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Rezension: „Preaching?“ von Alec Motyer

Alec Moty­er mau­sert sich zuneh­mend zu mei­nem Lieb­lings­an­gli­ka­ner. Auf den 2016 ver­stor­be­nen Theo­lo­gen bin ich übri­gens durch Tim Kel­ler auf­merk­sam gewor­den, der Moty­er nebst Clow­ney zu den Men­schen lis­tet, die ihn als Pre­di­ger am meis­ten geprägt haben. Moty­er dürf­te mit Sott und Packer zu den bedeu­tends­ten Evan­ge­li­ka­len Angli­ka­nern des 20ten Jahr­hun­derts zäh­len, ist aber offen­sicht­lich in Deutsch­land nur wenig bekannt. Auf jeden Fall ist die­ses kur­ze Werk (mit dem lei­der wenig anspre­chen­den Cover) eine wert­vol­le Hil­fe nicht nur für ange­hen­de Pre­di­ger, son­dern für jeden, der nach Wegen sucht, sei­nen Nächs­ten bibli­sche Tex­te bes­ser zu erklä­ren. Trotz sei­ner Kür­ze bleibt das Werk sehr umfas­send. Moty­er legt sich nicht auf einen bestimm­ten Pre­digtstil fest und befür­wor­tet sowohl Pre­dig­ten über gan­ze Bibel­bü­cher, über the­ma­ti­sche Wort­stu­di­en oder über bibli­sche Per­so­nen. Dabei bespricht er sechs Metho­den, wie er vom Bibel­text zur Pre­digt kommt. Was er auf jeden Fall ablehnt ist, das man bloß nach einem bibli­schen Text sucht, der als „Sprungram­pe“ für ein The­ma dient, wel­ches man sich eigent­lich schon längst aus­ge­sucht hat, und das meis­tens nur wenig mit dem …

Monatliche Auslese

Jakob Had­dick ist Pas­tor und äußerst flei­ßi­ger Leser. Monat­lich ver­öf­fent­licht er Kurz-Rezen­­si­o­­nen auf gele­se­ne Bücher. Eine gute Quel­le um Impul­se für neu­es Lese­ma­te­ri­al zu fin­den. In Zukunft wol­len wir auf NIMM-LIES regel­mä­ßig auf sei­ne Hin­wei­se ver­wei­sen. Im Juli 2020 bestand sei­ne Lek­tü­re aus: Bern­hard Ott: Hand­buch Theo­lo­gi­sche Aus­bil­dung John Lennox: Vor­her bestimmt? Lau­ra Van­der­kam: Juliet’s School of Pos­si­bli­ties Bar­ba­ra Oak­ley: Minds­hift Zum Arti­kel geht es hier lang. 

Die Heilige Dreieinigkeit

Ich glau­be in der letz­ten Zeit hat mich kaum ein The­ma mehr beschäf­tigt als die Drei­ei­nig­keit. Es gab hier so viel Unklar­heit, dass man vor lau­ter Bäu­men den Wald nicht mehr sehen konn­te. Eini­ge Bei­spie­le. Im Grun­de genom­men wäre das Model das ich aus der Drei­ei­nig­keit zeich­nen wür­de in etwa so etwas wie eine „Zwei­ei­nig­keit“ von Vater und Sohn + einem in irgend­ei­ner Wei­se unter­ge­ord­ne­ten Hei­li­gen Geist. Ehr­lich gesagt ken­ne ich auch kaum einen aus dem kon­ser­va­ti­ven Milieu, der nicht in irgend­ei­ner Wei­se die Sub­or­di­na­ti­on des Soh­nes leh­ren wür­de. Der Sohn weiß ja schließ­lich nicht, wann das Ende der Zei­ten anbre­chen soll (Mt. 24,36). So ein Model endet schließ­lich im Trithe­is­mus: Die Leh­re von drei gött­li­chen Wesen, die sich zudem im Umfang ihrer Gött­lich­keit unter­schei­den wür­den. Ein kla­rer Ver­stoß gegen die Ein­heit Got­tes, die an so vie­len Stel­len der Schrift gelehrt wird. Zudem muss man ein­ge­ste­hen, dass die Drei­ei­nig­keit so gut wie kei­ne Rol­le im Evan­ge­li­ka­lis­mus spielt. Man wird zwar im Namen des Vaters, des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes getauft, aber das die Dreieinigkeit …

Entlarve die Schönheitslüge

Die sozia­len Medi­en befeu­ern es, die Peer­group for­dert es und der Ein­zel­ne glaubt es: Schön­heit ist alles. An einem anspre­chen­den Aus­se­hen ist ja grund­sätz­lich nichts falsch, wenn aber das Schön­heits­ide­al zum Göt­zen wird, bestimmt der Zeit­geist uns mehr als wir mei­nen. Sarah Ivill, Schrei­be­rin, Lei­te­rin und Autorin von Bibel­stu­di­en für Frau­en, bringt es in ihrem Werk „Nie gut genug“ auf den Punkt, wenn sie meint, dass Aus­se­hen und Aner­ken­nung eine der größ­ten Lügen unse­rer Zeit dar­stel­len. „Zu dem The­ma Körperwahrnehmung und Erfolg lässt die Autorin uns in die­sem Buch teil­ha­ben an ihrem persönlichen Kampf mit der Abhängigkeit von Schlankheit/Ernährung und Fit­ness sowie Aner­ken­nung. Es geht dar­um die fal­schen Identitäten zu ent­tar­nen, denen wir uns zuwen­den, wenn wir nach Identität und Selbst­wert suchen – mit ande­ren Wor­ten: die Lügen, die wir über uns selbst glau­ben, und die Art und Wei­se, wie die­se uns in ihren Stru­del zie­hen. Dabei deckt sie fünf geläufige Lügen auf, denen man nur all­zu schnell Glau­ben schenkt, und führt zurück zu unse­rer Annah­me in Chris­tus, wo die wah­re Lösung in unse­rem Streben …

Neuanfang — von David Powlison

- Im Fol­gen­den eine Rezen­si­on von mei­nem Freund und Bru­der Vik­tor, der mir die Geneh­mi­gung erteilt hat, die­se Bespre­chung auch hier zu ver­öf­fent­li­chen. Wie Vik­tor rich­tig hin­weist, hat das Buch eine weit­aus grö­ße­re Ziel­grup­pe als Opfer sexu­el­ler Über­grif­fe. Für mich per­sön­lich war es in vie­len Berei­chen eine Hil­fe­stel­lung —  Ich möch­te in die­sem Arti­kel ein Buch von David Powli­son emp­feh­len, in dem es sowohl um sexu­el­le Über­tre­tung als auch um das dadurch ent­stan­de­ne Leid geht: Man­che Bücher sind mit der Absicht geschrie­ben wor­den, Men­schen im Kampf gegen ihre unmo­ra­li­schen sexu­el­len Impul­se zu hel­fen. Ande­re Bücher ver­fol­gen das Ziel, Men­schen in ihrem Kampf gegen die Aus­wir­kun­gen von sexu­el­ler Untreue, Beläs­ti­gung und Gewalt zu hel­fen. Doch die­ses Buch soll bewusst in bei­de Rich­tun­gen bli­cken. Sün­de und Leid sind zwei grund­le­gend unter­schied­li­che Din­ge. Was Sie tun und was Ihnen geschieht, könn­te nicht unter­schied­li­cher sein. Doch bei­des ver­mischt sich in der DNA der mensch­li­chen Natur. Alle mensch­li­che Erfah­rung ist von einer Dop­pel­he­lix der Fins­ter­nis durch­zo­gen. Die meis­ten Bücher über sexu­el­le Hei­li­gung behan­deln das Pro­blem der Sün­de und wid­men sich höchs­tens am Ran­de den …

Tipp: Die ersten Gipfelstürmer

Wer mit offe­nen Augen und einem Sinn für natür­li­che Schön­heit die Alpen durch­wan­dert wird auch in höhe­ren Höhen Blu­men­schön­hei­ten ent­de­cken. In dem Buch „Die ers­ten Gip­fel­stür­mer“ stel­len Rein­hard Jun­ker und Richard Wis­kin auf den ers­ten 60 Sei­ten eine Fül­le ein­drucks­vol­ler Über­le­bens­künst­ler vor. Reich bebil­dert und mit einem Kunst­stoff­um­schlag ver­se­hen kann es Wan­de­rern in den Alpen zur Bestim­mung von ent­deck­ten Blu­men die­nen. Im letz­ten Drit­tel gehen die Autoren auf die Fra­ge ein, woher die Alpen­pflan­zen kom­men. Eine direk­te Erschaf­fung in den ers­ten Tagen der Erde scheint nahe­zu aus­ge­schlos­sen, da zu der Zeit höchst­wahr­schein­lich kei­ne hohen Ber­ge vor­han­den waren. Evo­lu­tio­nis­ten gehen von einer Anpas­sung in Form von Höher­ent­wick­lung aus. Die Autoren bie­ten eine für mich ein­leuch­ten­de Erklä­rung an. Die ursprüng­lich geschaf­fe­nen Grund­ty­pen müs­sen sehr varia­bel und fle­xi­bel gewe­sen sein. „Sie wur­den mit der Fähig­keit erschaf­fen, inner­halb der Grund­ty­pen (also im schöp­fungs­ge­mäß vor­ge­ge­ben Spiel­raum) unter­schied­li­che Lebens­räu­me zu erobern“. Obwohl es ein eher spe­zi­el­les The­mas ist, erlebt das Buch bereits die drit­te Auf­la­ge und wird Natur­lieb­ha­bern und Wan­de­rern eine Berei­che­rung sein. Die ers­ten Gip­fel­stür­mer – Wie Blu­men die Alpen erobern, Rein­hard Junker/Richard …

Verteidigung der Trinität, der Wahrheit, des Denkens und der Tollheit

2019 war für mich durch das Lesen (und Hören) der Wer­ke von Carl R. Tru­e­man geprägt. Es ist ein neu­es Ereig­nis, sich aus­führ­li­cher mit ein und dem sel­ben Autor zu beschäf­ti­gen (viel­leicht müss­te man Mar­tin Luther aus­neh­men, in dem Fall mei­ne ich ein und den sel­ben zeit­ge­nös­si­schen Autor). Moti­viert haben mich die Autoren­pro­fi­le von Han­ni­el, mit dem Ziel, sich durch ein Gesamt­werk durch­zu­ar­bei­ten. Doch an das umfang­rei­che Werk von z.B. Car­son wag­te ich mich zunächst nicht. Somit ein Quick-Review über den Autor, Dozen­ten, Pas­tor, Pre­di­ger und Blog­ger Trueman:

Tipp: Liebe deinen Körper

Die Gesell­schaft hat bei der Sicht auf den mensch­li­chen Kör­per einen nach­christ­li­chen Weg beschrit­ten. Die Aus­wüch­se sind Trans­gen­de­ris­mus, eine Auf­­­reiß-Kul­­tur, Homo­se­xua­li­tät, Abtrei­bung und Eutha­na­sie. Abtrei­bungs­be­für­wor­ter behaup­ten, dass das unge­bo­re­ne Leben zwar ein Mensch sei, aber kei­ne Per­son – daher wäre es ver­tret­bar, es zu töten. Ver­tre­ter des Trans­gen­de­ris­mus füh­ren an, dass die männ­li­che oder weib­li­che Per­son nicht zwin­gend mit dem bio­lo­gi­schen Kör­per über­ein­stimmt – Geschlechts­um­wand­lun­gen wären daher eine Lösung. Auf­grund der Zwei­tei­lung wird am Ende des Lebens die Eutha­na­sie ange­wandt, da der Mensch nach dem Ver­lust von gewis­sen Fähig­kei­ten den „Sta­tus“ als Per­son ver­lie­ren wür­de. Die im deutsch­spra­chi­gen Raum nur wenig bekann­te Best­sel­ler­au­torin Nan­cy R. Pear­cy kon­fron­tiert auf über 400 Sei­ten das säku­la­re Dog­ma der Zwei­tei­lung von Kör­per und Person/Geist mit der chris­t­­lich-bibli­­schen Sicht auf den Kör­per. Die von Fran­cis Scha­ef­fer (L’A­b­ri) gepräg­te Autorin hat ein gut ver­ständ­li­ches Buch ver­fasst und mit zahl­rei­chen Quel­len belegt. Beim Lesen tuen sich ethi­sche Abgrün­de auf, die nicht für jeder­mann ver­träg­lich sind. Ins­be­son­de­re Pre­di­ger und Ältes­te, Leh­rer und Stu­den­ten soll­ten es lesen um einen chris­t­­lich-bibli­­schen Gegen­ent­wurf mit einer gesun­den Liebe …

Tipp: Meinst du noch oder glaubst du schon?

Der aus Eng­land stam­men­de Autor Phil­ipp Nunn hat 15 Jah­re in Kolum­bi­en gelehrt und war in der Gemein­de­grün­dungs­ar­beit aktiv. Heu­te lebt er mit sei­ner Fami­lie in den Nie­der­lan­den. Phil­ipp Nunn geht in die­sem Buch der Fra­ge nach, ob das (bibli­sche) Chris­ten­tum sinn­voll und „ver­nünf­tig“ ist. Dabei geht er auf die bei­den vor­herr­schen­den Denk­an­sät­ze der meis­ten Men­schen ein. Der moder­ne Ansatz, bei dem es vor allem um die Fra­ge geht, „ob das Chris­ten­tum in sich schlüs­sig, ratio­nal und wahr ist“. Und die post­mo­der­ne Anschau­ung, bei der es eher dar­um geht, ob das Chris­ten­tum sich „rich­tig anfühlt“ und „es funk­tio­niert“. Phil­ipp Nunn ver­mei­det es, schwie­ri­ge Fra­gen mit simp­len Ant­wor­ten abzu­tun und bie­tet statt­des­sen einen bibli­schen Denk­rah­men an. Anhand von Hin­wei­sen beschreibt der Autor in sach­li­chem Ton und kla­rer Spra­che, dass es sehr gute Grün­de für den christ­li­chen Glau­ben gibt. Die­ses Buch ist beson­ders für jun­ge Leu­te mit christ­li­chem Hin­ter­grund geeig­net, und lässt sich gewinn­brin­gend von Älte­ren lesen, da es auf eine betont jugend­li­che Spra­che ver­zich­tet. Meinst du noch oder glaubst du schon?, Phil­ip Nunn, 152 Sei­ten, Christliche …

Tipp: Hiobs Botschaft

Es haben sich bis­her nicht vie­le dar­an gewagt, einen Bibel­kom­men­tar in Form eines Bild­ban­des zu schrei­ben. Alex­an­der vom Stein ist vie­len schöp­fungs­in­ter­es­sier­ten Lesern als Autor von „Crea­tio“ und „Schöpfer:Hand:Werk“ bekannt und hat mit dem Buch „Hiobs Bot­schaft“ ein ein­ma­li­ges Werk ver­öf­fent­licht. Es besteht im Wesent­li­chen aus drei gleich gro­ßen Tei­len und beginnt mit einem Über­blick über die wich­tigs­ten Schwer­punk­te und The­men des Buches Hiob: „Das ältes­te Buch der Bibel“, „Das Leid der Gerech­ten“ und „Was zeigt die Schöp­fung von Gott“ sind nur drei davon. Im 2. Teil befasst der Autor sich mit den ent­schei­den­den letz­ten Kapi­teln 38 bis 41 und legt die­se aus. Im 3. Exkurs-Teil geht der Autor span­nen­den Fra­gen und The­men nach, die beim auf­merk­sa­men Lesen des Buches Hiob auf­tau­chen: „Wie groß ist Schöp­fung?“, „„Stein­zeit ist jeder­zeit““, „Gibt es eine „Höher­ent­wick­lung“?“. Hier wer­den „Aus­sa­gen des Buches Hiob mit der Ent­wick­lungs­ge­schich­te der Men­schen und dem Erkennt­nis­stand der moder­nen Wis­sen­schaft zusam­men­ge­bracht“. Das Buch ist bebil­dert und lädt durch die vie­len Gra­fi­ken, Tabel­len und unge­wöhn­li­chen Fra­gen und Ant­wor­ten zum Schmö­kern ein. „Hiobs Bot­schaft“ befasst sich nicht nur mit …