Alle Artikel mit dem Schlagwort: Gesetz

Das Gesetz und Evangelium recht zu unterscheiden, ist keines Menschen Kunst

Gefun­den in Luthers Tisch­re­den: 214. Das Gesetz und Evan­ge­li­um recht zu unter­schei­den, ist kei­nes Men­schen Kunst Kein Mensch lebt auf Erden, der das Evan­ge­li­um und Gesetz recht zu unter­schei­den weiß. Wir las­sen es uns wohl dün­ken, wenn wir pre­di­gen hören, wir ver­ste­hens; aber es fehlt weit, allein der hei­li­ge Geist kann die­se Kunst. Dem Men­schen Chris­tus hats auch gefehlt am Ölber­ge, so daß ihn ein Engel trös­ten muß­te; der war doch ein Dok­tor vom Him­mel, den­noch wur­de er durch den Engel gestärkt. Ich hät­te auch gemeint, ich könn­te es, weil ich so lan­ge und so so viel davon geschrie­ben habe; aber, wenn es ans Tref­fen geht, so sehe ich wohl, daß mirs weit, weit fehlt! So soll und muß allein Gott der hei­ligs­te Meis­ter sein. 212: Was Gesetz und Evan­ge­li­um sei Das Gesetz ist das, was wir tun sol­len; das Evan­ge­li­um aber han­delt von Gott, von dem, was Gott geben will. Das ers­te kön­nen wir nicht tun; das zwei­te kön­nen wir anneh­men, und zwar mit dem Glau­ben. Aber sie­he, wie die Men­schen sind: das ers­te, was sie nicht …

Schlechtes Gesetz versus gutes Gesetz

Robert­son McQuil­kin schreibt in sei­ner „Bibli­schen Ethik“ im Rah­men der Bespre­chung von Bestra­fun­gen von Ver­bre­chen: „Im All­ge­mei­nen ver­stär­ken gute Geset­ze mora­li­sche Stan­dards, und schlech­te Geset­ze schwä­chen mora­li­sche Stan­dards. Es gibt vie­le Arten, schlech­te Geset­ze oder Jus­tiz­sys­te­me zu ent­wi­ckeln. Nicht durch­setz­ba­re Geset­ze, wel­che die Gesell­schaft nicht durch­set­zen will, so wie die ame­ri­ka­ni­sche Pro­hi­bi­ti­on) sind schlecht, weil sie den Respekt für das Gesetz unter­gra­ben, wenn sie nicht durch­ge­setzt wer­den und Kor­rup­ti­on unter den Bür­gern und den ver­ant­wort­li­chen Beam­ten för­dern.  Unge­rech­te Geset­ze gibt es auf unter­schied­li­che Arten. Es ist unge­recht, Bewei­se vom Hören­sa­gen anzu­er­ken­nen oder jeman­den ohne ange­mes­se­ne Bewei­se zu ver­ur­tei­len. Es ist unge­recht, ein Opfer von sexu­el­ler Gewalt oder von Kin­des­miss­brauch wie­der­hol­ten emo­tio­na­len und men­ta­len Angrif­fen, Scham und Ein­schüch­te­rung im Gerichts­saal aus­zu­set­zen. Eine vor­herr­schen­de Art der Unge­rech­tig­keit in unse­rem gegen­wär­ti­gen Sys­tem ist, dass die Armen ohne Bezie­hun­gen und die Unge­bil­de­ten pro­por­tio­nal wesent­lich häu­fi­ger ver­ur­teilt wer­den als jene, die sich die Ver­tre­tung durch einen Rechts­an­walt leis­ten kön­nen, die Freun­de in hohen Posi­tio­nen haben und wis­sen, wie man das Sys­tem „bear­bei­tet“. Es ist unge­recht, jeman­den zu einer Gefäng­nis­stra­fe zu …

„Alle hoffen, dass der Teufel jenseits des Meeres ist und wir Gott in der Tasche haben“

Eigent­lich ist es eine logi­sche Schluss­fol­ge­rung von Luthers rigo­ro­ser Ver­tei­di­gung von sola fide und sola gra­tia, dass man den Sinn des Geset­zes völ­lig in Fra­ge stellt. So tat es auf jeden Fall auch Johan­nes Agri­co­la, ein luthe­ri­scher Theo­lo­ge, auf den Luther so vie­le Hoff­nun­gen setz­te, dass er ihn in sei­nem Heim in Wit­ten­berg ließ, und sich von ihm selbst für Pre­dig­ten und Vor­le­sun­gen ver­tre­ten ließ. Agri­co­la war nun der Ansicht, dass die Pre­digt des Geset­zes für Chris­ten unnö­tig ist, da man nun im neu­en Bund, näm­lich im Bund der Gna­de lebt. Ent­spre­chend gehö­ren „das Gesetz Got­tes bzw. die Zehn Gebo­te aus der Kir­che (…) ver­sto­ßen und in das Rat­haus (…)ver­wie­sen;“ Wie aber soll­te die Pre­digt des Evan­ge­li­ums ohne Gesetz mög­lich sein? „Lie­ber Gott, kann man es denn nicht ertra­gen, dass die hei­li­ge Kir­che sich als Sün­de­rin erkennt, die an die Ver­ge­bung der Sün­den glaubt und dazu im Vater­un­ser um die Ver­ge­bung der Sün­den bit­tet? Woher weiß man aber, was Sün­de ist, wenn es das Gesetz und das Gewis­sen nicht gibt? Und woher will man ler­nen, was Chris­tus ist, …