Alle Artikel in: Erzählungen

Buchbesprechung: Gescheiterte Flucht

Schle­si­en, Mit­te des 19. Jahr­hun­derts: Das ruhi­ge Leben von Ober­förs­ter Albert Grü­ning ist jäh been­det, als ein Wild­dieb den Schnee­ber­ger Forst unsi­cher macht. Das Forst­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um macht Druck: er soll den Wild­dieb schnells­tens ding­fest machen, sonst droht ihm die Kün­di­gung. Plötz­lich taucht auch noch die hüb­sche Rahel von Bre­dow auf, die eini­ge Som­mer­wo­chen im Dorf unten ver­bringt. Wäh­rend einer ihrer aus­schwei­fen­den Spa­zier­gän­ge begeg­net sie dem ein­sa­men Son­der­ling aus dem Hoch­wald, der an chro­ni­scher Übel­lau­nig­keit lei­det. Doch Rahel lässt sich von Grü­nings Knur­rig­keit nicht beein­dru­cken und erkennt, dass die­ser eine Last mit sich her­um trägt, die ihm zu schaf­fen macht. Wäh­rend die Ver­gan­gen­heit dem Ober­förs­ter immer mehr Auf­merk­sam­keit abver­langt bemerkt er gar nicht, dass er immer mehr ins Visier des Wild­die­bes gerät…

Nur noch ein Kapitel …

… war mein meist­ge­dach­ter Gedan­ke beim Lesen die­ses Buches. Denn eigent­lich hat­te ich gar kei­ne Zeit, und eigent­lich hat­te ich eine Men­ge Ande­res zu tun. Aber das Buch hat mich gepackt und ein­fach nicht mehr los­ge­las­sen. Und so wur­den es dann doch jedes­mal ein paar Kapi­tel mehr. Dabei woll­te ich das Buch eigent­lich gar nicht lesen. Die Beschrei­bung klang so nach Kriegs­ge­schich­te, und Kriegs­ge­schich­ten mag ich gar nicht. Aber dann kam alles ganz anders. Die Hand­lung beginnt wohl wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs, aber vom Krieg selbst kommt nur ganz am Anfang ein wenig vor; das war gut zu ver­kraf­ten. Der Rest fügt sich so flüs­sig und selbst­ver­ständ­lich in den Hand­lungs­ab­lauf ein, daß man nur noch die han­deln­den Per­so­nen sieht, ihr per­sön­li­ches Erge­hen, ihre Ängs­te und Nöte, daß man meint, mit ihnen auf­ge­wach­sen zu sein. Ande­rer­seits erlebt man die Umstän­de haut­nah mit: den Druck auf die Zivi­lis­ten und auf die jun­gen Rekru­ten, die Will­kür der Macht­ha­ben­den in Deutsch­land, Ängs­te und Belas­tun­gen der jun­gen Sol­da­ten und die all­ge­gen­wär­ti­ge ängst­li­che Stimmung.

The other Wise Man

Um die Weih­nachts­ta­ge her­um bin ich auf eine inter­es­san­te weih­nacht­li­che Geschich­te gesto­ßen, die unter dem Titel „the sto­ry of the other wise man“ vor allem in Hol­land und in Ame­ri­ka gut bekannt ist. Ich fand den Plot ent­zü­ckend, wobei natür­lich klar ist, dass die Geschich­te rein fik­tiv ist. Erzählt wird, dass es nicht drei son­dern vier Wei­se waren, der vier­te auch die größ­ten und bes­ten Geschen­ke für den König hat­te, jedoch zu spät zum ver­ein­bar­ten Treff­punkt erschien. Unter­wegs zum Treff­punkt näm­lich traf er auf einen tod­kran­ken Mann, dem er nicht anders als hel­fen konn­te. Bis er jedoch von sei­nen Ver­pflich­ten frei­kam, waren sei­ne drei Gesel­len jedoch bereits dem Stern nach­ge­zo­gen. Nun begibt sich Artab­an, — so wird der Wei­se genannt‑, auf eige­ne Faust auf die Suche nach sei­nem König. Er weiß noch nicht, dass sei­ne Suche über drei­ßig Jah­re dau­ern soll und ihm ist auch erst recht nicht klar, auf wel­che Wei­se er sei­nem König fin­den wird. Die­se „Legen­de“ ist eine Novel­le des ame­ri­ka­ni­schen Autors Hen­ry van Dyke. Als eng­li­scher Ori­gi­nal­text ist das Buch lizenz­frei im Guten­­­berg-Pro­­­jekt verfügbar. …

Buchvorstellung: Maliks Clique — The decision

In der Klas­se 9B geht es drun­ter und drü­ber — Malik und sei­ne vier Freun­de machen ihren Mit­schü­lern das Leben schwer. Die­ses Mal haben sie sich Olam als Opfer aus­ge­sucht. Die Cli­que nutzt jede Gele­gen­heit, um ihn zu demü­ti­gen oder zu ver­let­zen. Olam erträgt alles schwei­gend, weil er von Malik erpresst wird. Die­ser weiß näm­lich etwas über Olam, was nie­mand wis­sen darf und droht damit, es zu ver­ra­ten. Als dann ein neu­er Leh­rer die Klas­se über­nimmt, rich­ten sich die Atta­cken der Cli­que auch auf ihn. Herr Rahi­mo­nov, ein über­zeug­ter Christ, steht auf näm­lich Olams Sei­te. Er fin­det schnell her­aus, wer wirk­lich in der Klas­se für die gan­zen Strei­che und Sach­be­schä­di­gun­gen ver­ant­wort­lich ist.

Buchrezension: Der zerrissene Graf

Der Roman „Der zer­ris­se­ne Graf“, ist der zwei­te Band der Hoch­­­wald-Saga. Das Buch lässt sich unab­hän­gig vom ers­ten Band gut lesen. Die Per­so­nen und die Zusam­men­hän­ge der Gescheh­nis­se hat man schnell begrif­fen. Da es sich im 19. Jahr­hun­dert abspielt, sind anfangs eini­ge alt­deut­sche Begrif­fe und Aus­sa­gen erst­mals gewöh­nungs­be­dürf­tig. Lud­wig, preu­ßi­scher Leut­nant und Graf von Schlei­nitz, geht auf eine gefähr­li­che Wet­te ein, um sei­ne Spiel­schul­den los­zu­wer­den. Er soll über die feind­li­che öster­rei­chi­sche Gren­ze in Uni­form rei­ten und einen Strauß Rosen für die begehr­te Vale­ria Muti­us, Toch­ter sei­nes Gene­rals und Schwes­ter sei­nes angeb­li­chen Freun­des Juli­an, mit­brin­gen. Es gelingt ihm tat­säch­lich und trotz einer gefähr­li­chen Ver­fol­gungs­jagd schafft er es wie­der zurück nach Deutsch­land. Auf dem Rück­weg durch den Hoch­wald trifft er unter einem Baum auf eine schla­fen­de, hüb­sche jun­ge Frau. Er ist von die­sem Anblick fas­zi­niert und legt impul­siv den gepflück­ten Rosen­strauß neben ihr ab. Nach einem kur­zen Auf­ent­halt in dem Forst­haus des Hoch­wal­des lernt er die jun­ge Frau näher kennen.

Der Mann, der Donnerstag war — Eine Nachtmahr

Gil­bert K. Ches­ter­ton. Der Mann, der Don­ners­tag war. Eine Nacht­mahr. Ca. 176 Sei­ten. Kos­ten­lo­ser Down­load (Kin­d­­le-For­­mat.) Polit­sa­ti­re im Alb­traum­for­mat Ches­ter­ton ist im deut­schen Sprach­raum vor allem wegen sei­ner Detek­tiv­ge­schich­ten von Pater Brown bekannt gewor­den. Fast eben­so berühmt ist sein Buch „Der Mann, der Don­ners­tag war“. Es han­delt sich um eine Polit­sa­ti­re, in die schwüls­ti­gen Beschrei­bun­gen eines Alb­traums ver­packt. Ob  ein glut­ro­ter Son­nen­un­ter­gang auf einem Lon­do­ner Platz, ein üppi­ges Mahl in einer her­un­ter gekom­me­nen Taver­ne oder ein Duell auf einer Blu­men­wie­se in Frank­reich — die sorg­fäl­ti­ge, ält­li­che deut­sche Über­set­zung tat bei mir das ihre, um lust­voll  beim Lesen zu bleiben.

Buchrezension: Der zerrissene Graf

Der zwei­te Band der Hoch­­­wald-Saga ist noch span­nen­der und bes­ser geschrie­ben als der ers­te Band. Mit sei­nen fast 600 Sei­ten, ist das Buch schon recht dick, des­halb habe ich die eBook-Ver­­­si­on auf dem iPad gele­sen. Ich muss sagen, es war sehr ange­nehm dar­auf zu lesen. Es liegt nicht so unhand­lich und schwer auf der Hand wie ein Buch und außer­dem muss­te ich mir nicht immer wie­der neue Lese­zei­chen suchen (ich ver­le­ge sie dau­ernd…). Wäh­rend ich das Buch las, kam mir der Gedan­ke, dass das Cover sehr wenig über den Inhalt der Geschich­te aus­sagt. Es hät­te mei­ner Mei­nung nach anspre­chen­der und span­nen­der gestal­tet wer­den kön­nen und wür­de den­noch dem Inhalt des Buches gerecht. Ich ach­te eigent­lich sehr auf das Cover und wenn mir das nicht gefällt, dann lese ich das Buch meis­tens auch nicht. Aber ich fand den ers­ten Band der Hoch­­­wald-Saga ganz gut, und da woll­te ich den zwei­ten auch lesen – ich habe es nicht bereut!

Schwamm drüber!

Es geht um das klei­ne Büch­lein „Schwamm drü­ber!“ von Tho­mas Sie­ling, einem Schul­lei­ter an einer christ­li­chen Schu­le in Gum­mers­bach, der aus sei­nem Erleb­nis­schatz meh­re­re kur­ze, lie­bens­wer­te Geschich­ten erzählt. Tho­mas Sie­ling hat einen recht jugend­li­chen und per­sön­li­chen Schreib­stil, der den Leser bewusst mit hin­ein­nimmt in das Gesche­hen. Also, es ist schon etwas Selt­sa­mes, was ich beim Lesen die­ses Buches erlebt habe. Eigent­lich habe ich es auch nur in die Hän­de bekom­men, weil mein Bru­der es mir warm ans Herz gelegt hat. Mit ent­spre­chend hohen Erwar­tun­gen begann ich nun mit der Lek­tü­re, ich fand die Geschich­ten auch ganz nett, aber irgend­wie woll­te der Fun­ke nicht über­sprin­gen, also zog sich auch das Lesen die­ses dün­nen Büch­leins über Wochen hin.

Post von Graf Moderthal

Vie­le Leser wer­den dank­bar sein, dass die­ses eini­ge Jah­re ver­grif­fe­ne Buch nun wie­der neu auf­ge­legt wur­de. Span­nend geschrie­ben, soll­te die­ses aktu­el­le, an- und auf­re­gen­de Buch jeder Christ lesen. Aber auch auf­ge­schlos­se­nen Außen­ste­hen­den könn­te es einen heil­sa­men Schre­cken ein­ja­gen und sie zum Nach­den­ken brin­gen. Wor­um es geht: Graf Moder­thal, ein Dämon obe­rer Rang­ord­nung, schreibt sei­nem Unter­teu­fel Qua­lob Brie­fe, die geziel­te Instruk­tio­nen ent­hal­ten, wie er J. Flet­cher, einen ganz nor­ma­len Fami­li­en­va­ter, der Tag für Tag durch sein Leben stol­pert, davon abhal­ten kann Christ zu wer­den. Nach­dem er sei­ne Bekeh­rung nicht ver­hin­dern konn­te, ver­sucht er ihn zumin­dest an der kon­se­quen­ten Nach­fol­ge zu hin­dern und ihn zur Sün­de zu verführen.

…im Vertrauen auf Gott

Fas­sungs­los muss die 18-jäh­­ri­­ge Ire­ne zuse­hen, wie Onkel Max ihre Bibel unter Hohn­ge­läch­ter in den Ofen wirft. Die Bibel ihrer Mut­ter war das Ein­zi­ge, wor­an ihr Glau­be wie ein dün­ner Faden hing. War­um lässt Gott das zu? Abends weint sie sich ver­zwei­felt in den Schlaf. Doch am nächs­ten Tag geschieht vie­les, was Ire­ne Mut schöp­fen lässt und sie flieht aus dem Haus ihres Onkels. „…Ich wage es im Ver­trau­en auf Gott“, schreibt sie zum Abschied noch schnell auf einen Zet­tel. Die­se Wor­te ärgern Onkel Max maß­los. Er setzt alles dran, Ire­nes Flucht zu ver­hin­dern, um ihr damit zu bewei­sen, dass es kei­nen Gott gibt. Wird Ire­ne dem Fang­netz der DDR-Bahn­­­po­­li­­zei entkommen?