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Fragen über das Woher und das Wohin

Interview mit Dr Markus Widenmeyer

Woher, wozu und wohin gehö­ren zu den drei gro­ßen Fra­gen des Lebens. Chris­ten geben dar­auf ande­re Ant­wor­ten als Athe­is­ten. Dr. Mar­kus Widen­mey­er, Mit­ar­bei­ter in der Zen­tra­len For­schung eines Tech­no­lo­gie­kon­zerns und ehren­amt­lich für die Stu­di­en­ge­mein­schaft Wort und Wis­sen tätig, ist ein Ver­tre­ter des Krea­tio­nis­mus. Trotz sei­nes vol­len Ter­min­ka­len­ders hat er sich Zeit genom­men, um sich den Fra­gen der christ­li­chen Lite­ra­tur­blogs NIMM-LIES.de und lesendglauben.de (hier wei­te­re Inter­views von lesend­glau­ben) zu stel­len. Aber, lesen Sie selbst, wel­che Ant­wor­ten der Autor meh­re­re Bücher zu die­sem The­men­kom­plex gibt.

  1. Vor weni­gen Wochen haben Dr. Rein­hard Jun­ker und Sie das Buch „Schöp­fung ohne Schöp­fer“ her­aus­ge­ge­ben. Dort schrei­ben Sie bei­de, dass die Arbeit eines christ­li­chen Wis­sen­schaft­lers mit der eines Kri­mi­nal­kom­mis­sars ver­gleich­bar ist. Was genau möch­ten Sie damit zum Aus­druck bringen? 

MW: Ech­te Wis­sen­schaft besteht wie die Arbeit eines Kri­mi­nal­kom­mis­sars dar­in, dass man wirk­lich die Wahr­heit sucht. Das bedeu­tet Ergeb­nis­of­fen­heit und daher Ermit­teln nach allen Rich­tun­gen. In Ursprungs­fra­gen: Man soll­te unvor­ein­ge­nom­men zur Kennt­nis neh­men, was natür­li­che Pro­zes­se nach­weis­lich zustan­de brin­gen. Man soll­te aber genau­so unvor­ein­ge­nom­men akzep­tie­ren, wenn es sys­te­ma­ti­sche Gren­zen gibt und dann Schöp­fung die bes­se­re Erklä­rung für das Leben sein könnte.

  1. Sie spre­chen davon, dass die Welt­an­schau­ung des Natu­ra­lis­mus den welt­an­schau­li­chen Hin­ter­grund der Arbeits­wei­se der insti­tu­tio­na­li­sier­ten Wis­sen­schaf­ten domi­niert. Kön­nen Sie die­se Welt­an­schau­ung kurz darstellen? 

MW: Es ist die Ansicht, dass es nur natür­li­che, letzt­lich wis­sen­schaft­lich beschreib­ba­re Pro­zes­se gibt. Alles Über­na­tür­li­che wird von vorn­her­ein abge­lehnt. Die Ergeb­nis­of­fen­heit z.B. bezüg­lich der Fra­ge nach dem Ursprung des Lebens, des Uni­ver­sums oder auch der Mög­lich­keit von Wun­dern oder Pro­phe­tie ist dann nicht mehr gegeben.

  1. Inwie­weit unter­schei­det sich die Arbeit der Stu­di­en­ge­mein­schaft Wort und Wis­sen von die­sem Forschungsansatz? 

Wei­ter­le­sen

Literaturhinweise auf Lesendglauben

Fünf Rezensionen von Henrik Mohn

Hen­rik Mohn von lesendglauben.de hat eine Men­ge lesens­wer­ter neu auf­ge­leg­ter Bücher bespro­chen. Eine Auswahl:

Geisler, Zukeran: Wie kann ich meinen Glauben verteidigen?

Das Autoren­duo legt eine Arbeit vor, die sich mit dem apo­lo­ge­ti­schen Metho­den Jesu Chris­ti beschäf­tigt und stellt damit den Ver­such dar, eine Lücke im Bereich der Apo­lo­ge­tik zu schlie­ßen. „Über­all demons­triert Jesus, dass er bereit ist, jedem auf­rich­tig Suchen­den Bewei­se zu lie­fern für das, was er lehr­te“. Die ins­ge­samt zwölf Kapi­tel rich­ten ihren Blick auf das Han­deln Jesus und set­zen dabei die Bril­le eines Apo­lo­ge­ten auf. Bei all den Grün­den und Aus­füh­run­gen ist sich das Autoren­duo aber fol­gen­der Tat­sa­che bewusst: „Apo­lo­ge­ti­sche Bewei­se sind ent­schei­dend für den Glau­ben, dass Chris­tus der Sohn Got­tes ist. Aber der Hei­li­ge Geist ist unver­zicht­bar für einen Glau­ben an Chris­tus als den Sohn Got­tes. Apo­lo­ge­tik kann intel­lek­tu­el­le Zustim­mung her­bei­füh­ren, aber nur der Hei­li­ge Geist kann das Herz ver­än­dern“. Mehr…

Coyle: Sie ist in Pornographie verstrickt

Bil­der mit sexu­el­lem Inhalt haben Hoch­kon­junk­tur. Bil­dungs­plä­ne möch­ten mög­lichst früh Kin­der­her­zen mit Sexua­li­tät kon­fron­tie­ren. Por­no­gra­fie ist der bei­spiel­lo­se Aus­druck unse­rer deka­den­ten Epo­che. Doch längst ist die Unzucht vor dem Bild­schirm kei­ne rei­ne Män­ner­do­mä­ne mehr. In „Sie ist in Por­no­gra­fie ver­strickt“ blickt Autorin Rachel Coyle auf das Tabu­the­ma. Mehr…

Barber et al: Könige — Menschen der Bibel

Der vor­lie­gen­de 12-Wochen-Stu­di­en­kurs ent­stammt dem evan­ge­li­ka­len Ver­lag riga­tio, der sich zum Ziel gesetzt hat, Mate­ri­al zum Selbst- und Grup­pen­stu­di­um her­aus­zu­ge­ben. Das Anlie­gen des Kur­ses ist es dem ähn­lich zu wer­den, dem wir fol­gen. Anhand unter­schied­li­cher Köni­ge im Alten Tes­ta­ment ver­deut­licht das Autoren­trio, wor­auf es bei ech­ter Nach­fol­ge ankommt. „Füh­rer­schaft ist die Kraft von Ein­fluss“. Mehr…

Boston: Die Notwendigkeit der Buße

Der Autor, Tho­mas Bos­ton, ist außer­halb der eng­lisch­spra­chi­gen Welt eher weni­ger bekannt. Doch mitt­ler­wei­le wer­den sei­ne Schrif­ten auch im deutsch­spra­chi­gen Raum publi­ziert. Bos­ton gilt als ein Ver­fech­ter der puri­ta­ni­schen Theo­lo­gie und legt beson­ders Wert auf Fröm­mig­keit. Dabei ringt er in sei­nen Aus­füh­run­gen um die rei­ne bibli­sche Leh­re. J. I. Packer meint, dass sei­ne Wer­ke einer theo­lo­gi­schen Zusam­men­fas­sung des Puri­ta­nis­mus glei­chen. „Wer die puri­ta­ni­sche Theo­lo­gie ver­ste­hen will, muss somit Bos­ton lesen“. Mehr…

Bonhoeffer: Schöpfung und Fall

Das Buch „Schöp­fung und Fall“ stellt den Druck einer Vor­le­sung dar, die Bon­hoef­fer im Win­ter­se­mes­ter 193233 an der Ber­li­ner Uni­ver­si­tät hielt. Bon­hoef­fer sel­ber ist der soge­nann­ten dia­lek­ti­schen Theo­lo­gie zuzu­ord­nen, „die in Anknüp­fung an die refor­ma­to­ri­sche Theo­lo­gie als Theo­lo­gie des Wor­tes die Bibel zur Grund­la­ge ihrer Über­le­gun­gen gemacht hat“. In sei­nen Aus­füh­run­gen wagt es Bon­hoef­fer, die „exege­ti­sche und sys­te­ma­ti­sche Schul­tra­di­ti­on sei­ner Zeit hin­ter sich zu las­sen und die Bibel unmit­tel­bar nach Ant­wor­ten auf die bren­nen­den Pro­ble­me der Gegen­wart zu befra­gen“. Es sei erwähnt, dass Bon­hoef­fer die Ergeb­nis­se der his­to­risch-kri­ti­schen Exege­se nicht pau­schal ablehnt, doch bleibt er nicht bei der phi­lo­lo­gi­schen und his­to­ri­schen Aus­le­gung ste­hen, „son­dern fragt, was die Bibel­tex­te für den heu­te geleb­ten Glau­ben in sei­nen unter­schied­li­chen Bezü­gen zu sagen haben“. Mehr…

 

„Der Gott des Alten Testaments ist der gleiche wie der Gott des Neuen Testaments“

Ein Interview mit T. Desmond Alexander

Dr T Desmond Alexander - Union Theological CollegeDr. T. Des­mond Alex­an­der ist wohl der Exper­te für das Alte Tes­ta­ment schlecht­hin. Er ist Aut­hor und Her­aus­ge­ber von Enzy­klo­pä­dien zum Pen­ta­teuch und zur Bibli­schen Theo­lo­gie, schrieb Kom­men­ta­re zum Buch Jona und zum zwei­ten Buch Mose (Wis­sen­schaft­lich und Pas­to­ral). Neben the­ma­ti­schen Stu­di­en zum Neu­en und Alten Tes­ta­ment ist vor allem sei­ne Ein­füh­rung zum Pen­ta­teuch beson­ders  (zur Buch­be­spre­chung) her­vor­zu­he­ben.

S.P.: Dr. Alex­an­der, vie­len Dank dafür, dass Sie sich Zeit für unse­re Fra­gen neh­men.    Woher kommt Ihre Lei­den­schaft für das Alte Testament?

T.D.A.: Mei­ne Lei­den­schaft für das Alte Tes­ta­ment fing an, als ich im Grund­stu­di­um semi­ti­sche Spra­chen an der Queens Uni­ver­si­ty in Bel­fast stu­diert habe. Ich soll­te dabei erwäh­nen, dass ich als Teen­ager zum per­sön­li­chen Glau­ben an Jesus Chris­tus gekom­men bin. Zu die­sem Zeit­punkt fühl­te ich eine Beru­fung zum christ­li­chen Dienst. Durch eine unge­wöhn­li­che Rei­he an Ereig­nis­sen brach­te mich Gott in Kon­takt mit einer Grup­pe von christ­li­chen Uni­ver­si­täts­do­zen­ten: David Pay­ne, Gor­don Wen­ham und David Goo­ding. Alle stamm­ten aus Eng­land, unter­rich­te­ten jedoch in Nord-Irland. Damals waren wir gera­de mal drei Stu­die­ren­de im Kurs und so besaß ich bei­na­he eine per­sön­li­che eins zu eins Aus­bil­dung. Es mag selt­sam klin­gen, doch Gor­don Wen­hams Kom­men­tar zum drit­ten Buch Mose öff­ne­te mei­ne Augen dafür, das Alte Tes­ta­ment auf neue Wei­se zu lesen. Ich bekam dann die Mög­lich­keit mei­ne Dok­tor­ar­beit bei Gor­don Wen­ham und spä­ter bei David Pay­ne zu schrei­ben. Die Vor­se­hung führ­te dahin, dass ich Semi­tis­tik an der Queens Uni­ver­si­ty unter­rich­te­te. Das gab mir wei­te­re Mög­lich­kei­ten mich auf das Alte Tes­ta­ment zu kon­zen­trie­ren, obwohl ich immer wie­der auch die Mög­lich­keit besaß, das Neue Tes­ta­ment zu leh­ren. Rück­bli­ckend kann ich erken­nen, dass Gott den Weg für mich öff­ne­te, Theo­lo­gie zu unter­rich­ten und mir so Mög­lich­kei­ten eröff­ne­te das Alte Tes­ta­ment zu erfor­schen und dar­über zu schreiben.

S.P: War­um ist das Alte Tes­ta­ment in unse­rer Gesell­schaft der­art irrele­vant? Wie könn­te man das ändern?

T.D.A.: Unglück­li­cher­wei­se wird der ers­te Teil der Bibel als das Alte Tes­ta­ment bezeich­net. Unse­re mensch­li­che Ten­denz ist es, sich an dem zu ori­en­tie­ren was neu ist und es in irgend­ei­ner Wei­se als über­le­gen zu betrach­ten. Inner­halb der moder­nen Kir­che betrach­ten die meis­ten Gläu­bi­gen das Neue Tes­ta­ment für wich­ti­ger und rele­van­ter als das Alte Tes­ta­ment. Das führ­te zu einer Ver­nach­läs­si­gung des Alten Tes­ta­ments und zu einem Man­gel des Ver­ständ­nis­ses dafür, wie es zu einem grö­ße­ren Ver­ständ­nis von Got­tes Anlie­gen für die Welt und für unser indi­vi­du­el­les Leben dient. Es lohnt sich dar­über nach­zu­den­ken, dass die Gläu­bi­gen zur Zeit des Neu­en Tes­ta­ments die Schrif­ten der hebräi­schen Bibel als auto­ri­ta­tiv betrach­te­ten. Sie blick­ten in sie hin­ein, um zu ver­ste­hen, wer Jesus Chris­tus ist und wie Gott mit sei­nem Volk han­delt. Weder Jesus noch einer sei­ner Jün­ger ver­warf das Alte Tes­ta­ment als unbe­deu­tend. Im Gegen­teil, sie betrach­te­ten es als unaus­ge­spro­chen wich­tig. Es ist unmög­lich das Neue Tes­ta­ment mit all sei­nen Zita­ten, Anspie­lun­gen und Echos an das Alte Tes­ta­ment zu ver­ste­hen, ohne ein Ver­ständ­nis der Hebräi­schen Bibel zu besit­zen. Lei­der sind wir durch die Ver­nach­läs­si­gung des Alten Tes­ta­ments in einem Teu­fels­kreis gera­ten. Chris­ten ori­en­tie­ren sich zum Neu­en Tes­ta­ment hin und ver­pas­sen so die Reich­tü­mer, die sich im Alten Tes­ta­ment fin­den las­sen. Die ein­zi­ge Lösung besteht im soli­den Leh­ren, dass das Alte Tes­ta­ment beleuch­tet und sei­ne Rele­vanz für das Leben der Chris­ten heu­te erör­tert. Wir müs­sen die Bibel als Gan­zes anneh­men, und erken­nen, wie die Sto­ry des Alten Tes­ta­ments in die Sto­ry des Neu­en Tes­ta­ments hin­ein­fließt und so ein vol­le­res Bild Got­tes und sei­ner Hand­lun­gen in unse­rer Welt gibt. Wei­ter­le­sen

Sehnsucht nach Pastor Latzel

Mal wie­der war es Vik­tor von Chris­tus­al­lein der hier der aus­lö­sen­de Trig­ger war. Er hat mich auf eine Pre­digt von Lat­zel auf­merk­sam gemacht (und was für eine, höre hier). Bis dahin habe ich wei­test­ge­hend nur ame­ri­ka­ni­sche Pre­dig­ten ange­hört (vor­nehm­lich Tim Kel­ler, sie­he hier für mei­ne Lieb­lings­aus­wahl an Kel­lers Pre­dig­ten), und woll­te vor allem des­we­gen etwas dar­an ändern, damit wir als Fami­lie auch gemein­sam Pre­dig­ten hören können.

Mir ist es wich­tig, bei so etwas Kon­ti­nui­tät zu besit­zen und ich habe nur weni­ge Pre­di­ger auf mei­ner Lis­te, dafür die­se dann mög­lichst umfas­send. Olaf Lat­zel  haben wir gleich ger­ne ange­hört und es war das gege­ben, was mir wich­tig ist: Refor­mier­te Leh­re, ein­fa­che und ver­ständ­li­che Ver­kün­di­gung, sowohl Gemein­de wie Welt­men­schen im Blick.

Schon bald wur­de Lat­zel zum Haus und Hof-Pre­di­ger, als im ers­ten Coro­na-Lock­down kei­ne Got­tes­diens­te mög­lich waren. Ein Höhe­punkt dabei war auch das digi­ta­le Abend­mahl irgend­wann im April 2020. Auf jeden Fall haben wir sehr pro­fi­tiert, nicht nur von den Pre­dig­ten Lat­zels, son­dern auch von denen von Koch, Bier­baum und den ande­ren Pre­di­gern der Mar­ti­ni-Gemein­de. Wei­ter­le­sen

„Bedingter Gehorsam? Unbedingt“

Ein herausfordernder Artikel in Fest und Treu

In der aktu­ells­ten Fest und Treu (Aus­ga­be 173, soweit ich ver­ste­he, noch nicht digi­tal erhält­lich) ist ein äußerst her­aus­for­dern­der „Kom­men­tar zur aktu­el­len Debat­te um das Ver­hält­nis von Christ und Staat“ von Fürch­te­gott Christ­lieb (Pseud­onym) erschienen.

Das durch füh­ren­de Grö­ßen in der Brü­der­be­we­gung vor allem durch den Kanal der KfG immer wie­der und aktu­ell ver­stärkt dar­auf hin­ge­wie­sen wird, dass man dem Staat unbe­dingt gehor­sam sein muss, ist auch mir, der ich das Gesche­hen in den Brü­der­ge­mein­den höchs­tens am Ran­de mit­ver­fol­ge, sau­er aufgestoßen.

Auf­ge­fal­len sind mir aber die Früch­te. So bringt man sich ja auch in der Cau­sa Lat­zel (ein wei­te­rer Arti­kel dazu wird mei­ner­seits fol­gen) schon sehr auf­fäl­lig in Sicher­heit. Freun­de und Ver­wand­te die der KfG nahe­ste­hen bekla­gen sich vor allem über das Fehl­ver­hal­ten der Mar­ti­ni-Gemein­de und sei­nes Pas­tors, weni­ger dar­über, dass es hier ange­bracht sein müss­te, als Chris­ten enger zusam­men­zu­rü­cken und zusam­men zu halten.

Ent­spre­chend begrü­ße ich den sehr deut­li­chen Kom­men­tar in der FuT. Ich möch­te mir die Frei­heit neh­men etwas aus­führ­li­cher zu zitieren:

„…und das deckt sich mit vie­len per­sön­li­chen Gesprä­chen in der letz­ten Zeit — dass die Grün­de, war­um der Staat gewis­se Ver­ord­nun­gen erlässt, eine ent­schei­den­de Rol­le im Hin­blick unse­rer Reak­ti­on dar­auf spie­len. Das ist offen­bar auch das Argu­ment zwei­er wei­te­rer Autoren (Hin­weis von mir: Das Zitat stammt aus der KfG 37, S. 30) (…): “ Es wur­den kei­ne Got­tes­dienst­häu­ser geschlos­sen, wäh­rend die Fuss­ball­sta­di­en offen blie­ben. Es wur­den kei­ne Tref­fen von Chris­ten unter­sagt, wäh­rend Par­ty Statt­fin­den durf­ten. Es gibt nicht den lei­ses­ten Ver­dacht, dass die Maß­nah­men ideo­lo­gisch geprägt waren. Alle Maß­nah­men gescha­hen aus der Sor­ge um das mensch­li­che Wohl.“ - Hier wird recht deut­lich zum Aus­druck gebracht, dass die Moti­va­ti­on des Staa­tes und/oder der Emp­fän­ger­kreis einer Ver­ord­nung ein ent­schei­den­der Fak­tor sei, der mit­be­stim­mend ist, ob wir einer Anord­nung Fol­ge leis­ten müs­sen oder nicht.

Mit Ver­laub, aber ich dan­ke, dass dies nicht biblisch ist. Wir haben uns solan­ge unter­zu­ord­nen, wie die Anord­nun­gen nicht ein­deu­tig gegen „den Wil­len Jesu“ ver­sto­ßen. Aber war­um die staat­li­chen Anord­nun­gen erlas­sen wur­den — und für wen sie sonst noch gel­ten — spielt im Hin­blick auf die Fra­ge der Unter­ord­nung aus bibli­scher Sicht über­haupt kei­ne Rol­le. Ob es sich um einen Unrechts- oder einen Sozi­al­staat, eine Demo­kra­tie oder eine Dik­ta­tur han­delt, ist egal. Ob der Staat Bür­ger schüt­zen, Ideo­lo­gien unter­drü­cken oder ein­fach nur eine Lob­by glück­lich machen will — sobald ein Ge- oder Ver­bot die „Ober­herr­schaft Got­tes ver­letzt“, darf ich als Christ kei­nen Gehor­sam mehr leis­ten. Egal , aus wel­cher Moti­va­ti­on der Staat han­delt und ob es den Klein­gar­ten­ver­ein genau­so betrifft wie uns. “ — Zitat Ende Wei­ter­le­sen

Matthew Henry

Eine Biographie von Allan Harman

Harman: Matthew HenryAll­an Har­man hat eine Bio­gra­phie über Mat­thew Hen­ry ver­fasst, die dank des 3L-Ver­lag auch deutsch­spra­chig erhält­lich ist.

Das Buch ist gut über­setzt und lässt sich durch sei­ne Kür­ze rela­tiv schnell durch­le­sen. Eini­ge Lek­tio­nen, die ich mit­ge­nom­men habe:

  • Mat­thew Hen­ry hat fast alles bei sei­nem Vater Phil­ip Hen­ry gelernt: Als Non­kon­for­mis­ten war es ihm ver­wehrt, Theo­lo­gie zu stu­die­ren. Es blieb nur der Weg über Jura, der ihm den Zugang zu den anti­ken Spra­chen ermög­lich­te (obwohl er grie­chisch schon als Kind gelernt hat)
  • Es gab zwar wohl ein ille­ga­les theo­lo­gi­sches Semi­nar der Non­kon­for­mis­ten. Doch kaum hat Mat­thew mit dem Stu­di­um ange­fan­gen, wur­den fast alle Stu­die­ren­de krank an der Grip­pe (sie wohn­ten auf engs­tem Raum) und eini­ge ver­star­ben gar. Für Mat­thew bedeu­te­te es erst ein­mal das Ende sei­ner theo­lo­gi­schen Laufbahn
  • Er wird Pas­tor einer pres­by­te­ria­ni­schen Gemein­de und sucht stän­dig Kon­takt mit ande­ren Gemein­den, ja schreibt dar­über sogar ein Buch. Den­noch wird ihm die Annah­me durch die offi­zi­el­le Kir­che erst nach sei­nem Tode gewährt (er wird in einer angli­ka­ni­schen Kir­che bestattet)
  • Er arbei­tet unge­mein viel, pre­digt äußerst sys­te­ma­tisch und sein berühm­ter Kom­men­tar ent­steht im Grun­de beglei­tend zu sei­nen Predigtausarbeitungen.
  • Der Kom­men­tar ist zu sei­nen Leb­zei­ten noch recht wenig bekannt (und wird auch nicht voll­stän­dig von ihm selbst fer­tig­ge­stellt). Doch schon bald zieht er wei­te Krei­se. Har­man kann zei­gen, dass zahl­rei­che Lie­der Wes­leys (!) vom Bibel­kom­men­tar Hen­rys zehrt. Ja Wes­ley ver­öf­fent­licht sogar auf eige­ne Kos­ten eine gekürz­te Ver­si­on davon.

Das ein his­to­ri­scher Kom­men­tar so eine lan­ge Popu­la­ri­tät erlebt ist äußerst unge­wöhn­lich, bekannt­lich wur­de die deut­sche Über­set­zung erst kürz­lich fer­tig­ge­stellt. J.I. Packer schrieb ein­mal über Hen­rys Expo­si­ti­on:

„Weil sein Stil ein­fach und prak­tisch ist, obgleich der Inhalt sehr scharf­sin­nig und gut durch­dacht ist, wird der Kom­men­tar immer ein klas­si­sches Werk blei­ben, das mit Kopf und Schul­tern her­aus­ragt über jedes ande­re popu­lä­re Bibel­werk, das vor­her oder seit­her geschrie­ben wor­den ist.“

 

4 Blogs über den Tellerrand

Lutherisches Lärmen, TheoBlog, Philipp Keller und Unter dem Regenbogen

Es ist mir ja fast pein­lich, aber ich habe erst vor kur­zem ange­fan­gen Blog-Arti­kel zu lesen. Sie erset­zen zuneh­mend mei­ne Frus­tra­ti­on der täg­li­chen Nach­rich­ten­schau. Ent­spre­chend möch­te ich 4 mei­ner Neu-Ent­de­ckun­gen vor­stel­len, die alle­samt über mei­nen Tel­ler als Evan­ge­li­ums-Christ hinausgehen:

1. Lutherisches Lärmen

Es gibt vie­le Grün­de, war­um man die­sen sehr unge­wöhn­li­chen Blog lesen soll­te: Zunächst wird der Frei­kirch­li­che Leser damit kon­fron­tiert, dass Luther in eini­gen Punk­ten nicht so „evan­ge­li­kal“ war, wie wir es hof­fen wür­den (z.B. die­ser Arti­kel über das Über­ga­be­ge­bet) und ich habe eine gewis­se Freu­de am Zer­le­gen von Wort­haus(z.b. hier). Über­haupt ist es der Blog zu dem ich grei­fe, wenn ich wis­sen möch­te, wie eigent­lich Luthe­ra­ner das erklä­ren wür­den. Trotz der gene­rel­len Lese­emp­feh­lung bleibt zumin­dest für mich immer eine gewis­se Irri­ta­ti­on dar­über, dass es ja eigent­lich über­haupt kei­ne Bedeu­tung hät­te, den Autoren völ­lig recht zu geben. Fast bei jedem Arti­kel fra­ge ich mich: Ok, und jetzt? Ich wüss­te nicht wie es mög­lich sein soll­te, in Deutsch­land auf die­se Wei­se luthe­risch ortho­dox zu wer­den, wie die Autoren es schil­dern. Wenn es sowohl die EKD, die ja immer­hin Luthers offi­zi­el­ler Stell­ver­tre­ter ist und die Frei­kir­chen erst recht falsch machen, wie geht dann rich­tig? Irri­ta­tio­nen sind natür­lich immer guter Nähr­bo­den für auf­merk­sa­mes Lesen. Neu­er­dings bau­en die Autoren einen Pod­cast aus, denn ich mir auf die nächs­te Hör-Lis­te mit­ge­nom­men habe.

2. TheoBlog

Die Blog­ger Hei­mat von Ron Kubsch, des wohl flei­ßigs­ten deutsch­spra­chi­gen Blog­gers über­haupt. Nahe­zu täg­lich fin­det sich ein neu­er Arti­kel aus den unter­schied­lichs­ten Berei­chen. Für mich geht er über des­we­gen über den Tel­ler­rand weil er reich­lich über Feul­le­ton und Poli­tik berich­tet. Der letz­te flei­ßi­ge Zei­tungs­le­ser schreibt aus­führ­lich über die Gen­der-Debat­te und Mei­nungs­frei­heit, stellt Bücher vor, skiz­ziert Kurz­bio­gra­phien, sam­melt Links zu inter­es­san­tem Mate­ri­al und lie­fert so einen der lesens­wer­tes­ten deut­schen Blogs über­haupt. Ein wei­te­rer Bon­bon: Es ist einer der weni­gen christ­li­chen Blogs die ich ken­ne, die einen regen, genutz­ten und nicht voll­ge­müll­ten Kom­men­tar­be­reich besit­zen. Kubschs‘ Leis­tung ist sicher­lich her­aus­for­dernd und vor­bild­haft für jeden christ­li­chen Blog­ger. Ach­tung: Man hat es hier mit einem Voll­blut-Aka­de­mi­ker zu tun!

3. Philipp Keller

Phil­ipp Kel­ler hat wie­der ange­fan­gen inten­siv zu blog­gen. ich wün­sche ihm, dass er (und sei­ne Frau) es nun lan­ge durch­zie­hen kön­nen! Eigent­lich war sein Blog der Aus­lö­ser, dass ich ange­fan­gen habe, mor­gens nicht mehr Nach­rich­ten son­dern mal einen Blog­ar­ti­kel (meist in der Kaf­fee-Pau­se) zu lesen. Die Stär­ke Phil­ipps (und sei­ner Frau) ist, dass vie­le The­men sehr aus­führ­lich über eine  län­ge­re The­men­rei­he ver­folgt wer­den, z.B. über das Gebet,  aber auch viel kras­ser, über Mini­ma­lis­mus. Es hat gedau­ert bis mir däm­mer­te, dass sie es wirk­lich ernst mei­nen. Kel­ler geht über mei­nen Tel­ler­rand, weil er Pfingst­ler (?, zumin­dest pfingst­le­ri­scher als ich) ist. Phil­ipp Kel­ler hilft uns Ces­sa­tio­nis­ten plum­pe Anti-Cha­ris­ma­tik abzu­le­gen und auf­ein­an­der zuzu­ge­hen (ja ich weiß, was ich gera­de schrei­be). Ein guter Ein­stiegs­ar­ti­kel han­delt über Erzie­hungs­bü­cher. 

4. Unter dem Regenbogen

Ich den­ke, der am meis­ten unter­schät­ze Blog dürf­te der von Ruth Metz­ger sein, eine Schwes­ter, die mich schon lan­ge mit Über­set­zun­gen unter­stützt (Hier eine Aus­wahl an Arti­keln). Wenn Phil­ipp Kel­ler dar­über berich­tet, Ruth als wei­se Lebens­be­ra­te­rin ken­nen­ge­lernt zu haben, dann deckt sich das mit mei­ner per­sön­li­chen Erfah­rung. Ihr Blog geht abso­lut über mei­nen Tel­ler­rand, könn­ten doch zwei Men­schen nicht anti­the­ti­scher sein. In Chris­tus aber, wer­den wir alle zu einer neu­en Krea­tur ver­ei­nigt. Mir ist beim Lesen der Kom­men­ta­re auf dem Blog auf­ge­fal­len, dass Ruth vor allem Leser hat, die in einer kom­plett ande­ren Bub­ble leben. Hier ist eine Frau im Ein­satz auf einem Acker, der für vie­le uner­reich­bar ist. Aus­gangs­punkt für die Leser ist sicher Ruths Lebens­ge­schich­te.

Wel­che Blogs lest ihr und warum?

A House for My Name

Überblick über das Alte Testament von Peter Leithart

Peter Leit­hart war mir bis­her vor allem als Autor von First­Things bekannt. Ger­ne möch­te ich an die­ser Stel­le auch auf einen Arti­kel von Leit­hart ver­wei­sen, der vor eini­gen Wochen bei E21 über­setzt erschie­nen ist: Wie man Kin­dern die Bibel nahe bringt. Der Arti­kel und mein Inter­es­se an „Bibli­schen Theo­lo­gien“ führ­te mich zu die­sem Buch.

Für knapp 250 Sei­ten äußerst kurz, ist Leit­hart den­noch ein gut aus­ge­ar­bei­te­tes und lesens­wer­tes Werk gelun­gen. Leit­hart gelingt es, zahl­rei­che the­ma­ti­sche Lini­en, die sich im alten Tes­ta­ment zuneh­mend wei­ter­ent­wi­ckeln auf sehr ver­ständ­li­che Wei­se dar­zu­stel­len, ohne lang­wei­lig oder wie­der­ho­lend zu wer­den. Ob nun die Ent­wick­lung der mes­sia­ni­schen Ver­hei­ßun­gen, die dich­te­ri­sche Wie­der­ho­lung der The­men wie Stadt Got­tes, Tem­pel, Opfer (die Ein­präg­sams­te Erklä­rung der ers­ten Kapi­tel Levi­ti­kus, die ich je gele­sen habe), Pries­ter­tum oder die Chro­no­lo­gie der Bibel, —  sau­ber arbei­tet der Autor an der Heils­ge­schich­te wei­ter. Fast auf jeder Sei­te habe ich eine wert­vol­le Mar­kie­rung hin­ter­legt. Wei­ter­le­sen

„Aber wer sich lange dumm stellt, wird vielleicht eines Tages wirklich dumm“

Aus Erich Kästner, die Schildbürger

Die Schild­bür­ger sind ursprüng­lich für ihre Klug­heit weit­hin bekannt und wer­den über­all in der Welt gefragt um mit ihrer Klug­heit die Din­ge zu regeln. Doch Schil­da, ihr Hei­mat­ort geht dadurch den Bach run­ter. Also muss etwas unter­nom­men wer­den. Die Schild­bür­ger neh­men sich nun vor, sich beson­ders dumm zu stel­len. Allen sagt der Plan zu, außer dem Leh­rer, der einwendet:

„Wer klug tut, wir davon noch lan­ge nicht klug.Aber wer sich lan­ge dumm stellt, wird viel­leicht eines Tages wirk­lich dumm“. Die ande­ren lach­ten ihn aus. „Seht, es fängt schon an.“ „Was?“, mein­te der Schmied neu­gie­rig. „Eure Dumm­heit“, rief der Leh­rer. Da lach­ten sie ihn alle aus.

Als ers­te Dumm­heit beschließt man den Bau eines drei­ecki­gen Rat­hau­ses ohne Fens­ter. Die­ser wird bald eine welt­be­kann­te Kurio­si­tät und spült Geld in die Stadtkasse:

>„So wur­den die Schild­bür­ger zwar nicht wegen ihres drei­ecki­gen Rat­hau­ses, son­dern viel­mehr wegen ihrer ver­ges­se­nen Fens­ter berühmt. Es dau­er­te nicht lan­ge, so kamen auch schon die ers­ten Rei­sen­den nach Schil­da, bestaun­ten die Ein­woh­ner, über­nach­te­ten und lie­ßen über­haupt ein gutes Stück Geld in der Stadt. „Seht ihr“, sag­te der Och­sen­wirt zu sei­nen Freun­den, „als wir gescheit waren, muss­ten wir das Geld in der Frem­de ver­die­nen. Jetzt, da wir dumm gewor­den sind, bringt man es uns ins Haus!“ 

Doch wie viel Dumm­heit ist eigent­lich ide­al? Als man Min­na, die Kuh des Bür­ger­meis­ters dazu brin­gen möch­te, das Gras auf einer Mau­er abzu­gra­sen und sie beim Hin­auf­hie­ven erstickt, bemerkt der Bür­ger­meis­ter voll Kummer:

„Lie­be Freun­de«, sag­te er zer­knirscht, »an Minnas vor­zei­ti­gem Able­ben ist ein­zig und allein unser Scharf­sinn und Ver­stand schuld. Hät­te ich das Gras auf der Mau­er nicht bemerkt und dar­aus gefol­gert, daß es nutz­brin­gend ver­wen­det wer­den müs­se, wäre das bra­ve Tier noch mun­ter und guter Din­ge. Ich fürch­te, wir sind noch immer nicht dumm genug.« Die ande­ren nick­ten nachdenklich.“

Weil die Schild­bür­ger irgend­wann mit dem Umgang mit einem „Maus­hund“ über­for­dert sind, zün­den sie ihre gan­ze Stadt an und sind so gezwun­gen in die gan­ze Welt auszuwandern:

„Und so kommt es, daß es heut­zu­ta­ge die Stadt Schil­da nicht mehr gibt und die Schild­bür­ger auch nicht. Das heißt: Es gibt sie natür­lich noch. Nur ihre Enkel und Uren­kel und deren Enkel und Uren­kel leben über die gan­ze Erde ver­streut. Sie wis­sen gar nicht mehr, daß sie von den Schild­bür­gern abstam­men. Von Leu­ten also, die sich, um glück­lich zu wer­den, dumm stell­ten und dadurch ins Unglück gerie­ten, daß sie dumm wur­den. Und sie kön­nen es auch gar nicht wissen.

Denn heut­zu­ta­ge gelan­gen die Dum­men zu Ruhm und Rang, zu Geld und Glück genau­so wie die Geschei­ten. Wor­an soll­ten also die Dum­men auf unse­rer Erde mer­ken, daß sie dumm sind? Ein ein­zi­ges Merk­mal gibt es, wor­an man die Dum­men erkennt: Mit dem, was sie erreicht haben, sind sie sel­ten, aber mit sich sel­ber sind sie stets zufrie­den. Gebt also gut Obacht! Bei den ande­ren, und bei wem noch? Ganz recht,bei euch!“

Alle Zita­te aus Erich Käs­t­ner: Die Schildbürger.

Die Predigt des Reverend Sprague aus St. Petersburg

Aus "Die Abenteuer von Tom Sawyer"

In die Aben­teu­er von Tom Sawy­er hat Rever­end Spra­gue zwei Mal die Gele­gen­heit für eine Pre­digt. Das eine Mal spricht er über dies und das und das ande­re Mal ist er ein Tau­send­sas­sa um die Rea­li­tät in den gewünsch­ten Far­ben leuch­ten zu las­sen. Nichts neu­es im Wes­ten also.  Ganz zu Beginn des Buches erle­ben wir einen Sonn­tag von Tom (Her­vor­he­bun­gen von mir):

„Und jetzt kam die Pre­digt. Es war eine gute, leut­se­li­ge Pre­digt und ging bis ins ein­zel­ne. Sie beschäf­tig­te sich mit der Kir­che und mit den Kin­dern der Kir­che; mit den ande­ren Kir­chen des Dor­fes; mit dem Dor­fe selbst; mit dem Lan­de; mit dem Staat; mit den Behör­den der ein­zel­nen Staa­ten; mit den Ver­ei­nig­ten Staa­ten; mit dem Kon­greß; mit dem Prä­si­den­ten; mit den Staats­die­nern; mit den armen, sturmum­tos­ten See­fah­rern; mit den unter dem Joch ihrer Mon­ar­chen seuf­zen­den Mil­lio­nen Euro­pas und des Ori­ents; mit den Glück­li­chen und Rei­chen, die nicht Augen haben, zu sehen und Ohren, zu hören; mit den armen See­len auf fer­nen Inseln; und schloß mit der Bit­te, daß sei­ne Wor­te auf guten Boden fal­len und der­einst hun­dert­fäl­ti­ge Frucht tra­gen möch­ten. Amen

Der Kna­be, des­sen Geschich­te die­ses Buch ent­hält, hat­te kei­ne Freu­de an die­ser Pre­digt, er hör­te sie ein­fach an — und viel­leicht auch das nicht. Doch merk­te er sich ein­zel­ne Details dar­aus, ganz unbe­wußt, denn, wie gesagt, er ach­te­te kaum dar­auf, aber er kann­te den Ser­mon des Geistlichen
schon längst und bemerk­te es sofort, wenn mal irgend ein neu­er Pas­sus ein­ge­scho­ben war, und das emp­fand er dann unan­ge­nehm; er hielt Bei­sät­ze und Abwei­chun­gen von dem Alt­her­ge­brach­ten für unno­bel und unrecht“ (S. 33 aus die­ser Über­set­zung)

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