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Zwölf Perlenketten meiner Lektüre

Der Artikel „Meine persönliche „Top-Ten“ Auswahl christlicher Werke“ benötigt dringend eine Aktualisierung. Heute kann ich sie endlich liefern: Zunächst möchte ich aufzeigen, wo die Grenzen meines bisherigen Artikels liegen.  Anschließend erläutere ich das Konzept, dass ich als „Perlenketten“ bezeichne: Das Konzept ermöglicht mir, sich mit zentralen Themen ausführlich zu befassen und doch unterschiedliche Perspektiven einzubinden. Die Frage, die ich dabei bespreche, ist, wie man eine hilfreiche Kette mit einem passenden „Anfangsknoten“ knüpft. Schließlich gewähre ich einen Blick in eine größere Auswahl an Perlenketten. Was an meiner bisherigen Liste problematisch ist Im Wesentlichen drei Dinge: 1) Es fehlte Struktur: Vor allem „heilige fromme“ Titel prägten mich, häufig ohne Folgen für das alltägliche Leben. 2) Fehlt Substanz: Vor 9 Jahren war ich einfach kein erfahrener Leser: So kannte ich außer Calvins Bibelkommentaren kaum einen anderen Kommentar. Und obwohl ich diese weiterhin für exzellent halte, denke ich, dass man weiser mit Kommentaren umgehen kann. 3) Ich konzentriere mich ausschließlich auf christliche Werke. Ein Schwerpunkt, der mein Leben auch weiterhin prägt, aber ich habe immer auch gerne Klassiker gelesen, …

Lexikas zu unterschiedlichen Bereichen

Dank Logos, greife ich vermehrt auf Bibellexikas und theologische Wörterbücher zurück. Eine Auswahl der Most-Reads 2020: Der Klassiker -Lexikon zur Bibel Ich glaube das von Rienecker ins Leben gerufene Lexikon, das von G. Maier, Landesbischof a.D. weitergeführt wurde, dürfte schon seit Jahrzehnten ein Klassiker sein. Der Umfang dieses Lexikons ist immer noch für jeden Laien zugänglich, dabei brillieren die Artikel durch zahlreiche Bibelstellenangaben. Tipp: „Lebendige Begriffe“ (Wie Versöhnung, Seele, Schlaf, Sprache…) lesen und alle Bibelstellen dazu betrachten. Ein Turboboost, um anzufangen, Begriffe biblisch zu denken und anzuwenden.   Der Digitale Viel zu spät und eher zufällig habe ich wibilex entdeckt. Im Grunde wie Maier/Rienecker, aber deutlich umfangreicher, aber leider auch weniger bibeltreu. Ansonsten brillieren die Artikel durch zumeist wissenschaftliche Qualität und schließen auch theologische Begriffe und geschichtliche Entwicklungen mit ein, die außerhalb des biblischen Textes stehen. Im Grunde genommen so etwas, wie ein religiöses Wikipedia.

Kapitel 14: Gott, der Richter

Heute wollen wir unsere Aufmerksamkeit auf das 14. Kapitel des Buches „Gott erkennen“ von James I. Packer richten. Dieses Kapitel beschreibt Gott als Richter. Gott wird alle Menschen richten. Er hat ein Anrecht darauf, da er unser Schöpfer ist. Seine Autorität ist so groß, dass er seine Macht mit niemand anderem zu teilen braucht. Gott ist Legislative und Judikative in einer Person. Zudem hat Gott auch die Weisheit, ein rechtes, wahres und korrektes Urteil zu sprechen und auch die Macht dieses zu vollstrecken.

Kapitel 13: Die Gnade Gottes

Kapitel 13 empfinde ich bisher als das beste Kapitel im Buch und auch sehr sauber vom Autor ausgearbeitet. Leider hat Packer vollkommen recht mit der Feststellung, dass der moderne Mensch wenig mit der Gnade Gottes anfangen kann. Eine Ursache hierfür sieht der Autor in der hohen Anzahl an Namenschristen unter den Kindern Gottes. Leider wird man ihm hier wohl rechtgeben müssen. Wir werden die Gnade Gottes erst dann richtig verstehen, wenn wir zunächst bereit sind, unsere vollkommene Verkommenheit anzuerkennen. Unsere Sünden, sehen wir oft als „Vergehen“, „mentale Verirrungen“ oder gar „Krankheiten“ zu sehen. Wir denken somit gleichermaßen von uns zu groß und von Gott zu klein.

Kapitel 12: Die Liebe Gottes

Bei allen Mitlesern möchte ich mich für die Unregelmäßigkeiten bei der Veröffentlichung der Beiträge entschuldigen. Leider bin ich derzeit beruflich ziemlich ausgelastet, so dass es hier zu Verzögerungen kommt, die ich hoffe, so bald es geht, wieder in den Griff zu bekommen. Kapitel 12 befasst sich mit einer erhebenden Eigenschaft Gottes, seiner Liebe.  Packer stellt zunächst fest, dass nur Kinder Gottes in der Lage sind, Gottes Liebe zu verstehen, denn „der Empfang der Erkenntnis der Liebe Gottes gehört zu den gewöhnlichen Aufgaben des heiligen Geistes“ (S.140). Doch wir sollten bedenken, dass die Liebe nicht die einzige Eigenschaft ist, die wir von unserem Gott kennen. Vor allem ist Gott heilig und er ist auch das Licht: Der Gott, der Liebe ist, ist zuerst und vor allem Licht, und jede sentimentale Vorstellung von seiner Liebe, wie die einer nachsichtigen, milden Sanftheit, losgelöst von jeder moralischen Norm, sollte von vornherein aus unseren Köpfen verbannt werden. (S. 145)

Kapitel 10: Gottes Weisheit und die menschliche Weisheit

 Üblicherweise wird bei der Betrachtung der Eigenschaften Gottes zwischen mitteilbaren und unmitteilbaren Eigenschaften unterteilt. Unmitteilbar sind Eigenschaften, die „Gottes Erhabenheit besonders deutlich machen (…). Für gewöhnlich gehören dazu Gottes Unabhängigkeit, Unwandelbarkeit, Unendlichkeit und Einheitlichkeit.“ Diese Eigenschaften besitzen wir als Menschen nicht einmal eingeschränkt. Vor allem die moralischen Eigenschaften Gottes werden als mitteilbar bezeichnet, da wir zwar nur eingeschränkt und verdorben sind, aber eine Ahnung von diesen Eigenschaften besitzen. Da sich nach biblischem Verständnis zudem Weisheit und Ethik nicht trennen lassen, ist auch die Weisheit Gottes eine mitteilbare Eigenschaft Gottes.

Kapitel 9: Der allein weise Gott

Weisheit ist die Kompetenz, das beste und höchste Ziel zu erkennen, die Gesinnung es zu erwählen, gepaart mit dem sichersten Mittel es auch zu erreichen. (S.105) Diese sehr schöne Definition gibt Packer über Weisheit allgemein zu Beginn des neunten Kapitels. Gott ist jedoch nicht nur weise, sondern auch mächtig, denn „sein ist beides, Weisheit und Macht (Dan.2.20)“. Wir können jedoch oftmals Gottes Weisheit nicht einsehen, da wir diese an unserem Wohlbefinden festmachen. Menschliche Probleme empfinden wir dann als Beweis für Gottes Begrenztheit. Am deutlichsten können wir Gottes Weisheit vor allem an seinem Umgang mit seinem Volk erkennen. Er wurde mit einem charakterschwachen Abraham fertig, so dass dieser schließlich seine Rolle in Gottes Heilspan treu erfüllte. Bei Jakob war er in der Lage ganz andere Medizin anzuwenden. Auch diesen führte er zum Segenssieg. Wir sollten schließlich in der Lage sein, Gottes Weisheit in unserem Leben zu erkennen. Mit einer dunklen Zukunft vor uns brauchen wir nicht zu zagen, denn Gott weiß ganz genau, was uns zum Besten dienen wird, wenn wir uns nur an Ihn klammern …

Kapitel 8: Die Majestät Gottes

Wir sind moderne Menschen, und der moderne Mensch – der doch so sehr von seinen eigenen Fähigkeiten überzeugt ist – hat für gewöhnlich ein sehr kleines Bild von Gott. Wenn der normale Kirchgänger das Wort Gott gebraucht, denkt er meist nicht an die göttliche Majestät – von den übrigen Menschen ganz zu schweigen. Die Majestät Gottes ist ein Thema, bei dem man von zwei Seiten vom Hocker fallen kann. Entweder, wie das Zitat (S. 96) oben zeigt, hat man ein kleines Bild von Gott, so dass man denkt, Gott kümmere sich nicht um die Sorgen, Probleme, Leiden eines Menschen. Dies sieht praktisch so aus, dass man auch als Gläubiger an dem ein oder anderen Problem fast zu Grunde geht, weil man einfach nicht auf die Idee kommt, Gott um Hilfe zu fragen. Oder man stellt sich Gott als so majestätisch vor, dass man keinen persönlichen Gott mehr erkennen kann.

Kapitel 7: Der unveränderliche Gott

Kapitel sieben stellt den Anfang des zweiten Teiles des Buches Gott erkennen von James I. Packer dar. Teil II beschäftigt sich mit den Eigenschaften Gottes. Interessanterweise hat Packer als erste Eigenschaft die Unveränderlichkeit Gottes gewählt. Davon handelt Kapitel sieben. Die Anwendung aus der Lehre der Unveränderlichkeit Gottes ist, dass diese der Berührungspunkt ist, in welchem das Leben der Gläubigen unserer Zeit identisch ist mit dem Leben der Gläubigen des AT und NT. So können wir zwar wenig mit dem Nomaden Jakob oder dem Hirten David anfangen, wenn wir nur ihre Kultur sehen. Sehen wir jedoch ihren Glauben, dürfen wir getrost sein, sie glaubten an den Gott, an den auch wir glauben (S.90): In 2. Mose 3 gibt Gott sich gegenüber Mose, als der „ICH BIN, DER ICH BIN“ zu erkennen – ein Begriff, der in der Bibel abgekürzt als JAHWE (der HERR) wiedergegeben wird. Dieser Name ist keine Beschreibung Gottes, sondern vielmehr eine Darstellung seiner Selbstexistenz und seiner ewigen Unveränderlichkeit.

Kapitel 6: Er wird Zeugnis geben

Heute wollen wir Kapitel sechs des Buches Gott erkennen besprechen. Es schließt den ersten Teil des Buches „Erkenne den Herrn“ ab.  Diese sechs Kapitel haben einen Überblick über das Thema „Gott“ gegeben, sowie die Bedeutung der Erkenntnis Gottes abgesteckt. Zuletzt wurden die drei Persönlichkeiten der Dreieinigkeit analysiert. Kapitel sechs rundet somit mit der Betrachtung über den Heiligen Geist, den ersten Teil des Buches ab. Packer stellt vollkommen korrekt fest, dass „die Lehre vom Heiligen Geist das Aschenputtel der christlichen Lehre“ sei (S.79),“Nur wenige scheinen sich für sie zu interessieren„. In der Kirche wird viel über das Werk und die Person Christi geredet, doch die Person und das Werk des Heiligen Geistes wird weitgehend ignoriert. Dabei ist das Werk des Heiligen Geistes von elementarer Bedeutung.