Alle Artikel in: Erbauliches

Ein technisches Gleichnis

„Bevor ich das Evan­ge­li­um kann­te, sam­mel­te ich die unter­schied­lichs­ten Kennt­nis­se aller Arten von Wis­sen­schaf­ten – mal hier­von, mal davon, ein wenig Che­mie, ein wenig Bota­nik, ein wenig Astro­no­mie, ein wenig dies, ein wenig das. Es war ein chao­ti­sches Durch­ein­an­der. Seit ich das Evan­ge­li­um ken­ne, ent­steht in mei­nem Gehirn Ord­nung: Alles bekommt sei­nen Platz. Mir scheint, daß ich, als ich Chris­tus ent­deck­te und ihn als gekreu­zigt, den Mit­tel­punkt des Sys­tems gefun­den hat­te, so dass ich nun jede wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis ein­ord­nen kann. Von der Erde aus gese­hen, bewe­gen sich die Pla­ne­ten völ­lig unge­ord­net. Erst die Kennt­nis des Son­nen­sys­tems gibt ihnen Kon­stanz und Ord­nung. So ist es mit dem Wis­sen. Begin­ne mit wel­cher Dis­zi­plin du willst – du hast immer nur die hal­be Wahr­heit. Beginnst du mit dem Wis­sen von dem gekreu­zig­ten Chris­tus, dann hast du die Son­ne, um die alle ande­ren Wis­sen­schaf­ten sich in voll­kom­me­ner Har­mo­nie bewe­gen. Chris­tus ist für mich die Weis­heit Got­tes. Seit ich Chris­tus, den Gekreu­zig­ten ken­ne, kann ich alles ler­nen.“ (C.H. Spur­ge­on; Alles zur Ehre Got­tes, Auto­bio­gra­phie S. 63) An kei­ner Stel­le sei­ner Autobiographie …

Luther: Eine einfältige Weise zu beten, für einen guten Freund

Die­ses Werk ist äußerst ori­gi­nell, schrieb doch der berühm­tes­te Pro­fes­sor Euro­pas ein Buch für sei­nen Bar­bier. An die­ser Stel­le möch­te ich einen Aus­schnitt aus einer Buch­be­spre­chung von Pierre Büh­ler hin­zu­fü­gen: „Meis­ter Peter Bes­ken­dorf war Bar­bier und zum Teil wohl auch Arzt. Er gehör­te zu den bes­ten und ältes­ten Freun­den Luthers und sprach gern mit die­sem über theo­lo­gi­sche und reli­giö­se The­men. Es ist anzu­neh­men, dass er von Luther eine Anwei­sung zum Beten begehrt hat­te und Luther sei­nen Wunsch ent­sprach mit die­ser Dar­le­gung „einer ein­fa­chen Wei­se zu beten.“ Die Schrift erschien erst­mals 1535 in Wit­ten­berg, aller Wahr­schein­lich­keit nach in den ers­ten Mona­ten des Jah­res. Auf jeden Fall wird nicht auf das Unglück Bes­ken­dorfs Bezug genom­men: Er erstach am Oster­sams­tag 1535 — wahr­schein­lich im Rausch — sei­nen Schwie­ger­sohn Diet­rich und wur­de dann, von allen bedau­ert, am 30. Juli 1435 zwar begna­digt, aber des Lan­des ver­wie­sen. Die ein­fa­che Wei­se zu beten wird am Leit­fa­den der Bit­ten des Vater­un­sers und der zehn Gebo­te ent­fal­tet. Noch im sel­ben Jahr erschien eine erwei­ter­te Aus­ga­be: Hin­zu­ge­fügt wur­de das Beten der Haupt­stü­cke des Glau­bens­be­kennt­nis­ses. Die­se Schrift lie­fert wich­ti­ge Aspek­te von …

Wie Gott einen Reformator beruft

  Wenn mir der Herr in sei­nem Wort begeg­net, Wenn ich die gro­ßen Gna­den­ta­ten seh, Wie er das Volk des Eigen­tums geseg­net. Wie er’s geliebt, begna­digt je und je, Dann jauchzt mein Herz dir, gro­ßer Herr­scher zu Wie groß bist du, wie groß bist du! Dann jauchzt mein Herz dir, gro­ßer Herr­scher zu Wie groß bist du, wie groß bist du! Carl Gus­taf Boberg Als der schwe­di­sche Pas­tor Carl Gus­taf Boberg (1859−1940) auf einem Spa­zier­gang war, brach jäh­lings ein Gewit­ter los, beglei­tet von hef­ti­gen Win­den und Don­ner­grol­len. Nach­dem sich das Gewit­ter gelegt hat­te und Ruhe ein­ge­kehrt war, hör­te Boberg in der Fer­ne die Glo­cken sei­ner Kir­che läu­ten. Die Wor­te „Wie groß bist Du“ wur­den in sein Herz gelegt, und dar­aus ent­stand das Lied Du gro­ßer Gott, wenn ich die Welt betrach­te. Gott benutz­te ein Unwet­ter, um das Herz eines Pas­tors zu bewe­gen, ein Kir­chen­lied zu dich­ten, das bis heu­te gesun­gen wird. Dass Gus­taf Boberg die Bot­schaft des Evan­ge­li­ums der Gna­de im Her­zen er- und begrif­fen hat­te, bewei­sen sei­ne Wor­te: „Wenn mir der Herr in sei­nem Wort begeg­net … “ Boberg gehör­te der Svenska …

Lieblinge auf Lebenszeit

Ich bin noch ein sehr jung­ver­hei­ra­te­ter Mann (ein Jahr), somit bin ich noch sehr grün hin­ter den Ohren, was die Ehe betrifft. Daher will ich auch kei­ne Ehe-Rat­­schlä­­ge wei­ter­ge­ben, son­dern ein Buch vor­stel­len, was mein Den­ken bezüg­lich der Ehe sehr beein­flusst und geprägt hat. Way­ne A. Mack, der Autor die­ses Buches schreibt in der Ein­lei­tung: „Als Pas­tor, Col­­le­­ge-Pro­­­fes­­sor und Seel­sor­ger, (seit 1957 im Dienst), habe ich per­sön­lich ver­schie­dens­te Sor­ten und Zustän­de von Ehen beob­ach­tet. Es gibt nur ganz weni­ge Ehen, von denen man sagen kann, dass die Ehe­leu­te ihr gan­zes Leben lang „Lieb­lin­ge“ für­ein­an­der blei­ben. Und selbst sol­che Ehen müs­sen stets gehegt und gepflegt wer­den, es muss bestän­dig über­prüft wer­den, ob alles in Ord­nung ist und was ver­bes­sert wer­den kann. Die­se Wach­sam­keit ist auch in der bes­ten Ehe ange­sagt. Und für alle ande­ren Ehen ist gött­li­che, biblisch aus­ge­rich­te­te Unter­stüt­zung von umso grö­ße­rer Wich­tig­keit. Ich habe die­ses Buch durch­ge­le­sen als ich noch nicht ver­hei­ra­tet war, des­we­gen kann ich es auch den Leu­ten emp­feh­len die noch nicht ver­hei­ra­tet sind. Momen­tan lese ich es jetzt aber wie­der mit meiner …

Paul Humburg: Sein Rat ist wunderbar

Heu­te möch­te ich auf ein über­aus hoch­wer­ti­ges und in unse­rer Zeit sehr not­wen­di­ges Buch auf­merk­sam machen. Sein Rat ist wun­der­bar von Paul Hum­burg, ist eine Samm­lung von fünf kür­ze­ren Schrif­ten des Autors Paul Hum­burg. Zu spät wur­de ich auf die­sen Got­tes­mann auf­merk­sam, der die Gabe hat­te, schwie­ri­ge theo­lo­gi­sche Zusam­men­hän­ge so zu ver­mit­teln, dass jeder sie ver­ste­hen kann und man einen gro­ßen Segen aus der Leh­re zie­hen kann. „Ewi­ge Erwäh­lung“ ist die ers­te der fünf Schrif­ten Hum­burgs in die­sem Sam­mel­band und gibt eine gute Ein­füh­rung in die Gna­den­leh­re. Vor Jah­ren las ich als ein hit­zi­ger Armi­nia­ner in die­sem Buch, ohne mir wirk­lich etwas dabei zu den­ken und konn­te durch die Argu­men­ta­ti­on wirk­lich über­zeugt wer­den, dass Erret­tung nur von dem Herrn kom­men kann. Seit­dem ver­ste­he ich auch, in wel­chem Zusam­men­hang Erret­tung, Gna­de und Erwäh­lung mit­ein­an­der stehen.

Tipp: Gott vertrauen

Als ich das Buch gese­hen habe dach­te ich im ers­ten Moment, nicht noch ein Buch über Gott ver­trau­en, davon hört man so viel und liest auch eine Men­ge davon. Aber als ich es dann ange­fan­gen habe zu lesen, dach­te ich nur: „ Wow, das ist ja ganz anders als sonst!“. Dadurch, dass der Autor die  Eigen­schaf­ten Got­tes so lebens­nah erklärt, und sie auf das Leben anwen­det, hat sich durch die­ses Buch in mei­nem Den­ken, Han­deln und Ver­trau­en und beson­ders auch über das schwie­ri­ge The­ma Leid, wohin Jer­ry Brid­ges mit die­sem Buch haupt­säch­lich hin­ar­bei­tet, viel ver­än­dert. Ich habe davor gewusst dass ich Gott ver­trau­en kann, aber ich habe es irgend­wie nicht getan. In mei­nem Leben als Christ sah es irgend­wie nicht so danach aus. Im Bereich des Leids lehrt die Bibel uns drei wesent­li­che Wahr­hei­ten über Gott, die wir glau­ben müs­sen, wenn wir ihm in Not­si­tua­tio­nen ver­trau­en wol­len. Jemand hat die­se drei Tat­sa­chen mal so zusam­men­ge­fasst: In sei­ner Lie­be möch­te Gott stets das bes­te für uns. In sei­ner Weis­heit weiß er immer, was das bes­te für uns …

Lane, Tripp: Beziehungen

Wenn jeder mal ehr­lich zu sich sel­ber ist, ist es doch so, dass wir unse­re Bezie­hun­gen in unse­rem Leben nicht wirk­lich ernst neh­men und sie uns alle als selbst­ver­ständ­lich gel­ten, oder anders aus­ge­drückt, sie sind halt ein­fach da. Mit die­sem Buch ist mir ein ganz neu­es Licht auf­ge­gan­gen und ich muss­te erken­nen, dass Gott durch alle mei­ne Bezie­hun­gen in mei­nem Leben wirkt. Ja auch durch die Vor­ge­setz­ten auf der Arbeit. Er hilft mir durch die Men­schen auf der Arbeit aber auch durch die Men­schen pri­vat geist­lich zu wach­sen, sei es durch Pro­ble­me mit eini­gen oder auch durch Freu­de mit ande­ren. Gott zieht es vor, uns mit Men­schen zu umge­ben, die anders sind als wir, weil er weiß, dass dies sei­ne Absicht för­dern wird.

Die Sünde hat unsere Natur so umschlungen, wie die Riesenschlange ihr Opfer umklammert

Kennst du das? Da ist der eine Autor, und jeder redet von ihm, wie toll und groß­ar­tig er sei. Wie geist­lich sei­ne Wer­ke, wie got­tes­fürch­tig sein Wan­del. Doch fra­ge ja nicht, wie vie­le Bücher der Loben­de vom zu Loben­den gele­sen hat. Meis­tens nur eini­ge Zita­te. So erle­be ich das immer wie­der mit Mar­tin Luther. In höchs­ten Tönen wird die Leis­tung des gro­ßen Refor­ma­tors gelobt, doch sei­ne Wer­ke kennt heu­te kaum einer. Ich glau­be Jean Cal­vin trifft es noch här­ter. Wie vie­le „Cal­vi­nis­ten“ haben wohl Cal­vins Wer­ke stu­diert? Ich den­ke aber auch an einen drit­ten in die­ser Rei­he, näm­lich an den Fürs­ten der Pre­di­ger, Charles Had­don Spur­ge­on. Der christ­li­che Markt (auch deutsch­spra­chig) ist rela­tiv reich­hal­tig an Wer­ken von Spur­ge­on, wie man auch die­ser Biblio­gra­phie ent­neh­men kann. Jedoch scheint es guten Büchern meist  so zu gehen wie einer Fami­li­en­bi­bel: Schön plat­ziert im Regal, und regel­mä­ßig abge­staubt, damit man nicht sieht, dass man das Buch kaum aufmacht.

Buchvorstellung: Die Hungersnot

Ste­ven Law­son ist eine der weni­gen, kost­ba­ren Aus­nah­men und gehört wohl mit Abstand zu mei­nen Lieb­lings­pre­di­gern. Ein Leh­rer von mir sag­te mal: „Er fängt bei 100 % an zu pre­di­gen und ab da geht es nur noch berg­auf!“ Sei­ne Bücher zu lesen ist eben­so inter­es­sant, wie ihm zuzu­hö­ren. Er ist so vol­ler Lei­den­schaft, ein meis­ter­haf­ter aus­le­gen­der Pre­di­ger der Schrift, ein freund­li­cher Mensch! Wie John MacAr­thur im Vor­wort die­ses Buches schreibt, hat Law­son begrif­fen, dass der gro­ße Man­gel der heu­ti­gen Kir­che die sorg­fäl­ti­ge Aus­le­gung der Hei­li­gen Schrift von der Kan­zel aus ist. In sei­nem Buch „Die Hun­gers­not“ macht Law­son klar, was die Gemein­den mehr denn je brau­chen. Alles schreit nach Pas­to­ren, die ihrer höchs­ten Beru­fung gerecht wer­den und Got­tes For­de­run­gen erfül­len – Pas­to­ren, die ihrer Her­de das gan­ze Wort Got­tes pre­di­gen. Wir brau­chen Män­ner Got­tes, die sein Wort auf eine Wei­se aus­le­gen, dass Sei­ne Stim­me gehört, Sei­ne Herr­lich­keit gese­hen und Sein Wil­le befolgt wird. Das ist Aus­le­gungs­pre­digt, die wir heu­te so bit­ter nötig haben. Die Hun­gers­not ist eine durch und durch biblisch ori­en­tier­te Aus­ar­bei­tung über das The­ma Pre­digt. Es …

Bücher sind nicht zum Rotieren da, sondern zum Lesen.

Ich lese gera­de mit vie­len Aha-Effe­k­­ten Das Buch der Mit­te von dem Inder Vishal Man­gal­wa­di. Es ist ein höchst infor­ma­ti­ves und gleich­zei­tig unter­halt­sa­mes Buch. Kapi­tel für Kapi­tel deckt Man­gal­wa­di den Ein­fluss der Bibel auf die Kul­tur, Gesell­schaft, Wis­sen­schaft und Bil­dung auf. Trotz der heck­ti­schen Zeit fällt es mir schwer, das Buch zur Sei­te zu legen. Bei dem fol­gen­den Abschnitt muss­te ich an die Leser von NIMM UND LIES den­ken. An uns, die wir Bücher lie­ben und lesen und sam­meln. Erlö­sung durch Rota­ti­on? Dem Buch­druck und den Büchern gelang es des­halb nicht, mei­nen asia­ti­schen Kon­ti­nent zu refor­mie­ren, weil unse­re reli­giö­se Denk­wei­se das Den­ken aus­he­bel­te. Um das Jahr 823 n. Chr. besa­ßen die chi­ne­si­schen Klös­ter bereits so vie­le Bücher, dass sie auf die Idee kamen, rotie­ren­de Bücher­re­ga­le zu kon­stru­ie­ren. Gegen 836 erfand man in einem Klos­ter in Suchow im Osten Chi­nas sogar eine Brem­se, um sie anzu­hal­ten. In der Mit­te des 12. Jh., als eini­ge der euro­päi­schen Klös­ter und Klos­ter­schu­len auf­blüh­ten und dar­aus Uni­ver­si­tä­ten ent­stan­den, reis­te der bud­dhis­ti­sche Mönch Yeh Meng-te (gest. 1148) durch die Klös­ter und …