Alle Artikel in: Rezensionen

Buchvorstellung: Als Oma ein Flüchtling war

Mil­lio­nen Flücht­lin­ge sind zur­zeit unter­wegs. Das sind Zah­len, die man sich nicht vor­stel­len kann. Viel­leicht kennst du Flücht­lings­ge­schich­ten aus der Ver­gan­gen­heit, als dei­ne Vor­fah­ren betrof­fen waren. Viel­leicht, als dei­ne Oma ein Flücht­ling war. Aber auch das ist schon lan­ge her. Doch viel­leicht ste­hen gera­de jetzt Flücht­lin­ge vor dei­ner Tür, vor der Tür dei­ner Gemein­de oder in der Nach­bar­schaft. Und du stellst fest, das sind nicht ein­fach irgend­wel­che von die­sen Mil­lio­nen, son­dern Men­schen mit Namen, Cha­rak­ter und Her­zen so wie du. Das sind dei­ne Nächsten.

Unterm Rad von Hermann Hesse
Eine Erzählung über ein vernachlässigtes Thema

„Unterm Rad“, einer frü­hen Erzäh­lung von Her­mann Hes­se ist es zu ver­dan­ken, dass ich ein wenn auch gespal­te­ner Fan von Hes­se bin.  Die Novel­le han­delt von Hans Gie­ben­rath, einem begab­ten Jugend­li­chen, der an den Ansprü­chen der Päd­ago­gik an ihn schließ­lich end­gül­tig schei­tert. Natür­lich ist hier auch eine Abrech­nung Hes­ses mit der preu­ßi­schen Inter­nats­kul­tur zu fin­den. Doch die­se loka­le Inter­pre­ta­ti­on hat den glo­ba­len Gedan­ken,  dass es eine DER Urängs­te des Men­schen ist, unter die Räder zu kom­men: Ob nun die Räder der Umstän­de, oder der eige­nen Ansprü­che, die Gefahr einer voll­stän­di­gen Kata­stro­phe beglei­tet den Men­schen bereits bei den ers­ten (erfolg­rei­chen?) Schrit­ten einer schu­li­schen Lauf­bahn. Ich glau­be „Unterm Rad“ lie­fert eini­ge gute Ana­ly­sen dafür, dass z.B. auch wohl­wol­len­de Nächs­te, den schau­ri­gen, von Beginn vor­han­de­nen Pro­zess des Unter­ge­hens nicht wahr­neh­men kön­nen: Hans, als ein­zi­ger aus sei­ner Stadt, erreicht die Teil­nah­me an einem Lan­des­examen in Stutt­gart. Ent­spre­chend bekommt er zwar einer­seits Extra­un­ter­richt, aber auch Angel­ver­bot und eine Ein­schrän­kung des Umgangs mit sei­nen Freun­den. Jeder blick­te auf eine zukünf­ti­ge herr­li­che Kar­rie­re von Hans, aber nicht auf die ver­küm­mern­de See­le des …

Der jüdisch-amerikanische Radio-Moderator Dennis Prager über Evangelikale
Das Leseverhalten der Evangelikalen aus jüdischer Sicht

Den­nis Pra­ger ist in Ame­ri­ka schon jahr­zehn­te­lang als kon­ser­va­ti­ver und unge­wöhn­li­cher Radio­mo­de­ra­tor bekannt. Sei­ne Ana­ly­se des Lese­ver­hal­tens evan­ge­li­ka­ler Chris­ten dürf­te glo­bal ins Schwar­ze tref­fen. Ent­deckt, via Moner­gism: „Eine Sache, die mir bei Evan­ge­li­ka­len auf­ge­fal­len ist, ist, dass sie nicht lesen. Sie lesen die Bibel nicht, sie lesen die gro­ßen christ­li­chen Den­ker nicht, sie haben noch nie von Aquin gehört. Wenn sie Pres­by­te­ria­ner sind, haben sie noch nie die Begrün­der des Pres­by­te­ria­nis­mus gele­sen. Das kann ich nicht ver­ste­hen. Als Jude ist das für mich ver­wir­rend. Das Gebot des Stu­di­ums ist im Juden­tum so tief ver­wur­zelt, dass wir uns in das Stu­di­um ver­tie­fen. Gott hat uns ein Gehirn gege­ben, sol­len wir es nicht in sei­nem Dienst ein­set­zen? Wenn ich das Haus eines evan­ge­li­ka­len Chris­ten betre­te und ins­ge­samt 30 Bücher sehe, die meis­ten davon Best­sel­ler, ver­ste­he ich das nicht. Ich habe Bücher­re­ga­le mit christ­li­chen Büchern, und ich bin Jude. War­um habe ich mehr christ­li­che Bücher als 98 % der Chris­ten in Ame­ri­ka? Das ist so selt­sam für mich.“ O‑Ton:

Aus „Heaven on Earth“
Thomas Brooks über den Umgang mit Information

Tho­mas Brooks gibt im Vor­wort sei­nes Buches über die Heils­ge­wiss­heit (Hier kos­ten­frei im Web) einen Rat­schlag, wie man wei­se mit Wis­sen, Infor­ma­ti­on, Büchern u.Ä. umge­hen kann: „Ein Vater, der drei Söh­ne hat­te, woll­te sie auf ihre Ver­nunft prü­fen und gab jedem von ihnen einen Apfel, an dem ein Teil faul war.  Der Ers­te aß sei­nen Apfel auf, mit allem, was faul war;  Der Zwei­te warf alles weg, weil ein Teil davon faul war;  Der Drit­te nahm das Fau­le her­aus und aß das, was gut war.  Der Drit­te war der Wei­ses­te. Die einen ver­schlin­gen in die­sen Tagen alles, das Fau­le und das Gute zusam­men;  Die ande­ren ver­wer­fen die gan­ze Wahr­heit, weil alles, was ihnen vor­ge­setzt wird, nicht die Wahr­heit ist;  aber die Wei­ses­ten sind die, die das Gute zu wäh­len und das Böse abzu­leh­nen wis­sen… (Jes. 7,15.)“ Jes.7: 15 But­ter und Honig wird er essen, bis er weiß, Böses zu ver­wer­fen und Gutes zu erwählen. 

Zitate aus De Dono Perseverantiae
Augustinus über die Gabe des Ausharrens bis zum Schluss

Lese­zeit: 31 Minu­ten Das Werk Augus­tins De Dono Per­ser­van­tiae“ ist eigent­lich ein Brief Augus­tins an Hil­la­ri­us, und kann als zwei­tes Buch über die Vor­her­be­stim­mung ver­stan­den wer­den, denn es baut in wei­ten Tei­len dar­auf an. Inhalt­lich las­sen sich bei­de Wer­ke den­noch gut unab­hän­gig von ein­an­der lesen. Tat­säch­lich war die­ses Werk, eines der ers­ten von mir, dass ich von Augus­ti­nus gele­sen habe. Die prak­ti­schen Impli­ka­tio­nen aus der Über­le­gung, dass die Erret­tung eine Gna­den­ga­be Got­tes sind, sind bei Augus­ti­nus an der Fra­ge nach dem Aus­har­ren bis zum Schluss aus­ge­rich­tet. Eine Anwen­dung, wie man sie in der Refor­ma­ti­on vor allem für die Glau­bens­ge­wiss­heit gezo­gen hat, wird man aber nur ange­deu­tet fin­den. Auch die Fra­ge nach der Iden­ti­tät ist hier weni­ger vor­han­den, wenn auch Augus­ti­nus dar­auf in ande­ren Wer­ken ein­geht. Das Werk ist im Mit­tel­al­ter auch unter dem Titel “Die Vor­zü­ge  des Geschen­kes der Beharr­lich­keit” bekannt gewe­sen. Mir war es nicht mög­lich eine deut­sche Ver­si­on des Buches zu fin­den, so dass ich es auf Eng­lisch gele­sen habe. Eine dop­pel­te Über­set­zung will ich mei­den, und habe des­we­gen dies­mal die Zita­te auf …

The Rise and Triumph of the Modern Self
Eine Rezension von philemonblog.de

Carl R. Tru­e­man ist wohl einer der letz­ten evan­ge­li­ka­len Autoren, der noch Leser außer­halb der evan­ge­li­ka­len Bub­ble erreicht. Min­des­tens das ist ein Grund, um auf die­se gelun­ge­ne Buch­zu­sam­men­fas­sung Dani­els von philemonblog.de hin­zu­wei­sen: „Weil ich von der Wich­tig­keit die­ses Buches über­zeugt bin, ist es daher mein Anspruch in die­sem Book Review, eine umfas­sen­de Zusam­men­fas­sung der Gedan­ken­gän­ge des Autors wie­der­zu­ge­ben.…“ Zur voll­stän­di­gen Buch­be­spre­chung. Sei­ne Jah­res­lek­tü­re stellt Dani­el übri­gens in die­sem hilf­rei­chen Arti­kel vor. An die­ser Stel­le sei schließ­lich noch auf das Pro­jekt von Ron Kubsch hin­ge­wie­sen, der dar­an arbei­te­tet, das Buch auch auf deutsch her­aus­zu­ge­ben. Mehr dazu in die­sem Arti­kel auf Theoblog. 

C.H. Spurgeon: Auf dein Wort
Andachten für jeden Tag

Ein Freund, der schon Jah­re­lang die unter­schied­lichs­ten Andachts­bü­cher ver­wen­det, mein­te neu­lich, dass „Auf dein Wort“ von Spur­ge­on jenes ist, was sowohl am Meis­ten mit­ge­ge­ben hat, wie auch am Bes­ten hän­gen­ge­blie­ben ist. Die Andacht für den 1. Janu­ar emp­fin­de ich als sehr tref­fend auch für das Jahr 2022: „„Der Herr aber sprach zu Mose: Ist denn die Hand des Herrn ver­kürzt?“ (4. Mose 11,23) Oft benimmt sich die Gemein­de Got­tes so, als sei sie davon über­zeugt, dass die Hand des Herrn ver­kürzt ist. Sie glaubt zwar, dass die gött­li­che Hand einst mäch­tig genug war, an einem Tag drei­tau­send Men­schen durch die ein­fa­che Pre­digt des Petrus zu bekeh­ren. Sie glaubt, dass ihr Gott in alten Tagen so gewal­tig war, dass ihre armen, unge­bil­de­ten Evan­ge­lis­ten es mit den Schü­lern des Sokra­tes auf­neh­men konn­ten und imstan­de waren, die Göt­ter der Hei­den zu stür­zen. Sie glaubt das alles, und doch han­delt sie heu­te oft so, als sie das Evan­ge­li­um kraft­los gewor­den und als hät­te sich der Geist Got­tes völ­lig von ihr zurück­ge­zo­gen! In jenen ers­ten Tagen sand­te sie ihre Mis­sio­na­re bis …

Buchtipp: Große Freude von John Piper
Andachtsbuch zum Advent

Es gibt Bücher, an denen bleibt man hän­gen, weil sie mit irgend­ei­ner Beson­der­heit ins Auge ste­chen. Tol­le Auf­ma­chung, star­ke Far­ben, prä­gnan­ter Titel. Das neue Advent­s­an­dachts­buch von John Piper „Gro­ße Freu­de“ hat mein Inter­es­se schon bei sei­ner ers­ten Ankün­di­gung geweckt. Ein schlich­tes Cover im sanf­ten Tan­nen­grün wird geziert von einem in gro­ßen wei­ßen Buch­sta­ben kur­ze Titel. Doch las­sen wir uns nicht vom Lay­out blen­den. Wich­tig ist der Inhalt. Der neu gegrün­det Ver­bum Ver­lag hat bei die­sem Buch für den hoch­wer­ti­gen Inhalt eine adäqua­te Hül­le geschaffen.

Interview mit Esther Weiss
Autorin der Kinderbuchserie „Behüte dein Herz“

Ein Freund mach­te mich auf die­ses Kin­der­buch­pro­jekt auf­merk­sam, das vor kur­zem unter dem Titel Guard your heart / Behü­te dein Herz zwei­spra­chig, näm­lich auf Deutsch und Eng­lisch erscheint. — Als ich dann die Mög­lich­keit hat­te, einen der hoch­wer­tig her­ge­stell­ten Bän­de in Hän­den zu hal­ten, woll­te ich die Ver­ant­wort­li­chen hin­ter die­sem Pro­jekt inter­view­en. Heu­te nun ver­öf­fent­li­chen wir die Ant­wor­ten, die uns Esther Weiss auf unse­re Fra­gen gege­ben hat: 1. Wie seid ihr auf die Idee gekom­men, Kin­der­bü­cher zu ver­fas­sen? Als ich mich vor eini­gen Jah­ren auf die Suche nach Kin­der­bü­chern über ver­schie­de­ne (christ­li­che) Wer­te mach­te, fand ich nicht das, was ich mir vor­ge­stellt hat­te. Und so leg­te Gott mir nur wenig spä­ter aufs Herz, sel­ber Bücher zu schrei­ben. Mein Mann und ich bete­ten und waren fas­zi­niert, wie die Idee nach und nach Gestalt annahm und zu einem immer grö­ßer wer­den­den Pro­jekt her­an­wuchs: eine The­­men- und Mit­mach­rei­he für Kin­der ab 6 Jah­ren unter dem Mot­to „Behü­te dein Herz“.

Rezension: Gemeinde wiederentdecken

Vor vie­len Jah­ren hör­te ich eine Vor­trags­se­rie von John MacAr­thur: War­um ich die Gemein­de lie­be. Ich hör­te mit einer gro­ßen Begeis­te­rung, aber auch mit einer tie­fen Beschä­mung zu. Noch nie hat­te ich so einen tie­fen Ein­blick in die Gemein­de­leh­re erhal­ten, obwohl ich, seit­dem ich lebe, in der Gemein­de auf­ge­wach­sen bin. Da mein Vater immer aktiv im Gemein­de­dienst war und seit vie­len Jah­ren als Ältes­ter dient, hat­te ich zwar einen umfas­sen­den Ein­blick in das Gemein­de­le­ben. Fle­cken und Run­zeln habe ich zuhauf gese­hen. Natür­lich präg­te auch Hel­les und Hoff­nungs­vol­les mei­nen Blick auf Gemein­de. Aber erst MacAr­thur öff­ne­te mir die Augen für die Herr­lich­keit der Gemein­de Jesu Chris­ti. Viel Zeit ist seit­dem ver­gan­gen. Trotz aller Wid­rig­kei­ten ist mir die Gemein­de wich­tig, lebens­er­hal­tend und lieb geblie­ben. Auch gera­de und trotz der Coro­na Zeit. Han­sen und Lee­man haben weit über die USA hin­aus Ein­blick in Gemein­den. Coro­na hat die Gemein­den erschüt­tert. Gemein­den haben sich geän­dert. Gemein­de­glie­der sind offe­ner für neue For­men des Gemein­de­le­bens gewor­den oder neh­men vor­lieb mit einem Leben ohne Gemein­de. Es deu­tet auf schlim­me Zustän­de, wenn Gemein­de wiederentdeckt …