Erzählungen
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Buchrezension: Der zerrissene Graf

von Michael Meinert

9783942258067-frontcoverDer Roman „Der zer­ris­se­ne Graf“, ist der zwei­te Band der Hoch­wald-Saga. Das Buch lässt sich unab­hän­gig vom ers­ten Band gut lesen. Die Per­so­nen und die Zusam­men­hän­ge der Gescheh­nis­se hat man schnell begrif­fen. Da es sich im 19. Jahr­hun­dert abspielt, sind anfangs eini­ge alt­deut­sche Begrif­fe und Aus­sa­gen erst­mals gewöh­nungs­be­dürf­tig.

Lud­wig, preu­ßi­scher Leut­nant und Graf von Schlei­nitz, geht auf eine gefähr­li­che Wet­te ein, um sei­ne Spiel­schul­den los­zu­wer­den. Er soll über die feind­li­che öster­rei­chi­sche Gren­ze in Uni­form rei­ten und einen Strauß Rosen für die begehr­te Vale­ria Muti­us, Toch­ter sei­nes Gene­rals und Schwes­ter sei­nes angeb­li­chen Freun­des Juli­an, mit­brin­gen. Es gelingt ihm tat­säch­lich und trotz einer gefähr­li­chen Ver­fol­gungs­jagd schafft er es wie­der zurück nach Deutsch­land. Auf dem Rück­weg durch den Hoch­wald trifft er unter einem Baum auf eine schla­fen­de, hüb­sche jun­ge Frau. Er ist von die­sem Anblick fas­zi­niert und legt impul­siv den gepflück­ten Rosen­strauß neben ihr ab. Nach einem kur­zen Auf­ent­halt in dem Forst­haus des Hoch­wal­des lernt er die jun­ge Frau näher ken­nen.

Es ist Lisa Grü­ning, die Toch­ter des Ober­förs­ters. Nun tritt er mit lee­ren Hän­den vor sei­ne Kame­ra­den, aber er bereut es nicht, denn er ist sich sicher, er hat sei­ne Prin­zes­sin gefun­den. Als Juli­an bemerkt, dass der Graf Schlei­nitz das Inter­es­se an sei­ner Schwes­ter ver­lo­ren hat, schmie­det er Plä­ne. Denn die Geschwis­ter Muti­us haben es auf Lud­wigs Erbe abge­se­hen, da er näm­lich der ein­zi­ge Erbe sei­nes rei­chen Onkels ist. Nun steht der Krieg zwi­schen Deutsch­land und Öster­reich an und Juli­an Muti­us wird zum Ober­leut­nant beför­dert. Er nutzt sei­ne Macht aus und ver­setzt Lud­wig an die Gren­ze, um Spio­ne zu fan­gen. Zu sei­nem Glück ist es in der Nähe des Hoch­wal­des und er nutzt erneut die Gast­freund­schaft der Grü­nings. Zwi­schen­zei­tig hat Lisas Vater den Lehr­ling Gus­tav Elz­ner ein­ge­stellt, der auch im Forst­haus wohnt. Er hat auch ein Auge auf Lisa gewor­fen und ver­stellt sich als Christ, um die gläu­bi­ge Förs­ter­fa­mi­lie zu bein­dru­cken. Doch Gus­tav hat kei­ne rei­ne Wes­te, er wird als Spi­on ange­heu­ert und schmug­gelt Per­so­nen und Papie­re über die Gren­ze.

Bei einem Ein­satz wird er sogar bei­na­he gefasst, doch ihm gelingt die Flucht. Statt­des­sen gera­ten Lisa und ihr jün­ge­rer Bru­der Fer­di in die­se Schie­ße­rei, in der sie schwer ver­letzt wird. Sie schwebt in Lebens­ge­fahr und fällt ins Koma. Lisas Vater ist sehr zor­nig und gibt Lud­wig die Schuld für ihren kri­ti­schen Zustand. Er ver­lässt umge­hend das Forst­haus und wird von sei­nem „Freund“ Juli­an nach Pom­mern straf­ver­setzt, da er noch immer kei­ne Anstal­ten macht, Vale­ria zu hei­ra­ten. Lud­wig hat das schil­lern­de Leben satt und sehnt sich nach Lisa und dem schlich­ten Leben. Doch er weiß gar nicht, ob sie noch lebt und außer­dem tren­nen sie Wel­ten. Eine Hei­rat mit ihr wäre nicht stan­des­ge­mäß. Man wür­de ihn aus der Armee ent­las­sen und sein Onkel wür­de ihn ent­er­ben.

Als ihn uner­war­tet eine Kar­te von Lisa an sei­nem tiefs­ten Punkt sei­nes Lebens erreicht, stellt sich sein gan­zes Leben wie­der auf den Kopf. Er wird über­ra­schen­der Wei­se wie­der nach Bres­lau ver­setzt und ahnt noch nicht, was ihn da erwar­tet. Außer­dem taucht Gus­tav Elz­ner wie­der auf und arbei­tet im Büro bei Juli­an Muti­us. Obwohl Lud­wig vor Elz­ner warnt, wird er von sei­nem Vor­ge­setz­ten nicht ernst genom­men und muss macht­los zuse­hen, wie sich alles gegen ihn ver­schwört. Doch nach­dem er sein Leben Gott über­gibt, ord­net sich lang­sam wie­der alles.

Obwohl der Roman ein dickes Buch ist, lässt er sich mühe­los lesen. Die Kapi­tel sind ange­nehm kurz gehal­ten. Und wenn man meint, man hat den Lauf der Din­ge durch­schaut, bahnt sich eine neue Wen­dung an … Die Span­nung bleibt bis zur letz­ten Sei­te. Es hat mei­ne Erwar­tun­gen über­trof­fen.

Laris­sa Zacha­ri­as

Titel: Der zer­ris­sene Graf
Rei­he: Hoch­wald-Saga — Band II
Autor: Micha­el Mei­nert
Sei­ten: 593
For­mat: 14 x 21 cm
Ein­band: Taschen­buch
Jahr: 2014
Ver­lag: BOAS-Ver­lag
ISBN: 978 – 3 – 942258 – 06 – 7
Preis: 15,95 EUR
erhält­lich bei: BOAS-Ver­lagleseplatz.de
als eBook für 9,49 EUR bei: ceBooks.de
Lese­probe: BOAS-Ver­lag

1 Kommentare

  1. Julia Balachowski sagt

    Sehr inter­es­san­tes Buch. Habe ich auch schon gele­sen.

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