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Visual Bible Guide

Eine Rezension von Henrik Mohn

Visual Bible Guide

Heu­te sind Bil­der die neu­en Wor­te. Gott wähl­te aber den Weg, sich durch Wor­te dem Men­schen vor­zu­stel­len. Um nun die groß­ar­ti­ge Bot­schaft Got­tes neu zu ent­de­cken, haben sich Tim Chal­lies, Autor, Blog­ger und refor­mier­ter Theo­lo­ge und Josh Byers, Schrei­ber, Fil­me­ma­cher, Foto­graf und digi­ta­ler Illus­tra­tor dazu ent­schlos­sen, alles wich­ti­ge rund um die Bibel und Jesus im „Visu­al Bible Gui­de“ anschau­lich, anspre­chend und anre­gend auf­zu­ar­bei­ten.

Die Bibel wird von vie­len Men­schen als ver­al­tet und ver­staubt betrach­tet, wes­halb ihr Inhalt als irrele­vant für das Leben im Hier und Heu­te abge­stem­pelt wird. Doch wer das vor­lie­gen­de Buch auf­schlägt merkt schnell, das die­sem Ste­reo­typ mutig ent­ge­gen­ge­tre­ten wer­den kann. Denn der Bible Gui­de ist eine ein­zig­ar­ti­ge Ein­füh­rung in die Leh­re von Gott sowie eine Anlei­tung für die christ­li­che Lebens­füh­rung.

Die drei Tei­le tra­gen dazu bei, sich mit der Bibel ver­traut zu machen und laden zum Stu­di­um von Got­tes Wort ein. Zudem wird ein Streif­zug durch die Bibel ver­mit­telt, der kom­pakt, illus­ter und auf­schluss­reich ist. Her­vor­zu­he­ben ist dabei die Klar­heit der Tex­te. Anstatt sei­ten­wie­se Erläu­te­rung und Erklä­run­gen zu prä­sen­tie­ren, hat sich das Autoren­duo für kur­ze und kna­cki­ge Tex­te ent­schie­den, die durch die krea­ti­ven Illus­tra­tio­nen unter­stützt wer­den.… (wei­ter­le­sen auf lesendglauben.de)

„Bedenken Sie, dass Orthodoxie nicht das gleiche ist, wie fähige und weise Fürsorge“

Ein Interview mit Ed Welch

Edward T. Welch ist Theo­lo­ge und Dozent am CCEF (Chris­ti­an Coun­se­ling & Edu­ca­tio­nal Foun­da­ti­on). Er pro­mo­vier­te im Bereich der Neu­ro­psy­cho­lo­gie an der Uni­ver­si­ty of Utah. Er ist seit bereits mehr als 30 Jah­ren als Seel­sor­ger tätig und ist Autor zahl­rei­cher Wer­ke über bibli­sche Seel­sor­ge, von denen vie­le auch ins Deut­sche über­setzt wur­den. Ed Welch stand unse­ren freund­li­cher­wei­se Fra­gen Rede und Ant­wort.

S.P.: Sehr geehr­ter Herr Welch, vie­len Dank für die Mög­lich­keit eines Inter­views mit Ihnen.

E.W.: Auch von mei­ner Sei­te Dan­ke für die Mög­lich­keit. Sie bewir­ken, dass ich mei­ne deut­schen Freun­de ver­mis­se und mich an die ange­neh­me und erbau­en­de Zeit erin­ne­re, die ich in Ihrem Land ver­bracht habe.

S.P.: Wel­che Grün­de beweg­ten Sie, Seel­sor­ger zu wer­den?

E.W.: Ich glau­be jeder Christ wür­de bibli­sche Seel­sor­ge lie­ben, wenn er sie ken­nen wür­de. Beharr­lich mehr von der Schrift zu ler­nen und die Gele­gen­heit zu haben, sich um ande­re Men­schen zu küm­mern und für sie zu beten — was kann es Bes­se­res geben? Ich selbst wuchs in einem christ­li­chen Heim auf. Ich glaub­te, dass Jesus das war, was er von sich behaup­te­te, doch ich woll­te ihm nicht fol­gen. Doch der Geist Got­tes hielt mich gnä­dig­lich fest, als ich gera­de mein Stu­di­um been­det hat­te. Ich wur­de durch das Lesen der Bibel bekehrt und ent­schloss mich, mei­ne ande­ren Stu­di­en­plä­ne zur Sei­te zu legen und ein theo­lo­gi­sches Semi­nar zu besu­chen. Dort war es auch (1976 — man, ich wer­de alt!) als ich pas­to­ra­le Seel­sor­ge-Kur­se beleg­te. Es war für mich fas­zi­nie­rend wie die Schrift in die Details des täg­li­chen Lebens spre­chen konn­te. Ich fing damals an, die bibli­sche Seel­sor­ge­ar­beit am CCEF zu beob­ach­ten, die damals gera­de erst anfing. Damals dach­te ich, dass ich Bibli­sche Seel­sor­ge prak­ti­zie­ren wür­de, wenn ich die Gele­gen­heit dazu bekom­men soll­te. Nach mei­ner Pro­mo­ti­on kam ich an das CCEF und ver­ließ es nicht mehr.

S.P.: Was waren die Per­so­nen, die ihr Ver­ständ­nis als Seel­sor­ger, Leh­rer und Autor geprägt haben?

E.W.: John Grau­ley war mein Men­tor am Semi­nar — ein freund­li­cher und wei­ser Mensch. John Bett­ler war der Direk­tor am CCEF, als ich dort anfing. Er war immer gedul­dig mit mir und ich lern­te viel von sei­nen Pre­dig­ten und Leh­ren. Er hat den Ton der bibli­schen Seel­sor­ge bedeu­tend geprägt. Sie wur­de weni­ger kon­fron­ta­tiv und ver­wies beharr­lich dar­auf, dass die Bibel mehr ist und tie­fer reicht. Jack Mil­ler war mein Pas­tor und konn­te in einer Wei­se von Jesus spre­chen, die über­wäl­ti­gend war. Er för­der­te mein Inter­es­se an bibli­scher Theo­lo­gie. Daher kommt es, dass bibli­sche Seel­sor­ge per­sön­li­cher und bezie­hungs­ori­en­tier­ter wur­de. Ich habe groß­ar­ti­ge Kol­le­gen gehabt, ins­be­son­de­re David Powli­son, mit dem ich bei­na­he 40 Jah­re, bis zu sei­nem Tod letz­tes Jahr, zusam­men­ge­ar­bei­tet habe. Wei­ter­le­sen

Sing mit!

Eine Rezension von Jakobs Blog...

Beson­ders in kon­ser­va­tiv-evan­ge­li­ka­len Krei­sen ist Musik oft ein Zank­ap­fel. Höchs­te Zeit für ein Buch von lei­den­schaft­li­chen Musi­kern, die die Stär­ken unter­schied­li­cher Tra­di­tio­nen wert­schät­zen und dabei auf theo­lo­gi­schen Tief­gang ach­ten.

Spä­tes­tens seit der Über­set­zung von „In Christ alo­ne“ sind Keith und Kris­tyn Get­ty auch im deutsch­spra­chi­gen evan­ge­li­ka­len Bereich bekannt. Seit Jah­ren höre ich ihre CDs immer wie­der ger­ne an. Sie sind musi­ka­lisch sehr schön und haben geist­li­chen Tief­gang. 2017 ver­öf­fent­lich­ten sie das Buch „Sing!“, das vom 3L-Ver­lag jetzt ins deut­sche über­setzt wur­de. Ihr Buch ist nicht nur an christ­li­che Musi­ker gerich­tet. Die Autoren zei­gen den Stel­len­wert der Musik in der Bibel auf und machen deut­lich: Alle Chris­ten sind auf­ge­for­dert, zu Got­tes Ehre zu sin­gen – ob sie nun beson­ders gute Sän­ger sind oder nicht.… wei­ter­le­sen

Walfisch, Rizinus und Niniveh

Material zum Propheten Jona

Für eine Andacht über das Gebets Jonas, habe ich mich durch etwas Mate­ri­al gebohrt. Eine kur­ze Auf­lis­tung:

The Prodigal Prophet: Jonah and the Mystery of God's Mercy„The Pro­di­gal Pro­phet“ von Tim Kel­ler, habe ich als Hör­buch bei Audi­ble ange­hört. Kel­ler hat nach eige­ner Aus­sa­ge drei mal über das Buch Jona gepre­digt und ver­fass­te das Buch auf Wunsch sei­ner Frau. Vor­teil des Wer­kes: Aus­führ­li­cher Anhang, in dem Jona the­ma­tisch, biblisch theo­lo­gisch betrach­tet wird. Nach­teil: Ich den­ke Kel­ler zieht am Schluß doch zu schnell Sprün­ge zu unse­rer Zeit. Dies kann aber auch am Feh­len der Fuß­no­ten in der Hör­buch­fas­sung lie­gen. Hier bezieht Kel­ler zahl­rei­che wei­ter­ge­hen­de Kom­men­ta­re mit ein.

Übri­gens: Im Pre­digt Pod­cast von Kel­ler fin­det sich auch eine Pre­digt über Jona aus den 90ern Jah­ren. Zusätz­lich zum „Pro­di­gal Pro­phet“, kann man so auch eine Ent­wick­lung des The­mas bei Kel­ler betrach­ten. Eine aktu­el­le­re Pre­digt fin­det sich in you­tube.

Wenn wir schon bei Pre­dig­ten sind. Der Vier­tei­ler von Dick Lucas über Jonah schien mir den größ­ten Tief­gang zu besit­zen. Lucas bleibt wirk­lich hart­nä­ckig dabei, den Kon­flikt Jonas und Got­tes Han­deln mit die­sem unge­hor­sa­men Pro­phe­ten zu ver­fol­gen. Die Links zu den vier Tei­len fin­den sich hier bei moner­gism. Wei­ter­le­sen

Rezension: „Preaching?“ von Alec Motyer

Einführungswerk und Rückblick eines langjährigen Predigers

Alec Moty­er mau­sert sich zuneh­mend zu mei­nem Lieb­lings­an­gli­ka­ner. Auf den 2016 ver­stor­be­nen Theo­lo­gen bin ich übri­gens durch Tim Kel­ler auf­merk­sam gewor­den, der Moty­er nebst Clow­ney zu den Men­schen lis­tet, die ihn als Pre­di­ger am meis­ten geprägt haben. Moty­er dürf­te mit Sott und Packer zu den bedeu­tends­ten Evan­ge­li­ka­len Angli­ka­nern des 20ten Jahr­hun­derts zäh­len, ist aber offen­sicht­lich in Deutsch­land nur wenig bekannt. Auf jeden Fall ist die­ses kur­ze Werk (mit dem lei­der wenig anspre­chen­den Cover) eine wert­vol­le Hil­fe nicht nur für ange­hen­de Pre­di­ger, son­dern für jeden, der nach Wegen sucht, sei­nen Nächs­ten bibli­sche Tex­te bes­ser zu erklä­ren. Trotz sei­ner Kür­ze bleibt das Werk sehr umfas­send. Moty­er legt sich nicht auf einen bestimm­ten Pre­digtstil fest und befür­wor­tet sowohl Pre­dig­ten über gan­ze Bibel­bü­cher, über the­ma­ti­sche Wort­stu­di­en oder über bibli­sche Per­so­nen. Dabei bespricht er sechs Metho­den, wie er vom Bibel­text zur Pre­digt kommt. Was er auf jeden Fall ablehnt ist, das man bloß nach einem bibli­schen Text sucht, der als „Sprungram­pe“ für ein The­ma dient, wel­ches man sich eigent­lich schon längst aus­ge­sucht hat, und das meis­tens nur wenig mit dem eigent­li­chen Text zu tun hat.

Etwas also, was sicher­lich jeder schon zur Unmen­ge erlebt hat und was drin­gend anders gemacht wer­den soll­te.  Hier blickt der Autor auf über 50 Jah­re Erfah­rung als Pre­di­ger zurück und berich­tet von zahl­rei­chen per­sön­li­chen Begeg­nun­gen und Erleb­nis­sen.  Immer wie­der wird deut­lich, dass gute Pre­digt dazu füh­ren wird, dass die Zuhö­rer moti­viert wer­den, sich selbst­stän­dig mit der Bibel aus­ein­an­der­zu­set­zen.  Dadurch dass der Autor jedes sei­ner Schrit­te mit zahl­rei­chen Bei­spie­len (und Noti­zen) aus eige­ner Arbeit illus­triert, wird deut­lich, dass Moty­er wirk­lich ein Mensch war, der „das Wort Got­tes geliebt hat“. Das Buch schließt mit einer Rei­he von wöchent­li­chen Lese­tex­ten, die Moty­er als täg­li­che „Lese-Haus­auf­ga­ben“ im Rah­men sei­ner Pre­dig­ten für sei­ne Gemein­de erstellt hat. Wei­ter­le­sen

Interview mit Robert Letham

Robert Letham ist Pro­fes­ser für sys­te­ma­ti­sche und his­to­ri­sche Theo­lo­gie an der Uni­on School of Theo­lo­gy in Wales. Er doziert zudem regel­mä­ßig am West­mins­ter Theo­lo­gi­cal Semi­na­ry. Er ist Autor von  The Work of Christ (in der Rei­he: Con­tours of Chris­ti­an Theo­lo­gy), Uni­on with Christ, The Holy Tri­ni­ty. 2019 erschien sei­ne Sys­te­ma­ti­sche Theo­lo­gie. Letham hat sich für ein Inter­view mit uns bereit erklärt.

 

S.P.: Sehr geehr­ter Prof. Letham. Vie­len Dank für die Zeit, die sie sich für unse­re Fra­gen neh­men! Kön­nen Sie dar­über berich­ten, wie Sie Christ wur­den?

R.L.: Ich wuchs in einem christ­li­chen Eltern­haus auf, wur­de jedoch erst im Alter von 19 Jah­ren getauft. Es gab kei­ne unge­wöhn­li­che oder dra­ma­ti­sche Erfah­rung dabei.

S.P.: Ihr letz­tes Werk war eine Sys­te­ma­ti­sche Theo­lo­gie (Erschie­nen Ende 2019). Auf­grund der Tat­sa­che, dass zahl­rei­che sys­te­ma­ti­sche Theo­lo­gi­en ver­füg­bar sind, was ist das Beson­de­re an Ihrem Werk?

Es hat das Ziel katho­lisch zu sein und bin­det Figu­ren der Kir­chen­vä­ter, des Mit­tel­al­ters, der Refor­ma­ti­on und der Moder­ne unter­schied­li­chen Spek­trums in die Betrach­tung mit ein. Gleich­zei­tig ver­su­che ich die Sote­rio­lo­gie (Die Leh­re vom Heil) mit der Ekkle­sio­lo­gie (Die Leh­re von der Kir­che) zu ver­knüp­fen, um dem Wort und den Sakra­men­ten ihre Zen­tra­li­tät zu gewäh­ren. Ich habe dabei expli­zit auf eine tri­ni­ta­ri­sche Struk­tur geach­tet und begin­ne mit einem lan­gen Abschnitt über die Drei­ei­nig­keit. Dar­auf­hin betrach­te ich jeden Abschnitt mit Bezug auf Gott und sei­ne Wer­ke in der Schöp­fung, Vor­se­hung und Gna­de. Ich habe die Dog­ma­tik auf eine Wei­se ver­fasst, die sie für zahl­rei­che Men­schen zugäng­lich macht: Mit einem umfang­rei­chen Glos­sar, Fra­gen zum Selbst­stu­di­um und wei­ter­füh­ren­den Lite­ra­tur­emp­feh­lun­gen. Auf die­se Wei­se kann jeder Leser die The­men wei­ter erfor­schen. Wei­ter­le­sen

Standardwerk zur Heiligen Dreieinigkeit Gottes

The Holy Trinity von Robert Letham

The Holy Trinity: In Scripture, History, Theology, and Worship (English Edition) von [Robert Letham]Ich glau­be in der letz­ten Zeit hat mich kaum ein The­ma mehr beschäf­tigt als die Drei­ei­nig­keit. Es gab hier so viel Unklar­heit, dass man vor lau­ter Bäu­men den Wald nicht mehr sehen konn­te. Eini­ge Bei­spie­le. Im Grun­de genom­men wäre das Modell das ich aus der Drei­ei­nig­keit zeich­nen wür­de in etwa so etwas wie eine „Zwei­ei­nig­keit“ von Vater und Sohn + einem in irgend einer Wei­se unter­ge­ord­ne­ten Hei­li­gen Geist. Ehr­lich gesagt ken­ne ich auch kaum einen aus dem kon­ser­va­ti­ven Milieu der nicht in irgend einer Wei­se die Sub­or­di­na­ti­on des Soh­nes leh­ren wür­de.

Der Sohn weiß ja schließ­lich nicht, wann das Ende der Zei­ten anbre­chen soll (Mt. 24,36). So ein Modell endet schließ­lich im Trithe­is­mus: Die Leh­re von drei gött­li­chen Wesen, die sich zudem im Umfang ihrer Gött­lich­keit unter­schei­den wür­den. Ein kla­rer Ver­stoß gegen die Ein­heit Got­tes, die an so vie­len Stel­len der Schrift gelehrt wird. Zudem muss man ein­ge­ste­hen, dass die Drei­ei­nig­keit so gut wie kei­ne Rol­le im Evan­ge­li­ka­lis­mus spielt. Man wird zwar im Namen des Vaters, des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes getauft, aber das die Drei­ei­nig­keit das typisch christ­li­che Ele­ment unse­rer Got­tes­leh­re ist (z. B. im Ver­gleich zum Juden­tum, nicht nur zum Islam) wird in der Anbe­tung viel zu sel­ten  aus­ge­ar­bei­tet. Mir ist es gera­de­zu pein­lich, wie vie­le Jah­re ich die Omas in der Gemein­de, die ihre Gebe­te mit „im Namen des Vaters, des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes“ been­de­ten, mit schrä­gen Bli­cken anblick­te, im Ver­dacht, es wäre noch ein Rest­ka­tho­li­zis­mus in ihrer Pie­tät ent­hal­ten. Wei­ter­le­sen

Monatliche Auslese

Feine Literaturhinweise von Jakob Haddick

Jakob Had­dick ist Pas­tor und äußerst flei­ßi­ger Leser. Monat­lich ver­öf­fent­licht er Kurz-Rezen­sio­nen auf gele­se­ne Bücher. Eine gute Quel­le um Impul­se für neu­es Lese­ma­te­ri­al zu fin­den. In Zukunft wol­len wir auf NIMM-LIES regel­mä­ßig auf sei­ne Hin­wei­se ver­wei­sen.

Im Juli 2020 bestand sei­ne Lek­tü­re aus:

  • Bern­hard Ott: Hand­buch Theo­lo­gi­sche Aus­bil­dung
  • John Lennox: Vor­her bestimmt?
  • Lau­ra Van­der­kam: Juliet’s School of Pos­si­bli­ties
  • Bar­ba­ra Oak­ley: Minds­hift

Zum Arti­kel geht es hier lang.

 

Gottes Vorsehung im alltäglichen Leben

D.A. Carsons "Lernen, zu beten" und "Ach, Herr, wie lange noch?"

Gott sorgt sich umfas­send um sei­ne Schöp­fung. Alle unse­re Haa­re sind aktiv durch­num­me­riert und kein Sper­ling wird von einer Kat­ze gefres­sen, ohne dass Gott es will. Auf der einen Sei­te sehen wir also Got­tes aus­ge­zeich­ne­te und erst­klas­si­ge Für­sor­ge für sei­ne Schöp­fung. Zwei The­men auf unse­rer Sei­te drän­gen sich dann beim Nach­den­ken über Got­tes sou­ve­rä­ne Vor­se­hung auto­ma­tisch auf: Gebet und Leid. Wir beten, weil wir wis­sen, dass Gott uns hört, und doch weiß Gott, was wir bedür­fen, bevor wir ihn bit­ten. An vie­len Stel­len ermu­tigt uns die Schrift, auch in der bit­te­ren Vor­se­hung des Leids die lie­ben­de Hand Got­tes zu wis­sen. Und doch macht so vie­les an unse­rem Leid über­haupt kei­nen Sinn. Ent­spre­chend hat Car­son in bei­den Büchern ein sehr ähn­li­ches Kapi­tel dar­über, was er als Ver­ein­bar­keits­the­se bezeich­net. Car­son meint damit, dass fol­gen­de bei­de Aus­sa­gen wahr sind, auch wenn wir uns nicht erklä­ren kön­nen, wie sie mit­ein­an­der über­ein­stim­men kön­nen:

Donald A. Carson: Lernen, zu beten - 3L Verlag„1. Der all­mäch­ti­ge Gott wal­tet sou­ve­rän und frei, doch wirkt sich sei­ne Herr­schaft nie­mals so aus, dass dabei die Ver­ant­wor­tung des Men­schen beschnit­ten, mini­miert oder gänz­lich auf­ge­ho­ben wür­de.

2. Men­schen sind mora­lisch  ver­ant­wort­li­che Wesen — sie tref­fen sinn­vol­le Ent­schei­dun­gen, rebel­lie­ren, gehor­chen, glau­ben, wider­set­zen sich usw. und wer­den zu Recht für die­se Hand­lungs­wei­sen ver­ant­wort­lich gemacht: Dies wirkt sich jedoch nie so aus, dass Gott dadurch ein­ge­schränkt wür­de.“ (Ach, Herr, wie lan­ge noch — S. 197)“

Ich emp­feh­le die Lek­tü­re bei­der Bücher, die zwar The­ma­tisch wie mit einer Klam­mer zusam­men­ge­hal­ten wer­den, aber lite­ra­risch ziem­lich unter­schied­lich umge­setzt wur­den. Wei­ter­le­sen

Von Prinzessinnen, Prinzen und ihren Untertanen

- Gewinnspiel beendet -(30.08.2020)

Was für ein her­aus­for­dern­der Titel! Ich besit­ze das Vor­recht, Beat Tan­ner per­sön­lich zu ken­nen, einen Men­schen, der sich vor allem durch Freund­lich­keit und Mit­ge­fühl aus­zeich­net. Das er aber auch kla­re Töne fin­den kann, hat er nun mit die­sem hand­li­chen Rat­ge­ber bewie­sen. Gibt es aber nicht Erzie­hungs­ratge­ber, auch christ­li­che, in Hül­le und Fül­le? Sind wir nicht schon müs­sig gewor­den, die nächs­te neue Erzie­hungs­me­tho­de aus­zu­pro­bie­ren? Tan­ners Büch­lein erweist sich vor allem des­we­gen als erfri­schend, weil es wie­der ganz zurück, an den Anfang und Ursprung der Schrift führt. Die Lösung, die das Buch für das Gesell­schafts­phä­no­men Macht­um­kehr (zwi­schen Eltern und Kin­dern) anbie­tet, liegt in einer aus­führ­li­chen Bespre­chung von Eph. 6,1−4. Krei­send ent­wi­ckelt der Autor einen neu­en Zugang zu die­sen so alt­be­kann­ten aber wenig beach­te­ten Ver­sen. Wie oft hält man die­se Stel­le für ver­al­tet, und meint im gren­zen­lo­sen Wün­scheer­fül­len und Ver­wöh­nen der Kin­der einen bes­se­ren (und ein­fa­che­ren) Weg für die Erzie­hung gefun­den zu haben? Ich muss­te mich beim Lesen so oft an die eige­ne Nase packen, dass sie rot wur­de. Was bei den Kleins­ten noch als kon­trol­lier­bar erscheint, nimmt schnell uner­war­te­te For­men an. Der Autor berich­tet:

„Eltern erzäh­len mir von ihren erst acht­jäh­ri­gen Kin­dern, die sie mit Sui­zi­d­an­dro­hun­gen erpres­sen. Ich erin­ne­re mich an einen elf­jäh­ri­gen Jun­gen, der sich ein Mes­ser an den Hals setz­te und sei­ne Mut­ter anschrie: „Du machst nicht, was ich will! Dar­um brin­ge ich mich um! (S. 12 f.)“ Wei­ter­le­sen