Erbauliches
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Die Bibelnot

Gemäß der Lehre der Bibel ist nur eine Sache von Wichtigkeit, und das ist die Wahrheit. Der Heilige Geist wird nichts anderes ehren als die Wahrheit, seine Wahrheit.1

Martyn Lloyd-Jones

Gemeinde Jesu: Die Herausgerufene aus der Welt

Katholische Autoren haben den Protestantismus und damit die protestantische Bewegung als Ganzes mit seinen unzähligen Strömungen oft als Spaltpilz beschrieben. Während Katholiken argumentieren, alleine die Protestanten seien für die konfessionelle Aufspaltung verantwortlich, entgegnen Protestanten, dass es um der Wahrheit willen zwingend notwendig war, das religiöse Denken von katholischem Aber- und Unglauben zu befreien. Sola Scriptura, allein die Schrift, diesen Wahlspruch hatten sich alle Reformatoren auf ihre Fahnen geschrieben. Wer allein der Schrift folgt, kann im konfessionellen Miteinander gerade nicht in jenem Punkt Kompromisse machen, die zum ureigentlichen protestantischen Kernanliegen zählt. Mit anderen Worten, die Autorität der Heiligen Schrift ist ein höheres Gut als die ökumenische Gemeinschaft.

Ein weiteres Motto der Reformatoren, das man fälschlicherweise Martin Luther zuschreibt, lautete: Ecclesia semper reformanda est – die Kirche muss sich ständig reformieren. Tatsächlich handelt es sich bei diesem grundlegenden Anliegen, dass die Kirche sich in Leben, Handeln und Verkündigung ständig erneuern müsse, um einen Fingerzeig der calvinistischen Theologie des 17. Jahrhunderts. Bedauerlicherweise war dies der wunde Punkt des Protestantismus. Sehr schnell nach dem Tod Luthers wurde der Protestantismus in Form der beiden großen Hauptströme, der evangelischen und reformierten Kirche, institutionalisiert. Statt konsequent weiterzureformieren, setzte schnell ein Ermüdungsprozess des reformatorischen Eifers sowie ein Konsolidierungsprozess, und damit verbunden ein Erstarrungsprozess, ein.

Bei Luther waren es die historischen Umstände, die einen solchen Prozess begünstigten. Der Bauernkrieg (1524-1525) führte Luther zum Umdenken. Er war bis in jene Zeit überzeugt, die verändernde Kraft des Evangeliums könne die Menschen zu besseren und friedfertigen Christen machen. Otto Riecker schreibt über die Wende von Luthers Haltung in Fragen der öffentlichen Ordnung, die nun von menschlicher Leidenschaft bedroht war: „Nur staatliche Macht könnte diese bändigen, und dem Volk muss eine christliche Erziehung zuteilwerden. Der Schritt von der Glaubensbewegung zur Erziehungskirche wurde getan.“2 Somit wurden schon von Anbeginn an die Weichen einer Glaubensbewegung falsch gestellt. Eine „Erziehungskirche“, wie die Amts- oder Volkskirche auch genannt werden kann, widerspricht dem biblischen Verständnis von ecclesia, von Gemeinde Christi im biblischen Sinne.

Otto Riecker erläutert in Bezug auf die protestantische Kirche außerdem, dass sich Luther und seine Mitstreiter „in den Anfängen einer lebendigen Gemeindebildung widersetzten.“3 Lebendige Gemeinde im biblischen Sinne ist nur dann realisierbar, wenn sie die Versammlung der Herausgerufenen ist – ecclesia bedeutet wörtlich „die Herausgerufene“ und meint alle aus der Welt durch den Glauben Christi herausgerufenen Erlösten. Zur Gemeinde gehört letztlich nur, wer aus der Welt ge- oder berufen wird, um sich durch Buße und Glauben an Christi Erlösertat aus dem Reich der Finsternis herausrufen lässt und in das Reich des Sohnes seiner Liebe (Kol 1,13) hineingerettet wird. Das ist etwas völlig anderes als Volkskirche, die ihre Glieder nicht aus wahrer Umkehr und Gott gewirktem Glauben gewinnt, sondern aufgrund der Säuglingstaufe.

Dass Gott auch inmitten der Volkskirche durchaus zu wirken vermochte, führt uns die Kirchengeschichte in vielen Strömungen wie bspw. dem Pietismus vor Augen. Der Pietismus als Bewegung wahrer Frömmigkeit wurde in der protestantischen Kirche als ecclesiola in ecclesia, als „Kirchlein in der Kirche“, bezeichnet. Gleichwohl vollzogen Pietisten, selbst die radikalen Pietisten, keinen Bruch mit der evangelischen Kirche, obschon sie ein anderes Kirchenverständnis vertraten. Zur wahren Kirche gehörte aus pietistischer Sicht allein die im Glaubensbekenntnis geeinte Gemeinde Jesu aus wahren Gläubigen. Dies führte zu einer gewissen Absonderung von den „Kirchen- und Namenschristen“ der evangelischen Kirche, ohne jedoch eine völlige Trennung zur Kirche zu praktizieren.

Luther lehnte es immer ab, die Kirche von Ungläubigen, Heuchlern oder Scheinheiligen zu reinigen. Er vertrat die Überzeugung, dass die Kirche eine durchmischte Körperschaft war. Wahre und falsche Christen standen Seite an Seite. In Luthers Predigt zum Gründonnerstag 1523 „wird deutlich, dass die Tatsache, dass viele Menschen das Altarssakrament empfangen, ohne zu wissen und zu verstehen, um was es dabei überhaupt geht, Luther große Schwierigkeiten bereitet.“4 Gudrun Neebe kommt zu dem Schluss: „Luther will folglich die Unwissenden und offenkundigen Sünder aus der Sakramentsgemeinde ausschließen, ohne ihnen allerdings auch die Predigt des Evangeliums vorzuenthalten.“5

Das allgemeine Priestertum

Die Bibel verweist darauf, dass erst der Herr „das im Finstern Verborgene ans Licht bringen und die Absichten der Herzen offenbar machen wird“ (1Kor 4,5). Auch Freikirchen, die nach biblischem Vorbild gebaut werden, mögen nicht davor gefeit sein, dass Scheinchristen in ihrer Mitte sind. Doch diese werden anders als in der Volkskirche auf Dauer selten Glieder am wahren Leib Christi sein. Das Phänomen von Scheinchristen kannte schon der Apostel Johannes: „Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns; denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie bei uns geblieben“ (1Jo 2,29). Die Volkskirche kennt ferner keine biblische Gemeindezucht und ist daher strukturell von Anfang an eine Mischgemeinde aus wenigen wahren Gläubigen, die durch Christus das neue Leben in sich tragen, und aus Ungläubigen. Diesen Ungläubigen zu suggerieren, sie seien durch das Sakrament Teil des Heilsvolkes, ist wohl der größte Irrtum aller Volks- und Staatskirchen. Die „Sakramentsgemeinde“ ist schlicht eine Erfindung des menschlichen Denkens, ganz gleich wie theologisch diesbezüglich argumentiert wird.

Gemeinde Christi ist in der Welt, gleichwohl ist sie nicht von der Welt. Sie lässt die Welt nicht hinein in die Versammlung der Heiligen. Sie geht allenfalls hinaus in die Welt, um den Unwissenden und offenkundigen Sündern das Licht des Evangeliums zu verkünden, damit diese umkehren und den Erlöser im Glauben annehmen. Allein der, der auf diese Weise durch das Bad der Wiedergeburt durch den Heiligen Geist erneuert wird (Tit 3,5), wird Teil und lebendiges Glied am Leib Christi. Alle Erlösten gehen durch die Türe ein, welche Jesus ist, in die wahre Gemeinde des lebendigen Gottes. Ein Kirchlein in der Kirche steht im offenen Widerspruch zur biblischen Gemeindelehre.

Auch das vielbemühte Gleichnis vom vierfachen Ackersamen in Matthäus 13, das gerne von Theologen herangezogen wird, um ihr Kirchenverständnis zu untermauern, beweist, wie groß die Diskrepanz von protestantischer zu biblischer Ekklesiologie (Lehre über die Kirche) ist. Gerne vergleichen oberflächliche Ausleger die Kirche mit dem Acker in diesem Gleichnis. Doch Jesus selbst legt dieses Gleichnis aus. „Der Acker ist die Welt; der gute Same sind die Kinder des Reichs; das Unkraut aber sind die Kinder des Bösen“ (Mt 13,38). Der Acker ist die Welt! Gemeinde Christi ist eben nicht ein Acker, der aus Kindern des Reiches Gottes und Kindern des Bösen besteht, die erst beim Weltengericht voneinander geschieden werden. Das Jüngste Gericht wird zwischen Gemeinde Christi und gottferner Welt scheiden, nicht jedoch die Kinder des Reichs von den Kindern des Bösen. Hier ist die Bibel klar: Der Gemeinde Jesu gehören nur die Kinder des Reichs an.

Was neutestamentliche Gemeinde angeht, ist Luther bedauerlicherweise auf halbem Wege stehen geblieben. Otto Riecker diagnostiziert treffend, dass dem Reformator und seinen Mitstreitern nicht bewusst gewesen war, welche „Sauerteigwirkung in ihre Umgebung hinein“6 von jenen ausgehen könne, die nicht aus wahrem Glauben an Christus der kirchlichen Gemeinschaft beitraten. Die verheerenden Folgen der Sauerteigwirkung sind heute offenkundig. Die protestantischen Kirchen sind weithin säkularisiert, sodass nur ein Überrest noch an die ursprüngliche Lebendigkeit reformatorischen Lebens widerspiegelt. Und nicht nur das, die Mehrheit der Vertreter des Protestantismus hechelt dem Zeitgeist hinterher und degeneriert immer mehr zu einem Humanismus unter christlichem Deckmantel ohne jegliche Rückbindung an Gottes Wort.

Diesem Defizit, und wohl aus dem ernsten Verlangen, allein der Schrift zu folgen, wollte die Täuferbewegung begegnen, indem sie als eine erste Abspaltung vom protestantischen Hauptstrom Gemeinschaften bildeten, die im biblischen Sinne wahre christliche Gemeinden von gläubigen Wiedergeborenen hervorbrachten. Die Täufer, auch als Wiedertäufer, Anabaptisten oder als linker Flügel der Reformation bezeichnet, traten zeitgleich mit den Reformatoren auf. Bis heute streiten sich die Gelehrten, ob die Täuferbewegung unabhängig von der Reformation oder als Folge und Nebenzweig der Reformation entstanden sei, wobei sich letztere Vorstellung in der neueren Forschung durchgesetzt hat. Die Ursprünge der Bewegung liegen im Schweizerischen Zürich. Der Täufer Konrad Grebel (ca. 1498-1526), zunächst ein enger Mitarbeiter des Reformators Ulrich Zwingli (1484-1531), hatte sich in der Frage der Kirchenauffassung mit Zwingli 1523 überworfen. Zwingli folgte der lutherischen Vorstellung einer Volkskirche, während Grebel und seine Mitstreiter Hausgemeinschaften gründeten, die das Volks- und Staatskirchentum ablehnten.

In wenigen Jahren entwickelte sich die Täuferbewegung in ganz Europa zu einer beachtlichen Strömung. Die Täufer werteten die Großtaufe (auch als „Erwachsenentaufe“ oder „Glaubenstaufe“ bezeichnet) als ein Zeichen wahrer Umkehr und wahren Glaubens. Das Gemeindeleben sollte sich an den neutestamentlichen Maßstäben, allein an der Schrift, orientieren. Für ihre Lehrüberzeugungen mussten die Täufer nicht nur staatliche sondern auch kirchliche Verfolgung erdulden, was sie mit großer Standhaftigkeit taten. Und selbst die evangelischen Reichsstände entschieden sich für die Wahrung der kirchlichen Ordnung zu einem gewaltsamen Vorgehen gegen die Täufer. Bedauerlicherweise stimmte Luther diesem Vorgehen zu. Das Wormser Edikt aus dem Jahre 1521 sah sogar die Todesstrafe auf die Wiederholung der Taufe vor. Heute mag ein solches Denken befremden, aber versetzt man sich in die Zeit Luthers zurück, wird jenes Vorgehen etwas nachvollziehbarer, wenn man berücksichtigt, dass in einer „ohnehin turbulenten Zeit (Bauernkriege) die Absonderung von der allgemeinen Kirche und Berufung auf die Gewissensentscheidung dem Umsturz aller bestehenden Ordnung gleichkam.“7 Dennoch war das Handeln der protestantischen Obrigkeiten unchristlich und daher unentschuldbar.

Die Täuferbewegung hat in ganzer Konsequenz die Auffassung vertreten, nur die Bibel sei die einzige Quelle für christlichen Glauben und christliches Handeln. Wie Luther waren die Täufer überzeugt, dass weder der Papst noch die römische Kirche das Recht hatten, das kirchliche Lehramt ausschließlich für sich selbst zu beanspruchen. Die Schrift legt sich selbst aus, so die täuferische Position. Dem Grundsatz Luthers des allgemeinen Priestertums folgend, war es allen wahren Christen möglich, die Schrift zu verstehen. Den Gliedern der Täufergemeinden war es demnach in den Grenzen ihrer geistlichen Berufung erlaubt, die Schrift auszulegen. Während den Laien in Luthers Kirche sehr bald wieder die Befähigung aberkannt wurde, die Schrift richtig auszulegen, weil unter Gottes Volk nur wenige zur Verkündigung und Lehre berufen seien, blieben die Täufer ihrem ursprünglichen Standpunkt treu. Gott beruft und befähigt auch Menschen ohne theologisches Studium, das Wort Gottes zu predigen und zu lehren.

Bis heute stehen sich diese beiden Pole, was die Verkündigung von Gottes Wort angeht, unversöhnlich gegenüber. Und beide Pole haben ihre Stärken und Schwächen. Manche Bewegung verwechselt das allgemeine Priestertum mit allgemeinem Predigertum und beachtet nicht, dass der Herr durch sein Wort klar und eindeutig verordnet: „Dient einander, jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als gute Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes“ (1Petr 4,10). Im allgemeinen „Predigertum“ kommen allzu viele zu Wort, die keine Gnadengabe zum Lehr- oder Predigerdienst empfangen haben und erweisen sich somit nicht als gute Haushalter der göttlichen Gnade, mit allen Folgen für die lokale Versammlung der Gläubigen. Das pastorale System, wie es oft genannt wird, steht als ein „Ein-Mann-System“ ebenso wenig auf dem Fundament neutestamentlicher Gemeindeordnung. Gott konnte in der Vergangenheit indessen von ihm berufene Prediger sehr segensreich gebrauchen. Es sei nur an Charles Spurgeon, Martyn Lloyd-Jones, die Erweckungsprediger des 18. und 19. Jahrhunderts oder den evangelischen Pastor Wilhelm Busch als Beispiele des Pastoralssystems erinnert.

Allgemeines Priestertum (1Petr 2,9) ist solange ein großer Segen für die Gemeinschaft der Gläubigen, wenn es im Geiste, also nach neutestamentlichem Vorbild, ausgeübt wird, und eben nur solange, wie es vom Geist geführt und von wahrem göttlichen Leben erfüllt ist. Sind diese Bedingungen nicht erfüllt, weicht das Leben und die Lebendigkeit des Geistes. Es kommt zu Erstarrung, zu äußerer Förmlichkeit, zur Tradition, die nur noch oberflächlich mit der ursprünglichen Erwecklichkeit einer Bewegung etwas gemein hat. Eine freikirchliche Struktur alleine ist kein Schutz vor geistlicher Erstarrung.

Bei den Täufern war in der Regel davon auszugehen, dass jeder, der sich dieser Bewegung zugesellte, ein erweckter Gläubiger war, und dies aus zwei Gründen. Erstens, Täufer forderten eine persönliche Entscheidung oder Umkehr zu Christus und pflegten einen christozentrischen Glauben. Zweitens, Täufer, die als eifrige Bibelleser bekannt waren, wussten, dass der Preis für ihren Glauben Verfolgung oder gar den Tod bedeuten konnte. Allein der Märtyrerspiegel der Mennoniten, ein im Jahre 1660 in niederländischer Sprache erschienener 1000-seitiger Bericht über alle Märtyrer seit der Urgemeinde, umfasst 800 Namen von Märtyrern. Wer sich für Christus und die Mitgliedschaft für eine Täufergemeinde entschied, tat dies in dem Bewusstsein, einen mitunter hohen Preis dafür zu bezahlen.

Felix Manz (1498-1527) war Mitbegründer der Zürcher Täuferbewegung und deren erster Märtyrer. Er wurde 1527 ertränkt. Seine letzten Worte an seine Glaubensgenossen standen unter dem Motto Bei Christus will ich bleiben: „Der Herr Christus zwingt niemand zu seiner Herrlichkeit, sondern nur diejenige, die da willig und bereit sind, gelangen dazu durch den wahren Glauben und die Taufe; wann ein Mensch rechtschaffene Früchte der Buße wirkt, so ist ihm der Himmel der ewigen Freude aus Gnade durch Christum erkauft und erworben durch sein unschuldiges Blutvergießen, welches er gern vergossen hat; damit erweist er uns seine Liebe und teilt uns mit die Kraft seines Geistes, und wer dieselbe empfängt und ausübt, der wächst und wird vollkommen in Gott. Die Liebe zu Gott durch Christus soll allein gelten und bestehen, nicht das Pochen, Schelten und Drohen. Nichts als diese Liebe ist es, woran Gott einen Wohlgefallen hat: wer die Liebe nicht beweisen kann, der finde bei Gott keinen Raum… Und also schließe ich hiermit, dass ich will standhaft bei Christus bleiben, auf ihn trauen, der all meine Not kennt, und mich daraus erretten kann. Amen.“8 Er folgte bis zum letzten Atemzug seinem Herrn und Erlöser Jesus Christus. Als man ihn ins Wasser schleifte, um ihn zu ersäufen, sang er mit lauter Stimme: „In deine Hände, Herr, befehle ich meinen Geist.“ Dieses Zeugnis hinterließ bei vielen großen Eindruck.

Michael Sattler (1490-1527) war ursprünglich Benediktinermönch und verließ 1523 das Kloster, nachdem er die Schriften Martin Luthers und Huldrych Zwinglis studiert und zum wahren Glauben gekommen war. Sattler heiratete und siedelte mit seiner Ehefrau nach Zürich über, wo sie vom Zürcher Rat aufgrund ihrer täuferischen Überzeugungen ausgewiesen wurden. Schließlich gelang er nach Straßburg, wo sich viele Täufer als Glaubensflüchtlinge aufhielten. In Straßburg fand er jedoch keine Ruhe. Er wurde von dem Reformator Martin Bucer verhört, der im Januar 1527 die Vertreibung aller Täufer veranlasste. Sattler wurde von katholischen Amtsträgern schließlich in Horb im Schwarzwald gefangen genommen und im Mai 1527 vors Gericht geführt, wo er sich gegen neun Anklagepunkte verteidigen musste, unter anderem, dass er lehrte, die Kindertaufe sei nicht heilsnotwendig und der Leib und das Blut Christi seien nicht im Abendmahlssakrament gegenwärtig.

Standhaft wie einst Martin Luther erklärte Sattler dem Richter, wenn sie „mit der Heiligen Schrift zeigen, dass wir irren und im Unrecht sind, wollen wir gern davon abstehen und widerrufen…So uns aber kein Irrtum nachgewiesen wird, hoffe ich zu Gott, ihr werdet euch bekehren und euch lehren lassen.“9 Seine Richter entgegneten: „Du ehrloser, verzweifelter Bösewicht und Mönch, sollte man etwa mit dir disputieren? Ja, der Henker wird mit dir disputieren, das glaube ich.“10 Michael Sattler wurde gefoltert und schließlich als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Michael Sattlers letzte Worte waren: „Ich bin nicht gesandt über das Wort Gottes zu rechten. Wir sind gesandt, davon zu zeugen deshalb werden wir uns unter kein anderes Recht begeben … so wir uns aber dem Gericht nicht entziehen können, sind wir bereit um des Wortes Gottes willen zu leiden was uns zu leiden aufgelegt ist.“11

Felix Manz und Michael Sattler waren zwei von Hunderten von Märtyrern aus den Reihen der Täuferbewegung. Sie verkörperten nicht nur einen starken Glauben, sondern auch eine tiefe Rückbindung an Gottes Wort. Sie wollten kein Teil der protestantischen Volkskirche mit deren Sakraments- und Tauflehre sein, da sie, gebunden an die Schrift, die Gewissheit hatten, dass die Volkskirche in vielerlei Hinsicht nicht durch die Bibel legitimiert war. Ihr Gemeindeverständnis war schriftgemäß, und daraus ergab sich zwangsläufig, dass die Gemeinschaft der Gläubigen sich in Freikirchen versammelte.

Anders stellte es sich in der lutherischen Volkskirche dar. Otto Riecker wirft auf dem Hintergrund von Erweckungsbewegungen wie dem Pietismus oder der Täuferbewegung die berechtigte Frage auf, „ob die Reformation in diesem Sinne nicht eher eine theologisch-gedankliche volksmäßige als eine eigentlich erweckliche Bewegung war?“12 Der Autor des vorliegenden Artikels würde diese Frage mit einem klaren Ja beantworten. Die Täuferbewegung, die bis heute unter anderem in Form der Mennoniten, Hutterer und Amischen fortbesteht, zeigt kaum noch die Zeichen erwecklicher Kraft, die von ihr in den Anfängen ausging. Das Spektrum reicht heute von liberalen bis zu konservativen Gruppierungen.

Die Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache sowie in die Muttersprachen der anderen europäischen Länder brachte neben den segensreichen und positiven Auswirkungen gleichfalls den Umstand falsch verstandener Freiheit mit sich. Die neu gewonnene Freiheit, die Bibel lesen zu können, war und ist bis heute ein Merkmal aller wahren Gläubigen. Doch radikale und einseitige Auslegungen der Schrift führten einerseits zu Schwärmerei, andererseits endeten Tradition und Gesetzlichkeit in Dogmatismus und Verlust an geistlicher Lebendigkeit. Bis heute gilt es zwischen diesen beiden Polen sorgsam zu unterscheiden und sich von der Schrift – vom Wort, das auch Geist ist (Jo 6,63) – leiten zu lassen. Die Kirchengeschichte zeigt nur zu offenkundig, dass keine Bewegung ihr erweckliches Feuer über mehrere Generationen oder gar bis in die heutige Zeit tragen konnte. Früher oder später setzte ein geistlicher Auskühlungsprozess ein. Das Feuer des Geistes erlischt allmählich, bis manches Mal nur noch eine schwache Glut übrig bleibt.

Segen ist da, wo die Bibel ist

Der evangelische Theologe Adolf Schlatter (1852-1938) warf einmal die Frage auf, wo der Segen der Bibel sich zeige, wo ein gesundes Gottesverhältnis und wahre Anbetung erfahrbar sei und wo sich Gottesgemeinschaft im Amt und Dienst an der Gemeinde Jesu in der Auferbauung des Leibes Christi äußere. Seine Antwort lautete: „Da wo die Bibel ist.“13 Und weiter kommt Schlatter zu dem Schluss: „Ohne sie wird aus dem evangelischen Pfarrer ein Schwätzer und aus dem katholischen Priester ein Zauberer.“14 Wenn die Bibel aus der Mitte der Gemeinschaft der Gläubigen gerückt wird, bleibt nichts als toter Religionsbetrieb. Dies gilt im Übrigen nicht nur für die Volkskirchen, sondern auch für die Freikirchen, die keineswegs immun sind, sich nicht auch an dieser Krankheit des frommen Ichmenschen anzustecken.

Wenngleich Schlatters Theologie an dem einen oder anderen Punkt Korrektur bedarf, muss man vielen seiner Aussagen beipflichten. Den christlichen Religionsbetrieb, eine Bibel ohne den Geist, ohne das innere Aneignen der biblischen Wahrheit im Herzen der Gläubigen, bezeichnete Schlatter als Bibelnot. Diese Bibelnot, die daraus entsteht, dass solche, die sich Christen nennen, nur die Schrift haben, aber nicht den Geist, wird erst dann beseitigt, wenn die Decke frommer Eigensucht von den Herzen genommen wird. „Diese Decke zieht nur jene Hand weg, die uns von innen her erfassen und bewegen kann“, so Schlatter.15 Wir wissen, es ist die Hand Gottes, oder treffender ausgedrückt, die Hand des Heiligen Geistes.

Die Geschichte der Gemeinde Jesu zeigt deutlich, dass ein freikirchliches Gemeindemodell nicht Schutz vor Erstarrung, Institutionalisierung oder totem Traditionalismus gewährt. Gemeinde sollte stets nach neutestamentlichem Vorbild gebaut werden, mit all den Freiheiten in Christus, indes auch mit all den Grenzen, die ein solches Modell von der Schrift her eröffnet. Zweifelsohne stehen viele Freikirchen damit dem biblischen Modell von Gemeinde Gottes näher. Doch bleibt die Struktur einer freikirchlichen Gemeinde nur äußere Schale, dann vermag der Geist Gottes nicht mehr zu wirken. Wenn der Tod einmal im freikirchlichen Topf ist (2Kö 4,38-41), dann kann Gott auch geisterfüllte Pfarrer und Verkündiger der Volkskirche als Werkzeuge benutzen, um andere durch sein lebendiges Wort zu segnen.

Dreh- und Angelpunkt ist und bleibt die große Frage, ob es einer Gemeinschaft gelingt, sich gänzlich unter das Wort vom Kreuz zu beugen. Leben oder Tod, Wahrheit oder Unwahrheit, Vergeistlichung oder Säkularisierung, Gottes Geist oder Zeitgeist – das sind die beiden Pole, das Spannungsfeld, in dem der Jünger Jesu steht. „Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese widerstreben einander, so dass ihr nicht das tut, was ihr wollt“ (Gal 5,17). Es ist ein geistliches Gesetz, das Jesus formulierte, als er seinen Jüngern sagte: „Denn wer hat, dem wird gegeben werden, damit er Überfluss hat; von dem aber, der nicht hat, wird auch das genommen werden, was er hat“ (Mt 25,29). Im geistlichen Leben gibt es keinen Stillstand. Entweder wirkt Gottes Gnade geistliches Wachstum, oder eine äußere Form von Gottesfurcht ohne wahre geistliche Kraft leitet den geistlichen Niedergang ein. Ein Ausruhen auf dem, was der Jünger Jesu erlangt hat, um selig auf den Himmel zu warten, gibt es nicht. Dieser Kampf zwischen Geist und Fleisch wird bis zum letzten Atemzug ausgefochten.

Der Apostel Paulus schrieb an die Korinther, dass alle „Dinge aber, die den Israeliten widerfuhren, Vorbilder sind und zur Warnung für uns aufgeschrieben wurden, auf die das Ende der Weltzeiten gekommen ist“ (1Kor 10,11). Dem alttestamentlichen Gottesvolk waren die Aussprüche Gottes anvertraut (Rö 3,2). Und dennoch, obgleich die Verheißungen und Bündnisse (Rö 9,4) Israel geschenkt waren, neigte das Herz des Volkes zum Götzendienst. Gott sandte seine Propheten und rief sein Volk zur Umkehr. Schließlich nutzte der Bundesgott die Zuchtrute der Babylonischen Gefangenschaft und erzog sein Volk in der Fremde. Gottes Pädagogik war erfolgreich gewesen. Nachdem Israel aus der Babylonischen Gefangenschaft zurückkehrte, gab es, jedenfalls im großen Stil, nie wieder einen Rückfall des Volkes in heidnischen Götzendienst.

Doch war das Herz der Israeliten endgültig geheilt? Vermochte Gottes Wort, von nun an auf fruchtbaren Herzensboden zu fallen? Wir kennen die Antwort der Bibel. Nach der Babylonischen Gefangenschaft entwickelte sich das pharisäische Schriftgelehrtentum. Unzählige Vorschriften, „Überlieferungen der Menschen“ (Mk 7,8), wie Jesus sie später nennen sollte, führten dazu, dass Israel Gottes Gebot verließ. Das menschliche Herz war vom Götzendienst gereinigt worden, aber von der frommen Ichhaftigkeit war es nicht erlöst worden. Mit anderen Worten: Statt dass Gottes lebendige Aussprüche das Herz erreichen und verändern konnten, statt dass das fromme Ichwesen sich unter Gottes Gebot beugte, erhob sich religiöse Selbstgerechtigkeit und Eigendünkel.

Die Israeliten hofften auf ihren Messias. Dieser sollte nach ihren Vorstellungen kommen, um sie aus dem Joch römischer Herrschaft zu befreien und als auserwähltes Gottesvolk endlich in die Stellung über alle Heiden zu erhöhen. Und der Messias erschien. Doch der Gottessohn kam nicht als politischer Befreier, sondern er kam als leidender Gottesknecht, um die Israeliten und alle Menschen aus der höchsten Form von Tyrannei, nicht die der Römer oder anderer Menschen, sondern die der Versklavung des menschlichen Herzens in der Sünde zu befreien. Israel erkannte seinen Messias nicht, weil ihr Herz in Eigensucht und Hochmut verharrte – auch sie waren Gefangene ihres vor Gott nichtigen Religionsbetriebes.

„Darum, wer meint, er stehe, der sehe zu, dass er nicht falle!“ (1Kor 10,12) ist ewiges Gotteswort, das auch an uns heute gerichtet bleibt. Keine christliche Gemeinschaft ist vor dieser Gefahr und Not verschont. Für Stolz und frommem Hochmut ist jedes Herz empfänglich, bis es endgültig beim Herrn sein wird. Nur wenn Gottes Wort, das Wort vom Kreuz, das menschliche Herz zu reinigen vermag, dann wird Gemeinde Jesu voller Leben und Kraft von oben sein. Das Wort des Herrn muss den Weg ins Herz finden, um dort glaubend und gehorsam angenommen zu werden, damit sich die erlösende und verändernde Kraft im christlichen Wandel frei entfalte. „Diese Gesinnung sei in euch, die auch in Jesus Christus war“ (Phil 2,5). „Richtet vielmehr euer Urteil darauf, dem Bruder nicht Anstoß oder Ärgernis zu geben“ (Rö 14,13). „Und wandelt in Liebe, wie auch der Christus euch geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat“ (Eph 5,2). Diese Gebote sollten über aller Gemeinschaft der Gläubigen als lebendiges Zeugnis aufleuchten. Die Liebe, die alles „erträgt, alles glaubt, alles hofft, alles erduldet“ (1Kor 13,7) wird die Wahrheit stets in Liebe weitertragen.

Und so bleibt biblische Lehre und Wahrheit ohne Kraft, wenn sie nicht durch Gottes Geist das Herz des Gläubigen verändern kann. Dort ins Herz hinein will Gottes Wort, damit das Fleisch unter dem Kreuz willig sterbe und der neue Mensch, in Christus Jesus geschaffen, hervorleuchtet. Es ist eine alte Weisheit: Das Fleisch wird lieber fromm, ehe es stirbt. Israel in seiner Gesetzesfrömmigkeit und seiner pharisäischen Gelehrsamkeit ist ein nur zu treffliches Beispiel hierfür. Wie viel Streit unter Bibeltreuen wäre vermeidbar, wenn doch die wahre Lehre auch zu wahrer Heiligung und Christusähnlichkeit führte! Wie viele Spaltungen wären unterlassen worden, wenn das biblische Wort das menschliche Herz in der Tiefe berührt und verwandelt hätte!

„Seid eifrig bemüht, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens“ (Eph 4,3). Wie oft wurde die Einheit des Geistes und das Band des Friedens zertrennt, weil Gläubige oder ganze Denominationen – davon gibt es heute 40000 – Gottes Wort zu selbstsüchtig für ihre Zwecke missbrauchten. Nicht dass die tausendfache Aufsplitterung in Denominationen letzten Endes vor Gott verwerflich ist, denn diese könnte man als ein Zeichen der mannigfaltigen Gnade Gottes betrachten. Was tadelnswert ist und bleibt, ist jener geistige Hochmut, der im Namen der Bibel dazu führt, dass sich Bruder von Bruder trennt, weil man den Kampf für die Wahrheit mit Besserwisserei und Rechthaberei verwechselt. Dies ist die Bibelnot – die Not, an der so viele leiden und an der ganze Denominationen wieder zugrunde gehen.

Das Wort Gottes führt in das Herz Gottes

Heute stehen viele Denominationen vor einem geistlichen Niedergang. Dieser hat bereits Jahre oder gar Jahrzehnte zuvor im Herzen der Glieder eingesetzt. Um Stagnation und Mitgliederschwund aufzuhalten, werden ständig neue Programme, Methoden und Aktivitäten geboren. Religionssoziologen sprechen gar von einer „Eventisierung“ unter Christen. Alles muss zu einem Event, zu einer besonderen Veranstaltung, gemacht werden, um Christen zu unterhalten oder für die Gemeinde zu begeistern. Und selbstverständlich richtet man sich längst nicht mehr nach dem, was die Menschen wirklich hören sollen, sondern die eifrigen „Macher“ des modernen Gemeindepragmatismus fragen, was die frommen Schäfchen hören wollen. Adolf Schlatter diagnostizierte vor fast 100 Jahren treffend die Ursachen „aufgeregter Religiosität“: „… es ist ein sicheres Kennzeichen dafür: die Schrift fehlt, man steht nicht in innerer Gemeinschaft mit der Schrift, man denkt nicht schriftmäßig. Sowie die Schrift sich im Menschen heimisch macht, entsteht eine innerlich gefestigte Ruhe.“16

Und noch eine Einsicht Schlatters über eine verweltlichte Christenheit, die sich so an der sensationellen Endzeitlehren mit all ihren Spekulationen ergötzt, dass ein Eingehen in die wahre Ruhe Gottes geradezu verhindert wird, sei an dieser Stelle angeführt: „Eifrige Verliebtheit in prophetische Worte und gleichzeitig sehr kräftige Diesseitigkeit haben sich häufig zusammengefunden.“17 Das wahre prophetische Wort ergießt sich nicht in Annahmen und Hypothesen, welches Weltereignis welcher Schriftstelle zuzuordnen ist. Das Wesen wahrer Prophetie führt in das Herz Gottes, es zeigt dem Schüler der Schrift, wie Gott denkt, was er will und wie sehr er sich nach heiliger Gemeinschaft mit den Erlösten durch sein Wort sehnt.

„Und so halten wir nun fest an dem völlig gewissen prophetischen Wort, und ihr tut gut daran, darauf zu achten als auf ein Licht, das an einem dunklen Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen“ (2Petr 1,19). Petrus führt es uns vor Augen: Das prophetische Wort ist ein Licht, das in der Finsternis dieser Welt scheint, bis der Morgenstern in unseren Herzen aufgeht. Das prophetische Wort will die Herzen erleuchten und gänzlich auf den Morgenstern, auf Jesus Christus, unseren Herrn, ausrichten. Wo Christus in unseren Herzen regiert, ist alle Bibelnot hinweggetan.

Georg Walter

Anmerkungen

1 Martyn Lloyd-Jones, Heresies. URL: http://www.the-highway.com/heresies_Lloyd-Jones.html. Aufgerufen am 13.2.2017.

2 Otto Riecker, Kirche und Christen im Wandel der Zeit, Hänssler Verlag, Neuhausen-Stuttgart, 1984, S.196.

3 Ebd.

4 Gudrun Neebe, Apostolische Kirche, Walter de Gruyter, Berlin, 1997, S.139-140.

5 Ebd., S.141.

6 Otto Riecker, op. cit., S.196.

7 Otto Riecker, op. cit., S.276.

8 Gottfried W. Locher, Felix Manz Abschiedsworte, S.12-13.

URL: http://www.zwingliana.ch/index.php/zwa/article/viewFile/646/557. Aufgerufen am 28.1.2015.

9 Glaubensstimme: Sattler, Michael – Artikel und Handlung, die Michael Sattler zu Rottenburg am Neckar mit seinem Blut bezeugt hat. URL: http://www.glaubensstimme.de/doku.php?id=autoren:s:sattler:sattler-anklage. Aufgerufen am 21.3.2017.

10 Mark Waldner, Michael Sattlers Denkmal.

URL: http://www.hutterites.org/news/michael-sattlers-denkmal/. Aufgerufen am 28.1.2015.

11 Ebd.

12 Otto Riecker, op. cit., S.279.

13 Adolf Schlatter, Hülfe in Bibelnot – Neues und Altes zur Schriftfrage, Freizeiten-Verlag, Gladbeck, 1953, S.8.

14 Ebd.

15 Ebd., S.9.

16 Ebd., S.16.

17 Ebd., S.19.

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