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Gottes Vorsehung im alltäglichen Leben

D.A. Carsons "Lernen, zu beten" und "Ach, Herr, wie lange noch?"

Gott sorgt sich umfas­send um sei­ne Schöp­fung. Alle unse­re Haa­re sind aktiv durch­num­me­riert und kein Sper­ling wird von einer Kat­ze gefres­sen, ohne dass Gott es will. Auf der einen Sei­te sehen wir also Got­tes aus­ge­zeich­ne­te und erst­klas­si­ge Für­sor­ge für sei­ne Schöp­fung. Zwei The­men auf unse­rer Sei­te drän­gen sich dann beim Nach­den­ken über Got­tes sou­ve­rä­ne Vor­se­hung auto­ma­tisch auf: Gebet und Leid. Wir beten, weil wir wis­sen, dass Gott uns hört, und doch weiß Gott, was wir bedür­fen, bevor wir ihn bit­ten. An vie­len Stel­len ermu­tigt uns die Schrift, auch in der bit­te­ren Vor­se­hung des Leids die lie­ben­de Hand Got­tes zu wis­sen. Und doch macht so vie­les an unse­rem Leid über­haupt kei­nen Sinn. Ent­spre­chend hat Car­son in bei­den Büchern ein sehr ähn­li­ches Kapi­tel dar­über, was er als Ver­ein­bar­keits­the­se bezeich­net. Car­son meint damit, dass fol­gen­de bei­de Aus­sa­gen wahr sind, auch wenn wir uns nicht erklä­ren kön­nen, wie sie mit­ein­an­der über­ein­stim­men kön­nen:

Donald A. Carson: Lernen, zu beten - 3L Verlag„1. Der all­mäch­ti­ge Gott wal­tet sou­ve­rän und frei, doch wirkt sich sei­ne Herr­schaft nie­mals so aus, dass dabei die Ver­ant­wor­tung des Men­schen beschnit­ten, mini­miert oder gänz­lich auf­ge­ho­ben wür­de.

2. Men­schen sind mora­lisch  ver­ant­wort­li­che Wesen — sie tref­fen sinn­vol­le Ent­schei­dun­gen, rebel­lie­ren, gehor­chen, glau­ben, wider­set­zen sich usw. und wer­den zu Recht für die­se Hand­lungs­wei­sen ver­ant­wort­lich gemacht: Dies wirkt sich jedoch nie so aus, dass Gott dadurch ein­ge­schränkt wür­de.“ (Ach, Herr, wie lan­ge noch — S. 197)“

Ich emp­feh­le die Lek­tü­re bei­der Bücher, die zwar The­ma­tisch wie mit einer Klam­mer zusam­men­ge­hal­ten wer­den, aber lite­ra­risch ziem­lich unter­schied­lich umge­setzt wur­den. Wei­ter­le­sen

Von Prinzessinnen, Prinzen und ihren Untertanen

- Gewinnspiel beendet -(30.08.2020)

Was für ein her­aus­for­dern­der Titel! Ich besit­ze das Vor­recht, Beat Tan­ner per­sön­lich zu ken­nen, einen Men­schen, der sich vor allem durch Freund­lich­keit und Mit­ge­fühl aus­zeich­net. Das er aber auch kla­re Töne fin­den kann, hat er nun mit die­sem hand­li­chen Rat­ge­ber bewie­sen. Gibt es aber nicht Erzie­hungs­ratge­ber, auch christ­li­che, in Hül­le und Fül­le? Sind wir nicht schon müs­sig gewor­den, die nächs­te neue Erzie­hungs­me­tho­de aus­zu­pro­bie­ren? Tan­ners Büch­lein erweist sich vor allem des­we­gen als erfri­schend, weil es wie­der ganz zurück, an den Anfang und Ursprung der Schrift führt. Die Lösung, die das Buch für das Gesell­schafts­phä­no­men Macht­um­kehr (zwi­schen Eltern und Kin­dern) anbie­tet, liegt in einer aus­führ­li­chen Bespre­chung von Eph. 6,1−4. Krei­send ent­wi­ckelt der Autor einen neu­en Zugang zu die­sen so alt­be­kann­ten aber wenig beach­te­ten Ver­sen. Wie oft hält man die­se Stel­le für ver­al­tet, und meint im gren­zen­lo­sen Wün­scheer­fül­len und Ver­wöh­nen der Kin­der einen bes­se­ren (und ein­fa­che­ren) Weg für die Erzie­hung gefun­den zu haben? Ich muss­te mich beim Lesen so oft an die eige­ne Nase packen, dass sie rot wur­de. Was bei den Kleins­ten noch als kon­trol­lier­bar erscheint, nimmt schnell uner­war­te­te For­men an. Der Autor berich­tet:

„Eltern erzäh­len mir von ihren erst acht­jäh­ri­gen Kin­dern, die sie mit Sui­zi­d­an­dro­hun­gen erpres­sen. Ich erin­ne­re mich an einen elf­jäh­ri­gen Jun­gen, der sich ein Mes­ser an den Hals setz­te und sei­ne Mut­ter anschrie: „Du machst nicht, was ich will! Dar­um brin­ge ich mich um! (S. 12 f.)“ Wei­ter­le­sen

Christus ist das Haupt der Kirche, nicht Cäsar

Ein Aufruf zum zivilen Widerstand von John F. MacArthur

Wil­fried Plock hat mich auf die­se legen­dä­re Akti­on von John F. MacAr­thur auf­merk­sam gemacht. Dan­ke dafür!

Die Reak­ti­on der GCC (Grace Com­mu­ni­ty Church) ist ange­sichts der aktu­ell ver­an­lass­ten unbe­fris­te­ten und voll­stän­di­gen Ver­samm­lungs­ver­bo­te in Kali­for­ni­en nach­voll­zieh­bar:

Das ers­te Ver­samm­lungs­ver­bot für Groß­ver­an­stal­tun­gen (ein­ge­schlos­sen Got­tes­diens­te) galt, ähn­lich wie in Deutsch­land, für April/Mai die­sen Jah­res. Dabei wur­de vor­aus­ge­setzt, dass die neu erlas­se­nen Rege­lun­gen zeit­lich befris­tet sind und schritt­wei­se gelo­ckert wer­den. Im Juni und zu Beginn des Juli konn­ten Got­tes­diens­te unter beson­de­ren Maß­nah­men wie­der statt­fin­den. Das nach­fol­gen­de State­ment bezieht sich auf eine erneu­te, zwei­te Sper­re, die im Juli erlas­sen wur­de und nun spe­zi­ell und unbe­fris­tet jeg­li­che Aus­übung von Reli­gi­ons-ver­an­stal­tun­gen, ein­schließ­lich Got­tes­diens­ten und ande­ren Gemein­de­ver­an­stal­tun­gen, in Kali­for­ni­en ver­bie­tet.

Die GCC stellt in ihrer Stel­lungs­nah­me klar:

„Die bibli­sche Ver­pflich­tung für unse­re Kir­chen offen zu blei­ben Chris­tus ist Herr über alles. Er ist das ein­zi­ge wah­re Haupt der Kir­che (Ephe­ser 1,22; 5,23; Kolos­ser 1,18). Er ist der König der Köni­ge — Herr­scher über jede irdi­sche Auto­ri­tät (1.Timotheus 6,15; Offen­ba­rung 17,14; 19,16). Die Grace Com­mu­ni­ty Church steht seit jeher uner­schüt­ter­lich auf die­sen bibli­schen Prin­zi­pi­en. Als sein Volk sind wir sei­nem Wil­len und sei­nen Gebo­ten unter­wor­fen, wie sie in der Hei­li­gen Schrift offen­bart wer­den. Des­halb kön­nen und wol­len wir eine von der Regie­rung auf­er­leg­te Sper­re unse­rer wöchent­li­chen Gemein­de­got­tes­diens­te oder ande­ren regel­mä­ßi­gen gemein­sa­men Ver­samm­lun­gen nicht hin­neh­men. Eine Ein­wil­li­gung wäre Unge­hor­sam gegen­über den kla­ren Gebo­ten unse­res Herrn.

Viel­leicht denkt man­cher, dass eine solch kon­kre­te Aus­sa­ge in direk­ten Wider­spruch zu dem in Römer 13 und 1. Petrus 2 dar­ge­leg­ten Gebot steht, sich regie­ren­den Auto­ri­tä­ten zu unter­wer­fen. Die Hei­li­ge Schrift gebie­tet einen sorg­fäl­ti­gen, gewis­sen­haf­ten Gehor­sam gegen­über allen regie­ren­den Auto­ri­tä­ten, ein­schließ­lich Köni­gen, Prä­si­den­ten, Arbeit­ge­bern und ihren Bevoll­mäch­tig­ten (d.h., um es mit den Wor­ten des Petrus zu sagen: „nicht allein den guten und gelin­den, son­dern auch den ver­kehr­ten“ [1. Petrus 2,18, Elbe­fel­der 1905]). Soweit die Regie­rungs­be­hör­den nicht ver­su­chen, kirch­li­che Auto­ri­tät aus­zu­üben, oder Befeh­le zu ertei­len, die unse­ren Gehor­sam gegen­über Got­tes Geset­zen ver­bie­ten, ist ihrer Auto­ri­tät zu gehor­chen, ob wir nun mit ihren Ent­schei­dun­gen ein­ver­stan­den sind oder nicht. Mit ande­ren Wor­ten: Römer 13 und 1. Petrus 2 bin­den immer noch das Gewis­sen des ein­zel­nen Chris­ten. Wir sol­len unse­ren irdi­schen Auto­ri­tä­ten gehor­chen, da die­se von Gott selbst ein­ge­setzt sind.

Doch obwohl die zivi­le Regie­rung mit gött­li­cher Auto­ri­tät aus­ge­stat­tet ist um den Staat zu regie­ren, gewährt kei­ner der oben zitier­ten Tex­te (und auch kein ande­rer) den irdi­schen Macht­ha­bern die Rechts­ho­heit über die Kir­che. Gott hat drei Insti­tu­tio­nen inner­halb der mensch­li­chen Gesell­schaft geschaf­fen: die Fami­lie, den Staat und die Kir­che. Jede Insti­tu­ti­on hat ihren eige­nen Auto­ri­täts­be­reich mit Zustän­dig­keits­gren­zen, die respek­tiert wer­den müs­sen. Die Auto­ri­tät eines Vaters ist auf sei­ne eige­ne Fami­lie beschränkt. Die Auto­ri­tät der Kir­chen­füh­rer (die ihnen von Chris­tus über­tra­gen wur­de) ist auf kirch­li­che Ange­le­gen­hei­ten beschränkt. Und die Regie­rung ist spe­zi­ell mit der Auf­sicht und dem Schutz des bür­ger­li­chen Frie­dens und Wohl­erge­hens inner­halb der Gren­zen einer Nati­on oder Gesell­schaft betraut. Gott hat den irdi­schen Macht­ha­bern kei­ne Auto­ri­tät über die Leh­re, die Pra­xis oder die Gestalt der Gemein­schaft in der Kir­che ver­lie­hen. Der bibli­sche Ord­nungs­rah­men beschränkt die Auto­ri­tät jeder Insti­tu­ti­on auf ihre spe­zi­fi­sche Zustän­dig­keit. Die Kir­che hat nicht das Recht, sich in die Ange­le­gen­hei­ten ein­zel­ner Fami­li­en ein­zu­mi­schen und die elter­li­che Auto­ri­tät zu igno­rie­ren. Eltern haben nicht das Recht, öffent­li­che Ange­le­gen­hei­ten unter Umge­hung der zustän­di­gen staat­li­chen Beam­ten zu regeln. Und eben­so wenig haben Regie­rungs­be­am­te das Recht, sich in kirch­li­che Ange­le­gen­hei­ten in einer Wei­se ein­zu­mi­schen, wel­che die von Gott ver­lie­he­ne Auto­ri­tät von Pas­to­ren und Ältes­ten unter­gräbt oder miss­ach­tet…“ Wei­ter­le­sen hier.

Hier fin­det sich die Stel­lung­nah­me auf der Home­page der Gemein­de. Es ist mög­lich, die­se mit sei­ner Unter­schrift zu unter­stüt­zen.

In der Zwi­schen­zeit hat man der GCC  übri­gens ange­droht den Strom abzu­schal­ten, und bald danach das Was­ser, um kirch­li­che Ver­samm­lun­gen unmög­lich zu machen, falls sich die Kir­che nicht den Sper­ren beugt. (sie­he twit­ter posts bei GCC’s Pas­tor Phil John­son)

 

Wo ist bloß die Vorsehung hin?

Eine Kritik an der "Biblischen Glaubenslehre" von Jacob Thiessen

Immer wenn ich ein sys­te­ma­ti­sches The­ma aus men­no­ni­tisch-evan­ge­li­ka­ler Sicht betrach­ten möch­te, grei­fe ich zur  Bibli­schen Glau­bens­leh­re von Thies­sen. Kein Wun­der, ist doch die­ses Buch Pflicht­lek­tü­re auf dem Lai­en-Pre­di­ger Semi­nar einer recht gro­ßen evan­ge­li­ka­len Ver­ei­ni­gung (Stich­wort: Frie­dens­stim­me). So muss­te auch ich zu die­sem Werk grei­fen und (obwohl die Lai­en­kur­se eini­ge Jah­re her sind) erschüt­tert mich ein bestimm­ter Punkt an die­sem Werk in beson­de­rer Wei­se. Tat­säch­lich fin­de ich zahl­rei­che pro­ble­ma­ti­sche Punk­te in Thies­sens Sys­te­ma­tik, ob nun die ohne Bespre­chung ein­fach über­nom­me­ne Tri­cho­to­mie des Men­schen oder die doch aben­teu­er­li­chen Spe­ku­la­tio­nen über die End­zeit. Doch die­se Punk­te ver­blas­sen, wenn man rea­li­siert, dass der Autor ein­fach dar­auf ver­zich­tet, über Got­tes Vor­se­hung zu reden.

Egal wie ich die Sache dre­he und betrach­te, ich kann mir ein­fach kei­nen Reim dar­über machen, wie Thies­sen in sei­ner Glau­bens­leh­re einen der­art wich­ti­gen Lehr­punkt wie die „Leh­re von der Vor­se­hung“ über­se­hen konn­te (Eine Defi­ni­ti­on von „Vor­se­hung“ fin­det sich in einem Essay von Paul Helm). Wei­ter­le­sen

„Es gibt zahlreiche Probleme mit der zeitgenössischen Literatur“

Im Gespräch mit Leland Ryken

Leland Ryken ist Pro­fes­sor Emi­ri­tus am Whea­ton Col­le­ge. Er ist Exper­te für Mil­ton, Puri­ta­ner und bri­ti­sche Lite­ra­tur. Er ist Autor zahl­rei­cher Wer­ke über das Stu­di­um klas­si­scher Lite­ra­tur aus christ­li­cher Per­spek­ti­ve und arbei­te­te an der Eng­lish Stan­dard Ver­si­on, einer eng­li­schen Bibel­über­set­zung mit. Bekannt ist er zudem als Lieb­ha­ber von Lewis, wie auch als Bio­graph von J.I.Packer. Pro­fes­sor Ryken hat sich freund­li­cher­wei­se bereit erklärt, unse­re Fra­gen aus­führ­lich zu beant­wor­ten.

  1. Wann begann Ihre Lei­den­schaft für Lite­ra­tur?

Mei­ne Lei­den­schaft für Lite­ra­tur begann in der Kind­heit. Ich kom­me aus einer sehr ein­fa­chen Bau­ern­fa­mi­lie mit nie­der­län­di­schem Migra­ti­ons­hin­ter­grund. Kei­ner mei­ner Eltern hat die Grund­schu­le been­den kön­nen, weil sie auf dem Hof arbei­ten muss­ten. In mei­nen ers­ten Lebens­jah­ren waren Fern­se­her noch nicht üblich. Lesen war das ein­zi­ge Ver­gnü­gen und mei­ne Eltern und mei­ne älte­re Schwes­ter waren lei­den­schaft­li­che Leser, so dass ich ein­fach ihrem Bei­spiel folg­te. Bezüg­lich mei­ner nun fünf­zig­jäh­ri­gen Lauf­bahn als Lite­ra­turdo­zent wur­de ich ein­fach in die­se Rich­tung gezo­gen, weil mei­ne Schwes­ter geplant hat, Eng­lisch­leh­re­rin an einer High School zu wer­den. Ich kann mich nicht erin­nern, mich bewusst für eine Beru­fung ent­schie­den zu haben; es ent­wi­ckel­te sich ein­fach so, wie die gött­li­che Vor­se­hung mein Leben gestal­te­te.

  1. Wie kann ein Christ von Lite­ra­tur pro­fi­tie­ren?

Ich unter­tei­le die­ses The­ma übli­cher­wei­se in drei Tei­le, basie­rend auf der drei­fa­chen Auf­ga­be eines Schrift­stel­lers. Die ers­te Auf­ga­be ist die Auf­zeich­nung oder Dar­stel­lung mensch­li­cher Erfah­rung. Das The­ma der Lite­ra­tur ist mensch­li­che Erfah­rung und die Wahr­heit, die Lite­ra­tur auf die­ser Ebe­ne ver­mit­telt, ist Lebens­wirk­lich­keit. Lite­ra­tur als Gan­zes ist das Zeug­nis der Mensch­heit über ihre eige­ne Erfah­rung. Ein prak­ti­scher Vor­teil, Lite­ra­tur zu lesen, ist, dass wir dazu geführt wer­den, mensch­li­che Erfah­rung zu betrach­ten. Wäh­rend wir die­se Erfah­rung auf die­se Wei­se betrach­ten, fan­gen wir an, sie kla­rer zu erken­nen. Ich bezeich­ne es als Wis­sen in Form von rich­ti­gem Erken­nen.

Zwei­tens zeich­nen Schrift­stel­ler mensch­li­che Erfah­rung nicht nur auf, son­dern bie­ten auch Inter­pre­ta­tio­nen der­sel­ben an. Das Ergeb­nis ist, dass Lite­ra­tur Ide­en oder The­men plas­tisch wer­den lässt. Die­se Ide­en kön­nen ent­we­der rich­tig oder falsch sein, somit müs­sen wir uns mit den Wahr­heits­an­sprü­chen in einem Lite­ra­tur­werk aus­ein­an­der­set­zen. Selbst wenn ein bestimm­tes lite­ra­ri­sches Werk der Wahr­heit, wie sie der christ­li­che Glau­be ver­tritt, nicht gerecht wird, ist der Pro­zess der Abwä­gung des Wahr­heits­an­spruchs eines Wer­kes selbst ein Antrieb für unser eige­nes Nach­den­ken über die Ide­en, die uns vor­ge­legt wer­den.

Die drit­te Auf­ga­be des Autors ist die Erschaf­fung von lite­ra­ri­scher Form, Schön­heit und Tech­nik zu unse­rer Freu­de und Bewun­de­rung zu kre­ieren. Gott will, dass wir Schön­heit in unse­rem Leben haben. Wir müs­sen gute Ver­wal­ter sowohl unse­rer Frei­zeit als auch unse­rer Arbeit sein.  Die Frei­zeit kann eine Wachs­tums­zeit für den mensch­li­chen Geist sein und das Lesen von Lite­ra­tur bie­tet dafür gute Mög­lich­kei­ten.

  1. Sie sind in beson­de­rer Wei­se von den Puri­ta­nern ein­ge­nom­men. War­um?

Ich wur­de durch mei­ne lite­ra­ri­sche Lauf­bahn zu einem Ken­ner der Puri­ta­ner. Mein Spe­zi­al­ge­biet in mei­nem Beruf als Lite­ra­tur­pro­fes­sor ist die Lyrik von John Mil­ton, dem Autor des Epos „Para­di­se Lost“. Mil­ton war Puri­ta­ner. Damit war der Grund­stein für mei­ne schrift­stel­le­ri­sche Kar­rie­re gelegt. Eine Ver­öf­fent­li­chung über die Puri­ta­ner führ­te zur nächs­ten. Dann ver­an­lass­te mich Gott, in gro­ßen Dimen­sio­nen zu den­ken und so schrieb ich ein gan­zes Buch über die Puri­ta­ner.  Es wur­de unter dem Titel World­ly Saints: The Puri­tans as They Real­ly Were[1] ver­öf­fent­licht. Als sich der Kreis schloss, wand­te ich mein Wis­sen über die Puri­ta­ner wie­der auf Mil­ton an und wur­de zu einem Spe­zia­lis­ten der puri­ta­ni­schen Aspek­te sei­ner Poe­sie, ins­be­son­de­re der Sonet­te.

  1. Wie haben Sie von C.S. Lewis pro­fi­tiert?

A Reader's Guide to Caspian: A Journey into C. S. Lewis's Narnia (English Edition) von [Leland Ryken, Marjorie Lamp Mead]Ich möch­te mei­ne Ant­wort mit der Bemer­kung ein­lei­ten, dass ich bei der Zusam­men­stel­lung der Ver­zeich­nis­se mei­ner Bücher über Lite­ra­tur aus christ­li­cher Per­spek­ti­ve fest­stel­le, dass es für C. S. Lewis mehr Ein­trä­ge gibt als für jeden ande­ren Autor.  Manch­mal, wenn ich vor einer Klas­se ste­he und im Begriff bin, C. S. Lewis zu zitie­ren, fra­ge ich: „Wer sag­te das?“. Die Stan­dard­ant­wort lau­tet dann: „C. S. Lewis“.  C. S. Lewis hat ein­fach so vie­le gute Din­ge über Lite­ra­tur und das christ­li­che Leben gesagt und er hat sie so gut gesagt, dass es nur natür­lich ist, sich stän­dig auf ihn zu beru­fen.  Es war in mei­nem Leben eine Fügung der Vor­se­hung, dass mir genau die rich­ti­gen Lewis-Bücher und ‑Essays genau zur rich­ti­gen Zeit vor­la­gen.

  1. Sie haben eine Bio­gra­phie über J.I. Packer geschrie­ben. (1) War­um haben Sie gera­de ihn gewählt? (2) Was kann die heu­ti­ge Kir­che von ihm ler­nen?

Die Ant­wort auf Ihre zwei­te Fra­ge, was Chris­ten von Packer ler­nen kön­nen, ist die glei­che wie die, die ich gera­de über C. S. Lewis gesagt habe, näm­lich, dass er in vie­len christ­li­chen Fra­gen das Rich­ti­ge gesagt hat und zwar mit unge­wöhn­li­cher Klar­heit.

Mei­ne ers­te Begeg­nung mit J. I. Packer kam zustan­de, als ich als Teen­ager in einen christ­li­chen Buch­la­den in mei­ner Hei­mat­stadt ging (ich leb­te tat­säch­lich auf einem Bau­ern­hof fünf Mei­len von der Stadt ent­fernt) und durch Got­tes Vor­se­hung ver­an­lasst wur­de, ein Taschen­buch­ex­em­plar von dem zu kau­fen, was, wie ich spä­ter erfuhr, Packers ers­tes ver­öf­fent­lich­tes Buch war.  Es trug den Titel Fun­da­men­ta­lism and the Word of God[2]. Bis zum heu­ti­gen Tag hal­te ich es für eines der fünf ein­fluss­reichs­ten Bücher in mei­nem Leben. Jah­re spä­ter, als ich mit mei­nem Buch über die Puri­ta­ner zum Abschluss kam, schrieb The ESV and the English Bible Legacy (English Edition) von [Leland Ryken]ich an Packer und bat ihn, ein Vor­wort dafür zu schrei­ben.  Zu mei­nem Erstau­nen stimm­te er zu. Viel spä­ter arbei­te­te ich mit Packer im Über­set­zungs­ko­mi­tee der Eng­lisch Stan­dard Ver­si­on (ESV) mit. Als ich mit Packer zwei Tage damit ver­brach­te, die Noti­zen durch­zu­ge­hen, die er zur Manu­skript­ver­si­on mei­ner Bio­gra­fie über ihn geschrie­ben hat­te, kann­te ich ihn bereits per­sön­lich und durch sei­ne Schrif­ten.

  1. Was ist in Ihren Augen der Haupt­man­gel zeit­ge­nös­si­scher Lite­ra­tur?

Es gibt zahl­rei­che Pro­ble­me mit der zeit­ge­nös­si­schen Lite­ra­tur. Vie­les davon ist zu ver­wir­rend, als dass sie gelin­gen könn­te. Gleich­zei­tig ist vie­les davon pro­pa­gan­dis­tisch und erman­gelt an künst­le­ri­schem Kön­nen. Fast alle gegen­wär­ti­ge Lite­ra­tur ist ein anhal­ten­der Angriff auf die christ­li­che Moral und den christ­li­chen Glau­ben. Wenn wir Fil­me, visu­el­le Medi­en und die Kate­go­rie der Pop­kul­tur dar­un­ter ein­schlie­ßen, wer­de ich nicht zögern zu sagen, dass ich die meis­ten gegen­wär­ti­gen Wer­ke für bil­lig und geschmack­los hal­te.

  1. War­um gibt es heut­zu­ta­ge so wenig krea­ti­ve Lite­ra­tur von Evan­ge­li­ka­len?

Es gibt kei­nen Man­gel an Lite­ra­tur, die von Evan­ge­li­ka­len ver­fasst wird, aber die Ver­lags­land­schaft ist so breit gefä­chert und viel­fäl­tig, dass es für ein­zel­ne Wer­ke schwie­rig ist, eine Posi­ti­on der Sicht­bar­keit und Akzep­tanz zu errei­chen. Es ist auch wahr, dass wenig aktu­el­le christ­li­che Lite­ra­tur mit den gro­ßen Wer­ken der Ver­gan­gen­heit mit­hal­ten kann. Das ist ein guter Anlass, Lite­ra­tur der Ver­gan­gen­heit nach Her­zens­lust zu lesen.


Down­load der Ant­wor­ten im Eng­li­schen.

[1] Zu deutsch etwa: Welt­li­che Hei­li­ge – Wie die Puri­ta­ner wirk­lich waren.

[2] Zu deut­sche etwa: Fun­da­men­ta­lis­mus und das Wort Got­tes

Die Heilige Dreieinigkeit

The Holy Trinity von Robert Letham

The Holy Trinity: In Scripture, History, Theology, and Worship (English Edition) von [Robert Letham]Ich glau­be in der letz­ten Zeit hat mich kaum ein The­ma mehr beschäf­tigt als die Drei­ei­nig­keit. Es gab hier so viel Unklar­heit, dass man vor lau­ter Bäu­men den Wald nicht mehr sehen konn­te. Eini­ge Bei­spie­le. Im Grun­de genom­men wäre das Model das ich aus der Drei­ei­nig­keit zeich­nen wür­de in etwa so etwas wie eine „Zwei­ei­nig­keit“ von Vater und Sohn + einem in irgend­ei­ner Wei­se unter­ge­ord­ne­ten Hei­li­gen Geist. Ehr­lich gesagt ken­ne ich auch kaum einen aus dem kon­ser­va­ti­ven Milieu, der nicht in irgend­ei­ner Wei­se die Sub­or­di­na­ti­on des Soh­nes leh­ren wür­de. Der Sohn weiß ja schließ­lich nicht, wann das Ende der Zei­ten anbre­chen soll (Mt. 24,36). So ein Model endet schließ­lich im Trithe­is­mus: Die Leh­re von drei gött­li­chen Wesen, die sich zudem im Umfang ihrer Gött­lich­keit unter­schei­den wür­den. Ein kla­rer Ver­stoß gegen die Ein­heit Got­tes, die an so vie­len Stel­len der Schrift gelehrt wird. Zudem muss man ein­ge­ste­hen, dass die Drei­ei­nig­keit so gut wie kei­ne Rol­le im Evan­ge­li­ka­lis­mus spielt. Man wird zwar im Namen des Vaters, des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes getauft, aber das die Drei­ei­nig­keit das typisch christ­li­che Ele­ment unse­rer Got­tes­leh­re ist (z.B. im Ver­gleich zum Juden­tum, nicht nur zum Islam) wird in der Anbe­tung viel zu sel­ten aus­ge­ar­bei­tet. Mir ist es gera­de­zu pein­lich, wie vie­le Jah­re ich die alten Damen in der Gemein­de, die ihre Gebe­te mit „im Namen des Vaters, des Soh­nes und des Hei­li­gen Geis­tes“ been­de­ten, mit schrä­gen Bli­cken anblick­te, im Ver­dacht, es wäre noch ein Rest­ka­tho­li­zis­mus in ihrer Pie­tät ent­hal­ten. Zuneh­mend muss­te ich ein­ge­ste­hen, wie Ana­lo­gi­en in der Erklä­rung der Drei­ei­nig­keit im bes­ten Fall als kind­lich miss­lun­gen zu gel­ten sind. Man den­ke an das Model des Was­sers: So wie Was­ser drei For­men besitzt (Eis, Dampf, Flüs­sig) und doch immer Was­ser bleibt, wäre es auch mit Gott. Doch die­ses Model hat mehr Ähn­lich­keit mit etwas, das die Kir­che als Irr­leh­re des Moda­lis­mus (von Modus, Modi) zur Sei­te getan hat: Die ver­schie­de­nen Per­so­nen der Drei­ei­nig­keit sind dann nur „Modi“ oder Erschei­nungs­for­men der einen Per­son. Die Unter­schie­de der Per­so­nen ver­schwim­men und ver­schwin­den so. Gleich­zei­tig wuchs zuneh­mend die Her­aus­for­de­rung an die Kin­der ein bibli­sches Got­tes­bild zu ver­mit­teln. Wer ist der Gott, auf des­sen Wort wir hören, dem wir fol­gen, den wir anbe­ten? Ein zu gro­ßes Ver­mei­den über das The­ma Drei­ei­nig­keit nach­zu­den­ken, kann man auch kaum gut hei­ßen. Es klingt zu sehr nach: „Was redest du da über Gott, ich will ein­fach wis­sen wie ich in den Him­mel kom­me“. Kön­nen wir dann als gleich­gül­ti­ge Göt­zen­an­be­ter die Recht­fer­ti­gung aus Gna­den über­haupt bean­spru­chen? Viel­leicht spielt die Drei­ei­nig­keit in unse­rem Leben des­we­gen eine solch gerin­ge Rol­le, weil wir so wenig Zeit im Gebet ver­brin­gen oder unse­re Gebe­te eher dem Vor­tra­gen von Wunsch­lis­ten ähneln. Wei­ter­le­sen

Fünf Finger zeigen zum Himmel

Ein Buch von Cornelius Sonnevelt

Sonnevelt: Fünf Finger zeigen zum Himmel - Sola Gratia MedienSeit Jahr­hun­der­ten tobt er, tau­sen­de von Sei­ten sind über ihn geschrie­ben und er war, ist und wird ein Dau­er­bren­ner unter Chris­ten blei­ben: Got­tes sou­ve­rä­ne Gna­den­wahl. Pfar­rer Cor­ne­li­us Son­ne­velt ist es in sei­nem Büch­lein „Fünf Fin­ger zei­gen zum Him­mel“ gelun­gen, klar und ein­fach die Tat­sa­chen der Bibel zu die­sem The­ma auf den Punkt zu brin­gen.

Sonn­ne­velt behan­delt das soge­nann­te TULIP, die fünf zen­tra­len Punk­te des Cal­vi­nis­mus, und stellt die Leh­re von der frei­en und sou­ve­rä­nen Gna­de in kom­pri­mier­ter Form vor. Dies ist umso wich­ti­ger, denn „gera­de auch heu­te wird die bibli­sche Sicht über das sou­ve­rä­ne Heils­wir­ken Got­tes nicht gern gehört, sogar von Tei­len der evan­ge­li­schen Chris­ten­heit offen negiert“.

Die Aus­füh­run­gen des Autoren sind anschau­lich, anspre­chend und vor allem ver­ständ­lich. Er argu­men­tiert immer aus­ge­hend von kla­ren Bibel­stel­len und scheut sich nicht, auch kri­ti­sche Anfra­gen an das „Lehr­sys­tem“ zuzu­las­sen. Ange­nehm emp­fand der Rezen­sent den Ton­fall, da er zwar bestim­mend, aber nicht ankla­gend oder ver­let­zen gegen­über ande­ren Sicht­wei­sen ist… Wei­ter­le­sen auf lesendglauben.de

„Nicht den Gegenstand, der mir zum Falle wurde, nein, den Fall selbst liebte ich“

Augustinus berichtet über den Raub von Nachbars Birnen

Auf die­sen Aus­zug aus den Bekennt­nis­sen von Augus­ti­nus bin ich durch eine sehr gelun­gen Pre­digt von Paul Koch aus der St. Mar­ti­ni Kir­che in Bre­men auf­merk­sam gewor­den. Die­ser Text fin­det sich im Vier­ten Kapi­tel des zwei­ten Buches. Die deut­sche Über­set­zung der Con­fes­sio­nes  fin­det man lizenz­frei im Inter­net.

„Bekannt ist, dass dein Gesetz, o Herr, den Dieb­stahl bestraft, und zwar sogar das in die Her­zen der Men­schen ein­ge­gra­be­ne Natur­ge­setz, das nicht ein­mal ihre Bos­heit aus­zu­lö­schen ver­mag. Denn wel­cher Dieb ertrü­ge, auch wenn er begü­tert ist, gleich­mü­tig den Dieb­stahl eines, den Not dazu treibt? Ich aber woll­te einen Dieb­stahl bege­hen und habe ihn auch began­gen, nicht durch irgend­wel­che Not­wen­dig­keit ver­an­lasst: an Gerech­tig­keit fehl­te es mir, ja ich hat­te Ekel vor ihr, und vor Bos­heit erstick­te ich. Denn ich stahl, was ich im Über­fluß, ja noch viel bes­ser besaß. Auch woll­te ich nicht, was der Dieb­stahl mir ver­schaff­te, genie­ßen, son­dern den Dieb­stahl selbst und die Sün­de.

Nahe unserm Wein­berg stand ein Birn­baum mit zwar zahl­rei­chen, jedoch häß­li­chen und unschmack­haf­ten Früch­ten. Die­se abzu­schüt­teln und hin­weg­zu­schlep­pen, mach­ten wir jun­gen Leu­te uns ohne Scham- und Ehr­ge­fühl bei tie­fer Nacht auf — so lan­ge hat­ten wir unser ver­derb­li­ches Spiel auf dem Plat­ze getrie­ben — und tru­gen gewal­ti­ge Las­ten von dort hin­weg, nicht um sie zu essen, son­dern um sie den Schwei­nen vor­zu­wer­fen. Und wenn wir auch eine Klei­nig­keit davon aßen, so geschah es nur des­halb, weil wir damit etwas Uner­laub­tes tun konn­ten.

Sieh mein Herz, o mein Gott, sieh mein Herz, des­sen du dich erbarmt hast in der Tie­fe sei­ner Bos­heit. Sieh, mein Herz soll dir nun sagen, was es dort such­te, dass ich näm­lich ohne jeden Grund böse und mei­ner Bos­heit Grund nur die Bos­heit selbst war. Abscheu­lich war sie, und trotz­dem lieb­te ich sie, lieb­te mein Ver­der­ben, lieb­te mei­nen Fehl­tritt.; als ich in der Ver­wor­fen­heit mei­nes Gemü­tes. mich von dei­ner Grund­fes­te ins Ver­der­ben stürz­te, da begehr­te ich nicht schimpf­lich irgend­ei­nen Gegen­stand, son­dern die Schan­de selbst.“

Augus­ti­nus, der auch sei­ne sexu­el­len Aus­schwei­fun­gen vor sei­ner Bekeh­rung bereut, wählt doch gera­de ein Ereig­nis sei­ner Kind­heit als Gene­ra­lex­em­pel für sei­ne abgrund­tief böse Ver­an­la­gung. Tru­e­man weist in Grace Alo­ne  (S. 58, eige­ne Über­set­zung) zurecht dar­auf hin, dass, „die­se Pas­sa­ge eine wun­der­schö­ne Ver­ei­ni­gung aus Erzäh­lung und Theo­lo­gie ist. Die tri­via­len Details der Erzäh­lung zie­hen den Leser in die Bege­ben­heit hin­ein, ganz sub­til aber auch per­sön­lich. Hät­te Augus­ti­nus ein Schwer­ver­bre­chen, z.B. einen Mord, einen Raub­über­fall oder einen Staats­ver­rat, wäre der Leser wohl scho­ckiert, wür­de sich aber kaum mit dem Prot­ago­nis­ten iden­ti­fi­zie­ren. Nur weni­ge Leser hät­ten Erfah­rung gehabt sol­che Ver­bre­chen zu bege­hen noch das Ver­lan­gen gespürt so etwas zu tun. Doch die Hand­lung eines kind­li­chen Dieb­stahls ist die Art von Sün­de, die jedes Kind ent­we­der began­gen hat oder ver­sucht hat. Die Erzäh­lung zieht den Leser in etwas hin­ein, mit der er sich iden­ti­fi­zie­ren kann: Den Dieb­stahl einer Frucht vom Baum des Nach­barn. Wir lesen den Abschnitt und wir erken­nen etwas von uns selbst. Die Erzäh­lung stellt eine theo­lo­gi­sche Fal­le dar.“

 

Allein Gnade!

Zitat aus Carl R. Truemans "Grace Alone"

Carl Tru­e­man hat einen Band zur fünf­bän­di­gen Rei­he „5 Solas Series“ von Her­aus­ge­ber Mat­thew Bar­rett bei­getra­gen. Aktu­ell lässt sich „Grace Alo­ne — Sal­va­ti­on as a Gift of God“ sehr güns­tig als Logos-Buch erwer­ben. Wie kann das Heil gleich­zei­tig allein aus Gna­den und allein aus Glau­ben und allein in der Schrift zu fin­den sein? Ein span­nen­des State­ment dazu habe ich bei Donald Car­son in „Collec­ted Wri­tings on Scrip­tu­re“ gefun­den (im Essay: „Recent Deve­lop­ments in the Doc­tri­ne of Scrip­tu­re“):„Als ich ein Jun­ge war, habe ich mich immer gewun­dert wie die­se drei Aus­sa­gen (sola gra­tia, sola fide und sola scrip­tu­ra) logisch sein kön­nen, wenn jedes für sich einen Allein­sta­tus bean­sprucht, doch im Lau­fe der Zeit lern­te ich, dass die Gna­de der ein­zi­ge Grund für das Heil, der Glau­be das ein­zi­ge Mit­tel des Heils und die Schrift die ein­zi­ge Auto­ri­tät für Glau­ben und Leben ist“. Doch zurück zu Tru­e­man.  Der Autor über­zeugt neben guten Argu­men­ten auch durch eine fei­ne Aus­drucks­wei­se und bild­ge­la­de­ne Spra­che. Ich habe ver­sucht ein etwas län­ge­res Zitat zu über­set­zen:

„Ent­ge­gen bil­li­ger Gefühls­du­se­lei ist die Gna­de Got­tes im Alten Tes­ta­ment viel mehr als eine Marot­te oder sich erge­ben­de Kapi­tu­la­ti­on gegen­über mensch­li­cher Rebel­li­on. Gott igno­riert das Pro­blem der Sün­de nicht und tut nicht so, als exis­tie­re die­se nicht. Er ver­spürt einen hei­li­gen Zorn gegen­über der Sün­de und kann die­se Ableh­nung sei­ner Herr­schaft nicht ein­fach zur Sei­te wischen, als wäre sie nie gesche­hen. Somit eta­bliert Gott unter Mose ein Opfer­sys­tem (…) Die­se Tat­sa­che — das Gott es ist der das Opfer­sys­tem eta­bliert und regu­liert — soll­te nicht über­se­hen wer­den. Sie ist bedeu­tend, weil sie uns lehrt, dass die alt­tes­ta­ment­li­chen Opfer nicht ein Ver­such mensch­li­cher Wesen waren, etwas zu fin­den, dass einen zor­ni­gen Gott beru­hi­gen oder ihm schmei­cheln könn­te. Wei­ter­le­sen

Nicht wie bei Räubers!

vierzehn erste Abenteuer von Tom

Eines mor­gens wacht Tom im Königs­pa­last auf und kann es kaum fas­sen. Ges­tern war er noch Skla­ve einer unbarm­her­zi­gen Räu­ber­ban­de, heu­te aber wird er geba­det, bekommt fri­sche Klei­der und wird herz­lich in die Königs­fa­mi­lie auf­ge­nom­men, ein­schließ­lich Kro­ne. Er wur­de vom Königs­sohn mit dem Blut des­sel­ben frei­ge­kauft. Tom kann sein Glück (und sei­ne Erlö­sung) kaum fas­sen… bis er eine kost­ba­re Spiel­uhr zer­stört! Vol­ler Angst vor einer erbar­mungs­lo­sen Bestra­fung  flieht er aus dem Palast. Doch die Lie­be des könig­li­chen Vaters trägt wei­ter. In die Arme sei­nes Vaters kann sich Tom herz­lich fal­len las­sen. Sei­ne Lie­be und sein Ver­trau­en wach­sen in ihm, auch wenn er wei­ter­hin Fehl­trit­te begeht. Schon bald wird er für eine beson­de­re Mis­si­on aus­ge­rüs­tet: Die Befrei­ung des Räu­ber­dor­fes…

Ich habe schon län­ger nach Mate­ri­al gesucht, dass das The­ma Kind­schaft (Adop­ti­on) kinds­ge­recht ver­ar­bei­tet und habe es in die­sem Buch gefun­den. Sehr behut­sam geht die Autorin damit um, was unse­re Iden­ti­tät in Chris­tus wirk­lich bedeu­tet: Wir sind als Kin­der Got­tes adop­tiert. Nun domi­nie­ren Lie­be und Ver­trau­en unser Ver­hält­nis zu Gott. The­men wie die Not­wen­dig­keit des Gebets und der Hei­li­gung erklärt die Autorin ähn­lich illus­tra­tiv und ein­präg­sam. Aus dem Vor­le­sen des Buches zur Guten Nacht erga­ben sich mit mei­ner ältes­ten Toch­ter immer wie­der frucht­ba­re Gesprä­che.

Das Buch mit schwarz­weiß Illus­tra­tio­nen lässt sich für 9,90EUR bei Amazon.de erwer­ben. Ich bin schon gespannt auf die zahl­rei­chen Fort­set­zungs­bän­de.