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Ein kleines Jubiläum…

Etwas ver­spä­tet, aber bes­ser als nie:Ein Arti­kel zu einem mehr­fa­chen Jubi­lä­um mei­ner­seits für NIMM-LIES (7 Jah­re, 30-er Geburts­tag & 200-er Arti­kel). Ich möch­te der Fra­ge nach­ge­hen, wie mei­ne Bezie­hung zur (christ­li­chen) Lite­ra­tur ist.

Ausgangslage

Zunächst die Fra­ge: War­um lese ich? In den letz­ten Jah­ren, bin ich von einem rein prag­ma­ti­schen Lesen — Gott sei Dank- immer mehr, wenn auch nicht voll­stän­dig abge­kom­men. Damit mei­ne ich, dass man ein Buch nur ließt, weil gera­de eine The­men­vor­be­rei­tung für eine Bibel­stun­de ansteht, oder man Illus­tra­tio­nen für eine Pre­digt sucht. Immer mehr wird es zu mei­ner Moti­va­ti­on, den bibli­schen Text, oder sogar viel­mehr das Wesen und das Han­deln Got­tes bes­ser zu ver­ste­hen. Und es gibt hier vie­les, was mich irri­tiert, wo mich die Bibel voll­stän­dig über­for­dert, ja scho­ckiert, vie­les scheint super ver­wir­rend zu sein. Ich habe mich per­sön­lich auch bei zu vie­len ille­gi­ti­men Ver­kür­zun­gen im Zugang zum Wort Got­tes erwischt! Das Mot­to „die kon­ser­va­tivst-mög­lichs­te Aus­le­gung wird schon die ech­te sein“ ist ein­fach nicht aus­rei­chend und wird der Bibel nicht gerecht. Somit ergibt sich für mich auch die Lite­ra­tur­wahl: His­to­ri­sches Mate­ri­al, um das Ver­ständ­nis von 2000 Jah­ren Hei­li­gen­ge­schich­te auf­zu­neh­men, wird ergänzt durch Bibel­kun­de, Kom­men­ta­ren und auch sys­te­ma­ti­scher Theo­lo­gie. Was nicht sagen soll, dass ich nicht immer noch ger­ne mal zu einem Klas­si­ker säku­la­rer Lite­ra­tur grei­fe.

Entwicklung

Nur um ein Bei­spiel des­sen zu geben, was mich aktu­ell beschäf­tigt. Immer wie­der fällt es mir schwer das AT zum NT zusam­men­zu­brin­gen. War­um z.B. ist so wenig über das Ewi­ge Leben (und auch die Ewi­ge Ver­damm­nis) im AT zu fin­den. Hier fin­det ja ein schon kras­ser Umbruch im The­ma statt zwi­schen den bei­den Tei­len der Bibel. Auch in Fra­gen der Drei­ei­nig­keit und ihrer Offen­ba­rung im AT habe ich Ver­ständ­nis­pro­ble­me. Nun gibt es hier kei­ne ein­fa­che Abkür­zung. Man wird die Ant­wort nicht durch eine hal­be Stun­de Kon­kor­danz­blät­tern oder Bibel­soft­ware fin­den. Hier ist oft­mals guter Rat teu­er! Mit der Zeit schätzt man immer mehr die Lite­ra­tur­hin­wei­se in Büchern und refe­ren­ziert immer wei­te­re Krei­se um zu einer wirk­lich soli­den Ant­wort vor­zu­drin­gen. Vor allem aber ist man dank­bar für Men­schen, die mit einem guten Wink zur Sei­te ste­hen. Sol­che sind aber wirk­lich schwer auf­zu­fin­den, ich wür­de aktu­ell nur 4 Brü­der nen­nen kön­nen, auf deren Lite­ra­tur­hin­weis ich wirk­lich hören wür­de.

Folgen

Es ist zwar schwie­rig gewe­sen zu guten Ant­wor­ten vor­zu­drin­gen, aber nicht unmög­lich und oft­mals ging es leich­ter als ich dach­te. Ich weiß noch wel­cher Stein mir vom Her­zen fiel, als mir klar war, dass ich einen viel zu unbi­bli­schen Dua­lis­mus im Bezug auf den Men­schen ver­tre­te. Kaum war die­ses Hin­der­nis besei­tigt, wur­den aus vie­len Ver­sen, die ich bis­her als Ankla­ge sah, eine Ver­hei­ßung. Römer 8,1, ein Vers der mich bis­her zu tiefst anklag­te, — wann wan­del­te ich schließ­lich wirk­lich völ­lig nur geist­lich und nicht see­lisch — wur­de zu einer der kost­bars­ten Per­len im Trost­schatz der Bibel für mich!

Über­haupt ist die Ent­wick­lung vor allem eine eini­gen­de. Ich habe mich zu oft dabei erwischt, dass ich Gren­zen und Tren­nun­gen dort ansetz­te, wo kei­ne nötig waren, z.B. auch im Bezug des AT und NT zuein­an­der. Als die­se näher zusam­men­wuch­sen (in mei­nem Geis­te), wur­den vie­le dunk­le Stel­len viel kla­rer. Auch die Beschäf­ti­gung mit der Drei­ei­nig­keit, oder der völ­li­gen Mensch­heit und Gott­heit Jesu, brach­te an vie­len Stel­len Licht.

Kosten

Neben die­sen köst­li­chen Seg­nun­gen gilt es die Kos­ten zu über­schla­gen, und die­se sind zumin­dest für mich teu­er genug. Schon als Kind wur­de man als Bücher­wurm belä­chelt, heu­te ist es aber viel­mehr völ­li­ge Ver­ach­tung. Selbst die nächs­ten Ver­wand­ten schre­cken bereits vor dem Bücher­re­gal zurück, im Bes­ten Fall wird es als unnö­ti­ge Inves­ti­ti­on gewer­tet, im schlimms­ten Fall steht man immer ein biss­chen unter „Ket­zer­ver­dacht“. Im All­ge­mein gilt, dass eigent­lich in der Bibel alles klar sei, man ja nur die Auf­ga­be hät­te, das was man müss­te in die Tat umzu­set­zen, und unse­re „prak­ti­sche“ Zeit sowie­so kei­ne Theo­re­ti­ker braucht. Kurz: Wie man Bücher lesen kann, ohne als ein voll­stän­di­ger Idi­ot zu gel­ten, ist mir völ­lig unklar. Aber am Trau­rigs­ten ist eigent­lich vor allem, dass man kaum einen fin­det, mit dem man mal über das gele­se­ne reden und nach­den­ken kann. Der Prag­ma­tis­mus vor allem kon­ser­va­ti­ver Evan­ge­li­ka­ler belas­tet mich hier schon oft sehr. Ins­ge­samt ist es aber ein Preis, denn es sich zu zah­len lohnt. Neben die­sen äuße­ren Pro­ble­men liegt noch die inne­re Span­nung der Prio­ri­tä­ten (Fami­lie, Gemein­de, Nächs­ten­lie­be) vor. Hier ist Weis­heit nötig, die mir oft man­gelt. Neben die­sen Kos­ten gilt es natür­lich auch Zeit zu fin­den, was aber durch­aus posi­ti­ve Fol­gen hat, denn ich den­ke es ist es wert auf die ein oder ande­re Fete, auf den ein oder ande­ren Film oder eine ande­re Frei­zeit­be­schäf­ti­gung um eines Buches wil­len zu ver­zich­ten.

Gefahren

Ich erken­ne in mir die Gefahr, mich über die Gleich­gül­tig­keit ande­rer oft­mals in unnö­ti­gen Maße auf­zu­re­gen. Eine Lösung dafür habe ich noch nicht gefun­den.

Viel schlim­mer ist jedoch die Gefahr des Rela­ti­vis­mus. Man könn­te geneigt sein, dass Autor A die Posi­ti­on X ja ganz gut dar­stell­te, wäh­rend B die Posi­ti­on X völ­lig ent­ge­gen­ge­setzt schil­der­te, aber auch mit guten Argu­men­ten. Die Wahr­heit sei ent­spre­chend ent­we­der gar nicht oder irgend­wo in einer mys­ti­schen Mit­te, die aber nie zu tref­fen sei, zu fin­den. Dabei bin ich mir nicht sicher, ob der Scha­den hier vom vie­len Bücher­ma­chen her­rührt, oder von einer all­ge­mein sehr gleich­gül­ti­gen und oppor­tu­nis­ti­schen Hal­tung gegen­über Wahr­heit her­rührt.

Hier sehe ich auch den Anschluss­punkt zu mei­nem Aus­gangs­punkt. Jesus ist die Wahr­heit! Natür­lich wer­de ich Jesus nie ganz erfas­sen, und doch kann ich mehr von ihm ler­nen. Dabei wer­de ich und muss ich mich kor­ri­gie­ren las­sen, den ein wei­ter Blick zeigt mir eine neue Facet­te ein neu­es Detail die­ser Wahr­heit. Die alten Bekennt­nis­se haben die­ses Krei­sen um die Wahr­heit in Chris­tus immer wie­der wun­der­bar auf den Punkt gebracht.

Hier sehe ich auch mei­ne Mis­si­on in der Mit­ar­beit für NIMM-LIES: Auf Chris­tus hin­wei­sen, mei­ne Neu­ent­de­ckun­gen in sei­nem Wesen, sei­nem Han­deln, sei­nen Ämtern und sei­nem Rat­schluss hin­zu­wei­sen.

Einschätzung und Appell

Wenn ich auf mei­ne 200 Arti­kel zurück bli­cke, dann bin ich eher scho­ckiert davon, dass mir wirk­lich gute Rezen­sio­nen eher sel­ten gelan­gen. Ich hal­te mich für kei­nen guten Rezen­sen­ten, aber ich habe die Arbeit gemacht. Das sehe ich als Appell an unse­re Leser! Unter­stützt uns, schickt uns eure Rezen­sio­nen! Schreibt sel­ber wel­che bei Ama­zon! Je mehr gutes Mate­ri­al im Web, des­to bes­ser. Per­sön­lich aber pro­fi­tier­te ich sehr. Schrei­ben ist unglaub­lich för­der­lich. Gedan­ken auf Papier zu brin­gen, her­aus­for­dernd. Es erhöht die Selbst­kri­tik und den Blick auf die Sachen und hat schließ­lich den posi­ti­ven Effekt eines abschlie­ßen­den Buch­re­views.

 

 

 

 

 

 

Rahda-Station

Wertvoller Blog von wertvollen Botschaftern Christi!

Bildergebnis für albanien tirana

„Seit Okto­ber 2013 leben wir mit unsern drei Kin­dern in einer klei­nen Stadt im Nor­den von Alba­ni­en. Wir lei­ten ein Team, das sich zum Ziel gesetzt hat, in die­ser Stadt Gemein­de Jesu zu grün­den.  Was uns antreibt ist das, was Jesus sei­nen Jün­gern als Auf­trag hin­ter­las­sen hat:

 „Mir ist gege­ben alle Macht im Him­mel und auf der Erde. Dar­um geht zu allen Völ­kern und macht die Men­schen zu mei­nen Jün­gern.“ (Mat­thä­us 28,18 – 19)

Die­ser Auf­for­de­rung sind wir gefolgt, als wir uns auf den Weg gemacht haben. Und jeden Tag wol­len wir die­sen Auf­trag neu ins Auge fas­sen.

Neben die­sem über­ra­gen­den Anlie­gen, Gemein­de zu grün­den und Jün­ger zu machen, wol­len wir als Team den Men­schen natür­lich auch prak­tisch hel­fen.“ — Rahel und Dan­ny von Rah­da-Sta­ti­on

Das ist doch mal eine schö­ne Web­sei­te! Aber das Mate­ri­al hat mir viel mehr gefal­len. Wo fin­det sich sonst noch eine Web­sei­te, wel­che die mis­sio­na­ri­sche Arbeit einer Fami­lie, möch­te sagen Groß­fa­mi­lie, in Alba­ni­en schil­dert.

Da fin­den sich zunächst zahl­rei­che Pre­dig­ten von Dan­ny. Was hier beein­druckt ist der Wunsch am bibli­schen Text ent­lang zu pre­di­gen. Zudem schrei­ben in die­sem Blog bei­de im regel­mä­ßi­gem Abstand. Rahel bezeugt von sich selbst: „Ich bin ger­ne Mama. Den­noch hat mich bis­her auch nichts so sehr her­aus­ge­for­dert, wie die­se Tat­sa­che. Ich bin ger­ne Mama, nicht nur, weil ich mei­ne Kin­der über alles lie­be, son­dern auch, weil mich die­se täg­li­che Her­aus­for­de­rung näher zu Jesus bringt! Auch ist das Leben in einer frem­den Kul­tur nicht immer leicht und manch­mal feh­len mir mei­ne Fami­lie und mei­ne Freun­din­nen.“ Dabei lei­det Dan­ny an MS! Den­noch wagt die Fami­lie muti­ge Glau­bens­schrit­te. Das ist eine gro­ße Ermu­ti­gung auch für uns als Fami­lie, die wir auch das vier­te Kind erwar­ten. Wir leben zwar in einer christ­li­chen Sub­kul­tur, in der man nach außen hin „Ja zu Kin­dern“ sagt, aber die­se Offen­heit für eine Groß­fa­mi­lie vom eis­kal­ten Nomi­na­lis­mus geprägt ist. Lesens­wert ist auch die regel­mä­ßi­ge Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Islam, ein The­ma, das für uns in Deutsch­land nur an Bedeu­tung zuneh­men wird.

Vie­len Dank Dan­ny und Rahel, dass ihr Ein­blick in eure Arbeit und in eure Nach­fol­ge Chris­ti gewährt!

Eini­ge lesens­wer­te Arti­kel:

Calvins Urteile über Luther

Eine Ausarbeitung von Dr. Adolf Zahn

„Luther schreibt irgend­wo selbst über sich so: ob ich woll­te oder nicht woll­te, es zwan­gen mich mei­ne Fein­de, täg­lich wei­ser zu wer­den. Sehr wahr sagt er das. Wie ein Stein so haben sie sei­nen Geist geschärft. Noch ver­sun­ken in jenen tie­fen Fins­ter­nis­sen, von wel­chen fast der gan­ze Erd­kreis ver­schlun­gen war, als er einen Fun­ken aus enger Rit­ze her­vor­glän­zen sah, wag­te er es, ihm zu nahen.“ (Cal­vin an Pig­hi­us, S.5))

Neben all dem sorg­fäl­tig auf­be­rei­te­ten Mate­ri­al, dass Licht und Recht lie­fert, fin­det sich auch eine Aus­ar­bei­tung über Cal­vins Aus­sa­gen und Stel­lung­nah­men über Luther von Dr. A. Zahn. Aus die­sem Werk habe ich auch erfah­ren, dass Cal­vin tat­säch­lich einen Brief an Luther rich­te­te, mit der Bit­te fran­zö­si­cher Pfar­rer, bei einer Gewis­sens­ent­schei­dung zu ver­mit­teln. Immer wie­der über­rascht die hohe Ehr­er­bie­tung die Cal­vin gegen­über Luther bringt. Lei­der hat Luther jedoch die­sen Brief nie erhal­ten, da Cal­vin einen wei­te­ren an Melan­ch­ton mit der Bit­te rich­te­te, er möge ent­schei­den ob Luther gera­de für den Brief emp­fäng­lich sei. Wie zu erwar­ten, han­del­te Melan­ch­ton vor­sich­tig.

Über­schwäng­li­che „Luther­fans“ mein­ten „Luther „wäre der letz­te Eli­as, von dem Maleachi geweis­sagt habe, mit wel­cher Lüge man eben­so den Namen Luthers befleckt, wie die Ägyp­ter den Leich­nam und das Grab des Jere­mi­as durch ihre Anbe­tung. Gott kön­ne noch einen vor­treff­li­che­ren als Luther oder doch einen ihm glei­chen erwe­cken. Got­tes Schät­ze sei­en nicht in einer Per­son erschöpft, daß nicht ein Ähn­li­cher aus sei­nem uner­meß­li­chen und unbe­greif­li­chen Quell her­vor­ge­hen kön­ne.“ (S. 9)

Ins­ge­samt eine sehr aus­ge­wo­ge­ne und wohl­ge­son­ne­ne Sicht auf den Refor­ma­tor, selbst mit­ten im wüs­ten Abend­mahl­streit schreibt Cal­vin an Bul­lin­ger:

Ich wün­sche aber, daß Fol­gen­des Euch recht ein­leuch­te: Erst­lich, was Luther für ein gro­ßer Mann ist; wel­che außer­or­dent­li­che Gaben ihn aus­zeich­nen, und mit wel­cher See­len­kraft und Beharr­lich­keit, mit wel­cher Geschick­lich­keit er bis auf die­sen Tag durch sei­ne Leh­re so glück­lich gekämpft hat, um das Reich des Anti­christs zu stür­zen, und zugleich be-müht gewe­sen ist, die Leh­re des Heils zu ver­brei­ten. Ich habe schon oft gesagt, daß, wenn er mich auch einen Teu­fel schel­ten soll­te, ich ihn doch immer ehren­voll als einen außer­or­dent­li­chen Die­ner Got­tes aner­ken­nen wür­de, der frei­lich, so wie er mit außer­or­dent­li­chen Tugen­den begabt ist, auch gro­ße Feh­ler an sich trägt. (S. 13)

Ein klei­nes Werk, wel­ches ich ger­ne las und ein guter Bau­stein im Bereich Refor­ma­ti­ons­ge­schich­te ist. Kos­ten­frei und her­vor­ra­gend auf­ge­ar­bei­tet bei Licht und Recht. Eine gute Zusam­men­fas­sung der Bezie­hung Cal­vins über Luther lie­fert Han­ni­el Stre­bel.

Ver­glei­che auch die Brie­fe Mar­tin Luthers.

Alle meine Lieben – und mein „Liebstes“

Meine Bibelsoftware-Geschichte

Ein Gast­ar­ti­kel von Peter Eng­ler

Eigent­lich kom­me ich mehr von der ana­lo­gen Schie­ne her. Das gedruck­te Wort und der bestän­di­ge Umgang mit ihm sind mir sehr wich­tig. Den­noch habe ich Bibel­stu­di­um durch die Jah­re hin­durch auch digi­tal betrie­ben. Und ich habe die Logos Bible Soft­ware gekauft, um mei­ne digi­ta­len Bibel­stu­di­en zu ver­ein­heit­li­chen.

Aber ich stel­le fest: Sie sind immer noch da – die ande­ren Bibel­pro­gram­me, die sich im Lauf der Jah­re auf mei­ner Fest­plat­te ange­sam­melt haben. Eini­ge davon woll­te ich end­lich los­wer­den und löschen – konn­te mich  aber – aus Nost­al­gie- und ande­ren Grün­den – doch noch nicht so recht dazu durch­rin­gen.

Doch was unter­schei­det die­se Pro­gram­me von Logos? Und war­um kann ich pro­blem­los zuge­ben, dass Logos mit wei­tem Abstand vor allen die­sen Pro­gram­men liegt? Dazu hier etwas mehr. Doch der Rei­he nach – dabei das Neu­es­te zuerst: Wei­ter­le­sen

„Lerne Christus, und zwar den Gekreuzigten“

Einblicke in Luthers Briefe

Zahl­reich sind die Brie­fe Luthers, die zu einem beacht­li­chen Teil auch noch erhal­ten sind. Hier eini­ge Kost­pro­ben.

  • 8 April 1516 an Georg Spen­lein. Ein Trost­brief an einen Bru­der:

Daher, mein lie­ber Bru­der, ler­ne Chris­tus, und zwar den gekreu­zig­ten, ler­ne ihm zu sin­gen und an Dir selbst ver­zwei­felnd zu ihm zu spre­chen: Du, Herr Jesus, bist mei­ne Gerech­tig­keit, ich aber bin dei­ne­Sün­de; du hast das Mei­ne auf dich genom­men und mir das Dei­ne gege­ben; du hast ange­nom­men, was du nicht warst, und mir gege­ben, was ich nicht war. Hüte Dich, daß Du nie­mals nach einer so gro­ßen Rein­heit trach­test, daß Du Dir nicht als Sün­der erschei­nen oder gar kein Sün­der sein willst. Denn Chris­tus wohnt nur in Sün­dern.

 

  •  31. Okto­ber 1517 an Erz­bi­schof Albrecht von Mainz. Beküm­mert über den Zustand des Evan­ge­li­ums (Am sel­ben Tag wie der The­sen­an­schlag. Inhalt deu­tet Pro­gramm der Refor­ma­ti­on bereits an):

So sind auch die Wer­ke der Fröm­mig­keit und Nächs­ten­lie­be unend­lich viel bes­ser als der Ablaß. Und doch wer­den die­se weder mit gro­ßer Pracht noch mit so gro­ßem Eifer gepre­digt. Ja, sie müs­sen schwei­gen, damit der Ablaß gepre­digt wer­den kann, wäh­rend doch das aller Bischö­fe vor­nehm­lichs­tes und ein­zi­ges Amt sein soll­te, daß das Volk das Evan­ge­li­um und die Lie­be Chris­ti ler­ne. Denn nir­gend­wo hat Chris­tus befoh­len, den Ablaß zu pre­di­gen. Aber das Evan­ge­li­um zu pre­di­gen hat er nach­drück­lich befoh­len. Wie groß ist daher der Greu­el, wie groß die Gefahr für einen Bischof, der – wäh­rend das Evan­ge­li­um ver­stummt – nichts ande­res als das Ablaß­ge­schrei unter sein Volk zu brin­gen gestat­tet und sich um die­ses mehr als um das Evan­ge­li­um küm­mert!

 

  • Anfang Novem­ber 1517 an Kur­fürst Fried­rich den Wei­sen. Als Bett­ler um ein Gewand bit­tend (Luther leb­te vor allem bis zur Ehe­schlie­ßung äußerst arm­se­lig):

Gnä­digs­ter Herr und Fürst! Wie mir E.F.G. im vori­gen Jahr durch den Hirschfeld40 zusag­ten, ein neu Kleid zu geben, so kom­me ich nun und bit­te E.F.G., des­sel­ben ein­ge­denk zu sein …

 

  • 14 Dezem­ber 1518 an Johan­nes Reuch­lin. Dank­bar für das Werk, dass Gott wirkt (Reuch­lin ver­fass­te unter schwers­ten Wider­stän­den ein Lehr­buch für Hebrä­isch):

Das hat der Herr durch Dich gewirkt, daß die­ser Teu­fel unter den Sophis­ten end­lich ein­mal lernt, den rech­ten Stu­di­en der Theo­lo­gie behut­sa­mer und gelin­der zu wider­ste­hen, und Deutsch­land anfängt auf­zu­at­men, nach­dem die Leh­re der Schrift lei­der so vie­le Jahr­hun­der­te nicht bloß unter­drückt, son­dern viel­mehr aus­ge­löscht war. Die­ser Anfang in den so schö­nen Stu­di­en durf­te nicht durch einen Men­schen von gerin­gem Anse­hen gemacht wer­den.

 

  • Am 17. April 1521 an Johan­nes Cuspi­nia­nus. (Zwi­schen den bei­den Pro­zess­ta­gen vor dem Kai­ser und der end­gül­ti­gen Wei­ge­rung sei­ne Wer­ke zu wider­ru­fen):

Aber ich wer­de auch nicht einen Buch­sta­ben wider­ru­fen, wenn Chris­tus mir gnä­dig ist.

 

  • Am 28 April 1521 an Lukas Cra­nach. Ein Kom­men­tar über den Reichs­tag zu Worms:

Man hat sich mei­ner Ankunft zu Worms nicht ver­se­hen, und wie mir das Geleit gehal­ten ist, wis­set Ihr alle wohl aus dem Ver­bot, das mir ent­ge­gen kam. Ich mein­te, Kai­ser­li­che Majes­tät soll­te einen Dok­tor oder fünf­zig ver­sam­melt und den Mönch red­lich über­wun­den haben. So (aber) ist nicht mehr hier ver­han­delt wor­den als so viel: Sind die Bücher dein? Ja. Willst du sie wider­ru­fen oder nicht? Nein. So hebe dich (von dan­nen). O, wir blin­den Deut­schen, wie kin­disch han­deln wir und las­sen uns so jäm­mer­lich von den Roma­nis­ten äffen und nar­ren!

 

Alle Zita­te aus:
Mar­tin Luther: 1516. Mar­tin Luther: Gesam­mel­te Wer­ke, Ab  S. 7071
(vgl. Luther-W Bd. 10, S. 14) © Van­den­hoeck und Ruprecht
http://www.digitale-bibliothek.de/band63.htm

Lesen?

Lesen!

Lesen (Alltag aus christlicher Weltsicht, Band 3)Jeder, der etwas über das The­ma „Lesen“ ler­nen möch­te, hat man mit Han­ni­el Stre­bel einen geeig­ne­ten Lehr­meis­ter gefun­den. Bereits fast 700 Rezen­sio­nen fin­den sich von ihm auf Amazon.de, zumeist über Bücher! Ent­spre­chend pas­send wur­de nun in der Rei­he „All­tag aus christ­li­cher Welt­sicht“ das The­ma Lesen vom lang­jäh­ri­gen Blog­ger bespro­chen.  Nun, bereits der Unter­ti­tel ist Pro­gramm: Ist Lesen wirk­lich noch All­tag? Hat Lesen gegen die Dau­er-Berie­se­lung „beweg­li­cher Medi­en“ noch eine Chan­ce. Der Autor setzt dem ent­ge­gen, dass wir mehr­fach auf­ge­ru­fen wer­den, Gott auch mit dem Ver­stand zu lie­ben!

Ich gehe von einem per­sön­lich-unend­li­chen Gott aus. Das heißt: Er ist Per­son und sucht die Bezie­hung zu mir als Mensch. Und er ist gleich­zei­tig unend­lich erhaben.Unser Den­ken ist kein Selbst­zweck, son­dern Mit­tel, um Gott und Men­schen zu lie­ben. Gott mit dem Ver­stand zu lie­ben bedeu­tet, die Fül­le des von Gott geschenk­ten Reich­tums wahr­zu­neh­men und aus­zu­drü­cken. Eine wich­ti­ge Art um zu den­ken geschieht durch Lesen. Wer liest, muss den­ken. (Kap.2)

Dabei geht es nie dar­um, blo­ße Daten zu sam­meln, son­dern, wie es der Autor nennt, dar­um „ein Buch zu erobern“ und in „einem Buch leben“. Das erfor­dert Selbst­dis­zi­plin. Han­ni­el führt nun zahl­rei­che Hin­wei­se auf, wie er Zugän­ge auch zu schwie­ri­gen Wer­ken fin­det — so nimmt er z.B. zunächst Inhalts­ver­zeich­nis, Ein­lei­tung und Lite­ra­tur­ver­zeich­nis­se ins Blick­feld und beharrt kon­sis­tent an einem per­sön­li­chen Mar­kie­rungs­sys­tem. Noti­zen wer­den zen­tral in einem Notiz­block gesam­melt.

Ich tei­le die Mei­nung des Autors, dass auch Hören eine Art des Lesens dar­stellt. Hör­bü­cher bie­ten eine wun­der­ba­re Mög­lich­keit, sich z.B. beim Auto­fah­ren zu erbau­en. Durch E-Reader ergibt sich zu dem die Mög­lich­keit ent­we­der ver­güns­tigt oder gar voll­stän­dig kos­ten­frei an gute Lite­ra­tur zu gelan­gen. Ins­ge­samt wird klar: Lesen ist an vie­len Orten und mit unter­schied­lichs­ten Mit­teln mög­lich.

Nicht jedes Buch muss zu Ende gele­sen wer­den. Ich tei­le die Beob­ach­tung des Autors:

Eini­ge Bücher lese ich ohne bestimm­te zeit­li­che Vor­ga­ben. Nach einer gewis­sen Anzahl Sei­ten (oft­mals sind es 100 bis 150) lässt mein Inter­es­se plötz­lich nach. Ich ken­ne nur zwei Grün­de ein Buch ganz zu lesen: Ich will den gan­zen Inhalt unbe­dingt erfas­sen und/oder es packt mich ein­fach. Vie­le Auto­ren begin­nen sich zu wie­der­ho­len. Da muss ich nicht jede Wen­dung mit­ma­chen bis zum Ende.

Rezen­siert man ein gutes Werk pro­fi­tiert man auch als Leser dadurch, dass man gera­de­zu gezwun­gen ist, den Inhalt zu wie­der­ho­len.  — Liest man viel, drängt es sich bereits von allei­ne an, sich an ein Gesamt­werk zu wagen. Hier hat Han­ni­el hilf­rei­che Hin­wei­se gesam­melt:

Lies die 1 — 3 wich­tigs­ten Wer­ke jähr­lich. Besor­ge dir dafür jeweils ein neu­es Exem­plar, in dem du wich­ti­ge Erkennt­nis­se und Stel­len mar­kierst.

  1. Keh­re immer wie­der zu wich­ti­gen Pas­sa­gen zurück. Lies sie lang­sam, lies sie laut. Gehe dazu an schö­ne Orte, wo sich die Din­ge bes­ser ein­prä­gen.

  2. Lies alle Bio­gra­fi­en, derer du hab­haft wer­den kannst. Stel­le mit Infor­ma­tio­nen, die dir wich­tig erschei­nen, ein Doku­ment zusam­men, das du fort­lau­fend erwei­terst.

  3. Notie­re dir alle Namen, die sich mit der Per­son inten­siv aus­ein­an­der­ge­setzt haben. Suche nach Sekun­där­wer­ken und Arti­keln in Zeit­schrif­ten. Oft­mals sind sie irgend­wo online erhält­lich (archive.org).

  4. Samm­le Dis­ser­ta­tio­nen, die über die Jahr­zehn­te ent­stan­den sind. Eini­ge wirst du nur in Biblio­the­ken oder über die Biblio­the­ka­re bekom­men (die sie evtl. ein­ge­scannt haben).

  5. Lege dir eine Abla­ge mit Zita­ten an. Ver­giss nicht die genaue Quel­len­an­ga­be.

  6. Lege dir eine Abla­ge mit Ide­en für Auf­sät­ze an.

  7. Lege dir eine Lis­te mit inter­es­san­ten Aus­le­gun­gen von Bibel­stel­len an.

  8. Lege dir eine Lis­te mit umstrit­te­nen Thesen/Aussagen an. (…)

Fast auto­ma­tisch ent­steht neben­bei eine Biblio­thek. Klar ist, die Biblio­thek soll­te in die Brei­te (the­ma­tisch) gehen, aber auch in die Tie­fe. Nicht von allem etwas haben, son­dern wich­ti­ge Kern­punk­te, die man soli­de immer wei­ter aus­baut. Han­ni­el führt zahl­rei­che Auto­ren auf, die ihn per­sön­lich präg­ten.

Beson­ders dank­bar bin ich schließ­lich für das muti­ge und nöti­ge The­ma: „Die Bibel lesen“. Was für das Lesen von Lite­ra­tur gilt, gilt umso mehr für das Lesen der Bibel. Hier ist nicht nur Spaß ange­sagt, son­dern oft­mals har­te Arbeit! Kei­nes­falls soll­te man auf­hö­ren oder die Auf­ga­be an die Gemein­de dele­gie­ren.

Wozu sol­len wir die Bibel lesen? (…) Die pla­ka­ti­ve Ant­wort lau­tet: Ohne Erkennt­nis Got­tes ver­fällt eine Fami­lie.

Abge­schlos­sen wird das Werk mit zahl­rei­chen Hin­wei­sen wie man Kin­der (Jungs) an das The­ma Lesen her­an­führt

Dem Autor bin ich per­sön­lich zu Dank ver­pflich­tet, ermu­tig­te er mich doch viel­fach zum Lesen von anspruchs­vol­ler Lite­ra­tur! Das Buch ist für 3,99EUR als e-Book bei ceBooks.de erhält­lich und ist Teil eines Fünf­tei­lers: „All­tag aus christ­li­cher Welt­sicht“.

Auch lesens­wert: 10+1 Fra­gen an Han­ni­el Stre­bel.

 

 

Licht und Recht

Riesiges Archiv reformierter Literatur aus Deutschland

Bildergebnis für kohlbrüggeEher zufäl­lig bin ich über die­se wun­der­ba­re und lie­be­voll zusam­men­ge­stell­te Samm­lung an refor­mier­ter Lite­ra­tur aus deut­schen Krei­sen des 19ten Jahr­hun­derts gesto­ßen. Gibt es wirk­lich Zufäl­le, ich mei­ne natür­lich, dass Gott es so führ­te und mich reich beschenk­te mit die­sem guten Mate­ri­al! Andre­as Gram­lich, von dem auf Theo­Blog ein umfang­rei­ches Inter­view zu fin­den ist, sam­mel­te und berei­te­te Unmen­gen an hilf­rei­chem Mate­ri­al von H.F. Kohl­brüg­ge, Adolf Zahn, J. Wichel­haus, Edu­ard Böhl und vie­len wei­te­ren Refor­mier­ten Theo­lo­gen auf.

Eine klei­ne Aus­wahl:

Ich habe mich gleich ins Lesen gestürzt. Vor allem die Chris­to­lo­gie in Böhls Dog­ma­tik beein­druck­te mich sehr. Dar­über erfolgt hier dem­nächst ein eige­ner Bei­trag.

 

 

Chestertons Orthodoxie als Bilderbuch

Ein Werk Philipp Kellers

Ches­ter­tons Ortho­do­xie ist eine humor­vol­le, ja gera­de­zu fröh­li­che Abrech­nung mit dem Athe­is­mus, Ratio­na­lis­mus und sons­ti­gen Schreck­ge­spens­tern des frü­hen 20ten Jahr­hun­derts. Phil­ipp Kel­ler, der auf sei­ner Home­page vor allem mit einer scho­nungs­lo­sen Ana­ly­se über das The­ma Smart­pho­ne zu hören ließ, brach­te nun bereits vor eini­gen Jah­ren ein Bil­der­buch zu Ches­ter­tons Ortho­do­xie her­aus. Die zahl­rei­chen Bon-Mots Ches­ter­ton laden ja gera­de­zu ein, so such­te Phil­ipp Kel­ler sich 16 Zita­te aus, die er zudem mit Erklä­run­gen ver­sah. Neben einer ani­mier­ten Vari­an­te exis­tiert auch eine PDF-Ver­si­on zum frei­en Down­load.

Tipp: Die große Hörbibel

Gedanken über meine erste Hörbibel

Rich­tig auf­merk­sam wur­de ich auf die­se Hör­bi­bel­va­ri­an­te durch den ERF. Hier wird meis­tens der Bibel­text zu einer Pre­digt aus die­ser Hör­bi­bel vor­ge­tra­gen. Was soll ich sagen, die stän­dig wech­seln­de Red­ner­stim­men wecken einen immer wie­der zum Zuhö­ren auf. Das als leben­dig insze­nier­tes Hör­buch rea­li­sier­te Pro­jekt hat mir gleich zuge­sagt. Die Wahl der Luther 1984- Revi­si­on ist eben­falls sinn­voll und sagt mir als Luther-Bibel-Lieb­ha­ber sowie­so beson­ders zu.

Wie höre ich?

Nun, ich habe ange­fan­gen zur Arbeit zu radeln und habe so die Mög­lich­keit zum hören! Jeweils etwas mehr als 40 Minu­ten am Tag. Dadurch hört man in kür­zes­ter Zeit die Evan­ge­li­en durch. Das sehe ich als einen beson­de­ren Vor­teil, dass die­se Hör­bi­bel auf Kapi­tel und Vers­an­ga­ben ver­zich­tet, dadurch ist man gera­de­zu gezwun­gen die Bibel am Stück zu hören.

entsetzt und getröstet

Das zeig­te auch bald Frucht. Zunächst war ich neu ent­setzt über die unfass­bar har­ten Reden Jesu. Einer der stän­dig von Sün­de, Ver­der­ben und Höl­le sprach, der völ­lig erbar­mungs­los mit Heu­che­lei und Men­schen­furcht ins Gericht zog. Der zu einer bedin­gungs­lo­sen Nach­fol­ge auf­rief, der nicht Net­tig­keit und ein freund­li­ches Lächeln for­der­te, son­dern völ­li­ge Lie­be zu Gott. Ja, das Gesetz woll­te er nicht auf­lö­sen, son­dern erfül­len! Selbst zu sei­nen treus­ten Jün­gern rief er, dass sie ihm ein Ärger­nis sind, als es nötig wur­de! Wow, das gab mir viel zu den­ken.

Gleich­zei­tig aber auch die gro­ße Lie­be Chris­ti. Kein Fall zu hoff­nungs­los für ihn, lie­ber hun­ger­te er sel­ber, als dass er das Volk hun­gern ließ. Selbst der Klein­glau­be sei­ner Jün­ger hielt ihn nicht ab, Ihnen zu hel­fen. Und den Jai­rus beru­hig­te er, nicht auf die Umstän­de zu schau­en, son­dern ein­fach IHM zu ver­trau­en. Jeden ermu­tig­te er dazu, zu glau­ben und zu ver­trau­en, und er beherrsch­te jede Lage sou­ve­rän. Kein Dämon zu mäch­tig, kein Sturm zu stark, kein Sün­der zu hoff­nungs­los ver­lo­ren. Auf die Fra­ge: Wie kann ich wis­sen, ob Jesus mich anneh­men will, gibt es also nur eine Ant­wort: Fal­sche Fra­ge! Jesus nimmt jeden an, der zu ihm kommt!

Eine Mög­lich­keit rela­tiv kos­ten­güns­tig an die­ses Pro­dukt zu kom­men ist ein drei-mona­ti­ges Test-Abo bei Audi­ble. So muss man nicht ein­mal 15 EUR für die­ses hoch­wer­ti­ge Werk aus­ge­ben und behält es auch nach Kün­di­gung des Abos wei­ter­hin.

Ver­glei­che auch:

Vier Hör­bi­beln im Ver­gleich.

The Difficult Doctrine of the Love of God

Eine Betrachtung in vier Kapiteln

The Difficult Doctrine of the Love of God - Carson, D. A.Das war das ers­te Buch Car­sons was ich bis­her gele­sen habe und  es hat mich in mehr­fa­cher Hin­sicht von der Qua­li­tät Car­sons als Bibel­leh­rer über­zeugt. In vier Kapi­teln zeigt er eine hohe Qua­li­tät als Aus­le­ger auf, erhält den Lese­fluss durch eine kla­re Argu­men­ta­ti­on auf­recht, ver­knüpft auch (heu­te) kom­pli­ziert gewor­de­ne Dok­trin mit einer Lebens­nä­he und argu­men­tiert dabei immer mit einem gro­ßen Ver­ständ­nis für alter­na­ti­ve Ver­ständ­nis­se. Nicht umsonst führt zelt­ma­cher aus: Car­son ist unstrei­tig einer der füh­ren­den Theo­lo­gen unse­rer Zeit, sei­ne Repu­ta­ti­on her­aus­ra­gend. Sei­ne Bücher loh­nen sich, sein Leben ist mehr als nur ein Vor­bild.

Zunächst unter­schei­det Car­son zwi­schen fünf Arten über die Lie­be Got­tes zu reden:

  • die inner­tri­ni­tä­re Lie­be in Gott
  • die Lie­be in der Vor­se­hung zur Schöp­fung
  • Got­tes Erlö­ser­lie­be zu sei­ner gefal­le­nen Welt
  • Got­tes bestimm­te und effek­ti­ve Lie­be zu sei­nen Erwähl­ten
  • Got­tes Lie­be, die an Bedin­gun­gen geknüpft ist

Car­son führt  aus, dass die aus­schließ­li­che Fixie­rung auf eine die­ser Kom­po­nen­ten schäd­lich ist:

If the love of God is exclu­si­ve­ly por­tray­ed as an invi­ting, yearning, sin­ner-see­king, rather love­sick pas­si­on, we may streng­t­hen the hands of Armi­ni­ans, semi-Pel­agi­ans, Pel­agi­ans, and tho­se more inte­rested in God’s inner emo­tio­nal life than in his jus­ti­ce and glo­ry, but the cost will be mas­si­ve. The­re is some truth in this pic­tu­re of God, as we shall see, some glo­rious truth. (…)  If the love of God refers exclu­si­ve­ly to his love for the elect, it is easy to drift toward a simp­le and abso­lu­te bifur­ca­ti­on: God loves the elect and hates the repro­ba­te. Right­ly posi­tio­ned, the­re is truth in this asser­ti­on; strip­ped of com­ple­men­ta­ry bibli­cal truths, that same asser­ti­on has engen­de­red hyper-Cal­vi­nism. I use the term advi­sed­ly, refer­ring to groups wit­hin the Refor­med tra­di­ti­on that have for­bid­den the free offer of the Gos­pel. (…)  If the love of God is con­strued ent­i­re­ly wit­hin the kind of dis-cour­se that ties God’s love to our obedience (e.g., “Keep your­sel­ves in the love of God”), the dan­gers threa­ten­ing us chan­ge once again. True, in a church cha­rac­te­ri­zed rather more by per­so­nal pre­fe­rence and anti­no­mia­nism than god­ly fear of the Lord, such pas­sa­ges surely have some­thing to say to us. But divorced from com­ple­men­ta­ry bibli­cal utter­an­ces about the love of God, such texts may dri­ve us back­ward toward merit theo­lo­gy, end­less fret­ting about whe­ther or not we have been good enough today to enjoy the love of God — to be free from all the par­o­xysms of guilt from which the cross alo­ne may free us. (S.21 f). In short, we need  all  of what Scrip­tu­re says on this sub­ject, or the doc­tri­nal and pas­to­ral rami­fi­ca­ti­ons will pro­ve dis­astrous.

Spä­ter räumt Car­son mit dem Vor­ur­teil auf, man kön­ne einem bes­se­ren Ver­ständ­nis der Lie­be Got­tes durch eine Simp­le Wort­stu­die näher kom­men. Wer hat das schon nicht mal gehört, die übli­che drei­tei­lung: Eros, Aga­pe und Phi­leo. Dabei über­baut man Aga­pe mit der Bedeu­tung einer „über­mensch­li­chen gött­li­chen Lie­be“, obwohl aga­pe auch ver­wen­det wird, um die schänd­li­che Lie­be Amnons zu Tha­mar zu beschrei­ben ( LXX 2 Sa  13,14) , die Lie­be des  Vaters zum Soh­ne aber auch mit phi­leo (Joh 5,20).   Wie­der­um wird aga­pe ver­wen­det, als Pau­lus schreibt, dass Demas die Welt lieb gewon­nen hat. Car­son geht sogar der his­to­ri­schen Ent­wick­lung die­ser Hal­tung nach und ent­deckt, dass die­se Fixie­rung auf den Ratio­na­lis­mus zurück­führt, der kei­ner­lei Emo­tio­nen in Gott dul­den woll­te. Dabei haben Chris­ten immer wie­der auch betont, dass Gott „lei­den­schafts­los“ ist, eine gute und wei­ße Dif­fe­ren­zie­rung ist nötig, um hier Waa­ge zu hal­ten: Wei­ter­le­sen