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„Jeder tat, was ihn recht dünkte“

Da man der­zeit auch Kin­der­stun­de von zu Hau­se machen muss, habe ich mir über­legt, die Lek­tio­nen aus dem Buch Rich­ter mit den Kin­dern zu bespre­chen. Ich bin dar­über gestol­pert, da das Buch Rich­ter ein­fach als his­to­ri­sche Tat­sa­che wahr­ge­nom­men wird. Geist­li­che Lek­ti­on?- zumeist Fehl­an­zei­ge! Oder mal eine Pre­digt außer­halb der übli­chen Zyklen Gide­on und Sim­son gehört? Eine Ursa­che dürf­te unse­re mora­lis­ti­sche Les­art sein: Die meis­ten Rich­ter tau­gen höchs­tens als nega­ti­ves Bei­spiel. Der Ansatz von Kel­ler ist eine Wohl­tat. Rich­ter ist hoch­ak­tu­ell für unse­re Zeit: „Trotz der Lücke von mehr als drei Tau­send Jah­ren, gibt es vie­le Par­al­le­len zwi­schen unse­rer Situa­ti­on und der Zeit des Buches der Rich­ter (…) Es war eine Zeit des geist­li­chen Plu­ra­lis­mus“.  Eine düs­te­re Geschich­te — wo blei­ben da die Hel­den? Das Buch der Rich­ter erzählt das Evan­ge­li­um, die Bibel ist kein „Buch der Wer­te“: „Sie ist nicht voll inspi­rie­ren­der Erzäh­lun­gen. War­um? Weil die Bibel (im Gegen­satz zu den Büchern auf die sich ande­re Reli­gio­nen beru­fen) nicht dar­über han­delt, wie man mora­li­schen Bei­spie­len nach­folgt. Sie han­delt über einen Gott der Gna­de und Lang­mut, der fortschreitend …

Ressourcen zur Bundestheologie

„As the dis­pen­sa­tio­nal per­spec­ti­ve is being eva­lua­ted, it should not be for­got­ten that covenant theo­lo­gi­ans and dis­pen­sa­tio­na­lists stand side by side in affir­ming the essen­ti­als of the Chris­ti­an faith. Very often the­se two groups wit­hin Chris­ten­dom stand alo­ne in oppo­si­ti­on to the inroads of moder­nism, neo-evan­­ge­­li­­ca­­lism, and emo­tio­na­lism. Covenant theo­lo­gi­ans and dis­pen­sa­tio­na­lists should hold in hig­hest regard the scho­l­ar­ly and evan­ge­li­cal pro­duc­ti­vi­ty of one ano­t­her. It may be hoped that con­ti­nuing inter­chan­ge may be based on love and respect.“ Robert­son, O. P. (1980). The Christ of the Coven­ants (S. 201 – 202).  Aktu­ell möch­te ich ver­tieft in das Leben Abra­hams ein­tau­chen. Das Leben Abra­hams zir­ku­liert um den Bun­des­schluss mit Gott. Im zwölf­ten Kapi­tel wird Segen ver­hei­ßen, im fünf­zehn­ten Kapi­tel ein­sei­tig durch Gott bestä­tigt, im sieb­zehn­ten bekommt Abra­ham das Bun­des­zei­chen und einen neu­en Namen, und nach­dem er sei­ne Treue und Hin­ga­be („wand­le vor mir und sei fromm“, 1 Mo. 17,1) beweißt, bekräf­tigt Gott sei­ne Ver­hei­ßun­gen mit einem Schwur. „Die aus dem Glau­ben sind, das sind Abra­hams Kin­der.“ (Gal. 3,7) Vor eini­gen Jah­ren mach­te J. Ligon Dun­cans Buch „Covenant Theology“ …

„Das Wort hat es alles gewirkt und ausgerichtet“

Sum­ma sum­ma­rum: pre­di­gen will ichs, sagen will ichs, schrei­ben will ichs. Aber zwin­gen, mit Gewalt drin­gen will ich nie­mand, denn der Glau­be will wil­lig, unge­nö­tigt ange­nom­men wer­den. Nehmt (Euch) ein Bei­spiel an mir. Ich bin dem Ablaß und allen Papis­ten ent­ge­gen gewe­sen, aber mit kei­ner Gewalt, ich habe allein Got­tes Wort getrie­ben, gepre­digt und geschrie­ben, sonst habe ich nichts getan. Das hat, wenn ich geschla­fen habe, wenn ich Wit­ten­ber­gisch Bier mit mei­nem Phil­ipp (Melan­chthon) und Ams­dorff getrun­ken habe, so viel getan, daß das Papst­tum so schwach gewor­den ist, daß ihm noch nie ein Fürst noch Kai­ser so viel Abbruch getan hat. Ich hab nichts getan, das Wort hat es alles gewirkt und aus­ge­rich­tet. [Mar­tin Luther: Acht Ser­mo­ne gepre­digt zu Wit­ten­berg in der Fas­ten­zeit. Mar­tin Luther: Gesam­mel­te Wer­ke, S. 2474 (vgl. Luther‑W Bd. 4, S. 69) © Van­den­hoeck und Ruprecht http://www.digitale-bibliothek.de/band63.htm ]

Die Bibelnot

Gemäß der Leh­re der Bibel ist nur eine Sache von Wich­tig­keit, und das ist die Wahr­heit. Der Hei­li­ge Geist wird nichts ande­res ehren als die Wahr­heit, sei­ne Wahrheit.1 Mar­tyn Lloyd-Jones Gemein­de Jesu: Die Her­aus­ge­ru­fe­ne aus der Welt Katho­li­sche Autoren haben den Pro­tes­tan­tis­mus und damit die pro­tes­tan­ti­sche Bewe­gung als Gan­zes mit sei­nen unzäh­li­gen Strö­mun­gen oft als Spalt­pilz beschrie­ben. Wäh­rend Katho­li­ken argu­men­tie­ren, allei­ne die Pro­tes­tan­ten sei­en für die kon­fes­sio­nel­le Auf­spal­tung ver­ant­wort­lich, ent­geg­nen Pro­tes­tan­ten, dass es um der Wahr­heit wil­len zwin­gend not­wen­dig war, das reli­giö­se Den­ken von katho­li­schem Aber- und Unglau­ben zu befrei­en. Sola Scrip­tu­ra, allein die Schrift, die­sen Wahl­spruch hat­ten sich alle Refor­ma­to­ren auf ihre Fah­nen geschrie­ben. Wer allein der Schrift folgt, kann im kon­fes­sio­nel­len Mit­ein­an­der gera­de nicht in jenem Punkt Kom­pro­mis­se machen, die zum urei­gent­li­chen pro­tes­tan­ti­schen Kern­an­lie­gen zählt. Mit ande­ren Wor­ten, die Auto­ri­tät der Hei­li­gen Schrift ist ein höhe­res Gut als die öku­me­ni­sche Gemein­schaft. Ein wei­te­res Mot­to der Refor­ma­to­ren, das man fälsch­li­cher­wei­se Mar­tin Luther zuschreibt, lau­te­te: Eccle­sia sem­per refor­man­da est – die Kir­che muss sich stän­dig refor­mie­ren. Tat­säch­lich han­delt es sich bei die­sem grund­le­gen­den Anlie­gen, dass die …

Warum ist Jesus in die Welt gekommen?

Die Bibel ist vol­ler Über­ra­schun­gen. Ist Jesus nur des­we­gen in die Welt gekom­men, um Frie­den und Freu­de zu brin­gen? Nein, er hat­te einen umfas­sen­de­ren Auf­trag. Eini­ge Selbst­aus­sa­gen von Jesus in den Evan­ge­li­en schei­nen ganz und gar nicht „weih­nacht­lich“ zu sein. Aber auch das war Teil sei­nes Kom­mens in die­se Welt. Jesus ist kom­men, ein Opfer für Sün­den, Sün­den der gan­zen Welt trä­get dies Lamm. Sün­dern die ewge Erlö­sung zu fin­den, stirbt es aus Lie­be am blu­ti­gen Stamm. Abgrund der Lie­be, wer kann dich ergrün­den? Jesus ist kom­men, ein Opfer für Sün­den. Ich wün­sche allen Lesern von NIMM UND LIES geseg­ne­te Weih­nach­ten! Über die Suche in der Bibel­soft­ware Logos bin ich zu über­ra­schen­den Ergeb­nis­sen gekom­men. Fol­gen­de Such­an­fra­gen habe ich benutzt:

Kolumne: Im Hause Gottes

Zwei Grün­de bewe­gen mich, fol­gen­de Zei­len zu schrei­ben. Ers­tens habe ich die Mög­lich­keit gehabt, unter­schied­li­che Ver­samm­lun­gen von Chris­ten zu besu­chen. Ich ent­deck­te, dass es dabei wich­tig ist, nicht mit Unzu­frie­den­heit oder mit dem Wunsch eine bes­se­re Gemein­de als die Eige­ne zu ent­de­cken, hin­zu­ge­hen. Auch nicht um ande­re Chris­ten in ihrer (ange­nom­me­nen) Unrei­fe zu ver­spot­ten. Son­dern vor allem um sich mit ande­ren Gemein­den zu tref­fen. Ich habe die Mög­lich­keit gehabt eine luthe­ri­sche und eine refor­mier­te Ver­samm­lung zu besu­chen. Mehr­mals durf­te ich Men­no­ni­ten besu­chen und ein Erleb­nis war auch der Besuch einer Syn­ago­ge. Über all die­se Ereig­nis­se will ich so Gott will und wir leben berich­ten, weil ich von jedem die­ser Besu­che als Christ pro­fi­tiert habe. Auch glau­be ich das Theo­lo­gie Pra­xis ist, so war ich auch immer neu­gie­rig, wie die ein­zel­nen Deno­mi­na­tio­nen ihre Got­tes­diens­te gestal­ten. Wie gesagt, all das schrei­be ich als ein Christ, der zufrie­den mit sei­ner Gemein­de ist, und ger­ne die­se besucht. Am aller­meis­ten durf­te ich jedoch von den Besu­chen unter­schied­li­cher Brü­der­ge­mein­den pro­fi­tie­ren. Und das bringt mich zum zwei­ten Grund. In den letz­ten Monaten …

Das Wort wurde Fleisch

Auf­merk­sam machen möch­te ich auf eine kur­ze aber doch umfas­sen­de Chris­to­lo­gie von Ligo­nier. Die­ses Heft steht kos­ten­frei als Down­load bereit und kann auch In 26 Arti­keln wird die Leh­re von der Per­son Chris­ti defi­niert und auch von Fehl­mei­nun­gen abge­grenzt. Auf S. 25 heißt es erklä­rend: Die Aus­sa­gen die­ser Erklä­rung sind Ansät­ze für ein Stu­di­um der Chris­to­lo­gie, die dazu ein­la­den, den Reich­tum der bibli­schen Leh­re über die Per­son und das Werk Chris­ti wei­ter zu erfor­schen. Um uns wei­ter­zu­füh­ren, sind 26 Arti­kel des Beken­nens und Ver­wer­fens hin­zu­ge­fügt wor­den, jeweils mit Schrift­be­le­gen. Eine Kern­stel­le ist jeweils voll­stän­dig ange­führt, auf wei­te­re zuträg­li­che Stel­len wird ver­wie­sen. Die­se Arti­kel sind maß­geb­lich. Sie legen das Fun­da­ment für die bibli­sche Leh­re über die Per­son und das Werk Chris­ti. Arti­kel 1 dient als eine Art Vor­wort und legt die Flei­sch­wer­dung dar. Arti­kel 2 ver­tei­digt die wah­re Gott­heit Chris­ti, wäh­rend die Arti­kel 3 – 5 die „Eine-Per­­son-zwei Naturen“-Christologie der Bibel erklärt. Arti­kel 6 – 9 ent­fal­ten die wah­re Mensch­lich­keit Chris­ti. Arti­kel 10 – 26 gehen über von der Per­son Chris­ti zum Werk Chris­ti. Sie begin­nen mit dem Beken­nen der Erlö­sungs­leh­re und enden mit der Beschrei­bung des drei­fa­chen Amtes Chris­ti. Die Ver­wer­fun­gen sind …

Sermon Online mit Android App

Sehr begeis­tert bin ich, da ich gera­de ent­deck­te, dass ser­­mon-online nun auch als Android-App ver­füg­bar ist. Es ist eine gro­ße Freu­de für mich, kann ich doch auf die­se Wei­se deut­lich schnel­ler Pre­dig­ten lokal abspei­chern, und z.B. unter­wegs am Mobil­te­le­fon anhö­ren, ohne erst ein­mal einen USB-Stick zu suchen. Das Bes­te ist: Die App ist voll­stän­dig umsonst. 1,96 TB umfasst die Samm­lung bereits und reicht von Text­do­ku­men­ten über Lie­dern bis hin zu Pre­dig­ten. Wenn ich mal zwei Emp­feh­lun­gen geben kann: Hört euch mal Abd al Masih und sei­ne Erfah­run­gen in der Evan­ge­li­sa­ti­on unter Mus­li­men. Wolf­gang Dyck ist eben­falls eine Moti­va­ti­on. Es gibt noch einen ita­lie­ni­schen Mis­sio­nar, etwa aus den 60er Jah­ren, lei­der habe ich sei­nen Namen ver­ges­sen, wer kann mir auf die Sprün­ge hel­fen? Da ich so ange­tan von die­ser Ent­de­ckung bin, mag ich nicht bis mor­gen auf die Ver­brei­tung der­sel­ben war­ten und so ver­öf­fent­li­che ich heu­te halt zwei Arti­kel an einem Tag. Hal­le­lu­ja, Preist den Herrn!

Was ist Gnade?

Hier habe ich einen inter­es­san­ten Auf­satz von Jer­ry Brid­ges gefun­den, denn ich ger­ne mit euch tei­len möch­te. Brid­ges ringt um die rech­te Defi­ni­ti­on von „Gna­de“. Als Ana­lo­gie beschreibt er das güti­ge Ver­hal­ten sei­ner Mut­ter gegen­über hei­mat­lo­sen ame­ri­ka­ni­schen Wan­der­ar­bei­tern, soge­nann­ten Hobos. Wäh­rend die­se kei­nen Anspruch zur Gna­de (in Ihrem Fall ein war­mes Essen) hat­ten, hat ein Sün­der nicht nur kei­nen Anspruch auf Hil­fe, nein viel­mehr hat er nur Anspruch auf eine Bestra­fung (Abwei­sung). Got­tes Gna­de rich­tet sich nicht nur an Per­so­nen, die kei­nen Ver­dienst vor­wei­sen kön­nen, son­dern sogar an sol­che, die Unrecht began­gen haben. Gött­li­che Gna­de ist mehr als ein unver­dien­tes Geschenk. Ein wich­ti­ges Ele­ment im bibli­schen Ver­ständ­nis von Gna­de ist das Vor­han­den­sein von began­ge­nem Unrecht, [das geahn­det wer­den müss­te]. Außer­dem fin­det beim Sün­der eine per­sön­li­che Ver­ach­tung gegen Gott statt. Die Sün­de eines Men­schen ver­stößt nicht nur gegen das Gesetz Got­tes son­dern auch gegen die Per­son Got­tes. Wenn Gott hier Gna­de wal­ten lässt, ohne Ver­gel­tung jedoch wür­de er die Gerech­tig­keit unter­gra­ben. Vor allem die­sen wich­ti­gen Punkt zu illus­trie­ren gelingt Brid­ges gut: Nun wol­len wir einen wei­te­ren Fak­tor in die fiktive …

Mose mahnt: habt acht auf euch!

Im Buch „Voll­macht von oben“ fand ich vor kur­zem die­sen inter­es­san­ten Gedan­ken zu 4. Mose 20,2−13: Mose behielt eine frü­her von Gott geseg­ne­te Art und wei­se bei. Das war hier aber falsch. Der Herr hat­te in Mas­sa und Meri­ba befoh­len: „Du sollst den Fels schla­gen“ (2. Mo 17,6) . Damals hat­te sich Gott zum Schla­gen des Fel­sens bekannt. Jetzt aber am Hader­was­ser hat­te Gott gesagt: „Redet mit dem Fels“ (V.8). Anstatt sich genau an die­ses Wort zu hal­ten, hat­te Mose es so gemacht wie damals. Er war von der frü­her beglau­big­ten Metho­de nicht abge­gan­gen, als ob an ihr der Segen hin­ge und nicht am täg­li­chen Gehor­sam gegen­über dem Wort des Herrn. Hier liegt ein Punkt, der sich auch bei geseg­ne­ten Arbei­tern im Wein­ber­ge des Herrn leicht wie­der­fin­det. Man­che Men­schen haben durch eine bestimm­te Art und Wei­se, die Gott ihnen frü­her ein­mal für einen bestimm­ten Falls aufs Herz leg­te, etwas erreicht und einen guten Erfolg im Rei­che Got­tes erzielt. spä­ter ver­fal­len sie aber in den Feh­ler zu glau­ben, die­se damals geseg­ne­te Metho­de müs­se nun an ande­ren Orten …