Bibelkommentare
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Der Neue Matthew Henry Kommentar — Band 1

Neuer Matthew Henry Kommentar - Band1Lan­ge haben wir auf den Mat­thew Hen­ry Bibel­kom­men­tar in deut­scher Spra­che gewar­tet. Der ers­te Band ist im Früh­ling 2013 erschie­nen. Ich lese den Kom­men­tar trotz­dem immer noch in eng­li­scher Spra­che in der Ori­gi­nal­fas­sung. Je mehr ich dar­in lese, des­to ver­trau­ter wird mir das alte Eng­lisch. Den­noch bin ich sehr froh, dass es ihn end­lich auch in deut­scher Spra­che gibt. Auf leseplatz.de habe ich eine Rezen­si­on von Bene­dikt Peters gefun­den, in der auf eini­ge bedau­er­li­che Kür­zun­gen und Ände­run­gen hin­ge­wie­sen wird. Nichts­des­to­trotz bleibt die­ser Kom­men­tar so wert­voll, dass jeder Pas­tor und Pre­di­ger regel­mä­ßig dar­in lesen soll­te. Der durch­weg erbau­li­che Stil wird aber genau­so jeden Chris­ten in der Nach­fol­ge stär­ken und die Herr­lich­keit der Hei­li­gen Schrift erhel­len. Es ist eine Bibel­aus­le­gung für alle! Kauft und ver­schenkt die­sen Kom­men­tar und signa­li­siert damit dem 3L Ver­lag, dass die nächs­ten Bän­de bald erschei­nen sollen.

Hier folgt die Rezen­si­on von Bene­dikt Peters mit freund­li­cher Geneh­mi­gung von leseplatz.de:

In der eng­lisch­spra­chi­gen Welt ist der puri­ta­ni­sche Bibel­aus­le­ger Mat­thew Hen­ry (1662−1714) ein Begriff. Spur­ge­on sag­te von ihm: „Als Ers­ten unter den Gewal­ti­gen der Bibel­aus­le­ger müs­sen wir Mat­thew Hen­ry nen­nen. Er ist fromm und ker­nig, gesund und ver­nünf­tig, sug­ges­tiv und nüch­tern, treff­si­cher und ver­trau­ens­wür­dig. Du wirst fest­stel­len, er glit­zert nur so vor Meta­phern, ist reich an Ana­lo­gien, voll von Illus­tra­tio­nen, über­flie­ßend an Betrach­tun­gen… Er ist gewöhn­lich klar, anschau­lich und vol­ler Mark; er sieht sofort durch einen Text hindurch.“

Spur­ge­on emp­fahl den Stu­den­ten an sei­nem Pre­di­ger­se­mi­nar, die ers­ten zwölf Mona­te nach ihrer Absol­vie­rung den gesam­ten Hen­ry (sechs Bän­de zu je über 1000 Sei­ten) zu lesen. Das wer­de ihnen Anlei­tun­gen und Anre­gun­gen zum Pre­di­gen geben: „Euch wer­den Gedan­ken und Ein­fäl­le kom­men wie die Schwal­ben, die im Herbst eine alte Scheu­ne umschwir­ren.“ Das nun auf Deutsch erschie­ne­ne Werk wird als „neu“ vor­ge­stellt, denn es han­delt sich nicht um die Über­set­zung des ursprüng­li­chen Kom­men­tars von Mat­thew Hen­ry, son­dern um eine Bear­bei­tung. Im „Vor­wort zur neu über­ar­bei­te­ten Aus­ga­be“ erfah­ren wir vom eng­li­schen Bear­bei­ter M. H. Man­ser, dass er den Kom­men­tar les­ba­rer machen woll­te, wes­halb er die von ihm als „lang­at­mig“ emp­fun­de­nen Sät­ze Hen­rys kürzte.

Ich lese seit vie­len Jah­ren den ursprüng­li­chen Hen­ry und habe sei­ne Sät­ze nie als lang­at­mig emp­fun­den. Lang, ja, aber von gro­ßer Fri­sche und Leben­dig­keit. Man­ser hat aber nicht nur gekürzt, er hat auch gan­ze Sät­ze aus­ge­las­sen — lei­der. Zudem hat er, wie er bekennt, Hen­rys „Stand­punk­te – wie zum Bei­spiel gegen­über der Römisch Katho­li­schen Kir­che – etwas abge­mil­dert“. Das ist äußerst bedau­er­lich, zumal Man­ser nicht nur abge­mil­dert, son­dern teil­wei­se Ver­ur­tei­lun­gen des Katho­li­schen Aber­glau­bens ganz unter­schla­gen hat.

Hier ein Bei­spiel: Hen­ry schreibt zu Johan­nes 19,25: „Es ist eine gott­lo­se und got­tes­läs­ter­li­che Kon­struk­ti­on aus der Feder gewis­ser papis­ti­scher Schrei­ber, wenn sie aus der Tat­sa­che, dass die Jung­frau Maria am Kreuz stand, fol­gern, sie habe nicht weni­ger als Chris­tus dazu bei­getra­gen, für unse­re Sün­den Genü­ge zu tun, so dass sie Co-Media­trix (Mit-Mitt­le­rin) Co-Adiu­trix (Mit­hel­fe­rin) unse­rer Erret­tung gewor­den sei.“ Ich hal­te es heu­te für min­des­tens so wich­tig wie zur Zeit Hen­rys (17./18. Jahr­hun­dert), die Irr­tü­mer der Kir­che von Rom mit kla­ren Wor­ten auf­zu­de­cken. Der Bear­bei­ter hat aber auch geän­dert. Im ursprüng­li­chen M. Hen­ry steht zu Johan­nes 17,2 u. a. die­se Erklä­rung: „Hier sehen wir, wie der uni­ver­sa­len Herr­schaft des Erlö­sers das Fol­gen­de unter­stellt wur­de: Er hat Gewalt über alles Fleisch, damit er der Zahl der Aus­er­wähl­ten ewi­ges Leben geben möchte.

Man beach­te: Die Herr­schaft Chris­ti über die Men­schen­kin­der bezweckt die Erret­tung der Got­tes­kin­der. Denn alles ist um ihret­wil­len, 2Kor 4,15. Alle Geset­ze Chris­ti, alle Ver­ord­nun­gen und Ver­hei­ßun­gen, die allen gege­ben sind, haben den Zweck, in wirk­sa­mer Wei­se all denen, die Chris­tus gege­ben wur­den, das ewi­ge Leben sicher­zu­stel­len. Er ist als Haupt über alles der Gemein­de gege­ben. Die Ver­wal­tung der bei­den Rei­che der Vor­se­hung und der Gna­de sind in die glei­che Hand gege­ben, und damit muss alles zum Guten zusam­men­wir­ken für die Beru­fe­nen.“ In Man­sers Bear­bei­tung und dar­um auch in der deut­schen Aus­ga­be fehlt der gan­ze fett gedruck­te Satz. Steht der aber nicht, hat der dar­auf fol­gen­de Satz nicht die Bedeu­tung, die Hen­ry ihm gab. Das muss man nach­ge­ra­de eine Ver­fäl­schung der Gedan­ken M. Hen­rys nennen.

Und dann feh­len im Anschluss dar­an wich­ti­ge Erläu­te­run­gen. Der gan­ze über­setz­te Abschnitt lau­tet im „Neu­en Mat­thew Hen­ry“: „Hier gibt es die Unter­ord­nung der umfas­sen­den Voll­macht des Erlö­sers unter dies. Chris­ti Voll­macht über die Men­schen soll das Heil der Kin­der Got­tes bewir­ken. Die Ver­wal­tung der Rei­che der Vor­se­hung und der Gna­de sind in die glei­chen Hän­de gelegt, damit alle Din­ge dazu gebracht wer­den kön­nen, zum Guten derer zusam­men­zu­wir­ken, die beru­fen sind.“

Abge­se­hen von die­sen Män­geln haben die Her­aus­ge­ber der deut­schen Leser­schaft einen nütz­li­chen Kom­men­tar zugäng­lich gemacht. Was fin­det er in ihm? Ein­lei­tend zum gan­zen Werk erör­tert Hen­ry zunächst die Bedeu­tung und Eigen­art des Neu­en Tes­ta­ments (lei­der gegen­über dem Ori­gi­nal sehr stark gekürzt) und dar­auf der vier Evan­ge­li­en. Zu einem jeden Evan­ge­li­um gibt er eine kur­ze, prä­gnan­te und nütz­li­che Ein­lei­tung. Jedes Kapi­tel wird ein­lei­tend in knap­pen Wor­ten zusam­men­ge­fasst und geglie­dert. Dar­auf fol­gen die Kom­men­ta­re zu jedem Vers. Zunächst wird Sinn und Bedeu­tung des­sel­ben dis­ku­tiert; dazu fin­det der Autor immer wie­der Anlass, wich­ti­ge, im jewei­li­gen Text­ab­schnitt ent­hal­te­ne Leh­ren zu erör­tern, auch fal­sche Leh­ren zu wider­le­gen. Es fol­gen dar­auf stets prak­ti­sche Anwen­dun­gen für das Glaubensleben.

Hier als Kost­pro­be eini­ge Gedan­ken Mat­thew Hen­rys zu Johan­nes 17,2:

„Er hat Voll­macht über alles Fleisch: Über das gan­ze Men­schen­ge­schlecht. Er hat auch Voll­macht über die Welt der Geis­ter, doch jetzt, als er Mitt­ler zwi­schen Gott und der Mensch­heit war, mach­te er sei­ne Voll­macht über alles Fleisch gel­tend. Die er unter­wer­fen und ret­ten soll­te, waren Men­schen; aus dem Men­schen­ge­schlecht war ihm ein Über­rest gege­ben, und des­halb waren alle aus die­ser Rei­he von Lebe­we­sen sei­nen Füßen unter­wor­fen (Hebr 2,8). Über das Men­schen­ge­schlecht, wel­ches als ver­derbt und gefal­len betrach­tet wur­de… Der Herr Jesus hat alle Voll­macht über die­ses sün­di­ge Geschlecht und alles Gericht ist ihm über­ge­ben (s. Joh 5,22). Wen er nicht beherrscht, den ver­wirft er, Ps 22,29; 72,8; Mt 28,18; Joh 3,35. Die gro­ße Absicht und der Zweck die­ser Voll­macht: Damit er allen ewi­ges Leben gebe, die du ihm gege­ben hast. Hier haben wir, wie der Vater die Erwähl­ten dem Erlö­ser über­gibt und sie ihm als die Kro­ne und die Beloh­nung sei­nes Wer­kes gibt. Hier haben wir, wie sich der Sohn ver­pflich­tet, die Selig­keit derer zu bewah­ren, die ihm gege­ben waren, damit er ihnen ewi­ges Leben gebe…“ (S. 705)

Titel: Der Neue Mat­thew Hen­ry Kom­men­tar (Band 1) — Matthäus-Johannes
Ori­gi­nal­ti­tel: The New Mat­thew Hen­ry Commentary
Autor: Mat­thew Henry
Über­ar­bei­tet von: Mar­tin H. Manser
Sei­ten: 760
For­mat: 17 x 24 cm
Ein­band: Hardcover
Jahr: 1. Auf­lage 2013
Ver­lag: 3L Verlag
ISBN: 9783943440812
Preis: 39,90 EUR
erhält­lich bei: 3L Ver­lag, leseplatz.de

Kategorie: Bibelkommentare

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NIMM UND LIES - dieser Aufforderung möchte ich selbst nachkommen und andere dazu motivieren und anleiten. NIMM UND LIES zuerst die Bibel und dann gute christliche Literatur. Denn beim Lesen lässt sich vortrefflich denken (nach Leo Tolstoi). Ich lebe mit meiner Frau und unseren fünf Kindern in Baden-Württemberg.

1 Kommentare

  1. MinorSingingAirhead sagt

    Da bin ich aber froh, dass ich zuvor den Ori­gi­nal Hen­ry (6 Bän­de) gekauft habe.

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