Erzählungen, Hörbücher, Hörspiele, Kinderliteratur
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Eine Auswahl meiner Audible-Bibliothek
Was wir hören:

Seit 8 Jahren nutze ich Audible und gegenwärtig sind knapp knapp 110 Werke Teil meiner Bibliothek . In den lezten Jahren habe ich mit Freude wahrgenommen, dass die Auswahl christlicher Werke in Audible zugenommen hat, was ein Argument für ein Abo sein kann.

Persönlich höre ich Hörbücher fast ausschließlich bei drei Szenarien:

  • Bei langen Autofahrten
  • Mit den Kindern zusammen
  • Vor dem Schlafengehen vor allem in den langen Winternächten.

Entsprechend ist auch  meine Hörbibliothek in einer gewissen Weise dreigeteilt.

Das Hör-Buch der Mitte

Die große Hörbibel, die die Deutsche Bibelgesellschaft herausgebracht hat, ist eine wirkliche Perle. Durch die szenische Lesung wird die Aufmerksamkeit dem Text gegenüber deutlich erhöht. Wir hören immer wieder  mittlere und kleinere Abschnitte, ich habe mich aber auch schon dabei erwischt, dass ich das neue Testament in wenigen Tagen vollständig durchgehört habe (Zur ausführlicheren Rezension geht es hier lang).

Klassik

In den ersten Jahren habe ich vor allem Klassiker gehört. Vor allem Kurzgeschichten und Erzählungen der Weltliteratur höre ich bis heute gerne:

  • Amerikanische Kurzgeschichten von Mark Twain bis Herman Melville: Eine gelungene Auswahl. Ich will Irwings Legende von Sleepy Hallow, Melvilles Bartleby und Henrys Geschenk der Weisen besonders hervorheben
  • Die Stefan Zweig Box: Zweig ist häufig spannend, immer herausfordernd, manchmal problematisch. Die Meistererzählungen haben mich besonders mitgenommen.
  • Gert Westphal liest Thomas Mann:  Eine gelungene Auswahl. „Königliche Hoheit“ ist dabei mein Favorit. Eine leicht ins legendäre Verpackte Darstellung des letzten deutschen Kaisers, „der mit einer Hand besser regieren wird, als andere mit zwei“. Manchmal ist Mann ein bisschen zu verschämt.
  • William Somerset Maugham, z.B. der Büchersack. Typisch britische Geschichten, häufig mit Geschehen in den damaligen britischen Kolonien, sehr interessant, um globale Herausforderungen des letzten Jahrhunderts zu verstehen (und heilsam gegen das Denken, Globalisierung wäre ein Syndrom der letzten paar Jahre).
  • Jack London: Die Hörbuch Box 

Ich habe immer wieder längere Romane, wie z.B. Tolstois Anna Karenina, ausprobiert und habe gemerkt, dass ich als Audiomaterial nur den eher kürzeren Erzählungen folgen kann.

Krimis

Hier meine ich zunächst Hörspiele. Pidax veröffentlicht dabei alte Hörspiel-Klassiker. 

Lord Peter Wimseys Fälle  als Hörspiele. Diese Hörspiele halten sich sehr eng an den Originaltext und geben so noch das Denken und die Ideen der großartigen Schriftstellerin Dorothy L. Sayers wieder.

Rolf und Alexander Becker: Der Gespensterreiter. Das Ehepaar Becker dürfte mindestens von „Dicky Dick Dickens“ oder „Gestatten, mein Name ist Cox“ bekannt sein. Der Titel dieses Hörspiels lässt nicht so viel Tiefgang vermuten, wie wirklich vorhanden ist.

Eher frustriert war ich über viele der modernen Serien, die ich immer wieder ausprobiert habe. Diese waren entweder kindisch (Lady Bedford, obwohl ich eingestehen muss, dass ich viele Folgen gehört habe),  auf wirre und irritierende Weise bizarr (z.B. die Mycroft Holmes und Oscar Wilde Reihe oder viele „Fortsetzungen“ der Sherlock Holmes Geschichten) oder moralisch nihilistisch. Damit meine ich das Ringen der Ermittler in fast jedem modernen Krimi darüber, was denn nun richtig und falsch, gut und böse sei, ohne und das ist das Wesentliche, das der Autor einen Lösungsvorschlag bietet oder findet. Ich meine z.B. die Reihe „Hawthorne ermittelt“ von A. Horowitz, der eigentlich zwei ordentliche Fortsetzungsromane zu Sherlock Holmes veröffentlicht hat oder die Carl-Morck-Reihe von Jussi Adler Olsen (Nicht gehört, aber zwei Bände gelesen). Immer wieder haben die Ermittler hier Identitätskrisen, aber nie kommen Sie weiter, die Probleme werden verdrängt oder betäubt. Bei beiden genannten Autoren habe ich übrigens ein geradezu exzessives Verlangen wahrgenommen, homosexuelle Paare in ihren Büchern derart zahlreich vorkommen zu lassen, das jede statistische Verhältnismäßigkeit über Dimensionen hinaus gesprengt ist (Zu schweigen, dass dadurch die Zahl der potentiell Verdächtigen in den Büchern ja deutlich sinkt – honi soit qui mal y pense).

Als bessere Alternative greife ich (eher griff, die letzten Krimis sind schon eher länger her) zu Agatha Christi zurück. Immer wieder überraschen ihre Twists und Plots, z.B. in „Alibi“, „Die Morde des Herrn ABC“ und mein Favorit: „Und dann gab’s keines mehr“ (ganz früher mal als „Zehn kleine Negerlein“ bekannt gewesen).  Manchmal kann Christi viel mehr Thriller als man das erwarten würde. Mich wiederum hat immer wieder ihre ambivalente Haltung zur Selbstjustiz bewegt. Christi habe ich immer als Hörbuch gehört und kann ich mir als Hörspiele eher weniger gut vorstellen.

Für Kinder – eher Säkular:

Eigentlich machte z.B. Erich Kästner gute Sachen, hört man aber genau hin, staunt man darüber, für wie natürlich er eine eher harte Fäkalsprache bei Kindern hält. Es geht nicht darum, dass nicht auch mal ein Schimpfwort in einem Buch/Hörbuch vorkommen darf, sondern dass die Verwendung derselben zur Norm erklärt wird. Das war uns vor allem bei „Emil und die Detektive“ sehr sauer aufgestoßen, so dass wir die Geschichte nicht zu Ende gehört haben.

Als unsere Kinder sehr klein waren, haben wir mit „Leo Lausemaus“ sehr gute Erfahrungen gemacht: Nicht immer löst Mama Lausemaus erzieherische Herausforderungen sinnvoll, die angesprochenen Situationen sind aber sehr real und präsent und greifbar. Insgesamt aber eine gute Serie. Wer sich dessen vergewissern möchte, blicke mal auf die zahlreichen negativen Bewertungen dieser Hörspiele bei Amazon: Hier echauffiert man sich über das konservative und veraltete Weltbild der Serie, sprich verteilt ihr im Wesentlichen ein Qualitätsprädikat.

In besonderer Weise haben wir Otfried Preußlers „Die Abenteuer des Starken Wanja“ liebgewonnen. Hier wechseln sich Plot, Musik und Gesang sehr fein aufeinander abgestimmt ab. Leicht mystisch.

Natürlich hören wir sehr gerne Märchen, diese stammen aber meist nicht aus unserer Audible-Bibliothek.

Für Kinder – Christlich

Natürlich kommt man nicht an  den Chroniken von Narnia vorbei. Die fantastische Lesung von Philipp Schepmann ist aber auch jeden Cent Wert. Aktuelle Gute-Nacht „Hörtüre“. Wir drehen nun die dritte Runde, und ich meine alle 6 Bände.

In den letzten Jahren sind nun viele Geschichten von Patricia St. John dazugekommen und schließlich bin ich vor kurzem über „Treue und Hingabe“ gestoßen. 10 Geschichten über Mission. Die Stimme  von Daniel Kopp kann dabei womöglich etwas anstrengend werden, insgesamt aber eine gelungene Auswahl, die auch durch 10 weitere Geschichten aus der Reformationszeit erweitert wird: „Glaube und Mut“.

Was diesen Teil des Hörens angeht, sind wir aktuell etwas vom Wandel vom Ausgezeichneten Radio Doppeldecker zu den hier genannten Werken.

Lebensbilder – Christlich

Zwei Lebensbilder haben uns die letzten Monate bewegt. Da wäre zum einen „der Bibelraucher“. Wie Gott einen Exknacki verwandelt hat, ist einerseits erschütternd aber auch motivierend. Es ist dabei aber nicht zu vergessen, dass wir selbst die gleiche Veränderung benötigen, wie Wilhelm Buntz, nämlich die Wiedergeburt durch den Geist Gottes.

Zum zweiten wäre hier die Lebensgeschichte und im Wesentlichen die Autobiographie von Bruder Andrew, „dem Schmuggler Gottes“, zu nennen.

Theologie – Englisch

Auch hier habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich nicht alles zum Anhören eignet. Zwar verfüge ich z.b. über die Essays von Lewis, merke aber immer wieder beim Hören, dass ich das lieber lesen würde, um mir die besten Fundstücke zu markieren. Oder über „Hidden but now revealed“ – eine Studie über biblische Symbolik von Gregory Beale. Ein großartiges Werk mit massenweise Bibelstelellenangaben. Nur kann man diese beim Hören eben nicht auf die schnelle nachschlagen.

Dennoch habe ich ein paar feine Diamanten:

  • Faith Alone von Thomas Schreiner.  Liest der Autor selber vor. Betrachtet das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und ist ein Experte der unterschiedlichsten Positionen zur Rechtfertigung aus dem Glauben allein, ohne je polemisch zu werden.
  • Know the Heretics (Ausführliche Besprechung hier)
  • The Mission of God’s People von C.J.H. Wright: Eine ausführliche Studie darüber, wie Bibel Mission der Gemeinde versteht mit zahlreichen praktischen Ausführungen.
  • „The Prodigal Prophet“ von Tim Keller (mehr hier)
  • A Theology of Biblical Counseling.  Hier ist eher eine Audio-Vorlesung, die auf dem gleichnamigen Buch von Heath Lambert aufbaut, zu finden. Die hält auch der Autor selbst. Systematisch-Theologische Fragestellungen (Wer ist Gott?, Wie ist Gott? Was sind seine Eigenschaften? Was ist der Mensch) werden mit seelsorgerlichen Szenarien verbunden.

Weiteres und Abschließendes

Durch Audible habe ich mich an David Foster Wallace getraut. „Das ist Wasser“ habe ich bestimmt schon 5 oder 6 mal angehört. Wie er durchschaut, wie wir so schnell auf „Standardprogrammierung“ zurückfallen, ist einfach gruselig! Wem diese Rede gefällt, der wird auch Gefallen an seinen Aufzeichnungen während einer  14tägigen Luxus-Schiffahrt finden: „Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich“  – Sehr bewegt hat mich auch seine ganz persönliche Aufzeichnung darüber bewegt, wie es ist unter dauerhaftem Einfluss von Psychopharmaka zu stehen, die er  in „Der Planet Trillaphon“ festgehalten hat. Sein Buch „Infinite Jest“, wurde in der deutschen Lesung durch die permanente Hintergrundmusik regelrecht verhunzt.

Meine letzte Anschaffung war übrigens „Jesus unser Schicksal“ von Wilhelm Busch. Ich freu mich auf diesen christlichen Klassiker.

Was hört Ihr so? Hinterlasst doch gerne einen Kommentar oder schreibt mich direkt an.

5 Kommentare

  1. Bunyan – Die Pilgerreise
    Roper – Der Mensch Martin Luther
    Härry – Die Kunst des reifen Handelns
    Boppart – Unfertig
    Royer – Du musst sterben, bevor du lebst, damit du lebst bevor du stirbst
    Royer – Nach dem Amen bete weiter
    Feldman – Unorthodox
    Dostojewski – Schuld und Sühne
    Keller – Kings Cross
    Keller – Encounters with Jesus
    Austen – Stolz und Vorurteil
    Carson – Scandalous
    Keller – Counterfeit Gods

  2. Sergej Pauli sagt

    Sehr gute Hinweise dabei, gerade das von Carson war mir nicht bekannt. Habe aber auch ein Stückweit Schnittmenge.

  3. phkeller sagt

    Wahnsinns-Liste! Als Audible-Hörer werde ich bestimmt oft auf diesen Artikel zurückgreifen.

    Ein paar Tips von mir/unserer Familie:

    – Die vergessenen Drei – PM History Podcast – gratis, habe mir alle Folgen durchgehört, toll um den geschichtlichen Überblick zu kriegen, spannende Einzelgeschichten die man ziemlich garantiert noch nie gehört hat
    – Meine Real Life Story – Philipp Mickenbecker. Ich hoffte eigentlich, dass sich meine Kinder das anhören würden (tolle Geschichte, wahre Abenteurer der jetzigen Zeit, und ehrliche, ungekünstelte Bekehrungsgeschichte), aber die Geschichte mit dem Krebs war ihnen zu scary. Ich habs genossen. Ausser der Sprecher war nicht so toll. Immerhin der Autor selbst.
    – Die unendliche Geschichte. 15 Stunden beste Phantasy! Haben wir uns im Auto nach Sardinien und zurück gehört. Gert Heidenreich ist einer der tollsten Sprecher.
    – Aesops Fabeln, gesprochen von Peter Kaempfe. Tierfabeln der Griechen. Gute Moral. Lustig und toll gesprochen.
    – Tom Gates: ist etwas borderline, da typisch moderne Kindergeschichten (alle Erwachsenen sind blöd und die Kinder schlau), aber geistreich und lustig

  4. phkeller sagt

    Oh und betreffend Agatha Christie: Habe viele ihrer Bücher gelesen. Und dann gabs keine mehr und Alibi sind auch bei meinen Favoriten. Aber mein absoluter Liebling ist Mord im Orient-Express

  5. Sergej Pauli sagt

    ja stimmt, könnte hier daran liegen, dass ich den nicht gelesen oder gehört, sondern nur angeschaut habe (die alte Fassung)

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