Leserunde: Lit!
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Leserunde: Lit! A Christian Guide To Reading Books (IV)

Kurz vor Weih­nach­ten wol­len wir mit dem ers­ten Teil des Buches Lit! A Chris­ti­an Gui­de To Rea­ding Books abschlie­ßen. Heu­te möch­te ich eine Zusam­men­fas­sung nur von Kapi­tel 5  geben. Kapi­tel 6 folgt dann am kom­men­den Don­ners­tag, wel­ches sogar „weih­nacht­li­che“ Ele­men­te ent­hält.

Das 5. Kapi­tel trägt die Über­schrift: The Giver’s Voice. Seven Bene­fits of Rea­ding Non-Chris­ti­an Books (deutsch: Die Stim­me des Gebers. Sie­ben Grün­de, war­um man von nicht­christ­li­chen Büchern pro­fi­tie­ren kann).  Tony Rein­ke setzt vor­aus, dass die Bibel das wich­tigs­te Buch ist und die höchs­te Prio­ri­tät bei unse­rer Lek­tü­re ein­nimmt. Selbst­ver­ständ­lich lesen wir aber auch gute christ­li­che Bücher, die auf der Bibel basie­ren. Wie sieht es aber mit nicht­christ­li­chen Büchern aus? Darf man sie lesen, oder soll­te man sie viel­leicht sogar lesen? Im vor­her­ge­hen­den Kapi­tel erläu­ter­te Rein­ke, dass die Vor­aus­set­zung, um über­haupt von Büchern zu pro­fi­tie­ren, eine sta­bi­le, bibli­sche Welt­an­schau­ung von höchs­ter Bedeu­tung ist. Man soll­te also wis­sen, was die Bibel zu den wich­tigs­ten The­men aus­sagt. Danach steht einem im Prin­zip die Welt mit ihren Büchern offen. Rein­ke ist aber nicht der Mei­nung, dass man alles lesen soll­te, aber immer­hin vie­les:

Ich bin davon über­zeugt, dass nicht­christ­li­che Lite­ra­tur — zumin­dest die bes­te davon — eine Gabe Got­tes ist, die von Chris­ten gele­sen wer­den soll­te. Die­se Bücher sind, um es mit Spur­ge­ons Wor­ten zu sagen, Blatt­gold im Ver­gleicht zu den Gold­bar­ren in der Bibel, aber sie sind Gold und haben ihren Wert.

Spur­ge­on haben wir schon gehört. Und wir wis­sen von ihm, dass er viel las und auch säku­la­re Lite­ra­tur gehör­te zu sei­ner Lek­tü­re. Rein­ke zitiert in die­sem Kapi­tel einen wei­te­ren bedeu­ten­den Mann der Kir­chen­ge­schich­te: John Cal­vin.

Sooft wir heid­ni­sche Schrift­stel­ler lesen, leuch­tet uns aus ihnen wun­der­bar das Licht der Wahr­heit ent­ge­gen. Dar­an erken­nen wir, dass der Men­schen­geist zwar aus sei­ner ursprüng­li­chen Rein­heit her­aus­ge­fal­len und ver­dor­ben, dass er aber doch auch jetzt noch mit her­vor­ra­gen­den Got­tes­ga­ben aus­ge­rüs­tet und geschmückt ist. Beden­ken wir nun, dass der Geist Got­tes die ein­zi­ge Quel­le der Wahr­heit ist, so wer­den wir die Wahr­heit, wo sie uns auch ent­ge­gen­tritt, weder ver­wer­fen noch ver­ach­ten — sonst wären wir Ver­äch­ter des Geis­tes Got­tes! Denn man kann die Gaben des Geis­tes Got­tes nicht gering­schät­zen, ohne den Geist sel­ber zu ver­ach­ten und zu schmä­hen (Insti­tu­tio II,2,15, S. 191).

Dar­auf auf­bau­end nennt Rein­ke sie­ben Grün­de, wie man aus sorg­fäl­tig aus­ge­wähl­ten, nicht­christ­li­chen Büchern pro­fi­tie­ren kann:

  1. Nicht­christ­li­che Bücher kön­nen die Welt beschrei­ben, wie sie funk­tio­niert und wie man sie sich Unter­tan machen kann.
  2. Nicht­christ­li­che Bücher beto­nen die nor­ma­len Lebens­er­fah­run­gen.
  3. Nicht­christ­li­che Bücher kön­nen uns das mensch­li­che Herz ent­hül­len.
  4. Nicht­christ­li­che Bücher kön­nen uns Weis­heit und kost­ba­re mora­li­sche Leh­ren ver­mit­teln.
  5. Nicht­christ­li­che Bücher kön­nen Schön­heit erfas­sen.
  6. Nicht­christ­li­che Bücher stel­len Fra­gen, die aus­schließ­lich in Chris­tus beant­wor­tet wer­den.
  7. In nicht­christ­li­chen Büchern kön­nen geist­li­che Wahr­hei­ten wie­der­hal­len und die See­le erbau­en.

Wer zu die­sen Punk­ten mehr erfah­ren, oder sie dis­ku­tie­ren möch­te, der benut­ze bit­te die Kom­men­tar­funk­ti­on. Mir war es noch wich­tig Tony Rein­kes Gedan­ken zu dem obi­gen Zitat von Cal­vin zu über­set­zen:

Cal­vins Modell ist so groß­zü­gig, weil es demü­tig den Reich­tum der Wahr­heit, Güte und Schön­heit aner­kennt, der in nicht­christ­li­cher Lite­ra­tur zum Aus­druck kommt. Sün­der unter­drü­cken mit ihrem Ver­hal­ten die Wahr­heit Got­tes (Röm 1,18 – 32). Aber es ist für Sün­der unmög­lich, die gan­ze Wahr­heit immer zu unter­drü­cken. Wahr­heit, Güte und Weis­heit, die in den Schrif­ten von nicht­christ­li­chen Auto­ren glimmt, ist Wahr­heit, Güte und Weis­heit, des­sen ursprüng­li­che Quel­le im Schöp­fer zu fin­den ist. Cal­vin ver­sucht demü­tig die­se Gaben zu erken­nen und anzu­neh­men, wo immer er sie fin­det, und Gott für sie zu dan­ken.

Cal­vins Modell ist auch vor­sich­tig. Nicht­christ­li­che Auto­ren sind geist­lich blind. Jeg­li­ches Licht in ihren Wer­ken ist zu schwach, um sie zu Chris­tus und zur Erlö­sung zu füh­ren. Nur der Hei­li­ge Geist kann die blin­den Augen eines Sün­ders öff­nen, damit er die hell­leuch­ten­de Herr­lich­keit des Erlö­sers wahr­nimmt.

Cal­vins Modell ist auch ernüch­ternd, weil es uns dar­an erin­nert, dass die Wahr­heit, die von nicht­christ­li­chen Auto­ren gesam­melt wird, deren Sün­den­schuld nur noch ver­grö­ßert. Die in nicht­christ­li­cher Lite­ra­tur ent­deck­te Wahr­heit mag zwar in unse­ren Augen hell leuch­ten, aber die Auto­ren, die nicht in Chris­ti Blut gewa­schen sind, laden damit eine noch grö­ße­re Schuld vor Gott auf ihre See­le und offen­ba­ren ihren schänd­li­chen Man­gel an Gehor­sam und ihre Undank­bar­keit Gott gegen­über (Röm 1,21).

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NIMM UND LIES - dieser Aufforderung möchte ich selbst nachkommen und andere dazu motivieren und anleiten. NIMM UND LIES zuerst die Bibel und dann gute christliche Literatur. Denn beim Lesen lässt sich vortrefflich denken (nach Leo Tolstoi). Ich lebe mit meiner Frau und unseren vier Kindern in Baden-Württemberg.

2 Kommentare

  1. Elisabeth Thomass sagt

    Hal­lo Eddi! 🙂

    Die Idee mit dem „gemein­sam Lesen“ ist pri­ma!
    Und — wenn ihr mal ein deut­sches Buch nehmt, dann wür­de ich auch ger­ne mit­ma­chen.
    Beim Eng­li­schen habe ich leich­te Pro­ble­me, alles zu ver­ste­hen 😉 .….….

    Lie­be Grü­ße von

    Eli­sa­beth 🙂

  2. Falls wir es noch­mal machen, wird es auf jeden Fall ein deut­sches Buch sein. Ver­spro­chen!

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