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Nachfolge Christi

Thomas von Kempen

„Was nützt es dir, über die Drei­ei­nig­keit hoch­ge­lehrt strei­ten zu kön­nen, wenn du die Demut nicht hast, ohne die du der Drei­ei­nig­keit miss­fällst? Wahr­haf­tig, hoch­ge­lehr­te und tief­sin­ni­ge Wor­te machen den Men­schen nicht hei­lig und nicht gerecht: ein Leben voll Tugend dage­gen macht uns Gott genehm. Es ist mir ungleich lie­ber, ein leben­di­ges Gefühl der Reue und Buße im Her­zen zu haben, als eine schul­ge­rech­te Erklä­rung geben zu kön­nen, was Reue und Buße sei. Hät­test du die gan­ze Bibel und die Aus­sprü­che aller Phi­lo­so­phen im Gedächt­nis, hät­test aber dabei die Lie­be Got­tes und sei­ne Gna­de nicht im Her­zen: wozu hül­fe dir all jenes, ohne die­ses Ein­zi­ge?“

5 Kommentare

  1. „Wahr­haf­tig, hoch­ge­lehr­te und tief­sin­ni­ge Wor­te machen den Men­schen nicht hei­lig und nicht gerecht: ein Leben voll Tugend dage­gen macht uns Gott genehm.“
    Die Tugend tut’s aber auch nicht, son­dern der Glau­be an Jesus Chris­tus.

    Gruß,
    Andre­as

    P. S. In der Über­schrift muss es Kem­pen hei­ßen.

  2. M.B. sagt

    Inter­es­san­ter­wei­se fin­det man in his­to­ri­schen Erwäh­nun­gen auch die Bezeich­nung Tho­mas von Kemp­ten. Fakt ist aber, dass Tho­mas Haem­mer­lein nach sei­nem Geburts­ort Kem­pen benannt wur­de und es sich daher mög­li­cher­wei­se um eine geo­gra­phi­sche Ver­wechs­lung han­delt. Zur Schreib­wei­se sei­nes Namens fin­det man auch auch Haemer­ken oder Hermeken,welche eben­falls die Namens­be­deu­tung ‚klei­ner Ham­mer‘ besit­zen.

  3. Eduard Klassen sagt

    Man kann nicht Leh­re und Leben gegen­ein­an­der aus­spie­len. Bei­des geht Hand in Hand. Alles ande­re ist gegen die „Leh­re“ der Bibel. Tho­mas scheint in die­sem Zitat etwas unaus­ge­wo­gen zu sein. Aber sicher gibt es nicht weni­ge, deren „Erkennt­nis“ kei­ne wirk­li­che Erkennt­nis ist. Denen gilt wahr­schein­lich die­se Mah­nung. Sie­he 1Kor 15,34: Wer­det doch wirk­lich nüch­tern und sün­digt nicht! Denn etli­che haben kei­ne Erkennt­nis Got­tes; das sage ich euch zur Beschä­mung.

  4. Tho­mas von Kem­pen hat dies Zitat sicher­lich nicht als Gegen­satz zwi­schen Leben und Leh­re auf­ge­fasst sehen wol­len. Was er beschreibt sind ja Eigen­schaf­ten, die für sich genom­men einen unter­schied­li­chen Stel­len­wert bei Gott haben und damit einen Nut­zen oder bes­ser gesagt eine Wirk­sam­keit ent­fal­ten, die im Fal­le einer äuße­ren Gelehr­sam­keit als nega­tiv anzu­se­hen ist und im Fal­le eines Bewußt­seins für Reue und Buße im Geis­te der Demut auf eine gott­ge­fäl­li­ge Hal­tung hin­weist. Er ver­weist damit auf die Pro­ble­ma­tik zwi­schen Herz und Ver­stand, die ja heu­te wie damals ein bren­nen­des The­ma ist. Das Äuße­re, das was den Men­schen vor den Augen erscheint, bedeu­tet wenig vor Gott, wenn nicht auch das Inne­re, das Herz von den Bot­schaf­ten ‚der Tugend‘ erfasst wur­de. Und Tugend kann man hier getrost als die Umset­zung bibli­scher Erfor­der­nis­se anse­hen, wel­che mehr bedeu­ten als ein bril­li­an­ter Ver­stand, der zwar alles weiß und wie­der­ge­ben kann und den­noch nicht Gott in sich wirk­sam wer­den läßt.

  5. Hab das Buch auch gele­sen — Aller­dings muss­te ich immer wie­der Lese­pau­sen ein­le­gen. Irgend­wie ist der Inhalt so schwer­ge­wich­tig, dass man lan­ge ver­dau­en muss, um wei­ter­zu­le­sen.
    Ich emp­fand das Lesen auch als sehr anstren­gend.…..

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