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Wie können wir denn lesen? — Folge 2

Harmonisierungen des Todes

Die­ser Arti­kel besitzt einen Vor­läu­fer. Lese hier.

Es sind der Pre­dig­ten unzäh­li­ge, die nach unab­än­der­li­chem Mus­ter ablau­fen: Aus­ge­hend von einem Text wie z.B. Joh.10, der über die Zuver­läs­sig­keit und Ver­trau­ens­wür­dig­keit des guten Hir­ten Jesus spricht, kon­zen­trier­te sich der Pre­di­ger die zwan­zig bis drei­ßig Minu­ten sei­ner Pre­digt nahe­zu aus­schließ­lich dar­auf, zu erläu­tern, dass die­se Ver­hei­ßung uns nicht leicht­fer­tig machen soll, es vor allem dar­um geh, den guten Hir­ten zu hören und mit ewi­ger Heils­ge­wiss­heit hat die­ser Text sowie­so erst ein­mal nichts zu tun. An die­ser Stel­le möch­te man jedes Mal fra­gen: Wie­so steht nicht genau das im Text. Was nützt das Gere­de vom Sko­pus, wenn er dich über­haupt nicht inter­es­siert? Wie­so sagt Jesus, oder zumin­dest die Apos­tel an einer ande­ren Stel­le, als Dis­kus­si­on die­ser Bege­ben­heit, etwas dar­über, dass die Zuhö­rer doch bit­te mit all die­sen Ver­hei­ßun­gen nicht über­trei­ben sol­len. Das man die­sen Text schnell miss­brau­chen kann und dass man jetzt unbe­dingt hin­zu­fü­gen muss, dass es vor allem dar­um geht, aus­zu­hal­ten (und eben nicht um die Ver­trau­ens­wür­dig­keit des Hir­ten).

Im Übri­gen, pas­siert das auf der ande­ren Sei­te des Spek­trums genau­so: Eher sel­te­ner pre­digt man über Tex­te, wie die berühm­te Stel­le in Hebrä­er 6. Aber jedes Mal, wenn sie genannt wird, ver­pass­te es bis­her kein Pre­di­ger, denn ich dazu (live) hören durf­te, anzu­mer­ken, dass es so „schlimm schon nicht sein wird“, und wir einen gnä­di­gen Gott haben, und die­ser Text womög­lich nicht unbe­dingt etwas in unse­re Krei­se sagt. Und ein end­gül­ti­ger Abfall jetzt so end­gül­tig womög­lich nicht ist. Und über­haupt, soll­ten wir uns alle nicht zu sehr beun­ru­hi­gen las­sen. Mei­ne Fra­ge wie­der: War­um nicht ein­fach von der end­gül­ti­gen Gefahr des Abfallens spre­chen, wie es der Text tut?

Bei­de obi­ge Bei­spie­le soll­ten zei­gen, dass es sich eben nicht um ein Cal­vi­nis­mus-Armi­nia­nis­mus-Pro­blem han­delt, denn bei­de Pro­ble­me habe ich sowohl im refor­mier­ten, wie im zeit­ge­nös­sisch evan­ge­li­ka­len Spek­trum beob­ach­tet: Kaum fin­det sich eine Trost­stel­le in der Bibel, kann man nicht mehr ernst genug über die Ver­ant­wor­tung spre­chen. Kaum fin­det sich eine mah­nen­de, gar dro­hen­de Stel­le, kann man nicht genug über die Gna­de Got­tes spre­chen. War­um kann man nicht ein­fach dar­über spre­chen, was im Text steht? Genau das mei­ne ich, wenn ich von den „Har­mo­ni­sie­rug­nen des Todes“ spre­chen möch­te. Also Erklä­run­gen, die den bibli­schen Text „deak­ti­vie­ren“, statt ihn zu „akti­vie­ren“. Spä­tes­tens, wenn man sich in die Lage eines ver­zwei­fel­ten, ver­ängs­tig­ten Zuhö­rers ver­setzt, der womög­lich unter völ­li­ger Ver­zweif­lung oder Ent­mu­ti­gung oder Ableh­nung lei­det: Wie viel könn­te man hier mit dem Ver­weis auf einen völ­lig zuver­läs­si­gen und mit­füh­len­den Hir­ten errei­chen? Und wie viel ver­passt man, weil man auch bei sol­chen Tex­ten nur bei der eige­nen Ver­ant­wor­tung bleibt? Abgrün­de tun sich hier auf, die einen erschau­dern las­sen. Wei­ter­le­sen

Wenn es nach dem Willen des Wolfes geht, so ist das Lamm im Unrecht“

Fabel von Wolf und Lämmlein

„Ein Wolf und Lämm­lein kamen von unge­fähr bei­de an einen Bach zu trin­ken. Der Wolf trank oben am Bach, das Lämm­lein aber fern unten. Da der Wolf des Lämm­leins gewahr ward, rief er zu ihm und sprach: War­um trü­best du mir das Was­ser, dass ich nicht trin­ken kann?“ Das Lämm­lein ant­wor­tet: „Wie kann ich dir das Was­ser trü­ben, trinkst du doch über mir und möch­test es mir wohl trü­ben?“ Der Wolf sprach: „Wie, fluchst du mir noch dazu?“ Das Lämm­lein ant­wor­tet: „Ich flu­che nicht.“ Der Wolf sprach: „Ja, dein Vater tat mir vor sechs Mon­den auch ein solch’s.“ Das Lämm­lein ant­wor­tet: „Bin ich doch dazu­mal nicht gebo­ren gewest, wie soll ich es mei­nem Vater ent­gel­ten?“ Der Wolf sprach: „So hast du mir aber mei­ne Wie­sen und Äcker abge­na­get und ver­der­bet.“ Das Lämm­lein ant­wor­tet: „Wie ist das mög­lich, habe ich doch (noch) gar kei­ne Zäh­ne?“ „Ei“, sprach der Wolf, „und wenn du gleich viel aus­re­den und schwät­zen kannst, will ich den­noch heu­te nicht ohne Fres­sen blei­ben.“ Und wür­get also das unschul­di­ge Lämm­lein und fraß es


Leh­re: Der Welt Lauf ist: Wer fromm sein will, der muss lei­den, sollt man eine Sache vom alten Zaun bre­chen. Denn Gewalt geht vor Recht. Wenn man dem Hun­de zu wil­len (ist), so hat er das Leder gefres­sen. Wenn es nach dem Wil­len des Wol­fes geht, so ist das Lamm im Unrecht“

Aus Mar­tin Luthers Fabeln.

Benjamin Breckinridge Warfield

A guide to his life and writings

Als John MacAr­thur gefragt wur­de, wel­che Bücher er auf eine ein­sa­me Insel mit­neh­men wür­de, lis­tet er als zwei­tes ein Buch von War­field auf: The Inspi­ra­ti­on and Aut­ho­ri­ty of the Bible. Wer sich auf der ande­ren Sei­te mit War­field wohl bekann­tes­tem Schü­ler, näm­lich J.Gresham Machen beschäf­tigt, wird eben­falls wis­sen, wie sehr sein Den­ken von War­field gezehrt hat. Ver­glei­che hier­für z.B. die Kurz­bio­gra­phie von Piper über Machen aus dem Jah­re 1993 (J. Gres­ham Machen’s Respon­se to Moder­nism). Somit war ein grund­le­gen­des Inter­es­se an den Schrif­ten War­fields gege­ben, doch bin ich an dem von MacAr­thur genann­ten Buch kläg­lich geschei­tert. Es war mir ein­fach zu schwer. Des­we­gen war ich sehr dank­bar für einen Gui­de, den ich in mei­ner Logos Biblio­thek gefun­den habe.   Nach einer kur­zen Bio­gra­phie, die an einen Wiki­pe­dia-Arti­kel erin­nert, fol­gen Sta­tio­nen des Lebens, Sozia­les Netz­werk (damit man weiß, mit wem sich War­field aus­ein­an­der­ge­setzt hat) und Ein­flüs­se auf sein Den­ken (Wer hät­te gedacht, dass nie­mand ande­res als Franz Delitzsch War­field aus­ge­bil­det hat). Im Übri­gen: Über Frame und Van Til sind es gera­de mal zwei Genera­tio­nen um zurück zu War­field zu kom­men, der bis zu sei­nem tode 1921 am Prince­ton Theo­lo­gi­cal Semi­na­ry unter­rich­tet hat und als der letz­te Prince­to­ni­an gilt. Wei­ter­le­sen

Die Messias-Sehnsucht des Karl May

Streifzüge durch ein globales Abenteuer

Was haben „der schö­ne Rhein“, Spa­ni­en, Chi­na, el Cha­co, der Bal­kan, Mexi­ko und die India­ner-Reser­va­te Nord­ame­ri­kas gemein­sam? In all die­sen Gegen­den spie­len die Aben­teu­er, die Karl May zu Papier brach­te. Die meis­ten die­ser Orte, mit Aus­nah­me „des schö­nen Rheins“ hat der Autor dabei ent­we­der gar nicht, oder erst nach Ver­öf­fent­li­chung sei­ner Wer­ke besucht.

Vor eini­gen Mona­ten hat­te ich die Mög­lich­keit gehabt, die 33Bde der Zür­cher Aus­ga­be sehr güns­tig zu erwer­ben und konn­te nicht wider­ste­hen. Kind­heits­er­in­ne­run­gen stie­gen hoch. So wag­te ich mich an drei Bän­de, die alle­samt in Süd­ame­ri­ka spie­len: Das Ver­mächt­nis des Inka, und der Dop­pel­band: Am Rio de la Pla­ta und In den Cor­dil­le­ren (Vie­le der Karl May Bän­de las­sen sich bei sternchenland.com kos­ten­frei als epub down­loa­den). In die­sen Drei Bän­den ist nicht mehr Old Schat­ter­hand oder Kara ben Nem­si der Held, son­dern ein gewis­ser Vater Jagu­ar, der aber den­noch sehr viel Ähn­lich­keit mit den bei­den erst­ge­nann­ten besitzt (und zudem, welch Zufall, eben­falls bür­ger­lich Karl heißt).

Ich will an die­ser Stel­le weder den Ein­falls­reich­tums Mays bespre­chen, der an zahl­rei­chen Stel­len an nahe­zu glei­che Tex­te zurück­greift und offen­sicht­lich Plot­vor­la­gen genutzt hat, die er ein­fach unter­schied­lich kom­bi­niert hat. Schaut man durch den gan­zen Kitsch und die Nost­al­gie durch, besticht die Mes­si­as-Sehn­sucht Karl Mays auf eine beson­ders zar­te Wei­se. Die­ser Mann wünscht sich so sehr einen, der das gan­ze Cha­os end­lich zur Ruhe bringt, der die Bösen in aller Ernst­haf­tig­keit in die Schran­ken weißt, der die Geset­zes­lo­sig­keit auf­hält und der bedin­gungs­los liebt. Um aus „das Ver­mächt­nis des Inka“ ein prä­gnan­tes Zitat zu wäh­len. Vater Jagu­ar muss mal wie­der einen Beglei­ter ret­ten, der sich durch eige­ne (wohl­ge­merkt!) Tor­heit in Gefan­gen­schaft und Todes­ge­fahr gebracht hat. Nun fin­det eine gefähr­li­che Ret­tungs­ak­ti­on statt:

„die bei­den andern ent­fern­ten sich, um in geduck­ter Hal­tung durch das Schilf zu schlei­chen So lan­ge es Sträu­cher gab, hin­ter denen sie Deckung fan­den, war dies nicht schwer; bald aber waren sie gezwun­gen, sich nie­der­zu­le­gen. Sie muß­ten sich dabei in acht neh­men, das Schilf nicht zu bewe­gen; die schar­fen Hal­me des­sel­ben schnit­ten ihnen in die Hän­de, was sie jedoch nicht beach­te­ten. Oft muß­ten sie, um das Ter­rain gut aus­zu­nut­zen, durch eine übel­rie­chen­de Lache krie­chen, deren Jau­che ihnen bis an die Ell­bo­gen reich­te; sie taten das ohne Zögern, da es sehr wahr­schein­lich ein oder gar zwei Men­schen­le­ben galt.“ Wei­ter­le­sen

„Lasset eure Bitte im Gebet vor Gott kundwerden“

Johann Christoph Blumhardt über das Gebet

In mei­ner Biblio­thek fin­det sich schon län­ger ein Band mit dem Titel „Seel­sor­ge“ vom bekann­ten Lie­der­dich­ter und Pfar­rer der würt­tem­ber­gi­schen Erwe­ckungs­be­we­gung Johann Chris­toph Blum­hardt. Tat­säch­lich habe ich mich bis­her gescheut zu die­sem Band zu grei­fen, weil ich eine „infla­tio­nä­re Ver­wen­dung schön­fär­be­ri­scher Adjek­ti­ve“, Sen­ti­men­ta­le Nost­al­gie oder über­schweng­li­che Begeis­te­rung fürch­te­te. Aber Blum­hardt redet Klar­text, ist super ver­ständ­lich und behält doch eine gewis­se Poe­sie in sei­nem Schreib­stil bei. Ein Aus­zug aus vie­len sehr guten Gedan­ken zum The­ma Gebet:

„Nun heißt es aber wei­ter: Las­set eure Bit­te im Gebet und Fle­hen mit Dank­sa­gung vor Gott kund­wer­den. Das ist ein schö­nes Wort. Es gibt oft Leu­te, die beten so, als ob der lie­be Gott doch nichts nach ihnen fra­ge und sie im Stich lie­ße, daher mögen sie kei­ne beson­de­ren Bit­ten mehr aus­spre­chen und noch viel weni­ger eine Dank­sa­gung kund­wer­den las­sen. Das ist aber eine böse Sache, wenn der Herr nie hören darf, Er habe einem auch schon viel Gutes getan und wun­der­bar gehol­fen. Wenn die Wohl­ta­ten Got­tes über­se­hen wer­den vor lau­ter Bit­ten und Seuf­zen und Schrei­en, so gefällt das dem Hei­land nicht. Es ist gera­de so, wie wenn jemand, dem ich schon oft gehol­fen habe, mich immer wie­der so ver­zwei­felt anbet­telt, als hät­te ich ihm noch nie etwas Gutes getan; das tut einem weh; und so dür­fen wir uns auch wohl des­sen dank­bar erin­nern, was der Herr uns schon Gutes getan hat. Unter dem Dan­ken wird es einem leicht, unter dem Dan­ken kann man erst recht bit­ten. Es gibt ein­fäl­ti­ge Leu­te, beson­ders Kin­der, an denen kann man viel ler­nen, wie man bit­ten und wie man dan­ken soll. Wenn die klei­nen Kin­der beten, da kön­nen sie im Augen­blick, wo sie anfan­gen, schon den­ken, der Hei­land sie, da, und wenn sie Ihm sagen: Bit­te, tue das! so wis­se Er es jetzt und habe es gehört und sind glück­se­lig. Ein Kind kann sich auch etwas abschla­gen las­sen und kommt das nächs­te Mal doch wie­der zum Vater und bit­tet und erwar­tet etwas vom Vater. Aber die gro­ßen Leu­te, die tun immer, als wenn der lie­be Gott doch nicht hör­te, sie glau­ben nicht, und dar­um kommt es auch nie zu einer Dank­sa­gung. War­um? Sie stel­len sich beim Beten nicht vor Got­tes Ange­sicht; der Hei­land ist ihnen nicht klar vor Augen, sonst müß­ten sie schon nach dem ers­ten Sätz­chen, nach der ers­ten Bite sich beru­higt füh­len, im Gedan­ken: ich habe mein Ange­lie­gen jetzt an den rech­ten Ort gelegt, jetzt wird der Hei­land die Sache in die Hand neh­men und für mich sor­gen.“


Aus J.C. Blum­hardt, Seel­sor­ge.

„Alle hoffen, dass der Teufel jenseits des Meeres ist und wir Gott in der Tasche haben“

Martin Luthers "Wider die Antinomer"

Book as Artifact, Artifact as Book: Part Four • Southwestern UniversityEigent­lich ist es eine logi­sche Schluss­fol­ge­rung von Luthers rigo­ro­ser Ver­tei­di­gung von sola fide und sola gra­tia, dass man den Sinn des Geset­zes völ­lig in Fra­ge stellt. So tat es auf jeden Fall auch Johan­nes Agri­co­la, ein luthe­ri­scher Theo­lo­ge, auf den Luther so vie­le Hoff­nun­gen setz­te, dass er ihn in sei­nem Heim in Wit­ten­berg ließ, und sich von ihm selbst für Pre­dig­ten und Vor­le­sun­gen ver­tre­ten ließ. Agri­co­la war nun der Ansicht, dass die Pre­digt des Geset­zes für Chris­ten unnö­tig ist, da man nun im neu­en Bund, näm­lich im Bund der Gna­de lebt. Ent­spre­chend gehö­ren das Gesetz Got­tes bzw. die Zehn Gebo­te aus der Kir­che (…) ver­sto­ßen und in das Rat­haus (…)ver­wie­sen;“

Wie aber soll­te die Pre­digt des Evan­ge­li­ums ohne Gesetz mög­lich sein? „Lie­ber Gott, kann man es denn nicht ertra­gen, dass die hei­li­ge Kir­che sich als Sün­de­rin erkennt, die an die Ver­ge­bung der Sün­den glaubt und dazu im Vater­un­ser um die Ver­ge­bung der Sün­den bit­tet? Woher weiß man aber, was Sün­de ist, wenn es das Gesetz und das Gewis­sen nicht gibt? Und woher will man ler­nen, was Chris­tus ist, was er getan hat für  uns, wenn wir nicht wis­sen sol­len, was das Gesetz ist, das er für uns erfüllt hat, oder was Sün­de ist, für die er an unse­rer Stel­le genug­ge­tan hat?“ Agri­co­las Vor­schlag das Evan­ge­li­um nur aus dem Trost der Tat Chris­ti zu pre­di­gen, lehnt Luther ent­schie­den ab.

Luther lis­tet auf, wie wich­tig das Gesetz für ein pro­tes­tan­ti­sches Pro­gramm der Bil­dung und Erzie­hung eines Chris­ten wich­tig ist, auch ver­wur­zelt im luthe­ri­schen Bekennt­nis: „Und es wun­dert mich sehr, wie man mir unter­stel­len kann, dass ich das Gesetz bzw. die Zehn Gebo­te ver­wer­fen woll­te, wo es doch von mir so vie­le Aus­le­gun­gen der Zehn Gebo­te und nicht nur eine gibt, die man in unse­ren Kir­chen auch täg­lich pre­digt und lehrt, ganz zu schwei­gen von der Con­fes­sio Augusta­na und der Apo­lo­gie und unse­ren ande­ren Büchern.“

Luther hält in sei­ner Schrift vehe­ment fest, dass er sowohl Gna­de, wie das Gesetz erhal­ten neben­ein­an­der und zusam­men erhal­ten möch­te:

Für Luther geht es dabei nicht um Details. Eine Ableh­nung des Geset­zes wäre Grund genug für ein Schis­ma: „Selbst wenn ich unter­stel­le, dass ich gelehrt oder gesagt hät­te, man soll­te das Gesetz nicht in der Kir­che leh­ren – obwohl doch alle mei­ne Schrif­ten es anders zei­gen und ich von Anfang an immer den Kate­chis­mus behan­delt habe –, soll­te man mir dar­um so stur anhän­gen? Oder soll­te man nicht mir selbst wider­spre­chen – da ich doch alle Zeit sehr anders gelehrt habe – und von mir selbst abfal­len, wie ich es mit der Leh­re des Paps­tes getan habe?“ Wei­ter­le­sen

„Der Fürst der Prediger“ in einer Biographie für Kinder und Teens

Ein Buch aus der Reihe "Glaubensvorbilder"

Der Lebens­lauf Spur­ge­ons wird regel­mä­ßig neu auf­ge­ar­bei­tet, was bei einem Pre­di­ger durch­aus über­ra­schend sein kann, da ein Pre­di­ger nun mal etwas nach­geht, dass jedem bekannt sein dürf­te, näm­lich der Pre­digt. Nichts im Ver­gleich zu den zahl­rei­chen Prü­fun­gen und Aben­teu­ern eines Mis­sio­nars, oder? Den­noch haben wir uns als Fami­lie an die­se Bio­gra­phie Spur­ge­ons in kinds­ge­rech­ter Spra­che gewagt und haben die Kapi­tel als mor­gend­li­che Früh­stücks­lek­tü­re genos­sen. Jedes der zehn Kapi­tel des Buches, das den ers­ten Band einer bereits vier­tei­li­gen Rei­he dar­stellt, liess sich dabei gut auf meis­tens zwei Lesun­gen auf­tei­len. Dadurch, dass gezielt Sta­tio­nen des Lebens Spur­ge­ons her­aus­ge­sucht wer­den (Bekeh­rung, ers­te Pre­digt, Hei­rat, Brand in der Music Hall etc…) wer­den die Kin­der nicht mit zahl­rei­chen Infor­ma­tio­nen über­häuft und kön­nen den­noch eine rote Linie in der Ent­wick­lung Spur­ge­ons ver­fol­gen.

Sehr posi­tiv her­aus­zu­he­ben ist, dass kei­ne Hagio­gra­phie betrie­ben wird, son­dern ein Mensch aus Fleisch und Blut dar­ge­stellt wird, der eben­falls mit Zwei­feln, Ver­un­si­che­run­gen und Anfäch­tun­gen kämpft. Dadurch lässt sich gut ver­mit­teln, dass hier ein Stück Heils­ge­chich­te statt­fin­det, da Gott eingreift,rettet und dafür einen Men­schen mit sei­nen Schwä­chen benutzt. Dadurch hilft die­se Bio­gra­phie uns, auch in unse­rer Zeit muti­ger auf die Gna­de und das Ein­grei­fen Got­tes zu hof­fen, Dass einer ein „Glau­bens­held“ wird, liegt nun mal nicht an irgend­wel­chen intrinsi­schen Qua­li­tä­ten, son­dern am Wir­ken Got­tes. Wei­ter­le­sen

Schwarzbrot für das Leben von O. Latzel

Eine Rezension von Henrik Mohn

Wer heu­te Schwarz­brot zum Früh­stück ver­speist, der setzt auf Rog­gen­voll­korn­brot, um eine soli­de Grund­la­ge für den Tag zu legen. Gera­de in der Ver­kün­di­gung des Evan­ge­li­ums betont die Bibel die Auf­nah­me fes­ter Kost. Olaf Lat­zel, Pfar­rer der Sankt Mar­ti­ni Gemein­de in Bre­men, gehört zu den Ver­kün­di­gern, des­sen Pre­dig­ten glau­bens­stär­kend und ‑fes­ti­gend sind, um in den Tur­bu­len­zen der Zeit klar an Got­tes Wort aus­ge­rich­tet zu wer­den.

Heut­zu­ta­ge ist man vie­ler­orts der irri­gen Ansicht, dass das kla­re Ver­kün­di­gen des Wor­tes Got­tes, die Kir­chen leert. Statt Bibel und Bekennt­nis, wird vie­ler­orts dem Trend ange­passt eine Bot­schaft wei­ter­ge­ge­ben, die aber wenig mit dem gemein hat, was die Bibel lehrt. Anders ist das im vor­lie­gen­den Schwarz­brot-Pre­digt­band. „Wo Lat­zel drauf­steht, steckt Klar­text für Jesus drin“.

wei­ter­le­sen auf lesendglauben.de

Handbook of Evangelical Theologians

ein ungewöhnliches Wörterbuch

Amazon.com: Handbook of Evangelical Theologians (9780801032127): Elwell,  Walter A.: BooksWas bedeu­tet eigent­lich „evan­ge­li­kal“? Hier ein­fach auf die (ehe­mals) ein­heit­li­che Hal­tung zur Unfehl­bar­keit der Hei­li­gen Schrift zu ver­wei­sen, trifft nicht zu, da auch Zeu­gen Jeho­vas und Adven­tis­ten in die­ser Hin­sicht „bibel­treu“ sind. Es gibt auch die Mög­lich­keit „Evan­ge­li­kal“ als Syn­onym für den gan­zen Pro­tes­tan­tis­mus zu sehen, so wie es immer­hin nie­mand Gerin­ge­res als der Oxfor­der His­to­ri­ker Diar­maid Mac­Culloch in sei­ner Refor­ma­ti­ons­ge­schich­te tut. Hier tut die Spra­che ihr Übri­ges. Evan­ge­lisch ist im Eng­li­schen bekannt­lich auch „evan­ge­li­cal“. Doch wäre der gro­ße Vor­sit­zen­de des Rates der EKD Herr Bed­ford-Strohm, so den­ke ich, alles ande­re als glück­lich dar­über, wenn man ihn als evan­ge­li­kal bezeich­nen wür­de.…

In Deutsch­land ver­bin­det man Evan­ge­li­ka­lis­mus wie­der­um häu­fig mit einer bap­tis­ti­schen Tauf­pra­xis, dass wie­der­um vor allem dem angel­säch­si­schen kon­ser­va­ti­ven Evan­ge­li­ka­lis­mus, ja selbst dem Fun­da­men­ta­lis­mus nicht gerecht wird, wenn man hier an die Bedeu­tung des Pres­by­te­ria­nis­mus denkt. Ist es viel­leicht das Fest­hal­ten an einem Kurz-Zeit-Crea­tio­nis­mus? Auch hier wür­de dann min­des­tens War­field, Packer und wahr­schein­lich auch Kel­ler aus dem Rah­men fal­len.

So muss auch Elwell, der Her­aus­ge­ber des Hand­books of Evan­ge­li­cal Theo­lo­gi­ans zuge­ben: „Was ist eigent­lich Evan­ge­li­ka­lis­mus? (…) Es soll­te kei­ne ein­fa­che ein­zel­ne auf die­se Ant­wort zu geben. Jeder scheint auf eine intui­ti­ve Wei­se zu wis­sen, was Evan­ge­li­ka­lis­mus bedeu­tet, doch wenn es dar­auf ankommt sei­ne Bedeu­tung nie­der­zu­schrei­ben, las­sen sich kei­ne zwei iden­ti­schen Defi­ni­tio­nen fin­den.“ Wei­ter­le­sen

Guter Start

Bibel lesen für Kinder ab 9 Jahren

Guter Start AboDurch einen Freund bin ich auf die­se Quar­tals­hef­te vom Bibellesebund(BLB) gesto­ßen. Es war genau das, was ich schon län­ger für unse­re ältes­te Toch­ter gesucht habe. Für jeden Tag fin­den sich dabei eine kur­ze Lesung eines Bibel­ab­schnitts. Dabei wagen sich die Autoren auch an her­aus­for­dern­de Tex­te, z.B. im aktu­el­len Heft an Hese­kiel. Gleich­zei­tig wer­den Kern­tex­te gewählt, mit denen bereits Kin­der klar kom­men. Unter jedem Text­ab­schnitt fin­det sich noch eine Auf­ga­be, eine kur­ze Erklä­rung und ein Impuls zum Nach­den­ken und. Manch­mal fin­den sich Ver­wei­se auf wei­te­re Aktio­nen, wie eine Chat-Mög­lich­keit, die Mög­lich­keit eine E‑mail zu schrei­ben und der Ver­weis auf wei­te­re erklä­ren­de Vide­os. Jede Lek­ti­on nimmt meist eine hal­be Sei­te ein und unse­re Toch­ter kann die­se in jeweils etwas mehr als 20 Minu­ten bear­bei­ten, eine idea­le Auf­nah­me­zeit. Sehr posi­tiv ist die Kon­zen­tra­ti­on auf den wirk­lich gele­se­nen Text zu unter­strei­chen. Gelo­ckert wird das Heft durch zahl­rei­che alters­ge­rech­te Illus­tra­tio­nen, eini­gen Rät­seln und einen Comic-Ein­sei­ter.

Der BLB führt eine kon­se­quen­te Illus­tra­ti­on durch sei­ne Wer­ke durch, das bedeu­tet, dass jedes Bibel­buch mit einem Logo ver­se­hen ist, dass sowohl auf dem Bibel-Grif­f­re­gis­ter, wie auch im Bibel­le­xi­kon iden­tisch ist. Ja selbst die gezeich­ne­ten Per­so­nen der Bibel wer­den kon­sis­tent wei­ter­ge­führt.

Ein Abo von 4 Hef­ten pro Jahr kos­tet 11,60Eur zzgl. Ver­sand. Mehr dazu hier.