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E. Janzen: Wir setzen auf hohe Tonqualität, abwechslungsreiche Arrangements und vor allem gute Textverständlichkeit

Der Verlag Janzenmedien stellt sich vor

NIMM UND LIES: Lie­ber Herr Jan­zen, seit wann gibt es den Ver­lag Jan­zen­me­di­en und wie kommt man dazu, einen neu­en Ver­lag zu grün­den?

Edu­ard Jan­zen: Das Gan­ze hat ursprüng­lich unter dem Namen Jan­zen­mu­sik begon­nen und war ein klei­nes Ton­stu­dio mei­nes Bru­ders Rudolf Jan­zen, bzw eher ein Musik­la­bel. Es sind in den Jah­ren 2001/2002 die ers­ten CDs mit christ­li­cher Musik aus Eigen­pro­duk­ti­on ver­öf­fent­licht wor­den, damals noch über den Ver­lag VCLM, weil Jan­zen­mu­sik kein eigen­stän­di­ger Ver­lag war. Dann im Jahr 2013 ist Jan­zen­mu­sik als eigen­stän­di­ger Ver­lag mit einem Online­shop gestar­tet und mit den Jah­ren gewach­sen. Erst im März die­sen Jah­res wur­de Jan­zen­mu­sik zur Jan­zen­me­di­en GbR, aus zwei Grün­den: Zum einen soll­te das Ver­lags­pro­gramm nicht nur auf Musik beschränkt sein, so war der Name pas­sen­der, zum ande­ren bin ich dann offi­zi­ell dazu gesto­ßen. Vor­her war ich nur häu­fi­ger im Stu­dio, bzw bei Auf­nah­men und Mixings aktiv. Das Plat­ten­la­bel Jan­zen­mu­sik ist jedoch bestehen geblie­ben und erscheint wei­ter auf künf­ti­gen Eigen­pro­duk­tio­nen.

NIMM UND LIES: Wie sieht Ihr Ver­lags­pro­gramm aus? Wo lie­gen die Schwer­punk­te?

Edu­ard Jan­zen: Der gro­ße Schwer­punkt unse­res Ver­lags­pro­gramms liegt auf christ­li­chen Hör­me­di­en.

Wie eben bereits ange­ris­sen, besteht unser Ver­lags­pro­gramm zum Groß­teil aus Musik-CDs mit christ­li­cher Musik, den Schwer­punkt bil­den hier­bei in Eigen­pro­duk­ti­on ent­stan­de­ne Ton­trä­ger mit Män­ner­ge­sang, ob mit klei­ne­rer Beset­zung im Ensem­ble und Dop­pel­quar­tett, oder auch grö­ße­re Chor­pro­duk­tio­nen. Wir haben aber auch gemisch­te Gesangs­auf­nah­men sowie Instru­men­tal­mu­sik im Pro­gramm. Uns war und ist immer wich­tig, dass der Name Jesus bei den Lie­dern im Vor­der­grund steht und der Text pas­send, d. h. unter­stüt­zend, musi­ka­lisch umrahmt wird.

Mit Hör­bü­chern sind wir erst in die­sem Jahr gestar­tet, zwei Hör­spie­le für Kin­der hat­ten wir jedoch vor eini­gen Jah­ren auch schon pro­du­ziert. Hier bie­ten wir auch eini­ge Pro­duk­te von ande­ren Ver­la­gen an.

Zusätz­lich dazu haben wir auch Print­me­di­en ande­rer kon­ser­va­tiv-evan­ge­li­ka­ler Ver­la­ge auf­ge­nom­men, wie z. B. Kur­se des Ver­lags riga­tio oder geist­li­che Bücher des CMD und ande­re.

Als wei­te­ren (noch) klei­nen Bereich bie­ten wir klei­ne Geschenk­ar­ti­kel und Musik­zu­be­hör an.

NIMM UND LIES: Neben Ihrem Ver­lag gibt es eini­ge wei­te­re kon­ser­va­tiv-evan­ge­li­ka­le Ver­la­ge, die sich auf Hör­me­di­en spe­zia­li­siert haben. Was unter­schei­det Ihren Ver­lag von den ande­ren Ver­la­gen? Macht es nicht eher Sinn, einen bestehen­den Ver­lag zu unter­stüt­zen?

Edu­ard Jan­zen: Der gro­ße Unter­schied ist, dass wir ein eige­nes Plat­ten­la­bel und Ton­stu­dio haben, selbst also vie­le Hör­me­di­en pro­du­ziert haben und auch noch wer­den. Hier­bei grei­fen wir jedoch auch auf ande­re Ton­stu­di­os, Ton­tech­ni­ker und Musi­ker zurück. Wir sind kein rei­ner „Händ­ler“ von Hör­me­di­en, son­dern sind immer dabei neue Pro­duk­tio­nen selbst zu pla­nen und durch­zu­füh­ren.

Wir set­zen bei unse­ren Pro­duk­tio­nen auf hohe Ton­qua­li­tät, abwechs­lungs­rei­che Arran­ge­ments und vor allem auf gute Text­ver­ständ­lich­keit. Ton­trä­ger mit deut­schem Män­ner­ge­sang sind zudem sehr sel­ten gewor­den, die Nach­fra­ge danach ist jedoch nach wie vor hoch. Gera­de nach guten guten geist­li­chen Lie­dern.

NIMM UND LIES: Wel­cher Arti­kel im ver­gan­ge­nen Jahr war der Top­ti­tel Ihres Ver­lags, und wel­cher war eher eine Ent­täu­schung? Wel­chen Arti­keln wün­schen Sie eine beson­ders gro­ße Ver­brei­tung?

Edu­ard Jan­zen: Top­ti­tel war defi­ni­tiv die im Sep­tem­ber 2017 erschie­ne­ne CD „Nur Gna­de“, eine CD mit alten und neu­en Män­ner­chor­lie­dern, mit einem Chor von etwa 40 Sän­gern gesun­gen, teils sin­fo­nisch beglei­tet. Es war eine gro­ße Pro­duk­ti­on mit viel Auf­wand in Arran­ge­ments, Auf­nah­men und Bear­bei­tung. Aber die­ser hat sich gelohnt, sie ist bereits in der 3. Auf­la­ge und wird immer noch ger­ne gekauft und gehört.

Ent­täu­schun­gen hat­ten wir in dem Sin­ne gar nicht, es gibt natür­lich Pro­duk­te, die lang­sa­mer ange­lau­fen sind als ande­re. Aber Inter­es­se nach unse­ren Pro­duk­tio­nen war immer vor­han­den, wenn wir auch im Ver­gleich zu den ers­ten CDs gro­ße Qua­li­täts­sprün­ge gemacht haben.

Eine beson­de­re Ver­brei­tung wür­den wir genau der CD „Nur Gna­de“ wün­schen, weil sie von einem The­ma spricht, das heu­te alle Men­schen erfas­sen und für sich in Anspruch neh­men soll­ten — die Gna­de Got­tes durch das Erlö­sungs­werk Jesu Chris­ti! Wei­ter­hin wün­schen wir sie aber auch dem Hör­buch „Hud­son Tay­lor“, da hier das Leben und die Glau­bens­grund­sät­ze eines Mis­sio­nars dar­ge­stellt wer­den, die heu­te noch beein­dru­ckend sind.

NIMM UND LIES: Nach wel­chen Kri­te­ri­en ent­schei­den Sie über neue Pro­duk­te? Wel­ches Pro­jekt steht bei Ihnen als nächs­tes an?

Edu­ard Jan­zen: Unse­re Kri­te­ri­en sind eigent­lich in einem kur­zen Satz zusam­men­zu­fas­sen: Eine kla­re Aus­rich­tung auf unse­ren Herrn und Erlö­ser Jesus Chris­tus! Die soll immer zen­tral sein, ob in geist­li­chen Lehr­wer­ken, die wir ins Ver­lags­pro­gramm auf­neh­men, oder bei neu­en Musik-CDs, die wir pro­du­zie­ren. Hier sind es vor allem die Lied­tex­te, die theo­lo­gisch rich­tig und biblisch fun­diert sein sol­len. Das ent­schei­det auch dar­über, ob ein Lied grund­sätz­lich für eine Auf­nah­me geeig­net ist oder nicht.

Als wei­te­res Kri­te­ri­um kommt bei Musik-CDs hin­zu, dass das Arran­ge­ment und die Instru­men­tie­rung den Text pas­send umrah­men und unter­stüt­zen soll. Des­halb kommt für uns nicht jede Sti­lis­tik in Fra­ge, die uns der Musik­markt bie­tet.

Aktu­ell steht das Hör­buch „Das Lager“ an. Es soll im Früh­ling 2019 erschei­nen. Dann noch ein evan­ge­lis­ti­sches Andachts­buch von Hildor Bösel von der Mara­natha-Mis­si­on, das als Hör­buch pro­du­ziert und ver­schenkt wer­den soll.

Als nächs­tes musi­ka­li­sches Pro­jekt ist für den Frühling/Sommer 2019 eine wei­te­re Män­ner-Gesangs­auf­nah­me geplant. The­ma­tisch geht es wahr­schein­lich in die Rich­tung Pas­si­on, aber das steht noch nicht genau fest. Das hängt von eini­gen Fak­to­ren ab. So sind in der Ver­gan­gen­heit Pro­duk­tio­nen oft des­halb ins Rol­len gekom­men, weil wir selbst Lie­der zu bestimm­ten The­men kom­po­niert hat­ten oder Lie­der aus dem Eng­li­schen über­setzt haben und die­se ger­ne auf einem Ton­trä­ger fest­hal­ten woll­ten. Wir haben aber auch schon Lis­ten mit Lie­dern von Kun­den erhal­ten, die sie sich ger­ne für eine nächs­te CD wün­schen wür­den.

NIMM UND LIES: Sie haben zusam­men mit Han­no Herz­ler das Hör­buch „Hud­son Tay­lor – Ein Mann, der Gott ver­trau­te“ ein­ge­spro­chen. Han­no Herz­ler ist im christ­li­chen Bereich eine wah­re Spre­cher­grö­ße. Wer­den Sie in Zukunft wei­te­re Hör­bü­cher gemein­sam ein­spre­chen?

Edu­ard Jan­zen: Han­no Herz­ler ist seit letz­tem Jahr mein per­sön­li­cher Sprech­trai­ner, dadurch ist die­se Zusam­men­ar­beit für Hud­son Tay­lor ent­stan­den, und die Text­vor­la­ge bot sich hier her­vor­ra­gend an. Und rich­tig, es wird nicht die letz­te sein. Ein wei­te­res gemein­sa­mes Hör­buch „das Lager“ ist der­zeit in Arbeit, dabei hat Han­no Herz­ler kur­ze Kapi­telin­tros gespro­chen. Für ihn habe ich bereits bei der Kin­der-Hör­spiel­se­rie „Roth­stein-Kids“ bei einer Rol­le für den im Janu­ar erschei­nen­den 7. Teil mit­wir­ken dür­fen.

Wir hof­fen, dass sich in der Zukunft noch mehr Gele­gen­hei­ten zu gemein­sa­men Pro­jek­ten erge­ben wer­den!

NIMM UND LIES: Man­chen Kun­den sind die Prei­se für christ­li­che Lite­ra­tur und Medi­en zu hoch. Was mei­nen Sie dazu?

Edu­ard Jan­zen: Man kann es den Kun­den nicht ver­übeln, denn sie haben meist kein Wis­sen und auch kei­ne Vor­stel­lung dar­über, welch ein Auf­wand eine qua­li­ta­tiv gute Pro­duk­ti­on oder ein lite­ra­ri­sches Werk bedeu­tet. Gera­de im Bereich der Ton­me­di­en sind die Anfor­de­run­gen an Qua­li­tät sei­tens der Kun­den im Lau­fe der letz­ten Jah­re gewach­sen. Gute Qua­li­tät heißt jedoch in vie­ler Hin­sicht häu­fig auch hohe Kos­ten. Das führt auto­ma­tisch zu einem höhe­ren Preis.

Ist ein Pro­jekt bei­spiels­wei­se voll­stän­dig durch Spen­den finan­ziert, die nur die­sem Zweck gewid­met sind, so könn­ten die Pro­duk­te auch sehr güns­tig ange­bo­ten oder ver­schenkt wer­den. Wenn jedoch jemand sei­nen Lebens­un­ter­halt mit die­ser Arbeit ver­dient oder ver­die­nen möch­te, ist auch des­halb ein höhe­rer Preis gerecht­fer­tigt.

Wir ken­nen die­se Kun­den, aber haben auch vie­le Kun­den, die uns unter­stüt­zen möch­ten und des­halb ger­ne die Prei­se bezah­len — zumal wir nicht im hoch­prei­si­gen Seg­ment, was Ton­trä­ger anbe­trifft, unter­wegs sind.

NIMM UND LIES: Christ­li­che Hör­spie­le wer­den fast aus­schließ­lich für Kin­der pro­du­ziert. Pla­nen Sie Hör­spie­le für Erwach­se­ne zu ver­öf­fent­li­chen?

Edu­ard Jan­zen: Das stimmt, und genau ent­ge­gen die­ser Ten­denz hat­te ich bereits ange­fan­gen, ein wei­te­res Buch von Sieg­fried Witt­wer (eines sei­ner Bücher, „die Spur des Wol­fes“, habe ich als Hör­buch auf­ge­nom­men) zu einem Hör­spiel umzu­schrei­ben. „Im Visier der Mafia“ beruht auf wah­ren Bege­ben­hei­ten und der Inhalt ist stark christ­lich geprägt, aber es wird defi­ni­tiv für Erwach­se­ne geeig­net sein. Dies könn­te jedoch erst nächs­tes oder über­nächs­tes Jahr kon­kret wer­den.

NIMM UND LIES: Die evan­ge­li­ka­le Ver­lags­welt hat in den ver­gan­ge­nen Jah­ren eine enor­me Kon­zen­tra­ti­on erlebt. Beson­ders die tra­di­tio­nel­len Ver­la­ge haben sich in weni­gen Ver­lags­grup­pen gebün­delt, um über­haupt noch bestehen zu kön­nen. Was mei­nen Sie, wie wird es auf dem christ­li­chen Buch­markt in zehn Jah­ren aus­se­hen? Wird Jan­zen­me­di­en dann Teil einer Ver­lags­grup­pe sein?

Edu­ard Jan­zen: Es ist schon zu beob­ach­ten, dass der Han­del mit Büchern gene­rell zurück­ge­gan­gen ist, auch im Bereich der christ­li­chen Lite­ra­tur. Das liegt mei­ner Ein­schät­zung nach zu einem gro­ßen Teil an dem Wan­del in der Medi­en­welt und der schnel­len Fort­schrei­tung der tech­ni­schen Ent­wick­lung. Heu­te wird die jün­ge­re Gene­ra­ti­on, zu der ich auch gehö­re, mit kur­zen, knap­pen und schnel­len Infor­ma­tio­nen zufrie­den gestellt und sie hat kei­ne Zeit und auch kein Inter­es­se mehr für Bücher. Gera­de dann nicht, wenn sie nicht ein­fach nur kurz­wei­lig span­nend, son­dern lehr­reich geschrie­ben sind. Die­se Ent­wick­lung geht zwar viel schlei­chen­der vor­an und ist auch längst nicht pau­schal auf alle zutref­fend, doch ist sie schon spür­bar. Das wird auch den Buch­markt in zehn Jah­ren etwas wei­ter schrump­fen las­sen, so mein Ein­druck.

Wir als Jan­zen­me­di­en haben grund­sätz­lich erst­mal nicht vor, Teil einer Ver­lags­grup­pe zu wer­den. Das käme für uns auch nur dann in Betracht, wenn die­ser Ver­lag oder die­se Grup­pe unse­re Grund­sät­ze wei­test­ge­hend tei­len wür­de. Der wirt­schaft­li­che Aspekt ist dann an die­ser Stel­le für uns defi­ni­tiv zweit­ran­gig. Wenn sich hier jedoch in Zukunft gute Gele­gen­hei­ten zu Koope­ra­tio­nen bie­ten soll­ten, sind wir auch nicht abge­neigt.

NIMM UND LIES: Wel­che Her­aus­for­de­run­gen beschäf­ti­gen Sie als Ver­lag zur­zeit beson­ders stark?

Edu­ard Jan­zen: Wir haben einen Spa­gat zu schaf­fen zwi­schen hohem Qua­li­täts­an­spruch und hoher Nach­fra­ge nach neu­en Pro­duk­tio­nen, aber gerin­ger Zeit und per­so­nel­ler sowie finan­zi­el­ler Kapa­zi­tät. Wir sind der­zeit nur zu zweit im Ver­lag beschäf­tigt, möch­ten aber auch ger­ne wei­te­re qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge (sowohl inhalt­lich als auch tech­nisch) Pro­duk­te auf den Markt brin­gen, die ande­ren Men­schen Segen brin­gen. Hier fehlt uns auch oft das erfor­der­li­che finan­zi­el­le Pols­ter für eine Pro­duk­ti­on. Für jede Unter­stüt­zung unse­rer Arbeit sind wir dank­bar, und oft waren es die klei­nen Mut machen­den Wor­te begeis­ter­ter Kun­den, die uns neue Kraft ver­lie­hen haben!

NIMM UND LIES: Vie­len Dank. 

Janzenmedien_www.janzenmedien.com

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