Kirchengeschichte, Zitate
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“ Welch süsser Tausch, welch unerforschliches Walten, welch unverhoffte Wohltat…“

Die Rechtfertigung aus Glauben allein im Brief an Dioklet

Faith Alone: Audio Lectures TitelbildIch höre der­zeit mit Genuss Tho­mas R. Schrei­ners Werk (von ihm selbst vor­ge­le­sen übri­gens): Faith Alo­ne, wel­ches ich via Audi­ble erwer­ben konn­te.

Schrei­ner fängt sein Werk mit einer Betrach­tung der his­to­ri­schen Ent­wick­lung der Leh­re von der Recht­fer­ti­gung durch den Glau­ben an. Für einen Pro­tes­tan­ten ist es hier­bei immer span­nend, wie die Kir­chen­vä­ter zu die­sem The­ma stan­den. Fas­zi­niert hat mich die­se Aus­sa­ge aus dem Brief des Mathe­tes an Dio­gne­tus. Der Ver­weis auf den süßen (oder fröh­li­chen) Tausch erin­nert an Mar­tin Luther. Hier fin­det sich die­ses Werk in der Biblio­thek der Kir­chen­vä­ter. Ins­ge­samt ist die­ses Schrei­ben als eine sehr frü­he christ­li­che Schrift­des 2 Jh. zu wer­ten. Die Idee die­ses Zitat zu struk­tu­rie­ren habe ich von Jus­tin Tay­lor von TGC.

Als aber das Mass unse­rer Unge­rech­tig­keit voll
und es völ­lig klar gewor­den war, dass als ihr Lohn Stra­fe und Tod uns erwar­te,

und als der Zeit­punkt gekom­men war,
den Gott vor­aus­be­stimmt hat­te,

um fort­an sei­ne Güte und Macht zu offen­ba­ren,
- o über­schweng­li­che Men­schen­freund­lich­keit und Lie­be Got­tes

- da

hass­te
und ver­stiess er uns nicht
und gedach­te nicht des Bösen,

son­dern

war lang­mü­tig und gedul­dig
und nahm aus Erbar­men selbst unse­re Sün­den auf sich;
er selbst gab den eige­nen Sohn als Löse­preis für uns,

den Hei­li­gen für die Unhei­li­gen,
den Unschul­di­gen für die Sün­der,
den Gerech­ten für die Unge­rech­ten,
den Unver­gäng­li­chen für die Ver­gäng­li­chen,
den Unsterb­li­chen für die Sterb­li­chen.

Denn was anders war imstan­de, unse­re Sün­den zu ver­de­cken als sei­ne Gerech­tig­keit?
In wem konn­ten wir Mis­se­tä­ter und Gott­lo­se gerecht­fer­tigt wer­den, wenn nicht allein im   Soh­ne Got­tes?

Welch süßer Tausch,
welch uner­forsch­li­ches Wal­ten,
welch unver­hoff­te Wohl­tat,

dass die Unge­rech­tig­keit vie­ler in einem Gerech­ten ver­bor­gen wür­de und die Gerech­tig­keit eines ein­zi­gen vie­le Sün­der recht­fer­ti­ge!

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