Erbauliches, Medien
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Ich lese „nur“ die Bibel …

Frage: Man hört öfter das Argument: „Ich lese keine Bücher oder Auslegungen über die Bibel, ich lese lieber die Bibel selbst.“ Ist das eine richtige und nachahmenswerte Einstellung?

Antwort: Sicherlich nicht! Natürlich ist das Lesen der Heiligen Schrift von äußerster Wichtigkeit, und es sollte neben dem Gebet den höchsten Stellenwert in unserem Leben haben. Aber Gott benutzt zu unserem Wachstum in der Erkenntnis Seiner Selbst nächst Seinem Wort eine Reihe anderer Hilfsmittel, die selbstverständlich alle auf dieses Wort gegründet sind. Eines der wichtigsten dieser Hilfsmittel ist die Belehrung durch andere. Gott will, dass sie geschieht, und jeder von uns braucht sie.

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Kategorie: Erbauliches, Medien

von

Alexander Rempel (1986), verheiratet mit Jennifer, ein Sohn und zwei Töchter. Liebhaber christlicher Medien, eBook-Fan und Gründer des ersten christlichen eBook-Verlags, Folgen Verlag.

4 Kommentare

  1. Joschie sagt

    Hallo Alex!

    Dieses Argument kommt mir sehr bekannt vor und es hört sich doch
    fromm an.Für mich hat es eine entscheidende Schwäche es setzt voraus das man die Bibel Wertneutal lesen kann und dieses ist ­ebend nicht gegeben.Jeder Leser ist geprägt durch seine Erziehung, Familie und Umwelt ob in diese bewusst ist oder nicht. In jede Bibelübersetzung ist auch ein Stück Auslegung vorhanden und diese übernimmt man erst ein Mal beim Lesen derselben.Wen ich nur die Bibel lesen wie sieht es da mit Sprachhilfen, Lexikons, Atlanten usw. aus? Eine Frage drängt sich mir auf bin ich für die Korrektur durch die anderen
    Geschwister (wen ich nur die Bibel lese) noch erreichbar?

  2. Hallo Lutz,
    ich kann mir gut vorstellen, dass diese Haltung nicht zwangsläufig aus besonderer Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein erwächst. Auch nicht aus falschem/übertriebenem Frömmigkeits-Verständnis. Sondern eher aus Furcht, sich durch die vielen Meinungen, Auslegungen, Kommentare usw. völlig unsicher in seinen Überzeugungen machen zu lassen. Auch unter bibeltreu geprägten bzw. stark um bibeltreu bemühten Christen werden sogar grundlegende Fragen der christlichen Lehre völlig unterschiedlich beantwortet. Und die Situation verschlimmert sich noch weiter, wenn bibelkritisches Gedankengut in gelesenen Büchern enthalten ist.
    Somit kann ich so eine Haltung bis zu einem Punkt nachvollziehen. Ich bin aber überzeugt, dass Christen auch andere Bücher neben der Bibel lesen müssen (sonst wäre auch dieses Blog unnütz ;)). Aber ich denke, dass wir oft zu unkritisch bzw. unvorbereitet Bücher lesen. Diese Vorbereitung sieht unter anderem im Gebet um Prüfungsvermögen aus.
    alex

  3. Sehr spannende Frage. Selbst, wenn jemand NUR die Bibel lesen würde, spricht er doch in aller Regel täglich mit anderen Menschen, tauscht sich mit ihnen aus, wird von ihnen beeinflusst usw.. Das prägt einen folglich auch sehr – ob einem das bewusst ist oder nicht. Auch die Kultur in der wir aufwachsen, die Sprache, die wir sprechen, der Intellekt, den wir besitzen und den wir mithilfe anderer Menschen entwickelt haben, beinflusst unser Denken und Verstehen enorm. Das heißt nicht, dass wir die Bibel nicht verstehen können, wir glauben an einen Gott, der will, dass wir sie verstanden und begriffen wird und der uns auch die nötigen Mittel dazu gibt, aber in einem gewissen Sinne sollte man sich bewusst sein, dass wir einfach auch einen Wust an Tradition mit uns schleppen. Dieses Bewusstsein kann einem zu mehr Sorgfalt beim Lesen der Schrift verhelfen.

    Ich persönlich glaube, wie gesagt, dass Gott will, dass sein Wort verstanden wird. Und zu einem besseren Verstehen sind geheiligte Menschen mit einem größeren Verstand als dem eigenen durchaus hilfreich und sinnig. Daher schätze ich die (sorgfältige!!!) Arbeit vieler Brüder, die ihr Leben dafür aufgewandt haben, die Schrift zu studieren. Nicht jeder kann das und braucht das machen. Wichtig ist, dass wir in unserem eigenen Rahmen in unseren eigenen Möglichkeiten die Schrift kennen und verstehen zu lernen suchen.

  4. Joschie sagt

    Die eigentlichen Ursachen liegen viel tiefer als oft angenommen.Mit der Heiligungsbewegung und den Pietismus Kamm es zu einer Verlagerung in vielen Gemeinden hin zu einen Herzens/Erfahrungsglauben und eine immer größere Geringschätzung von Glaubensbekenntnis und der reformatorischen Theologie.Einer der Folgen davon war das die Gemeinden selbst auf Angriffe (wie von den Zeugen Jehovas) auf grundlegende Lehrfragen wie die Trinität und der Christologie kaum was entgegenzusetzen haben.Mit der Bibelkritik haben sich schon sehr früh bibeltreue Theologen auseinandergesetzt wie H.F.Kohlbrügge, E.Böhl, A.Zahn und Th.Zahn.Ob in einem Buch Bibelkritik steht, läst sich relativ leicht feststellen, da man sie nicht groß tarnen kann.Das heutige wirklich große Problem ist der Einbruch des Mystizismus auf voller Breite in den Gemeinden.Die wirklich große Gefahr sind für mich Bücher die so fromm verpackt sind aber in Wahrheit trojanische Pferde des Mystizismus und an sind.

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