Alle Artikel in: Rezensionen

Aus „Heaven on Earth“
Thomas Brooks über den Umgang mit Information

Thomas Brooks gibt im Vorwort seines Buches über die Heilsgewissheit (Hier kostenfrei im Web) einen Ratschlag, wie man weise mit Wissen, Information, Büchern u.Ä. umgehen kann: „Ein Vater, der drei Söhne hatte, wollte sie auf ihre Vernunft prüfen und gab jedem von ihnen einen Apfel, an dem ein Teil faul war. Der Erste aß seinen Apfel auf, mit allem, was faul war; Der Zweite warf alles weg, weil ein Teil davon faul war; Der Dritte nahm das Faule heraus und aß das, was gut war. Der Dritte war der Weiseste. Die einen verschlingen in diesen Tagen alles, das Faule und das Gute zusammen; Die anderen verwerfen die ganze Wahrheit, weil alles, was ihnen vorgesetzt wird, nicht die Wahrheit ist; aber die Weisesten sind die, die das Gute zu wählen und das Böse abzulehnen wissen… (Jes. 7,15.)“ Jes.7: 15 Butter und Honig wird er essen, bis er weiß, Böses zu verwerfen und Gutes zu erwählen.  

Zitate aus De Dono Perseverantiae
Augustinus über die Gabe des Ausharrens bis zum Schluss

Lesezeit: 31 Minuten Das Werk Augustins De Dono Perservantiae“ ist eigentlich ein Brief Augustins an Hillarius, und kann als zweites Buch über die Vorherbestimmung verstanden werden, denn es baut in weiten Teilen darauf an. Inhaltlich lassen sich beide Werke dennoch gut unabhängig von einander lesen. Tatsächlich war dieses Werk, eines der ersten von mir, dass ich von Augustinus gelesen habe. Die praktischen Implikationen aus der Überlegung, dass die Errettung eine Gnadengabe Gottes sind, sind bei Augustinus an der Frage nach dem Ausharren bis zum Schluss ausgerichtet. Eine Anwendung, wie man sie in der Reformation vor allem für die Glaubensgewissheit gezogen hat, wird man aber nur angedeutet finden. Auch die Frage nach der Identität ist hier weniger vorhanden, wenn auch Augustinus darauf in anderen Werken eingeht. Das Werk ist im Mittelalter auch unter dem Titel “Die Vorzüge  des Geschenkes der Beharrlichkeit” bekannt gewesen. Mir war es nicht möglich eine deutsche Version des Buches zu finden, so dass ich es auf Englisch gelesen habe. Eine doppelte Übersetzung will ich meiden, und habe deswegen diesmal die Zitate auf …

The Rise and Triumph of the Modern Self
Eine Rezension von philemonblog.de

Carl R. Trueman ist wohl einer der letzten evangelikalen Autoren, der noch Leser außerhalb der evangelikalen Bubble erreicht. Mindestens das ist ein Grund, um auf diese gelungene Buchzusammenfassung Daniels von philemonblog.de hinzuweisen: „Weil ich von der Wichtigkeit dieses Buches überzeugt bin, ist es daher mein Anspruch in diesem Book Review, eine umfassende Zusammenfassung der Gedankengänge des Autors wiederzugeben….“ Zur vollständigen Buchbesprechung. Seine Jahreslektüre stellt Daniel übrigens in diesem hilfreichen Artikel vor. An dieser Stelle sei schließlich noch auf das Projekt von Ron Kubsch hingewiesen, der daran arbeitetet, das Buch auch auf deutsch herauszugeben. Mehr dazu in diesem Artikel auf Theoblog.  

C.H. Spurgeon: Auf dein Wort
Andachten für jeden Tag

Ein Freund, der schon Jahrelang die unterschiedlichsten Andachtsbücher verwendet, meinte neulich, dass „Auf dein Wort“ von Spurgeon jenes ist, was sowohl am Meisten mitgegeben hat, wie auch am Besten hängengeblieben ist. Die Andacht für den 1. Januar empfinde ich als sehr treffend auch für das Jahr 2022: „“Der Herr aber sprach zu Mose: Ist denn die Hand des Herrn verkürzt?“ (4. Mose 11,23) Oft benimmt sich die Gemeinde Gottes so, als sei sie davon überzeugt, dass die Hand des Herrn verkürzt ist. Sie glaubt zwar, dass die göttliche Hand einst mächtig genug war, an einem Tag dreitausend Menschen durch die einfache Predigt des Petrus zu bekehren. Sie glaubt, dass ihr Gott in alten Tagen so gewaltig war, dass ihre armen, ungebildeten Evangelisten es mit den Schülern des Sokrates aufnehmen konnten und imstande waren, die Götter der Heiden zu stürzen. Sie glaubt das alles, und doch handelt sie heute oft so, als sie das Evangelium kraftlos geworden und als hätte sich der Geist Gottes völlig von ihr zurückgezogen! In jenen ersten Tagen sandte sie ihre Missionare …

Buchtipp: Große Freude von John Piper
Andachtsbuch zum Advent

Es gibt Bücher, an denen bleibt man hängen, weil sie mit irgendeiner Besonderheit ins Auge stechen. Tolle Aufmachung, starke Farben, prägnanter Titel. Das neue Adventsandachtsbuch von John Piper „Große Freude“ hat mein Interesse schon bei seiner ersten Ankündigung geweckt. Ein schlichtes Cover im sanften Tannengrün wird geziert von einem in großen weißen Buchstaben kurze Titel. Doch lassen wir uns nicht vom Layout blenden. Wichtig ist der Inhalt. Der neu gegründet Verbum Verlag hat bei diesem Buch für den hochwertigen Inhalt eine adäquate Hülle geschaffen.

Interview mit Esther Weiss
Autorin der Kinderbuchserie "Behüte dein Herz"

Ein Freund machte mich auf dieses Kinderbuchprojekt aufmerksam, das vor kurzem unter dem Titel Guard your heart / Behüte dein Herz zweisprachig, nämlich auf Deutsch und Englisch erscheint. – Als ich dann die Möglichkeit hatte, einen der hochwertig hergestellten Bände in Händen zu halten, wollte ich die Verantwortlichen hinter diesem Projekt interviewen. Heute nun veröffentlichen wir die Antworten, die uns Esther Weiss auf unsere Fragen gegeben hat: 1. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Kinderbücher zu verfassen? Als ich mich vor einigen Jahren auf die Suche nach Kinderbüchern über verschiedene (christliche) Werte machte, fand ich nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Und so legte Gott mir nur wenig später aufs Herz, selber Bücher zu schreiben. Mein Mann und ich beteten und waren fasziniert, wie die Idee nach und nach Gestalt annahm und zu einem immer größer werdenden Projekt heranwuchs: eine Themen- und Mitmachreihe für Kinder ab 6 Jahren unter dem Motto „Behüte dein Herz“.

Rezension: Gemeinde wiederentdecken

Vor vielen Jahren hörte ich eine Vortragsserie von John MacArthur: Warum ich die Gemeinde liebe. Ich hörte mit einer großen Begeisterung, aber auch mit einer tiefen Beschämung zu. Noch nie hatte ich so einen tiefen Einblick in die Gemeindelehre erhalten, obwohl ich, seitdem ich lebe, in der Gemeinde aufgewachsen bin. Da mein Vater immer aktiv im Gemeindedienst war und seit vielen Jahren als Ältester dient, hatte ich zwar einen umfassenden Einblick in das Gemeindeleben. Flecken und Runzeln habe ich zuhauf gesehen. Natürlich prägte auch Helles und Hoffnungsvolles meinen Blick auf Gemeinde. Aber erst MacArthur öffnete mir die Augen für die Herrlichkeit der Gemeinde Jesu Christi. Viel Zeit ist seitdem vergangen. Trotz aller Widrigkeiten ist mir die Gemeinde wichtig, lebenserhaltend und lieb geblieben. Auch gerade und trotz der Corona Zeit. Hansen und Leeman haben weit über die USA hinaus Einblick in Gemeinden. Corona hat die Gemeinden erschüttert. Gemeinden haben sich geändert. Gemeindeglieder sind offener für neue Formen des Gemeindelebens geworden oder nehmen vorlieb mit einem Leben ohne Gemeinde. Es deutet auf schlimme Zustände, wenn Gemeinde wiederentdeckt …

Zwölf Perlenketten meiner Lektüre

Der Artikel „Meine persönliche „Top-Ten“ Auswahl christlicher Werke“ benötigt dringend eine Aktualisierung. Heute kann ich sie endlich liefern: Zunächst möchte ich aufzeigen, wo die Grenzen meines bisherigen Artikels liegen.  Anschließend erläutere ich das Konzept, dass ich als „Perlenketten“ bezeichne: Das Konzept ermöglicht mir, sich mit zentralen Themen ausführlich zu befassen und doch unterschiedliche Perspektiven einzubinden. Die Frage, die ich dabei bespreche, ist, wie man eine hilfreiche Kette mit einem passenden „Anfangsknoten“ knüpft. Schließlich gewähre ich einen Blick in eine größere Auswahl an Perlenketten. Was an meiner bisherigen Liste problematisch ist Im Wesentlichen drei Dinge: 1) Es fehlte Struktur: Vor allem „heilige fromme“ Titel prägten mich, häufig ohne Folgen für das alltägliche Leben. 2) Fehlt Substanz: Vor 9 Jahren war ich einfach kein erfahrener Leser: So kannte ich außer Calvins Bibelkommentaren kaum einen anderen Kommentar. Und obwohl ich diese weiterhin für exzellent halte, denke ich, dass man weiser mit Kommentaren umgehen kann. 3) Ich konzentriere mich ausschließlich auf christliche Werke. Ein Schwerpunkt, der mein Leben auch weiterhin prägt, aber ich habe immer auch gerne Klassiker gelesen, …

„… trotzdem Ja zum Leben sagen“ von Viktor Frankl
Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager

Ich bin über diese nüchternen und doch erschütternden Aufzeichnungen von Viktor Frankl in seinem Buch „… trotzdem Ja zum Leben sagen“ gestoßen. Sie haben mich sofort gefesselt. Frankls Weisheit mit Leiden umzugehen ist äußerst lehrreich. Ich habe einige Zitate aus dem Buch ausgewählt: Individuelle Schuld und gute Tat Das Individuum ist es, das schuldig am Nächsten wird und jedes mal aufs Neue vor der Entscheidung steht, gut oder böse zu handeln. Entsprechend stellt Frankl fest: Unter den Lagerinsassen, die sich viele, viele Jahre in Lagern aufhielten, von einem Lager in das andere und schließlich insgesamt in Dutzende von Lagern gebracht wurden, konnten sich im Durchschnitt nur jene am Leben erhalten, die in diesem Kampf um die Lebenserhaltung skrupellos waren und auch vor Gewalttätigkeit, ja sogar nicht einmal vor Kameradschaftsdiebstahl zurückschreckten. Wir alle, die wir durch tausend und abertausend glückliche Zufälle oder Gotteswunder – wie immer man es nennen will – mit dem Leben davongekommen sind, wir wissen es und können es ruhig sagen: die Besten sind nicht zurückgekommen (Hervorhebung des Autors) „Der Mut zum Bekenntnis erhöht …

Tipp: The Rise and Triumph of the Modern Self

Eine Gastrezension von David Tissen: „So many Christian books seek to explain the church to the modern world. But in these pages, Carl Trueman explains modernity to the church, with depth, clarity, and force. The significance of The Rise and Triumph of the Modern Self, arriving at this late hour, is hard to overstate.“ (Rod Dreher) Was ist die Welt, in der wir leben? Was ist die Welt, in der Christen heute aufgerufen werden das Wort Gottes zu verkündigen? Carl Trueman, von seiner Überzeugung Protestant und Dozent am Grove City College (Pennsylvania, USA), geht dieser Frage nach. Um die Notwendigkeit dieser Aufgabe zu erklären, verweise ich auf eine Begebenheit, die Carl Trueman häufig seinen Studenten erzählt. Carl Trueman fragt seine Studenten oft nach der Ursache des Zusammenstürzens der beiden World Trade Center Türme. Nachdem einige Studenten Antworten geben, gibt Trueman selbst folgende Antwort: „Sie sind aufgrund der Thermodynamik eingestürzt. Die Stahlträger konnten aufgrund der Hitze die Belastung nicht mehr halten und sind eingestürzt.“ (In eigenen Worten wiedergegeben)