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H. Goerz: Die Molotschnaer Ansiedlung

Unter mei­nen Vor­fah­ren befin­den sich Men­no­ni­ten, die in der Molo­t­sch­na­er Ansied­lung in der Süd­ukrai­ne für zir­ka 100 Jah­re eine Hei­mat fan­den. Das war der Anlass für mich, die­ses Geschichts­buch über die Ent­ste­hung, Ent­wick­lung und den Unter­gang der deut­schen Kolo­nie zu lesen. Mei­ne Hoff­nun­gen waren einen Ein­blick in das gemeind­li­che und täg­li­che Leben zu gewin­nen, das mei­ne Vor­fah­ren von 1810 bis zir­ka 1920 geführt haben. Das Buch ist eine Neu­auf­la­ge und ist ursprüng­lich 1950 im Echo-Ver­­lag in Mani­to­ba (Kana­da) erschie­nen. Die Spra­che ist daher etwas gedie­gen und nicht immer ist ver­ständ­lich was gemeint ist. Der Autor hat selbst die blü­hen­de Pha­se der Molo­t­sch­na erlebt und schreibt daher nicht „nur als His­to­ri­ker“, son­dern auch als Zeit­zeu­ge. Er berich­tet auf 350 Sei­ten sys­te­ma­tisch und in zeit­li­cher und teil­wei­se the­ma­ti­scher Abfol­ge das Gesche­he­ne und hält sich mit Bewer­tun­gen meist zurück. Beim Lesen hat sich mir eine zu gro­ßen Tei­len unbe­kann­te Geschich­te eröff­net und hat mei­ne Iden­ti­tät als men­no­ni­ti­scher Christ gefes­tigt. Für Nach­fah­ren der Men­no­ni­ten der Molo­t­sch­na ist die­ses über­sicht­li­che Werk eine wert­vol­le Infor­ma­ti­ons­quel­le. Das Buch ist mit eini­gen Fotos …

Tipp: Paläste und Katakomben

In einem Gebraucht­wa­ren­la­den bin ich auf zahl­rei­che hoch­wer­ti­ge Bücher gesto­ßen, dar­un­ter eine 21-bän­­di­­ge Rei­he zur Welt­ge­schich­te, zwar nicht voll­stän­dig erhal­ten, dafür umso güns­ti­ger. Die­sen Kauf soll­te ich nicht bereu­en. Zwar 1951 erschie­nen, zeich­nen sich die­se Wer­ke durch hohe Genau­ig­keit und zahl­rei­che Quell­tex­te aus. Ich griff zu dem Band, der die Zeit beschreibt, die mir am wenigs­ten bekannt zu sein scheint, was zumin­dest die Geschich­te Euro­pas angeht: Das Zeit­al­ter, das der Apos­to­li­schen Zeit folgt. Da es sich um ein säku­la­res Werk han­delt, wird vor allem das Leben, die Bil­dung, die Kunst und natür­lich vor allem die Herr­scher im römi­schen Reich erläu­tert. Dies geschieht in einer bild­li­chen und erzäh­len­den Spra­che. Somit müss­te man die­ses Werk als nicht mehr zeit­ge­mäß bezeich­nen, da zeit­ge­nös­si­sche His­to­ri­ker Geschich­te dyna­misch und als Objekt küh­ler und kri­ti­scher Inter­pre­ta­ti­on sehen. Mora­li­sche Schluss­fol­ge­run­gen blei­ben zweit­ran­gig (inter­es­san­ter­wei­se spielt die ethi­sche Anwen­dung der Geschich­te heut­zu­ta­ge nur beim The­ma „drit­tes Reich“ eine rele­van­te Rolle).