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„Die Beratung dient dem Schutz des ungeborenen Lebens.“

Blog­ger Vik­tor (ich emp­feh­le sei­nen exzel­len­ten Arti­kel über die Petrus­schlüs­sel) hat mich auf den exak­ten Wort­laut der zwei Para­gra­phen zu Schwan­ger­schafts­ab­brü­chen gemacht. Ich stau­ne über den uner­war­te­ten Pro-Life Wort­laut. So heißt es in §219, Absatz 1:

“ Die Bera­tung dient dem Schutz des unge­bo­re­nen Lebens. Sie hat sich von dem Bemü­hen lei­ten zu las­sen, die Frau zur Fort­set­zung der Schwan­ger­schaft zu ermu­ti­gen und ihr Per­spek­ti­ven für ein Leben mit dem Kind zu eröff­nen; sie soll ihr hel­fen, eine ver­ant­wort­li­che und gewis­sen­haf­te Ent­schei­dung zu tref­fen. Dabei muß der Frau bewußt sein, daß das Unge­bo­re­ne in jedem Sta­di­um der Schwan­ger­schaft auch ihr gegen­über ein eige­nes Recht auf Leben hat und daß des­halb nach der Rechts­ord­nung ein Schwan­ger­schafts­ab­bruch nur in Aus­nah­me­si­tua­tio­nen in Betracht kom­men kann, wenn der Frau durch das Aus­tra­gen des Kin­des eine Belas­tung erwächst, die so schwer und außer­ge­wöhn­lich ist, daß sie die zumut­ba­re Opfer­gren­ze über­steigt. Die Bera­tung soll durch Rat und Hil­fe dazu bei­tra­gen, die in Zusam­men­hang mit der Schwan­ger­schaft bestehen­de Kon­flikt­la­ge zu bewäl­ti­gen und einer Not­la­ge abzu­hel­fen. Das Nähe­re regelt das Schwangerschaftskonfliktgesetz.“

Zur Gegen­über­stel­lung: nur 3 % der mehr als 100.000 (in Wor­ten: Ein hun­dert Tau­send Schwan­ge­schafts­ab­brü­che 2019 wur­de von Min­der­jäh­ri­gen vor­ge­nom­men. Das ist kei­ne Pro-Life Pro­pa­gan­da, son­dern offi­zi­el­le Daten des sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes. Ich habe bei die­sen hohen Zah­len Mühe zu glau­ben, dass die Bera­tung der Frau­en wirk­lich im Kon­text von §219 stattfand.

§219 defi­niert übri­gens nur die Aus­nah­men eines gene­rel­len Schwan­ger­schafts­ab­bruchs­ver­bots, das der vor­her­ge­hen­de §218 festlegt:

1) Wer eine Schwan­ger­schaft abbricht, wird mit Frei­heits­stra­fe bis zu drei Jah­ren oder mit Geld­stra­fe bestraft. Hand­lun­gen, deren Wir­kung vor Abschluß der Ein­nis­tung des befruch­te­ten Eies in der Gebär­mut­ter ein­tritt, gel­ten nicht als Schwan­ger­schafts­ab­bruch im Sin­ne die­ses Gesetzes.
(2) In beson­ders schwe­ren Fäl­len ist die Stra­fe Frei­heits­stra­fe von sechs Mona­ten bis zu fünf Jah­ren. Ein beson­ders schwe­rer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter
1.
gegen den Wil­len der Schwan­ge­ren han­delt oder
2.
leicht­fer­tig die Gefahr des Todes oder einer schwe­ren Gesund­heits­schä­di­gung der Schwan­ge­ren verursacht.
(3) Begeht die Schwan­ge­re die Tat, so ist die Stra­fe Frei­heits­stra­fe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe.

(4) Der Ver­such ist straf­bar. Die Schwan­ge­re wird nicht wegen Ver­suchs bestraft.
Wich­tig: von einem ille­ga­len Schwan­ger­schafts­ab­bruch ist bereits nach Ein­nis­tung des befruch­te­ten Eis die Rede. Von wegen, eine Per­son ist erst ab der zwölf­ten SSW eine Person!

Ich emp­feh­le in die­sem Kon­text auch das Stu­di­um des wei­te­ren Wort­lauts von §218.

Außer­dem gera­de­zu eine Pflicht­lek­tü­re, hier der Arti­kel, wel­chen Druck, auch von Par­tei­en­sei­te eine Orga­ni­sa­ti­on erfährt, die ver­sucht eher im Wort­sin­ne von §219 über Schwan­ger­schafts­ab­brü­che auf­zu­klä­ren. Ein Dank an Uwe Brink­mann dafür, auch für die Samm­lung wei­ter­füh­ren­der Links!

Mich belas­tet die­ses The­ma auf eine kaum zu ertra­gen­de Wei­se! Und zumin­dest als ein klei­ner Trop­fen auf dem hei­ßen Stein, habe ich nun ange­fan­gen, das CDL (Christ­de­mo­kra­ten für das Leben)zu unter­stüt­zen.

Ich habe schon in einem ande­ren Arti­kel über die Gleich­gül­tig­keit gegen­über die­sem Mas­sen­mord nachgedacht.

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