ange­sagt, beson­ders durch ihren pro­mi­nen­tes­ten Ver­tre­ter, John Piper.Das was du beschreibst, ist der Hyper-Dis­pen­sa­tio­na­lis­mus eines Nor­bert Lieth, mit dem du das Kind mit dem Bade­was­ser aus­schüt­test.

  10. Pingback: Reformierter Spiegel #29 |

  11. Clemens sagt

    Von den in der Auf­zäh­lung im Mit­tel­teil genann­ten 10 Punk­ten sind allen­falls 4 typisch dis­pen­sa­tio­na­lis­tisch, näm­lich die ers­ten bei­den und die letz­ten bei­den. Der drit­te Punkt (im 1. Buch Mose nur Legen­den, inkl. Sün­den­fall) ist schlicht­weg libe­ral­theo­lo­gi­sche Bibel­kri­tik; so etwas mit Dis­pen­sa­tio­na­lis­mus in einen Topf zu wer­fen grenzt schon an Per­fi­die.

  12. Jochanan sagt

    Wenn ich mir die­se und vie­le ande­re Sei­ten anschaue, bin ich wohl doch der Mei­nung, daß es bes­ser war, mei­ne Brü­der­ge­mein­de (geschlos­se­ne Brü­der) zu ver­las­sen und kei­ne ande­re Gemein­de mehr zu besu­chen, ob nun Bap­tis­ten, freie evan­ge­li­sche Gemein­den oder was auch immer … Ja, da kommt dann: „Das ist nicht nach der Schrift. In der Bibel steht, daß man eine Gemein­de besu­chen soll …“ Das mag zwar so in der Bibel ste­hen, aber wenn ich eines nach 10 Jah­ren Christ­sein schmerz­lich und ent­täuscht gelernt habe, dann, daß es über 2 Mil­li­ar­den Chris­ten mit über 2 Mil­li­ar­den Mei­nun­gen gibt — und jeder kann sei­ne Mei­nung biblisch-rhe­to­risch mehr oder weni­ger wun­der­bar begrün­den, wenn er sich mit der Schrift aus­kennt. Strei­tet Ihr Euch. Belehrt Euch gegen­sei­tig. Prahlt, wer denn nun die rich­ti­ge, sup­er­neue Erkennt­nis hat. Bekriegt Euch. Zeigt auf, wer falsch liegt und wer nicht. Lobt Euch selbst, daß Ihr jetzt den rich­ti­gen Weg geht. Jeder Christ glaubt das von sich — das muß wohl ver­ständ­li­cher­wei­se so sein. Jene, die es nicht tun, leben fort­an ohne Gemeinde/Kirche und hal­ten sich von die­sem Kram fern.

    Tschüss, macht’s gut, Ihr Chris­ten! Ich will nur noch Gott/die Bibel, kei­ne Ideo­lo­gi­en und strö­mungs­mä­ßi­gen Theo­lo­gi­en, kei­ne gemein­de-/kir­chen­ge­bun­de­nen Son­der­leh­ren mehr!

  13. Günter sagt

    Hal­lo,
    habe mit Freu­de gele­sen.
    Als ich vor Jah­ren in einer Brü­der­ge­mein­de war, sag­te mir eine Bru­der ich sei ein Cal­vi­nist.
    Von Hau­se aus war ich Luthe­ra­ner.
    Zwar ein Wie­der­ge­bo­re­ner mit Anfech­tun­gen des Teu­fels usw.
    Cal­vin und Luther sind für mich Refor­ma­to­ren, folg­lich Refor­mier­te.
    Cal­vin war nie ein Cal­vi­nist! Luther nie ein Luthe­ra­ner!
    Sag­te ich die­ses den Brü­dern schau­ten sie mich immer komisch an.
    In ihrer Ver­kün­di­gung gab es immer Licht. Sprach ich aber auch von der Sei­te der Fins­ter­nis, dann gab es immer Ärger.

    Ein Cal­vi­nist ist ein Fach­idi­ot! — Einen Luthe­ra­ner kann man hier nicht als Gegen­satz set­zen.
    Was ist der Gegen­satz — der Armi­nia­ner!
    Der Armi­nia­ner ist aber auch ein Fach­idi­ot!
    Was ist die Lösung?
    Cal­vi­nist und Armi­nia­ner sind wie die zwei Sei­ten einer Mün­ze zu sehen.
    Nur in der Wech­sel­wir­kung bei­der Sei­ten erhält man ihren Wert.
    Das Bild Got­tes ist: „Geist, See­le, Leib — Lein See­le, Geist.
    Also. von Gott zum Men­schen — Vom Men­schen zu Gott!

    Lie­be Freun­de aber Ach­tung! Die­ses ist FALSCH -kommt vom Teu­fel: Körper/Leib, Geist und See­le.

    Ein Cal­vi­nist ist ein­fach gesagt, ein bibel­treu­er Christ, der sei­ne Wie­der­ge­burt von Gott her emp­fan­gen hat, und sie in sei­ner Heils­si­cher­heit begrün­den kann.

    Der auf die Fra­ge: „Wer ist Gott für dich“ — mit einem Wort ant­wor­ten kann.
    Fin­de es.
    Viel Spaß.
    MGS
    Gün­ter

  14. Schütt sagt

    @Jochanan: Dan­ke, Bru­der! Du sprichst mir aus dem Her­zen. Im Ggs. zu Dir habe ich aller­dings bis­her noch nicht mal ‚geschlos­se­ne‘ Brü­der ken­nen gelernt, son­dern bin gleich bei der Mt18,20-Versammlung geblie­ben (die übri­gens eben­so zu Hebr10,25 gehört wie alle >2 Per­so­nen! Und selbst ein ein­zel­ner Hen­och „wan­del­te mit Gott“ und war eben­so mit Ihm in Gemein­schaft). Seit 2005 geist­lich gesund immer wei­ter gewach­sen, bis­her kei­ne Pro­ble­me, auch nicht mit der Bru­der­lie­be — Dan­ke! Von ‚geschlos­se­nen‘ Brü­der­ge­mein­den aktu­ell nur so viel gehört bzw. geist­li­che Ergeb­nis­se (an z. T. stark ver­welt­lich­ten Brü­dern, die lan­ge dort waren) gese­hen, die reich­ten von mas­si­ven Ehe­pro­ble­men und Schei­dung, depres­si­ven Kin­dern mit Selbst­mord­ge­dan­ken bis hin zu feh­len­der Gemein­de­zucht und tota­ler Abwe­sen­heit von Seel­sor­ge. Also, Jochan­an: Gute Ent­schei­dung und der HERR behü­te und lei­te Dich wei­ter auf Dei­nem Weg — wir sehen uns bald dro­ben bei Ihm, da gibt es die­se Pro­ble­me nicht mehr: ich freu mich schon! Mara­natha!

  15. Richard Mosimann sagt

    Hyper­dis­pen­sa­tio­na­lis­mus und Dis­pen­sa­tio­na­lis­mus ist nicht das­sel­be. Ers­te­rer ist falsch, Dis­pen­sa­tio­na­lis­mus nach Sco­field deckt sich mit der Leh­re der Apos­tel. Ohne Unter­schei­dung der Zeit­al­ter, AT und NT, Isra­el und Gemein­de etc. gibt es kein Ver­ständ­nis der Bibel. 2. Petrus 3.16.

  16. Sergej Pauli sagt

    Dan­ke Herr Mosi­mann für Ihren Kom­men­tar. Ich ver­spre­che Ihnen hier­mit, dass ich mal einen sehr posi­ti­ven Arti­kel über Brü­der­ge­mein­den schrei­ben wer­de, da ich sehr begeis­tert bin, die­se Chris­to­zen­tri­sch­nen Got­tes­diens­te zu besu­chen. Bei der Inter­pre­ta­ti­on bibli­scher Tex­te gehe ich nicht mit, ich ver­mis­se Sys­te­ma­tik, offen­sicht­lich kön­nen nur Exper­ten die detail­lier­ten Bil­der inter­pre­tie­ren. Frü­her habe ich ger­ne bei Sound­Wor­ds gele­sen und ich fin­de die Web­sei­te gut, ich will es immer unter­stüt­zen, wenn Chris­ten leuch­ten, aber oft war ich als Leser überfordert…wann denn nun wel­ches Bild zu gel­ten hat…

  17. Volker sagt

    Dan­ke für den Bericht und die Kom­men­ta­re.
    Die Zer­ris­sen­heit der Chris­ten tut mir unend­lich weh.
    Bei uns in der Gegend gibt es Dör­fer mit teils 5 Gemeinden(evangelikal), die alle nichts mit­ein­an­der zu tun haben.
    Schon die Fra­ge“ in wel­che Gemein­de gehst du denn?“ nervt mich ; man ist sofort in einer Schub­la­de.
    Lie­be und Wahr­heit sind für mich die zwei Sei­ten der Medail­le, aber wie man­ches Bild und Gleich­nis zu ver­ste­hen ist, fin­det vie­le Erklä­run­gen. Jeder Deu­ter will die rich­ti­ge Erklä­rung haben.
    Die Ver­lo­ren beob­ach­ten uns und sind ange­ekelt.
    Tol­le Lich­ter- mir scheint, die meis­ten Lich­ter rußen wie eine Öllam­pe mit lan­ge nicht beschnit­te­nem Docht.
    Man möch­te sie nicht lei­den.
    Alles sehr , sehr trau­rig.

Hinterlasse einen Kommentar!