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„Ungerechtigkeit irgendwo ist ein Angriff auf die Gerechtigkeit überall“

Martin Luther Kings Brief aus dem Gefängnis von Birmingham

Durch eine Pre­digt von Tim Kel­ler bin ich auf einen offe­nen Brief von Mar­tin Luther King Jr. auf­merk­sam gewor­den, denn er am 16.04.1963 ver­fasst hat. Die­ser Brief ist eine Reak­ti­on auf einen Auf­ruf zur Ein­heit, den King ins Gefäng­nis geschmug­gelt bekom­men hat. Dort wur­de er auf­ge­for­dert, den Kampf für Bür­ger­rech­te aus­schließ­lich vor Gericht und nicht auf der Stra­ße zu füh­ren. Mehr zu den Hin­ter­grün­den fin­det sich auf Wiki­pe­dia.

Der voll­stän­di­ge Brief fin­det sich hier.

Ich habe eini­ge Aus­zü­ge die­ses Brie­fes über­setzt, mit dem King sei­nen Wider­stand begrün­det. Ich glau­be King bleibt für uns ein Lehr­meis­ter.

Zunächst: King bleibt trotz Unver­ständ­nis und unter Druck sach­lich und freund­lich und doch bestimmt, wie die Ein­lei­tung sei­nes Brie­fes zeigt:

„Mei­ne lie­ben Mit­pfar­rer: Wäh­rend mei­ner Ver­wah­rung hier im Gefäng­nis von Bir­ming­ham City, stieß ich auf eure kürz­li­che Aus­sa­ge, die mei­ne letz­ten Tätig­kei­ten als „unwei­se und  unpas­send ver­früht“ bezeich­net. Ich hal­te nur sel­ten inne um auf Kri­tik an mei­ner Arbeit und mei­nen Ide­en ein­zu­ge­hen. Wenn ich ver­su­chen wür­de, alle Kri­tik zu beant­wor­ten, die an mei­nen Büro­tisch gelangt, hät­ten mei­ne Sekre­tä­re kaum noch Zeit für etwas ande­res, als für die Bear­bei­tung sol­cher Kor­re­spon­denz. Auch ich hät­te kei­ne Zeit für kon­struk­ti­ve Arbeit.

Doch weil ich spü­re, dass ihr Men­schen von ech­tem guten Wil­len seid und dass ihr eure Kri­tik auf­rich­tig dar­stellt, will ich ver­su­chen, eure Stel­lung­nah­me in, wie ich hof­fe gedul­di­gen und ver­nünf­ti­gen Aus­füh­run­gen, zu beant­wor­ten.“ Wei­ter­le­sen

Preis und Ehre dem dreieinigen Gott

Aus dem Pfingstgebet der Malankara syrisch-orthodoxen Kirche

The Holy Trinity: In Scripture, History, Theology, and Worship (English Edition) von [Robert Letham]Beim Lesen von Robert Lethams Werk über die Hei­li­ge Drei­ei­nig­keit Got­tes bin ich über die­sen Aus­zug des Pfingst­ge­bets der syrisch-ortho­do­xen Kir­che Süd­in­di­ens gesto­ßen. Die­se Chris­ten füh­ren ihre Grün­dung auf die Mis­si­ons­ar­beit von Tho­mas zurück! Die voll­stän­di­ge Lit­ur­gie zu Pfings­ten fin­det sich hier.  Typisch Ost­kir­che: „Gott, Erbar­me dich mei­ner!“. Auch Typisch Ost­kir­che (laut Letham): „Die Drei­ei­nig­keit ist zen­tra­ler für das Leben und die Anbe­tung der Gemein­de als im Wes­ten“. Die­ses Gebet bestä­tigt Lethams Annah­me:

„Ehre sei Ihm, der unsicht­bar, ver­bor­gen und über allem mensch­li­chen Den­ken, Sin­nen und Ver­ständ­nis erha­ben ist. Er, selbst­exis­tent und selbst­ge­nüg­sam, Schöp­fer und Erhal­ter aller sicht­ba­ren und unsicht­ba­ren Din­ge hat kei­nen Anfang und wird immer­dar ohne Ende bestehen. Der ewi­ge, unver­gäng­li­che und uner­gründ­li­che eine wah­re Gott. Ein Wesen, eine Auto­ri­tät und ein Wil­le des Vaters, des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes. In ihm ist kein Name ohne eine Per­son und kei­ne Per­son ist jün­ger oder älter als die ande­re Per­son, noch gibt es einen Wan­del oder eine Ver­än­de­rung einer Per­son, ob zum Wachs­tum oder zur Ernied­ri­gung. Kein Name und kei­ne Per­son ist jün­ger oder von der gött­li­chen Sub­stanz getrennt. Wenn der „Vater“ sagen, dann kom­men der Sohn und der Hei­li­ge Geist von ihm. Wenn wir „Sohn“ sagen, dann wer­den der Vater und der Hei­li­ge Geist durch Ihn erkannt. Wenn wir „Geist“ sagen, dann sind der Vater und der Sohn in ihm voll­kom­men. Der Vater ist der Schöp­fer, unge­bo­ren. Der Sohn ist gebo­ren und gebiert nicht. Der Hei­li­ge Geist geht vom Vater aus und emp­fängt vom Sohn die Per­son (con­sub­stan­ti­al) und das Wesen (co-essen­ti­al) des Vaters. Ihm gebührt Ruhm, Ehre und Macht zu die­ser Zeit der Pfingst­fei­er und zu allen Fes­ten, Zei­ten, Stun­den und Zei­ti­punk­ten von nun an in allen Tagen unse­res Lebens für immer.“

Ich ent­schul­di­ge mich für eine schwa­che Über­tra­gung, da die­ses Gebet so zwei­mal über­setzt wur­de. Den­noch spürt man auch so die Anbe­tung der Hei­li­gen Drei­ei­nig­keit.

 

Biblische Lehre systematisch auf den Punkt gebracht

Biblische Lehre von John MacArthur & Richard Mayhue

In Zukunft wol­len wir hier auf NIMM-LIES auch regel­mä­ßig auf Rezen­sio­nen von lesendglauben.de ver­wei­sen. Heu­te fan­ge ich mit Hen­rik Mohns Rezen­si­on über die vor kur­zem erschie­ne­ne Dog­ma­tik von MacAr­thur und May­hue an:

„1360 Sei­ten, knapp 3.000g und die theo­lo­gi­sche Erkennt­nis aus über fünf Jahr­zehn­ten der Aus­le­gung und Erfor­schung der Hei­li­gen Schrift. John MacAr­thur und Richard May­hue legen mit „Bibli­sche Leh­re“ einen theo­lo­gi­schen Mei­len­stein in der deut­schen Theo­lo­gie­ge­schich­te. Der Grund dafür ist recht ein­fach: Es gibt nicht vie­le sys­te­ma­ti­sche Theo­lo­gi­en auf Deutsch, die von einem kom­pro­miss­lo­sen Bibel­glau­ben und Ver­trau­en in Got­tes Wort ver­fasst sind. Wer „Bibli­sche Leh­re“ auf sei­nem Tisch abge­legt hat, kommt aus dem Stau­nen vor­erst nicht her­aus. Das liegt nicht an Wucht und Grö­ße des Wer­kes, son­dern viel­mehr dar­an, dass hier ein „Opus vor­liegt, das ein drin­gend benö­tig­tes Gegen­mit­tel zu einem post­mo­der­nen ver­un­si­cher­ten Neo­evan­ge­li­ka­lis­mus dar­stellt“, so Pas­tor Wolfang Nest­vo­gel.

Zunächst sei­en die fünf Aus­le­gungs­prin­zi­pi­en genannt, die die Autoren in ihrer Erklä­rung bibli­scher Offen­ba­rung und Leh­re lei­te­ten, denn ihre Über­zeu­gung ist „ein uner­schüt­ter­li­ches Ver­trau­en auf Got­tes irr­tums­lo­ses und unfehl­ba­res Wort“. Des­halb fol­gen sie dem:

·       Lite­ral­prin­zip, das die Bibel in ihrem buch­stäb­li­chen Sinn ver­steht.

·       his­to­ri­schen Prin­zip, das die Bibel in ihrem his­to­ri­schen Kon­text ver­or­tet und von die­sem aus aus­legt.

·       gram­ma­ti­schen Prin­zip, das sich nach den gram­ma­ti­schen Struk­tu­ren der Spra­chen des Grund­tex­tes ori­en­tiert.

·       syn­the­ti­schen Prin­zip, das die Bibel als ihre eige­ne Aus­le­ge­rin betont.

·       Klar­heits­prin­zip, das unkla­re Stel­len durch kla­re Stel­len in der Bibel aus­legt.…“

(wei­ter­le­sen)

Die Kraft des Evangeliums

Eine Zeitschrift vom Missionswerk Voice of Hope

 

Kein Mis­si­ons­werk ohne Zeit­schrift, dass über die Situa­ti­on auf den Mis­si­ons­fel­dern infor­miert. Oft fällt es mir bei sol­chen Zeit­schrif­ten sehr schwer, den Berich­ten zu fol­gen. Immer scheint es einem so, dass man neue Namen und neue Orte vor sich liest. Dem Mis­si­ons­werk Voice of Hope ist aber jetzt offen­sicht­lich eine gute Kreu­zung aus Mis­si­ons­nach­rich­ten und erbau­li­cher Zeit­schrift gelun­gen. Das zwei­te Exem­plar die­ser Zeit­schrift lag heu­te in mei­nem Brief­kas­ten und ich war vom Lay­out und Qua­li­tät des Drucks sehr über­rascht. Das Design erin­nert einen an das Timo­theus-Maga­zin: Gro­ße Bil­der, ein­fa­che Gra­phi­ken und mehr­spal­ti­ger Text. Auch die the­ma­ti­sche Aus­wahl der Arti­kel geht in eine deut­lich kon­ser­va­ti­ve refor­mier­te Rich­tung. Das Heft ent­hält eine Rei­he über die Offen­ba­rung von Joel Bee­ke (aus Reve­la­ti­on von RHB), eine Kurz­bio­gra­phie über D. Mar­tyn Lloyd-Jones, eine Pre­digt vom sel­bi­gen und einen umfang­rei­chen Aus­schnitt aus dem bald auf deutsch erschei­nen­den Römer-Brief-Kom­men­tar von R.C. Sproul. Die Arti­kel bestehen somit vor allem aus umfang­rei­chen Lese­pro­ben, die aber so aus­führ­lich sind, dass wirk­lich ein The­ma gut über­blickt wird. Lese­rat­ten kön­nen so gut erwä­gen, ob das zitier­te Werk auch im Bücher­re­gal lan­den soll. Ich per­sön­lich tue mir letzt­lich etwas schwer mit der doch sehr kon­ser­va­ti­ven Kost. Bee­ke ist manch­mal ein­fach so furcht­bar radi­kal…

Durch inter­es­san­te Kom­bi­na­ti­on  habe ich wohl zum ers­ten Mal in mei­nem Leben einen Mis­si­ons­be­richt wirk­lich gele­sen. Rela­tiv ein­drück­lich war die Schil­de­rung der Mis­si­ons­ar­beit in Sizi­li­en mit­ten unter Coro­na-Bedin­gun­gen.

Hier kann man die Zeit­schrift kos­ten­los abon­nie­ren. Die .pdf-Vari­an­te lässt sich auch down­loa­den(01/2020; 02/2020) oder online anse­hen  (01/2020; 02/2020)

From Paradise to the Promised Land

Eine Einführung in den Pentateuch von T.D. Alexander

From Paradise to the Promised Land: An Introduction to the ...Auf­merk­sam auf die­ses Werk von T. Des­mond Alex­an­der wur­de ich, als ich Tom Schrei­ners bibli­sche Theo­lo­gie „The King in his Beau­ty“ las. Bei der Bespre­chung des Pen­ta­teuchs fan­den sich regel­mä­ßig Refe­ren­zen zu Alex­an­der. Das mach­te mich neu­gie­rig und ich wur­de nicht ent­täuscht. Das Werk, das bereits vor 20 Jah­ren erschien dürf­te zum Stan­dard­re­per­toire jener gehö­ren, die sich näher mit den 5 Büchern Mose aus­ein­an­der setz­ten wol­len.

Das Buch teilt sich dabei in zwei Kapi­tel auf. Im ers­ten Teil setzt sich der Autor mit der kri­ti­schen Metho­de und Inter­pre­ta­ti­on des Pen­ta­teuchs aus­ein­an­der. Beson­ders span­nend ist, wie Alex­an­der einen „Test­fall“, näm­lich die Sinai-Bege­ben­heit unter­sucht. Da die Bibel­kri­tik mir per­sön­lich aber knor­ke ist, kon­zen­trie­re ich mich auch in mei­ner Rezen­si­on auf den zwei­ten Teil.

In 15 Kapi­teln unter­sucht Alex­an­der dabei zen­tra­le The­men des Pen­ta­teuchs. Hil­reich ist, dass der Auf­bau immer iden­tisch bleibt. Auf eine Zusam­men­fas­sung folgt  eine detail­lier­te Bespre­chung, die in einer Schluss­fol­ge­rung mün­det, die Bezü­ge zu den ande­ren Kapi­teln her­stellt. Abschlie­ßend folgt die Betrach­tung der Neu­tes­ta­ment­li­chen Ver­bin­dun­gen. Die Kapi­tel ent­wi­ckeln dabei krei­send die Ent­wick­lung des Pen­ta­teuchs: Ange­fan­gen von der könig­li­chen Linie in Gene­sis, über das ver­lo­re­ne Para­dies geht es wei­ter zur Fra­ge: Wer Gott ist, wie Abra­ham glaub­te, wie zen­tral der Bund am Sinai ist,etc. Wei­ter­le­sen

Mit Christus zu Christus gehen…

Hinweis auf die Seelsorgeausbildung der CSA Aarau

Auf  glaubend.de berich­te ich über mei­ne Erfah­run­gen mit der See­slsor­ge­aus­bil­dung bei der Christ­li­chen Fach­stel­le für Ehe, Fami­lie und Lebens­be­ra­tung in Aar­au. Ich wünsch­te ich könn­te deut­li­cher schil­dern, wie ich von die­ser Aus­bil­dung und von den Kon­tak­ten mit Beat Tan­ner pro­fi­tiert habe und wei­ter­hin pro­fi­tie­re.

An die­ser Stel­le möch­te ich noch ein­mal auf die­ses Video von Beat Tan­ner hin­wei­sen, mit dem er die Zie­le der Aus­bil­dung erklärt:

Wer mei­nen Arti­kel lesen möch­te, fin­det die­sen hier: „Wel­chen Rat kann ich mei­nem Bru­der, mei­ner Schwes­ter in ihrer Not, ihrer Angst und ihrer Sor­ge geben. Wie kann die­ser Rat wirk­lich wei­se sein und Lie­be und Wahr­heit ver­mit­teln? Was muss ich an mir ändern, damit ich bes­ser auf Chris­tus hin­wei­sen kann? Wie kann ich mei­nen Bru­der bes­ser ver­ste­hen? Wie kann ich zwi­schen Sün­de und Scham unter­schie­den? Wie kann ich Stra­te­gi­en ent­wi­ckeln, um auch mit einem sehr beun­ru­hig­ten Men­schen ins Gespräch über das Wort Got­tes zu kom­men? Das sind nur eini­ge der The­men, die aus­führ­lich ein­schließ­lich per­sön­li­chem Men­to­ring und zusätz­li­cher Vor­be­rei­tungs­lek­tü­re im Lau­fe von zwei Jah­ren bespro­chen wer­den…“

Auch Han­ni­el hat übri­gens vor eini­ger Zeit über die­se Aus­bil­dung berich­tet.

Deutschsprachige Beiträge zu den goldenen Honigtöpfen

Hinweis auf drei neue Podcasts

Viel­leicht kennt jemand mei­nen Bei­trag über die gol­de­nen Honig­töp­fe. Dar­un­ter ver­ste­he ich Mate­ri­al, dass hilft die Bibel bes­ser zu ver­ste­hen und den Wil­len Got­tes zu erken­nen. Pre­dig­ten, Bei­trä­ge, Bücher, Zeit­schrif­ten die auf Chris­tus hin­wei­sen und die Ehre Got­tes hoch­schät­zen. Es gibt eine wun­der­ba­re Men­ge davon! Welch Segen!

Zuneh­mend ver­su­che ich dar­an zu arbei­ten, sol­ches Mate­ri­al auch auf Deutsch zugäng­lich zu machen und auch zu ver­brei­ten.  Ent­spre­chend möch­te ich heu­te auf drei deutsch­spra­chi­ge Pod­casts hin­wei­sen.

Kommentar zum Heidelberger Katechismus von Hanniel Strebel

Ich bin dank­bar dafür, dass ich Han­ni­el über­zeu­gen konn­te, sei­ne wert­vol­len Bei­trä­ge auch in das Pod­cast-For­mat zu brin­gen.  Ich mei­ne: Wer nutzt schon Sound­cloud? Ich habe mir ehr­lich gesagt  nur aus Lie­be zu Han­ni­el dafür einen Zugang beschafft 🙂 .

Neu­er­dings gibt es jetzt Han­niels Kom­men­tar zum Hei­del­ber­ger Kate­chis­mus auch als Pod­cast!

Höre unter:

War­um soll­te man gera­de die­sen Pod­cast hören? Jeder, der allei­ne oder in Grup­pe den Hei­del­ber­ger Kate­chis­mus durch­ar­bei­tet fin­det hier zahl­rei­che Hin­wei­se, his­to­ri­sche Hin­ter­grün­de und prak­ti­sche Anwen­dun­gen.

Wenn Gott Gna­de schenkt wer­den in weni­gen Tagen auch die Vogel­flü­ge Han­niels auf die­se Wei­se zugäng­lich sein.

Aufbau eines Luther-Lesebuchs

Ich bin Manu­el Klem zu Dank ver­pflich­tet für das freund­li­che Ange­bot, mei­ne Zita­te-Zusam­men­stel­lun­gen von Mar­tin Luther zu ver­to­nen. In Zukunft ist geplant Audio und Text gleich­zei­tig zu ver­öf­fent­li­chen.

Höre unter:

Wei­ter­le­sen

„Die höchste Gnade Gottes ist es, wenn in der Ehe die Liebe dauernd blüht…“

Martin Luther über Ehe, Sexualität und Scheidung

Lyn­dal Roper stellt in ihrer Bio­gra­phie über Mar­tin Luther schlüs­sig dar, mit wel­cher Leich­tig­keit Luther ein tau­send Jah­re altes Ver­ständ­nis über Ehe und vor allem über Sexua­li­tät zur Sei­te wisch­te. Liest man sei­ne zahl­rei­chen Aus­sa­gen über die Ehe, wird schnell deut­lich, dass Luther des­we­gen der­art revo­lu­tio­när, fas­zi­nie­rend fort­schritt­lich und mutig anti-kul­tu­rell ist, dabei aber prak­tisch und in sich schlüs­sig bleibt, weil er beharr­lich und immer wie­der zum Wort Got­tes zurück­kehrt.  Im Fol­gen­den eine klei­ne Aus­wahl; die Quel­len­nach­wei­se habe ich dabei geson­dert gesam­melt(down­load).

Zum Auf­wär­men eini­ge Aus­sa­gen aus den Tisch­re­den:

„Es ist sehr gut, daß Gott nicht will, daß die Ehe zer­ris­sen wer­de, denn sonst wür­de sie zugrun­de gehen und auf­hö­ren, die Sor­ge für die Kin­der wür­de in Gefahr gera­ten und der Haus­stand wür­de fal­len, und danach wür­de auch das Welt­re­gi­ment und die Reli­gi­on ver­nach­läs­sigt wer­den. Es ist aber die Ehe die Grund­la­ge des Haus­we­sens, der öffent­li­chen Ord­nung, der Reli­gi­on.“ [1]

„Über die Ehe, die­se ehr­wür­di­ge und gött­li­che Stif­tung, sag­te er (Luther) vie­les Aus­ge­zeich­ne­te: daß sie nach dem Got­tes­dienst um vie­ler Ursa­chen wil­len der wich­tigs­te Stand sei, aber die Men­schen, das Vieh auf dem Fel­de und die Hefe die­ser Welt flie­hen sie um der (damit ver­bun­de­nen) per­sön­li­chen Unbe­quem­lich­keit wil­len. Sie wol­len dem Regen ent­lau­fen und fal­len dabei ins Was­ser. Des­halb muß man es im Namen des Herrn wagen und das Kreuz auf sich neh­men. Man muß die Ord­nung Got­tes beach­ten, wegen der Auf­ga­be, Kin­der zu zeu­gen. Wenn es die­sen Grund nicht gäbe, so soll­ten wir doch beden­ken, daß sie ein Mit­tel gegen die Sün­de ist.“ [2]

Eine kur­ze Anmer­kung dazu: Mit „Sün­de“ meint Luther an die­ser Stel­le den Geschlechts­ver­kehr.

Am Tage nach Neu­jahr schrie das Kind des Dok­tor Mar­ti­nus so sehr, daß es sich von nie­man­dem zur Ruhe brin­gen ließ. Da saß der Herr Dok­tor eine gan­ze Stun­de trau­rig mit sei­ner Frau. Dann sag­te er: Das sind die Nöte der Ehe, um derent­wil­len sich jeder vor der Ehe scheut. Wir fürch­ten uns alle vor dem Eigen­sinn der Frau­en, vor dem Geschrei der Kin­der, vor den Sor­gen und vor schlech­ten Nach­barn. Des­halb wol­len wir gern frei sein und nicht gebun­den. Wir wol­len freie Her­ren blei­ben und gehen (lie­ber) zu einer Dir­ne. Außer­dem haben die Väter auch nichts Bemer­kens­wer­tes über die Ehe geschrie­ben. [3]

„Die höchs­te Gna­de Got­tes ist es, wenn in der Ehe die Lie­be dau­ernd blüht. Die ers­te Lie­be ist feu­rig, eine trun­ke­ne Lie­be, mit der wir geblen­det wer­den und wie die Trun­ke­nen hin­an­ge­hen. Wenn wir die Trun­ken­heit aus­ge­schla­fen haben, dann bleibt in den From­men die ech­te Ehe­lie­be, die Gott­lo­sen aber haben die Reue.“ [4] Wei­ter­le­sen

Hinweis: Gnade für dich

Ein evangelistisches Buch von John MacArthur

Gnade für dichGanz frisch auf deutsch ist ein kur­zes evan­ge­lis­ti­sches Büch­lein von John MacAr­thur auf­ge­legt wor­den: Gna­de für dich erklärt anhand der Geschich­te vom ver­lo­re­nen Sohn (Lk. 15,11−32) das Evan­ge­li­um. MacAr­thur gelingt es in Kür­ze auf­zu­zei­gen, wie unver­schämt Sün­de ist, ohne den Kon­text des Gesche­hens und der Situa­ti­on von Chris­tus zu ver­lie­ren:

„Um das Gleich­nis jedoch rich­tig zu ver­ste­hen, müs­sen wir es mit den Augen eines Men­schen in der Kul­tur des Juden­tums des ers­ten Jahr­hun­derts sehen. In einem sol­chen Umfeld war die Idee, dass Gott reui­gen Sün­dern (ein­schließ­lich der schlimms­ten von ihnen) unein­ge­schränkt ent­ge­gen­kommt und ihnen ver­gibt, ein scho­ckie­ren­des und revo­lu­tio­nä­res Konzept.Kaum einer in die­ser Gesell­schaft konn­te sich Gott als einen sol­chen vor­stel­len, der Sei­ne Hand Sün­dern aus­streckt.“

„Ein sol­cher Aus­fall an Dreis­tig­keit hät­te in jener Kul­tur zumin­dest einen kräf­ti­gen Schlag über das Gesicht als nor­ma­le Reak­ti­on des Vaters bedeu­tet. Das wäre übli­cher­wei­se in aller Öffent­lich­keit gemacht wor­den, um den Sohn zu beschä­men, der sei­nem Vater eine sol­che Ver­ach­tung erwie­sen hat­te. Somit konn­te ein Sohn, der sich der Ent­eh­rung sei­nes Vaters in die­sem Schwe­re­grad schul­dig gemacht hat­te, gut damit rech­nen, von allem was er besaß ent­eig­net zu wer­den, um dann für immer von der Fami­lie abge­wie­sen zu wer­den. Betrach­tet als ein Toter. So ernst war die­se Ver­feh­lung. Es war zu jener Zeit nicht unüb­lich, eine effek­ti­ve Beer­di­gung für ein Kind abzu­hal­ten, das sein Zuhau­se und sei­ne Fami­lie auf die­se fre­che Wei­se ver­las­sen  hat­te. Noch heu­te ist es in stren­gen jüdi­schen Fami­li­en so, dass die Eltern zu einem Sohn oder einer Toch­ter manch­mal »Kad­disch« sagen (das for­mel­le Vor­tra­gen eines Beer­di­gungs­ge­bets), um Ihre Ableh­nung für die­se Art von Ver­hal­ten aus­zu­drü­cken.“

Kann nach einem sol­chen Bruch wie­der Ver­söh­nung statt­fin­den? Sie kann, wie Jesus in aller Deut­lich­keit beim Erklä­ren sei­nes Gleich­nis­ses unter­streicht. Doch wo bleibt dann die Süh­ne? Man kann das Gleich­nis somit nur als eine Bot­schaft lesen, die zum Kreuz führt:

„Wäh­rend es jeder von uns verdient,für sei­ne Sün­de zu ster­ben und die Ewig­keit getrennt von Gott zuzu­brin­gen – eine Exis­tenz, die Jesus als uner­träg­lich unglück­lich beschrieb. (Matt. 13,41−50; Luk. 16,23−24) –, erdul­de­te der Sohn Got­tes unse­ret­we­gen die Stra­fe. Weil Jesus als unser Stell­ver­tre­ter die Stra­fe für die Sün­de bezahl­te, kann uns unser himm­li­scher Vater völ­li­ge Ver­ge­bung für die Sün­de anbie­ten, ohne die Gerech­tig­keit zurück­zu­stel­len oder sei­ne eige­ne völ­lig gerech­te Natur zu ver­leug­nen.“

Das Buch eig­net sich in beson­de­rer Wei­se für Teen­ager aus christ­li­chen Häu­sern, die mit dem Gedan­ken spie­len, den Glau­ben zu ver­las­sen. Offen­sicht­lich ist MacAr­thur eine aktua­li­sier­te Fas­sung von „Jesus unser Schick­sal“ gelun­gen, wobei Wil­helm Busch mei­nes Erach­tens näher und direk­ter in die Situa­ti­on der Men­schen gespro­chen hat.

Das 70 Sei­ten lan­ge Büch­lein ist für 5,90EUR bei Voice of Hope erhält­lich.

Die kleine Seelsorgereihe

eine Auswahl

Wer das CCEF auch nur ober­fläch­lich ver­folgt, erfährt welch groß­ar­ti­ge Arbeit Welch, Tripp und bis zu sei­nem viel zu frü­hen Tod Powli­son im Bereich der Seel­sor­ge geleis­tet haben. Gott gab ihnen Gna­de, dass Seel­sor­ge wie­der zum Dienst der Gemein­de an ihren Glie­dern, zur Hil­fe von Christ am Mit­christ wird. Vor allem, die Neu­ent­de­ckung des Kampf­platz des Her­zens dürf­te refor­mier­te Theo­lo­gie in einer fein­füh­li­gen Anwen­dung sein. Prak­tisch bedeu­tet es, dass man Lei­den­de, Trau­ern­de, Depres­si­ve, Schi­zo­phre­ne, Por­no­süch­ti­ge, Men­schen mit Wahn­vor­stel­lun­gen, Ängs­ten, Zwän­gen und aller Nöte, die es sonst geben kann, zum Kreuz Chris­ti führt und nicht ein­fach nur mit blo­ßen Plat­ti­tü­den abspeist oder was noch schlim­mer wäre, den­ke, dass ein Ver­weis auf einen Ner­ven­arzt bereits der voll­stän­di­ge Akt christ­li­cher Nächs­ten­lie­be sei. Tat­sa­che ist: Wird man mit Lei­den unse­rer Geschwis­ter und Freun­de kon­fron­tiert, dann liegt zwar tat­säch­lich ein schnel­ler Rat auf der Zun­ge, im Sin­ne von: „Stell dich nicht so an!“, „Oh, du Arme!“, „Mach doch ein­fach das und das.…“, „So schlimm ist das nicht, habe ich auch gehabt“. Doch genau sol­che Rat­schlä­ge erteilt dir schließ­lich auch jeder belie­bi­ge Mensch, denn du zufäl­lig aus dem Tele­fon­buch wäh­len wür­dest. Das es bes­ser gehen muss, wird schnell klar. Mit der zahl­rei­chen Lite­ra­tur, die der 3L Ver­lag schon seit Jah­ren in die­sem Bereich her­aus­gibt, ist bereits gutes Mate­ri­al gege­ben. Mit der klei­nen Seel­sor­ge­rei­he ist nun wei­te­res inter­es­san­tes Mate­ri­al dazu­ge­kom­men: 24 Heft­chen, die sich auch gut als Ver­teil- oder Aus­le­ge­ma­te­ri­al für Bera­tungs­stel­len und Gemein­den eig­nen. Ich habe ein paar gele­sen:

  • Por­no­gra­fie — Sieg über den Dra­chen: Die­ses Heft­chen eig­net sich sehr gut, zur Wei­ter­ga­be, an Betrof­fe­ne, da es ein Inter­view zwi­schen Powli­son und einem Bru­der ist, der über 20 Jah­re lang mit der Por­no­gra­phie kämpf­te. Sehr ehr­lich und ergrei­fend schil­dert der Bru­der, wie Gott sein böses Herz ent­tarn­te
  • Hei­lung nach Ehe­bruch: Sowohl der Täter, wie das Opfer benö­ti­gen Erlö­sung, um nicht in Gier, Unzu­frie­den­heit, Schuld, Ver­zweif­lung, Scham oder Rache unter­zu­ge­hen.
  • Häus­li­che Gewalt: Die Situa­ti­on ist ver­zwickt: „Paa­re, die in der Öffent­lich­keit fried­lich zusam­men auf den Kir­chen­bän­ken sit­zen, könn­ten trotz­dem im Streit mit­ein­an­der lie­gen. (.…) bei die­ser Art Krieg fin­den wir auf bei­den Sei­ten Schuld; doch wenn Gewalt im Spiel ist, unter­drückt übli­cher­wei­se der stär­ke­re Mann sei­ne Frau“. Das Buch deckt die ver­zwick­ten Irr­we­ge der Selbst­recht­fer­ti­gung im Den­ken des Aggres­sors geschickt auf.
  • Eine Trau­me­he: „Hören Sie auf mir zu sagen, dass Gott mich liebt! Ich will hören, dass mein Mann mich liebt“ gestand eine Frau dem Seel­sor­ger. Auch in einer kaput­ten Ehe kann man Freu­de fin­den.
  • Teens und Sex: Tripp deckt zurecht auf, dass die Kir­che hier ver­sagt, dem star­ken säku­la­ren Sog ent­ge­gen­zu­tre­ten und bespricht in Kür­ze zahl­rei­che Stra­te­gi­en zum Ein­lei­ten von Gegen­maß­nah­men.

Ein Heft ist in etwas mehr als einer hal­ben Stun­de durch­ge­ar­bei­tet und somit eig­nen sich die­se Hef­te sehr gut als „Gute-Nacht-Lek­tü­re“ vor dem Schla­fen­ge­hen. Die Aus­wahl und Band­brei­te ist zudem für viel­fäl­ti­ge Lebens­be­rei­che (z.B.: Leid, ADHS, Selbst­ver­let­zung, Ver­ge­bung…) aus­ge­legt, was die Bücher sehr nütz­lich macht. Ich ver­mis­se einen (ent­spre­chend kos­ten­güns­ti­ge­ren) Gesamt­band, der als eine Art Hand­buch der Seel­sor­ge rea­li­siert ist. Dies könn­te auch als Logos-Modul erfol­gen.

Ein letz­ter Hin­weis: Wenn du dich selbst in einer schwie­ri­gen Situa­ti­on befin­dest und Rat und Hil­fe suchst, ermu­ti­ge ich dich, dir Unter­stüt­zung und Gebet in der Gemein­de und bei Chris­ten zu suchen. Ger­ne darfst du mich auch unter pau­li @ glaubend.de  oder auch auf ande­ren Wegen kon­tak­tie­ren.