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Zehn Fragen an Andreas Fett

Der Leiter des Freizeitheims Schoppen und bekannter Autor im Gespräch

Der lang­jäh­ri­ge Frei­zeit­lei­ter aus Schop­pen hat vor eini­ger Zeit einen per­sön­li­chen Lebens­be­richt ver­öf­fent­licht unter dem Titel, Ja, Vater. Des­wei­te­ren ist vor kur­zem eine Kurz­ge­schich­ten­samm­lung für Teen­ager erschie­nen: Fese­lut­ter für lun­ge Jeu­te.

1. Wie kamen Sie dazu Bücher zu schreiben?

Andi.2010Der Anstoß war ein Brief von Freun­den. Sie schrie­ben: „Könn­te das, was ihr mit Gott
erlebt habt, nicht ein Trost für vie­le ande­re sein?“ Dazu füg­ten sie eine Lis­te mit 43
Vor­schlä­gen für den künf­ti­gen Buch­ti­tel an. Also, am Anfang stand ein Buch­ti­tel. Das
Buch schrieb das Leben – „Ja, Vater!“. Im Grun­de ist es nichts wei­ter als ein
Tat­sa­chen­be­richt – ein Ein­blick in eine schwe­re Krankheitszeit.

2. Ist aktu­ell ein Buch­pro­jekt geplant?

Ja, seit Jah­ren bin ich dabei eine Ein­stiegs­hil­fe zum Ent­de­cken der Bibel zu schreiben.
10 über­schau­ba­re Hef­te sol­len Kin­der und Teen­ager an das Wort Got­tes heranführen.
In der Jung­schar- und Frei­zeit­ar­beit stel­le ich fest: Der Bedarf ist rie­sig! Wir können
kaum noch auf ein Grund­wis­sen zurück­grei­fen. Das „Christ­li­che Abend­land“ wird
zuneh­mend zur Mit­ter­nachts­re­gi­on mit zusätz­li­cher Sonnenfinsternis.

3. Nen­nen Sie uns ihre 3 Lieb­lings­bü­cher (neben der Bibel)?

255692_z1Bücher mit viel Licht und viel Schatten ; )
Unter dem Schat­ten sei­ner Flü­gel (Jochen Klep­pers Tage­bü­cher und Gedichte)
Licht für den Weg (Wil­liam McDo­nalds Andachtsbuch)
Im Schat­ten des All­mäch­ti­gen (Jim Elliot)

4. Wel­che Bücher wür­den Sie nicht noch ein­mal lesen?

Was für eine außer­ge­wöhn­li­che Fra­ge. Nietz­sches Zara­thus­tra – Zeit­ver­schwen­dung. Bei den aller­meis­ten Roma­nen und Maga­zi­nen habe ich danach das Gefühl: Dabei hat nichts mei­nen inne­ren Men­schen satt gemacht.

5. In wel­chem Bereich sehen Sie die größ­te Not in der heu­ti­gen Chris­ten­heit und wie könn­te man da am bes­ten einschreiten?

Die Her­zen der Vie­len erkal­ten. Vie­le Chris­ten krei­sen wie Plu­to am äußers­ten Rand des­sen, was eigent­lich ihr Mit­tel­punkt, ihr Kraft­zen­trum sein soll­te. Im Übri­gen gilt: „Wir sol­len nicht unse­ren Schäf­chen net­te Löck­chen dre­hen, son­dern die Ver­lo­re­nen suchen.“

6. Wie beur­tei­len Sie den refor­ma­to­ri­schen Auf­bruch unter vie­len Chris­ten aktuell?

Die­sen Auf­bruch bekom­me ich kaum zu ver­spü­ren. Ich beob­ach­te viel mehr Nie­der­gang. Nach mei­ner unbe­deu­ten­den Erkennt­nis hat Gott sei­ner Gemein­de nach den Refor­ma­to­ren hel­le­res Licht geschenkt (Dan 12,4). Der Sakra­men­ta­lis­mus und die feh­len­de Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen Neu­em und Altem Bund, zwi­schen irdi­schem Volk Got­tes und der Gemein­de Jesu hal­te ich für den Blin­den Fleck der Reformatoren.

7. Wie wur­den Sie Christ?

256164Durch eine mit­rei­ßen­de Jung­schar-Arbeit im Huns­rück. Mein unkon­trol­lier­ter Jäh­zorn gegen­über mei­nem Bru­der und tief­sit­zen­der Ego­is­mus über­führ­ten mich und öff­ne­ten mir die Augen über mei­ne Schlech­tig­keit. Ich schlich mich wie Niko­de­mus „des nachts“ zu Jesus. Weil ich mich vor den ande­ren schäm­te, habe ich gewar­tet, bis die gesam­te Frei­zeit­grup­pe ein­ge­schla­fen war. Dann erst klopf­te ich an einem Mit­ar­bei­ter­zim­mer, um vor einem Zeu­gen mei­ne Sün­de zu beken­nen und dem Herrn Jesus das Steu­er­ru­der zu übergeben.

8. Was bedeu­tet für Sie „Christ sein“?

Eine sehr knap­pe Defi­ni­ti­on fin­den wir in 1. Thes­sa­lo­ni­cher 1,9−10:

• Abkehr von Göt­zen und Hin­kehr zu Gott

• Hin­ga­be an den leben­di­gen und wah­ren Gott

• Die bren­nen­de Erwar­tung der Wie­der­kunft von Jesus

9. Wor­in sehen Sie Grund­la­gen für geist­li­ches Wachstum?

Ganz ein­fach in „guter Erde“. Statt „auf den Weg“, „auf das Stei­ni­ge“ oder „unter die Dor­nen“, muss Got­tes gute Saat in berei­te Her­zen fal­len. (Mt 13,3−8). Wenn wir das Wort Got­tes vol­ler Bereit­schaft hören, wur­zeln las­sen und tun – dann wird Wachs­tum und Frucht nicht ausbleiben.

10. Wel­che his­to­ri­sche Per­son wür­den Sie ger­ne Tref­fen und wel­che Fra­gen wür­den Sie mit die­ser bespre­chen wollen?

Adam und Eva wür­de ich ger­ne fra­gen: „Wie war es, Gott in Hei­lig­keit zu begeg­nen?“ und Jochen Klep­per ger­ne sagen: „Sei getrost, dei­ne Tage­bü­cher wur­den gefunden!“

Vie­len Dank, Bru­der Andre­as, für das Beant­wor­ten der Fragen.

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