Erbauliches
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Hindernisse der Jüngerschaft

Jeder, der beginnt Chris­tus nach­zu­fol­gen, kann sicher sein, dass sich ver­schie­de­ne Flucht­we­ge vor ihm auf­tun wer­den. Dies wird ein­drück­lich dar­ge­stellt in dem Bericht der drei, die Jesu Jün­ger hät­ten sein kön­nen, die aber ande­ren Stim­men den Vor­rang gegen­über der Stim­me Chris­ti ein­räum­ten:

»Es begab sich aber, da sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: ›Ich will dir fol­gen, wo du hin­gehst.‹ Und Jesus sprach zu ihm: ›Die Füch­se haben Gru­ben und die Vögel unter dem Him­mel haben Nes­ter, aber des Men­schen Sohn hat nicht, da er sein Haupt hin­le­ge.‹

Wir wol­len ihn »Herrn Schnell« nen­nen. Er bot sich begeis­tert an, dem Herrn über­all­hin zu fol­gen. Die Ant­wort des Hei­lan­des scheint auf den ers­ten Blick in gar kei­nem Zusam­men­hang mit dem bereit­wil­li­gen Ange­bot des Herrn Schnell zu ste­hen. Es war so, als ob er sag­te: »Du erklärst, dass du wil­lens bist, mir über­all­hin zu fol­gen, aber bist du auch gewillt, ohne jede Bequem­lich­keit aus­zu­kom­men? Bist du bereit, die Sicher­heit eines Hei­mes zu opfern, um mir zu fol­gen? Bist du bereit, die nor­ma­len Bequem­lich kei­ten des Lebens auf­zu­ge­ben, um mir treu erge­ben zu die­nen?« Lei­der war sei­ne Lie­be zur irdi­schen Bequem­lich­keit grö­ßer als sei­ne Hin­ga­be an Chris­tus!

Und er sprach zu einem ande­ren: ›Fol­ge mir nach.‹ Der aber sprach: ›Herr, erlau­be mir, dass ich zuvor hin­ge­he und mei­nen Vater begra­be.‹ Aber Jesus sprach zu ihm: ›Lass die Toten ihre Toten begra­ben; gehe du aber hin und ver­kün­di­ge das Reich Got­tes.‹

Den zwei­ten Mann wol­len wir »Herr Lang­sam« nen­nen, denn er woll­te noch etwas erle­di­gen, bevor er dem Herrn fol­gen wür­de. Es war nicht so, dass er völ­lig unin­ter­es­siert am Herrn gewe­sen wäre. Es war da nur etwas, was er gern vor­her noch tun woll­te. Das jedoch war sei­ne Sün­de. Wir kön­nen sei­ne Wor­te auch wie folgt abwan­deln: »Es gibt bestimm­te Din­ge, die ein geist­lich Toter genau­so wie ein Gläu­bi­ger tun kann. Sieh zu, dass du dein Leben nicht mit Sachen zubringst, die ein unbe­kehr­ter Mensch genau­so gut tun könn­te.« Got­tes Wil­le ist, dass ein Mann für sei­ne Bedürf­nis­se und für die sei­ner Fami­lie arbei­ten soll. Aber die Aus­übung einer Beschäf­ti­gung soll nur dazu die­nen, für die lau­fen­den Bedürf­nis­se zu sor­gen, wäh­rend die Haupt­be­ru­fung eines Chris­ten ist, das Reich Got­tes zu pre­di­gen.

Und ein ande­rer sprach: ›Herr, ich will dir nach­fol­gen, aber erlau­be mir zuvor, dass ich Abschied neh­me von denen, die in mei nem Hau­se sind.‹ Jesus aber sprach zu ihm: ›Wer sei­ne Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt zum Reich Got­tes‹ « (Lk 9,57 – 62).

Der drit­te Mann soll »Herr Ein­fach« genannt wer­den, weil er es sich zu ein­fach macht. Er stellt die Lie­be zu sei­ner Fami­lie an den ers­ten Platz in sei­nem Leben, und nicht den Herrn. Wor­in hat die­ser Mann ver­sagt? Es war dies: Die inni­ge Ver­bin­dung zu sei­ner Fami­lie war ihm wich­ti­ger als der Herr Jesus. Mit ande­ren Wor­ten: »Mei­ne wirk­li­chen Jün­ger sind nicht aus solch einem ego­is­ti­schen, weich­li­chen Stoff gemacht wie du. Ich brau­che Men­schen, die bereit sind, auf häus­li­che Bin­dun­gen zu ver­zich­ten; sol­che, die nicht von sen­ti­men­ta­len Ange­hö­ri­gen abge­lenkt wer­den; sol­che, die mich über alles in ihrem Leben stel­len.« Viel­leicht

war es eine wei­nen­de Mut­ter, die schluchz­te: »Du wirst das Herz dei­ner Mut­ter bre­chen, wenn du aufs Mis­si­ons­feld gehst!« Wir wis­sen es nicht.

Die­ses sind also drei der Haupt­hin­der­nis­se für die Jün­ger­schaft, dar­ge­stellt anhand von drei Män­nern, die nicht gewillt waren, den gan­zen Weg mit dem Herrn zu gehen.

Herr Schnell – er war zu schnell, ohne die Kos­ten zu über­schla­gen, voll Selbst­ver­trau­en. Aber er war nicht in der Lage, auf Bequem­lich­kei­ten zu ver­zich­ten.

Herr Lang­sam – er war zu lang­sam, weil er gebremst wardurch eine Beschäf­ti­gung oder den Beruf. Die­se Din­ge waren ihm wich­ti­ger als der Herr.

Herr Ein­fach – macht es sich zu ein­fach, indem er sei­ner Fami­lie den ers­ten Platz gibt vor dem Herrn Jesus.

Der Herr Jesus ruft auch heu­te noch – wie er schon immer geru­fen hat – Män­ner und Frau­en, die ihm tap­fer und hin­ge­ge­ben fol­gen wol­len.

Wah­re Jün­ger­schaft, Wil­liam Mac­Do­nald, CLV, Sei­ten 24 – 29, gekürzt

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