Alle Artikel in: Erzählungen

Eine Auswahl meiner Audible-Bibliothek
Was wir hören:

Seit 8 Jah­ren nut­ze ich Audi­ble und gegen­wär­tig sind knapp knapp 110 Wer­ke Teil mei­ner Biblio­thek . In den lez­ten Jah­ren habe ich mit Freu­de wahr­ge­nom­men, dass die Aus­wahl christ­li­cher Wer­ke in Audi­ble zuge­nom­men hat, was ein Argu­ment für ein Abo sein kann. Per­sön­lich höre ich Hör­bü­cher fast aus­schließ­lich bei drei Sze­na­ri­en: Bei lan­gen Auto­fahr­ten Mit den Kin­dern zusam­men Vor dem Schla­fen­ge­hen vor allem in den lan­gen Win­ter­näch­ten. Ent­spre­chend ist auch  mei­ne Hör­bi­blio­thek in einer gewis­sen Wei­se drei­ge­teilt. Das Hör-Buch der Mit­te Die gro­ße Hör­bi­bel, die die Deut­sche Bibel­ge­sell­schaft her­aus­ge­bracht hat, ist eine wirk­li­che Per­le. Durch die sze­ni­sche Lesung wird die Auf­merk­sam­keit dem Text gegen­über deut­lich erhöht. Wir hören immer wie­der  mitt­le­re und klei­ne­re Abschnit­te, ich habe mich aber auch schon dabei erwischt, dass ich das neue Tes­ta­ment in weni­gen Tagen voll­stän­dig durch­ge­hört habe (Zur aus­führ­li­che­ren Rezen­si­on geht es hier lang). Klas­sik In den ers­ten Jah­ren habe ich vor allem Klas­si­ker gehört. Vor allem Kurz­ge­schich­ten und Erzäh­lun­gen der Welt­li­te­ra­tur höre ich bis heu­te ger­ne: Ame­ri­ka­ni­sche Kurz­ge­schich­ten von Mark Twain bis Her­man Mel­vil­le: Eine gelun­ge­ne Aus­wahl. Ich will Irwings Legende …

Kierkegaards Sprung

Heu­te berich­tet Udo Schmitt dar­über, wie er durch das Werk Kier­ke­gaar­ds zur Schrift und zum Glau­ben geführt wur­de: Durch die Rezen­si­on einer neu­en Bio­gra­phie über den däni­schen Phi­lo­so­phen Sören Kier­ke­gaard (Buch­hin­weis: Der alte Freund Kier­ke­gaard – Han­ni­el bloggt.) wur­de ich dar­an erin­nert, wel­che bedeu­ten­de Rol­le die­ser Mann in mei­nem Leben gespielt hat. Vie­le klu­ge Köp­fe haben schon wis­sen­schaft­li­che, theo­lo­gi­sche oder phi­lo­so­phi­sche Abhand­lun­gen über ihn geschrie­ben. Mein kur­zer Bei­trag ist dage­gen ledig­lich eine Beschrei­bung mei­nes per­sön­li­chen Erle­bens eines klei­nen Aspekts sei­ner Gedan­ken über den Glau­ben. Gleich im ers­ten Semes­ter mei­nes Phi­­lo­­so­­phie-Stu­­di­ums begeg­ne­te ich dem Werk Kier­ke­gaar­ds. Da er in sei­nen Ver­öf­fent­li­chun­gen immer wie­der auf die Bibel Bezug nahm, muss­te ich mich wohl oder übel mit die­sem Buch beschäf­ti­gen. Also las ich die Bibel inner­halb weni­ger Tage vom Anfang bis zum Ende.  Als ich nach den letz­ten Zei­len der Offen­ba­rung das Buch zuschlug, war ich sicher, dass dies das Wort Got­tes ist. Nur wenig spä­ter wur­de ich durch das Wun­der der Wie­der­ge­burt geret­tet. Aus­sa­gen Kier­ke­gaar­ds wie „Der Glau­be beginnt gera­de da, wo das Den­ken auf­hört“ erwe­cken den …

Tipp: Anita – Gottes Weg ist der Beste

Bio­gra­fi­sche Erzäh­lun­gen, deren Hand­lung in Russ­land statt­fin­det, erschei­nen nicht oft. Der Ver­lag Frie­dens­stim­me hat so eine klei­ne Bio­gra­fie aus dem Rus­si­schen über­setzt und ver­öf­fent­licht. Im Ver­lags­text heißt es: Ani­ta ist eine jun­ge Frau, die sich zwi­schen dem schma­len Weg der Bibel und dem brei­ten Weg im Tru­bel der Zeit ent­schei­den muss. Wel­cher Weg wird sie glück­lich machen? Was bedeu­tet ihre Ent­schei­dung für die Zukunft. Ani­ta ist hin und her geris­sen. Es geht schließ­lich um mehr als Freund­schaft, Anse­hen und Lie­be – es geht um das ewi­ge Leben. Der Schreib­stil ist ein­fach und für Leser aktu­el­ler Erzäh­lun­gen und Roma­ne unge­wohnt. Aber wenn man sich erst ein­mal dar­auf ein­ge­las­sen hat, liest es sich gut. Aus dem Vor­wort erfährt der Leser, dass sich das Buch an Jugend­li­che rich­ten soll. Und tat­säch­lich dürf­te der Inhalt die­ses Buches beson­ders für jün­ge­re Leser fremd und daher inter­es­sant vor­kom­men, da es die Ent­ste­hung einer Bezie­hung zwi­schen zwei got­tes­fürch­ti­gen Men­schen Mit­te des 20. Jahr­hun­derts auf­zeigt. Jun­ge Men­schen aus christ­li­chen – auch kon­ser­va­ti­ven Eltern­häu­sern – sind heu­te stark von säku­la­ren Vor­stel­lun­gen geprägt, wie es zu einer …

Tipp: Simon und der geheimnisvolle Mönch

Das Buch Simon und der geheim­nis­vol­le Mönch ist ganz aktu­ell 2016 erschie­nen. Das Leben des Refor­ma­tors Mar­tin Luther wird in Form eines his­to­ri­schen, nicht zu umfang­rei­chen Romans Kin­dern im Alter zwi­schen 10 und 13 Jah­ren nahe gebracht. Die Geschich­te spielt sich im Deutsch­land des Jah­res 1521 ab. Die Haupt­per­son ist der 11-jäh­­ri­­ge Simon, des­sen Mut­ter an der zu der Zeit gras­sie­ren­den Pest stirbt. Der Tod sei­ner Mut­ter stürzt den Jun­gen in Ver­zweif­lung. Er macht sich rie­si­ge Sor­gen um sie. Sei­ne Gedan­ken krei­sen um die Fra­ge: Wo ist sie wohl jetzt? Im Him­mel bei Gott oder in der Höl­le? Er setzt sich zum Ziel, Geld zu ver­die­nen und für sei­ne Mut­ter einen teu­ren Ablass­brief zu kau­fen, um ihre Zeit im Fege­feu­er zu ver­kür­zen und ihr ein Leben im Him­mel zu ermög­li­chen. Die Sor­gen des Jun­gen spie­geln die dama­li­ge Leh­re der Kir­che wider. Es zeigt deut­lich auf, wie unsi­cher die Men­schen bezüg­lich der Ewig­keit waren. Da die meis­ten weder schrei­ben noch lesen konn­ten, waren sie den Leh­ren der Kir­che hilf­los ausgeliefert.

Besprechung: Unheilvolle Nähe

Die­ser Roman der Cape Refu­­ge-Rei­he war wie auch die ers­ten 3 Bän­de mit­rei­ßend und span­nend zu lesen. Der Poli­zei­chef Cade und die Jour­na­lis­tin Blair klä­ren in die­sem Kri­mi­nal­ro­man einen mys­te­riö­sen Mord auf. Der Kri­mi­nal­ro­man­au­tor Gib­son wird schon nach kur­zer Zeit zum Tat­ver­däch­ti­gen, da das Opfer genau­so auf­ge­fun­den wur­de, wie er es in sei­nem Roman schreibt. Er bleibt unter Poli­zei­ge­wahr­sam, aber den­noch ver­schwin­den zwei wei­te­re Mäd­chen. Eine der bei­den wird wenig spä­ter an genau dem Ort auf­ge­fun­den, wo Cade Blair sei­nen Hei­rats­an­trag machen möch­te. Es wird ein unver­gess­li­cher Tag für die bei­den, aber lan­ge nicht so, wie sie es sich vor­ge­stellt haben. Als ich an die­ser Stel­le im Buch ankam, war es mir, als hät­te ich das Buch schon ein­mal gele­sen. Zum einen war da der ver­rück­te Autor, der sofort ver­däch­tigt wur­de und dann wur­de auch noch Cade ver­däch­tigt, weil alle Bewei­se gegen ihn spra­chen. Ich sah mir dann noch­mal die ande­ren Bücher der Rei­he an und stell­te die fest, dass der Ver­rück­te“ der sofort ver­däch­tigt wur­de, nicht als Per­son, aber als Prot­ago­nist schon im zwei­ten Band vor­kam und …

Besprechung: Kudus, Kobras, Killeraffen

In  dem Buch „Kudus, Kobras, Kil­leraf­fen“ berich­tet der Autor von sei­nen lang­jäh­ri­gen  Erfah­run­gen als Tier­wär­ter im Zoo von Los Ange­les. Da Gary Rich­mond eben­falls als Pfar­rer in einer Gemein­de tätig war und sich des­halb gut im Wort Got­tes aus­kennt, fin­det er zu vie­len sei­ner Erleb­nis­se im Zoo einen sehr sinn­vol­len Bezug auf den Men­schen und den Glau­ben. In eini­gen sei­ner Geschich­ten erzählt er von Par­al­le­len zwi­schen Mensch und Tier oder von eige­nen Erleb­nis­sen, die ihn zum Nach­den­ken gebracht haben. Im Grun­de besteht das Buch aus sei­nen Gedan­ken, die dabei zustan­de gekom­men sind. So berich­tet er bei­spiels­wei­se auch von gefähr­li­chen Situa­tio­nen, in die er und sei­ne Mit­ar­bei­ter gera­ten sind. Die­se Erzäh­lun­gen ver­lei­hen dem Buch sehr viel Span­nung und Abwechs­lung. Am Ende des Buches befin­den sich noch eini­ge lus­ti­ge Bege­ben­hei­ten, die den Leser zum Lachen brin­gen sol­len. In einer der 29 Geschich­ten geht es um eine alte Dame, die den Zoo regel­mä­ßig besuch­te. Da sie glaub­te, dass die Tie­re nicht genug Unter­hal­tung bekä­men, brach­te sie kur­zer­hand Gum­mi­bäl­le mit, die sie in den Käfi­gen ver­teil­te. Dies wur­de dem …

Buchrezension: Bonisa

Boni­sa hat nicht nur eine dunk­le Haut­far­be – sie lebt auch in einem Land, das vie­le Dun­kel­hei­ten kennt: Näch­te vol­ler unheim­li­cher Urwald­ge­räu­sche. Gefähr­li­che, umher­schlei­chen­de Tie­re in undurch­dring­li­cher Wild­nis. Furcht vor vie­len Geis­tern, wenn die Däm­me­rung über den Busch her­ein­bricht. Angst vor der Zukunft – vor Dür­re, Armut, Hun­ger, Bedro­hung. Angst in dunk­len, unru­hig suchen­den Augen, deren Blick man nie­mals mehr ver­gisst … Boni­sa ist eines von die­sen afri­ka­ni­schen Kin­dern. Auch in ihrem Her­zen und ihren Augen ist die Angst vor der Dun­kel­heit, vor den Geis­tern der Fins­ter­nis, vor dem grau­sa­men Vater.

Wilhelm Busch: Kennen Sie Hömpel?

Die­ser Tage bin ich auf ein Buch auf­merk­sam gewor­den, wel­ches schon vie­le Jah­re in mei­nem Regal steht. Ich muss zuge­ben, der Titel hat mich irri­tiert. „Höm­pel“ hört sich so höm­pe­lig an, dass ich Beden­ken hat­te, ob das Niveau der gebo­te­nen Erzäh­lun­gen nicht zu pri­mi­tiv wer­den könn­te. Ich soll­te mich gehö­rig irren. Höm­pel war ein Schlos­ser der in der NS-Zeit einen ganz raf­fi­nier­ten Trick ange­wen­det hat um dem damals inhaf­tier­ten Pas­tor Busch einen trös­ten­den Besuch erstat­ten zu kön­nen. Dabei waren alle Besu­che strikt unter­sagt. Höm­pel fiel eine List ein. Auf ganz lan­gem büro­kra­ti­schen Wege bekam er die Erlaub­nis, im Innen­hof des Gefäng­nis­ses Gras für sei­ne Hasen zu mähen. Und dabei lässt er sich beson­ders viel Zeit. Denn Höm­pel hat eine Mis­si­on: Wäh­rend sei­ner Arbeit fängt er an bekann­te Melo­dien zu pfei­fen: Steil und dor­nig ist der Pfad, der uns zur Voll­endung lei­tet. Selig ist, wer ihn betrat und zur Ehre Jesu streitet …

Tipp: Die Akte Jillian

Ran­dy Alcorn, lang­jäh­ri­ger Pas­tor und Leh­ren­der an einer Bibel­schu­le, hat in sei­ner Tätig­keit als bekann­ter Autor erst­mals mit sei­nen bei­den Töch­tern Ange­la und Kari­na gemein­sam ein Buch geschrie­ben. Mit „Die Akte Jil­li­an“ prä­sen­tie­ren sie ein Werk, des­sen Ziel­grup­pe zwar haupt­säch­lich Jugend­li­che dar­stellt, des­sen Bot­schaft sich aber mei­ner Mei­nung nach an alle Alters­grup­pen rich­tet. Als Ein­stieg wählt das Autoren-Trio den Jah­res­wech­sel, die Nacht des 31. Dezem­bers, und macht sei­ne Leser mit einer der Prot­ago­nis­ten die­ses Buches bekannt, der sieb­zehn­jäh­ri­gen Jil­li­an Flech­ter, die kurz vor ihrem Schul­ab­schluss steht und mit ihrer bes­ten und zugleich ein­zi­gen Freun­din Britt­a­ny eine Par­ty besucht. Im Gegen­satz zu ihrer lebens­lus­ti­gen und wil­den Freun­din ist Jil­li­an eher zurück­hal­tend, sie hat zudem den Unfall­tod ihres Vaters Jor­dan vor eini­gen Mona­ten immer noch nicht über­wun­den. Wäh­rend Britt­a­ny auf der Par­ty ihre Bezie­hung mit ihrer alten Flam­me Ian Ste­wart wie­der auf­zu­fri­schen ver­sucht, wird Jil­li­ans Inter­es­se auf Ians Freund Rober­to Gon­za­les gelenkt. Als Stu­dent der Port­land Sta­te Uni­ver­si­tät enga­giert er sich in der Bibel­grup­pe und hat, eben­so wie Jil­li­an, für die statt­fin­den­den Alkohol‑, Dro­­gen- und Sex-Exzes­­se sowie …

Es war einmal …

Wirk­lich, ich muss zuge­ben, ich lie­be Mär­chen. Schon als Kind und Teen­ager (damals hielt ich das vor mei­nen Freun­den geheim) war ich immer auf der Suche nach span­nen­dem Lese­ma­te­ri­al. Mög­li­cher­wei­se hat es mit mei­ner Her­kunft zu tun, denn dadurch, dass die Sowjet­uni­on ein Viel­völ­ker­staat war, hat jede Kul­tur ihre Sagen und Mär­chen mit­ge­bracht. Sehr vie­le die­ser Mär­chen sind natür­lich blo­ßes Unter­hal­tungs­ma­te­ri­al. Zumeist wird dar­ge­stellt, wie einer durch Beharr­lich­keit, Geschick­lich­keit und ein Maß an Witz zu Erfolg kommt. Neben die­sen ober­fläch­li­chen Erzäh­lun­gen über­sieht man aber die wah­ren Per­len die­ser volks­tüm­li­chen Lite­ra­tur. Ich möch­te dies an drei Bei­spie­len illustrieren.