Alle Artikel in: Zeitgeschehen/Apologetik

Mein lieber Markus! (Ein Brief von Paul Geyser)

Mit schwe­rem Her­zen habe ich gele­sen, dass du dich für die Theo­lo­gie ent­schie­den hast, und auch dei­ne wür­di­ge Mut­ter hat erklärt, es sei das eine bedenk­li­che­re Wahl, als wenn du den Rock aus zwei­er­lei Tuch anzie­hen oder dein Glück auf dem Welt­meer suchen woll­test. Indes­sen, wie ich dir nie zure­de­te und dir ganz freie Wahl ließ, so will ich nun auch nicht wider­re­den, son­dern dir nur zuru­fen: Der Gott, vor dem mei­ne Väter Abra­ham und Isaak wan­del­ten, der Gott, der mich mein Leben lang ernähr­te bis auf die­sen Tag, der Engel, der mich erlöst hat von allem Bösen, der sei mit dir! (1Mo 48,15) Oh, mein Sohn Mar­kus, mei­nes Her­zens Hoff­nung und Freu­de, ich woll­te lie­ber, du wärst auf mei­nen Knien gestor­ben, als dass du her­an­ge­wach­sen wärst, um des Teu­fels Nar­ren­kap­pe zu tra­gen, ein Die­ner der Kir­che zu hei­ßen und ein Baals­pfaf­fe zu sein. Weißt du, dass nach Got­tes Gesetz der Mann, der das Hei­li­ge Salb­öl nach­mach­te, ver­flucht und ver­ma­le­deit war in Ewig­keit? (2Mo 30,31 – 33) Wird denn eine gerin­ge­re Stra­fe den­je­ni­gen tref­fen, der das Heilige …

Thorsten Hebel – der „Evangelist“, der seinen evangelikalen Glauben ablegte

Das wesent­li­che Ziel von NIMM UND LIES ist, emp­feh­lens­wer­te Bücher und ande­re christ­li­che Medi­en zu bespre­chen und somit Gutes bekannt zu machen. Manch­mal sehe ich es jedoch für not­wen­dig, auch deut­li­che Kri­tik an Büchern und Autoren zu üben. Beson­ders dann, wenn Autor und Buch eine gewis­se Bekannt­heit genie­ßen, der Inhalt des Buches jedoch das Poten­zi­al hat, gro­ßen geist­li­chen Scha­den anzu­rich­ten. Um so ein Buch soll es in die­sem Bei­trag gehen. Thors­ten Hebel zählt zu den bekann­te­ren jün­ge­ren „Evan­ge­lis­ten“ in der evan­ge­li­ka­len Bewe­gung; er hat sich beson­ders durch sei­ne Bot­schaf­ten bei dem Pro-Christ-Jugend­­e­­vent „Jesus House“ bei vie­len Chris­ten einen Namen gemacht. Vor eini­ger Zeit hat er durch die Ver­öf­fent­li­chung eines Bekennt­nis­bu­ches [Frei­schwim­mer, Anm. von A.R.] von sich reden gemacht, in dem er sich von sei­nem tra­di­tio­nel­len evan­ge­li­ka­len Glau­ben distan­ziert und bekennt: „Mein Glau­be an Gott war irgend­wann weg“. In einem Idea-Inter­­view sag­te Hebel, der heu­te eine sozi­al­dia­ko­ni­sche Arbeit unter Ber­li­ner Jugend­li­chen lei­tet: „Auf mei­ner Glau­bens­rei­se hat­te ich ein spi­ri­tu­el­les Erleb­nis, mit dem ich nicht gerech­net habe. Ich habe eine ganz neue Wei­te gefun­den, ein Bewußt­sein für die Gegenwart …

Wie falsche Theologie uns die Bibel stehlen kann

Mit Ent­set­zen aber gleich­zei­tig auch mit Freu­de ent­sin­ne ich mich an eine „christ­li­che“ und „bibel­treue“ Kon­fe­renz, auf der ich vor etwa zwei Jah­ren anwe­send war. Ich wer­de kei­ne Namen und Orte nen­nen, jedoch wird für den Ken­ner auch so offen­sicht­lich sein, wovon ich rede. Der Autor sprach über die Offen­ba­rung und sein Fazit war im Gro­ßen und Gan­zen, dass die Offen­ba­rung die Chris­ten nichts angeht, da der Inhalt nur die Juden betrifft, die nach der Ent­rü­ckung der Gemein­de zum Glau­ben kom­men wer­den. Es waren noch vie­le wei­te­re ver­wir­ren­de The­sen auf­ge­stellt wor­den, jedoch lag über allem der Unter­ton: Dies betrifft nur die Juden, und das betrifft nur die Juden, für die Gemein­de sind im Gro­ßen und Gan­zen nur die Pau­lus­brie­fe, und selbst hier nicht alle. Das war das Ent­set­zen! Es wur­de grö­ßer, als aus den Rei­hen der Zuhö­rer ver­ein­zelt Hal­­le­lu­­ja-Rufe erschall­ten über die­se „Fro­he Bot­schaft“. Der Red­ner hielt uns vor, dass Ver­se, wie „sei getreu bis zum Tod, so will ich dir die Kro­ne des Lebens geben“, nie­mals für Men­schen gemeint sein kön­nen, die unter der Gnade …

Buchbesprechung: Geschichte und Gott

Ich bin fest davon über­zeugt, dass zwar jeder­mann davon redet, wie wich­tig und hilf­reich soli­de Geschichts­kennt­nis­se sind, doch gleich­zei­tig sich kaum einer um sol­che bemüht. Das zeigt ein Blick auf das Ange­bot christ­li­cher Bücher zum The­ma Kir­chen­ge­schich­te. Betrach­tet man das The­ma Geschich­te all­ge­mein ist eine Deu­tung aus christ­li­cher Sicht noch sel­te­ner zu fin­den. Am ehes­ten fin­det man hier noch Mate­ri­al aus dem Mit­tel­al­ter (z. B. die Welt­chro­nik oder die Geschich­te der zwei Staa­ten von O. v. Frei­sing von 1146) oder von den Pie­tis­ten des vor­letz­ten Jahr­hun­derts. Nun wur­de die­se wich­ti­ge Lücke geschlos­sen und ein grund­le­gen­des Werk zur Inter­pre­ta­ti­on der Welt­ge­schich­te erschien vor eini­gen Wochen bei CV Dil­len­burg. Geschichts­dich­tung unter­liegt immer der Inter­pre­ta­ti­on durch den Betrach­ter. Dies bedeu­tet für den Chris­ten, dass ein For­schen in der Schrift und eine Grund­hal­tung des Ver­trau­ens gegen­über Gott ihm hel­fen kön­nen, die Gescheh­nis­se ver­gan­ge­ner Zei­ten bes­ser deu­ten zu können.

Darf ein Mensch sich für die Wahrheit totschlagen lassen?

Es war ein­mal ein Mann, er war als Kind in der christ­li­chen Reli­gi­on streng erzo­gen wor­den. Er hat­te nicht viel von dem gehört, was Kin­der sonst hören, vom klei­nen Jesus­kind, von Engeln und ähn­li­chem. Dage­gen hat­te man ihm des­to häu­fi­ger den Gekreu­zig­ten gezeigt, so dass die­ses Bild das ein­zi­ge war und der ein­zi­ge Ein­druck, den er vom Erlö­ser hat­te; obgleich ein Kind, war er doch schon alt wie ein Greis. Mit die­sen unge­wöhn­li­chen Sät­zen fängt eine sehr inter­es­san­te Abhand­lung Kier­ke­gaar­ds an, die sich mit dem unge­wöhn­li­chen The­ma des Mär­ty­rer­tods beschäf­tigt. Mei­ne Neu­gier trieb mich dazu, die­ses kur­ze Essay zu lesen, und ich soll­te nicht ent­täuscht wer­den. Nebst zahl­rei­chen Weis­hei­ten Kier­ke­gaar­ds bekommt man tat­säch­lich einen guten Ein­blick dar­auf, wel­che gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung ein jeder trägt, der mit sei­nen Erkennt­nis­sen so umgeht, dass er einen Keil in die Gesell­schaft treibt. Dies genau tut näm­lich ein jeder, der die ande­ren dazu bringt, ihn zu töten. Die anderen?

Das Buch der Schöpfung

Denn was von ihm unsicht­bar ist, sei­ne unver­gäng­li­che Kraft und Gott­heit, wird seit der Erschaf­fung der Welt mit der Ver­nunft an sei­nen Wer­ken wahr­ge­nom­men … Röm.1,20 Das Buch der Schöp­fung Über­aus beein­dru­ckend ist die Schöp­fung Got­tes.  J.C. Ryle stellt in sei­nem Buch „Seid hei­lig!“ fest: (Got­tes) Schöp­fung ist abso­lut voll­kom­men — voll­kom­men ob wir durchs Tele­skop oder durchs Mikro­skop schau­en; voll­kom­men in der Gestal­tung eines mäch­ti­gen Pla­ne­ten wie des Jupi­ters mit sei­nen Satel­li­ten, der sekun­den­ge­nau die Zeit ein­hält, in der er die Son­ne umrun­det, und voll­kom­men in der Gestal­tung des kleins­ten Insekts, das über den Boden kriecht.

Das andere Evangelium…

Eines Tages, es waren mei­ne ers­ten Anläu­fe, durf­te ich in mei­ner Gemein­de das Ein­lei­tungs­wort spre­chen. Ich wähl­te den Text über die Hel­den Davids und habe dies so ange­wandt, dass wir als Chris­ten immer danach stre­ben soll­ten, Got­tes Hel­den zu sein. Wie gesagt, waren es damals die mit­tel­mä­ßi­gen Anfän­ge eines sowie­so mit­tel­mä­ßi­gen Pre­di­gers … Nach dem Got­tes­dienst wur­de ich von einem Bru­der ange­spro­chen (von dem ich auch bis heu­te gro­ße Stü­cke hal­te), der mir den Text aus Gala­ter 1,6−10 vor­hielt. Das Fazit war kurz gefasst fol­gen­des: Ich habe zu sehr die mensch­li­che Ver­ant­wor­tung betont und nicht das „Evan­ge­li­um“, somit hät­te ich ein fal­sches Evan­ge­li­um ver­kün­digt. Nun, ich habe damals nicht viel wider­spro­chen, habe aber die Ermah­nung damals auch nicht ganz genau ver­stan­den. Eigent­lich geht es mir nicht um die Ermah­nung (mög­li­cher­wei­se war sie zu die­sem Zeit­punkt durch­aus ange­bracht, ich kann es jedoch so vie­le Jah­re dar­nach nicht mehr wirk­lich über­prü­fen). Es war damals nur das ers­te Mal, dass ich mit dem Vor­wurf kon­fron­tiert wur­de, dass mein Evan­ge­li­um nicht kor­rekt sei, ich ein über­aus schreck­li­cher Irr­leh­rer wäre, …

Wissen vs. Glauben

In mei­nem Glau­bens­le­ben ist mir eine beson­de­re Tücke mei­nes Her­zens erst in der letz­ten Zeit auf­ge­fal­len: Ich muss­te fest­stel­len, dass ich immer wie­der geneigt bin, Glau­ben durch Wis­sen zu erset­zen. Den­ken wir hier­bei an die Auf­er­ste­hung Chris­ti. Natür­lich ist die Auf­er­ste­hung Chris­ti ein his­to­ri­sches Fak­tum. Dies kann ich wis­sen, auch kann ich mich mit allen his­to­ri­schen Ein­zel­hei­ten der Auf­er­ste­hung beschäf­ti­gen. Eine Har­mo­nie der dazu­ge­hö­ri­gen Tex­te durch­füh­ren. Auch kann ich beken­nen und wis­sen, dass Chris­tus Gott ist (wenigs­tens dass was ich dar­un­ter ver­ste­he, was ein Gott ist).  Den­noch kann es sein, dass ich gleich­zei­tig gar nicht dar­an glau­be. Die­se Din­ge wer­den für mich nur zu einer Ange­le­gen­heit der Ver­nunft nicht aber zu einer Ange­le­gen­heit des Herzens.

Buchvorstellung: Tatort Christenheit

Gott schafft Alles aus Nichts — und Alles, was Gott gebrau­chen will, macht er zuerst zu Nichts. Die­ses tief­sin­ni­ge Zitat stammt von Søren Kier­ke­gaard, (* 5. Mai 1813 in Kopen­ha­gen †  11. Novem­ber 1855 eben­da), dem bekann­ten däni­schen Theo­lo­gen und Phi­lo­soph. Bis heu­te wird Kier­ke­gaard unter den Evan­ge­li­ka­len mit gemisch­ten Gefüh­len auf­ge­nom­men. Gar man­cher sieht in ihm sogar den „Vater der moder­nen Theo­lo­gie und Phi­lo­so­phie“. Tat­säch­lich hat Kier­ke­gaard zeit­le­bens für das rei­ne Chris­ten­tum gekämpft. Er sel­ber drück­te das so aus:  Will einer zu mir spre­chen: „Was du sagst, ist unwahr, du hast eine ver­wirr­te feh­ler­haf­te Vor­stel­lung vom Christ­sein“, so ant­wor­te ich: „Mach mir das klar, so wer­de ich mei­ne Auf­fas­sung ändern; wo nicht, natür­lich kei­nen Tüt­tel.“ (…) Um ein Wort über mich selbst zu sagen: Ich bin nicht, was die Zeit viel­leicht for­dert, ein Refor­ma­tor, auf kei­ne Wei­se, auch nicht ein spe­ku­la­ti­ver, tief­sin­ni­ger Geist, ein Seher, ein Pro­phet, nein, ich bin — mit Ver­laub — ich bin ein in sel­te­nem Maße aus­ge­präg­tes Polizeitalent.

Ken Ham: Wie aber werden sie hören?

Ein nach Gott suchen­der Mensch fragt dich, wo er anfan­gen soll, die Bibel zu lesen. Was wür­dest du ant­wor­ten? Mit Mat­thä­us, Mar­kus, Lukas oder Johan­nes? Ich habe Goog­le gefragt: „Wo soll ich anfan­gen, die Bibel zu lesen?“ In den meis­ten Such­ergeb­nis­sen fin­de ich den Rat­schlag, mit den Evan­ge­li­en anzu­fan­gen. Sehr häu­fig wird das Mar­­kus-Evan­­ge­­li­um vor­ge­schla­gen. Die­se und ähn­li­che Ant­wor­ten haben Tra­di­ti­on. Ich bin mir sicher, vie­le sind durch das Lesen der Evan­ge­li­en zum Glau­ben an Jesus Chris­tus gekom­men. Doch soll­te man die obi­ge Fra­ge nicht bes­ser doch anders beant­wor­ten? Gibt es nicht einen bes­se­ren Ein­stieg in die Bibel als die Evan­ge­li­en? Ken Ham hat ein gan­zes Buch für den Beweis geschrie­ben, dass vie­le Men­schen heu­te nicht die Evan­ge­li­en zuerst gele­sen sol­len, son­dern 1. Mose, die Gene­sis, das Buch der Ent­ste­hung. War­um gera­de die­ses Buch? Ich fra­ge lie­ber: War­um nimmt die Ableh­nung der Bot­schaft vom Kreuz zu? Was ist die Ursa­che für die ver­stärk­te Säku­la­ri­sie­rung des Wes­tens und mit ihm zahl­rei­cher ande­rer Län­der? Ken Ham, der vie­le Län­der und Kul­tu­ren besucht hat, ist zu fol­gen­der Über­zeu­gung gekommen: …