Mission und Evangelisation, Predigten
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Ratschläge für Seelengewinner

von Charles Haddon Spurgeon

Ein Betrun­ke­ner trat eines Tages auf Row­land Hill zu und sag­te: »Ich bin einer von Ihren Bekehr­ten.« — »Ich glau­be wohl, dass Sie das sind«, erwi­der­te der scharf­sin­ni­ge und ver­stän­di­ge Pre­di­ger, »aber Sie sind kei­ner von des Herrn Bekehr­ten, sonst wür­den Sie nicht betrun­ken sein.« Auf die­se prak­ti­sche Pro­be müs­sen wir alle uns­re Wer­ke stel­len.

71mpXEFYSjLWie führt man eigent­lich Men­schen zu Chris­tus? Oft lässt man es gar nicht bis zu die­ser Fra­ge kom­men, der Glau­be bleibt ego­is­tisch. Oft­mals sehen wir nur noch Schwie­rig­kei­ten, Glau­bens­pro­ben, Nie­der­la­gen … Da bleibt für ein kla­res Zeug­nis des Evan­ge­li­ums kaum noch Zeit oder Kraft. In mei­nen russ­land­deut­schen Krei­sen sind es vor allem Haus­frau­en, die über Jah­re hin­weg kaum Kon­takt mit Nicht-Gläu­bi­gen bekom­men.

Mit den Kin­dern zum Kin­der­arzt und der gele­gent­li­che Ein­kauf und schnell ist man wie­der in sei­nem gewohn­ten Kreis. Ich erin­ne­re mich an drei Wochen, die ich mal in einem christ­li­chen Hilfs­werk ver­bracht habe: Es waren eben alle um mich her­um Chris­ten und bei wei­tem erfah­re­ne­re und rei­fe­re. Irgend­wann habe ich mich tat­säch­lich gefragt, wann ich denn anfan­gen kann von Chris­tus zu zeu­gen.

Jeder Christ kommt frü­her oder spä­ter dazu, dass er sei­nen Glau­ben beken­nen muss. Nicht alle machen dass aus Eigen­in­itia­ti­ve, man­che wer­den durch die Umstän­de dazu getrie­ben.

Ich erin­ne­re mich an mei­ne Jugend, dass es mir alles ande­re als leicht gefal­len ist, mit mei­nen Mit­men­schen anzu­fan­gen, über den Glau­ben zu reden. Der Wider­sa­cher war auch schnell dar­an mir ein­zu­re­den, dass ich ein Ver­leug­ner des Glau­bens wäre. Dabei ist eine gewis­se Scheu durch­aus natür­lich. Ich erin­ne­re mich an einen „Bru­der“ der mein­te, jeder der sich nicht traut auf der Stra­ße mutig sei­nen Glau­ben zu ver­kün­di­gen, sehr wahr­schein­lich gar kein Christ sei.

Tat­sa­che ist jedoch, dass ich mir auch ziem­lich mut­los vor­kom­men müss­te, wenn ich von Haus zu Haus zie­hen müss­te um als Ver­tre­ter Staub­sauger, Zeit­schrif­ten­abos oder Tier­nah­rung zu ver­kau­fen. Vie­le Men­schen bekom­men hier schon See­len­qua­len. Bin ich bereits ein Ver­leug­ner des Namens Chris­ti, wenn ich mir rela­tiv mut­los füh­le, von Chris­tus zu erzäh­len?

Nach mei­ner Bekeh­rung war mein Drang sehr groß, ande­ren von mei­ner Erret­tung zu erzäh­len. Und ich habe auch sehr bald aus­rei­chend Mut und Gele­gen­heit gefun­den. Was mir jedoch sehr gefehlt hat, war Erfah­rung. Ich habe viel Quatsch in die­sen Tagen erzählt. Immer wenn ich an die­se Zeit zurück­den­ke, erin­ne­re ich mich an die Wor­te aus Röm. 10,2: Denn ihnen stel­le ich das Zeug­nis aus: Sie haben wohl Eifer für Gott — doch ohne rech­te Erkennt­nis. Heu­te muss ich immer wie­der fest­stel­len, dass auch mein Wan­del oft nicht zu mei­nem Bekennt­nis über­ein­stimmt. Immer wie­der muss man zurück zum Kreuz um neue Kraft zu schöp­fen für ein wirk­lich frucht­brin­gen­des Zeug­nis.

Viel zu spät wur­de ich auf die­ses viel zu wenig beach­te­te Buch über Evan­ge­li­sa­ti­on auf­merk­sam. In die­sem Buch ist Ermun­te­rung für per­sön­li­che Evan­ge­li­sa­ti­on. Aber auch viel Beleh­rung und Ermah­nung, die­sen Dienst wirk­lich ernst zu neh­men. Immer wie­der muss man beschämt ein­ge­ste­hen, dass man die­sen Bereich des christ­li­chen Lebens zu sehr ver­nach­läs­sigt hat.

So wie vie­le ande­re wirk­lich hoch­wer­ti­ge Bücher, ist auch die­ses Werk in unse­ren Tagen der Welt­för­mig­keit nur noch anti­qua­risch erhält­lich, aber glück­li­cher­wei­se gibt es auch eine freie PDF-Ver­si­on. Ver­schie­de­ne angel­säch­si­sche Ver­la­ge bie­ten das Buch unter dem Ori­gi­nal­ti­tel The Soul­win­ner an.

1 Kommentare

  1. Maria sagt

    Dan­ke für die­sen inter­es­san­ten Bei­trag !

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