Alle Artikel mit dem Schlagwort: John Bunyan

NEU: Die Pilgerreise zur seligen Ewigkeit

Aus dem Vor­wort: Eigent­lich wüss­te ich, wie mein Leben als Christ aus­se­hen müss­te. Hier sind fünf Auf­for­de­run­gen zeit­ge­nös­si­scher Fröm­mig­keit: Zweif­le an allem, außer an dir selbst! Damit hältst du dir alle Mög­lich­kei­ten offen. Sonst wirst du einer die­ser Super-Pseu­do-Hei­li­gen. Ent­wick­le dei­ne Spi­ri­tua­li­tät! Damit holst du dir emo­tio­nal das ab, was dir fehlt. Sonst gerätst du in die Fal­le des Intel­lek­tua­lis­mus. Zele­brie­re dein Unter­wegs­sein! Damit kannst du pro­blem­los auf Neben­stra­ßen blei­ben. Sonst wird dein Christ­sein lang­wei­lig. Sei begeis­tert für Jesus! Damit sorgst du dafür, dass der Spaß-Fak­­tor hoch bleibt. Sonst wird dein Leben zu ernst. Gewin­ne Men­schen für Jesus! Damit ist für eine bun­te Rei­se­ge­sell­schaft gesorgt. Sonst wirst du abge­lehnt. An die­sen Maxi­men ist nicht alles ver­kehrt. Wir zwei­feln, wir erle­ben emo­tio­na­le Durst­stre­cken, wir sind unter­wegs zum himm­li­schen Ziel, wir wol­len uns über Jesus freu­en, wir wol­len Men­schen die bes­te Bot­schaft der Welt brin­gen. Der Best­sel­ler „Die Pil­ger­rei­se“ hebt uns aus die­ser zeit­ge­bun­de­nen Sicht des Christ­seins her­aus. Der Autor leb­te im 17. Jahr­hun­dert. Er ver­brach­te Jah­re im Gefäng­nis. Dafür muss­te er sei­ne gro­ße, Not lei­den­de Fami­lie zurücklassen, …

Überreiche Gnade

„Von allen Ver­su­chun­gen, denen ich je in mei­nem Leben begeg­net bin, ist der Zwei­fel hin­sicht­lich des Seins und Wesens Got­tes und hin­sicht­lich der Wahr­heit des Evan­ge­li­ums die schlimms­te und die am schwers­ten zu ertra­gen­de. Wenn die­se Ver­su­chung kommt, so nimmt sie mir den Gurt mei­ner Len­den, und zieht mir den Boden unter den Füßen fort. Oh ich habe oft gedacht: „So steht nun fest, umgür­tet an euren Len­den mit Wahr­heit“ und auch jenes ande­re: „Wenn die Grund­fes­ten stür­zen, was ver­mag der Gerech­te?“ Manch­mal, wenn ich nach began­ge­ner Sün­de von der Hand Got­tes her­be Züch­ti­gung erwar­te­te, so war das Aller­nächs­te, das mir von ihm zuteil wur­de, das Offen­bar­wer­den sei­ner Gna­de. Manch­mal, wenn ich getrös­tet wor­den bin, habe ich mich einen Toren geschol­ten, dass mir in Schwie­rig­kei­ten ban­ge gewor­den ist. Und dann wie­der­um dach­te ich, wenn ich nie­der­ge­schla­gen war, wie unwei­se es von mir sei, der­art dem Tros­te aus­zu­wei­chen. (…) Über eine bestimm­te Sache habe ich mich recht gewun­dert. Auch wenn Gott mei­ne See­le mit noch so geseg­ne­ter Offen­ba­rung sei­ner selbst besucht, haben mich den­noch hin­ter­her solche …

Meine persönliche „Top-Ten“ Auswahl christlicher Werke

Man kennt sowas ja min­des­tens von M. Reich-Rani­­cki, der mit sei­nem „Kanon“, die lesens­wer­tes­ten Wer­ke klas­si­scher und zeit­ge­nös­si­scher Lite­ra­tur zusam­men­ge­tra­gen hat. Man ver­sucht mit einem sol­chen Kanon die größt­mög­lichs­te und bes­te Anzahl an Sti­len und Moti­ven der Lite­ra­tur abzu­de­cken. Als Laie habe ich mich in der Tat an sol­cher­lei Lis­ten ori­en­tiert, um mei­ne klas­si­sche Bil­dung abzu­de­cken. Mei­ne Idee ist es nun, eine Art „Top-Ten“-Liste von christ­li­chen Büchern zu erstel­len, die z.B. wenig Zeit haben vie­le Bücher zu lesen oder sich gene­rell kei­ne ‚Bücher­wür­mer‘ sind. Ich möch­te jedoch von vorn­her­ein zwei Bemer­kun­gen ein­fü­gen: Ich sehe mich nicht als Kri­ti­ker über geist­li­che Lite­ra­tur. Da fehlt mir ein­fach der Umfang der Bücher, die ich las. Des­wei­te­ren ist die­se Lis­te vor allem sub­jek­tiv; ich möch­te Bücher vor­stel­len, die vor allem mir hal­fen. Jeder kommt aus ganz ver­schie­de­nen Ver­hält­nis­sen und Stand­punk­ten und wür­de ganz ande­re Wer­ke wäh­len, da bin ich mir gewiss. Jedoch habe ich die­se Lis­te schon eini­gen in mei­nem Bekann­ten­kreis mit Erfolg emp­feh­len kön­nen. Lei­der ist das Lesen eini­ger Bücher schon so lan­ge her, dass ich nicht mehr …

John Bunyan: Die Pilgerreise (neue Ausgabe) — Teil 3

Hier folgt nun der drit­te und letz­te Teil mei­ner Buch­be­spre­chung des neu auf­ge­leg­ten und sprach­lich über­ar­bei­te­tem Klas­si­kers Die Pil­ger­rei­se von John Bun­y­an. Teil 1 und Teil 2 kön­nen unten den hin­ter­leg­ten Links nach­ge­le­sen wer­den. Trotz eini­ger Kri­tik­punk­te bin ich von der neu­en Aus­ga­be begeis­tert. Sie liest sich flüs­sig und ist leicht ver­ständ­lich. Die zusätz­li­chen Kapi­tel­über­schrif­ten tei­len die ehe­mals recht lan­gen Kapi­tel in leicht zu bewäl­ti­gen­de Sinn­ab­schnit­te ein. Das anspre­chend gestal­te­te Cover gibt dem Buch eine wür­di­ge Hül­le, die ich mit immer wie­der ger­ne anschaue. Die Hard­co­ver­aus­ga­be liegt gut in der Hand und wird auch nach mehr­ma­li­gem Lesen nicht zer­fled­dert aus­se­hen. Außer­dem kann ich die Pil­ger­rei­se auch auf mei­nem Rea­der als E‑Book lesen, kann dar­in bequem nach Pas­sa­gen suchen und habe sie über­all dabei. Eini­ge Anmer­kun­gen zum Vor­wort von Johan­nes Falk Ein weg­wei­sen­des Vor­wort zu einem über 300 Jah­re alten Best­sel­ler zu schrei­ben, erfor­dert eine soli­de Kennt­nis des Inhalts, des Autors und der Rezep­ti­ons­ge­schich­te. Auch wenn ich weit davon ent­fernt bin, ein John-Bun­­y­an-Exper­­te zu sein, gibt es eini­ge Sät­ze im Vor­wort, die mei­ner Mei­nung nach nicht kor­rekt sein können. …

John Bunyan: Die Pilgerreise (neue Ausgabe) — Teil 2

Im ers­ten Teil der Buch­be­spre­chung habe ich eini­ge Grün­de genannt, war­um ich das Buch Die Pil­ger­rei­se von John Bun­y­an gut fin­de und jedem emp­feh­len kann. Im zwei­ten Teil gehe ich auf die sprach­li­che Neu­be­ar­bei­tung der Pil­ger­rei­se ein, die die­ses Jahr im SCM R. Brock­haus Ver­lag erschie­nen ist. Wenn ich Ver­glei­che anstel­le, bezie­he ich mich auf die älte­re Aus­ga­be von 1998. Weil die­ser Arti­kel recht lang gewor­den ist, wer­de ich im nächs­ten Bei­trag auf das Vor­wort von Johan­nes Falk ein­ge­hen. Hier also die Vor- und Nach­tei­le der sprach­li­chen Neu­be­ar­bei­tung. 1. Sie ist ide­al zum Vor­le­sen. Wer schon ein Mal die älte­re Aus­ga­be der Pil­ger­rei­se jeman­den vor­le­sen muss­te, wird gemerkt haben, dass sie dafür nicht so gut geeig­net ist. Holp­rig ist es vor allem bei den vie­len Dia­lo­gen. Hier zuerst ein Aus­zug aus der alten Aus­ga­be (S.153):

John Bunyan: Die Pilgerreise (neue Ausgabe) — Teil 1

„Der Weg ist das Ziel.“ Das behaup­te zumin­dest Kon­fu­zi­us. Es mag sein, dass die­se Aus­sa­ge für eini­ge Wege, die man geht, zutrifft. Doch die­se Idee auf den Lebens­weg zu über­tra­gen, kann fata­le Fol­gen haben. John Bun­y­an fand in der Bibel eine ande­re Beschrei­bung des Lebens­we­ges: „Geht ein durch die enge Pfor­te! Denn die Pfor­te ist weit und der Weg ist breit, der ins Ver­der­ben führt; und vie­le sind es, die da hin­ein­ge­hen. Denn die Pfor­te ist eng und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und weni­ge sind es, die ihn fin­den“ (Mt. 7,13−14). Wel­ches Ziel du erreichst, hängt davon ab, wel­chen Weg du gehst. Die Bibel kennt nur zwei Zie­le, die auf zwei ver­schie­de­nen Wegen erreicht wer­den. Das hier von Jesus ver­wen­de­te Bild legt John Bun­y­an sei­nem Werk „Die Pil­ger­rei­se zur seli­gen Ewig­keit“ zugrun­de (so lau­tet der Titel der ers­ten deut­schen Über­set­zung. Sei­ne alle­go­ri­sche Erzäh­lung, die zuerst 1678⁄1684 erschien, erfreut sich bis heu­te gro­ßer Beliebt­heit. Ich möch­te hier die aktu­el­le und sprach­lich neu bear­bei­te­te deut­sche Aus­ga­be von 2012 aus dem SCM R. Brockhaus …

Die Hand voll glühender Asche

„Die Hand voll glü­hen­der Asche“ ist ein Gleich­nis. Ein Gleich­nis für das ganz nor­ma­le Chris­ten­le­ben. Die Haupt­per­son ist Christ Anders. Als Com­pu­ter­ver­käu­fer, Ehe­mann und Vater von vier Kin­dern lebt er ein unglück­li­ches Leben. Geheim­nis­vol­le Rücken­schmer­zen pla­gen ihn. Die Ärz­te ste­hen vor einem Rät­sel. Durch die Begeg­nung mit Ernst van Gelst (Evan­ge­list) beginnt er die Suche nach Gott und das End­ziel, Lebens­stadt. Doch so ein­fach ist es nicht. Freun­de und Fein­de kreu­zen sei­nen Weg um ihn zu Fall oder zu Recht zu brin­gen. Ich habe eine Lese­pro­be abge­tippt. So könnt ihr euch selbst einen Ein­druck verschaffen.