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Tipp: Simon und der geheimnisvolle Mönch

Eine Erzählung um den Reformator Martin Luther

Das Buch Simon und der geheim­nis­vol­le Mönch ist ganz aktu­ell 2016 erschie­nen. Das Leben des Refor­ma­tors Mar­tin Luther wird in Form eines his­to­ri­schen, nicht zu umfang­rei­chen Romans Kin­dern im Alter zwi­schen 10 und 13 Jah­ren nahe gebracht.

Die Geschich­te spielt sich im Deutsch­land des Jah­res 1521 ab. Die Haupt­per­son ist der 11-jäh­ri­ge Simon, des­sen Mut­ter an der zu der Zeit gras­sie­ren­den Pest stirbt. Der Tod sei­ner Mut­ter stürzt den Jun­gen in Ver­zweif­lung. Er macht sich rie­si­ge Sor­gen um sie. Sei­ne Gedan­ken krei­sen um die Fra­ge: Wo ist sie wohl jetzt? Im Him­mel bei Gott oder in der Höl­le? Er setzt sich zum Ziel, Geld zu ver­die­nen und für sei­ne Mut­ter einen teu­ren Ablass­brief zu kau­fen, um ihre Zeit im Fege­feu­er zu ver­kür­zen und ihr ein Leben im Him­mel zu ermög­li­chen. Die Sor­gen des Jun­gen spie­geln die dama­li­ge Leh­re der Kir­che wider. Es zeigt deut­lich auf, wie unsi­cher die Men­schen bezüg­lich der Ewig­keit waren. Da die meis­ten weder schrei­ben noch lesen konn­ten, waren sie den Leh­ren der Kir­che hilf­los aus­ge­lie­fert.

In sei­ner Ver­zweif­lung hört Simon von Luther und sei­nen Leh­ren. Er beschließt die­sen Mönch zu fin­den und ihm die Fra­gen zu stel­len, die ihm unter den Nägeln bren­nen. Mit sei­nem älte­ren Cou­sin begibt er sich auf eine aben­teu­er­li­che Rei­se. In Roman­form ver­packt erfährt nun der jun­ge Leser eine gan­ze Men­ge über Luthers Leben. Es ist beein­dru­ckend, mit welch einem Mut Luther sich wei­gert, selbst vor dem Kai­ser sei­ne Über­zeu­gun­gen, die er aus der Hei­li­gen Schrift gewon­nen hat, zu wider­ru­fen. Und end­lich, als Simon schon bei­na­he auf­gibt, weil Luther ent­führt und ver­schwun­den zu sein scheint, kommt es doch zu einem Tref­fen zwi­schen dem Mönch und dem ver­zwei­fel­ten Jun­gen. End­lich kann er ihm sein Herz aus­schüt­ten und hören, dass ein Mensch nicht durch Ablass­brie­fe, son­dern durch sei­ne Umkehr zu Gott und Got­tes unend­li­che Gna­de das ewi­ge Leben geschenkt  bekommt. Simon erin­nert sich, dass sei­ne Mut­ter an Gott geglaubt und ihn geliebt hat. Er glaubt nun, dass sie Got­tes Ver­ge­bung in Anspruch genom­men und das ewi­ge Leben als Geschenk emp­fan­gen hat. Die­se Erkennt­nis weckt auch in ihm den Wunsch ein Kind Got­tes zu wer­den.

Ins­ge­samt hal­te ich die Geschich­te von Simon für emp­feh­lens­wert für Kin­der. Da es sich dabei um einen Jun­gen in ihrem Alter han­delt und dar­um, wie er die­se Zeit des Umbruchs erlebt, ist es für sie ein­fa­cher zu ver­ste­hen, wor­um es bei der Refor­ma­ti­on ging. Die Spra­che ist aktu­ell, ein­fach struk­tu­riert und dem Alter ange­mes­sen.

Im Anhang fin­det sich noch ein kur­zer Lebens­lauf Mar­tin Luthers.

Mei­nem 13-jäh­ri­gen Sohn hat das Buch auch gut gefal­len.

Das Buch ist bei Neu­kir­che­ner Aus­saat erschie­nen und kos­tet 9,99 EUR.

Nadi­ne Frei­tag

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