Alle Artikel mit dem Schlagwort: Systematische Theologie

Zwölf Perlenketten meiner Lektüre

Der Arti­kel „Mei­ne per­sön­li­che „Top-Ten“ Aus­wahl christ­li­cher Wer­ke“ benö­tigt drin­gend eine Aktua­li­sie­rung. Heu­te kann ich sie end­lich lie­fern: Zunächst möch­te ich auf­zei­gen, wo die Gren­zen mei­nes bis­he­ri­gen Arti­kels lie­gen.  Anschlie­ßend erläu­te­re ich das Kon­zept, dass ich als „Per­len­ket­ten“ bezeich­ne: Das Kon­zept ermög­licht mir, sich mit zen­tra­len The­men aus­führ­lich zu befas­sen und doch unter­schied­li­che Per­spek­ti­ven ein­zu­bin­den. Die Fra­ge, die ich dabei bespre­che, ist, wie man eine hilf­rei­che Ket­te mit einem pas­sen­den „Anfangs­kno­ten“ knüpft. Schließ­lich gewäh­re ich einen Blick in eine grö­ße­re Aus­wahl an Per­len­ket­ten. Was an mei­ner bis­he­ri­gen Lis­te pro­ble­ma­tisch ist Im Wesent­li­chen drei Din­ge: 1) Es fehl­te Struk­tur: Vor allem „hei­li­ge from­me“ Titel präg­ten mich, häu­fig ohne Fol­gen für das all­täg­li­che Leben. 2) Fehlt Sub­stanz: Vor 9 Jah­ren war ich ein­fach kein erfah­re­ner Leser: So kann­te ich außer Cal­vins Bibel­kom­men­ta­ren kaum einen ande­ren Kom­men­tar. Und obwohl ich die­se wei­ter­hin für exzel­lent hal­te, den­ke ich, dass man wei­ser mit Kom­men­ta­ren umge­hen kann. 3) Ich kon­zen­trie­re mich aus­schließ­lich auf christ­li­che Wer­ke. Ein Schwer­punkt, der mein Leben auch wei­ter­hin prägt, aber ich habe immer auch ger­ne Klas­si­ker gele­sen, die ich nun mit …

Sola Scriptura

Sze­na­rio: Katho­li­sche Kir­che. Vie­le der beson­ders bekann­ten Prak­ti­ken in katho­li­schen Kir­chen sind ganz klar auf eine eher selt­sa­me Aus­le­gungs­art der Schrift zurück­zu­füh­ren, z.B.: das Zöli­bat, als Schluss­fol­ge­rung einer bild­li­chen Über­la­dung von  1. Tim 3,2  „Es soll aber ein Bischof unsträf­lich sein, eines Wei­bes Mann, nüch­tern, mäßig, sit­tig, gast­frei, lehr­haft“. Weib wird als Sym­bol für Gemein­de gese­hen. Natür­lich an die­ser Stel­le, an ande­ren Stel­len heißt Weib immer noch Weib. Wann wel­ches Bild gilt, wer weiß das schon? Ein zwei­tes Bei­spiel fin­det sich in dem Amt des Paps­tes, so dass man ger­ne die Apos­to­li­schen Voll­mach­ten „ver­erb­bar“ macht, und sich nur auf Ver­se wie z.B Mat­thä­us 16,18 stützt, wo es heißt:  Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf die­sen Fel­sen will ich bau­en mei­ne Gemein­de, und die Pfor­ten der Höl­le sol­len sie nicht über­wäl­ti­gen. Hier baut man Grund­le­gen auf einer eher schwie­rig zu ver­ste­hen­den Stel­le auf. Gan­ze Abschnit­te der Schrift die ande­res bezeu­gen, müs­sen sich die­sem unter­ord­nen. Dass man die Schrift mit der Schrift aus­legt, muss auch bedeu­ten, dass dunk­le Stel­len durch lich­te erleuch­tet wer­den soll­ten, nicht umgekehrt. …

Keine Angst vor Theologie!

Angst ist ein schlech­ter Beglei­ter! Erst recht Angst vor Theo­lo­gie. Denn die Beschäf­ti­gung mit der Leh­re über Gott — nichts ande­res ist Theo­lo­gie — und mit der bibli­schen Leh­re im All­ge­mei­nen ist zwar für den Ungläu­bi­gen ein Affront, doch für die bibel­gläu­bi­gen Chris­ten eine Beschäf­ti­gung mit dem bes­ten Buch der Welt. Ein Christ, der bekennt, dass Jesus Chris­tus ihm die Sün­den ver­ge­ben und ein neu­es Leben geschenkt hat, soll­te bei die­ser befrei­ends­ten und ein­fachs­ten Bot­schaft der Welt nicht ste­hen blei­ben. Als Christ musst du theo­lo­gi­sche Kennt­nis­se haben, weil Theo­lo­gie, die Leh­re über Gott, die Welt und dich selbst ist. Kein Gläu­bi­ger soll­te unwis­send sein, was Gott über all die­se Din­ge offen­bart hat. (S. 8) Die Zeit, als bibli­sche Grund­kennt­nis­se den meis­ten noch in der Schu­le ver­mit­telt wur­den, sind längst vor­bei. Vie­le müs­sen heu­te nach ihrer Bekeh­rung ganz von vor­ne anfan­gen. Doch bevor man sich in Ein­zel­hei­ten ver­strickt, ist es rat­sam, sich einen Über­blick der bibli­schen Leh­re zu ver­schaf­fen. Das Buch Kei­ne Angst vor Theo­lo­gie! von Jay E. Adams ist her­vor­ra­gend dafür geeignet.

Roland Scharfenberg: THEOLOGIE — Warum? Was? Wie?

Die­ser Ein­füh­rungs­kurs zur Sys­te­ma­ti­schen Theo­lo­gie, behan­delt die Fra­ge: „War­um und wozu ist Sys­te­ma­ti­sche Theo­lo­gie nötig?“ Für den Autor „gehört die gedank­li­che Welt der Dog­ma­tik zum geist­li­chen Leben eines Chris­ten dazu. Sie ist ein Bin­de­glied zwi­schen dem Reden Got­tes in sei­ner Offen­ba­rung und unse­rer Ant­wort in der Anbe­tung und im Dienst. Des­we­gen bemüht sich Roland Schar­fen­berg ger­ne dar­um, Ver­ständ­nis, Ein­sicht und ein Stück Begeis­te­rung für die Theo­lo­gie zu wecken.“ (S. 7) Gelun­gen, wie ich fin­de. Auf die­sem Gebiet herrscht oft auch im frei­kirch­li­chen Raum, wo man doch beson­de­ren Wert auf die Schrift­of­fen­ba­rung der Bibel legen möch­te, lei­der (zu) viel Unkennt­nis und Des­in­ter­es­se. Zu unse­rem eige­nen Scha­den. Dabei geht es hier um grund­le­gen­de Din­ge, die rich­tig inter­pre­tiert und ein­ge­ord­net wer­den wol­len, um die Bibel, sich selbst und die (geis­ti­ge und geist­li­che) Umwelt, aus­ge­wo­gen und nüch­tern beur­tei­len zu kön­nen, ohne in sek­tie­re­ri­sche Ein­sei­tig­kei­ten zu ver­fal­len. Wie jemand ein­mal tref­fend for­mu­liert hat:  „Gott­lo­se Kon­tro­ver­sen ent­ste­hen oft nicht, weil die Strei­ten­den zu viel von Theo­lo­gie ver­ste­hen, son­dern weil sie zu wenig davon ver­ste­hen. Sie schei­tern dar­an, den Unter­schied nicht aus­ma­chen zu können …