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Letters of Note – Briefe, die die Welt bedeuten

Da läuft man nach Jahren mal wieder in eine Tschibo-Filiale und stolpert über ein Buch, das man gleich einpackt – und völlig zurecht, wie sich herausstellen stellte.

Der Band enthält ein Sammelsurium von 112 Briefen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Menschheitsgeschichte. So findet sich der vermeintliche Brief von Jack the Ripper an eine Bürgerwehr (der Sendung war eine menschliche Niere beigelegt), wie der Brief, den Charles Dickens an die Times schrieb, als er der Hinrichtung eines Paars beiwohnte.

Was das Buch besonders anschaulich macht ist, dass bei den meisten Briefen die Originale als farbliche Abbildungen beigefügt sind.

So kann man z.B. die Kokosnuss bestaunen, die John F. Kennedy während des zweiten Weltkriegs mit einer Hilfsbitte nach einer Strandung einem neugeborenen übergab oder das Rezepte des Eierkuchens, dass Queen Elizabeth II an US-Präsiden Eisenower sandte.

Handschriftliche Briefe! Ah, wie wundervoll und herrlich! Da kriegt man Lust, selber ein paar Briefe zu schreiben.

Einige Briefe sind herrlich ironisch, so wie die Bitte eines 14 Jährigen Fidel Castros beim US-amerikanischen Präsidenten um „einen grünen zehn Dollar Schein“ oder das Schreiben einer Elfjährigen an den damals noch bartlosen Abraham Lincoln mit dem Hinweis, dass ein Bart ihm sicher viel mehr Wählerstimmen einbringen würde („Alle Damen lieben Bärte“). Immer wieder findet man aber auch erschütternde Schreiben, wie z.B. ein Brief vom FBI an Martin Luther King, in dem sie ihn aktiv erpressen und ihm nahelegen Suzid zu begehen (!) oder das SChreiben vom Mark Chapman an einen Memorabilia-Experten, der frägt, was ein signiertes Album von John Lennon für einen Wert besitzt (Chapman hat wenige Stunden nachdem er sein Album von Lennon signieren lassen hat, diesen erschossen).

Obwohl jeder Brief seine Geschichte beschreibt, finden sich auch Briefe mit historischer Bedeutung, wie z.B. eine Schrift aus der ägyptischen Antike, die den Dienst eines „Pharao-angestellten schildert“ oder das Schreiben, in dem Maria Stuart ihre bevorstehende Hinrichtung schildert.

In einigen Fällen bekommt man auch die Antwort mit, so auch in dem Fall, als Phyllis, am 19.01.1936 Einstein fragte, ob Wissenschaftler beten, die Einstein, wenn auch sehr freundlich formuliert letztlich verneint, auch wenn er eingesteht, dass „Doch auch jeder, der sich ernsthaft mit der Wissenschaft beschäftigt, ist irgendwann davon überzeugt, dass ein Geist den Gesetzen des Universums innewohnt, der dem des Menschen bei weitem überlegen ist.“ Auf diese Art führt die Beschäftigung mit der Wissenschaft zu einem ganz besonderen religiösen Gefühl, das sich natürlich sehr von der Religiosität einer unbefangeneren Person unterscheidet“

Die Briefe sind auch mit ihren Fehlern übersetzt worden, was auch in der Übersetzung (der meist ursprünglich englischen Briefe) lebensnah werden lässt. Das Buch kann ein guter Startpunkt für weitere historische Studien werden. Auf Englisch kann man die im Buch enthaltenen Briefe mit vielen weiteren auch auf der gleichnamigen Seite lesen: lettersofnote.com.

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