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10 + 1 Fragen an Karl Heinz Vanheiden

Herausgeber der NeÜ bibel.heute im Gespräch

Karl Heinz Van­hei­den dürf­te vor allem für sei­ne Arbeit an der Neu­en evan­ge­lis­ti­schen Über­set­zung bekannt sein. Dane­ben ver­öf­fent­lich­te er wei­te­re Eige­ne Wer­ke, wie das gemein­sam  mit Wer­ner Gitt ent­stan­de­ne evan­ge­lis­ti­sche und evo­lu­ti­ons­kri­ti­sche Buch „Wenn Tie­re reden könn­ten.“

  1. Wie kamen Sie dazu Bücher zu schrei­ben?

Als Beauf­trag­ter für Jugend­ar­beit in den Brü­der-Gemein­den muss­te ich Mate­ri­al für Mit­ar­bei­ter in Jugend­frei­zei­ten erar­bei­ten, das dann ver­viel­fäl­tigt wur­de. So kam ich in der Zeit der DDR zum Schrei­ben. Dann gab es einen Ver­such, ein evan­ge­lis­ti­sches „Trak­tat“ zu ver­fas­sen, das aller­dings zuerst „im Wes­ten“ gedruckt wur­de, bevor es in der DDR erschei­nen konn­te. Durch kur­ze Arti­kel in der Gemein­de­zeit­schrift der Bap­tis­ten „Wort und Werk“, deren Innen­teil die Brü­der-Gemein­den gestal­ten durf­ten, war ich gezwun­gen sorg­fäl­tig zu for­mu­lie­ren.

Unter Chris­ten aus Frei­kir­chen und der Gemein­schafts­be­we­gung in der DDR wur­de eine von mir ver­fass­te Stel­lung­nah­me zum Bio­lo­gie­lehr­buch der 10. Klas­se (gegen die dor­ti­ge Evo­lu­ti­ons­leh­re) häu­fig kopiert. Kurz vor der „Wen­de“ schrieb ich eine Geschich­te über ein Tier – ich weiß nicht mehr wel­ches – viel­leicht war es der Spatz oder der Regen­wurm oder der Maul­wurf, die von dem Wun­der­werk ihrer Schöp­fung erzähl­ten und die Evo­lu­ti­ons­theo­rie auf die Schip­pe nah­men. Dar­aus ent­stand spä­ter zusam­men mit Wer­ner Gitt das Buch „Wenn Tie­re reden könn­ten“, das vie­le Auf­la­gen erleb­te und in vie­le Spra­chen über­setzt wur­de.

  1. Ist aktu­ell ein Buch­pro­jekt geplant?

Im Moment ist noch eine Evan­ge­li­en­har­mo­nie als Buch und Hör­buch in Arbeit: Jesus. Das Leben. Viel­leicht ent­steht etwas aus mei­nen monat­li­chen Lesun­gen in unse­rer Bücher­stu­be: Geschich­ten aus dem Buch der Bücher.

  1. Nen­nen Sie uns ihre 3 Lieb­lings­bü­cher (neben der Bibel)?

Habe ich kei­ne. Natür­lich gibt es Sach­bü­cher und Kom­men­ta­re, zu denen ich immer wie­der grei­fe.

  1. Wel­che Bücher / Wel­ches Buch wür­den Sie nicht noch ein­mal lesen?

Bücher, die ich rezen­sier­te oder sol­che, die ich inner­lich ablehn­te oder gleich ent­sorgt habe.

  1. In wel­chem Bereich sehen Sie die größ­te Not in der heu­ti­gen Chris­ten­heit und wo (und/oder) wie könn­te man da am bes­ten einschreiten/helfen?

In der Träg­heit vie­ler Chris­ten einer­seits und der emo­tio­na­len Über­la­dung durch die cha­ris­ma­ti­sche Bewe­gung ande­rer­seits und drit­tens durch das Ein­drin­gen bibel­kri­ti­scher Theo­lo­gie in die evan­ge­li­ka­le Welt sehe ich gro­ße Gefah­ren.

  1. Wie beur­tei­len Sie den refor­ma­to­ri­schen Auf­bruch unter vie­len Chris­ten aktu­ell?

Ich freue mich dar­über, wo ich es wahr­neh­me. Wie ich mit­be­kom­men habe, ist die­ser „Auf­bruch“ aller­dings ziem­lich cal­vi­nis­tisch geprägt. Ich habe zu wenig Ver­bin­dun­gen dahin, um das gut beur­tei­len zu kön­nen.

  1. Wie wur­den Sie Christ?

Ich kann mich an kei­ne Zeit in mei­nem Leben erin­nern, in der ich nicht an Gott geglaubt hät­te. Mei­ne Eltern waren bewuss­te Chris­ten. Ich habe immer zu ihm gebe­tet, ange­fan­gen Bibel zu lesen, mit­zu­ar­bei­ten in der Kin­der- und spä­ter in der Jugend­ar­beit unse­rer Gemein­de. Bekehrt habe ich mich viel­leicht mehr­mals, hat­te aber lan­ge Zeit Pro­ble­me mit der Heils­ge­wiss­heit, die mir dann erst als Stu­dent beim Lesen von Watch­man Nees „Das nor­ma­le Chris­ten­le­ben“ geschenkt wur­de.

  1. Was bedeu­tet für Sie „Christ sein“?

Es bedeu­tet für mich, immer mit Jesus Chris­tus ver­bun­den zu sein (in Chris­tus blei­ben). Alle Anlie­gen, aller Dank und alles Lob gehen zu ihm, täg­li­che Lek­tü­re sei­nes Wor­tes, Aus­wen­dig­ler­nen grö­ße­rer Absät­ze aus der Bibel, stän­di­ges Nach­den­ken über Bibel­wor­te, stän­di­ge Ver­bes­se­rung mei­ner Bibel­über­set­zung. Es bedeu­tet, Jesus Chris­tus zu lie­ben mit gan­zem Her­zen, mei­ner gan­zen See­le, mei­ner gan­zen Kraft und mei­nem gan­zen Ver­stand und mei­nen Nächs­ten wie mich selbst. Es bedeu­tet für mich, dass ich ohne ihn nichts Ver­nünf­ti­ges tun kann und mit ihm alles, was er mir zeigt.

  1. Wor­in sehen Sie Grund­la­gen für geist­li­ches Wachs­tum?

Per­sön­li­ches Bibel­stu­di­um, zumin­dest genü­gend Zeit, um die Bibel zu lesen und dar­über nach­zu­den­ken, damit man tut, was Gott sagt.

  1. Wel­che his­to­ri­sche Per­son wür­den Sie ger­ne tref­fen und wel­che Fra­gen wür­den Sie mit die­ser bespre­chen wol­len?

Das wären vor allem die bibli­schen Auto­ren, zum Bei­spiel Pau­lus, den ich fra­gen wür­de, wie er das „In-Chris­tus-Sein“ prak­ti­ziert hat und wie er man­ches gemeint hat.

  1. Soll­ten Lai­en sich über­haupt inten­siv mit Theo­lo­gie befas­sen, wenn dar­aus oft­mals so viel unpro­fes­sio­nel­ler Streit her­aus­strömt?

Ja, Chris­ten soll­ten sich auch mit Theo­lo­gie befas­sen, aber nur mit sol­cher, die von bibel­treu­en Aus­bil­dungs­stät­ten und wie­der­ge­bo­re­nen Leh­rern ver­tre­ten wird. Man soll­te auf kei­nen Fall wild durch­ein­an­der irgend­wel­che theo­lo­gi­schen Bücher lesen, bevor man die Bibel nicht selbst gründ­lich kennt. Man soll­te Lite­ra­tur­emp­feh­lun­gen von bewusst gläu­bi­gen Chris­ten anneh­men. Man müss­te vor­sich­tig bei Men­schen sein, die (angeb­lich) alles bes­ser wis­sen als die ande­ren!

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