Leserunde: Gott erkennen
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Kapitel 10: Gottes Weisheit und die menschliche Weisheit

Leserunde: Gott erkennen

5029_0 Übli­cher­wei­se wird bei der Betrach­tung der Eigen­schaf­ten Got­tes zwi­schen mit­teil­ba­ren und unmit­teil­ba­ren Eigen­schaf­ten unter­teilt. Unmit­teil­bar sind Eigen­schaf­ten, die „Got­tes Erha­ben­heit beson­ders deut­lich machen (…). Für gewöhn­lich gehö­ren dazu Got­tes Unab­hän­gig­keit, Unwan­del­bar­keit, Unend­lich­keit und Ein­heit­lich­keit.“ Die­se Eigen­schaf­ten besit­zen wir als Men­schen nicht ein­mal ein­ge­schränkt.

Vor allem die mora­li­schen Eigen­schaf­ten Got­tes wer­den als mit­teil­bar bezeich­net, da wir zwar nur ein­ge­schränkt und ver­dor­ben sind, aber eine Ahnung von die­sen Eigen­schaf­ten besit­zen. Da sich nach bibli­schem Ver­ständ­nis zudem Weis­heit und Ethik nicht tren­nen las­sen, ist auch die Weis­heit Got­tes eine mit­teil­ba­re Eigen­schaft Got­tes.

Dies bedeu­tet als Anwen­dung vor allem, dass wir der Weis­heit teil­haf­tig wer­den kön­nen und in der Weis­heit wach­sen kön­nen. Doch der Weg ist lang:

Ich befürch­te, dass es vie­len Chris­ten gera­de des­halb an wah­rer Weis­heit man­gelt, weil sie nie­mals ech­te Demut erlernt und ihr Leben statt­des­sen in einer arro­gan­ten Hal­tung geführt haben. (S.119)

Die­ses Kapi­tel, fin­de ich, ist Packer beson­ders gut gelun­gen, denn er führt aus, was es bedeu­tet, die Welt und die Din­ge um uns her wei­se zu betrach­ten. Weis­heit bedeu­tet nicht, dass dem Chris­ten alles gelin­gen wird, und er sozu­sa­gen eine güti­ge Vor­se­hung um sich haben wird. Nein viel­mehr, wird der Wei­se dass gan­ze Elend sehen, und Gott doch nicht aus den Augen ver­lie­ren:

Ein wei­ser Mensch sieht die Din­ge klar und schätzt sie rea­lis­tisch ein — er sieht das Leben ein­fach so, wie es wirk­lich ist. Weis­heit ver­trägt sich nicht mit illu­sio­nä­ren Ver­trös­tun­gen, Gefühls­du­se­lei oder einer rosa­ro­ten Bril­le.

In Anleh­nung an das Buch Pre­di­ger führt der Autor aus, dass wir schei­tern wer­den, wenn wir glau­ben „wir könn­ten Got­tes Absich­ten hin­ter allem ent­de­cken“ (S.125). Wah­re Weis­heit ist jedoch eine Fol­ge der Got­tes­furcht, die eben nicht immer hin­ter die Kulis­sen schau­en will, und viel eher nach Chris­tus­ähn­lich­keit trach­tet.

Eine Fra­ge die ich an die Leser rich­ten will: Was ist dei­ne größ­te Tor­heit? Ich stel­le fest, dass mei­ne Unwis­sen­heit und Tor­heit vor allem dann sicht­bar wird, dass ich immer und immer wie­der recht haben will, und in den Momen­ten wo Schwei­gen ange­bracht oder eine kur­ze Rede gereicht hät­te, ich sogar geneigt bin zu den­ken, ich gera­de­zu ein Ver­leug­ner Chris­ti wäre, wenn ich nicht eine ent­spre­chen­de Ortho­do­xie ver­tei­di­ge, oder Ansicht erklä­re, oder  oder oder … Statt jedoch Samen aus­zu­streu­en geschieht eher oft, dass gute Saat durch mein unwei­ses Geschwätz zer­tram­pelt wird.

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