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Warum eBooks günstiger werden müssen

Was ist ein fairer Preis für ein eBook?

Was ist ein fairer Preis für ein eBook? Die meisten Verlage orientieren sich bei der Preisfindung an dem Buchpreis und ziehen von diesem 20 % ab. Aus 16,95 EUR werden 13,99 EUR, aus 19,95 EUR 15,99 EUR und statt 14,95 EUR werden 12,99 EUR verlangt. Konkret liegt die Ersparnis in gleicher Reihenfolge (nur) bei 20 %, 17,5 % und 13,1 %.

Die Verlage begründen den geringen Preisunterschied meist damit, dass beim eBook zwar keine Druck- Lager- und Transportkosten, aber dafür Kosten für eBook-Konvertierung und Vertrieb anfallen. Außerdem werden eBooks, im Gegensatz zu Büchern (7%), mit dem vollen Mehrwertsteuersatz versteuert (19%).

Für mich ist diese Argumentation schlüssig. Die Verlagskosten beim eBook sind nur unwesentlich geringer als beim papiernen Buch. Aber es wird dabei übersehen, dass der Käufer ein „eBook mit stark eingeschränkten Rechten“ erwirbt. Denn genau genommen erwirbt der Käufer kein eBook sondern lediglich ein Nutzungsrecht. Ein Recht, das eBook herunterzuladen und selbst zu lesen. Und dieses Recht zur Nutzung beschränkt sich ausschließlich auf den einen Käufer.

Das hat die schwerwiegende Folge, dass ein „gebrauchtes“ eBook, im Gegensatz zum Buch, weder weiterverkauft, noch verschenkt werden darf. Der eBook-Käufer erwirbt also ein Produkt mit viel weniger Rechten als beim Buch. Der Preis muss deshalb deutlich niedriger angesetzt werden. 20 % unterhalb des Papierpreises sind kaum vermittelbar.

Daher bin ich der Meinung, dass eBook-Preise sich in aller Regel im Preisrahmen zwischen 3,99 EUR und 9,99 EUR einpendeln sollten. Also bei 50 % unterhalb des Buchpreises.

Welche Folgen hätten günstigere eBook-Preise wahrscheinlich?

  • günstigere Preise würden dazu führen, dass die Leser eher zum eBook greifen à der eBook-„Markt“ würde wachsen
  • die eBook-Leser könnten zahlenmäßig mehr eBooks kaufen
  • günstige und billige (Taschen-)Bücher würden durch eBooks kompensiert
  • die Entscheidung würde zukünftig zwischen günstigem eBook und hochwertigem und eher höherpreisigem Buch zu treffen sein

Martin Luther: Ob man vor dem Sterben fliehen möge

Kostenloses eBook

1525 wütete in Breslau die Pest. Wer konnte, floh vor der Seuche und verließ die Stadt. So entstand auch bei evangelischen Pfarrern das Problem, ob man vor diesem Sterben fliehen dürfe? Man stellte diese Frage Luther zur Klärung, und er verfasste diese Schrift. Als die Pest zwei Jahre später auch in Wittenberg ausbrach, blieb Luther und versorgte als Seelsorger die Bedürftigen. H.C. Knuth schreibt dazu:

„Die Schrift zeigt klar, wie der Glaube die Freiheit zum Handeln, die Liebe aber die Freiheit zum Leiden gibt. Luther geht einen Weg, der Feigheit genauso wie Fatalismus vermeidet.“

Dies ist ein äußerst interessantes Werk, dass ich vor längerer Zeit eigentlich nur des interessanten Titels halber gelesen habe.  Für unser Jubiläumsjahr möchte ich das Buch jedermann ans Herz legen, gelingt es doch Luther aus dieser äußerst spezifischen Frage, einen wichtigen Grundsatz herzuleiten: Hat ein Mensch Verantwortung zu seinem nächsten, da er z. B. Bürgermeister oder Pfarrer ist, so darf er seine Schäfchen nicht verlassen, denn er würde Ihnen schaden und nicht nach der Liebe handeln.

Luther lehrte dies nicht nur, sondern lebte dies auch. Selbst als der Kurfürst Johann ihn drängte nach Jena zu übersiedeln, blieb er standhaft. Selbst als eines seiner Kinder an der Pest starb, blieb er standhaft. Selbst als Wittenberg zum zweiten Mal von der Pest heimgesucht wurde, blieb er standhaft, ja er besuchte Todkranke an ihren Sterbebetten und spendete ihnen Trost.

Geht es um einen Umzug in eine andere Gegend oder gar ein anderes Land, meinen viele, dass sie hier selber entscheiden können, was für sie richtig, oder besser oder profitabler ist. Andere wiederum beten und wollen wissen „ob die Wolke mitzieht“, halten diese Frage aber im ganzen eher als eine Sache des „speziellen persönlichen Willen“ Gottes. In diesen Fragen sah Luther aber eine allgemeine Antwort, doch hören wir Luther selbst.

Ebenso sind die, die im geistlichen Amt sind, wie Prediger und Seelsorger, auch schuldig, in Sterbens- und Todesnöten zu stehen und zu bleiben. Denn da steht ein öffentlicher Befehl Christi: „ein guter Hirte lässt sein Leben für seine Schafe; aber ein Mietling sieht den Wolf kommen und flieht.“ Denn im Sterben bedarf man des geistlichen Amtes am allermeisten, das mit Gottes Wort und Sakrament die Gewissen stärke und tröste, um den Tod im Glauben zu überwinden. Doch wenn so viele Prediger vorhanden wären und sie sich untereinander selbst einigten, dass sie etliche unter sich wegzuziehen ermahnten, weil die ohne Notwendigkeit in solcher Gefahr blieben, meine ich: Es wäre nicht Sünde …“

Ich fürchte, nur wenige Menschen würden heute den Gewissenskonflikt überhaupt sehen, an seinen Nächsten so zu denken. Als ob es nicht immer um die eigene Haut gehe. Ein sehr lesenswertes Buch, vor allem für Russlanddeutsche. Denn sie dachten, dass das Land, in dem es wirtschaftlich besser gehen würde, erstrebenswert wäre, kämen doch auch die Vorfahren hierher. Wie viele Gemeinden blieben da in verfolgten Ländern, ohne Hirte, ohne Prediger und teilweise ganz ohne geistliche Unterstützung? Jedoch will ich hier nicht zu scharf richten, sondern alle motivieren, dieses erfrischende Büchlein zu lesen.

Zum Download: Ob man vor dem Sterben fliehen möge

Gedanken über die Ehe & Gedanken über den Ehealltag

Reihe Alltag & Familie

In der Reihe Alltag & Familie ist bereits das Heft Gedanken über den Umgang mit der Zeit erschienen. Für Wenigleser eine gute Gelegenheit, sich mit den Grundlagen des jeweiligen Themas vertraut zu machen.

In Gedanken über die Ehe legt John Grant in kurzen Kapiteln die Grundlagen der Ehe dar. Dass die Ehe von Gott eingesetzt ist und eine Heirat gemäß der Bibel nur unter gläubigen Christen möglich ist. Er betont, dass die Ehe eine „Liebesbeziehung“ auf drei Ebenen ist. Eine Beziehung der selbstlosen Liebe, der freundschaftlichen Liebe und der erotischen Liebe.

Anhand konkreter Bibelworte führt der Autor die grundlegenden Verpflichtungen von Ehefrau und Ehemann in einer Ehe an, bevor er mit einigen Ratschlägen aus den Sprüchen endet.

Das Heft Gedanken über den Ehealltag ist die Fortsetzung. Auf 45 Seiten geht John Grant auf die allgemeinen Gründe ein, die zu unglücklichen und kriselnden Ehen führen ein. Er stellt die These auf, dass „Eheprobleme aller Art die Folge von geistlichen Problemen sind“ (S. 10).

Eine falsch ausgerichtete Liebe kann ebenso zum Verhängnis werden wie das „Sich auseinanderleben“.

Die Stärke der Hefte ist, dass Grundlagen auf wenigen Seiten gelegt werden. Es gibt einen deutlichen Bibelbezug ohne dass zu viele Geschichten, Anekdoten und Erfahrungen gibt.

Die Hefte Gedanken über die Ehe und Gedanken über den Ehealltag sind bei Edition Nehemia erschienen und kosten je 2,90 EUR.

Verlosung: Zorn – Das Laster der Tugendhaften * Der vergessene Auftrag * Ermutigung * Lebenswende [BEENDET]

Buchpaket von Thomas Lange

Der Autor Thomas Lange hat uns freundlicherweise ein Paket seiner Veröffentlichungen zur Verfügung gestellt, welches wir verlosen werden.

Der vergessene Auftrag

Genau zwei Dinge können wir im Himmel nicht mehr tun: Erstens gegen Gottes Maßstäbe verstoßen und zweitens die Erlösungstat von Jesus Christus verbreiten. Zu Letzterem hat uns Gott definitiv berufen. Es ist der große Auftrag. Doch wie sieht die Realität aus? Ein Großteil der Gläubigen befindet sich in einem Dornröschenschlaf, nimmt den Missionsbefehl nicht mehr ernst und verkümmert diesbezüglich in Lethargie und Beliebigkeit. Es gilt die Devise „Reden ist Silber und Schweigen ist Gold“. Lähmung und Stagnation ist das traurige Ergebnis. Dieses Buch ist ein Plädoyer für die Verbreitung der Guten Nachricht und ein leidenschaftlicher Aufruf an alle Nachfolger Jesu, aufzuwachen und den großen Auftrag auszuführen.

ZORN – Das Laster der Tugendhaften

Viele Christen – besonders Männer – haben mit Zorn zu kämpfen. Thomas Lange unterscheidet zunächst zwischen gerechten und sündigen Zorn, zeigt dann wie Zorn entsteht, um schließlich ausführlich zu entfalten, wie Jünger Jesu mit negativen Emotionen heilsam umgehen können. Die Publikation ist mit vielen Klasse-Zitaten und drei Anhängen angereichert. Dem Autor ist ein ausgewogenes und praktisches Buch gelungen.

Lebens-Wende – Verteilbuch

Ostdeutschland ist ein wunderschöner Landstrich. Beeindruckende Wälder sowie ausgedehnte Wiesen und Felder prägen das Gebiet der ehemaligen DDR.
Allerdings ist es auch das Territorium, in dem bis 1989 der Kommunismus herrschte. Die Ideologie von Marx und Engels, die behauptet, dass es keinen Gott gibt, wurde bereits den Kleinkindern eingeimpft. Ihr Ziel war es unter anderem, jede Wurzel des Glaubens an eine höhere Intelligenz auszumerzen.
Nach der politischen Wende erwarteten viele, dass nun das große Glück folgen werde. Doch dann stellten sie ernüchtert fest, dass immer noch nicht alles Gold war, was glänzte. Bei vielen machten sich daraufhin Hoffnungslosigkeit und Resignation breit.
In diesem Buch berichten zehn Menschen aus Ostdeutschland von einer Begegnung der besonderen Art, die ihnen Hoffnung, Freude und Frieden brachte. Sie erzählen von ihrer ganz persönlichen »Lebens-Wende«.

Ermutigung – CD

Erwin Lutzer sagte: „Die meistgebrauchte Waffe Satans ist die Entmutigung.“ Er sollte recht behalten. Hudson Taylor war überzeugt, dass wir alle viel Ermutigung benötigen.
Das Verhältnis Ermutigung zu Ermahnung solle 90:10 betragen.
Heute gehört Ermutigung zu den vergessenen Tugenden. Ermutigung ist wie Sauerstoff für die Seele, wie ein Eis an einem Sommertag, wie eine Erfrischung in der Sahara. Jeder, egal ob Schichtarbeiter, Hausfrau oder Kind braucht Ermunterung, aber nur wenige praktizieren sie.
Die Folge ist, dass es unter den Christen sehr viel Resignation und Traurigkeit gibt. Dieser Vortrag beschäftigt sich mit dem Thema anhand der Bibel und zeigt auf, was mangelnde Ermutigung für den Dienst und das Leben bedeuten kann. Aber es wird ebenso deutlich herausgestellt, was für Potential an Freude und Hingabe freigesetzt werden kann, wenn wir Ermutigung erfahren und wieder neu lernen, Ermutiger zu sein.

Lass den Spuk beginnen – Verteilheft

Halloween steht vor der Tür. Mario und Till planen die tollste Nacht des Jahres. Überall herrscht gruselige Stimmung. Auch dieses Jahr soll es ein Riesenspaß werden. Doch ist Halloween wirklich nur ein harmloses Spiel oder verbirgt sich dahinter doch mehr?
Till will es genauer wissen und macht sich auf die Suche. Dabei erkennt er die wirkliche Bedeutung und kommt ganz schön ins Nachdenken …

Dieses ansprechend gestaltete Heft eignet sich sehr gut als Verteilartikel für Büchertische oder zur Weitergabe an junge verkleidete Besucher, die am 31. Oktober an die Haustür klopfen.

Teil­nah­me­be­din­gun­gen:

  1. Beant­worte die fol­gende Frage: Hörst du christliche Hörspiele? Welches ist das zuletzt gehörte Hörspiel?
  2. Unter allen Ant­wor­ten wird ein Paket verlost.
  3. Teil­nah­me­schluss: 19. Mai 2017, 23.59 Uhr
  4. Ver­sendung kann nur an deut­sche Adres­sen erfolgen.

Los geht’s! Die Ver­lo­sung hat hier­mit begonnen.

Tipp: Francis Schaeffer für eine neue Generation

Einführung in Leben und Werk

1960 stand sein Name auf dem Titelblatt der führenden US-amerikanischen Zeitschrift „Time“. Tausende von jungen Menschen pilgerten aus der ganzen Welt in ein malerisches Bergdorf in den Schweizer Alpen, getrieben von der Frage nach der Sinnhaftigkeit ihres Lebens. Dort diskutierten sie, ausgehend von der modernen Kultur, brennende Fragen der Zeit. „L’abri“, zu Deutsch die „Zuflucht“, wurde für manch Gestrandeten aus frommen und säkularen Kreisen zu einem Ort der Neuorientierung.

Schaeffer wird nicht umsonst „Evangelist der Intellektuellen“ genannt. Seine einprägsamen Modelle und originellen Formulierungen entwickelte er in unzähligen Gesprächen. Überhaupt besteht seine wesentliche Hinterlassenschaft weniger in seinen rund 20 Büchern, als vielmehr in Begegnungen, die Menschen lebenslang verändert haben. Ich gehöre selbst zu einer Generation, die Schaeffer durch die Bücher kennt. Ich meine: Schaeffer sollte dringend der neuen Generation bekannt gemacht werden.

In 10‘000 Worten erhältst du in diesem Buch eine Einführung in die Lebensgeschichte und das Werk sowie einige Impulse für das Leben im 21. Jahrhundert.

Fol­gen Ver­lag, als eBook 3,99 EUR, ePub/Mobi, erhält­lich bei: ceBooks.de

Hierzu fehlt mir noch ein Buch: Gestaltung des Gottesdienstes

Eine ungeklärte Frage

Ich habe in letzter Zeit nachgedacht, welche Themen ich auf dem christlichen Büchermarkt vermisse, oder mir zumindest kein Werk bekannt ist, dass diese Themen konsequent und sauber behandelt. Tatsächlich fallen mir da mehr Punkte ein, als mir persönlich lieb wären. Ich fürchte, der konservative evangelikale Büchermarkt ist so dünn besiedelt, dass man sich auf das Abdecken üblicher Themen konzentriert. So Gott will, möchte ich hier zu verschiedenen Themen ausführliche Beispiele darstellen. Anfangen möchte ich heute mit dem Thema „Gottesdienstgestaltung“.

Ich weiß nicht, wie es den Lesern hier im Blog geht, wenn ich jedoch das Werk eines Autors ergreife, so möchte ich unbedingt wissen, wie es in seiner Gemeinde zugeht. Üblicherweise sind heute Autoren auch Pastoren oder sonst in einem wichtigen Dienst ihrer Gemeinde eingespannt, so dass man dann auch weiß, wie diese Pastoren zur christlichen Praxis stehen, auch wenn Sie ein höchst theoretisches Werk veröffentlicht haben. Dieser Aspekt ist für mich extremst entscheidend und kann im Zweifelsfall dazu führen, dass ein Autor für mich ausscheidet. Ich hoffe, mich hier auf das Wort Christi berufen zu können, dass man die Propheten nach ihren Früchten zu beurteilen hat. Und eben nicht nach ihren schönen Worten …

Die Fragen die mich hier bewegen, gehen eigentlich querbeet über alle Bereiche: Kinderarbeit, Durchführung der Gottesdienste, Gemeinsames Gebet, Haltung der Gläubigen, Gestaltung des Taufunterrichts (wenn er hoffentlich vorhanden ist), Vorträge im Gottesdienst und ihr Umfang und allerlei der Fragen mehr. Dies ist für mich auch persönlich relevant, da ich nicht glaube, dass weder ich noch mein Pastor derzeit vollständig das Thema einer gottgefälligen Gottesdienstgestaltung ergriffen haben.

Nun ist ja bei lebenden Autoren oft eine Internetrecherche, ein Besuch der Gemeinde oder auch eine persönliche Anfrage bereits extrem zielführend. Ich habe bereits im Blog von positiven wie negativen Erfahrungen diesbezüglich berichtet, die jedoch immer halfen, einen Autor auch besser zu verstehen. So bleibt mir bei amerikanischen Autoren immer noch das Problem, dass ich Mühe habe ihre Ausführungen in meinem Leben zu verifizieren oder zu adaptieren, da das diskutierte Umfeld und die beschriebene Lebenspraxis so umfassend anders ist, wie die von mir erlebten Elemente.

Jedoch weiche ich ab! Bis heute beschäftigt mich diese Frage: Was gehört in den Gottesdienst und was nicht? Man vergebe mir im folgenden viele freie Zitate. Bei Bedarf ermittele ich gerne genauere Quellen.

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Tipp: Simon und der geheimnisvolle Mönch

Eine Erzählung um den Reformator Martin Luther

Das Buch Simon und der geheimnisvolle Mönch ist ganz aktuell 2016 erschienen. Das Leben des Reformators Martin Luther wird in Form eines historischen, nicht zu umfangreichen Romans Kindern im Alter zwischen 10 und 13 Jahren nahe gebracht.

Die Geschichte spielt sich im Deutschland des Jahres 1521 ab. Die Hauptperson ist der 11-jährige Simon, dessen Mutter an der zu der Zeit grassierenden Pest stirbt. Der Tod seiner Mutter stürzt den Jungen in Verzweiflung. Er macht sich riesige Sorgen um sie. Seine Gedanken kreisen um die Frage: Wo ist sie wohl jetzt? Im Himmel bei Gott oder in der Hölle? Er setzt sich zum Ziel, Geld zu verdienen und für seine Mutter einen teuren Ablassbrief zu kaufen, um ihre Zeit im Fegefeuer zu verkürzen und ihr ein Leben im Himmel zu ermöglichen. Die Sorgen des Jungen spiegeln die damalige Lehre der Kirche wider. Es zeigt deutlich auf, wie unsicher die Menschen bezüglich der Ewigkeit waren. Da die meisten weder schreiben noch lesen konnten, waren sie den Lehren der Kirche hilflos ausgeliefert.

In seiner Verzweiflung hört Simon von Luther und seinen Lehren. Er beschließt diesen Mönch zu finden und ihm die Fragen zu stellen, die ihm unter den Nägeln brennen. Mit seinem älteren Cousin begibt er sich auf eine abenteuerliche Reise. In Romanform verpackt erfährt nun der junge Leser eine ganze Menge über Luthers Leben. Es ist beeindruckend, mit welch einem Mut Luther sich weigert, selbst vor dem Kaiser seine Überzeugungen, die er aus der Heiligen Schrift gewonnen hat, zu widerrufen. Und endlich, als Simon schon beinahe aufgibt, weil Luther entführt und verschwunden zu sein scheint, kommt es doch zu einem Treffen zwischen dem Mönch und dem verzweifelten Jungen. Endlich kann er ihm sein Herz ausschütten und hören, dass ein Mensch nicht durch Ablassbriefe, sondern durch seine Umkehr zu Gott und Gottes unendliche Gnade das ewige Leben geschenkt  bekommt. Simon erinnert sich, dass seine Mutter an Gott geglaubt und ihn geliebt hat. Er glaubt nun, dass sie Gottes Vergebung in Anspruch genommen und das ewige Leben als Geschenk empfangen hat. Diese Erkenntnis weckt auch in ihm den Wunsch ein Kind Gottes zu werden.

Insgesamt halte ich die Geschichte von Simon für empfehlenswert für Kinder. Da es sich dabei um einen Jungen in ihrem Alter handelt und darum, wie er diese Zeit des Umbruchs erlebt, ist es für sie einfacher zu verstehen, worum es bei der Reformation ging. Die Sprache ist aktuell, einfach strukturiert und dem Alter angemessen.

Im Anhang findet sich noch ein kurzer Lebenslauf Martin Luthers.

Meinem 13-jährigen Sohn hat das Buch auch gut gefallen.

Das Buch ist bei Neukirchener Aussaat erschienen und kostet 9,99 EUR.

Nadine Freitag

J. Gresham Machen: The New Testament

An Introduction to its Literature and History

Hier im Blog haben wir bereits einen Text von J. Gresham Machen veröffentlicht, der die Intelligenz und Sprachbegabung des Autors zeigt: Ihr seid das Salz der Welt!

Machen ist ein Autor, der in der Lage ist ein Thema kompakt und doch umfassend darzustellen und dabei einfache Formulierungen für komplizierte Sachverhalte findet. Dies zeigt die tiefe Auseinandersetzung des Autors mit den besprochenen Themen. Hier hat man es nicht nur mit einem Autor, sondern mit einem überzeugten Christen zu tun. Machen selbst ist in Deutschland so gut wie unbekannt, und ich bin eher durch einen Zufall auf das Werk, das ich an dieser Stelle besprechen möchte, gestoßen.

Wer etwas mehr über den Autor erfahren möchte, findet eine freundlich gesinnte Zusammenfassung seines Lebens in Wikipedia.

Ein Bruder hat mir vor Jahren gesagt, am sinnvollsten zum Verständnis der Heiligen Schrift findet er diverse „Einführungen in die Bibel“. Ich konnte dies damals nicht verstehen, mit dem Vorbehalt, dass man für die Bibel ja keine Bücher zum Verständnis braucht, und der Heilige Geist uns alles erklärt.

Nötig werden Einführungen vor allem für Detailaspekte und sind extrem hilfreich für das tiefere Verständnis und das Aufdecken von Textzusammenhängen und thematischen Parallelen zwischen verschiedenen Werken. Die Auseinandersetzung mit den Gnostikern zum Beispiel kann man als Laie kaum in den Petrusbriefen oder dem Johannesbrief erkennen. Erschwerend kommt dazu das Problem der sprachlichen Übertragung dazu.

Damit man aber wiederum nicht ein Theologiestudium benötigt, um sinnvolle Aussagen zum biblischen Text zu treffen, kann es hilfreich sein, verschiedene Werke zu Rate zu ziehen. Hierzu gehört unbedingt eine Einführung in die Heilige Schrift, die hilft, Texte in ihren historischen und kulturgeschichtlichen Rahmen zu setzen.

So war mir z. B. vor dem Lesen dieses Buches immer etwas suspekt wie die Christen in der Apostelgeschichte offensichtlich jahrelang mit den Juden in den Synagogen gemeinsam (?) Gottesdienst feiern konnten und warum es so lange dauerte bis es zum offenen Konflikt kam, der in der Steinigung von Stephanus seinen Höhepunkt nahm.

Eine andere Stelle bespricht die Bedeutung der Zerstreuung der Juden für das Christentum (freie Übersetzung):

Die Zerstreuung der Juden half dem Christentum auf vierfache Weise: Erstens, waren viele der frühen christlichen Missionare selber Menschen aus der Zerstreuung und hatten somit die gleiche Schule hinter sich: die Vereinigung jüdischer Religion mit griechischer Sprache – was sehr notwendig für ihre Arbeit unter den Heiden wurde. (…) Zweitens, bedeutete die Zerstreuung auch einen Schutz durch das Gesetz:  (…) Das Christentum wurde von den Römern zunächst als jüdische Sekte gesehen. Und als solche teilte es die Privilegien des Judentums. Drittens, bereitete die Zerstreuung durch die Gründung von zahlreichen Synagogen ein Publikum für christliche Missionare vor. Schließlich war in der Septuaginta eine Griechische Bibel vorhanden

Das Buch ist in kleine Happen aufgeteilt, die mit verschiedenen Aufgaben zur Vertiefung abschließen. Das Buch ist besonders für Jugendleiter empfehlenswert, da zum Thema zusätzlich diese Aufgaben angeboten werden.

Leider ist dieses Werk nicht deutschsprachig erhältlich.

Tipp: Auf Fels gebaut (CD)

Wahre Geschichten aus dem Buch "Auf Fels gebaut - Band 1"

Kinder lieben Geschichten und lassen sich gerne von ihnen fesseln. Eine Sammlung solcher Geschichten sind unter dem schlichten Namen „Lehrreiche Geschichten“ bei Voice of Hope erschienen.

Bei diesem Hörbuch handelt es sich um eine Auswahl Geschichten aus dem 1. Band der Kinder- und Jugendbuchreihe „Auf Fels gebaut“ (Betanien-Verlag). Die meisten Geschichten enden mit einer passen Bibeltextlesung und einigen Fragen zum Nachdenken. Das Cover mag für manche etwas altmodisch wirken. Bei der 2. Auflage wird es sicher das Cover des zugrunde liegenden Buches erhalten (Auf Fels gebaut – Band 1).

Das Besondere an den erzählten Geschichten ist, dass sie auf wahren Begebenheiten beruhen und aus vielen verschiedenen Jahrhunderten stammen. Sie sind nicht nur spannend sondern auch tatsächlich „lehrreich“ und fördern eine praktische, christliche Prägung beim Zuhörer.

Wer lieber zur Abwechslung hört, statt zu lesen, hat mit diesem Hörbuch einen wertvollen Bestandteil „gemeinsamer Familienzeiten und Familienandachten“.

Das Hörbuch ist bei Voice of hope erschienen und kostet 9,90 EUR.

Tipp: Das Evangelium nach Rom

Hilfreiches Material für Gespräche mit Katholiken

Vorerst muss ich mich wohl für die lange Auszeit entschuldigen. Tatsächlich habe ich aufgrund diverser persönlicher Projekte letztes Jahr kaum geschafft neben der Bibel weitere Bücher zu lesen. Im Übrigen ist manchmal etwas Distanz zu den ganzen Schriften durchaus heilsam. Vor einigen Wochen hatte ich einen meiner Freunde zu Besuch, der ein überzeugter Katholik ist und zudem auch in früher Kirchengeschichte promoviert.

Zwar nahm ich diese Tatsache immer als Grund um ihn darauf hinzuweisen, dass z. B. die Didache ganz klar von einer Erwachsenentaufe spricht, aber ansonsten habe ich bisher von Maßnahmen abgesehen auf die Fehler der katholische Kirche hinzuweisen. Tatsächlich habe ich hierin wohl zu viel Gleichgültigkeit gehabt, gemäß dem Motto, seriöse Katholiken gäbe es ja eh kaum im Freundeskreis. Nun musste ich eingestehen, dass ich zu wenig über den Katholizismus weiß, um einen überzeugten Katholiken auf Missstände in der Lehre Roms hinweisen zu können.

Das führte dazu, dass ich zu einem Buch griff, dass sich bereits seit längerem in meinen Regalen befindet, und auch auf deutsch erhältlich ist. Das Buch hat mir von Anhieb durch seine freundliche Art äußerst imponiert. Keine scharfen Angriffe auf die katholische Kirche, sondern eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe. Die Lehren des Katholizismus werden anhand des großen Katechismus dargestellt und mit der Bibel verglichen. Hier werden ausführliche Zitate von Summa theologica, dem Katechismus und dem zweiten vatikanischen Konzil vorgeführt. Zudem nimmt der Autor sich Zeit und illustriert an Beispielen Traditionen der katholischen Kirche erzählerisch: So z. B. eine Kindertaufe und die Taufe eines Erwachsenen.

Das Buch gibt einem Interessierten bereits nach wenigen Seiten einiges an Material, um mit Katholiken über das entscheidende Thema, die Rechtfertigung aus dem Glauben allein, ins Gespräch zu kommen. Interessante Fakten faszinieren einen: So gab es z. B. durchaus schon Kindertaufen, die noch im Leib der Mutter durchgeführt wurden.

Faszinierend ist  auch, dass ein erwachsener Neuanwärter zunächst einmal einen elf-Monate langen Kurs mitmachen muss, um in die Lehre der katholischen Kirche eingeführt zu werden. Da kann sich manch eine evangelikale Kirche eine Scheibe davon abschneiden, die in jeder Träne schon die Wirkung des Heiligen Geistes und eine junge, gerettete und geistliche Seele sieht. Oft werden fleischliche Menschen ohne jede Unterweisung, Belehrung und Prüfung in die Gemeinden eingelassen, und nach einigen Jahren wundert man sich, wie den die Welt den Weg in das Haus Gottes fand.

Verschiedene Anhänge erweitern das Buch zu üblichen Streitthemen, wie die Glaubenstaufe und den Kanon der Schrift.

Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch, dass durch seine Ehrlichkeit und den Respekt vor der katholischen Kirche besticht, und dadurch auch geeignet ist, um es Katholiken in die Hand zu drücken, die sich fragen, was Evangelikale am Papsttum zu Rom auszusetzen haben.

Das Evangelium nach Rom ist bei CLV erschienen und kostet 12,90 EUR.