Alle Artikel mit dem Schlagwort: C.H. Spurgeon

Das Gebet eines Arminianers
polemische Apologetik von C.H. Spurgeon

In sei­ner Pre­digt „Free Will — a slave“ denkt Spur­ge­on dar­über nach, wie wohl ein armi­nia­ni­sches Gebet klin­gen wür­de: „Ihr habt bestimmt schon vie­le armi­nia­ni­sche Pre­dig­ten gehört, aber ihr habt noch nie ein armi­nia­ni­sches Gebet gehört — denn im Gebet sind die Hei­li­gen eins in Wort, Tat und Geist.Ein Armi­nia­ner wür­de auf den Knien ver­zwei­felt beten wie ein Cal­vi­nist. Er kann nicht über den frei­en Wil­len beten: das ist schlicht­weg unmög­lich. Stellt euch vor, er wür­de beten: „Herr, ich dan­ke dir, dass ich nicht wie die­se armen, anma­ßen­den Cal­vi­nis­ten bin. Herr, ich wur­de mit einem herr­li­chen frei­en Wil­len gebo­ren; ich wur­de mit einer Kraft gebo­ren, durch die ich mich dir von selbst zuwen­den kann; ich habe mei­ne Gna­de ver­bes­sert. Wenn jeder mit sei­ner Gna­de das­sel­be getan hät­te wie ich, wären sie alle geret­tet wor­den. Herr, ich weiß, du machst uns nicht wil­lig, wenn wir nicht selbst wil­lig sind. Du gibst jedem Men­schen Gna­de; man­che ver­bes­sern sie nicht, aber ich schon. Es gibt vie­le, die in die Höl­le gehen wer­den, die genau­so mit dem Blut Chris­ti erkauft wur­den wie ich; sie hat­ten genauso …

Spurgeon  — wie ihn keiner kennt?

Ich möch­te auf zwei Zita­te auf­merk­sam machen, die man von Spur­ge­on wahr­schein­lich nicht erwar­ten wür­de: Das ers­te habe ich in der 7ten von ihm über­haupt schrift­lich ver­öf­fent­lich­ten Pre­digt zum The­ma „The Church of Christ“ gefun­den. Gera­de­zu pro­phe­tisch sieht Spur­ge­on die Zukunft Isra­els vor Augen. Neben einem offen­sicht­lich phy­si­schen Isra­el, das Spur­ge­on im Blick hat, fällt auch die posi­ti­ve Escha­to­lo­gie auf. Die Hoff­nung, dass schon bald die gan­ze Welt „evan­ge­li­ka­li­siert“ wird, erwies sich bekannt­lich als Trug­schluss und aus der über­aus posi­tiv enthu­si­as­ti­schen Pha­se, die sicher bis in den Anfang des zwan­zigs­ten Jahr­hun­derts unter Evan­ge­li­ka­len anhielt, folg­te spä­tes­tens nach dem ers­ten Welt­krieg eine frus­trie­ren­de Ernüch­te­rung. Das wäre sicher­lich eine inter­es­san­te Stu­die, in wie weit auch die Eupho­rie um Spur­ge­on zu die­ser Ent­wick­lung bei­getra­gen hat: „Not long shall it be ere they shall come-shall come from distant lands wher’er they rest or roam; and she who has been the off­s­cou­ring of all things, who­se name has been a pro­verb and a byword, shall beco­me the glo­ry of all lands. Dejec­ted Zion shall rai­se her head, shaking herself from dust, and darkness, and …

„Der Fürst der Prediger“ in einer Biographie für Kinder und Teens

Der Lebens­lauf Spur­ge­ons wird regel­mä­ßig neu auf­ge­ar­bei­tet, was bei einem Pre­di­ger durch­aus über­ra­schend sein kann, da ein Pre­di­ger nun mal etwas nach­geht, dass jedem bekannt sein dürf­te, näm­lich der Pre­digt. Nichts im Ver­gleich zu den zahl­rei­chen Prü­fun­gen und Aben­teu­ern eines Mis­sio­nars, oder? Den­noch haben wir uns als Fami­lie an die­se Bio­gra­phie Spur­ge­ons in kinds­ge­rech­ter Spra­che gewagt und haben die Kapi­tel als mor­gend­li­che Früh­stücks­lek­tü­re genos­sen. Jedes der zehn Kapi­tel des Buches, das den ers­ten Band einer bereits vier­tei­li­gen Rei­he dar­stellt, liess sich dabei gut auf meis­tens zwei Lesun­gen auf­tei­len. Dadurch, dass gezielt Sta­tio­nen des Lebens Spur­ge­ons her­aus­ge­sucht wer­den (Bekeh­rung, ers­te Pre­digt, Hei­rat, Brand in der Music Hall etc…) wer­den die Kin­der nicht mit zahl­rei­chen Infor­ma­tio­nen über­häuft und kön­nen den­noch eine rote Linie in der Ent­wick­lung Spur­ge­ons ver­fol­gen. Sehr posi­tiv her­aus­zu­he­ben ist, dass kei­ne Hagio­gra­phie betrie­ben wird, son­dern ein Mensch aus Fleisch und Blut dar­ge­stellt wird, der eben­falls mit Zwei­feln, Ver­un­si­che­run­gen und Anfäch­tun­gen kämpft. Dadurch lässt sich gut ver­mit­teln, dass hier ein Stück Heils­ge­chich­te statt­fin­det, da Gott eingreift,rettet und dafür einen Men­schen mit sei­nen Schwä­chen benutzt. Dadurch …

Tipp: Die Schatzkammer Davids

Am 15. Novem­ber wird es wie­der mög­lich sein die Schatz­kam­mer Davids zu erwer­ben. CLV hat sich die Mühe gemacht das Werk voll­stän­dig durch­zu­se­hen, an Stel­len neu zu über­set­zen und zu über­ar­bei­ten. Die Bil­der las­sen auch druck­tech­nisch eine hoch­wer­ti­ge Aus­ga­be erwar­ten. Wer mit den Psal­men arbei­tet, kann auf die­se Arbeit Spur­ge­ons kaum ver­zich­ten. Was das Werk beson­ders hilf­reich macht, ist, dass Spur­ge­on nicht nur eine eige­ne Vers-für-Vers-Aus­­­le­­gung macht, die oft­mals auch tief in sprach­li­che Details geht (man staun­te zurecht: Wow, Spur­ge­on konn­te Grie­chisch und Hebrä­isch!), son­dern auch sehr vie­le Hin­wei­se unter­schied­li­cher Autoren, vor allem der Puri­ta­ner aber auch der Refor­ma­to­ren zusam­men­ge­tra­gen hat. Die Homi­le­ti­schen Win­ke run­den die Bespre­chung eines jeden Psal­mes ab und sind vor allem für Ein­stei­ger im Pre­­digt- oder Bibel­ar­beit­dienst super hilf­reich. Das Werk wird für 179 EUR erhält­lich sein.

Ratschläge für Seelengewinner

Ein Betrun­ke­ner trat eines Tages auf Row­land Hill zu und sag­te: »Ich bin einer von Ihren Bekehr­ten.« — »Ich glau­be wohl, dass Sie das sind«, erwi­der­te der scharf­sin­ni­ge und ver­stän­di­ge Pre­di­ger, »aber Sie sind kei­ner von des Herrn Bekehr­ten, sonst wür­den Sie nicht betrun­ken sein.« Auf die­se prak­ti­sche Pro­be müs­sen wir alle uns­re Wer­ke stel­len. Wie führt man eigent­lich Men­schen zu Chris­tus? Oft lässt man es gar nicht bis zu die­ser Fra­ge kom­men, der Glau­be bleibt ego­is­tisch. Oft­mals sehen wir nur noch Schwie­rig­kei­ten, Glau­bens­pro­ben, Nie­der­la­gen … Da bleibt für ein kla­res Zeug­nis des Evan­ge­li­ums kaum noch Zeit oder Kraft. In mei­nen russ­land­deut­schen Krei­sen sind es vor allem Haus­frau­en, die über Jah­re hin­weg kaum Kon­takt mit Nicht-Gläu­­bi­­gen bekom­men. Mit den Kin­dern zum Kin­der­arzt und der gele­gent­li­che Ein­kauf und schnell ist man wie­der in sei­nem gewohn­ten Kreis. Ich erin­ne­re mich an drei Wochen, die ich mal in einem christ­li­chen Hilfs­werk ver­bracht habe: Es waren eben alle um mich her­um Chris­ten und bei wei­tem erfah­re­ne­re und rei­fe­re. Irgend­wann habe ich mich tat­säch­lich gefragt, wann ich denn anfan­gen kann von Chris­tus zu …

Durch viel Trübsal

Spur­ge­on berich­tet immer wie­der von den tie­fen Gewis­sens­bis­sen, die ihn als Teen­ager und Jugend­li­chen plag­ten: Mein Herz war Brach­land, mit Unkraut bedeckt, aber eines Tages kam der gro­ße Bräu­ti­gam und begann, mei­ne See­le zu pflü­gen. Er kam mit zehn schwar­zen Pfer­den, er benutz­te eine schar­fe Pflug­schar und zog tie­fe Fur­chen. Die schwar­zen Pfer­de, das waren die zehn Gebo­te, und es war die Gerech­tig­keit Got­tes, die mei­nen Geist wie eine Pflug­schar auf­riss. Ich war ver­dammt — hoff­nungs­los, hilf­los — ich dach­te, ich stün­de direkt vor der Höl­le. Dann kam eine neue Zeit des Pflü­gens in eine ande­re Rich­tung. Denn als ich das Evan­ge­li­um zu hören begann, trös­te­te es mich nicht. Ich wünsch­te wohl, dar­an Teil zu haben, aber ich fürch­te­te, eine sol­che Gna­de kom­me für mich nicht in Fra­ge.  Die aus­er­wähl­tes­ten Ver­hei­ßun­gen Got­tes blick­ten mich fins­ter an, und sei­ne Dro­hun­gen don­ner­ten auf mich her­ab. Ich bete­te, fand aber kei­ne Ant­wort des Frie­dens. Die­ser Zustand hielt lan­ge an. Es quäl­te Spur­ge­on zutiefst, dass er kei­nen Frie­den mit Gott fin­den konn­te. Sei­ne tie­fen Erfah­run­gen waren für sein geist­li­ches Leben von gro­ßer Bedeu­tung. Denn …

Eine Plauderei über Kommentare

In Lec­tures to my Stu­dents, — einer Samm­lung von Vor­le­sun­gen, die Spur­ge­on an sei­ner Bibel­schu­le hielt — stellt er im letz­ten Kapi­tel des Buches die Bibel­kom­men­ta­re vor, die er am nütz­lichs­ten fand. Da ers­tens alte Kom­men­ta­re wie­der neu auf­ge­legt wer­den, zwei­tens immer mehr Tex­te online zugäng­lich wer­den und drit­tens, es auch umfang­rei­che Modu­le für the­Word gibt, möch­te ich sei­ne Emp­feh­lun­gen vor­stel­len, die er sel­ber in die­ser Rei­hen­fol­ge emp­foh­len hat. Zuvor jedoch noch eini­ge Zita­te von Spur­ge­on über Bibel­kom­men­ta­re im All­ge­mei­nen: Wenn man fähig sein möch­te, die Hei­li­ge Schrift zu erklä­ren (…) wird es euch not­wen­dig wer­den, mit eini­gen Kom­men­ta­to­ren der Bibel bekannt zu wer­den: Sicher­lich seit ihr nicht sol­che Bes­ser­wis­ser, die den­ken und sagen, dass man die Hei­li­ge Schrift erklä­ren kann, ohne auf die Arbeit von Theo­lo­gen und Gelehr­ten zurück­zu­grei­fen, die vor euch in dem Feld der Aus­le­gung gear­bei­tet haben. Wenn ihr doch sol­cher Mei­nung seit, dann bleibt auch dar­in, denn ihr seit der Mühe einer Wider­le­gung nicht wert: Denn es scheint doch recht selt­sam, dass die Men­schen, die stän­dig davon reden, was der Hei­li­ge Geist ihnen offen­bart hat, …

C.H. Spurgeon und die Taufe

Spur­ge­on kam aus einem Hau­se, in dem er von sei­nem Groß­va­ter, der ein unab­hän­gi­ger Pas­tor war, als Kind getauft wur­de. Den­noch nahm er als 16-jäh­­ri­­ger noch­mals die Glau­bens­tau­fe an. Vie­le Ursa­chen führ­ten zu die­ser Ent­schei­dung. Eine davon liegt in einem Gespräch Spur­ge­ons mit einem angli­ka­ni­schen Pries­ter (man beach­te, dass Charles zu die­sem Zeit­punkt erst 11 Jah­re alt war): Geist­li­cher: Wie ist dein Vor­na­me? Spur­ge­on: Charles. G: Wer gab dir die­sen Namen? S: Das weiß ich lei­der nicht so genau. Ich ken­ne kei­ne Tauf­pa­ten, die jemals etwas für mich getan hät­ten, denn ich habe kei­ne. Ver­mut­lich haben mir mei­ne Eltern die­sen Namen gege­ben (…). G: Du bist also nie rich­tig getauft wor­den? S: O doch, Sir, ich bin getauft! Mein Groß­va­ter hat mich in dem klei­nen Zim­mer getauft, und er ist doch ein Pas­tor. Also weiß ich, dass er es rich­tig gemacht hat. G: Aber du hat­test damals weder Glau­ben noch Buße und hät­test folg­lich nicht getauft wer­den dür­fen! S: War­um, das hat doch damit nichts zu tun! Alle Kin­der soll­ten doch getauft wer­den. G: Woher weißt du da? Sagt …

In Erinnerung an C.H. Spurgeon

Am 31. Janu­ar 1892, vor 121 Jah­ren, ging Charles Had­don Spur­ge­on Heim zu sei­nem Herrn Jesus, von dem er seit sei­nem 16. Lebens­jahr unauf­hör­lich pre­dig­te. Pre­di­gen war sei­ne Lei­den­schaft, der er sich mit gan­zer Hin­ga­be wid­me­te. Und das, was er vor über 120 Jah­ren pre­dig­te, wird heu­te noch gele­sen, geliebt und gehört. Wir haben hier im Blog eini­ge Male auf Spur­ge­on und sei­ne Wer­ke ver­wie­sen. Heu­te ist ein guter Tag, wie­der dar­an erin­nert zu wer­den. Mei­ne Lek­tü­re an die­sem denk­wür­di­gen Tag wird der Best­sel­ler von Spur­ge­on Ganz aus Gna­de in der erneu­er­ten Auf­la­ge vom Herold Ver­lag sein. 1. Biblio­gra­phie: Deut­sche Bücher von Charles H. Spur­ge­on 2. Spur­ge­ons Auto­bio­gra­fie in 4 Bän­den 3. Spur­ge­on über das Lesen (Teil 1, Teil 2, Teil 3) 4. Susan­nah Spur­ge­on — Die Frau an der Sei­te des Pre­di­ger­fürs­ten (Rezen­si­on) 5. 32 Din­ge, die du von Spur­ge­on viel­leicht noch nicht kennst (exter­ner Link in eng­li­scher Sprache)

Heilig dem Herrn

Da hier im Blog bis­her nur weni­ge Wer­ke von Spur­ge­on bespro­chen wur­den, habe ich mich ent­schlos­sen in die­sem Bereich nach­zu­hel­fen, in dem ich einen Band aus der CLV Clas­­siC-Rei­he, wel­cher 6 Pre­dig­ten Spur­ge­ons ent­hält, vor­stel­len möch­te: „Hei­lig dem Herrn“. Zum Anfang möch­te ich aus dem Vor­wort (von Wolf­gang Büh­ne) zitie­ren: Möge Gott die Bot­schaf­ten die­ses Man­nes benut­zen, um das Volk Got­tes in die­ser let­ze­ten Zeit aus aller Kom­pro­miss­be­reit­schaft, Lau­heit und Welt­för­mig­keit wach­rüt­teln und zum ent­schie­de­nen Glau­bens­ge­hor­sam zu erwe­cken. Gemäß dem Vor­wort ist es dem Ver­lag gelun­gen, beson­ders aus­sa­ge­star­ke Pre­dig­ten von dem „Fürs­ten der Pre­di­ger“ zusam­men­zu­stel­len. Beson­ders bein­druckt hat mich hier die Pre­digt mit dem Titel “ Wie­der­ge­burt duch die Tau­fe?“. Ein gut gelun­ge­nes und tie­f­­ge­hen­­des- gleich­zei­tig jedoch sehr ver­­­stän­­di­­ges- Plä­doy­er gegen die Idee, dass man durch die Tau­fe ein Kind Got­tes wer­den könne.