Neueste Artikel

Ein neuer Blog über das Leben in sexueller Reinheit
unbeschwert laufen… frei von Pornographie!

Die Tage wur­de ich auf einen noch recht neu­en Blog auf­merk­sam gemacht, den ich ger­ne wei­ter emp­feh­len möch­te: Auf unbeschwert-laufen.de  fin­den wir einen Blog, der sich den Kampf um sexu­el­le Rein­heit und gegen die Por­no­gra­phie und Selbst­be­frie­di­gung auf die Fah­ne geschrie­ben hat. Ich schrei­be hier Blog, aber es ist wohl viel­mehr eine umfang­rei­che Daten­bank, oder noch bes­ser, eine Infor­ma­ti­ons­sta­ti­on. Auf unbeschwert-laufen.de fin­den sich zahl­rei­che Infor­ma­tio­nen, dar­un­ter eine der umfang­reichs­ten Lite­ra­tur-Samm­lun­gen zu die­sem geist­li­chen Kampf­feld und eine aus­führ­li­che Dar­stel­lung mit gegen­wär­tig mehr als 200 Res­sour­cen zu die­sem The­ma, dar­un­ter auch Ansprech­stel­len für Seel­sor­ge und Bera­tung  oder Res­sour­cen für Frau­en (als Täter und/oder Opfer betrof­fen) oder eine Auf­lis­tung der unter­schied­lichs­ten Zeitschriftenartikel.

In beson­de­rer Wei­se hat mir die Auf­be­rei­tung audio­vi­su­el­ler Bei­trä­ge zuge­sagt, die man hier fin­den kann. Über­haupt ist die Sei­te sehr ordent­lich und über­sicht­lich auf­ge­baut und besitzt ein anspre­chen­des Design. Ich hat­te vor kur­zem auch die Mög­lich­keit den Ver­ant­wort­li­chen des Blogs per­sön­lich zu spre­chen und sein Eifer,  in die­sem The­ma vor allem Män­nern zu hel­fen Sieg und Befrei­ung zu erfah­ren, wirk­te anste­ckend. Ich bin mir sicher, dass Gott die­se Sei­te und die Mate­ria­li­en dar­auf segens­brin­gend ver­wen­den wird. Wenn ich etwas bemän­geln wür­de, dann höchs­tens den sehr engen the­ma­ti­schen Rah­men, so fän­de ich z.B. auch eine etwas all­ge­mei­ne­re Sei­te zur christ­li­chen Sexu­al­ethik hilf­reich. Womög­lich ist aber gera­de die­se kon­zen­trier­te the­ma­ti­sche Fixie­rung eine Unterstützung/Orientierungshilfe für Men­schen, die gera­de gegen ihre Por­no­sucht kämp­fen. Auf die­se Wei­se bleibt der Blog auch eine Hil­fe­stel­lung für die, die Men­schen in Ihren Anfech­tun­gen auf die­sem Gebiet begleiten.

 

 

Interview mit Philipp Kruse — Leiter von BibleProject Deutsch
Eine Neue Weise, um die Alte Botschaft zu verbreiten

Wir hat­ten die Mög­lich­keit für ein inter­view mit Phil­ipp Kru­se, dem Ver­ant­wort­li­chen für die Vide­os von Bib­le­Pro­ject Deutsch, über sei­ne Arbeit und die Zie­le von Bib­le­Pro­ject zu spre­chen. Das Bib­le­Pro­ject bie­tet zahl­rei­che Erklär-Vide­os, unter ande­rem zu den Büchern der Bibel , aktu­ell aber auch zu zen­tra­len Begrif­fen der Bibel und zu bibli­schen The­men  z.B. auf you­tube an.

Emp­feh­lens­wert ist auch das dazu pas­sen­de Mate­ri­al, z.B. aus unter­schied­li­chen Pos­tern im Shop. 


 

S.P. Wie ent­stand die Idee des Bible Pro­jects? Wie kam es, dass die Vide­os auch auf Deutsch auf­be­rei­tet wurden?

P.K. Als Jugend­re­fe­rent habe ich mich 2015 nach einem Tool auf die Suche gemacht, um unse­ren Mit­ar­bei­ten­den den gro­ßen Zusam­men­hang der Bibel zu erklä­ren. Hin­ter­grün­de, Zusam­men­hän­ge, Buch­erklä­run­gen ohne Theo­lo­gie­stu­di­um. Bei der Suche bin ich auf „The Bible Pro­ject“ gesto­ßen und war begeis­tert. Inner­halb weni­ger Minu­ten wird der rote Faden der Bibel, die Ein­tei­lung des Buches und Hin­wei­se auf Jesus auf­ge­zeigt. Der Satz „Hel­ping peop­le expe­ri­ence the Bible as a uni­fied sto­ry that leads to Jesus” pack­te mich. Nur lei­der gab es die­se Vide­os nur auf Eng­lisch. Nicht für alle so leicht zu ver­ste­hen. So rief ich kur­zer Hand in Port­land an und erkun­dig­te mich, ob ich die­ses wun­der­ba­re Pro­jekt nicht nach Deutsch­land holen könnte.

 

S.P. Was könnt ihr als Mit­ar­bei­ter / Orga­ni­sa­tor des Pro­jekts per­sön­lich mitnehmen?

P.K. Seit Beginn des Pro­jekts haben wir das Ver­sor­gen Got­tes erlebt. Er hat sich ein­deu­tig dazu gestellt und immer wie­der lässt uns das erstaunt, demü­tig und dank­bar auf das Pro­jekt blicken.

Wir selbst sind ein Team aus ver­schie­de­nen Kon­fes­sio­nen, Gemein­den und Kir­chen mit dem glei­chen Wunsch und Ziel, unse­ren Glau­ben zu erklä­ren, zu leben und Men­schen einen neu­en Zugang zu Gott und der Bibel zu schaf­fen. Dadurch neh­men wir alle per­sön­lich viel aus die­sem Pro­jekt mit. Wir nutz­ten das Mate­ri­al selbst, pri­vat und in unse­ren Jugend­grup­pen, Mit­ar­bei­ter­schu­lun­gen und Predigten.

 

S.P. Wie erle­ben Sie die Rück­mel­dun­gen der Zuschau­er? Gibt es auch kri­ti­sche Rückmeldungen?

P.K.: Zum Groß­teil sind die Rück­mel­dun­gen sehr posi­tiv. Wir erle­ben immer wie­der Ermu­ti­gung in dem was wir tun. In Gesprä­chen und in Rück­mel­dun­gen erfah­ren wir immer wie­der die vor­herr­schen­de Not und den Bedarf Mate­ri­al an die Hand zu bekom­men, um die Bibel greif­bar zu machen. Die Men­schen ler­nen mit unse­ren Vide­os für Prü­fun­gen, ler­nen Gott neu ken­nen und las­sen sich auf die Bibel ein, haben wie­der Freu­de am Lesen, weil sie mehr ver­ste­hen und ein­ord­nen kön­nen. Das sind Feed­backs die uns als Team bestär­ken und unglaub­lich freu­en und berühren.

 

S.P. Das Bib­le­Pro­ject hat ursprüng­lich eng­lisch­spra­chig ange­fan­gen. Wie auf­wän­dig ist es, die Vide­os, die häu­fig vie­le Tex­te ent­hal­ten, ins Deut­sche zu über­set­zen. Wie viel Zeit wird  für ein Video benötigt?

P.K. Jedes Video durch­läuft ver­schie­de­ne Pha­sen bevor es ver­öf­fent­licht wer­den kann. Die Ori­gi­nal­tex­te und Spre­cher­skrip­te wer­den über­setzt, theo­lo­gisch geprüft, neu ein­ge­spro­chen, neu geschrieben/designt, ani­miert und erneut nach Qua­li­tät und Rich­tig­keit geprüft. Je nach­dem, um wel­ches Video es sich han­delt, dau­ert es zwi­schen 2 – 4 Wochen bis zur Veröffentlichung.

 

S.P. Ganz aktu­ell habt ihr auch ange­fan­gen Wort­stu­di­en zu ver­öf­fent­li­chen. Wel­che Ideen habt ihr bei Bib­le­Pro­ject noch?

P.K. Wir freu­en uns schon sehr auf wei­te­re Seri­en, die die Ame­ri­ka­ner aktu­ell aus­ar­bei­ten und pro­du­zie­ren. Nach der Wort­stu­die geht es wei­ter mit der Serie zum „Wesen Got­tes“. Eine abso­lut genia­le Serie – ihr dürft gespannt sein.

 

S.P. Gibt es Über­le­gun­gen die Vide­os auch in wei­te­re Spra­chen anzubieten?

P.K: Auf jeden Fall! Die Vide­os wer­den bereits 50 Spra­chen pro­du­ziert. Alle wei­te­ren Spra­chen fin­det man auf der Web­site der Ame­ri­ka­ner. Unter ande­rem gibt es sie bereits in Ara­bisch, Por­tu­gie­sisch, Far­si, Fran­zö­sisch, Fin­nisch, Spa­nisch, Ita­lie­nisch, Japa­nisch…. Und vie­le mehr.

 

S.P. Wie kön­nen Chris­ten und Gemein­den das Bib­le­pro­ject unter­stüt­zen? Gibt es auch die Mög­lich­keit der Mit­ar­beit am Projekt?

Als das deut­sche Bible Pro­ject freu­en wir uns sehr über Ver­net­zungs­part­ner. Kon­kret bedeu­tet das, dass sich christ­li­che Orga­ni­sa­tio­nen und Kir­chen zum Pro­jekt stel­len und es mit­be­wer­ben in Ihren Krei­sen und Sub­sti­tu­tio­nen. Dar­über hin­aus ist und bleibt das Pro­jekt spen­den­ba­siert und wird nur solan­ge exis­tie­ren bis sich Men­schen auch finan­zi­ell dazu­stel­len. Als Orga­ni­sa­ti­on oder Gemein­de kann man uns sehr gern regel­mä­ßig finan­zi­ell unter­stüt­zen und das Pro­jekt mittragen.

 

S.P. Vie­len Dank für das Gespräch.

(Ein Bei­spiel für eine gra­phi­sche Dar­stel­lung von Gene­sis 12 – 50:)

Ein Gedicht von Kurt Tucholsky
Augen in der Großstadt

Seit vor eini­gen Tagen die Mas­ken­pflicht in einem Groß­teil der Innen­räu­me gefal­len ist, habe ich mich  wie­der­holt gefragt, wie ich das so ein­fach zulas­sen konn­te, mit so einer Über­men­ge an irren und unmensch­li­chen Maß­nah­men mitzumachen.

Kurt Tucholsky Literature MuseumIch beob­ach­te, wie ich gie­rig die Gesich­ter mei­nes Gegen­über lesen will und wie sehr mir das die letz­ten zwei Jah­re gefehlt hat. — Gefehlt hat? Ist es nicht ein Stück­weit die anony­me Indi­vi­dua­li­tät der Ver­städ­te­rung die in der Gesichts­ver­mum­mung voll­endet wird?

Ich auf jeden Fall, ent­de­cke die Frei­heit aufs Neue, auch dem häss­li­chen, unan­ge­neh­men, böse drein bli­cken­den Bür­ger frisch ent­ge­gen­zu­bli­cken und zu rufen: „Grüß Gott“, „Das Leben ist schön“, „Hal­lo“, „Jesus lebt“ oder was auch immer. Wie sehr hat mir das gefehlt! Ein Grund Frei­heit radi­kal neu zu entdecken!

Das wie­der­um erin­nert mich beson­ders an das Gedicht „Augen in der Groß­stadt“. Unter den vie­len prä­gnan­ten und aus­drucks­vol­len Gedich­ten und Pro­sa­tex­ten Tuchol­skys (eine gute Aus­wahl fin­det sich hier), passt das heu­te beson­ders gut.. Kurt Tuchol­sky, der die Kata­stro­phe des Natio­nal­so­zia­lis­mus nahe­zu pro­phe­tisch bevor­sah, über­leb­te sei­ne Ent­täu­schung am Unter­gang sei­nes Vater­lan­des nicht, das Vater­land, das sei­ne Bücher zum Teil der ers­ten Bücher­ver­bren­nun­gen 1933 erklärte…

Augen in der Großstadt

Wenn du zur Arbeit gehst
am frü­hen Morgen,
wenn du am Bahn­hof stehst
mit dei­nen Sorgen:
dann zeigt die Stadt
dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Mil­lio­nen Gesichter:
Zwei frem­de Augen, ein kur­zer Blick,
die Braue, Pupil­len, die Lider –
Was war das? Viel­leicht dein Lebensglück…
vor­bei, ver­weht, nie wieder.

Du gehst dein Leben lang
auf tau­send Straßen;
du siehst auf dei­nem Gang,
die dich vergaßen.
Ein Auge winkt,
die See­le klingt;
du hast’s gefunden,
nur für Sekunden…
Zwei frem­de Augen, ein kur­zer Blick,
die Braue, Pupil­len, die Lider –
Was war das? Kein Mensch dreht die Zeit zurück…
vor­bei, ver­weht, nie wieder.

Du mußt auf dei­nem Gang
durch Städ­te wandern;
siehst einen Puls­schlag lang
den frem­den Andern.
Es kann ein Feind sein,
es kann ein Freund sein,
es kann im Kamp­fe dein
Genos­se sein.
Es sieht hinüber
und zieht vorüber…
Zwei frem­de Augen, ein kur­zer Blick,
die Braue, Pupil­len, die Lider –
Was war das? Von der gro­ßen Mensch­heit ein Stück!
Vor­bei, ver­weht, nie wieder.

Aus der Osterpredigt von Melito von Sardes

See of Sardis - WikiwandIn der Oster­pre­digt des Meli­to von Sar­des fin­det sich bereits ein sehr rei­fer Umgang mit dem Alten Testament.

Meli­to von Sar­des ist so „lan­ge her“ (gest. 180 n.Chr), dass er noch aus der in Offen­ba­rung bekann­ten Gemein­de Sar­des wirk­te. Die Pre­digt zeigt, dass die Kir­che bereits sehr früh Chris­tus als das Ziel des Alten Tes­ta­ments erkann­te. Der voll­stän­di­ge Text samt hilf­rei­chen Hin­ter­grün­den zu Meli­to und die­ser Oster­pre­digt fin­det sich hier.

Sehr ele­gant ist die Anwen­dung des Pas­sah­lam­mes als ein „Vor­bild auf Chris­tus“ und besteht doch nicht aus blo­ßer Typo­lo­gie, son­dern eher in einem Fort­schrei­ten der Offen­ba­rung Got­tes: Das Oster­lamm zeugt von der glei­chen Wahr­heit, wie Chris­tus. Meli­to zieht dabei auch wei­te Krei­se aus ande­ren Tex­ten des Alten Tes­ta­men­tes, um die­se neue Rea­li­tät zu erklären.

In der Aus­ein­an­der­set­zung mit Mar­ci­on, ob das Alte Tes­ta­ment auch ein sakra­ler Text der Kir­che sei, war die­se Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Alten Tes­ta­ment nötig gewor­den und Meli­to meis­ter­te die­se Auf­ga­be. Doch über­zeugt euch selbst: Wei­ter­le­sen

Buchvorstellung: Als Oma ein Flüchtling war

Verena Klassen: Als Oma ein Flüchtling war

Mil­lio­nen Flücht­lin­ge sind zur­zeit unter­wegs. Das sind Zah­len, die man sich nicht vor­stel­len kann. Viel­leicht kennst du Flücht­lings­ge­schich­ten aus der Ver­gan­gen­heit, als dei­ne Vor­fah­ren betrof­fen waren. Viel­leicht, als dei­ne Oma ein Flücht­ling war. Aber auch das ist schon lan­ge her. Doch viel­leicht ste­hen gera­de jetzt Flücht­lin­ge vor dei­ner Tür, vor der Tür dei­ner Gemein­de oder in der Nach­bar­schaft. Und du stellst fest, das sind nicht ein­fach irgend­wel­che von die­sen Mil­lio­nen, son­dern Men­schen mit Namen, Cha­rak­ter und Her­zen so wie du. Das sind dei­ne Nächs­ten. Wei­ter­le­sen

Unterm Rad von Hermann Hesse
Eine Erzählung über ein vernachlässigtes Thema

Hermann Hesse auf suhrkamp.de„Unterm Rad“, einer frü­hen Erzäh­lung von Her­mann Hes­se ist es zu ver­dan­ken, dass ich ein wenn auch gespal­te­ner Fan von Hes­se bin.  Die Novel­le han­delt von Hans Gie­ben­rath, einem begab­ten Jugend­li­chen, der an den Ansprü­chen der Päd­ago­gik an ihn schließ­lich end­gül­tig schei­tert. Natür­lich ist hier auch eine Abrech­nung Hes­ses mit der preu­ßi­schen Inter­nats­kul­tur zu fin­den. Doch die­se loka­le Inter­pre­ta­ti­on hat den glo­ba­len Gedan­ken,  dass es eine DER Urängs­te des Men­schen ist, unter die Räder zu kom­men: Ob nun die Räder der Umstän­de, oder der eige­nen Ansprü­che, die Gefahr einer voll­stän­di­gen Kata­stro­phe beglei­tet den Men­schen bereits bei den ers­ten (erfolg­rei­chen?) Schrit­ten einer schu­li­schen Laufbahn.

Ich glau­be „Unterm Rad“ lie­fert eini­ge gute Ana­ly­sen dafür, dass z.B. auch wohl­wol­len­de Nächs­te, den schau­ri­gen, von Beginn vor­han­de­nen Pro­zess des Unter­ge­hens nicht wahr­neh­men kön­nen: Hans, als ein­zi­ger aus sei­ner Stadt, erreicht die Teil­nah­me an einem Lan­des­examen in Stutt­gart. Ent­spre­chend bekommt er zwar einer­seits Extra­un­ter­richt, aber auch Angel­ver­bot und eine Ein­schrän­kung des Umgangs mit sei­nen Freun­den. Jeder blick­te auf eine zukünf­ti­ge herr­li­che Kar­rie­re von Hans, aber nicht auf die ver­küm­mern­de See­le des Jun­gen. Ledig­lich der Schus­ter und pie­tis­ti­sche Stun­den­bru­der Flaig sieht mehr, gibt ande­re Rat­schlä­ge, schei­tert schließ­lich aber auch dar­an, den „Jun­gen zu ret­ten“ (Ver­glei­che dafür auch das aus­führ­li­che Zitat am Ende des Artikels).

Natür­lich zeigt Hes­se auch den Gegen­typ von Hans auf, in Form von Her­mann Heil­ner, dem Hans auf dem Inter­nat im Klos­ter Maul­bronn begeg­net, nach­dem er das Examen in Stutt­gart über­ra­schend gut bestan­den hat. Heil­ner ist wohl intel­li­gent und macht sich nichts aus der Schu­le und auch nichts dar­aus, dass er irgend­wann, nach einer uner­laub­ten Flucht, des Inter­nats ver­wie­sen wird. Doch hier ist ja nicht wirk­lich eine Lösung für das „Aus­har­ren im Räder­werk“ zu fin­den, son­dern eher ein Ent­zug, eine Flucht aus die­ser Räde­rung. Wei­ter­le­sen

Der jüdisch-amerikanische Radio-Moderator Dennis Prager über Evangelikale
Das Leseverhalten der Evangelikalen aus jüdischer Sicht

Den­nis Pra­ger ist in Ame­ri­ka schon jahr­zehn­te­lang als kon­ser­va­ti­ver und unge­wöhn­li­cher Radio­mo­de­ra­tor bekannt. Sei­ne Ana­ly­se des Lese­ver­hal­tens evan­ge­li­ka­ler Chris­ten dürf­te glo­bal ins Schwar­ze tref­fen. Ent­deckt, via Monergism:

„Eine Sache, die mir bei Evan­ge­li­ka­len auf­ge­fal­len ist, ist, dass sie nicht lesen. Sie lesen die Bibel nicht, sie lesen die gro­ßen christ­li­chen Den­ker nicht, sie haben noch nie von Aquin gehört. Wenn sie Pres­by­te­ria­ner sind, haben sie noch nie die Begrün­der des Pres­by­te­ria­nis­mus gele­sen. Das kann ich nicht ver­ste­hen. Als Jude ist das für mich ver­wir­rend. Das Gebot des Stu­di­ums ist im Juden­tum so tief ver­wur­zelt, dass wir uns in das Stu­di­um ver­tie­fen. Gott hat uns ein Gehirn gege­ben, sol­len wir es nicht in sei­nem Dienst ein­set­zen? Wenn ich das Haus eines evan­ge­li­ka­len Chris­ten betre­te und ins­ge­samt 30 Bücher sehe, die meis­ten davon Best­sel­ler, ver­ste­he ich das nicht. Ich habe Bücher­re­ga­le mit christ­li­chen Büchern, und ich bin Jude. War­um habe ich mehr christ­li­che Bücher als 98 % der Chris­ten in Ame­ri­ka? Das ist so selt­sam für mich.“

O‑Ton: Wei­ter­le­sen

Aus „Heaven on Earth“
Thomas Brooks über den Umgang mit Information

Thomas BrooksTho­mas Brooks gibt im Vor­wort sei­nes Buches über die Heils­ge­wiss­heit (Hier kos­ten­frei im Web) einen Rat­schlag, wie man wei­se mit Wis­sen, Infor­ma­ti­on, Büchern u.Ä. umge­hen kann:

„Ein Vater, der drei Söh­ne hat­te, woll­te sie auf ihre Ver­nunft prü­fen und gab jedem von ihnen einen Apfel, an dem ein Teil faul war. 

Der Erste aß sei­nen Apfel auf, mit allem, was faul war; 

Der Zwei­te warf alles weg, weil ein Teil davon faul war; 

Der Drit­te nahm das Fau­le her­aus und aß das, was gut war. 

Der Drit­te war der Wei­ses­te.

Die einen ver­schlin­gen in die­sen Tagen alles, das Fau­le und das Gute zusammen; 

Die ande­ren ver­wer­fen die gan­ze Wahr­heit, weil alles, was ihnen vor­ge­setzt wird, nicht die Wahr­heit ist; 

aber die Wei­ses­ten sind die, die das Gute zu wäh­len und das Böse abzu­leh­nen wis­sen… (Jes. 7,15.)“


Jes.7: 15 But­ter und Honig wird er essen, bis er weiß, Böses zu ver­wer­fen und Gutes zu erwählen.

 

Zitate aus De Dono Perseverantiae
Augustinus über die Gabe des Ausharrens bis zum Schluss

Lese­zeit: 31 Minuten

Ein Tag im Zeichen des Augustinus - einBLICK - Online-Magazin der Universität Würzburg

Das Werk Augus­tins De Dono Per­ser­van­tiae“ ist eigent­lich ein Brief Augus­tins an Hil­la­ri­us, und kann als zwei­tes Buch über die Vor­her­be­stim­mung ver­stan­den wer­den, denn es baut in wei­ten Tei­len dar­auf an. Inhalt­lich las­sen sich bei­de Wer­ke den­noch gut unab­hän­gig von ein­an­der lesen. Tat­säch­lich war die­ses Werk, eines der ers­ten von mir, dass ich von Augus­ti­nus gele­sen habe. Die prak­ti­schen Impli­ka­tio­nen aus der Über­le­gung, dass die Erret­tung eine Gna­den­ga­be Got­tes sind, sind bei Augus­ti­nus an der Fra­ge nach dem Aus­har­ren bis zum Schluss aus­ge­rich­tet. Eine Anwen­dung, wie man sie in der Refor­ma­ti­on vor allem für die Glau­bens­ge­wiss­heit gezo­gen hat, wird man aber nur ange­deu­tet fin­den. Auch die Fra­ge nach der Iden­ti­tät ist hier weni­ger vor­han­den, wenn auch Augus­ti­nus dar­auf in ande­ren Wer­ken eingeht.

Das Werk ist im Mit­tel­al­ter auch unter dem Titel “Die Vor­zü­ge  des Geschen­kes der Beharr­lich­keit” bekannt gewe­sen. Mir war es nicht mög­lich eine deut­sche Ver­si­on des Buches zu fin­den, so dass ich es auf Eng­lisch gele­sen habe. Eine dop­pel­te Über­set­zung will ich mei­den, und habe des­we­gen dies­mal die Zita­te auf Eng­lisch belas­sen. Ich ver­wei­se ger­ne auf deepl.

Im Grun­de genom­men habe ich beim Lesen immer wie­der ein Deja-Vu erlebt: „Ach Augus­ti­nus hat ja die­ses Bei­spiel auch schon erwähnt“, des­we­gen bespre­che ich die­ses Werk sehr aus­führ­lich mit sehr vie­len Zita­ten direkt und unge­kürzt aus dem Werk. Ent­spre­chend ver­su­che ich im Fol­gen­den über alle 69 Kapi­tel des Wer­kes einen Über­blick zu geben. Die eng­li­sche Über­set­zung des Wer­kes fin­det sich übri­gens auch kos­ten­frei im Web.

Zu Anfang sei­nes Wer­kes defi­niert Augus­ti­nus, dass er “nicht über Wor­te strei­ten möch­te”, aber er Aus­har­ren  als die Gabe defi­niert, im Glau­ben bis zum Schluß aus­zu­har­ren: “And the belie­ver of one year, or of a peri­od as much shor­ter as may be con­cei­ved of, if he has lived faith­ful­ly until he died, has rather had this per­se­ver­an­ce than the belie­ver of many years’ stan­ding, if a litt­le time befo­re his death he has fal­len away from the sted­fast­ness of his faith.” Wei­ter­le­sen