Alle Artikel in: Rezensionen

Interview mit Esther Weiss
Autorin der Kinderbuchserie „Behüte dein Herz“

Ein Freund mach­te mich auf die­ses Kin­der­buch­pro­jekt auf­merk­sam, das vor kur­zem unter dem Titel Guard your heart / Behü­te dein Herz zwei­spra­chig, näm­lich auf Deutsch und Eng­lisch erscheint. — Als ich dann die Mög­lich­keit hat­te, einen der hoch­wer­tig her­ge­stell­ten Bän­de in Hän­den zu hal­ten, woll­te ich die Ver­ant­wort­li­chen hin­ter die­sem Pro­jekt inter­view­en. Heu­te nun ver­öf­fent­li­chen wir die Ant­wor­ten, die uns Esther Weiss auf unse­re Fra­gen gege­ben hat: 1. Wie seid ihr auf die Idee gekom­men, Kin­der­bü­cher zu ver­fas­sen? Als ich mich vor eini­gen Jah­ren auf die Suche nach Kin­der­bü­chern über ver­schie­de­ne (christ­li­che) Wer­te mach­te, fand ich nicht das, was ich mir vor­ge­stellt hat­te. Und so leg­te Gott mir nur wenig spä­ter aufs Herz, sel­ber Bücher zu schrei­ben. Mein Mann und ich bete­ten und waren fas­zi­niert, wie die Idee nach und nach Gestalt annahm und zu einem immer grö­ßer wer­den­den Pro­jekt her­an­wuchs: eine The­­men- und Mit­mach­rei­he für Kin­der ab 6 Jah­ren unter dem Mot­to „Behü­te dein Herz“.

Rezension: Gemeinde wiederentdecken

Vor vie­len Jah­ren hör­te ich eine Vor­trags­se­rie von John MacAr­thur: War­um ich die Gemein­de lie­be. Ich hör­te mit einer gro­ßen Begeis­te­rung, aber auch mit einer tie­fen Beschä­mung zu. Noch nie hat­te ich so einen tie­fen Ein­blick in die Gemein­de­leh­re erhal­ten, obwohl ich, seit­dem ich lebe, in der Gemein­de auf­ge­wach­sen bin. Da mein Vater immer aktiv im Gemein­de­dienst war und seit vie­len Jah­ren als Ältes­ter dient, hat­te ich zwar einen umfas­sen­den Ein­blick in das Gemein­de­le­ben. Fle­cken und Run­zeln habe ich zuhauf gese­hen. Natür­lich präg­te auch Hel­les und Hoff­nungs­vol­les mei­nen Blick auf Gemein­de. Aber erst MacAr­thur öff­ne­te mir die Augen für die Herr­lich­keit der Gemein­de Jesu Chris­ti. Viel Zeit ist seit­dem ver­gan­gen. Trotz aller Wid­rig­kei­ten ist mir die Gemein­de wich­tig, lebens­er­hal­tend und lieb geblie­ben. Auch gera­de und trotz der Coro­na Zeit. Han­sen und Lee­man haben weit über die USA hin­aus Ein­blick in Gemein­den. Coro­na hat die Gemein­den erschüt­tert. Gemein­den haben sich geän­dert. Gemein­de­glie­der sind offe­ner für neue For­men des Gemein­de­le­bens gewor­den oder neh­men vor­lieb mit einem Leben ohne Gemein­de. Es deu­tet auf schlim­me Zustän­de, wenn Gemein­de wiederentdeckt …

Zwölf Perlenketten meiner Lektüre

Der Arti­kel „Mei­ne per­sön­li­che „Top-Ten“ Aus­wahl christ­li­cher Wer­ke“ benö­tigt drin­gend eine Aktua­li­sie­rung. Heu­te kann ich sie end­lich lie­fern: Zunächst möch­te ich auf­zei­gen, wo die Gren­zen mei­nes bis­he­ri­gen Arti­kels lie­gen.  Anschlie­ßend erläu­te­re ich das Kon­zept, dass ich als „Per­len­ket­ten“ bezeich­ne: Das Kon­zept ermög­licht mir, sich mit zen­tra­len The­men aus­führ­lich zu befas­sen und doch unter­schied­li­che Per­spek­ti­ven ein­zu­bin­den. Die Fra­ge, die ich dabei bespre­che, ist, wie man eine hilf­rei­che Ket­te mit einem pas­sen­den „Anfangs­kno­ten“ knüpft. Schließ­lich gewäh­re ich einen Blick in eine grö­ße­re Aus­wahl an Per­len­ket­ten. Was an mei­ner bis­he­ri­gen Lis­te pro­ble­ma­tisch ist Im Wesent­li­chen drei Din­ge: 1) Es fehl­te Struk­tur: Vor allem „hei­li­ge from­me“ Titel präg­ten mich, häu­fig ohne Fol­gen für das all­täg­li­che Leben. 2) Fehlt Sub­stanz: Vor 9 Jah­ren war ich ein­fach kein erfah­re­ner Leser: So kann­te ich außer Cal­vins Bibel­kom­men­ta­ren kaum einen ande­ren Kom­men­tar. Und obwohl ich die­se wei­ter­hin für exzel­lent hal­te, den­ke ich, dass man wei­ser mit Kom­men­ta­ren umge­hen kann. 3) Ich kon­zen­trie­re mich aus­schließ­lich auf christ­li­che Wer­ke. Ein Schwer­punkt, der mein Leben auch wei­ter­hin prägt, aber ich habe immer auch ger­ne Klas­si­ker gele­sen, die ich nun mit …

„… trotzdem Ja zum Leben sagen“ von Viktor Frankl
Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager

Ich bin über die­se nüch­ter­nen und doch erschüt­tern­den Auf­zeich­nun­gen von Vik­tor Frankl in sei­nem Buch „… trotz­dem Ja zum Leben sagen“ gesto­ßen. Sie haben mich sofort gefes­selt. Fran­kls Weis­heit mit Lei­den umzu­ge­hen ist äußerst lehr­reich. Ich habe eini­ge Zita­te aus dem Buch aus­ge­wählt: Indi­vi­du­el­le Schuld und gute Tat Das Indi­vi­du­um ist es, das schul­dig am Nächs­ten wird und jedes mal aufs Neue vor der Ent­schei­dung steht, gut oder böse zu han­deln. Ent­spre­chend stellt Frankl fest: Unter den Lager­in­sas­sen, die sich vie­le, vie­le Jah­re in Lagern auf­hiel­ten, von einem Lager in das ande­re und schließ­lich ins­ge­samt in Dut­zen­de von Lagern gebracht wur­den, konn­ten sich im Durch­schnitt nur jene am Leben erhal­ten, die in die­sem Kampf um die Lebens­er­hal­tung skru­pel­los waren und auch vor Gewalt­tä­tig­keit, ja sogar nicht ein­mal vor Kame­rad­schafts­dieb­stahl zurück­schreck­ten. Wir alle, die wir durch tau­send und aber­tau­send glück­li­che Zufäl­le oder Got­tes­wun­der – wie immer man es nen­nen will – mit dem Leben davon­ge­kom­men sind, wir wis­sen es und kön­nen es ruhig sagen: die Bes­ten sind nicht zurück­ge­kom­men (Her­vor­he­bung des Autors) „Der Mut zum Bekennt­nis erhöht den …

Tipp: The Rise and Triumph of the Modern Self

Eine Gast­re­zen­si­on von David Tis­sen: „So many Chris­ti­an books seek to exp­lain the church to the modern world. But in the­se pages, Carl Tru­e­man exp­lains moder­ni­ty to the church, with depth, cla­ri­ty, and for­ce. The signi­fi­can­ce of The Rise and Tri­umph of the Modern Self, arri­ving at this late hour, is hard to over­sta­te.“ (Rod Dre­her) Was ist die Welt, in der wir leben? Was ist die Welt, in der Chris­ten heu­te auf­ge­ru­fen wer­den das Wort Got­tes zu ver­kün­di­gen? Carl Tru­e­man, von sei­ner Über­zeu­gung Pro­tes­tant und Dozent am Gro­ve City Col­le­ge (Penn­syl­va­nia, USA), geht die­ser Fra­ge nach. Um die Not­wen­dig­keit die­ser Auf­ga­be zu erklä­ren, ver­wei­se ich auf eine Bege­ben­heit, die Carl Tru­e­man häu­fig sei­nen Stu­den­ten erzählt. Carl Tru­e­man fragt sei­ne Stu­den­ten oft nach der Ursa­che des Zusam­men­stür­zens der bei­den World Tra­de Cen­ter Tür­me. Nach­dem eini­ge Stu­den­ten Ant­wor­ten geben, gibt Tru­e­man selbst fol­gen­de Ant­wort: „Sie sind auf­grund der Ther­mo­dy­na­mik ein­ge­stürzt. Die Stahl­trä­ger konn­ten auf­grund der Hit­ze die Belas­tung nicht mehr hal­ten und sind ein­ge­stürzt.“ (In eige­nen Wor­ten wiedergegeben)

Als der Apostel Johannes zweimal eine Dummheit beging…

Offen­ba­rung 22,8 – 9: „Und ich, Johan­nes, bin es, der dies gehört und gese­hen hat. Und als ich’s gehört und gese­hen hat­te, fiel ich nie­der, um anzu­be­ten zu den Füßen des Engels, der mir dies zeig­te. Und er spricht zu mir: Tu es nicht! Ich bin dein Mit­knecht und der Mit­knecht dei­ner Brü­der, der Pro­phe­ten, und derer, die bewah­ren die Wor­te die­ses Buches. Bete Gott an!“ Die­se Stel­le fas­zi­niert mich in der Offen­ba­rung in beson­de­rer Wei­se. Zunächst ein­mal ist hier die Trans­pa­renz des Johan­nes nicht hoch genug zu schät­zen. Bei sei­nen Offen­ba­run­gen, die alle ande­ren Apos­tel über­bie­ten, stei­gen ihm die­se nicht zu Kopf: Nein er berich­tet nach den größ­ten Visio­nen der Neu­schöp­fung Got­tes auch über sein Ver­sa­gen. Er hat Gott auf den Thron erblickt, dem Lamm Got­tes, dem Löwen aus Zion zuge­schaut, die Gerich­te Got­tes gese­hen und ist doch noch anfäl­lig für Göt­zen­dienst. In einer ande­ren Wei­se zeigt es auch, wie anfäl­lig wir für Göt­zen­dienst sind. Dann fällt auf, dass ihm das gan­ze zwei Mal pas­siert. In Offb. 19,10 ist ihm das schon ein­mal pas­siert, dass ein Engel ihn …

Eine Auswahl meiner Audible-Bibliothek
Was wir hören:

Seit 8 Jah­ren nut­ze ich Audi­ble und gegen­wär­tig sind knapp knapp 110 Wer­ke Teil mei­ner Biblio­thek . In den lez­ten Jah­ren habe ich mit Freu­de wahr­ge­nom­men, dass die Aus­wahl christ­li­cher Wer­ke in Audi­ble zuge­nom­men hat, was ein Argu­ment für ein Abo sein kann. Per­sön­lich höre ich Hör­bü­cher fast aus­schließ­lich bei drei Sze­na­ri­en: Bei lan­gen Auto­fahr­ten Mit den Kin­dern zusam­men Vor dem Schla­fen­ge­hen vor allem in den lan­gen Win­ter­näch­ten. Ent­spre­chend ist auch  mei­ne Hör­bi­blio­thek in einer gewis­sen Wei­se drei­ge­teilt. Das Hör-Buch der Mit­te Die gro­ße Hör­bi­bel, die die Deut­sche Bibel­ge­sell­schaft her­aus­ge­bracht hat, ist eine wirk­li­che Per­le. Durch die sze­ni­sche Lesung wird die Auf­merk­sam­keit dem Text gegen­über deut­lich erhöht. Wir hören immer wie­der  mitt­le­re und klei­ne­re Abschnit­te, ich habe mich aber auch schon dabei erwischt, dass ich das neue Tes­ta­ment in weni­gen Tagen voll­stän­dig durch­ge­hört habe (Zur aus­führ­li­che­ren Rezen­si­on geht es hier lang). Klas­sik In den ers­ten Jah­ren habe ich vor allem Klas­si­ker gehört. Vor allem Kurz­ge­schich­ten und Erzäh­lun­gen der Welt­li­te­ra­tur höre ich bis heu­te ger­ne: Ame­ri­ka­ni­sche Kurz­ge­schich­ten von Mark Twain bis Her­man Mel­vil­le: Eine gelun­ge­ne Aus­wahl. Ich will Irwings Legende …

Ein Loblied auf den Jakobusbrief
Die Bibel lesen.

Fast jeder mei­ner Logos-Kom­­men­­ta­­re zum Jako­­bus-Brief nimmt Bezug auf Luthers Gering­schät­zung des Jako­bus­brie­fes. Luther mach­te wenig Hehl dar­aus, dass er nicht viel für die­sen Brief übrig hat­te. Aber lasst ihn dahin fah­ren! Ich will lie­ber Luthers Werk ver­ges­sen und von allen Luthe­ra­nern getrennt sein, als nicht den Jako­bus­brief zu besit­zen. In mei­ner christ­li­chen Bub­ble hat man den Jako­bus­brief immer wert­ge­schätzt. Ein kost­ba­res Erbe mei­ner Kind­heit und russ­land­deut­schen Prä­gung ist es, dass ich sogar ange­hal­ten wur­de, die­sen Brief aus­wen­dig zu ler­nen. Ein loh­nens­wer­ter Invest für gera­de mal 108 Ver­se. Im fol­gen­den möch­te ich skiz­zen­haft davon berich­ten, was ich am Jako­bus­brief wert­schät­ze und auf ein paar Ein­wän­de ein­ge­hen, die uns ggf. vom Lesen und Umset­zen des Jako­bus­brie­fes abhal­ten könn­ten. Seel­sor­ger­li­che Qua­li­tät Der Brief ist kurz, sehr prak­tisch und von uner­war­te­ter seel­sor­ger­li­cher Qua­li­tät. Immer wie­der fal­len mir neue Per­len auf. Eine Aus­wahl. Ver­su­chun­gen als Grund zur Freu­de: Jako­bus ist furcht­bar rea­lis­tisch. Ver­su­chun­gen sind nicht der Aus­nah­me­zu­stand, son­dern die Norm. Ja, Ver­su­chun­gen und Freu­de kön­nen Hand in Hand gehen: „Mei­ne Brü­der und Schwes­tern, erach­tet es für lau­ter Freu­de, wenn ihr …

Sharon James: „Der, die, was?“

Eine Gast­re­zen­si­on von Caro­lin Schmitt: Mitt­ler­wei­le ist es kaum zu ver­mei­den, dass man mit der gen­der­ge­rech­ten Spra­che kon­fron­tiert wird und in immer mehr Tex­ten Schreib­wei­sen wie Kund:innen oder Verkäufer:innen liest. Ich ver­mu­te, dass vie­len Eltern – egal ob Chris­ten oder Nicht-Chris­­ten – über­haupt nicht bewusst ist, wie gezielt wir und vor allem die nächs­te Genera­ti­on mit die­ser Ideo­lo­gie indok­tri­niert wer­den. Sharon James gibt auf den 172 Sei­ten einen sehr guten Über­blick über die Ursprün­ge und Hin­ter­grün­de sowie die Inhal­te der Gen­­der-Ideo­­lo­­gie. Sie argu­men­tiert klar und fun­diert, dass es beim Gen­­der-Main­stre­a­­ming um eine Ideo­lo­gie geht, da die Theo­rie mit wis­sen­schaft­li­chen Argu­men­ten nicht beleg­bar ist. Die Theo­rie, die besagt, dass es zwi­schen dem bio­lo­gi­schen Geschlecht (eng­lisch sex) und einem gesell­schaft­li­chen bzw. aner­zo­ge­nen Geschlecht (eng­lisch gen­der) einen Unter­schied gibt, lässt sich in kei­ner Wei­se durch eine wis­sen­schaft­li­che Grund­la­ge bewei­sen, schreibt die Autorin. Dar­über hin­aus spre­chen für den ideo­lo­gi­schen Cha­rak­ter zahl­rei­che Bei­spie­le, die in dem Buch auf­ge­führt wer­den. Immer wie­der wer­den Fak­ten in der Öffent­lich­keit und in den Medi­en geleug­net. Berich­te von Men­schen, die nach Jah­ren eines Lebens im …

The Whole Christ von Sinclair Ferguson
Persönliche Neuentdeckung 2021

Sin­c­lair Fer­gu­son ist mit „The Who­le Christ“ in mehr­fa­cher Hin­sicht ein Spa­gat gelun­gen. Einer­seits gelingt es ihm, eine tro­cken wir­ken­de Debat­te der schot­ti­schen Pres­by­te­ria­ner im 18ten Jahr­hun­dert in unse­re Zeit zu holen. Dabei erweist er sich als Exper­te in den Lebens­läu­fen vie­ler Puri­ta­ner und der Gläu­bi­gen Schott­lands. Sei­ne Detail­an­ga­ben erleich­tern dabei den Lese­fluss und öff­nen mit die­sen Dar­stel­lun­gen eine wei­te Tür in das bun­te und leben­di­ge Werk der Puri­ta­ner (Ich den­ke per­sön­lich, dass ihm das sogar viel bes­ser gelingt als z.B. Bee­ke in der „Puri­tan Theo­lo­gy“). Doch wor­um ging es bei die­ser Debat­te, die als „the Mar­row Con­tro­ver­sy“ bis heu­te fast jeden Theo­lo­gie­stu­den­ten Schott­lands beschäf­tigt? Fer­gu­son arbei­tet die Rele­vanz der dahin­ter­ste­hen­den Fra­ge her­aus: Gibt es eine Bedin­gung, um zu Jesus zu kom­men bzw. von sei­nen Seg­nun­gen zu pro­fi­tie­ren. Wir ken­nen die­se Fra­ge oft im Rah­men der Fra­ge: „Kann ich jedem sagen, dass Chris­tus für ihn gestor­ben ist?“ Wer bis dahin dach­te, dass es bloß ein cal­vi­nis­ti­sches Pro­blem ist, wird von den Aus­füh­run­gen Fer­gu­sons über­rascht:  „Lei­der sind Cal­vi­nis­ten und Armi­nia­ner (his­to­risch gese­hen, defor­mier­te Cal­vi­nis­ten in ihrer …