eBooks, Verlagswelt
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Warum eBooks günstiger werden müssen

Was ist ein fairer Preis für ein eBook?

Was ist ein fai­rer Preis für ein eBook? Die meis­ten Ver­la­ge ori­en­tie­ren sich bei der Preis­fin­dung an dem Buch­preis und zie­hen von die­sem 20 % ab. Aus 16,95 EUR wer­den 13,99 EUR, aus 19,95 EUR 15,99 EUR und statt 14,95 EUR wer­den 12,99 EUR ver­langt. Kon­kret liegt die Erspar­nis in glei­cher Rei­hen­fol­ge (nur) bei 20 %, 17,5 % und 13,1 %.

Die Ver­la­ge begrün­den den gerin­gen Preis­un­ter­schied meist damit, dass beim eBook zwar kei­ne Druck- Lager- und Trans­port­kos­ten, aber dafür Kos­ten für eBook-Kon­ver­tie­rung und Ver­trieb anfal­len. Außer­dem wer­den eBooks, im Gegen­satz zu Büchern (7%), mit dem vol­len Mehr­wert­steu­er­satz ver­steu­ert (19%).

Für mich ist die­se Argu­men­ta­ti­on schlüs­sig. Die Ver­lags­kos­ten beim eBook sind nur unwe­sent­lich gerin­ger als beim papier­nen Buch. Aber es wird dabei über­se­hen, dass der Käu­fer ein „eBook mit stark ein­ge­schränk­ten Rech­ten“ erwirbt. Denn genau genom­men erwirbt der Käu­fer kein eBook son­dern ledig­lich ein Nut­zungs­recht. Ein Recht, das eBook her­un­ter­zu­la­den und selbst zu lesen. Und die­ses Recht zur Nut­zung beschränkt sich aus­schließ­lich auf den einen Käu­fer.

Das hat die schwer­wie­gen­de Fol­ge, dass ein „gebrauch­tes“ eBook, im Gegen­satz zum Buch, nicht ver­lie­hen, wei­ter­ver­kauft, oder ver­schenkt wer­den darf. Der eBook-Käu­fer erwirbt also ein Pro­dukt mit viel weni­ger Rech­ten als beim Buch. Der Preis muss des­halb deut­lich nied­ri­ger ange­setzt wer­den. 20 % unter­halb des Papier­prei­ses sind kaum ver­mit­tel­bar.

Daher bin ich der Mei­nung, dass eBook-Prei­se sich in aller Regel im Preis­rah­men zwi­schen 3,99 EUR und 9,99 EUR ein­pen­deln soll­ten. Also bei 50 % unter­halb des Buch­prei­ses.

Wel­che Fol­gen hät­ten güns­ti­ge­re eBook-Prei­se wahr­schein­lich?

  • güns­ti­ge­re Prei­se wür­den dazu füh­ren, dass die Leser eher zum eBook grei­fen à der eBook-„Markt“ wür­de wach­sen
  • die eBook-Leser könn­ten zah­len­mä­ßig mehr eBooks kau­fen
  • güns­ti­ge und bil­li­ge (Taschen-)Bücher wür­den durch eBooks kom­pen­siert
  • die Ent­schei­dung wür­de zukünf­tig zwi­schen güns­ti­gem eBook und hoch­wer­ti­gem und eher höher­prei­si­gem Buch zu tref­fen sein

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