Alle Artikel in: Zeitgeschehen/Apologetik

Not a Fan!

Ich habe mir schon län­ger über­legt über die­ses The­ma einen Arti­kel zu schrei­ben. Der Skan­dal um Ravi Zacha­ri­as macht mir deut­lich, dass ich eher unnö­tig lang gezö­gert habe: Und sollt nie­mand Vater hei­ßen auf Erden, denn einer ist euer Vater, der im Him­mel ist. (Mt. 23,9) Was kann aus Naza­reth schon Gutes kom­men? (Joh. 1,46) Manch­mal fra­ge ich mich, ob gera­de die Abwe­sen­heit eines for­mel­len Papst­tums uns Evan­ge­li­ka­le der­art anfäl­lig für den Per­so­nen­kult macht? Bevor ich hier über­haupt wage, auf jemand ande­ren mit dem Fin­ger zu zei­gen, wird mir mein göt­zen­die­ne­ri­sches Herz auf beschä­men­de Wei­se bewusst. Mir ist es neu­lich beim Lesen von„Schmeckt und Seht“ auf­ge­fal­len, dass John Piper völ­lig über­flüs­si­ge und unnö­ti­ge Hin­wei­se auf C.S. Lewis gibt. Auf S. 76 und 78 z.B. fin­det sich zuerst ein Ver­weis dar­über, wie wich­tig es ist über die „gewöhn­li­che all­täg­li­che Schöp­fung“, wie Bäu­me zu stau­nen, und im zwei­ten Fall, wie wich­tig es ist, gute Bücher zu lesen. In bei­den Fäl­len hielt Piper einen Ver­weis auf Lewis für not­wen­dig, obwohl der Arti­kel expli­zit über das Leben eines völ­lig anderen …

Christus ist das Haupt der Kirche, nicht Cäsar

Wil­fried Plock hat mich auf die­se legen­dä­re Akti­on von John F. MacAr­thur auf­merk­sam gemacht. Dan­ke dafür! Die Reak­ti­on der GCC (Grace Com­mu­ni­ty Church) ist ange­sichts der aktu­ell ver­an­lass­ten unbe­fris­te­ten und voll­stän­di­gen Ver­samm­lungs­ver­bo­te in Kali­for­ni­en nach­voll­zieh­bar: Das ers­te Ver­samm­lungs­ver­bot für Groß­ver­an­stal­tun­gen (ein­ge­schlos­sen Got­tes­diens­te) galt, ähn­lich wie in Deutsch­land, für April/Mai die­sen Jah­res. Dabei wur­de vor­aus­ge­setzt, dass die neu erlas­se­nen Rege­lun­gen zeit­lich befris­tet sind und schritt­wei­se gelo­ckert wer­den. Im Juni und zu Beginn des Juli konn­ten Got­tes­diens­te unter beson­de­ren Maß­nah­men wie­der statt­fin­den. Das nach­fol­gen­de State­ment bezieht sich auf eine erneu­te, zwei­te Sper­re, die im Juli erlas­sen wur­de und nun spe­zi­ell und unbe­fris­tet jeg­li­che Aus­übung von Reli­­­gi­ons-ver­­an­stal­­tun­­­gen, ein­schließ­lich Got­tes­diens­ten und ande­ren Gemein­de­ver­an­stal­tun­gen, in Kali­for­ni­en ver­bie­tet. Die GCC stellt in ihrer Stel­lungs­nah­me klar: „Die bibli­sche Ver­pflich­tung für unse­re Kir­chen offen zu blei­ben Chris­tus ist Herr über alles. Er ist das ein­zi­ge wah­re Haupt der Kir­che (Ephe­ser 1,22; 5,23; Kolos­ser 1,18). Er ist der König der Köni­ge — Herr­scher über jede irdi­sche Auto­ri­tät (1.Timotheus 6,15; Offen­ba­rung 17,14; 19,16). Die Grace Com­mu­ni­ty Church steht seit jeher uner­schüt­ter­lich auf die­sen bibli­schen Prin­zi­pi­en. Als sein Volk sind …

Tipp: Der Untergang des christlichen Abendlandes

Ouweneel scheint in den Krei­sen der „Brü­der“ durch­aus umstrit­ten zu sein. Aber selbst die größ­ten sei­ner Kri­ti­ker fin­den noch Aner­ken­nen­des über sein Früh­werk. Eines davon trägt den durch­aus pro­vo­zie­ren­den Titel: „Der Unter­gang des Christ­li­chen Abend­lan­des“ und ich wür­de das Buch als leich­ten Ein­stieg zu Scha­ef­fers aus­führ­lich gestal­te­ter Ana­ly­se „Wie kön­nen wir denn Leben?“ sehen.  Ich fand das Buch neu­lich in mei­nem Bücher­re­gal und habe die 60 Sei­ten sehr schnell durch­ge­le­sen. Der Autor arbei­tet her­aus, dass der Exis­ten­zia­lis­mus für die Pop­kul­tur am Ende des zwan­zigs­ten Jahr­hun­der­tes die Leit­idee war. Der Exis­ten­zia­lis­mus kennt nur Rela­ti­ve Aus­sa­gen und ist hoff­nungs­los. Die­se Hoff­nungs­lo­sig­keit geht zunächst in die Kunst über und erreicht schnell jun­ge Men­schen und irgend­wann die gan­ze Gesell­schaft. Die Früch­te die­ser Ent­wick­lung seit den 60 Jah­ren kön­nen wir heu­te über­all ern­ten: Das hat ganz ein­schnei­den­de Kon­se­quen­zen. Frü­her war es abso­lut ver­bo­ten zu mor­den, zum Bei­spiel auch, gesun­de Kin­der zu töten. Heu­te gibt es aber Fäl­le, in denen das Leben von Mut­ter und Kind nicht gefähr­det ist und kein wirk­lich unlös­ba­res Pro­blem vor­liegt, und doch erwo­gen wird, die Tötung …

Tipp: Orthodoxie

Je kom­ple­xer ein The­ma ist, des­to schwie­ri­ger wird es in Kür­ze einen roten Faden auf­zu­zei­gen, ohne den Inhalt des Bespro­che­nen zu kor­rum­pie­ren. Zu Ches­ter­tons Werk „Ket­zer“ gibt es zahl­rei­che Rezen­sio­nen, ich habe mich aber lie­ber für „Ortho­do­xie“ ent­schie­den. Ches­ter­ton ist immer dann stark, wenn er das Chris­ten­tum ver­tei­digt, und immer dann schwach wenn er den Katho­li­zis­mus ver­tei­digt. So habe ich auch die­ses Werk emp­fun­den. Ches­ter­ton argu­men­tiert offen und emo­tio­nal von sei­ner Erfah­rung und ver­weist von ver­schie­de­nen Argu­men­ten her auf die Voll­stän­dig­keit und Fül­le eines christ­li­chen Den­kens, wel­ches er Dog­ma nennt. Das uralte Dog­ma wuss­te bereits alles, was die Den­ker müh­se­lig ent­de­cken muss­ten. Das Dog­ma ist auch ein Segen und einer Berei­che­rung, denn der Glau­be schenkt den Men­schen Freu­de, Zufrie­den­heit und … Demo­kra­tie! Für Ches­ter­ton auch eine Frucht des Glau­bens. Die­ser Freu­de (und gleich­zei­ti­ger Lei­dens­be­reit­schaft) des Glau­bens steht ent­we­der ein blin­der Opti­mis­mus von Idea­lis­ten oder ein fata­ler Pes­si­mis­mus von Mate­ria­lis­ten ent­ge­gen. Ches­ter­ton beschreibt letz­te­ren fol­gen­der­ma­ßen: Men­schen, die die Kir­che zunächst im Namen von Frei­heit und Mensch­lich­keit bekämpf­ten, schleu­dern am Ende Frei­heit und Mensch­lich­keit von sich, nur …

Tipp: Die letzte Nacht der Welt

Vor eini­gen Jah­ren stand ich eines Mor­gens mit der Absicht auf, mir als Vor­be­rei­tung auf einen Besuch in Lon­don die Haa­re schnei­den zu las­sen, und der ers­te Brief, den ich öff­ne­te, mach­te mir klar, dass ich nicht nach Lon­don zu fah­ren brau­che. Also beschloss ich auch das Haa­re­schnei­den auf­zu­schie­ben. Aber da begann in mir ein ganz uner­klär­li­ches lei­ses Quen­geln, fast als sage eine Stim­me: „Lass sie dir trotz­dem schnei­den. Geh und lass sie schnei­den.“ Schließ­lich hielt ich es nicht mehr aus. Ich ging. Nun war zu jener Zeit mein Fri­seur ein Mit­christ und ein Mann mit vie­len Schwie­rig­kei­ten, dem mein Bru­der und ich hin und wie­der hat­ten hel­fen kön­nen. Sobald ich sei­ne Laden­tür öff­ne­te, sag­te er: „Ach, ich habe dar­um gebe­tet, Sie möch­ten heu­te kom­men.“ Und in der Tat: Wäre ich einen oder zwei Tage spä­ter gekom­men – ich hät­te ihm nichts genutzt ( Zitat S.5) Wenn ich zu Büchern von C.S. Lewis grei­fe, tue ich das unger­ne; er war eine Per­sön­lich­keit, die pola­ri­siert (auf ser­mon audio fin­det man eine Mas­se Bei­trä­ge, die ihn verurteilen, …

Brief an einen Dauerzocker

Lie­ber Zocker Viel­leicht wird dich die­ser Brief ärgern. Das wün­sche ich mir eigent­lich. Weil mir Unwil­le und Wider­stand lie­ber sind als pas­si­ves Hin­neh­men. Pas­si­vi­tät deu­tet näm­lich auf Ent­täu­schung hin. Könn­te es sein, dass du zu einem bestimm­ten Zeit­punkt resi­gniert hast? Für Jungs ist die Schu­le ein Ort für sol­che Ent­täu­schun­gen. Sie ist öde. Die Inhal­te gefal­len nur Mäd­chen, die brav Voka­beln büf­feln. Dabei hät­test du es wahr­schein­lich faust­dick hin­ter den Ohren, ich mei­ne damit (auch) im Kopf. Nur ist dein Kopf nicht glei­cher­mas­sen trai­niert wie dei­ne Fin­ger. Ich fra­ge mich, was wohl gesche­hen wür­de, wenn du kon­se­quent dein Hirn trai­nie­ren wür­dest! Zuge­ge­ben, das braucht eini­ge Jähr­chen. Doch jetzt sitzt du die bes­te Zeit dei­nes Lebens ab, als ob es nichts Span­nen­de­res geben wür­de als auf eine klei­ne Glas­ta­fel zu gucken (oder auf das Tablet bzw. den PC). Und ich befürch­te, dass es tat­säch­lich nichts Span­nen­de­res gibt. Sonst wür­dest du es nicht stän­dig tun. Ein geschei­ter Mann hat gesagt: Wer ein Wozu hat, erträgt fast jedes Wie. Und ich füge hin­zu: Wer kein Wozu hat, tes­tet fast jedes …

Tipp: Bibel und Wissenschaft

Dr. Roger Lie­bi hat Aus­sa­gen aus der Bibel mit wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen ver­gli­chen und dabei fest­ge­stellt, dass eine bedeu­ten­de Zahl bibli­scher Aus­sa­gen erst in den letz­ten Jahr­hun­der­ten durch die Wis­sen­schaft bestä­tigt wur­den. Die Bibel ist kein wis­sen­schaft­li­ches Buch son­dern Got­tes schrift­li­che Offen­ba­rung an uns Men­schen. Daher beschreibt die Bibel natur­wis­sen­schaft­li­che Fak­ten ganz neben­bei und ohne viel Auf­he­bens. Eben dar­um, weil es Gott nicht um die Ver­mitt­lung von wis­sen­schaft­li­chen Kennt­nis­sen ging. Dr. Lie­bi nennt Bei­spie­le aus sehr unter­schied­li­chen Gebie­ten wie den Geo­wis­sen­schaf­ten, der Bio­lo­gie oder der Hygie­ne. Zum Bei­spiel, dass die jüdi­sche Beschnei­dung von Jun­gen exakt am 8. Tag erfol­gen soll­te, heu­te weiß man, war­um. Oder dass das Licht sich bewegt, eine Erkennt­nis, die erst durch Isaac New­ton nach­ge­wie­sen wur­de. Man­che der 30 aus der Bibel abge­lei­te­ten wis­sen­schaft­li­chen Aus­sa­gen wer­den Skep­ti­ker nicht über­zeu­gen. Dafür sind ande­re umso ver­blüf­fen­der. Got­tes­fer­ne Leser, die mit Offen­heit für Got­tes Offen­ba­rung an die Lek­tü­re die­ses optisch anspre­chen­den Buches her­an­ge­hen, wer­den sich kaum der Erkennt­nis ver­schlie­ßen kön­nen, dass die Bibel ein Buch über­na­tür­li­cher Quel­le sein muss. Das Buch hat 80 Sei­ten und ist bei CLV für sehr …

J. Gresham Machen

Mein Herz jubel­te, als ich im Buch „Chris­ten­tum und Libe­ra­lis­mus“ die­se Zei­len fand. Ich bewun­de­re Machens Fähig­keit kom­ple­xe Zusam­men­hän­ge zu erken­nen und ein­fach zusam­men­zu­fas­sen: Eine zwei­te Mei­nungs­ver­schie­den­heit, die inmit­ten der christ­li­chen Gemein­schaft exis­tie­ren kann, betrifft die Wirk­sam­keit der Sakra­men­te. Die hier bestehen­den Unter­schie­de sind tat­säch­lich von erns­ter Natur, und die Wich­tig­keit die­ses Pro­blems zu leug­nen, wäre weit schlim­mer, als die fal­sche Sei­te in die­ser Debat­te ein­zu­neh­men. Es wird oft gesagt, dass der geteil­te Zustand der Chris­ten­heit ein Übel dar­stellt, und das stimmt auch. Das Übel besteht jedoch in der Exis­tenz der Irr­tü­mer, die die­se Tren­nung her­vor­ru­fen, nicht etwa in der Wahr­neh­mung die­ser Irr­tü­mer. Es war tra­gisch, dass Luther wäh­rend des Mar­bur­ger Reli­gi­ons­ge­sprächs zwi­schen ihm und dem Schwei­zer Zweig der Refor­ma­ti­on im Zusam­men­hang mit dem Abend­mahl auf einen Tisch „Das ist mein Leib“ schrieb und zu Zwing­li und Oeko­lam­pad sag­te: „Ihr habt einen ande­ren Geist.“ Die­se Dif­fe­renz führ­te zur end­gül­ti­gen Tren­nung zwi­schen dem luthe­ri­schen und dem refor­mier­ten Zweig der Kir­che und war dafür ver­ant­wort­lich, dass der Pro­tes­tan­tis­mus viel an Boden ver­lor, den er sonst hät­te halten …

Das Problem mit dem Kanon…

Die Pro­blem­stel­lung ist ein­fach: Offen­sicht­lich schrieb der Bischof Atha­na­si­us 367 einen Oster­brief, in wel­chem er die 27 Bücher des NT defi­nier­te. Die Fra­gen lie­gen auf der Hand. War also fast 350 Jah­re Unklar­heit dar­über, wel­che Bücher inspi­riert waren und wel­che nicht? Konn­te, als die Kir­che bereits ver­staat­licht wur­de (313 wur­de Kon­stan­tin der Gro­ße Ober­haupt der Kir­che), meh­re­re aria­ni­sche Kai­ser geherrscht haben, und die Urkir­che am Abklin­gen war, fest­ge­stellt wer­den, wel­che Schrif­ten inspi­riert sind? Wer gibt dann Gewähr, dass Atha­na­si­us in die­sem Punkt recht hat­te. Selbst wenn man auf den Kon­zil von Nizäa ver­wei­sen möch­te, wird die Ange­le­gen­heit nicht bes­ser. Und im Ernst, schon der Titel „Bischof“ macht einen skep­tisch. Im Übri­gen nutzt die katho­li­sche Kir­che genau die­se The­se, um zu unter­mau­ern, dass kirch­li­che Auto­ri­tät und Schrift gemein­sam Hand in Hand gehen. Die Grö­ße­re Hand hat dabei natür­lich die Kir­che. Sie­he hier einen zuge­ge­be­ner­ma­ßen wir­ren Arti­kel der Pius­brü­der. Lan­ge blieb es für mich ein Rät­sel, wie man die­sen Kno­ten löst. Nicht das Zwei­fel an der Auto­ri­tät des Wor­tes auf­ka­men, aber ein selt­sa­mes Gefühl, sei­ne gan­ze Hoff­nung doch nicht …

Mein lieber Markus! (Ein Brief von Paul Geyser)

Mit schwe­rem Her­zen habe ich gele­sen, dass du dich für die Theo­lo­gie ent­schie­den hast, und auch dei­ne wür­di­ge Mut­ter hat erklärt, es sei das eine bedenk­li­che­re Wahl, als wenn du den Rock aus zwei­er­lei Tuch anzie­hen oder dein Glück auf dem Welt­meer suchen woll­test. Indes­sen, wie ich dir nie zure­de­te und dir ganz freie Wahl ließ, so will ich nun auch nicht wider­re­den, son­dern dir nur zuru­fen: Der Gott, vor dem mei­ne Väter Abra­ham und Isaak wan­del­ten, der Gott, der mich mein Leben lang ernähr­te bis auf die­sen Tag, der Engel, der mich erlöst hat von allem Bösen, der sei mit dir! (1Mo 48,15) Oh, mein Sohn Mar­kus, mei­nes Her­zens Hoff­nung und Freu­de, ich woll­te lie­ber, du wärst auf mei­nen Knien gestor­ben, als dass du her­an­ge­wach­sen wärst, um des Teu­fels Nar­ren­kap­pe zu tra­gen, ein Die­ner der Kir­che zu hei­ßen und ein Baals­pfaf­fe zu sein. Weißt du, dass nach Got­tes Gesetz der Mann, der das Hei­li­ge Salb­öl nach­mach­te, ver­flucht und ver­ma­le­deit war in Ewig­keit? (2Mo 30,31 – 33) Wird denn eine gerin­ge­re Stra­fe den­je­ni­gen tref­fen, der das Heilige …