Alle Artikel mit dem Schlagwort: Weihnachten

Stille Nacht — Heilige Nacht

Weih­nach­ten ist längst nicht mehr nur ein christ­li­ches Fest – es ist auch ein säku­la­rer Fei­er­tag: Je nach Glau­bens­über­zeu­gung fei­ern die einen die Geburt Jesu Chris­ti, die ande­ren das Fest der Lie­be, des Frie­dens und der Fami­lie. Man kann Weih­nach­ten in der säku­la­ren Gesell­schaft ohne Got­tes­dienst, ohne christ­li­che Lie­der und ohne Chris­tus fei­ern. Mit die­ser Beob­ach­tung beginnt Timo­thy Kel­ler sein Buch Stil­le Nacht – Hei­li­ge Nacht. War­um wir Weih­nach­ten heu­te noch fei­ern. Nach sei­ner Wahr­neh­mung ist die wah­re Weih­nachts­bot­schaft vie­ler­orts ver­lo­ren gegan­gen – und zwar auch in christ­li­chen Krei­sen: „Im säku­la­ren wie im christ­li­chen Weih­nachts­fest geht es fast nur um Frie­den, Freu­de und Licht“ (S. 110). Dass Weih­nach­ten einen viel tie­fe­ren Sinn hat, ent­fal­tet der Autor in acht Kapi­teln zu klas­si­schen Weih­nachts­tex­ten aus dem Pro­phe­ten Jesa­ja, dem Mat­t­hä­us- und dem Lukas­evan­ge­li­um sowie 1. Johan­nes 1,1 – 4. Zwar spricht auch Kel­ler in den acht Kapi­teln sei­nes Buchs viel von Got­tes Lie­be, sei­nem Frie­den und sei­nem Licht, die­se Begrif­fe wir­ken bei ihm jedoch kräf­ti­ger als in so man­cher Weih­nachts­pre­digt, da er sie in den Kon­trast zur Fins­ter­nis, zum Krieg (in dieser …

The Christmas Miracle of Jonathan Toomey

Ich freue mich sehr, auf „Nimm und Lies“ einen Gast­bei­trag ver­öf­fent­li­chen zu dür­fen und möch­te die Chan­ce nut­zen, ein klei­nes Buch zu emp­feh­len, das seit sei­nem Erschei­nen vor 20 Jah­ren die Best­sel­ler­lis­ten eng­lisch­spra­chi­ger Weih­nachts­bü­cher erobert hat: „The Christ­mas Mira­cle of Jona­than Too­mey“, geschrie­ben von Sus­an Wojciechow­ski und illus­triert von P.J. Lynch. Lei­der ist es noch nicht in deut­scher Spra­che erhält­lich. Die Hand­lung spielt vor gut hun­dert Jah­ren in einem klei­nen Dorf irgend­wo auf der Welt. Der kunst­fer­ti­ge Holz­schnit­zer Jona­than Too­mey ist nach dem Tod sei­ner Frau und sei­nes Kin­des mit der Welt ent­zweit und lebt in selbst­ge­wähl­ter Ein­sam­keit. Auf­grund sei­ner außer­ge­wöhn­li­chen Fähig­kei­ten als Schnit­zer bekommt er den­noch Auf­trä­ge und sichert sich so sei­nen Lebensunterhalt.

The other Wise Man

Um die Weih­nachts­ta­ge her­um bin ich auf eine inter­es­san­te weih­nacht­li­che Geschich­te gesto­ßen, die unter dem Titel „the sto­ry of the other wise man“ vor allem in Hol­land und in Ame­ri­ka gut bekannt ist. Ich fand den Plot ent­zü­ckend, wobei natür­lich klar ist, dass die Geschich­te rein fik­tiv ist. Erzählt wird, dass es nicht drei son­dern vier Wei­se waren, der vier­te auch die größ­ten und bes­ten Geschen­ke für den König hat­te, jedoch zu spät zum ver­ein­bar­ten Treff­punkt erschien. Unter­wegs zum Treff­punkt näm­lich traf er auf einen tod­kran­ken Mann, dem er nicht anders als hel­fen konn­te. Bis er jedoch von sei­nen Ver­pflich­ten frei­kam, waren sei­ne drei Gesel­len jedoch bereits dem Stern nach­ge­zo­gen. Nun begibt sich Artab­an, — so wird der Wei­se genannt‑, auf eige­ne Faust auf die Suche nach sei­nem König. Er weiß noch nicht, dass sei­ne Suche über drei­ßig Jah­re dau­ern soll und ihm ist auch erst recht nicht klar, auf wel­che Wei­se er sei­nem König fin­den wird. Die­se „Legen­de“ ist eine Novel­le des ame­ri­ka­ni­schen Autors Hen­ry van Dyke. Als eng­li­scher Ori­gi­nal­text ist das Buch lizenz­frei im Guten­­­berg-Pro­­­jekt verfügbar. …

Tipp: Vater Martin (CD)

Spä­tes­tens seit­dem auch das letz­te Bun­des­land aus den Som­mer­fe­ri­en zurück ist, weiß man: Weih­nach­ten steht vor der Tür. Nicht, dass wir die Kom­mer­zia­li­sie­rung der Geburt Chris­ti gut hei­ßen wol­len, aber gut ist es, an die Geburt Jesu nicht nur zur Weih­nacht den­ken. Da fällt mir aber mein liebs­tes Hör­spiel zu Weih­nach­ten ein und ich war über­rascht die­sen Klas­si­ker immer noch im Han­del ver­füg­bar zu fin­den. 1977 auf­ge­nom­men und heu­te noch erhält­lich: Vater Mar­tin. Hier­bei han­delt es sich übri­gens, wie ich erst kürz­lich erfah­ren habe, um eine Kurz­ge­schich­te des gro­ßen rus­si­schen Dich­ters Leo Tol­stoi. Dies über­rasch­te mich zwar etwas, schmä­lert aber nicht die gro­ße Güte der Geschich­te: Mar­tin, im Dorf von allen „Vater Mar­tin“ genannt, hat sich neu­er­dings ver­än­dert. Er geht nicht mehr zur Wirt­schaft son­dern liest lie­ber in der Bibel. Aber ein Wunsch wird in sei­nem Leben immer grö­ßer: Er möch­te doch so ger­ne Jesus sehen und Ihm etwas Gutes tun. Dann sagt ihm Jesus im Traum, dass er ihn an Weih­nach­ten besu­chen wird. Wie so ein Besuch aus­se­hen wür­de, hat wohl auch Vater Mar­tin nicht …

Fisch und Frosch – Hand in Hand im Konsum

Der Fisch merkt nicht, dass er nass ist. Der Fisch sieht auch nicht den Frosch, der im hei­ßer wer­den­den Was­ser sitzt. Wir sind der Fisch, der Kon­sum ist das Was­ser. Lang­sam wer­den wir zu Frö­schen. Das ist die Evo­lu­ti­on des Kon­sums. Mein Freund Han­ni­el Stre­bel hat sich inten­siv mit dem The­ma Kon­sum beschäf­tigt. Ich dan­ke ihm für sei­ne Ant­wor­ten! 1. Was ist Kon­sum? Was bedeu­tet die Aus­sa­ge, dass der Wes­ten eine Kon­sum­ge­sell­schaft ist? Ich sehe den Kon­su­mis­mus als welt­wei­tes, nicht nur als west­li­ches Phä­no­men. Ich den­ke da an den kürz­lich erschie­ne­nen Bericht von den Chi­ne­sen, die am „Tag der Sin­gles“ online Rekord­käu­fe tätig­ten. Die Zei­tun­gen spra­chen von einem „Kon­sum­rausch“. Nor­bert Bolz, Medi­­en- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­theo­re­ti­ker, beschreibt in sei­nem Buch „Das kon­su­mis­ti­sche Mani­fest“ den Kon­sum als Ersatz­re­li­gi­on. Er ist für den Kon­su­men­ten „Wie­der­ver­zau­be­rung einer ent­zau­ber­ten Welt“. Das Waren­an­ge­bot dient als Bei­hil­fe zur Selbst­täu­schung. Bolz spricht vom „Kult der Ware“. All­täg­li­che Waren wer­den mit „spi­ri­tu­el­lem Mehr­wert“ auf­ge­la­den. Geld wird zum „tech­ni­schen Ersatz für Gott“, weil sie „uni­ver­sa­le Quel­le der Moti­va­ti­on“ ist. Die Hab­sucht wird zur Tugend erklärt, denn sie …

Kotsch, Michael: Es muss nicht immer Schokolade sein

Um Weih­nach­ten ran­ken sich vie­le Bräu­che. Und es kom­men immer wie­der neue dazu. Man­che sind befrem­dend und merk­wür­dig. Ande­re wecken war­me Erin­ne­run­gen und haben einen direk­ten Bezug zum Sinn des erfolg­reichs­ten Fes­tes über­haupt. Ich fin­de es inter­es­sant, dass beken­nen­de Chris­ten mit vie­len ande­ren das Fest ähn­lich fei­ern. Chris­ten tun es, weil sie die Bedeu­tung des Fes­tes ken­nen und die ver­schie­de­nen Bräu­che christ­lich deu­ten. Die ande­ren fei­ern ein­fach aus Tra­di­ti­on und weil es so schön fei­er­lich ist. Hier kön­nen sich wun­der­ba­re Gele­gen­hei­ten erge­ben, auf die ursprüng­li­che Bedeu­tung des Fes­tes hinzuweisen.

Ein gesegnetes Weihnachtsfest!

Gott hat das größ­te Geschenk aller Zei­ten gege­ben: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er sei­nen ein­ge­bo­re­nen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht ver­lo­ren geht, son­dern ewi­ges Leben hat“ (Johan­nes 3,16). Und Chris­tus gab alles für uns. Er, „… der in Gestalt Got­tes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein … mach­te sich selbst zu nichts und nahm Knechts­ge­stalt an, indem er den Men­schen gleich gewor­den ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch erfun­den“ (Phil­ip­per 2,6−7). Wie kön­nen wir dar­auf anders reagie­ren, als nur indem wir uns selbst Ihm ganz hin­ge­ben? Quel­le: John F. MacAr­thur: Gott mit uns, S. 143