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Warum manche christlichen Hörspiele sehr günstig sind

Serie: Christliche Verlage und das Geld (4)

Man­che Kun­den bekla­gen sich über Hör­spiel-Prei­se im zwei­stel­li­gen Berei­che (zir­ka 10 EUR) und ver­wei­sen auf die güns­ti­gen Ver­öf­fent­li­chun­gen (zir­ka 6 EUR) ande­rer christ­li­cher Hör­spiel- und Hör­buch-Ver­la­ge. Dabei wird ein ent­schei­den­der Unter­schied über­se­hen.

Vie­le, oft klei­ne­re kon­ser­va­tiv-evan­ge­li­ka­le Ver­la­ge, kön­nen nur des­halb ver­gleichs­wei­se güns­ti­ge Prei­se anbie­ten, weil die Arbeit teil­wei­se von ehren­amt­li­chen (Laien-)Mitarbeitern erbracht wird.

Wo ist Hab­ty? Fami­lie Streat­ley Fol­ge 4, CMV, 6 EUR

Das heißt, nicht alle ange­fal­le­nen Kos­ten wer­den durch den Ver­kaufs­preis wie­der ein­ge­nom­men. Die ehren­amt­li­chen Mit­ar­bei­ter (vor allem Spre­cher, aber auch Lek­to­ren und Desi­gner) schen­ken den Kun­den letzt­end­lich Ihre Zeit und Arbeits­kraft.

Dazu gehö­ren auch die Ver­la­ge CMV und CLV. Der Ver­lag CMV zum Bei­spiel ver­öf­fent­licht die meis­ten Hör­spie­le zum Preis von 6 EUR. Bei fast allen Spre­chern han­delt es sich um ehren­amt­li­che Lai­en-Dar­stel­ler. Zusätz­lich wird eine für christ­li­che Hör­spie­le ver­hält­nis­mä­ßig hohe Auf­la­ge in Auf­trag gege­ben, um die Kos­ten auf mög­lichst vie­le Exem­pla­re zu ver­tei­len und den Preis gering hal­ten zu kön­nen.

Zum Ver­gleich: Ein­zel­fol­gen der säku­la­ren (nicht-christ­li­chen) 5 Freun­de sind mit je 6,99 EUR sogar teu­rer als die CMV-Hör­spie­le, obwohl die 5 Freun­de zu den erfolg­reichs­ten Hör­spiel­se­ri­en über­haupt gehö­ren und die Auf­la­ge X-Mal höher ist.

Die meis­ten christ­li­chen Ver­la­ge (CVDil­len­burg, SCM Hänssler, Gerth Medi­en) ver­öf­fent­li­chen Hör­spie­le zum Preis von rund 10 EUR. Die Hör­spiel-Dau­er liegt bei zir­ka 65 Minu­ten. Die­ser Preis ist für pro­fes­sio­nell gemach­te Hör­spie­le ange­sichts des Auf­wands, Qua­li­tät, Umfangs und Auf­la­ge durch­aus ange­mes­sen.

Ver­la­ge die mit unge­üb­ten Lai­en-Spre­chern arbei­ten, soll­ten sich hin­ge­gen, mei­nes Erach­tens, am 6 EUR-Preis ori­en­tie­ren.

Tipp: Orthodoxie

Eine Apologetik von Gilbert Keith Chesterton

Je kom­ple­xer ein The­ma ist, des­to schwie­ri­ger wird es in Kür­ze einen roten Faden auf­zu­zei­gen, ohne den Inhalt des Bespro­che­nen zu kor­rum­pie­ren. Zu Ches­ter­tons Werk „Ket­zer“ gibt es zahl­rei­che Rezen­sio­nen, ich habe mich aber lie­ber für „Ortho­do­xie“ ent­schie­den. Ches­ter­ton ist immer dann stark, wenn er das Chris­ten­tum ver­tei­digt, und immer dann schwach wenn er den Katho­li­zis­mus ver­tei­digt. So habe ich auch die­ses Werk emp­fun­den. Ches­ter­ton argu­men­tiert offen und emo­tio­nal von sei­ner Erfah­rung und ver­weist von ver­schie­de­nen Argu­men­ten her auf die Voll­stän­dig­keit und Fül­le eines christ­li­chen Den­kens, wel­ches er Dog­ma nennt. Das uralte Dog­ma wuss­te bereits alles, was die Den­ker müh­se­lig ent­de­cken muss­ten. Das Dog­ma ist auch ein Segen und einer Berei­che­rung, denn der Glau­be schenkt den Men­schen Freu­de, Zufrie­den­heit und … Demo­kra­tie! Für Ches­ter­ton auch eine Frucht des Glau­bens.

Die­ser Freu­de (und gleich­zei­ti­ger Lei­dens­be­reit­schaft) des Glau­bens steht ent­we­der ein blin­der Opti­mis­mus von Idea­lis­ten oder ein fata­ler Pes­si­mis­mus von Mate­ria­lis­ten ent­ge­gen. Ches­ter­ton beschreibt letz­te­ren fol­gen­der­ma­ßen:

Men­schen, die die Kir­che zunächst im Namen von Frei­heit und Mensch­lich­keit bekämpf­ten, schleu­dern am Ende Frei­heit und Mensch­lich­keit von sich, nur um die Kir­che zu bekämp­fen. Das ist kei­ne Über­trei­bung; ich könn­te ein gan­zes Buch mit Bei­spie­len fül­len. Als ziel­stre­bi­ger Bibel­kri­ti­ker zog Mr. Blatch­ford aus, um zu bewei­sen, dass Adam sich nicht gegen Gott ver­sün­digt hat; wäh­rend er sich noch trick­reich müh­te, die­se The­se zu unter­mau­ern, bekann­te er ganz neben­bei, kein ein­zi­ger Tyrann, von Nero bis König Leo­pold, habe sich gegen die Mensch­heit ver­sün­digt. Ich ken­ne einen Mann, der fana­tisch zu bewei­sen sucht, dass es für ihn kein per­sön­li­ches Leben nach dem Tod geben wird, und der bei der Ansicht lan­det, für ihn gebe es auch jetzt kein per­sön­li­ches Leben. (…) Sie ver­brann­ten ihr eige­nes Getrei­de, nur um die Kir­che in Brand zu ste­cken, sie zer­schlu­gen ihr eige­nes Werk­zeug , nur um sie damit zu zer­schla­gen.; jeder Stock war gut genug, um auf sie ein­zu­prü­geln, auch wenn er das letz­te Stück ihres eige­nen zer­bro­che­nen Mobi­li­ars war. Den Fana­ti­ker, der das Dies­seits aus Lie­be zum Jen­seits zugrun­de rich­tet, bewun­dern wir ganz und gar nicht und wür­den ihn kaum ent­schul­di­gen. Aber was hal­ten wir von dem Fana­ti­ker, der das Dies­seits aus Hass gegen das Jen­seits zugrun­de rich­tet?

Was mich über­rascht hat war, wie leicht das Buch zu lesen war. Ches­ter­ton arbei­tet die Stär­ken eines Den­kens aus, dass Super­na­tu­ra­lis­mus berück­sich­tigt. Hier sieht er gene­rell das rei­che­re Leben, das freie­re Den­ken, die bes­se­re Kunst. Die­se Ansicht tei­le ich mit dem Autor. Die vor allem zum Schluss des Wer­kes stär­ker wer­den­de Ver­tei­di­gung des Katho­li­zis­mus muss ich aber ver­wer­fen.

Das Buch ist für 9,95EUR zu erwer­ben.

10+1 an Prof. Dr. theol. Dr. phil. Thomas Schirrmacher

Rektor des Martin Bucer Seminars

Wir sind Prof. Dr. Schirr­ma­cher für die Beant­wor­tung unse­rer Fra­gen sehr dank­bar. Er ist als einer bekannt, der auch bereit ist anzu­ecken. Mir ist er vor allem für sei­nen Kampf um ver­folg­te Chris­ten welt­weit bekannt. Sei­ne offe­ne Hal­tung zur Öku­me­ne brach­te Ihm jedoch auch viel Kri­tik ein. Bekannt ist er auch als Autor zahl­rei­cher Publi­ka­tio­nen, dar­un­ter das berühm­te Stan­dard­werk: „Ethik“.

  1. Wie kamen Sie dazu Bücher zu schrei­ben?

Ich bin eigent­lich ein Vor­trags- und Vor­le­sungs­typ. Aber ich konn­te den Stu­den­ten und Zuhö­rern immer nur klei­ne Aus­schnit­te lie­fern und woll­te ihnen mehr zum Wei­ter­stu­di­um da las­sen. Also begann ich Vor­le­sun­gen zu ver­schrift­li­chen und stell­te fest, dass ein gründ­li­ches Buch Leben ver­än­dern und sogar glo­ba­le Dis­kus­si­on in Gang brin­gen kann.

  1. Ist aktu­ell ein Buch­pro­jekt geplant?

Ja, immer. Neben einer völ­li­gen Bear­bei­tung mei­nes Buches „Men­schen­han­del“ und der eng­li­schen Fas­sung von „Kaf­fee­pau­sen mit dem Papst“ steht eine Geschich­te des Doku­men­tes „Christ­li­ches Zeug­nis in einer mul­ti­re­li­gö­sen Welt an.

  1. Nen­nen Sie uns ihre 3 Lieb­lings­bü­cher (neben der Bibel)?

Johan­nes Cal­vins Insti­tu­tio in allen Über­ar­bei­tungs­stu­fen.

  1. Wel­che Bücher wür­den Sie nicht noch ein­mal lesen?

Miros­lav Wolfs Buch über den Islam, Rob Bells Buch über die Höl­le und drei Roma­ne von Johan­nes Mario Sim­mel, die wir in der Schu­le lesen muss­ten.

  1. In wel­chem Bereich sehen Sie die größ­te Not in der heu­ti­gen Chris­ten­heit und wo(und/oder) wie könn­te man da am bes­ten einschreiten/helfen?

a) Im Analpha­be­ten­tum der Bibel gegen­über. Wir müss­ten wie­der von der Basis her eine stän­dig die Bibel lesen­de Bewe­gung sein. De fac­to kom­men wir aber bei den Mil­lio­nen Bekeh­run­gen jedes Jahr mit der Schu­lung nicht mehr hin­ter­her.

b) In der Ver­gess­lich­keit, dass Christ­sein immer poten­ti­ell die Bereit­schaft zum Lei­den ein­schließt und dass für wei­te Tei­le der Chris­ten­heit das Wohl­stands­evan­ge­li­um absurd ist, weil die dis­kri­mi­niert, ver­folgt und getö­tet wer­den.

c) Wäh­rend ich in dog­ma­ti­schen Fra­gen welt­weit ein Auf­ein­an­der­zu­be­we­gen in gro­ßen Tei­len der Chris­ten­heit sehe, trei­ben gleich­zei­tig ethi­sche Fra­gen die Kir­chen wei­ter aus­ein­an­der, tren­nen aber oft nicht eine Kir­che von der ande­ren, son­dern Flü­gel inner­halb der Kir­chen. Ohne Hei­li­gung wird aber kein Christ und kei­ne Kir­che die Herr­lich­keit Got­tes sehen.

  1. Wie beur­tei­len Sie den refor­ma­to­ri­schen Auf­bruch unter vie­len Chris­ten aktu­ell?

Die evan­ge­li­ka­le Bewe­gung hat in ihrer Geschich­te aller­lei mehr oder weni­ger gute Erwe­ckungs­be­we­gun­gen auf­ge­nom­men, die oft in lehr­mä­ßi­gen Fra­gen recht dünn auf­ge­stellt wur­den, durch die Gemein­sam­keit mit ande­ren Chris­ten aber den Grund­stock der christ­li­chen, bibli­schen Leh­re über­nah­men. Der­zeit erle­ben wir welt­weit, dass in der evan­ge­li­ka­len Bewe­gung wie­der gründ­li­che refor­ma­to­ri­sche Leh­re gefragt ist. In den 1980er und 1990er Jah­ren war ich etwa mit mei­nen Auf­fas­sun­gen ein Außen­sei­ter.

  1. Wie wur­den Sie Christ?

Zum einen haben mir zwei Dia­ko­nis­sen mit 6 Jah­ren erklärt, was Sün­de ist und war­um Men­schen sie nicht wie­der gut machen kön­nen. Dar­auf woll­te ich, dass Jesus nicht „ein“ Herr ist, son­dern „mein“ Herr. Mit 20 muss­te ich wäh­rend des Theo­lo­gie­stu­di­ums noch ein­mal eine Grund­satz­ent­schei­dung fäl­len, ob mein kind­li­cher Glau­be ange­sichts der Bibel­kri­tik Bestand haben kann. Der konn­te!

  1. Was bedeu­tet für Sie „Christ sein“?

Vor allem, dass ich selbst­kri­tisch ein­ge­ste­hen kann, dass ich sün­di­ge und Feh­ler mache und nicht stän­dig ande­ren etwas vor­ma­chen muss, dies aber kei­ne Ent­schul­di­gung ist, son­dern durch Got­tes Ver­söh­nung und Ver­ge­bung zur Ver­än­de­rung führt.

  1. Wor­in sehen Sie Grund­la­gen für geist­li­ches Wachs­tum?

Das stän­di­ge Gebet, dass Got­tes Geist uns auf­zeigt, wo wir irren, feh­len und uns selbst betrü­gen, damit unser von Vor­ur­tei­len gepräg­tes Den­ken durch Got­tes Den­ken ersetzt wer­den kann (Römer 12,1 – 3).

  1. Wel­che his­to­ri­schen Per­so­nen wür­den Sie ger­ne Tref­fen und wel­che Fra­gen wür­den Sie mit die­ser bespre­chen wol­len?

Kai­ser Kon­stan­tin, um zu ver­ste­hen, wie sehr er wirk­lich per­sön­lich Christ war und wie sehr er die Kir­che nur für sei­ne Poli­tik benutz­te.

Mar­tin Bucer, um ihn zu fra­gen, wie er mit all den Angrif­fen und Belei­di­gun­gen von ande­ren Pro­tes­tan­ten und von Katho­li­ken umge­gan­gen ist.

Den Jün­ger Tho­mas, um zu erfah­ren, wo er mis­sio­niert hat und ob er wirk­lich bis nach Süd­in­di­en gekom­men ist.

  1. Ist die katho­li­sche Kir­che heu­te nicht wei­ter ent­fernt von der Recht­gläu­big­keit als zur Zeit der Refor­ma­ti­on?

Die katho­li­sche Kir­che ist in ihrer Geschich­te nicht sta­tisch, son­dern macht star­ke Ent­wick­lun­gen durch. In eini­gen Fra­gen hat sie sich viel wei­ter von bibli­schen Posi­tio­nen ent­fernt, als noch zur Refor­ma­ti­ons­zeit. Das gilt etwa für die stän­di­ge Über­hö­hung des Papst­am­tes oder den Aus­bau der Mari­en­dog­men. In ande­ren Fra­gen dage­gen hat man fal­sche Posi­tio­nen der Refor­ma­ti­ons­zeit auf­ge­ge­ben, etwa mit der Erlaub­nis für Lai­en die Bibel zu lesen und der Mas­sen­ver­brei­tung von Bibeln, oder der Reli­gi­ons­frei­heit, die Reli­gi­ons­krie­ge frü­he­rer Zei­ten unmög­lich macht.

Können so viele irren?

Aus der Auseinandersetzung zwischen Erasmus von Rotterdam und Martin Luther (Teil 2)

Eine Argu­men­ta­ti­on Luthers gegen die Ein­wän­de des Eras­mus haben wir hier bereits bespro­chen. Im spä­te­ren Ver­lauf sei­nes Buches, Vom unfrei­en Wil­len, wider­spricht Luther die­sem Ein­wand:

Denn es bewegt dich doch gewal­tig, „die sehr lan­ge Rei­he höchst gelehr­ter Män­ner, die man jahr­hun­der­te­lan­ge ein­stim­mig aner­kannt hat; und­ter ihnen waren die bes­ten Ken­ner der Schrift, eben­so die hei­ligs­ten Män­ner, eini­ge davon Mär­ty­rer, vie­le berühm­te Wun­der­tä­ter“ (S. 74)

Luther und sei­ne Genos­sen sind wie­der­um nur eini­ge Eigen­bröt­ler, die „weder so hoch gebil­det sind, noch so hoch begabt, zahl­reich oder bedeu­tend, weder so hei­lig noch sol­che Wun­der­tä­ter, „dass sie nicht ein­mal ein lah­mes Pferd hei­len kön­nen““ (S.75).

Hat sich nun die Kir­che geirrt?

Luther argu­men­tiert mit der ver­bor­ge­nen Kir­che, die nicht irren kann.

Zuerst ein­mal sagen wir nicht, Gott hät­te die­sen Irr­tum in sei­ner Kir­che oder bei irgen­ei­nem sei­ner Hei­li­gen zuge­las­sen; denn die Kir­che wird durch Got­tes Geist regiert, die Hei­li­gen von Got­tes Geist getrie­ben, und Chris­tus bleibt bis ans Ende der Welt bei sei­ner Kir­che. (…) Denn so steht es auch in dem uns allen gemein­sa­men Glau­bens­be­kennt­nis: „Ich glau­be, dass es eine hei­li­ge, all­ge­mei­ne Kir­che gibt.“ So ist es unmög­lich, dass sie auch nur im gerings­ten Arti­kel irre. Wenn wir auch zuge­ben, dass eini­ge Aus­er­wähl­te ihr gan­zes Leben lang in einem Irr­tum gefan­gen waren, so ist es doch nötig, dass sie vor ihrem Tode auf den rech­ten Weg zurück­keh­ren; denn Chris­tus sagt: „Nie­mand wird sie aus mei­ner Hand rei­ßen“ Hier aber ist Mühund Arbeit nötig, um sicher fest­zu­stel­len, ob die wel­che du Kir­che nennst, auch Kir­che sind, oder bes­ser: ob die, die sich ihr gan­zes Leben irr­ten, zuletzt vor ihrem Tode wie­der zurecht­ge­bracht wru­den (S.87.f)

Luther argu­men­tiert wei­ter mit der unsicht­ba­ren Kir­che, die in der sicht­ba­ren ver­bor­gen ist.

Was geschah unter Chris­tus selbst, als alle Apos­tel an ihm Anstoß nah­men, und er danach vom gan­zen Volk ver­leug­net und ver­dammt wur­de? Als kaum der eine oder ande­re übrig blieb- NIko­de­mus und Josef von Ari­mat­häa, zulietzt der Räu­ber am Kreuz? Aber wur­den denn etwa die­se damals „Got­tes Volk“ genannt? Aller­dings waren sie der Über­rest des Vol­kes Got­tes, aber sie wur­den nicht so genannt; die, die so genannt wur­den, waren es nicht. Wer weiß, ob nicht im gan­zen Lauf der Welt von Anfang an dies der Zustand der Kir­che Got­tes war: Eini­ge wur­den Got­tes Volk und Hei­li­ge Got­tes genannt, die es nicht waren; ande­re aber, gleich­sam als Über­rest, wur­den weder Volk noch Hei­li­ge genannt.

Bewe­gend ist sein Fazit, wie er mit den „Hei­li­gen“ der katho­li­schen Kir­che umge­hen will:

Ich sage dies nicht, weil ich leug­nen will, dass die­je­ni­gen, wel­che du anführst, Hei­li­ge oder die Kir­che Got­tes sei­en, son­dern weil dies nicht bewie­sen wer­den kann, wenn es jemand leug­net, dass sie Hei­li­ge sei­en (und sagt), das blei­be viel­mehr ganz unge­wiss: dar­um sei die Leh­re von der Hei­lig­keit der­sel­ben nicht zuver­läs­sig genug, um irgend eine Glau­bens­leh­re damit zu bestä­ti­gen. Ich nen­ne sie Hei­li­ge und hal­te sie dafür; ich gebe ihnen den Namen Kir­che Got­tes und ach­te sie so, nach der Regel der Lie­be, nicht nach der Richt­schnur des Glau­bens, das ist, die Lie­be, wel­che von jeder­mann alles Bes­te denkt, die nicht arg­wöh­nisch ist, die alles glaubt und Gutes vom Nächs­ten vor­aus­setzt, nennt jeden Getauf­ten einen Hei­li­gen, und es ist kei­ne Gefahr, wenn sie irrt. Denn der Lie­be Art ist, daß sie betro­gen wird, da sie dem Gebrau­che und Miss­brau­che aller aus­ge­setzt ist; sie ist die all­ge­mei­ne Die­ne­rin der Guten, der Bösen, der Gläu­bi­gen, der Ungläu­bi­gen, der Wahr­haf­ten und der Fal­schen. Der Glau­be aber nennt nie­man­den einen Hei­li­gen, der nicht durch gött­li­ches Urteil dafür erklärt ist, weil des Glau­bens Art ist, dass er sich nicht betrü­gen lässt. Dar­um, wie­wohl wir alle uns gegen­sei­tig für Hei­li­ge hal­ten sol­len nach dem Rech­te der Lie­be, so darf doch kei­ner für einen Hei­li­gen gehal­ten wer­den nach dem Rech­te des Glau­bens, als ob es ein Glau­bens­ar­ti­kel wäre, daß der oder jener ein Hei­li­ger wäre, wie der Papst, jener Wider­sa­cher Got­tes, der sich an Got­tes Statt setzt, sei­ne Hei­li­gen kano­ni­siert (das ist, für hei­lig erklärt), wel­che er nicht kennt.

NEU: schöpfung.info Nr. 2 „Licht“

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Um Chris­ten bei der Aus­ein­an­der­set­zung von Bibel und Wis­sen­schaft zu unter­stüt­zen und Glau­ben zu stär­ken, wur­de im Herbst 2017 eine Initia­ti­ve ins Leben geru­fen, die neben einer Web­site das kos­ten­freie Maga­zin „schöpfung.info“ her­aus­gibt. Jetzt ist die zwei­te Aus­ga­be „Licht“ erschie­nen und kann kos­ten­los ange­for­dert wer­den.

Im Vor­wort heißt es:

„Der Geist Got­tes schweb­te über dem Was­ser“.
Das war der Zustand der Erde in einem lee­ren Uni­ver­sum, bevor Gott sei­ne Schöp­fung nun von Tag zu Tag immer rei­cher anfüllt. Was­ser war unser Leit­the­ma der letz­ten Aus­ga­be. In die­ser Aus­ga­be wid­men wir uns dem Licht, wel­ches durch das berühm­te „Es wer­de Licht“ am ers­ten Tag der Erd­ge­schich­te ins Dasein geru­fen wur­de. Dem auf­merk­sa­men Bibel­le­ser ent­geht natür­lich nicht, dass die Son­ne, die Quel­le unse­res Lichts, noch gar nicht da war .

Sowohl die­se als auch die damit in Ver­bin­dung ste­hen­de Fra­ge, wo denn Wis­sen­schaft auf­hört und Glau­be an das Über­na­tür­li­che anfängt, wer­den in der Rubrik WISSEN behan­delt, zusam­men mit einem Arti­kel über moder­ne Welt­ent­ste­hungs­theo­ri­en aus dem Bereich der Quan­ten­me­cha­nik. Doch auch das STAUNEN soll nicht zu kurz kom­men. Wir wer­fen u.a. einen Blick auf unge­wöhn­li­che Licht­erschei­nun­gen und auf das Organ, das uns die Wahr­neh­mung des Lichts erst mög­lich macht: das Auge.


Wuss­ten Sie, dass unser Uni­ver­sum genau­es­tens dar­auf abge­stimmt ist, dass Leben über­haupt mög­lich ist? Gott hat viel genau­er gear­bei­tet als der bes­te Schwei­zer Uhren­ma­cher! Stau­nen Sie auch mit über die bibli­sche Bedeu­tung des Lichts und der Far­ben. Beim kri­ti­schen REFLEKTIEREN von säku­la­ren Medi­en­ar­ti­keln wie z.B. der Fra­ge nach dem, was vor dem Urknall gewe­sen sein soll, wird der Glau­be an das unfehl­ba­re Wort Got­tes gestärkt. Wir wün­schen Ihnen viel Freu­de und Got­tes Segen beim Lesen die­ser Aus­ga­be. Zögern Sie nicht, uns Feed­back zu geben.

Das Maga­zin erscheint drei Mal im Jahr und kann auf schöpfung.info kos­ten­los abon­niert wer­den. Die zwei­te Aus­ga­be hat 32 Sei­ten.

Wie viel verdient ein (christlicher) Verlag an Musik-CDs?

Serie: Christliche Verlage und das Geld (3)

Beim letz­ten Bücher­ba­sar in der Weih­nachts­zeit erhielt ich als Orga­ni­sa­tor die Rück­mel­dung, dass die ange­bo­te­nen Musik-CDs für 12,90 EUR zu teu­er wären. Ich war offen gesagt „etwas über­rascht“. Nach mei­ner bis­he­ri­gen Kennt­nis des christ­li­chen Ver­lags­mark­tes war die­ser Preis mehr als fair.

Dazu muss bemerkt wer­den, dass die­ser Preis deut­lich unter­halb der übli­chen CD-Prei­se modern-evan­ge­li­ka­ler Ver­la­ge wie SCM oder Gerth Medi­en (gehört seit 2017 eben­falls zu SCM) liegt. Hier sind Prei­se zwi­schen 15 EUR und 20 EUR üblich.

Ich recher­chier­te, wie sich ein Preis zusam­men­setzt und wie viel ein Ver­lag letzt­end­lich tat­säch­lich an einer CD ver­dient. Die Infor­ma­tio­nen erhielt ich aus einem Blog (Buch­kal­ku­la­ti­on – Was ver­die­nen Autor und Ver­lag an Büchern?) und dem E-Mail-Ver­kehr mit einem christ­li­chen Ver­lag.

Eine Kal­ku­la­ti­on sieht dem­nach in etwa wie folgt aus:

Musik-CD Auf­la­ge
2500
End­ver­kaufs­preis           12,90 €
19% Steu­er -          2,06 €
Auf­nah­me­kos­ten (Stu­dio, Bear­bei­tung) -          2,24 €
Buch­han­dels­ra­batt und Ver­triebs­kos­ten ca. 50 % -          5,42 €
Hono­ra­re, Spe­sen -          0,40 €
CD-Pro­duk­ti­on -          0,60 €
Book­let-Gestal­tung, Lek­to­rat, Kor­rek­tur -          0,16 €
Wer­bung, Mar­ke­ting -          0,14 €
Lager­kos­ten -          0,12 €
Saldo/Erlös je Stück             1,76 €
Roher­lös, Auf­la­ge 2500     4.400,42 €

Bei einer durch­schnitt­li­chen CD-Auf­la­ge von 2500 blei­ben zir­ka 1,90 EUR je CD beim Ver­lag. Dabei sind bei die­ser Kal­ku­la­ti­on Gemein­kos­ten wie Per­so­nal, Mie­te für Gebäu­de u. a. noch nicht ein­mal berück­sich­tigt. Und wenn GEMA-pflich­ti­ge Musik ent­hal­ten ist (was meist der Fall ist), fal­len zusätz­lich GEMA-Gebüh­ren an.

Jesus Chris­tus LOBEN (CD), CLV, 12,90 EUR

Zusätz­lich ist das Risi­ko ein­zu­pla­nen, dass sich nicht alle auf­ge­leg­ten Exem­pla­re zum regu­lä­ren Preis abver­kau­fen las­sen und der Ver­lag den Rest­be­stand zu einem deut­lich rabat­tier­ten Preis ver­kau­fen muss, um nicht auf dem Bestand sit­zen zu blei­ben.

Tat­säch­lich ist es so, dass sich Musik-CDs so wie auch Bücher unter­schied­lich gut ver­kau­fen. Mit vie­len Pro­duk­tio­nen macht der Ver­le­ger ein Ver­lust­ge­schäft. Mit einem wei­te­ren gro­ßen Teil wer­den nur etwas mehr als die Kos­ten gedeckt. Und nur ein Teil der Arti­kel ver­kauft sich so gut, dass sie die Ver­lus­te der ande­ren aus­glei­chen und das wirt­schaft­li­che Bestehen des Ver­lags sichern. Es ist also eine Art Misch­kal­ku­la­ti­on.

Die Rea­li­tät sieht dem­nach so aus, dass ein Preis von 12,90 EUR für eine hand­werk­lich pro­fes­sio­nell gemach­te Musik-CD ein sehr güns­ti­ger Preis ist und der Ver­lag damit im bes­se­ren Fall ledig­lich einen gerin­gen Über­schuss erwirt­schaf­tet. Und je klei­ner die Auf­la­ge ist, also die zu erwar­ten­de ver­kauf­te Stück­zahl einer CD, des­to höher muss der Preis letzt­end­lich sein.

Tipp: Desiring God

Die Webseite von John Piper

Joy is not optio­nal. It’s essen­ti­al

Die­se Aus­sa­ge (Freu­de ist kei­ne Opti­on. Sie ist Grund­le­gend) ist zen­tral für den Dienst von John Piper. Man muss sei­nen Hedo­nis­mus nicht mögen, den­noch ist Piper als guter Autor auch im deutsch­spra­chi­gen Raum durch die zahl­rei­chen Über­set­zun­gen des CLV-Ver­la­ges bekannt. Ich habe bis­her kei­ne sei­ner theo­lo­gi­schen Wer­ke, dafür aber eini­ge sei­ner kurz­ge­fass­ten Bio­gra­phi­en zu zahl­rei­chen Män­nern Got­tes gele­sen.

Auf der Home­page von John Piper fin­den sich zahl­rei­che Mate­ria­li­en, dar­un­ter auch eine beacht­li­che Men­ge an kos­ten­frei­en E-Books. Bei Desi­ring God gefällt mir auch die Rubrik Ask Pas­tor John. Ich habe zwar noch nicht pro­biert mei­ne Fra­gen los­zu­wer­den, aber habe regel­mä­ßig eini­ge sei­ner Arti­kel gele­sen.

Leserunde: Das Westminster Bekenntnis

Kapitel 6: Von dem Fall des Menschen, der Sünde und der Strafe dafür

Aus zwei Grün­den, möch­te ich Kapi­tel fünf, wel­ches lesens­wert ist, über­sprin­gen.

Ers­tens muss ich  zuge­ben, dass eini­ge Din­ge mir dar­in ein­fach zu hoch sind, und ich in der Gefahr stün­de, beim Vor­neh­men einer Beschrei­bung den Inhalt nicht wei­ter zu erhel­len, son­dern nur zusätz­lich zu ver­dun­keln.

Des Wei­te­ren wun­dert mich etwas, war­um das West­mins­ter Bekennt­nis Kapi­tel drei und fünf nicht gemein­sam bespricht, und dazwi­schen das Kapi­tel vier über die Schöp­fung ein­schiebt. Aber eine sol­che Fra­ge, wird uns nur ein Fach­mann aus­rei­chend beant­wor­ten kön­nen. Viel­leicht aber möch­te einer unse­rer Leser dazu etwas schrei­ben. Dem sei es hier­mit frei­ge­ge­ben. Das wäre doch mal was: eine Gast­ko­lum­ne für eine Leserun­de!

Die ers­ten vier Arti­kel beschrei­ben das, was als Erb­sün­de bezeich­net wird. Mir ist das Aus­maß die­ses The­mas erst in jüngs­ter Zeit bewusst gewor­den: Das Chris­ten­tum ist einer­seits vol­ler Opti­mis­mus, hat aber gleich­zei­tig ein nega­ti­ves Men­schen­bild. Ches­ter­ton hat dies wun­der­bar in sei­nem Buch „Ortho­do­xie“ dar­ge­stellt. Das Chris­ten­tum steht damit im Kon­trast, z. B. zum Islam, wel­ches von einem guten Men­schen aus­geht. Die Bibel jedoch kennt den durch und durch ver­dor­be­nen Men­schen: Wei­ter­le­sen

Tipp: Helmuth Egelkraut: Das Alte Testament

Entstehung - Geschichte - Botschaft

Ich bin Edu­ard zu gro­ßem Dank ver­pflich­tet, dass er mich auf die­ses Buch auf­merk­sam gemacht hat. Nach­dem ich J. Gres­ham Machens Buch „New Tes­ta­ment: An Intro­duc­tion to its Histo­ry and Lite­ra­tu­re“ gele­sen habe und durch das­sel­be deut­lich in der Schrift­er­kennt­nis gewach­sen bin, war ich auf der Suche nach einem ähn­li­chen Werk für das Alte Tes­ta­ment. Mit die­sem Buch ist mei­ne Suche vor­erst been­det.

Warum Einführungen in die Bibel?

Ist die Bibel etwa nicht klar ver­ständ­lich? In den ers­ten Glau­bens­jah­ren scheu­te ich mich vor der­ar­ti­gen Büchern. Heu­te schät­ze ich sie mehr als einen ent­spre­chen­den Kom­men­tar. Hat man z. B. Anlie­gen und The­ma eines Brie­fes aus­ge­ar­bei­tet, bekommt man schnel­ler Zugang zu einer deut­li­chen Anwen­dung des­sel­ben. Hier im Blog haben wir mehr­mals zur sys­te­ma­ti­scher Theo­lo­gie auf­ge­ru­fen. Der ers­te Schritt zu einer sol­chen ist eine sau­be­re Bibel­kun­de. Was ist das Anlie­gen der Bibel, wie wird der rote Faden erar­bei­tet etc.? Am bes­ten arbei­tet man mit sol­chen Büchern und mit einem zusätz­li­chen Notiz­buch und erstellt über jedes Bibel­buch eine Über­sicht. Egel­kraut ver­ein­facht einem die­se Auf­ga­be, indem jedes ein­zel­ne Kapi­tel (zu jedem Buch des AT min­des­tens eins) mit Fra­gen „zur Wie­der­ho­lung, Ver­tie­fung und Wei­ter­stu­di­um“ auf­hört. Wei­ter­le­sen

1. Ausgabe der neuen Redaktion (Timotheus-Magazin)

Nr. 30 - 01/2018 - Das Smartphone & Die Sucht nach Ablenkung

Die 29. Aus­ga­be des Timo­theus-Maga­zins (04_2017) war die letz­te unter der Lei­tung der Grün­der­re­dak­ti­on. In Zukunft wird das Maga­zin von einem neu­en Team her­aus­ge­ge­ben und es wird ganz offen­sicht­lich merk­li­che Ver­än­de­run­gen geben.

Aus dem Inhalt
Das Smart­pho­ne und die Sucht nach Ablen­kung
Johan­nes Cal­vin: Dem Evan­ge­li­um treu in Leid und Anfech­tung
„Was ist eigent­lich …“ Blue­tooth?
„Christ +“ Die MEHR-Kon­fe­renz 2018 — Johan­nes Hartl und sein Ein­fluss auf bibel­treue Chris­ten
Buch­re­zen­sio­nen
Es ist voll­bracht! Was Ostern wirk­lich bedeu­tet
Bericht von der Josia-Kon­fe­renz — Refor­ma­ti­on der Her­zen
Ver­an­stal­tungs­hin­wei­se & Buch­emp­feh­lun­gen

Schon der Blick in das Inhalts­ver­zeich­nis macht deut­lich, dass die Timo­theus-Aus­ga­ben zukünf­tig inhalt­lich brei­ter auf­ge­stellt sein wer­den. Nicht mehr monothe­ma­tisch son­dern viel­schich­tig in der Aus­wahl der The­men, was die Zeit­schrift abwechs­lungs­rei­cher und für mich inter­es­san­ter macht. Ich blei­be in jedem Fall wei­ter Abon­nent des „Timotheus“-Magazins. Wei­ter­le­sen