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Buchrezension: Gewürdigt zur Schmach

von John Piper

256317(1)Nach der Ver­öf­fent­li­chung von „Über­wäl­tigt von Gna­de“, „Stand­haft im Lei­den“ und „Beharr­lich in Geduld“ liegt nun end­lich ein wei­te­rer Band von John Piper mit kur­zen Lebens­skiz­zen drei­er Män­ner Got­tes vor. Piper beab­sich­tigt hier­bei aller­dings nicht einen umfas­sen­den Über­blick über das Leben und Wir­ken der aus­ge­wähl­ten Per­so­nen zu geben, son­dern hebt jeweils einen bestimm­ten Aspekt im Leben der Prot­ago­nis­ten her­vor.

Im vor­lie­gen­den Buch geht es nun um das The­ma „Leid“ im Leben Wil­liam Tyn­da­les – der die Bibel ins Eng­li­sche über­setz­te, des Mis­sio­nars John Paton – der die „neu­en Hebri­den“ mis­sio­nier­te und Ado­ni­ram Jud­sons – der die Bot­schaft von Chris­tus nach Bir­ma brach­te.
Das Buch beginnt mit einem Ein­füh­rungs­ka­pi­tel, in dem Piper die The­se for­mu­liert, dass Leid weni­ger ein Begleit­um­stand des Mis­si­ons­diens­tes ist, son­dern viel­mehr zur gött­li­chen
Mis­si­ons­stra­te­gie dazu­ge­hört: „Ich spre­che nicht nur über die Tat­sa­che, dass durch die Ver­kün­di­gung an vor­ders­ter Front Lei­den ent­ste­hen. Ich rede viel­mehr eben­so von der Tat­sa­che, dass die­se Lei­den zu der von Gott beab­sich­tig­ten Stra­te­gie gehö­ren, die in der Mis­si­on zum Erfolg führt.“ (S. 22).

Er belegt die­se The­se fun­diert mit Bibel­stel­len (ins­bes. mit Kol 1,24) bevor er sich den drei Lebens­skiz­zen zuwen­det. Soweit man das bei die­sem The­ma sagen darf, sind die­se span­nend und packend zu lesen und bil­den einen ein­dring­li­chen Appell an uns, die­sen Män­nern in ihrer Lie­be zu Chris­tus nach­zu­ei­fern und unse­re west­li­che Bequem­lich­keit, Sicher­heit und Lei­dens­scheu in Fra­ge zu stel­len. Inso­fern lohnt sich die Lek­tü­re ganz sicher!

Die ori­gi­nel­len Zita­te von Paton wer­den dar­über hin­aus sicher nicht nur mich dazu ani­mie­ren, sei­ne Auto­bio­gra­phie – die lei­der inzwi­schen bei CLV ver­grif­fen ist – zur Hand zu neh­men und sich inten­si­ver in sein Leben zu ver­tie­fen. Das bewe­gends­te und „mensch­lichs­te“ Lebens­bild ist jedoch das von Ado­ni­ram Jud­son, der durch vie­le dunk­le Täler wan­der­te und in sei­nem Todes­lei­den die Wor­te sprach: „Wie weni­ge … müs­sen unter sol­chen Müh­sa­len ster­ben.“ Tyn­da­les Lebens­be­richt ist in vie­ler Hin­sicht der „magers­te“ der drei. Das Kapi­tel über ihn ist zwar eben­falls inter­es­sant, aber stre­cken­wei­se etwas tro­cken.

Lei­der gelingt es Piper nicht, sei­ne ein­gangs for­mu­lier­te The­se im Leben die­ser drei Män­ner deut­lich wer­den zu las­sen. Er schil­dert zwar gekonnt und fein­füh­lig ihr Leid, aber die Beweis­füh­rung ver­liert er dabei völ­lig aus den Augen. Scha­de – denn sei­ne The­se ist mehr als beden­kens­wert und es wäre schön gewe­sen, wenn es ihm gelun­gen wäre, die­ses Prin­zip am Leben, Lei­den und Mar­ty­ri­um Tyn­da­les, Patons und Jud­sons deut­lich zu machen. Den­noch ein abso­lut lesens­wer­tes Buch! (Inter­es­sier­te fin­den das skiz­zier­te Argu­ment übri­gens detail­liert aus­ge­führt und gut belegt in: Piper, John; „Welt­be­we­gend“; 3L; Wald­ems 2009; S. 85 – 135)

Wolf­gang Büh­ne, www.fest-und-treu.de

Titel: Gewür­digt zur Schmach
Autor: John Piper
Sei­ten: 192
For­mat: 11 x 17 cm
Ein­band: gebun­den
Jahr: 2012
Ver­lag: CLV
ISBN: 978−3−86699−317−4
Preis: 7,90 EUR
erhält­lich bei: CLV, leseplatz.de

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