Episoden aus Spurgeons Leben
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Der steinerne Apfel und andere Geschichten

Episoden aus Spurgeons Lebens

 Hier ver­brach­te Spur­ge­on sei­ne Kind­heit

Wie bereits letz­te Woche ange­kün­digt, soll hier bei nimm-lies.de eine wöchent­li­che Kolum­ne zu Charles H. Spur­ge­on ent­ste­hen. Chro­no­lo­gisch sinn­voll, haben wir letz­tes Mal ein Kind­heits­er­leb­nis von Spur­ge­on ver­ar­bei­tet und wol­len auch dies­mal eini­ge Erleb­nis­se aus sei­ner Kind­heit ver­öf­fent­li­chen. Obwohl ich mich vor allem an der Auto­bio­gra­phie Spur­ge­ons ori­en­tie­re, ver­su­che ich doch mög­lichst viel­fäl­ti­ge Quel­len zu ver­wen­den. Das fol­gen­de Erleb­nis zeigt auf anschau­li­che Wei­se, wie Spur­ge­on in jedem Erleb­nis eine Leh­re für das Leben sah (Auto­bio­gra­phie, S.26):

Ich erin­ne­re mich an einen stei­ner­nen Apfel, den ich als Kind auf dem Kamin­sims ent­deck­te — er war einem Apfel herr­lich ähn­lich und auch sehr gut ange­malt. Ich beob­ach­te­te die­sen Apfel Jahr um Jahr, und er wur­de nicht rei­fer. Er faul­te auch nicht. Er war in einer her­vor­ra­gen­den Umge­bung, um weich und süß zu wer­den; wenn er doch nur ein­mal aus­rei­fen wür­de! Aber ich den­ke, dass nicht ein­mal die Son­ne des Äqua­tors oder der Tau des Her­mon ihn tafel­fer­tig gemacht hät­ten. Sei­ne har­te, mar­mor­ne Art hät­te selbst die Zäh­ne eines Rie­sen zer­bre­chen las­sen. Er war ein schein­hei­li­ger Pro­fes­sor, ein hart­her­zi­ger Spöt­ter über klei­ne Kin­der, eine vor­züg­li­che Imi­ta­ti­on der Früch­te Got­tes.

Es gibt Mit­glie­der in der Gemein­de, die unfreund­lich, hab­süch­tig, tadel­süch­tig, jäh­zor­nig waren, in ihrem gan­zen Wesen hart und stei­nig. Wie sind sie heu­te? Sind sie im Ver­lauf der Jah­re reif gewor­den? Nein, sie sind eher schlim­mer gewor­den. Sie ähneln Hun­den, die sofort bereit sind, zu bei­ßen und zu knur­ren, zu zer­rei­ßen und zu zer­stö­ren. Sie sind groß, wenn es dar­um geht, die sorg­sa­me Arbeit des Hei­lig­tums Got­tes mit Äxten zu zer­stö­ren, oder Brun­nen und gutes Land mit Stei­nen zu fül­len. Wenn der Teu­fel einen Die­ner Got­tes mit einem Stein tref­fen will, wird er sicher einen von jenen Men­schen benut­zen. Wir Kin­der hat­ten eine klei­ne Ecke im Gar­ten für uns. Dort haben wir dann unse­ren Samen aus­ge­sät. Ich weiß noch sehr gut, wie ich am Tag nach dem Aus­sä­en des Samens hin­ge­gan­gen bin und die Erde weg­ge­kratzt habe, um nach­zu­se­hen, ob er auch wach­sen wür­de. Ich erwar­te­te, dass dies nach einem Tag spä­tes­tens der Fall sein wür­de, und fand die Zeit des Kei­mens und Auf­ge­hens unend­lich lang. Viel­leicht sagst du: „Das war aber kin­disch gedacht.“ Sicher war es kin­disch; aber ich wünsch­te mir, dass du in Bezug auf dei­ne Gebe­te so kin­disch wärest, dass du gleich nach­dem du sie aus­ge­sät hast, nach­se­hen wür­dest, ob sie denn schon erfüllt wor­den sei­en… Als wir noch zur Schu­le gin­gen, zeich­ne­ten wir Häu­ser, Pfer­de oder Bäu­me auf unse­re Schie­fer­ta­feln. Wir schrie­ben dann unter das Haus „Haus“ und unter das Pferd „Pferd“, denn sonst hät­te viel­leicht der eine oder ande­re das Pferd für ein Haus hal­ten kön­nen, oder umge­kehrt. Genau­so gibt es man­che Men­schen, die eigent­lich ein Schild um ihren Hals tra­gen müss­ten, dass sie als Chris­ten aus­zeich­net, sonst könn­ten wir sie für Uner­lös­te hal­ten, so ungött­lich ist ihr Ver­hal­ten.“

Übri­gens, Spur­ge­on ist  am 19 Juni 1834 in Kel­ve­don in Essex gebo­ren. Dies befin­det sich etwa 100 km öst­lich von Lon­don. Sei­ne Fami­lie war seit meh­re­ren Gene­ra­tio­nen gläu­big. Spur­ge­on zeug­te ein­mal von sei­ner Fami­lie:

„Der Glau­be, den ich habe, trägt die Zei­chen des Blu­tes mei­ner Vor­fah­ren“, und dach­te dabei an Män­ner wie Job Spur­ge­on von Ded­ham, der in den Tagen Charles II har­te Haft erdul­de­te, weil er ein Frei­kirch­ler war.

Sein Vater, so wie sein Groß­va­ter waren Pas­to­ren von unab­hän­gi­gen Gemein­den. Sein Groß­va­ter ver­stand sich selbst als ein Puri­ta­ner. Bei die­sem ver­brach­te Spur­ge­on, wohl aus finan­zi­el­len Grün­den, sei­ne Kind­heit, die ihn tief präg­te und in den Kon­takt zur puri­ta­ni­schen Denk­wei­se brach­te, doch dazu mehr im nächs­ten Arti­kel.

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