Alle Artikel mit dem Schlagwort: Interview

Fragen über das Woher und das Wohin

Woher, wozu und wohin gehö­ren zu den drei gro­ßen Fra­gen des Lebens. Chris­ten geben dar­auf ande­re Ant­wor­ten als Athe­is­ten. Dr. Mar­kus Widen­mey­er, Mit­ar­bei­ter in der Zen­tra­len For­schung eines Tech­no­lo­gie­kon­zerns und ehren­amt­lich für die Stu­di­en­ge­mein­schaft Wort und Wis­sen tätig, ist ein Ver­tre­ter des Krea­tio­nis­mus. Trotz sei­nes vol­len Ter­min­ka­len­ders hat er sich Zeit genom­men, um sich den Fra­gen der christ­li­chen Lite­ra­tur­blogs NIMM-LIES.de und lesendglauben.de (hier wei­te­re Inter­views von lesend­glau­ben) zu stel­len. Aber, lesen Sie selbst, wel­che Ant­wor­ten der Autor meh­re­re Bücher zu die­sem The­men­kom­plex gibt. Vor weni­gen Wochen haben Dr. Rein­hard Jun­ker und Sie das Buch „Schöp­fung ohne Schöp­fer“ her­aus­ge­ge­ben. Dort schrei­ben Sie bei­de, dass die Arbeit eines christ­li­chen Wis­sen­schaft­lers mit der eines Kri­mi­nal­kom­mis­sars ver­gleich­bar ist. Was genau möch­ten Sie damit zum Aus­druck brin­gen?  MW: Ech­te Wis­sen­schaft besteht wie die Arbeit eines Kri­mi­nal­kom­mis­sars dar­in, dass man wirk­lich die Wahr­heit sucht. Das bedeu­tet Ergeb­nis­of­fen­heit und daher Ermit­teln nach allen Rich­tun­gen. In Ursprungs­fra­gen: Man soll­te unvor­ein­ge­nom­men zur Kennt­nis neh­men, was natür­li­che Pro­zes­se nach­weis­lich zustan­de brin­gen. Man soll­te aber genau­so unvor­ein­ge­nom­men akzep­tie­ren, wenn es sys­te­ma­ti­sche Gren­zen gibt und dann Schöp­fung die …

„Der Gott des Alten Testaments ist der gleiche wie der Gott des Neuen Testaments“

Dr. T. Des­mond Alex­an­der ist wohl der Exper­te für das Alte Tes­ta­ment schlecht­hin. Er ist Aut­hor und Her­aus­ge­ber von Enzy­klo­pä­dien zum Pen­ta­teuch und zur Bibli­schen Theo­lo­gie, schrieb Kom­men­ta­re zum Buch Jona und zum zwei­ten Buch Mose (Wis­sen­schaft­lich und Pas­to­ral). Neben the­ma­ti­schen Stu­di­en zum Neu­en und Alten Tes­ta­ment ist vor allem sei­ne Ein­füh­rung zum Pen­ta­teuch beson­ders  (zur Buch­be­spre­chung) her­vor­zu­he­ben. S.P.: Dr. Alex­an­der, vie­len Dank dafür, dass Sie sich Zeit für unse­re Fra­gen neh­men.    Woher kommt Ihre Lei­den­schaft für das Alte Tes­ta­ment? T.D.A.: Mei­ne Lei­den­schaft für das Alte Tes­ta­ment fing an, als ich im Grund­stu­di­um semi­ti­sche Spra­chen an der Queens Uni­ver­si­ty in Bel­fast stu­diert habe. Ich soll­te dabei erwäh­nen, dass ich als Teen­ager zum per­sön­li­chen Glau­ben an Jesus Chris­tus gekom­men bin. Zu die­sem Zeit­punkt fühl­te ich eine Beru­fung zum christ­li­chen Dienst. Durch eine unge­wöhn­li­che Rei­he an Ereig­nis­sen brach­te mich Gott in Kon­takt mit einer Grup­pe von christ­li­chen Uni­ver­si­täts­do­zen­ten: David Pay­ne, Gor­don Wen­ham und David Goo­ding. Alle stamm­ten aus Eng­land, unter­rich­te­ten jedoch in Nord-Irland. Damals waren wir gera­de mal drei Stu­die­ren­de im Kurs und so besaß ich …

„Bedenken Sie, dass Orthodoxie nicht das gleiche ist, wie fähige und weise Fürsorge“

Edward T. Welch ist Theo­lo­ge und Dozent am CCEF (Chris­ti­an Coun­se­ling & Edu­ca­tio­nal Foun­da­ti­on). Er pro­mo­vier­te im Bereich der Neu­ro­psy­cho­lo­gie an der Uni­ver­si­ty of Utah. Er ist seit bereits mehr als 30 Jah­ren als Seel­sor­ger tätig und ist Autor zahl­rei­cher Wer­ke über bibli­sche Seel­sor­ge, von denen vie­le auch ins Deut­sche über­setzt wur­den. Ed Welch stand unse­ren freund­li­cher­wei­se Fra­gen Rede und Ant­wort. S.P.: Sehr geehr­ter Herr Welch, vie­len Dank für die Mög­lich­keit eines Inter­views mit Ihnen. E.W.: Auch von mei­ner Sei­te Dan­ke für die Mög­lich­keit. Sie bewir­ken, dass ich mei­ne deut­schen Freun­de ver­mis­se und mich an die ange­neh­me und erbau­en­de Zeit erin­ne­re, die ich in Ihrem Land ver­bracht habe. S.P.: Wel­che Grün­de beweg­ten Sie, Seel­sor­ger zu wer­den? E.W.: Ich glau­be jeder Christ wür­de bibli­sche Seel­sor­ge lie­ben, wenn er sie ken­nen wür­de. Beharr­lich mehr von der Schrift zu ler­nen und die Gele­gen­heit zu haben, sich um ande­re Men­schen zu küm­mern und für sie zu beten — was kann es Bes­se­res geben? Ich selbst wuchs in einem christ­li­chen Heim auf. Ich glaub­te, dass Jesus das war, was er von sich behaup­te­te, doch …

Interview mit Robert Letham

Robert Letham ist Pro­fes­ser für sys­te­ma­ti­sche und his­to­ri­sche Theo­lo­gie an der Uni­on School of Theo­lo­gy in Wales. Er doziert zudem regel­mä­ßig am West­mins­ter Theo­lo­gi­cal Semi­na­ry. Er ist Autor von  The Work of Christ (in der Rei­he: Con­tours of Chris­ti­an Theo­lo­gy), Uni­on with Christ, The Holy Tri­ni­ty. 2019 erschien sei­ne Sys­te­ma­ti­sche Theo­lo­gie. Letham hat sich für ein Inter­view mit uns bereit erklärt.   S.P.: Sehr geehr­ter Prof. Letham. Vie­len Dank für die Zeit, die sie sich für unse­re Fra­gen neh­men! Kön­nen Sie dar­über berich­ten, wie Sie Christ wur­den? R.L.: Ich wuchs in einem christ­li­chen Eltern­haus auf, wur­de jedoch erst im Alter von 19 Jah­ren getauft. Es gab kei­ne unge­wöhn­li­che oder dra­ma­ti­sche Erfah­rung dabei. S.P.: Ihr letz­tes Werk war eine Sys­te­ma­ti­sche Theo­lo­gie (Erschie­nen Ende 2019). Auf­grund der Tat­sa­che, dass zahl­rei­che sys­te­ma­ti­sche Theo­lo­gien ver­füg­bar sind, was ist das Beson­de­re an Ihrem Werk? Es hat das Ziel katho­lisch zu sein und bin­det Figu­ren der Kir­chen­vä­ter, des Mit­tel­al­ters, der Refor­ma­ti­on und der Moder­ne unter­schied­li­chen Spek­trums in die Betrach­tung mit ein. Gleich­zei­tig ver­su­che ich die Sote­rio­lo­gie (Die Leh­re vom Heil) mit der Ekklesiologie …

„Es gibt zahlreiche Probleme mit der zeitgenössischen Literatur“

Leland Ryken ist Pro­fes­sor Emi­ri­tus am Wheaton Col­le­ge. Er ist Exper­te für Mil­ton, Puri­ta­ner und bri­ti­sche Lite­ra­tur. Er ist Autor zahl­rei­cher Wer­ke über das Stu­di­um klas­si­scher Lite­ra­tur aus christ­li­cher Per­spek­ti­ve und arbei­te­te an der Eng­lish Stan­dard Ver­si­on, einer eng­li­schen Bibel­über­set­zung mit. Bekannt ist er zudem als Lieb­ha­ber von Lewis, wie auch als Bio­graph von J.I.Packer. Pro­fes­sor Ryken hat sich freund­li­cher­wei­se bereit erklärt, unse­re Fra­gen aus­führ­lich zu beant­wor­ten. Wann begann Ihre Lei­den­schaft für Lite­ra­tur? Mei­ne Lei­den­schaft für Lite­ra­tur begann in der Kind­heit. Ich kom­me aus einer sehr ein­fa­chen Bau­ern­fa­mi­lie mit nie­der­län­di­schem Migra­ti­ons­hin­ter­grund. Kei­ner mei­ner Eltern hat die Grund­schu­le been­den kön­nen, weil sie auf dem Hof arbei­ten muss­ten. In mei­nen ers­ten Lebens­jah­ren waren Fern­se­her noch nicht üblich. Lesen war das ein­zi­ge Ver­gnü­gen und mei­ne Eltern und mei­ne älte­re Schwes­ter waren lei­den­schaft­li­che Leser, so dass ich ein­fach ihrem Bei­spiel folg­te. Bezüg­lich mei­ner nun fünf­zig­jäh­ri­gen Lauf­bahn als Lite­ra­turdo­zent wur­de ich ein­fach in die­se Rich­tung gezo­gen, weil mei­ne Schwes­ter geplant hat, Eng­lisch­leh­re­rin an einer High School zu wer­den. Ich kann mich nicht erin­nern, mich bewusst für eine Beru­fung ent­schie­den zu …

E. Janzen: Wir setzen auf hohe Tonqualität, abwechslungsreiche Arrangements und vor allem gute Textverständlichkeit

NIMM UND LIES: Lie­ber Herr Jan­zen, seit wann gibt es den Ver­lag Jan­zen­me­di­en und wie kommt man dazu, einen neu­en Ver­lag zu grün­den? Edu­ard Jan­zen: Das Gan­ze hat ursprüng­lich unter dem Namen Jan­zen­mu­sik begon­nen und war ein klei­nes Ton­stu­dio mei­nes Bru­ders Rudolf Jan­zen, bzw eher ein Musik­la­bel. Es sind in den Jah­ren 2001/2002 die ers­ten CDs mit christ­li­cher Musik aus Eigen­pro­duk­ti­on ver­öf­fent­licht wor­den, damals noch über den Ver­lag VCLM, weil Jan­zen­mu­sik kein eigen­stän­di­ger Ver­lag war. Dann im Jahr 2013 ist Jan­zen­mu­sik als eigen­stän­di­ger Ver­lag mit einem Online­shop gestar­tet und mit den Jah­ren gewach­sen. Erst im März die­sen Jah­res wur­de Jan­zen­mu­sik zur Jan­zen­me­di­en GbR, aus zwei Grün­den: Zum einen soll­te das Ver­lags­pro­gramm nicht nur auf Musik beschränkt sein, so war der Name pas­sen­der, zum ande­ren bin ich dann offi­zi­ell dazu gesto­ßen. Vor­her war ich nur häu­fi­ger im Stu­dio, bzw bei Auf­nah­men und Mixings aktiv. Das Plat­ten­la­bel Jan­zen­mu­sik ist jedoch bestehen geblie­ben und erscheint wei­ter auf künf­ti­gen Eigen­pro­duk­tio­nen. NIMM UND LIES: Wie sieht Ihr Ver­lags­pro­gramm aus? Wo lie­gen die Schwer­punk­te? Edu­ard Jan­zen: Der gro­ße Schwer­punkt unse­res Ver­lags­pro­gramms liegt …

10 + 1 Fragen an Markus Till

Mar­kus Till orga­ni­siert das Pro­jekt „Auf­at­men in Got­tes Gegen­wart“, bloggt regel­mä­ßig und scheut sich nicht vor Kon­tro­ver­sen, so z. B. im idea Streit­ge­spräch oder auch mit Hossa­Talk. Ein beach­tens­wer­ter Bei­trag ist: „6 Grün­de für die Flucht aus Evan­ge­li­ka­li­en“. Wie wur­den Sie Christ?  Ich habe mich mit 11 Jah­ren auf einer evan­ge­lis­ti­schen Kin­der­frei­zeit bekehrt. Was ist der Schlüs­sel zum geist­li­chen Wachs­tum? Ent­schei­dend ist für mich: Nah am Herrn blei­ben! Mög­lichst regel­mä­ßig Zeit im Gebet und in Got­tes Wort ver­brin­gen. Dazu kommt: Mit der Kraft des Hei­li­gen Geis­tes rech­nen. Teil einer leben­di­gen christ­li­chen Gemein­schaft sein. Und mei­ne Beru­fung ent­de­cken und dar­in ande­ren Men­schen dienen.

10 + 1 Fragen an Reinhard Junker

Rein­hard Jun­ker dürf­te vor allem für sein auf­se­hen­er­re­gen­des Werk „Evo­lu­ti­on — ein kri­ti­sches Lehr­buch“ bekannt sein, wel­ches er gemein­sam mit Sieg­fried Sche­rer ver­öf­fent­licht hat. Das Werk ist bereits in der 7. Auf­la­ge vor­han­den und hat vie­le Evo­lu­ti­ons­bio­lo­gen auf­ge­bracht, offen­sicht­lich spre­chen die The­sen also an. Aus­ge­zeich­net ist auch das Jour­nal „Stu­di­um Inte­gra­le“, unbe­dingt emp­feh­lens­wert, gera­de­zu Pflicht­lek­tü­re für Men­schen, die den Schöp­fungs­be­richt ernst neh­men. Wie kamen Sie dazu Bücher zu schrei­ben? Das ist eine län­ge­re Geschich­te. Sie beginnt eigent­lich damit, dass ich wäh­rend mei­nes Stu­di­ums ein ent­schie­de­ner Christ wur­de (vor­her war ich eine Art Tra­di­ti­ons­christ). Ich stu­dier­te neben Mathe­ma­tik auch Bio­lo­gie und wur­de mit der Evo­lu­ti­ons­leh­re kon­fron­tiert. Durch das Bibel­le­sen merk­te ich, dass es schwie­rig ist, Bibel und Evo­lu­ti­on zusam­men­zu­brin­gen. Das hat mich moti­viert, Evo­lu­ti­on kri­tisch zu hin­ter­fra­gen (ohne dass ich Evo­lu­ti­on gleich abge­lehnt hät­te). Das wie­der­um erfor­der­te eine gründ­li­che­re Beschäf­ti­gung mit der Mate­rie, als man es nor­ma­ler­wei­se als Bio­lo­gie­stu­dent täte. Damals war das nicht ein­fach, denn es gab kaum kri­ti­sche Lite­ra­tur. Um die Sache abzu­kür­zen: Nach Stu­di­um, Refe­ren­da­ri­at und kur­zer Zeit des Lehr­amts kam ich als voll­zeit­li­cher Mitarbeiter …

10 + 1 Fragen an Karl Heinz Vanheiden

Karl Heinz Van­hei­den dürf­te vor allem für sei­ne Arbeit an der Neu­en evan­ge­lis­ti­schen Über­set­zung bekannt sein. Dane­ben ver­öf­fent­lich­te er wei­te­re Eige­ne Wer­ke, wie das gemein­sam  mit Wer­ner Gitt ent­stan­de­ne evan­ge­lis­ti­sche und evo­lu­ti­ons­kri­ti­sche Buch „Wenn Tie­re reden könn­ten.“ Wie kamen Sie dazu Bücher zu schrei­ben? Als Beauf­trag­ter für Jugend­ar­beit in den Brü­­der-Gemein­­den muss­te ich Mate­ri­al für Mit­ar­bei­ter in Jugend­frei­zei­ten erar­bei­ten, das dann ver­viel­fäl­tigt wur­de. So kam ich in der Zeit der DDR zum Schrei­ben. Dann gab es einen Ver­such, ein evan­ge­lis­ti­sches „Trak­tat“ zu ver­fas­sen, das aller­dings zuerst „im Wes­ten“ gedruckt wur­de, bevor es in der DDR erschei­nen konn­te. Durch kur­ze Arti­kel in der Gemein­de­zeit­schrift der Bap­tis­ten „Wort und Werk“, deren Innen­teil die Brü­­der-Gemein­­den gestal­ten durf­ten, war ich gezwun­gen sorg­fäl­tig zu for­mu­lie­ren. Unter Chris­ten aus Frei­kir­chen und der Gemein­schafts­be­we­gung in der DDR wur­de eine von mir ver­fass­te Stel­lung­nah­me zum Bio­lo­gie­lehr­buch der 10. Klas­se (gegen die dor­ti­ge Evo­lu­ti­ons­leh­re) häu­fig kopiert. Kurz vor der „Wen­de“ schrieb ich eine Geschich­te über ein Tier – ich weiß nicht mehr wel­ches – viel­leicht war es der Spatz oder der Regen­wurm oder der …

10 + 1 Fragen an Dr. Hanniel Strebel

1. Wie kamst du dazu schrift­stel­le­risch aktiv zu wer­den? Ich ent­stam­me einer „Vol­l­­­zei­­ter-Dynas­­tie“ müt­ter­li­cher­seits. Das heißt, mein Urgroß­va­ter wie auch mein Groß­va­ter schrie­ben Kalen­der­blät­ter und Stil­le Zeit-Hef­­te. Das Blog­gen auf hanniel.ch ist eine Art aktua­li­sier­te Form die­ses täg­li­chen Schrei­bens. 2. Ist aktu­ell ein Buch­pro­jekt geplant? Ich habe stets meh­re­re Pro­jek­te im Kopf. In der nächs­ten Zeit wird ein Andachts­buch zum The­ma „Smart­pho­ne“ als App erschei­nen. (Im Vor­trag „Wie das Smart­pho­ne unser Leben ver­än­dert“ fas­se ich wich­ti­ge Erkennt­nis­se zusam­men). In einer ähn­li­chen Form und eben­falls als App wer­de ich ein Buch zum The­ma Sexua­li­tät ver­öf­fent­li­chen. Einen Zyklus zur Kul­tur­theo­lo­gie – also zur Fra­ge, wie sich der Christ als Teil der Kul­tur und als Trä­ger einer Gegen­kul­tur ver­hält — wird vor­aus­sicht­lich in der Form von eBooks 2018⁄19 veröffentlicht.