Alle Artikel in: Verlagswelt

4 Blogs über den Tellerrand

Es ist mir ja fast pein­lich, aber ich habe erst vor kur­zem ange­fan­gen Blog-Arti­­kel zu lesen. Sie erset­zen zuneh­mend mei­ne Frus­tra­ti­on der täg­li­chen Nach­rich­ten­schau. Ent­spre­chend möch­te ich 4 mei­ner Neu-Ent­­­de­­ckun­­­gen vor­stel­len, die alle­samt über mei­nen Tel­ler als Evan­­ge­­li­ums-Christ hin­aus­ge­hen: 1. Luthe­ri­sches Lär­men Es gibt vie­le Grün­de, war­um man die­sen sehr unge­wöhn­li­chen Blog lesen soll­te: Zunächst wird der Frei­kirch­li­che Leser damit kon­fron­tiert, dass Luther in eini­gen Punk­ten nicht so „evan­ge­li­kal“ war, wie wir es hof­fen wür­den (z.B. die­ser Arti­kel über das Über­ga­be­ge­bet) und ich habe eine gewis­se Freu­de am Zer­le­gen von Wort­haus, (z.b. hier). Über­haupt ist es der Blog zu dem ich grei­fe, wenn ich wis­sen möch­te, wie eigent­lich Luthe­ra­ner das erklä­ren wür­den. Trotz der gene­rel­len Lese­emp­feh­lung bleibt zumin­dest für mich immer eine gewis­se Irri­ta­ti­on dar­über, dass es ja eigent­lich über­haupt kei­ne Bedeu­tung hät­te, den Autoren völ­lig recht zu geben. Fast bei jedem Arti­kel fra­ge ich mich: Ok, und jetzt? Ich wüss­te nicht wie es mög­lich sein soll­te, in Deutsch­land auf die­se Wei­se luthe­risch ortho­dox zu wer­den, wie die Autoren es schil­dern. Wenn es sowohl die EKD, die …

Verlegene Verleger

„Bei erneu­ter Durch­sicht habe ich jetzt den Text für die­se vier­te Auf­la­ge gekürzt, weil wir uns in unse­rer schnell­le­bi­gen Zeit von knapp gefaß­ten Aus­sa­gen eher anspre­chen las­sen“ (Vor­wort von Ger­da Zott­mai­er zur vier­ten revi­dier­ten Auf­la­ge von „Durch den Glau­ben“ von Ernst Moder­sohn) „…(Sei­ne Wer­ke) sind so ver­traut, dass ich mei­ne, ihn selbst noch zu hören, wenn ich mich in sei­ne Wer­ke ver­tie­fe und sie so für den Druck vor­be­rei­te, dass nur her­aus­ge­nom­men wird, was noch zu sehr dem Stil des Ent­ste­hungs­jah­res (1910) ent­spricht und dar­um man­chem heu­te nicht mehr ganz ver­ständ­lich ist. “ (Erneut ein Vor­wort von Ger­da Zott­mai­er, dies­mal zur 3. Auf­la­ge des Wer­kes „Ein geseg­ne­tes Leben“ von Ernst Moder­sohn“) Nun, ehr­lich gesagt ist es durch­aus tröst­lich zu hören, dass selbst sei­ne größ­ten För­de­rer Moder­sohn für einen eher lang­wei­li­ge Autor hiel­ten. Jetzt weiß ich auch end­lich, war­um kei­ne sei­ner Wer­ke mehr auf­ge­legt wer­den. Die Zeit ist noch schnell­le­bi­ger gewor­den, und nun wur­de sein Werk so weit gekürzt, dass nichts mehr übrig bleibt. Dabei wür­de der inter­es­sier­te Leser ja durch­aus wis­sen wol­len, was den „zu …

Verlag: Voice of Hope

Ich stau­ne dar­über in welch kur­zer Zeit sich der Voice of Hope Ver­lag (im Fol­gen­den VoH) zu einem soli­den Lie­fe­ran­ten refor­ma­to­ri­scher Lite­ra­tur ent­wi­ckelt hat. Für alle, die VoH noch nicht ken­nen, ein kur­zer Über­blick: Audio-Mate­ri­al: Ich den­ke VoH schafft es eine Stär­ke des russ­land­deut­schen evan­ge­li­ka­len Erbes zu bewah­ren, näm­lich die Musik-Arbeit. Jeder, der Lie­der die vor allem von Con­tent geprägt sind, sucht, wird hier schnell fün­dig. Für Zweif­ler besteht die Mög­lich­keit zu aus­führ­li­chen Hör­pro­ben, z. B. hier. Auch auf Spo­ti­fy habe ich die Pro­duk­tio­nen von VoH in mei­ner Play­list. Es ist bewun­derns­wert wel­che Qua­li­tät die meis­ten Musik­stü­cke auf­wei­sen, wenn man bedenkt, dass die meis­ten Musi­ker und Sän­ger Lai­en sein wer­den. Das Audio­ma­te­ri­al wird in letz­ter Zeit zudem zuneh­mend um Hör­bü­cher erwei­tert (z. B.: Serie Glau­bens­vor­bil­der). Offen­sicht­lich ist die Wahr­schein­lich­keit deut­lich höher refor­ma­to­risch zu den­ken, wenn man John mit Vor­na­men heißt. unab­hän­gig davon, leg­te VoH in Kur­zer Zeit klas­si­sche Wer­ke wie „Was jeder Christ wis­sen muss“ von John Owen ( Zum Größ­ten Teil der Text von „Mor­ti­fi­ca­ti­on of Sin“) oder „Gna­de im Über­fluss“ von John Bunyan …

35 Jahre CLV

Vor 35 Jah­ren wur­de CLV gegrün­det. Zum Jubi­lä­um hat der Ver­lag 7 beson­de­re Buch­pa­ke­te geschnürt. Buch­pa­ket »MacAr­­thur-Kom­­men­­ta­­re« (6 Bän­de) Buch­pa­ket »Mac­Do­nald« (2 Bücher im Paket) Buch­pa­ket »Evan­ge­li­um« (3 x 20er-Packs im Paket) Buch­pa­ket »Elli­ot« (7 Bücher im Paket) Buch­pa­ket »Bio­gra­fien« (5 Bücher im Paket) Buch­pa­ket »Ehe & Fami­lie« (6 Bücher im Paket) Buch­pa­ket »Aben­teu­er« (2 Buch­se­ri­en im Paket)

Warum manche christlichen Hörspiele sehr günstig sind

Man­che Kun­den bekla­gen sich über Hör­­spiel-Prei­­se im zwei­stel­li­gen Berei­che (zir­ka 10 EUR) und ver­wei­sen auf die güns­ti­gen Ver­öf­fent­li­chun­gen (zir­ka 6 EUR) ande­rer christ­li­cher Hör­­spiel- und Hör­­buch-Ver­­la­­ge. Dabei wird ein ent­schei­den­der Unter­schied über­se­hen. Vie­le, oft klei­ne­re kon­­ser­­va­­tiv-evan­­ge­­li­­ka­­le Ver­la­ge, kön­nen nur des­halb ver­gleichs­wei­se güns­ti­ge Prei­se anbie­ten, weil die Arbeit teil­wei­se von ehren­amt­li­chen (Laien-)Mitarbeitern erbracht wird. Das heißt, nicht alle ange­fal­le­nen Kos­ten wer­den durch den Ver­kaufs­preis wie­der ein­ge­nom­men. Die ehren­amt­li­chen Mit­ar­bei­ter (vor allem Spre­cher, aber auch Lek­to­ren und Desi­gner) schen­ken den Kun­den letzt­end­lich Ihre Zeit und Arbeits­kraft. Dazu gehö­ren auch die Ver­la­ge CMV und CLV. Der Ver­lag CMV zum Bei­spiel ver­öf­fent­licht die meis­ten Hör­spie­le zum Preis von 6 EUR. Bei fast allen Spre­chern han­delt es sich um ehren­amt­li­che Lai­en-Dar­­stel­­ler. Zusätz­lich wird eine für christ­li­che Hör­spie­le ver­hält­nis­mä­ßig hohe Auf­la­ge in Auf­trag gege­ben, um die Kos­ten auf mög­lichst vie­le Exem­pla­re zu ver­tei­len und den Preis gering hal­ten zu kön­nen. Zum Ver­gleich: Ein­zel­fol­gen der säku­la­ren (nicht-chris­t­­li­chen) 5 Freun­de sind mit je 6,99 EUR sogar teu­rer als die CMV-Hör­­spie­­le, obwohl die 5 Freun­de zu den erfolg­reichs­ten Hör­spiel­se­ri­en über­haupt gehö­ren und die Auf­la­ge X‑Mal höher ist. Die meisten …

Wie viel verdient ein (christlicher) Verlag an Musik-CDs?

Beim letz­ten Bücher­ba­sar in der Weih­nachts­zeit erhielt ich als Orga­ni­sa­tor die Rück­mel­dung, dass die ange­bo­te­nen Musik-CDs für 12,90 EUR zu teu­er wären. Ich war offen gesagt „etwas über­rascht“. Nach mei­ner bis­he­ri­gen Kennt­nis des christ­li­chen Ver­lags­mark­tes war die­ser Preis mehr als fair. Dazu muss bemerkt wer­den, dass die­ser Preis deut­lich unter­halb der übli­chen CD-Prei­­se modern-evan­­ge­­li­­ka­­ler Ver­la­ge wie SCM oder Gerth Medi­en (gehört seit 2017 eben­falls zu SCM) liegt. Hier sind Prei­se zwi­schen 15 EUR und 20 EUR üblich. Ich recher­chier­te, wie sich ein Preis zusam­men­setzt und wie viel ein Ver­lag letzt­end­lich tat­säch­lich an einer CD ver­dient. Die Infor­ma­tio­nen erhielt ich aus einem Blog (Buch­kal­ku­la­ti­on – Was ver­die­nen Autor und Ver­lag an Büchern?) und dem E‑Mail-Ver­­­kehr mit einem christ­li­chen Ver­lag. Eine Kal­ku­la­ti­on sieht dem­nach in etwa wie folgt aus: Musik-CD Auf­la­ge 2500 End­ver­kaufs­preis           12,90 € 19% Steu­er —          2,06 € Auf­nah­me­kos­ten (Stu­dio, Bear­bei­tung) —          2,24 € Buch­han­dels­ra­batt und Ver­triebs­kos­ten ca. 50 % —          5,42 € Hono­ra­re, Spe­sen —          0,40 € CD-Pro­­­du­k­­ti­on —          0,60 € Boo­k­­let-Gestal­­tung, Lek­to­rat, Kor­rek­tur —          0,16 € Wer­bung, Mar­ke­ting —          0,14 € Lager­kos­ten —          0,12 € Saldo/Erlös je Stück             1,76 € Roher­lös, Auf­la­ge 2500     4.400,42 € Bei einer …

Wie viel verdient ein (christlicher) Verlag an Büchern?

Man­che Kun­den neh­men an, dass Ver­le­ger auf­grund der ver­meint­lich hohen Prei­se reich sein müss­ten. Die­se Annah­me rührt sicher aus der Unkennt­nis, wie sich ein Buch­preis zusam­men­setzt. Wie sich ein Preis zusam­men­setzt, wird aus der Buch­preis­kal­ku­la­ti­on deut­lich. Der Beta­ni­en Ver­lag hat in sei­nem Blog ein Kal­ku­la­ti­ons­bei­spiel für eine Buch­pro­duk­ti­on ver­öf­fent­licht. Hier erhält der Ver­brau­cher einen infor­ma­ti­ven Ein­blick, wie sich der Preis für ein Buch zusam­men­set­zen kann, wel­ches aus dem Eng­li­schen über­setzt wird. Buch aus dem Eng­li­schen über­setzt, 300 Sei­ten Auf­la­ge Anspruchs­vol­ler geist­li­cher Inhalt 2000 End­ver­kaufs­preis           15,90 € 7% Steu­er —          1,04 € Buch­han­dels­ra­batt und Ver­triebs­kos­ten ca. 45 % —          6,69 € Auto­ren­ho­no­rar 5 % —          0,74 € Über­set­zung —          2,50 € Druck —          2,25 € Lek­to­rat, Kor­rek­tur —          0,75 € Satz —          0,50 € Cover­ge­stal­tung —          0,25 € Saldo/Erlös je Stück             1,18 € Roher­lös, Auf­la­ge 2000     2.359,81 € Bei die­ser Kal­ku­la­ti­on blei­ben je Buch 1,18 EUR als Erlös. Wobei auch hier ein­schrän­kend gesagt wer­den muss, dass Kos­ten wie Vor­pla­nung, Koor­di­na­ti­on, Ver­wal­tung, Lage­rung, Wer­bung, Logis­tik, Frei­ex­em­pla­re, Beschä­di­gun­gen, Zin­sen, Vor­ab­ho­no­ra­re etc. dar­in nicht ent­hal­ten sind. Wenn die­se Kos­ten abge­zo­gen sind, bleibt ein küm­mer­li­cher Gewinn übrig. Erst ab einer 2. oder 3. Auf­la­ge kann …

Bücher von John F. MacArthur

Ein über­aus güns­ti­ges Buch­pa­ket ist aktu­ell bei CLV zu erwer­ben. Ich konn­te zumin­dest nicht wider­ste­hen und war vor allem vom Umfang des Buches „Ver­än­der­tes Den­ken“ erstaunt. Es ist ja tat­säch­lich eine Art Ein­füh­rung in ein christ­li­ches Welt­bild und Den­ken. Dabei besticht das Werk vor allem durch sei­ne ein­fa­che Aus­drucks­wei­se, wie eigtl. John F. MacAr­thur prin­zi­pi­ell. Die ande­ren bei­den Wer­ke habe ich noch nicht aus­führ­li­cher ange­schaut, wer­de sie aber sicher mal aus­führ­li­cher hier vor­stel­len, vor allem die Betrach­tung über die Lei­den Chris­ti wür­de mich inter­es­sie­ren. Man müss­te sogar mal die zahl­rei­chen Bücher zu die­sem The­ma ein­mal gemein­sam ver­glei­chen. Man bekommt über 1000 (!) Sei­ten für 11,50 EUR. Wer dann noch ein paar Euros übrig hat (also so gut wie jeder), kann noch das zwei­te Buch­pa­ket erwerben.

Sind Grußkarten christlicher Verlage zu teuer?

Bei mei­nem Enga­ge­ment in einer klei­nen christ­li­chen Buch­hand­lung stel­le ich immer wie­der fest, dass man­che Kun­den Medi­en und Geschenk­ar­ti­kel aus christ­li­chen Ver­la­gen als zu teu­er ein­schät­zen. Eine Falt­kar­te mit Umschlag, Ein­le­ge­blatt und Foli­en­ver­pa­ckung für 2 EUR – für eini­ge Kun­den ist so ein Preis nicht nach­voll­zieh­bar. Als Ver­gleich wer­den hier die all­jähr­li­chen Weih­nachts­kar­ten­an­ge­bo­te des Dis­coun­ters Aldi Süd her­an­ge­zo­gen, bei dem 6 Falt­kar­ten im Paket für gera­de ein­mal 99 Cent ange­bo­ten wer­den. Tat­säch­lich ist der Preis­un­ter­schied hier enorm und die Fra­ge daher berech­tigt, war­um christ­li­che Ver­la­ge nicht zu ähn­li­chen Prei­sen anbie­ten. Was sind nun die Unter­schie­de bei den bei­den Pro­duk­ten und was recht­fer­tigt den gro­ßen Preis­un­ter­schied? Die Falt­kar­ten des Dis­coun­ters wir­ken im Ver­gleich bil­lig und sind im Design sehr ein­fach und ohne Anspruch gestal­tet. Das güns­ti­ge Ange­bot beinhal­tet kein Ein­le­ge­blatt und kei­ne sepa­ra­te Foli­en­ver­pa­ckung. Der Unter­schied in Umfang und Qua­li­tät der Pro­duk­te dürf­te daher einen Teil der Preis­dif­fe­renz begrün­den. Der ande­re wesent­li­che Grund ist der Unter­schied in der Auf­la­ge. Ein Händ­ler wie Aldi Süd ist auf­grund sei­ner Grö­ße und Markt­macht mit meh­re­ren Tau­send Filia­len in der Lage, eine …

Hier fehlt mir noch ein Buch: Okkulte Belastung

Womög­lich bin ich nicht der rich­ti­ge Mensch dafür, um die­ses The­ma anzu­spre­chen. Mir fehlt eine ordent­li­che Por­ti­on Takt­ge­fühl und Ein­fühl­sam­keit las­se ich auch oft ver­mis­sen. Von einer freund­li­chen und net­ten Aus­drucks­wei­se will ich gar nicht reden. Den­noch haben sich bes­se­re und schlaue­re Men­schen nicht bereit gefun­den, hier den Fin­ger auf eine offe­ne Wun­de zu legen. Ich fürch­te bei kaum einem The­ma las­sen wir so sehr Spe­ku­la­tio­nen, Fik­ti­on und Wunsch­vor­stel­lun­gen ein, wie beim The­ma der Beses­sen­heit. Ein selt­sa­mer Aus­druck, schon beim Aus­spre­chen und Schrei­ben will man sich nicht wohl füh­len und fühlt sich von einer dunk­len Macht bedroht. Dabei ist der Fürst der Fins­ter­nis durch­aus real und stär­ker als jeder Mensch, aber nie so stark wie Gott. Wir haben es im Chris­ten­tum nicht mit Poly­the­is­mus zu tun, also einem guten Gott und einem Gott der Unter­welt, eine Vor­stel­lung die sich schnell ein­schlei­chen will, aber ich will es lie­ber mit den Refor­ma­to­ren hal­ten. Es soll Luther sein, der gesagt hat: „Der Satan ist wie ein Hund an der Ket­te; er kann nicht weiter­grei­fen, als Gott ihm Raum gibt …