Autor: Sergej Pauli

C.H. Spurgeon: Auf dein Wort
Andachten für jeden Tag

Ein Freund, der schon Jah­re­lang die unter­schied­lichs­ten Andachts­bü­cher ver­wen­det, mein­te neu­lich, dass „Auf dein Wort“ von Spur­ge­on jenes ist, was sowohl am Meis­ten mit­ge­ge­ben hat, wie auch am Bes­ten hän­gen­ge­blie­ben ist. Die Andacht für den 1. Janu­ar emp­fin­de ich als sehr tref­fend auch für das Jahr 2022: „„Der Herr aber sprach zu Mose: Ist denn die Hand des Herrn ver­kürzt?“ (4. Mose 11,23) Oft benimmt sich die Gemein­de Got­tes so, als sei sie davon über­zeugt, dass die Hand des Herrn ver­kürzt ist. Sie glaubt zwar, dass die gött­li­che Hand einst mäch­tig genug war, an einem Tag drei­tau­send Men­schen durch die ein­fa­che Pre­digt des Petrus zu bekeh­ren. Sie glaubt, dass ihr Gott in alten Tagen so gewal­tig war, dass ihre armen, unge­bil­de­ten Evan­ge­lis­ten es mit den Schü­lern des Sokra­tes auf­neh­men konn­ten und imstan­de waren, die Göt­ter der Hei­den zu stür­zen. Sie glaubt das alles, und doch han­delt sie heu­te oft so, als sie das Evan­ge­li­um kraft­los gewor­den und als hät­te sich der Geist Got­tes völ­lig von ihr zurück­ge­zo­gen! In jenen ers­ten Tagen sand­te sie ihre Mis­sio­na­re bis …

Thomas Watson über die Glaubensgewissheit
Eine Studie zu „A Body of Divinity“

Lese­zeit: 16 Minu­ten In sei­ner “A Body of Divini­ty” (auf Deutsch als “Dar­le­gung der christ­li­chen Leh­re und ihre Anwen­dung” ver­öf­fent­licht) führt Tho­mas Wat­son in Teil V, Kap.6 (S.250 – 260) sei­ne Über­le­gun­gen über die Gewiss­heit der Lie­be Got­tes aus. Damit bespricht er einen Aspekt der 36ten Fra­ge des kür­ze­ren West­mins­ter Kate­chis­mus, die “Wohl­ta­ten, die in die­sem Leben Recht­fer­ti­gung, Sohn­schaft und Hei­li­gung beglei­ten”, der von der Zusi­che­rung von Got­tes Lie­be spricht. Im deutsch­spra­chi­gen Gebrauch wird Assuran­ce (of Faith) häu­fig als Heils­ge­wiss­heit wie­der­ge­ge­ben. Da aber die Gewiss­heit des Heils nicht ande­rer Art als der christ­li­che Glau­be sein kann und auch nicht unab­hän­gig eines evan­ge­li­schen Glau­bens exis­tie­ren kann, wür­de ich per­sön­lich den Begriff der Glau­bens­ge­wiss­heit bevor­zu­gen. In man­chen Fäl­len könn­te man auch von der Gewiss­heit der Erret­tung spre­chen. Wert­voll ist der Hin­weis, dass es hier um die Gewiss­heit geht, dass Got­tes Lie­be mir gilt. Es ist die Fra­ge, die Luthers Suche nach einem gnä­di­gen Gott antreibt und auf die­se Wei­se auch ein Rei­bungs­punkt mit der katho­li­schen Kir­che. Schließ­lich hielt der Chef­ver­tei­di­ger des Katho­li­zis­mus Kar­di­nal Bel­l­ar­mi­no ein­mal fest: “Die zen­tra­le Häresie …

Unterscheidung von Schöpfung und Schöpfer in den Psalmen

In sei­nen „Reflec­tions on the Psalms“, schreibt C.S ein Buch „als Ama­teur für ande­re und spricht sowohl über die Schwie­rig­kei­ten wie über die gewon­nen Erkennt­nis­se, die er beim Lesen der Psal­men gehabt hat“ (S.2, eige­ne Über­set­zung). Dabei schreckt Lewis nicht vor den Pro­ble­ma­ti­schen The­men wie den Rachep­sal­men zurück, ja sor­tiert die Kapi­tel sei­nes Werks sogar nach „der Anstö­ßig­keit“ der The­men und stellt die schwie­ri­gen Kapi­tel an den Anfang. In Kapi­tel 9 über die Bedeu­tung der Natur/Schöpfung in den Psal­men, bin ich auf die­se wich­ti­ge Beob­ach­tung gesto­ßen (Eige­ne Über­set­zung): „Die Juden glaub­ten, wie wir alle wis­sen, an einen Gott, der Him­mel und Erde geschaf­fen hat. Natur und Gott waren ver­schie­den; der eine hat­te den ande­ren geschaf­fen; der eine herrsch­te und der ande­re gehorch­te. Dies, sage ich, wis­sen wir alle. Den­noch ent­geht uns die Bedeu­tung die­ser Aus­sa­ge (…).Zunächst ein­mal ist es für uns eine Plat­ti­tü­de. Wir neh­men sie als selbst­ver­ständ­lich hin. In der Tat ver­mu­te ich, dass vie­le Men­schen davon aus­ge­hen, dass allen Reli­gio­nen eine kla­re Schöp­fungs­leh­re zugrun­de liegt: dass im Hei­den­tum die Göt­ter oder einer der Götter …

Interview mit Esther Weiss
Autorin der Kinderbuchserie „Behüte dein Herz“

Ein Freund mach­te mich auf die­ses Kin­der­buch­pro­jekt auf­merk­sam, das vor kur­zem unter dem Titel Guard your heart / Behü­te dein Herz zwei­spra­chig, näm­lich auf Deutsch und Eng­lisch erscheint. — Als ich dann die Mög­lich­keit hat­te, einen der hoch­wer­tig her­ge­stell­ten Bän­de in Hän­den zu hal­ten, woll­te ich die Ver­ant­wort­li­chen hin­ter die­sem Pro­jekt inter­view­en. Heu­te nun ver­öf­fent­li­chen wir die Ant­wor­ten, die uns Esther Weiss auf unse­re Fra­gen gege­ben hat: 1. Wie seid ihr auf die Idee gekom­men, Kin­der­bü­cher zu ver­fas­sen? Als ich mich vor eini­gen Jah­ren auf die Suche nach Kin­der­bü­chern über ver­schie­de­ne (christ­li­che) Wer­te mach­te, fand ich nicht das, was ich mir vor­ge­stellt hat­te. Und so leg­te Gott mir nur wenig spä­ter aufs Herz, sel­ber Bücher zu schrei­ben. Mein Mann und ich bete­ten und waren fas­zi­niert, wie die Idee nach und nach Gestalt annahm und zu einem immer grö­ßer wer­den­den Pro­jekt her­an­wuchs: eine The­­men- und Mit­mach­rei­he für Kin­der ab 6 Jah­ren unter dem Mot­to „Behü­te dein Herz“.

Zwölf Perlenketten meiner Lektüre

Der Arti­kel „Mei­ne per­sön­li­che „Top-Ten“ Aus­wahl christ­li­cher Wer­ke“ benö­tigt drin­gend eine Aktua­li­sie­rung. Heu­te kann ich sie end­lich lie­fern: Zunächst möch­te ich auf­zei­gen, wo die Gren­zen mei­nes bis­he­ri­gen Arti­kels lie­gen.  Anschlie­ßend erläu­te­re ich das Kon­zept, dass ich als „Per­len­ket­ten“ bezeich­ne: Das Kon­zept ermög­licht mir, sich mit zen­tra­len The­men aus­führ­lich zu befas­sen und doch unter­schied­li­che Per­spek­ti­ven ein­zu­bin­den. Die Fra­ge, die ich dabei bespre­che, ist, wie man eine hilf­rei­che Ket­te mit einem pas­sen­den „Anfangs­kno­ten“ knüpft. Schließ­lich gewäh­re ich einen Blick in eine grö­ße­re Aus­wahl an Per­len­ket­ten. Was an mei­ner bis­he­ri­gen Lis­te pro­ble­ma­tisch ist Im Wesent­li­chen drei Din­ge: 1) Es fehl­te Struk­tur: Vor allem „hei­li­ge from­me“ Titel präg­ten mich, häu­fig ohne Fol­gen für das all­täg­li­che Leben. 2) Fehlt Sub­stanz: Vor 9 Jah­ren war ich ein­fach kein erfah­re­ner Leser: So kann­te ich außer Cal­vins Bibel­kom­men­ta­ren kaum einen ande­ren Kom­men­tar. Und obwohl ich die­se wei­ter­hin für exzel­lent hal­te, den­ke ich, dass man wei­ser mit Kom­men­ta­ren umge­hen kann. 3) Ich kon­zen­trie­re mich aus­schließ­lich auf christ­li­che Wer­ke. Ein Schwer­punkt, der mein Leben auch wei­ter­hin prägt, aber ich habe immer auch ger­ne Klas­si­ker gele­sen, die ich nun mit …

„… trotzdem Ja zum Leben sagen“ von Viktor Frankl
Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager

Ich bin über die­se nüch­ter­nen und doch erschüt­tern­den Auf­zeich­nun­gen von Vik­tor Frankl in sei­nem Buch „… trotz­dem Ja zum Leben sagen“ gesto­ßen. Sie haben mich sofort gefes­selt. Fran­kls Weis­heit mit Lei­den umzu­ge­hen ist äußerst lehr­reich. Ich habe eini­ge Zita­te aus dem Buch aus­ge­wählt: Indi­vi­du­el­le Schuld und gute Tat Das Indi­vi­du­um ist es, das schul­dig am Nächs­ten wird und jedes mal aufs Neue vor der Ent­schei­dung steht, gut oder böse zu han­deln. Ent­spre­chend stellt Frankl fest: Unter den Lager­in­sas­sen, die sich vie­le, vie­le Jah­re in Lagern auf­hiel­ten, von einem Lager in das ande­re und schließ­lich ins­ge­samt in Dut­zen­de von Lagern gebracht wur­den, konn­ten sich im Durch­schnitt nur jene am Leben erhal­ten, die in die­sem Kampf um die Lebens­er­hal­tung skru­pel­los waren und auch vor Gewalt­tä­tig­keit, ja sogar nicht ein­mal vor Kame­rad­schafts­dieb­stahl zurück­schreck­ten. Wir alle, die wir durch tau­send und aber­tau­send glück­li­che Zufäl­le oder Got­tes­wun­der – wie immer man es nen­nen will – mit dem Leben davon­ge­kom­men sind, wir wis­sen es und kön­nen es ruhig sagen: die Bes­ten sind nicht zurück­ge­kom­men (Her­vor­he­bung des Autors) „Der Mut zum Bekennt­nis erhöht den …

Ein Zitat aus „Der verborgene Umgang mit Gott“ von Jakob Kroeker
Denn Gemeinschaft mit Gott ist unabhängig von jedem Gericht und jeder Prüfung.

In Jakob Kro­ekers neu auf­ge­leg­tem und sehr lesens­wer­tem Buch „Der ver­bor­ge­ne Umgang mit Gott“ (gegen­wär­tig redu­ziert erhält­lich) habe ich die­ses Zitat gefun­den. Er bespricht hier­bei 1. Mo 6,16 und über­legt sich dabei, wie es wohl für Noah aus­sah, nur einen Blick nach oben zu haben. Mit­ten in sei­ner Zwangs­qua­ran­tä­ne hat­te Noah Gemein­schaft mit Gott: „So groß und köst­lich es aber auch war, dass Noah mit sei­ner Fami­lie zusam­men durch die Nöte sei­ner Zeit hin­durch­ge­ret­tet wer­den soll­te, so bedeu­te­te die Gemein­schaft mit Gott für ihn jedoch noch weit mehr. Wur­de ihm durch die her­ein­bre­chen­de Flut auch vie­les genom­men, brach auch alles unter den Stür­men und Gerichts­wo­gen der Zeit zusam­men, wur­de er auch für Wochen und Mona­te in sei­ner Frei­heit und Bewe­gung auf sei­ne Arche beschränkt ‑die Gemein­schaft mit Gott konn­te ihm durch kein Gericht über das für den Unter­gang aus­ge­reif­te Leben genom­men wer­den. Denn Gemein­schaft mit Gott ist unab­hän­gig von jedem Gericht und jeder Prü­fung. Mag auch Bestehen­des wan­ken, die Wer­te ent­wer­tet und die zar­tes­ten Ban­de der Lie­be zer­ris­sen wer­den, nichts ver­mag die Fens­ter nach oben zuschlie­ßen und …

Als der Apostel Johannes zweimal eine Dummheit beging…

Offen­ba­rung 22,8 – 9: „Und ich, Johan­nes, bin es, der dies gehört und gese­hen hat. Und als ich’s gehört und gese­hen hat­te, fiel ich nie­der, um anzu­be­ten zu den Füßen des Engels, der mir dies zeig­te. Und er spricht zu mir: Tu es nicht! Ich bin dein Mit­knecht und der Mit­knecht dei­ner Brü­der, der Pro­phe­ten, und derer, die bewah­ren die Wor­te die­ses Buches. Bete Gott an!“ Die­se Stel­le fas­zi­niert mich in der Offen­ba­rung in beson­de­rer Wei­se. Zunächst ein­mal ist hier die Trans­pa­renz des Johan­nes nicht hoch genug zu schät­zen. Bei sei­nen Offen­ba­run­gen, die alle ande­ren Apos­tel über­bie­ten, stei­gen ihm die­se nicht zu Kopf: Nein er berich­tet nach den größ­ten Visio­nen der Neu­schöp­fung Got­tes auch über sein Ver­sa­gen. Er hat Gott auf den Thron erblickt, dem Lamm Got­tes, dem Löwen aus Zion zuge­schaut, die Gerich­te Got­tes gese­hen und ist doch noch anfäl­lig für Göt­zen­dienst. In einer ande­ren Wei­se zeigt es auch, wie anfäl­lig wir für Göt­zen­dienst sind. Dann fällt auf, dass ihm das gan­ze zwei Mal pas­siert. In Offb. 19,10 ist ihm das schon ein­mal pas­siert, dass ein Engel ihn …

Wieso Verantwortung in der Sexualaufklärung wichtig ist
Ein Interview von Sergej Pauli mit Dr. med. Ute Buth, Frauenärztin und Sexualberaterin

S.P: Sehr geehr­te Frau Dr. med. Buth, Sie haben bereits meh­re­re Bücher zur Sexu­al­auf­klä­rung aus christ­li­cher Sicht ver­fasst. Wie sind Sie über­haupt zur schrift­stel­le­ri­schen Tätig­keit gekom­men? U.B.: Als Frau­en­ärz­tin und Sexu­al­be­ra­te­rin arbei­te ich schon seit 14 Jah­ren für das Wei­ße Kreuz Deutsch­land e.V.. Für das Werk bin ich als Fach­re­fe­ren­tin und Fach­be­ra­te­rin für Frau­en­heil­kund­li­che Fra­gen tätig und arbei­te u.a. im Redak­ti­ons­team unse­rer Zeit­schrift mit, ver­fas­se Arti­kel zu mei­nen Spe­zi­al­the­men. Dar­über kam ich in Kon­takt mit einem Ver­lag, der zum The­ma uner­füll­ter Kin­der­wunsch ein Buch ver­öf­fent­li­chen woll­te. Ins­ge­samt emp­fin­de ich das Schrei­ben als sehr hilf­rei­che Mög­lich­keit der Mul­ti­pli­ka­ti­on. Auf die­sem Weg kann man sehr vie­le Men­schen mit spe­zi­el­len The­men, die sie inter­es­sie­ren, errei­chen. S.P.: An wel­chem The­ma arbei­ten Sie gegen­wär­tig? U.B.: 2019 ist mein Bil­der­auf­klä­rungs­buch „Erklärt mir mal, wo komm ich her?“ erschie­nen. Ich bin sehr dank­bar dafür, dass als Nächs­tes Soft­co­ver­ver­sio­nen die­ses Buches in eng­li­scher und rus­si­scher Spra­che erschei­nen wer­den. Die eng­li­sche Aus­ga­be ist für Ende die­ses Jah­res geplant, Rus­sisch dann für 2022. Wei­te­re Spra­chen könn­ten fol­gen. Außer­dem arbei­te ich an einem Auf­klä­rungs­buch, das die …

Eine Auswahl meiner Audible-Bibliothek
Was wir hören:

Seit 8 Jah­ren nut­ze ich Audi­ble und gegen­wär­tig sind knapp knapp 110 Wer­ke Teil mei­ner Biblio­thek . In den lez­ten Jah­ren habe ich mit Freu­de wahr­ge­nom­men, dass die Aus­wahl christ­li­cher Wer­ke in Audi­ble zuge­nom­men hat, was ein Argu­ment für ein Abo sein kann. Per­sön­lich höre ich Hör­bü­cher fast aus­schließ­lich bei drei Sze­na­ri­en: Bei lan­gen Auto­fahr­ten Mit den Kin­dern zusam­men Vor dem Schla­fen­ge­hen vor allem in den lan­gen Win­ter­näch­ten. Ent­spre­chend ist auch  mei­ne Hör­bi­blio­thek in einer gewis­sen Wei­se drei­ge­teilt. Das Hör-Buch der Mit­te Die gro­ße Hör­bi­bel, die die Deut­sche Bibel­ge­sell­schaft her­aus­ge­bracht hat, ist eine wirk­li­che Per­le. Durch die sze­ni­sche Lesung wird die Auf­merk­sam­keit dem Text gegen­über deut­lich erhöht. Wir hören immer wie­der  mitt­le­re und klei­ne­re Abschnit­te, ich habe mich aber auch schon dabei erwischt, dass ich das neue Tes­ta­ment in weni­gen Tagen voll­stän­dig durch­ge­hört habe (Zur aus­führ­li­che­ren Rezen­si­on geht es hier lang). Klas­sik In den ers­ten Jah­ren habe ich vor allem Klas­si­ker gehört. Vor allem Kurz­ge­schich­ten und Erzäh­lun­gen der Welt­li­te­ra­tur höre ich bis heu­te ger­ne: Ame­ri­ka­ni­sche Kurz­ge­schich­ten von Mark Twain bis Her­man Mel­vil­le: Eine gelun­ge­ne Aus­wahl. Ich will Irwings Legende …