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„Ruhm dem Luther! Ewiger Ruhm dem teuren Manne…“

Heinrich Heine über Martin Luther

Durch Hei­ko A. Ober­mans Bio­gra­phie über Mar­tin Luther bin ich auf ein unge­wöhn­li­ches Werk Hein­rich Hei­nes auf­merk­sam gewor­den: Zur Geschich­te der Reli­gi­on und Phi­lo­so­phie in Deutsch­land.

Das Werk ist in drei Tei­le auf­ge­teilt, des­sen ers­ter Teil die Reli­gi­ons­ge­schich­te in Deutsch­land bis ein­schließ­lich Luther beschreibt. Hier schil­dert Hei­ne Luther als einen Natio­nal­held, der das Chris­ten­tum über­haupt nach Deutsch­land brach­te. Gleich­zei­tig möch­te er (da er der­zeit als Flücht­ling in Frank­reich lebt) zei­gen, dass die radi­ka­len ratio­na­lis­ti­schen Frei­heits-bewe­gun­gen Frank­reichs bei wei­tem nicht so viel „Frei­heit“ errei­chen wer­den, weil sie nur alter Katho­li­zis­mus im säku­la­ren Gewand blei­ben:

„Jene Per­si­fla­ge aber, nament­lich die Vol­taire­sche,  hat in Frank­reich ihre Mis­si­on erfüllt, und wer sie  wei­ter fort­set­zen woll­te, han­del­te eben­so unzeit­ge­mäß wie unklug. Denn wenn man die letz­ten sicht­ba­ren Res­te des Katho­li­zis­mus ver­til­gen wür­de, könn­te es  sich leicht ereig­nen, daß die Idee des­sel­ben sich in  eine neue Form, gleich­sam in einen neu­en Leib flüch­tet und, sogar den Namen Chris­ten­tum able­gend, in  die­ser Umwand­lung uns noch weit ver­drieß­li­cher beläs­ti­gen könn­te als in ihrer jet­zi­gen gebro­che­nen, rui­nier­ten und all­ge­mein dis­kre­di­tier­ten Gestalt. Ja, es hat sein Gutes, daß der Spi­ri­tua­lis­mus durch eine Reli­gi­on und eine Pries­ter­schaft reprä­sen­tiert wer­de, wovon die ers­te­re ihre bes­te Kraft schon ver­lo­ren und letz­te­re mit dem gan­zen Frei­heits­en­thu­si­as­mus unse­rer Zeit in direk­ter Oppo­si­ti­on steht.“

Ver­folgt Hei­ne hier eine Art Prä-Exis­ten­tia­lis­mus? Inter­es­san­ter­wei­se schreibt Hei­ne im Vor­wort zur zwei­ten Auf­la­ge in aller Deut­lich­keit über sei­ne Bekeh­rung zum The­is­mus. In typi­scher sehr offe­ner Hei­ne-Art berich­tet er: „Ich könn­te zwar, wie man­che Schrift­stel­ler in sol­chen  Fäl­len tun, zu einer Mil­de­rung der Aus­drü­cke, zu  Ver­hül­lun­gen durch Phra­se mei­ne Zuflucht neh­men; aber ich has­se im Grund mei­ner See­le die zwei­deu­ti­gen Wor­te, die heuch­le­ri­schen Blu­men, die fei­gen Fei­gen­blät­ter. Einem ehr­li­chen Man­ne bleibt aber  unter allen Umstän­den das unver­äu­ßer­li­che Recht,  sei­nen Irr­tum offen zu geste­hen, und ich will es ohne Scheu hier aus­üben. Ich beken­ne daher unum­wun­den, daß alles, was in die­sem Buche nament­lich auf die gro­ße Got­tes­fra­ge Bezug hat, eben­so falsch wie unbe­son­nen ist.“ Hei­ne erklärt auch, wie es zu die­sem Wan­del kam. Die Bekeh­rung geschah nicht durch ein Wun­der, eine Visi­on oder eine Stim­me vom Him­mel, son­dern „ganz ein­fach (durch) die Lek­tü­re eines Buches. — Eines Buches? Ja, und es ist ein altes, schlich­tes Buch, beschei­den wie die Natur, auch natür­lich wie die­se; ein Buch, das wer­kel­tä­gig und anspruchs­los aus­sieht, wie die Son­ne, die uns wärmt, wie das Brot, das uns nährt; ein Buch, das so trau­lich, so seg­nend gütig uns anblickt wie eine alte Groß­mutter, die auch täg­lich in dem Buche liest, mit den lie­ben, beben­den Lip­pen und mit der Bril­le auf der Nase — und die­ses Buch heißt auch ganz kurz­weg das Buch, die Bibel. Mit Fug nennt man die­se auch die Hei­li­ge Schrift; wer sei­nen Gott ver­lo­ren hat, der kan­nihn in die­sem Buche wie­der­fin­den, und wer ihn nie gekannt, dem weht hier ent­ge­gen der Odem des gött­li­chen Wor­tes.Hei­ne war ein Pop­star sei­ner Zeit und ähn­lich wie bei Bob Dyl­an heu­te bleibt wohl unklar ob er sich nun zum Chris­ten­tum oder zum Juden­tum bekehrt hat­te. Wei­ter­le­sen

„Den aller Welt Kreis nie beschloß, der liegt in Maria Schoß“

Martin Luther über die Jungfrau Maria

Luther hat das Magni­fi­kat Mari­as (gemeint ist Luk. 1,46−55) mit­ten im hef­tigs­ten Bruch mit der Katho­li­schen Kir­che, noch von der Wart­burg aus ver­öf­fent­licht. R. Frie­den­thal schreibt dazu in sei­ner Bio­gra­phie über Luther (S. 366): „Noch ist er Mönch, die Mari­en­ver­eh­rung ist ihm sehr leben­dig geblie­ben. Mit­ten unter dem Tumult der Vor­la­dung nach Worms hat­te er bereits begon­nen, das Magni­fi­kat, den Lob­ge­sang der Mut­ter Got­tes, aus­zu­le­gen. Jetzt voll­endet er das Werk. Das ist ein völ­lig ande­rer Luther. Er don­nert und tobt nicht. (…) Er sieht Maria in der Tracht und Umge­bung sei­ner Zeit, ein „gerin­ges, armes Dirn­lein“, nicht bes­ser als eine Haus­magd, und auch als der Engel ihr die Ver­kün­di­gung über­bracht hat, bleibt sie demü­tig, „ruft nicht aus, wie sie Got­tes Mut­ter gewor­den wäre, for­dert kei­ne Ehre, geht hin und schafft im Haus wie vor­hin, melkt die Kühe, kocht, wäscht Schüs­sel, keh­ret, tut wie eine Haus­magd oder Haus­mut­ter tun soll in gerin­gen, ver­ach­te­ten Wer­ken.““. Frie­den­thal weist zurecht dar­auf­hin, dass die­ser „Respekt“ vor Maria noch bis in die Zeit Bachs wirk­te, der das Magni­fi­kat ver­ton­te. Tat­säch­lich ist Luthers Buch über Maria ein gutes Andachts­buch über das The­ma Demut. Zu V.46 (Mei­ne See­le erhebt den Herrn) führt Luther aus:

„Dar­um ist es hier nötig, (auf) das letz­te Wört­lein zu mer­ken: »Gott«. Denn Maria sagt nicht: »Mei­ne See­le macht sich selbst groß« oder »hält viel von sich«. Sie woll­te auch gar nichts von sich gehal­ten haben. Son­dern allein Gott macht sie groß, dem schreibt sie es ganz allein zu. Sie nimmt es von sich weg und trägt es allein völ­lig wie­der hin zu Gott, von dem sie es emp­fan­gen hat­te.“

Rühmt sich Maria aber nicht doch wenigs­tens ihrer Demut, als sie sagt, dass der Herr ihre Nied­rig­keit ange­se­hen hat (V. 48)? Luther kri­ti­siert in aller Schär­fe die­se fal­sche Demut:

„Das Wört­lein »humi­li­tas« haben etli­che hier zur »Demut« gemacht, als hät­te die Jung­frau Maria ihre Demut ange­führt und sich deren gerühmt. Daher kommt es, daß sich etli­che Prä­la­ten auch »humi­les« (Demü­ti­ge) nen­nen, wel­ches gar weit von der Wahr­heit (ent­fernt) ist. Denn vor Got­tes Augen kann sich nie­mand einer guten Sache ohne Sün­de und Ver­der­ben rüh­men. Man muß sich vor ihm nichts mehr rüh­men, als sei­ner lau­te­ren Güte und Gna­de, uns Unwür­di­gen erzeigt…“ Wei­ter­le­sen

„Jeder tat, was ihn recht dünkte“

Tim Kellers Judges for You

Judges For You (God's Word For You) (English Edition) von [Keller, Timothy]Da man der­zeit auch Kin­der­stun­de von zu Hau­se machen muss, habe ich mir über­legt, die Lek­tio­nen aus dem Buch Rich­ter mit den Kin­dern zu bespre­chen. Ich bin dar­über gestol­pert, da das Buch Rich­ter ein­fach als his­to­ri­sche Tat­sa­che wahr­ge­nom­men wird. Geist­li­che Lek­ti­on?- zumeist Fehl­an­zei­ge! Oder mal eine Pre­digt außer­halb der übli­chen Zyklen Gide­on und Sim­son gehört? Eine Ursa­che dürf­te unse­re mora­lis­ti­sche Les­art sein: Die meis­ten Rich­ter tau­gen höchs­tens als nega­ti­ves Bei­spiel. Der Ansatz von Kel­ler ist eine Wohl­tat. Rich­ter ist hoch­ak­tu­ell für unse­re Zeit: „Trotz der Lücke von mehr als drei Tau­send Jah­ren, gibt es vie­le Par­al­le­len zwi­schen unse­rer Situa­ti­on und der Zeit des Buches der Rich­ter (…) Es war eine Zeit des geist­li­chen Plu­ra­lis­mus“.  Eine düs­te­re Geschich­te — wo blei­ben da die Hel­den?

Das Buch der Rich­ter erzählt das Evan­ge­li­um, die Bibel ist kein „Buch der Wer­te“: „Sie ist nicht voll inspi­rie­ren­der Erzäh­lun­gen. War­um? Weil die Bibel (im Gegen­satz zu den Büchern auf die sich ande­re Reli­gio­nen beru­fen) nicht dar­über han­delt, wie man mora­li­schen Bei­spie­len nach­folgt. Sie han­delt über einen Gott der Gna­de und Lang­mut, der fort­schrei­tend in und durch uns arbei­tet, trotz unse­res bestän­di­gen Wider­stan­des gegen sei­ne Absich­ten. Letzt­lich gibt es nur einen Hel­den in die­sem Buch und er ist gött­lich. Wenn wir die­sen Teil der Hei­li­gen Schrift als einen his­to­ri­schen Bericht dar­über lesen, wie Gott sein unwür­di­ges Volk durch und aus dem Dreck ihre­re Sün­de ret­tet und zu sich bringt, dann wird sie in unse­ren Köp­fen und Her­zen leben­dig und spricht in unser Leben und in unse­re Situa­ti­on. „Rich­ter“ ist kei­ne leich­te Kost. Doch eine essen­ti­ell wich­ti­ge für unse­re Zeit.“

Im Ein­lei­tungs­ka­pi­tel bespricht Kel­ler sechs Lek­tio­nen oder Leit­the­men im Buch der Rich­ter. Die­se habe ich im fol­gen­den über­setzt: Wei­ter­le­sen

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Bes­te Grü­ße

Alex­an­der Rem­pel, Chris­ti­an Neu­feld, Edu­ard Klas­sen

„Zur Pestzeit kannst du vor Furcht nichts beginnen…“

Martin Luther in Zeiten der Pest über die Pest

© lizenz­frei: Luther bei den Pest­kran­ken

Die Pest gras­sier­te noch regel­mä­ßig zur Zeit Luthers. Im April 1517 lockt der neue Ablaß von Papst Leo X. die von der Pest heim­ge­such­ten Bür­ger von Wit­ten­berg über die Gren­ze, was eine Ver­brei­tung befeu­ert [1]. 1527 und 1528 ging in Wit­ten­berg erneut die Pest umher. Dies­mal war die Stadt durch aus­län­di­sche Stu­den­ten deut­lich gewach­sen. Dies­mal kos­te­te die Pest auch Luthers Toch­ter Eli­sa­beth das Leben [2]. In Wit­ten­berg kommt das öffent­li­che Leben zum Erlie­gen. Die Uni­ver­si­tät z.B. wird kur­zer­hand ver­legt. Luthers Erfah­run­gen mit die­ser Zeit präg­ten selbt sei­ne Aus­füh­run­gen im gro­ßen Kate­chis­mus, der 1529 erscheint. Zum zwei­ten Gebot führt er aus:

„Dar­um haben wir auch zu Lohn, was wir suchen und ver­die­nen: Pesti­lenz, Krieg, Teu­rung, Feu­er, Was­ser, unge­ra­ten Weib, Kin­der, Gesin­de und aller­lei Unrat. Wo soll­te sonst des Jam­mers so viel her­kom­men? Es ist noch gro­ße Gna­de, daß uns die Erde trägt und näh­ret.

1527, als die Pest am anschwel­len ist, besteht für vie­le Pfar­rer und sons­ti­ge Bür­ger aus der sozia­len Ober­schicht die Mög­lich­keit in eher siche­re Qua­ran­tä­ne-Zustän­de zu flie­hen. Da Luther hier mehr­fach um Rat gefragt wird, ent­steht die inter­es­san­te Schrift: Ob man vor dem Ster­ben flie­hen möge (aus­führ­li­cher bespro­chen: hier). Luther hält die Waa­ge ziem­lich aus­ge­wo­gen: Er bestä­tigt das Recht zum Flie­hen, unter­streicht aber auch die Pflicht zum Blei­ben. Obwohl auch für ihn die Mög­lich­keit besteht, zum Kur­fürs­ten zu flie­hen, bleibt er in Wit­ten­berg. Hier wird das von ihm bewohn­te Klos­ter schnell zu einem Laza­rett. Vie­le ster­ben, dar­un­ter, wie schon erwähnt sei­ne Toch­ter. Die ers­te Tote im Ort ist die Frau des Stadt­rats Tilo Dehn. Luther trös­tet sie am Ster­be­bett. Ein­mal muss er einer Pest­kran­ken Frau (wahr­schein­lich der Schwes­ter sei­nes Beicht­va­ters Johan­nes Bug­en­ha­gen [3]) bei der Geburt ihres bereits toten Kin­des hel­fen. Kei­ne Heb­am­me ist da, Luther greift ein, und das Kind kommt unter furcht­ba­ren Schmer­zen zur Welt. Kurz dar­auf stirbt auch die Frau in sei­nen Armen. Und auch die Frau stirbt kurz dar­auf in sei­nen Armen [4].

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„Denn ohne Leiden, Kreuz und Todesnöte kann man die Vorherbestimmung nicht ohne Schaden und heimlichen Zorn wider Gott behandeln.“

Martin Luther über die ewige Vorherbestimmung Gottes

Luther in Erfurt, von J.N. Paton, 1861, © gemein­frei

Mar­tin Luther ist ein Theo­lo­ge des Kreu­zes. Auch Fra­gen nach der Prä­de­sti­na­ti­on ver­band er mit dem Kreuz Chris­ti. In sei­ner Vor­re­de zum Brief des Pau­lus an die Römer (1522) schreibt er:

„Im neun­ten, zehn­ten und elf­ten Kapi­tel leh­ret er von der ewi­gen Vor­her­be­stim­mung Got­tes, woher es ursprüng­lich fließt, wer glau­ben oder nicht glau­ben soll, wer von Sün­den los oder nicht los­wer­den kann, womit es ja ganz aus unsern Hän­den genom­men und allein in Got­tes Hand gege­ben sei, daß wir fromm wer­den. Und das ist auch aufs aller­höchs­te not. Denn wir sind so schwach und unge­wiß, daß, wenns bei uns stün­de, frei­lich nicht ein Mensch selig wür­de, der Teu­fel wür­de sie gewiß­lich alle über­wäl­ti­gen. Aber nun Gott gewiß ist, daß ihm das, was er vor­her­be­stimmt, nicht fehl­ge­het, noch jemand ihm weh­ren kann, haben wir noch Hoff­nung wider die Sün­de. Aber hier ist den fre­vel­haf­ten und hoch­fah­ren­den Geis­tern eine Gren­ze zu ste­cken, die ihren Ver­stand zuerst hier­her füh­ren und damit anfan­gen, zuvor den Abgrund gött­li­cher Vor­her­be­stim­mung zu erfor­schen und sich damit ver­geb­lich beküm­mern, ob sie vor­her­be­stimmt sind. Die müs­sen sich denn selbst stür­zen, daß sie ent­we­der ver­za­gen oder alles aufs Spiel set­zen. Du aber fol­ge die­sem Brief sei­ner Ord­nung ent­spre­chend, beschäf­ti­ge dich zuvor mit Chris­tus und dem Evan­ge­li­um, daß du dei­ne Sün­de und sei­ne Gna­de erken­nest, danach mit der Sün­de strei­test, wie hier das 1., 2., 3., 4., 5., 6., 7., 8. Kapi­tel geleh­ret haben. Danach, wenn du zum 8. (Kapi­tel) gekom­men bist, unter das Kreuz und Lei­den, wird dich das die Vor­her­be­stim­mung im 9., 10. und 11. Kapi­tel recht (ver­ste­hen) leh­ren, wie tröst­lich sie sei. Denn ohne Lei­den, Kreuz und Todes­nö­te kann man die Vor­her­be­stim­mung nicht ohne Scha­den und heim­li­chen Zorn wider Gott behan­deln. Dar­um muß (der alte) Adam zuvor rich­tig tot sein, ehe er dies Ding lei­de und den star­ken Wein trin­ke. Dar­um sieh dich vor, daß du nicht Wein trin­kest, wenn du noch ein Säug­ling bist. Eine jeg­li­che Leh­re hat ihr Maß, Zeit und Alter.“
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Tipp: Johannes Kuhlo (Helmut Ludwig)

Der Posaunengeneral

Johan­nes Kuhlo (1856−1941) ent­stamm­te dem frucht­ba­ren Erwe­ckungs­bo­den des Min­den-Ravens­ber­ger Lan­des. Schon im elter­li­chen Pfarr­haus emp­fing er ent­schei­den­de Ein­drü­cke für sein spä­te­res Leben, die wäh­rend des Theo­lo­gie­stu­di­ums auf den Uni­ver­si­tä­ten Hal­le, Leip­zig und Erlan­gen noch ver­tieft wur­den

Eine Prak­ti­kan­ten­zeit im Rau­en Haus, der Grün­dung Wicherns, in Ham­burg ließ den jun­gen Kan­di­da­ten der Theo­lo­gie wert­vol­le Ein­bli­cke tun in die segens­rei­che Arbeit der männ­li­chen Dia­ko­nie. Sein ers­tes Pfarr­amt in dem länd­li­chen Hüll­horst führ­te Kuhlo wie­der in sei­ne enge­re Hei­mat zurück, wo er zehn Jah­re in gro­ßem Segen wir­ken durf­te. Dann hol­te ihn Vater Bodel­schwingh als Vor­ste­her des Brü­der­hau­ses Naza­reth an die Bethe­ler Anstal­ten bei Bie­le­feld. Hier hat Kuhlo fast fünf Jahr­zehn­te gelebt und gear­bei­tet. Noch im Ruhe­stand, ja bis zu sei­nem Heim­gang im 85. Lebens­jahr aber war er uner­müd­lich tätig als Vor­kämp­fer der Posau­nen­ar­beit, die gera­de ihm ent­schei­den­de Impul­se ver­dankt. Sein Flü­gel­horn beglei­te­te ihn das gan­ze Leben lang

Die Lie­be zur Musik lag den Kuh­los im Blut. Schon im Eltern­haus begann er als Sechs­jäh­ri­ger zu bla­sen, und spä­ter hat er sich in Wort und Schrift, auf unge­zähl­ten Rei­sen, Kon­fe­ren­zen und Fes­ten für die Posau­nen­sa­che ein­ge­setzt. Kuh­los Posau­nen­bü­cher sind heu­te jedem christ­li­chen Blä­ser ein Begriff, und als der »Posau­nen­ge­ne­ral« lebt Johan­nes Kuhlo, der ori­gi­nel­le West­fa­le, im Andenken der Gemein­de Jesu fort.

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Ressourcen zur Bundestheologie

Mit einem Schwerpunkt auf Abraham

„As the dis­pen­sa­tio­nal per­spec­tive is being eva­lua­ted, it should not be for­got­ten that covenant theo­lo­gi­ans and dis­pen­sa­tio­na­lists stand side by side in affir­ming the essen­ti­als of the Chris­ti­an faith. Very often the­se two groups wit­hin Chris­ten­dom stand alo­ne in oppo­si­ti­on to the inroads of moder­nism, neo-evan­ge­li­ca­lism, and emo­tio­na­lism. Covenant theo­lo­gi­ans and dis­pen­sa­tio­na­lists should hold in hig­hest regard the scho­l­ar­ly and evan­ge­li­cal pro­duc­tivi­ty of one ano­t­her. It may be hoped that con­ti­nuing inter­chan­ge may be based on love and respect.“

Robert­son, O. P. (1980). The Christ of the Coven­ants (S. 201 – 202). 

Aktu­ell möch­te ich ver­tieft in das Leben Abra­hams ein­tau­chen. Das Leben Abra­hams zir­ku­liert um den Bun­des­schluss mit Gott. Im zwölf­ten Kapi­tel wird Segen ver­hei­ßen, im fünf­zehn­ten Kapi­tel ein­sei­tig durch Gott bestä­tigt, im sieb­zehn­ten bekommt Abra­ham das Bun­des­zei­chen und einen neu­en Namen, und nach­dem er sei­ne Treue und Hin­ga­be („wand­le vor mir und sei fromm“, 1 Mo. 17,1) beweißt, bekräf­tigt Gott sei­ne Ver­hei­ßun­gen mit einem Schwur.

„Die aus dem Glau­ben sind, das sind Abra­hams Kin­der.“ (Gal. 3,7) Vor eini­gen Jah­ren mach­te J. Ligon Dun­cans Buch „Covenant Theo­lo­gy einen mäch­ti­gen Ein­druck auf mich. Für mich per­sön­lich war es in vie­len Fra­gen ein Durch­bruch (z. B. auch in der Fra­ge der Bedeu­tung der Sakra­men­te). Somit geste­he ich, dass ich eher bun­des­theo­lo­gisch an die Bibel her­an gehe. Ich sehe aber, den Dis­pen­sa­tio­na­lis­mus nicht als 180° der Bun­des­theo­lo­gie gegen­sätz­lich. Ver­glei­che hier­für die­se Über­sicht im Ver­gleich zwi­schen klas­si­schem Dis­pen­sa­tio­na­lis­mus und klas­si­scher Bun­des­theo­lo­gie. Ich den­ke ein­fach, dass es zu weit geht, die Bun­des­schlüs­se (Hmm, was ist eigent­lich die Mehr­zahl von Bund?) als Anfän­ge eines völ­lig neu­en Zeit­al­ters zu bezeich­nen. Wo wür­de denn das z. B. im Leben Davids statt­fin­den? Es ist ja eher so, dass nichts neu­es im Staa­te Kana­an statt­fin­det, dass aber die Ver­hei­ßun­gen Got­tes (für ein völ­lig neu­es Zeit­al­ter), immer wie­der neu bestä­tigt wer­den. Letz­ten Endes schließt Gott mit sei­nem Volk nur durch Chris­tus oder um Chris­ti wil­len einen Bund. Zudem wird eine rein irdi­sche Loka­li­sie­rung der Bun­des­ver­hei­ßun­gen ein­fach den Tex­ten nicht gerecht, die immer wie­der von einem „ewi­gen Bund“ reden (vgl. z. B. 1 Mo. 9,16; 1 Mo. 17,7;  Ps. 105,10; Ps. 111,5;  Heb. 13,20). Natür­lich kann die Beto­nung eines Kon­ti­nu­ums zwi­schen AT und NT zu weit gehen, aber gene­rell nei­gen wir dazu, das AT als nicht mehr „gül­tig“, nicht mehr „not­wen­dig“, als „alten Bund“ abzu­stem­peln. Die Tex­te des AT tau­gen dann höchs­tens dafür, mora­lis­ti­sche Ansprü­che an unse­ren Nächs­ten zu stel­len. Übri­gens hat Roger Lie­bi eben­falls einen Bei­trag über die Bedeu­tung des AT für Chris­ten ver­öf­fent­licht. Wenn wir schon bei Lie­bi sind, sei­nen Bei­trag über das Leben Abra­hams fand ich eben­falls hilf­reich. Wei­ter­le­sen

Tipp: Hermann August Menge

Kurzbiografie über den bedeutendsten Bibelübersetzer des 20. Jahrhunderts

Dem Ver­lag CLV ist es zu ver­dan­ken, dass die aus­ge­zeich­ne­te und sprach­lich schö­ne „Men­ge-Bibel“ nach vie­len Jah­ren in einer leich­ten Bear­bei­tung wie­der erhält­lich ist (www.menge2020.de). Par­al­lel dazu ist eine Kurz­bio­gra­fie im sel­ben Ver­lag erschie­nen.

Ein guter Jun­ge, aber ein biss­chen dumm! – so lau­tet das Urteil der Mut­ter Men­ge über ihren 1841 gebo­re­nen Sohn Her­mann August. Die­se Fehl­ein­schät­zung wider­legt er am Gym­na­si­um und beweist sein glän­zen­des Gedächt­nis und eine unge­wöhn­li­che Bega­bung bei der Erler­nung von Spra­chen.

Er stu­diert alte Spra­chen und Geschich­te und pro­mo­viert bereits nach 6 Semes­tern zum Dr. phil., ein Jahr spä­ter besteht er das Staats­ex­amen. Er wird Leh­rer an ver­schie­de­nen Gym­na­si­en, ver­fasst Lehr- und Wör­ter­bü­cher und wird spä­ter Schul­di­rek­tor. Sei­ne Fähig­keit zu leh­ren und „sei­ne Gabe, den Unter­richts­stoff klar, ein­fach und leben­dig nahe­zu­brin­gen“ machen ihn zu einem belieb­ten und geschätz­ten Leh­rer, bevor er mit 59 Jah­ren auf­grund Krank­heits­be­schwer­den pen­sio­niert wird.

Und erst im Ruhe­stand soll Men­ge sein Lebens­werk begin­nen und voll­enden. Obwohl er in einer got­tes­fürch­ti­gen Fami­lie auf­wächst, erlebt er erst im Alter von 60 Jah­ren „eine gewal­ti­ge, nicht plötz­li­che, son­dern all­mäh­lich erfol­gen­de Umwand­lung.“ Bei der Aus­ar­bei­tung einer Mor­gen­an­dacht wird im schlag­ar­tig bewusst, dass für ihn die Bibel ein nahe­zu unbe­kann­tes und unge­le­se­nes Buch ist. Er beginnt mit dem Stu­di­um des Neu­en Tes­ta­ments und fühlt sich bald dazu gedrängt, die Bibel neue zu über­set­zen. Nach 26 Jah­ren erscheint erst­mals die kom­plett neu über­setz­te Bibel von Her­mann Men­ge.

Bis ins hohe Alter arbei­tet er uner­müd­lich an der ste­ti­gen Ver­bes­se­rung sei­ner Über­set­zung. Trotz sei­ner vie­len Arbeit nimmt er sich ger­ne Zeit für Besu­cher und ver­gisst kei­ne Geburts­ta­ge von Kin­dern, Enkeln und Uren­keln. Auch die Bezie­hung zu sei­ner Lebens­ge­fähr­tin und Ehe­frau ist innig und dau­ert über 60 Jah­re an.

Die­se klei­ne Bio­gra­fie von Fritz Schmidt-König ist eine mit fes­tem Umschlag gebun­de­ne Neu­auf­la­ge und gibt einen Ein­blick in das Leben und Werk des wahr­schein­lich bedeu­tends­ten Bibel­über­set­zers des 20. Jahr­hun­derts.

Eine aus­führ­li­che­re Bio­gra­fie über Her­mann Men­ge ist im eBook-Ver­lag ceBooks.de erschie­nen: Her­mann Men­ge – Vom Gym­na­si­al­di­rek­tor zum Bibel­über­set­zer (3,99 EUR). Eben­falls bei ceBooks.de ist die unbe­ar­bei­te­te Men­ge-Bibel als eBook erschie­nen: Die Bibel, über­setzt von Her­mann Men­ge. (4,99 EUR)

 

Her­mann August Men­ge, Fritz Schmidt-König, 94 Sei­ten, CLV, Bie­le­feld, 4,90 EUR

Tipp: Constantin und die Raubritter

Ein Bilderbuch über den Entdecker der wahrscheinlich ältesten Bibel der Welt

Es ist für den jun­gen Stu­den­ten Con­stan­tin Tisch­endorf wie ein Schock, als er an der Uni­ver­si­tät zum ers­ten Mal mit der sich unter Theo­lo­gen aus­brei­ten­den Bibel­kri­tik in Berüh­rung kommt. In einem got­tes­fürch­ti­gen Umfeld auf­ge­wach­sen bemerkt er schnell, dass das Infra­ge­stel­len der Glaub­wür­dig­keit der Bibel einem Fron­tal­an­griff auf den christ­li­chen Glau­ben im Gan­zen bedeu­tet.

Er nimmt sich vor, die ältes­ten vor­han­de­nen Abschrif­ten der Bibel zu fin­den und die­se mit den neue­ren abzu­glei­chen. Wer­den die Abschrif­ten über­ein­stim­men und damit die zuver­läs­si­ge Wei­ter­ga­be von Got­tes Wort bewei­sen? Con­stan­tin unter­nimmt vie­le Rei­sen und durch­sucht die gro­ßen Biblio­the­ken in Euro­pa nach den ältes­ten Büchern. Aber erst bei sei­nen Rei­sen in den Ori­ent zum ältes­ten christ­li­chen Klos­ter der Welt wird sei­ne akri­bi­sche Suche belohnt. Er ent­deckt die ältes­te voll­stän­dig erhal­te­ne Abschrift des Neu­en Tes­ta­ments.

Hein­rich Töws ist es gelun­gen, die wah­re Geschich­te Con­stan­tin von Tisch­endorfs (1815 — 1874) für Kin­der inter­es­sant nach­zu­er­zäh­len. Das groß­for­ma­ti­ge Buch ist auf jeder zwei­ten Sei­te mit schö­nen, natür­li­chen Bil­dern illus­triert und kann dazu die­nen, das Ver­trau­en der Kin­der in die Bibel zu stär­ken.

Con­stan­tin und die Raub­rit­ter, Hein­rich Töws/Ella van der Bas-Bak­ker, 40 Sei­ten, CMV, Bie­le­feld, 7,90 EUR