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Wilhelm Busch berichtet über seinen Dienst als Prediger in Bielefeld
Aus „Plaudereien in meinem Studierzimmer“

Plaudereien in meinem Studierzimmer“ (Wilhelm Busch) – Buch antiquarisch  kaufen – A01uvQex01ZZSÜber sei­ne ers­ten Jah­re als Pre­di­ger, damals noch in einem Arbei­ter­vier­tel von Bie­le­feld berich­tet Wil­helm Busch in „Plau­de­rei­en in mei­nem Stu­dier­zim­mer“, (2. Auf­la­ge, S. 44f, hier neu Auf­ge­legt und auch frei als .pdf erhält­lich), und gewährt so einen Blick in sei­ne Arbeits­wei­se, sei­nen Eifer (Beach­te die regel­mä­ßi­gen Haus­be­su­che und wie er auf Kri­tik wei­se reagiert), aber auch sei­ne Ana­ly­se­fä­hig­kei­ten. Ich glau­be, das was Busch in den Zwan­zi­gern des 20ten Jahr­hun­derts beob­ach­ten hat, wird durch Twit­ter, Hash­tag & Co in den Zwan­zi­gern des 21ten Jahr­hun­derts multipliziert.

„In die­sem Bezirk nun schenk­te es mir Gott, dass ich die Kraft des Evan­ge­li­ums herr­lich erfah­ren durfte.

Zuerst fing ich an damit, jeden Vor­mit­tag und Nach­mit­tag von Haus zu Haus Besu­che zu machen. Bald aber hör­te ich, dass die Män­ner spot­te­ten: „Der Pfaf­fe kommt nur zu unse­ren Frau­en, wenn die Män­ner nicht da sind!“ Von da an ver­leg­te ich mei­ne Besu­che auf den Abend. Da traf ich die Män­ner und kam mit ihnen ins Gespräch. 

Ich habe damals zum ers­ten Mal erlebt, wie die Men­schen weit­hin das eige­ne Den­ken auf­ge­ge­ben haben zuguns­ten von Denk­sche­ma­ta und Schlag­wor­ten. es war ermü­dend immer und immer die­sel­ben Phra­sen zu hören von „Ver­elen­dung der Mas­sen“, von der „Schuld der Kir­chen“, die „die Waf­fen geseg­net haben“ und „geschwei­gen haben zu der Aus­beu­tung“ oder „wie die Kirch­gän­ger schlech­ter sind als alle ande­ren.“ Mein Herz schrie danach, end­lich ein­mal ein eige­nes, aus dem eige­nen Den­ken oder aus dem Her­zen ent­sprun­ge­nes Wort zu hören.

#Der Ehr­lich­keit hal­ber mumm ich hier ein­fü­gen, dass ich das­sel­be spä­ter eben­so bei den soge­nann­ten Gebil­de­ten gefun­den habe. Wenn die Schlag­wor­te, mit denen sie den Ruf Got­tes ablehn­ten, auch ande­re waren, sie waren doch genau­so wenig selbst erdacht, wie bei den Bie­le­fel­der Arbeitern. 

Ja mit Schre­cken ent­deck­te ich im Lau­fe der Zeit: Sogar die Theo­lo­gen haben ihre fes­ten und gepräg­ten Sprach­for­meln. Die Men­schen kom­men mir oft vor, als wenn man ihnen das Gehirn weg­ge­nom­men und dafür Schall­plat­ten in den Kopf gesetzt hät­te, die nun auf bestimm­te Stich­wor­te hin ablaufen.

Am trau­rigs­ten emp­fin­de ich die­sen Tat­be­stand, wenn ich ihn bei gläu­bi­gen Chris­ten tref­fe. Ich mei­ne: Wer zum Glau­ben an Jesus kommt und nun mit sei­nem Herrn lebt, hat auch sei­nen eige­nen, vom Erle­ben gepräg­ten Wortschatz…“

Ein Loblied auf den Jakobusbrief
Die Bibel lesen.

Fast jeder mei­ner Logos-Kom­men­ta­re zum Jako­bus-Brief nimmt Bezug auf Luthers Gering­schät­zung des Jako­bus­brie­fes. Luther mach­te wenig Hehl dar­aus, dass er nicht viel für die­sen Brief übrig hat­te. Aber lasst ihn dahin fah­ren! Ich will lie­ber Luthers Werk ver­ges­sen und von allen Luthe­ra­nern getrennt sein, als nicht den Jako­bus­brief zu besitzen.

In mei­ner christ­li­chen Bub­ble hat man den Jako­bus­brief immer wert­ge­schätzt. Ein kost­ba­res Erbe mei­ner Kind­heit und russ­land­deut­schen Prä­gung ist es, dass ich sogar ange­hal­ten wur­de, die­sen Brief aus­wen­dig zu ler­nen. Ein loh­nens­wer­ter Invest für gera­de mal 108 Verse.

Im fol­gen­den möch­te ich skiz­zen­haft davon berich­ten, was ich am Jako­bus­brief wert­schät­ze und auf ein paar Ein­wän­de ein­ge­hen, die uns ggf. vom Lesen und Umset­zen des Jako­bus­brie­fes abhal­ten könnten.

Seelsorgerliche Qualität

Der Brief ist kurz, sehr prak­tisch und von uner­war­te­ter seel­sor­ger­li­cher Qua­li­tät. Immer wie­der fal­len mir neue Per­len auf. Eine Auswahl.

Versuchungen als Grund zur Freude:

Jako­bus ist furcht­bar rea­lis­tisch. Ver­su­chun­gen sind nicht der Aus­nah­me­zu­stand, son­dern die Norm. Ja, Ver­su­chun­gen und Freu­de kön­nen Hand in Hand gehen: „Mei­ne Brü­der und Schwes­tern, erach­tet es für lau­ter Freu­de, wenn ihr in man­cher­lei Anfech­tung fallt“, (Jak. 1,2) ruft der Autor uns zu. Er blickt auf das Ziel über­stan­de­ner Anfech­tun­gen: Voll­kom­men­heit (V.4). In den Ver­su­chun­gen ist Gott am Werk mit einem Ziel. Die Weis­heit hier durch­zu­bli­cken mag uns feh­len, doch wir wis­sen wo wir um Hil­fe fle­hen dür­fen. Jako­bus hat hier unse­re Pro­ble­me im Blick: Will Gott uns in unse­ren Anfech­tun­gen etwa wirk­lich erhö­ren? Natür­lich, des­we­gen sol­len wir Zwei­fel meiden(V.7). Jako­bus hat dabei nicht nur fein­sin­ni­ge oder fein­geis­ti­ge Anfech­tun­gen im Blick, son­dern durch­aus auch mate­ri­el­len Man­gel (V9-11), aber auch mate­ri­el­len Erfolg und ver­weist auf die rich­ti­ge Reak­ti­on dar­auf. Der Rei­che soll sich nicht durch sei­nen Erfolg zum Stolz ver­füh­ren las­sen, son­dern sich unter Got­tes Hand demü­ti­gen. Der Arme und Nied­ri­ge, braucht nicht zu ver­zwei­feln, son­dern darf sich sei­ner Höhe (in Chris­tus) rühmen.

Immer wenn ich mich über Anfech­tun­gen „auf­re­gen“ möch­te und sie als „unfair“ emp­fin­de. Erin­ne­re ich mich an Jak. 1,2−12. Wei­ter­le­sen

Wo ist Kirche?
Artikel 27 des niederländischen Bekenntnisses

Im 27ten Arti­kel des nie­der­län­di­schen Glau­bens­be­kennt­nis­ses fin­det sich ein bemer­kens­wer­ter Satz, umge­ben in einer gelun­ge­nen Zusammenfassung:

„Wir glau­ben und beken­nen eine katho­li­sche oder all­ge­mei­ne Kir­che, wel­che ist eine hei­li­ge Ver­ei­ni­gung oder Gemein­schaft aller gläu­bi­gen Chris­ten, wel­che ihr gan­zes Heil von dem einen Jesus Chris­tus erwar­ten, gerei­nigt durch sein Blut und durch sei­nen Geist gehei­ligt und ver­sie­gelt. Die­se Kir­che fer­ner war vom Anfang der Welt und wird bis zu ihrem Ende blei­ben, wie dies auch dar­aus erhellt, dass Chris­tus ein ewi­ger König ist, der nie­mals ohne Unter­ta­nen sein kann. Übri­gens schützt Gott die­se hei­li­ge Kir­che gegen alle Wut und Angrif­fe der Welt, wenn sie auch für eini­ge Zeit nur sehr klein und fast ver­löscht in den Augen der Men­schen erscheint, wie Gott in jener sehr gefähr­li­chen Zeit des Ahab sich sie­ben­tau­send Män­ner bewahrt haben soll, die ihre Knie nicht vor dem Baal beug­ten. End­lich ist die­se hei­li­ge Kir­che an kei­nem bestimm­ten Ort gele­gen oder beschränkt oder irgend an bestimm­te Per­so­nen gebun­den oder geket­tet, son­dern sie ist über den gan­zen Erd­kreis zer­streut und ver­brei­tet, obgleich sie in Herz und Wil­len in ein und dem­sel­ben Geis­te durch die Kraft des Glau­bens ganz ver­bun­den und ver­ei­nigt ist.

Guy de Brès, Autor des Bekennt­nis­ses, erfuhr an eige­ner Haut, was es heißt, zu einer „klei­nen, fast ver­lösch­ten Kir­che“ anzu­ge­hö­ren. Für sein Bekennt­nis, mit dem er die pro­tes­tan­ti­sche Min­der­heit Hol­lands vor dem rigo­ro­se Ver­fol­gung von Prinz Phil­ipp II ver­tei­di­gen woll­te, soll­te er den Wider­stand der Behör­den auf sich zie­hen. Eini­ge Jah­re spä­ter wur­de er gefan­gen­ge­nom­men und mit gera­de mal 45 Jah­ren zum Tode verurteilt.

Created in God’s Image
Eine Anthropologie von Anthony Hoekema

„Was ist der Mensch?“, auch wenn man in reli­giö­sen Wer­ken vor­nehm­lich Bücher sucht, die der Fra­ge nach­ge­hen, „Was Gott sei“, lässt sich nicht die Bedeu­tung der Leh­re­vom Men­schen leug­nen. Wie wir die­se Fra­ge beant­wor­ten, wird weit­rei­chen­den Ein­flüs­se auf unser Den­ken und Leben haben.

Antho­ny A.Hoekema (1913−1988), lang­jäh­ri­ger Dozent für sys­te­ma­ti­sche Theo­lo­gie am Cal­vin Cole­ge hat in den spä­ten 80ern mit „Crea­ted in God’s Image“ (z.B. für 19,99$ bei logos erhält­lich) ein über­ra­schend leicht zugäng­li­ches Werk zu die­sem The­ma The­ma geschrieben.

Das der Mensch als bzw. zum Bil­de Got­tes geschaf­fen ist, ist zen­tra­ler Aus­gangs­punkt für Hoe­ke­mas Über­le­gun­gen. Zunächst arbei­tet er hin­aus, was es bedeu­tet, dass der Mensch eine „geschaf­fe­ne Person/Persönlichkeit“ ist: 

„Der Mensch ist aber nicht nur ein Geschöpf, er ist auch eine Per­son. Und eine Per­son zu sein bedeu­tet, eine Art von Unab­hän­gig­keit zu haben — nicht abso­lut, son­dern rela­tiv. Eine Per­son zu sein bedeu­tet, in der Lage zu sein, Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, Zie­le zu set­zen und sich in Rich­tung die­ser Zie­le zu bewe­gen. Es bedeu­tet, Frei­heit zu besit­zen — zumin­dest in dem Sin­ne, dass man in der Lage ist, sei­ne eige­nen Ent­schei­dun­gen zu tref­fen. Der Mensch ist kein Robo­ter, des­sen Weg voll­stän­dig von äuße­ren Kräf­ten bestimmt wird; er ver­fügt über die Fähig­keit zur Selbst­be­stim­mung und Selbst­steue­rung. Ein Mensch zu sein bedeu­tet, um es mit Leo­nard Ver­duins male­ri­schem Aus­druck zu sagen, ein „Geschöpf der Optio­nen“ zu sein.“ (S.5 – 6; eige­ne Übersetzung)

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“Gemeinde wiederentdecken” von Collin Hansen und Jonathan Leeman
Warum die Ortsgemeinde so wichtig ist

Gemeinde wiederentdeckenIch bin auf die­sen Buch­hin­weis von Dani­el auf philemonblog.de gesto­ßen, den ich euch nicht vor­ent­hal­ten woll­te (Ich emp­feh­le auch die­sen Arti­kel von Dani­el):

„Eines der Din­ge, die ich in der Zeit der Pan­de­mie ganz neu gelernt habe, ist mit Sicher­heit die Bedeu­tung von Gemein­de und Got­tes­diens­ten vor Ort. Es stimmt, auch unse­re Gemein­de ist zunächst not­ge­drun­gen auf den Live­stream-Zug auf­ge­sprun­gen und nun genie­ßen wir und Gemein­de­mit­glie­der, die auf­grund von Krank­heit oder Rei­sen nicht per­sön­lich teil­neh­men kön­nen, die Vor­zü­ge der Tech­no­lo­gie. Aber Gemein­de, die die Schön­heit ihres Designs und die Wich­tig­keit ihres Wesens, das die Bibel zeich­net und beschreibt, ver­gisst und zu einem blo­ßen You­Tube-Kanal ver­kommt, kann und wird kei­ne Frucht brin­gen. Häu­fig kom­men Men­schen “wegen der Viren” oder “wegen der Mas­ken- und Anmel­dungs­pflicht” nicht, jedoch wird schnell klar, dass ande­re Grün­de vor­lie­gen, nicht mehr früh­mor­gens zum Got­tes­dienst zu fah­ren, und die Pan­de­mie nur eine wun­der­ba­re Mög­lich­keit der Aus­re­de dar­stellt, die zudem nicht groß­ar­tig erklärt wer­den muss.

Col­lin Han­sen und Jona­than Lee­man ver­su­chen daher in ihrem neu­en Buch, kurz und prä­gnant dar­zu­stel­len, was Gemein­de über­haupt ist, wer und was sie aus­macht und wel­che unum­gäng­li­che und uner­setz­li­che Bedeu­tung sie im Leben eines jeden Chris­ten mit sich bringt. Dazu lie­fern sie eine, zuge­ge­be­ner­ma­ßen schwer spre­chen­de und ein­präg­sa­me, jedoch exak­te Defi­ni­ti­on, deren ein­zel­ne Punk­te sie in den neun Kapi­teln erklä­ren. Ich möch­te sie an die­ser Stel­le zitie­ren: “Gemein­de ist eine Grup­pe von Chris­ten (Kapi­tel 2), die als irdi­sche Bot­schaft (Ver­tre­tung) des himm­li­schen König­reichs Chris­ti zusam­men­kommt (Kapi­tel 3), um die gute Nach­richt und die Gebo­te des Königs Jesus zu ver­kün­den (Kapi­tel 4); um ein­an­der durch Tau­fe und Abend­mahl als des­sen Bür­ger zu bestä­ti­gen (Kapi­tel 5); und um Got­tes Hei­lig­keit und Lie­be dar­zu­stel­len (Kapi­tel 6) durch ein ver­ein­tes und viel­fäl­ti­ges Volk (Kapi­tel 7) auf der gan­zen Welt (Kapi­tel 8), indem sie der Leh­re und dem Vor­bild ihrer Ältes­ten fol­gen (Kapi­tel 9)”. Puh. Aber ich kann das nach­voll­zie­hen, wer von Pau­lus lernt, wird auch ger­ne Band­wurm­sät­ze imi­tie­ren. Dann kann man sie schön ana­ly­sie­ren und gram­ma­ti­ka­lisch aus­ein­an­der­neh­men. Oder ein Buch dar­über schrei­ben, wie Han­sen und Lee­man.… (mehr auf philemonblog.de)

Sharon James: „Der, die, was?“

Eine Gast­re­zen­si­on von Caro­lin Schmitt:

Der, die, was?Mitt­ler­wei­le ist es kaum zu ver­mei­den, dass man mit der gen­der­ge­rech­ten Spra­che kon­fron­tiert wird und in immer mehr Tex­ten Schreib­wei­sen wie Kund:innen oder Verkäufer:innen liest. Ich ver­mu­te, dass vie­len Eltern – egal ob Chris­ten oder Nicht-Chris­ten – über­haupt nicht bewusst ist, wie gezielt wir und vor allem die nächs­te Genera­ti­on mit die­ser Ideo­lo­gie indok­tri­niert werden.

Sharon James gibt auf den 172 Sei­ten einen sehr guten Über­blick über die Ursprün­ge und Hin­ter­grün­de sowie die Inhal­te der Gen­der-Ideo­lo­gie. Sie argu­men­tiert klar und fun­diert, dass es beim Gen­der-Main­strea­ming um eine Ideo­lo­gie geht, da die Theo­rie mit wis­sen­schaft­li­chen Argu­men­ten nicht beleg­bar ist. Die Theo­rie, die besagt, dass es zwi­schen dem bio­lo­gi­schen Geschlecht (eng­lisch sex) und einem gesell­schaft­li­chen bzw. aner­zo­ge­nen Geschlecht (eng­lisch gen­der) einen Unter­schied gibt, lässt sich in kei­ner Wei­se durch eine wis­sen­schaft­li­che Grund­la­ge bewei­sen, schreibt die Autorin. Dar­über hin­aus spre­chen für den ideo­lo­gi­schen Cha­rak­ter zahl­rei­che Bei­spie­le, die in dem Buch auf­ge­führt wer­den. Immer wie­der wer­den Fak­ten in der Öffent­lich­keit und in den Medi­en geleug­net. Berich­te von Men­schen, die nach Jah­ren eines Lebens im ande­ren Geschlecht den Irr­tum der Ideo­lo­gie erken­nen, wur­den oder wer­den baga­tel­li­siert und aus­ge­blen­det. Auch gibt es kaum Ver­öf­fent­li­chun­gen dar­über, dass Betrof­fe­ne kei­ner­lei lang­fris­ti­ge Bes­se­rung ihrer Gesamt­si­tua­ti­on erlebt haben, son­dern am Ende mit einem durch Hor­mo­ne und Ope­ra­tio­nen ver­stüm­mel­ten Kör­per daste­hen und ihre Not oft­mals danach schlim­mer ist als vor­her. Auch wer­den wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chun­gen und Fach­mei­nun­gen von medi­zi­ni­schen und psy­cho­lo­gi­schen Exper­ten kon­se­quent aus der öffent­li­chen Dis­kus­si­on ver­bannt. Schlag­wor­te wie „trans­phob“ ersti­cken sol­che Äuße­run­gen bereits im Keim und Exper­ten wer­den dadurch ein­fach mund­tot gemacht. Fak­ten, die nicht ins eige­ne Bild pas­sen, wer­den somit ein­fach igno­riert. Wie auch bei man­chen ande­ren The­men wird hier durch Medi­en und Mei­nungs­ma­che eine ein­sei­ti­ge Ideo­lo­gie eta­bliert. Wei­ter­le­sen

Schriftstücke gesucht!

Hel­mut Hen­schel hat das Anlie­gen, die Geschich­te der russ­land­deut­schen Gemein­den, Ver­bün­de und Bru­der­schaf­ten zu sichern. Wer kann dabei helfen?

Seit dem Zwei­ten Welt­krieg und zuneh­mend nach dem Zer­fall der Sowjet­uni­on sind Russ­land­deut­sche in die Bun­des­re­pu­blik über­ge­sie­delt. Die Erfor­schung ihrer Geschich­te wird seit­dem von ver­schie­dens­ten Initia­ti­ven und Ein­zel­per­so­nen vor­an­ge­trie­ben; stell­ver­tre­tend sei­en das Muse­um für Russ­land­deut­sche Kul­tur­ge­schich­te in Det­mold und der kürz­lich ver­stor­be­ne John N. Klas­sen genannt. Aber auch auf expli­zit aka­de­mi­scher Ebe­ne fin­det durch die Juni­or­pro­fes­sur „Migra­ti­on und Inte­gra­ti­on der Russ­land­deut­schen“ an der Uni­ver­si­tät Osna­brück eine Aus­ein­an­der­set­zung mit der Geschich­te der Russ­land­deut­schen statt.

Um klas­si­sche Geschichts­schrei­bung zu betrei­ben ist es zwin­gend not­wen­dig, die dafür erfor­der­li­chen Quel­len zu sichern und letzt­end­lich auch nutz­bar zu machen… (Wei­ter­le­sen auf Christusallein.com)

Er hätte sagen sollen: ‹Siehst du jenes Kreuz? Dahin eile so schnell wie möglich!›
Aus „Bilder aus der Pilgerreise“

„Ich füh­le mich stets geneigt, Evan­ge­list für das Miss­be­ha­gen, das der arme Christ im Sump­fe­der Ver­zagt­heit lei­den muss­te, zu tadeln. So sehr ich John Bun­y­an auch schät­ze, hal­te ich ihn­doch nicht für unfehl­bar, und jüngst hör­te ich eine Geschich­te über ihn, die ich für eine sehr gute hal­te:
Da war in Edin­burg ein jun­ger Mann, der ger­ne Mis­sio­nar wer­den woll­te. Er war ein ver­stän­di­ger jun­ger Mann, daher über­leg­te er: «Wenn ich Mis­sio­nar wer­den will, ist es gar nicht nötig, dass man mich weit von hier fort­sen­de; ich kann ja in Edin­burg eben­so gut Mis­sio­nar sein.» Hier ist ein Wink für sol­che Schwes­tern, die in ihren Bezir­ken Trak­ta­te ver­brei­ten, aber ihrem eige­nen Dienst­mäd­chen kei­nen geben. Nun, die­ser jun­ge Mann woll­te sogleich mit dem Mis­sio­nie­ren begin­nen und mit der ers­ten Per­son spre­chen, die ihm begeg­ne­te. Die­se war eine alte Fisch-händ­le­rin. Wer die­se Art ein­mal ken­nen gelernt hat, ver­gisst sie sobald nicht wie­der; es sind ganz außer­or­dent­li­che Frau­en. Er trat auf sie zu und sag­te: «Lie­be Frau, Sie haben da eine gro­ße Last auf Ihrem Rücken zu tra­gen; ich möch­te Sie fra­gen, ob Sie auch eine ande­re, eine geist­li­che Last ken­nen gelernt haben.» – «Wie», ant­wor­te­te sie; «mei­nen Sie die Last, von der in Bun­yans ‹Pil­ger­rei­se› die Rede ist? Wenn Sie die mei­nen, so will ich Ihnen nur sagen, dass ich sie schon seit lan­ger Zeit los bin, wahr­schein­lich ehe Sie gebo­ren wur­den. Aber ich habe einen bes­se­ren Weg ein­ge­schla­gen als Bun­yans Pil­ger. Der Evan­ge­list, von dem Bun­y­an erzählt, war einer von euren Pas­to­ren, die nicht das Evan­ge­li­um ver­kün­di­gen, denn er sag­te: ‹Behal­te jenes Licht im Auge und lau­fe auf die enge Pfor­te zu!› Nun, jun­ger Mann, das war nicht der rech­te Ort, wohin er lau­fen muss­te. Er hät­te sagen sol­len: ‹Siehst du jenes Kreuz? Dahin eile so schnell wie mög­lich!› Aber statt des­sen schick­te er den armen Pil­ger erst nach der Pfor­te hin, und das hat ihm nicht son­der­lich genützt.» – «Aber sind Sie denn nicht durch einen Sumpf der Ver­zagt­heit gekom­men?» frag­te der jun­ge Mann. «Ja, aller­dings; aber es war viel leich­ter, ohne Last hin­durch­zu­kom­men, als mit einer schwe­ren Last auf dem Rücken.»

Die alte Frau hat­te ganz recht. John Bun­y­an schiebt die Befrei­ung von der Last am Anfang der Pil­ger­rei­se viel zu weit hin­aus. Wenn er den gewöhn­li­chen Lauf der Din­ge beschrei­ben woll­te, so war er ganz im Recht; wenn er aber zei­gen woll­te, wie es sein soll­te, war er im Unrecht. Wir dür­fen zu der suchen­den See­le nicht sagen: «Wenn du geret­tet sein willst, so eile hin zum Tauf­bas­sin, gehe zur Pfor­te, gehe zur Kir­che, oder tue dies und tue jenes.» Nein, dicht vor der Pfor­te soll­te das Kreuz ste­hen, und wir soll­ten zu den Sün­dern sagen: «Dort wirf dich nie­der und bli­cke hin­auf, so bist du geret­tet. Du kannst nicht erret­tet wer­den, bis du dei­ne Last am Fuße des Kreu­zes nie­der­legst und in Jesu Frie­den findest.»

Aus „Bil­der aus der PIl­ger­rei­se von C.H. Spur­ge­on“ (der Kom­plet­te Text fin­det sich hier)

Das bleibende Erbe des (frühen) Thomas Schirrmacher
Der Wert von „Ethik“ und „Der Römerbrief“

Es gibt so vie­le Grün­de, um sowohl über die mehr­bän­di­ge Ethik wie den zwei­bän­di­gen Römer­brief-Kom­men­tar von Tho­mas Schirr­ma­cher begeis­tert zu sein. 

Zunächst wäre zu bemer­ken, dass Schirr­ma­cher ein­fach das Wort Got­tes reden lässt. Es kommt regel­mä­ßig vor, dass die Wer­ke durch Sei­ten­wei­sen Auf­lis­ten von Bibel­ver­sen zu bestimm­ten The­men durch­zo­gen sind. So wer­den alle Ver­se des Neu­en Tes­ta­ments auf­ge­lis­tet, die das Wort syn­ei­de­sis („Mit­wis­ser, Gewis­sen“) auf­füh­ren. Es gelingt Schirr­ma­cher dabei immer, die The­men zu tref­fen, die debat­tiert wer­den, und so sei­ne eige­ne Posi­ti­on zu ver­tei­di­gen. In die­sem Fall z.B. dar­um, um dar­zu­stel­len, dass „das Gewis­sen jedoch nicht auto­nom, son­dern „the­o­nom, nicht dem eige­nen, son­dern dem gött­li­chen Gesetz unter­stellt (ist)“ (Ethik, 2.32).  Oder man ver­glei­che die sei­ten­wei­se auf­ge­lis­te­ten Bibel­ver­se, die zum The­ma Prä­de­sti­na­ti­on und Ver­ant­wor­tung zusam­men­ge­tra­gen wer­den (frei zugäng­lich hier). Ich glau­be, das kann einem manch­mal kin­disch, viel­leicht auch töricht vor­kom­men, so als ken­nen wir Got­tes Wort nicht. Aber wer sich wirk­lich auf Got­tes Wort ein­lässt, und es spre­chen lässt, wird immer bemer­ken, wie es nicht frucht­los blei­ben wird.

Vor allem bei sei­ner Ethik wird zudem die muti­ge Ver­tei­di­gung und Ein­bin­dung des Alten Tes­ta­ments sicht­bar. Schirr­ma­cher ver­sucht immer, den gan­zen Kanon ein­zu­bin­den. Dabei geht es mir nicht nur um eher all­ge­mein gehal­te­ne Kapi­tel, wie z.B. Lek­ti­on 20 in Band 2, dass „die Gül­tig­keit des alt­tes­ta­ment­li­chen Moral­ge­set­zes“ bespricht, son­dern auch um detail­lier­te, wie her­aus­for­dern­de Fra­gen, wie die „zur Skla­ve­rei“ in Lek­ti­on 53 (Band 5). Da Schirr­ma­cher auch hier genau auf den bibli­schen Text blickt, wie z.B. hier: “ Dane­ben wur­de ein Zah­lungs­un­fä­hi­ger jedoch vor allem durch Gerichts­be­schluss zum Skla­ven. Die Skla­ve­rei erfüllt also bei Delik­ten, die mit finan­zi­el­len Ver­ge­hen oder Fol­gen zu tun hat­ten, die Funk­ti­on, die die heu­ti­ge Geld- und Gefäng­nis­stra­fe erfül­len sol­len“ (Bd. 5, S. 233). Schirr­ma­cher zeigt immer wie­der auf, dass sich in der Bibel das bes­te Gesetz aller Zei­ten fin­den lässt. Wei­ter­le­sen

Das Gebet eines Arminianers
polemische Apologetik von C.H. Spurgeon

In sei­ner Pre­digt „Free Will — a slave“ denkt Spur­ge­on dar­über nach, wie wohl ein armi­nia­ni­sches Gebet klin­gen würde:

„Ihr habt bestimmt schon vie­le armi­nia­ni­sche Pre­dig­ten gehört, aber ihr habt noch nie ein armi­nia­ni­sches Gebet gehört — denn im Gebet sind die Hei­li­gen eins in Wort, Tat und Geist.
Ein Armi­nia­ner wür­de auf den Knien ver­zwei­felt beten wie ein Cal­vi­nist. Er kann nicht über den frei­en Wil­len beten: das ist schlicht­weg unmög­lich. Stellt euch vor, er wür­de beten:

„Herr, ich dan­ke dir, dass ich nicht wie die­se armen, anma­ßen­den Cal­vi­nis­ten bin. Herr, ich wur­de mit einem herr­li­chen frei­en Wil­len gebo­ren; ich wur­de mit einer Kraft gebo­ren, durch die ich mich dir von selbst zuwen­den kann; ich habe mei­ne Gna­de ver­bes­sert. Wenn jeder mit sei­ner Gna­de das­sel­be getan hät­te wie ich, wären sie alle geret­tet wor­den. Herr, ich weiß, du machst uns nicht wil­lig, wenn wir nicht selbst wil­lig sind. Du gibst jedem Men­schen Gna­de; man­che ver­bes­sern sie nicht, aber ich schon. Es gibt vie­le, die in die Höl­le gehen wer­den, die genau­so mit dem Blut Chris­ti erkauft wur­den wie ich; sie hat­ten genau­so viel vom Hei­li­gen Geist, der ihnen gege­ben wur­de; sie hat­ten eine genau­so gute Chan­ce und waren genau­so geseg­net wie ich. Es war nicht dei­ne Gna­de, die uns unter­schied­lich gemacht hat; ich weiß, dass sie sehr viel getan hat, den­noch habe ich den Knopf gedrückt; ich habe das genutzt, was mir gege­ben wur­de, und ande­re nicht — das ist der Unter­schied zwi­schen mir und ihnen.“

- Das ist ein Gebet für den Teu­fel, denn nie­mand sonst wür­de ein sol­ches Gebet spre­chen.“ (eige­ne Übersetzung)

Damit fällt Spur­ge­on einen Punkt, den Her­man Bavinck im ers­ten Band sei­ner Refor­med Dog­ma­tics ähn­lich sieht. Er schreibt dort (S377): „Es ist unbe­strit­te­nes Zeug­nis aller reli­giö­ser Erfah­rung von Chris­ten, dass das Heil, sowohl in einem objek­ti­ven, wie sub­jek­ti­ven Sinn, ein­zig das Werk Got­tes ist. Somit mag eine Per­son in Theo­rie ein Pela­gia­ner sein, in der Pra­xis des christ­li­chen Lebens, vor allem im Gebet ist jeder Christ ein Augus­ti­nia­ner. Denn hier ist alle Selbst­ver­herr­li­chung aus­ge­schlos­sen, und nur Gott allein bekommt die Ehre….“