Biblische Lehre, Biografien
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Benjamin Breckinridge Warfield

Als John MacArthur gefragt wurde, welche Bücher er auf eine einsame Insel mitnehmen würde, listet er als zweites ein Buch von Warfield auf: The Inspiration and Authority of the Bible. Wer sich auf der anderen Seite mit Warfield wohl bekanntestem Schüler, nämlich J.Gresham Machen beschäftigt, wird ebenfalls wissen, wie sehr sein Denken von Warfield gezehrt hat. Vergleiche hierfür z.B. die Kurzbiographie von Piper über Machen aus dem Jahre 1993 (J. Gresham Machen’s Response to Modernism). Somit war ein grundlegendes Interesse an den Schriften Warfields gegeben, doch bin ich an dem von MacArthur genannten Buch kläglich gescheitert. Es war mir einfach zu schwer. Deswegen war ich sehr dankbar für einen Guide, den ich in meiner Logos Bibliothek gefunden habe.   Nach einer kurzen Biographie, die an einen Wikipedia-Artikel erinnert, folgen Stationen des Lebens, Soziales Netzwerk (damit man weiß, mit wem sich Warfield auseinandergesetzt hat) und Einflüsse auf sein Denken (Wer hätte gedacht, dass niemand anderes als Franz Delitzsch Warfield ausgebildet hat). Im Übrigen: Über Frame und Van Til sind es gerade mal zwei Generationen um zurück zu Warfield zu kommen, der bis zu seinem tode 1921 am Princeton Theological Seminary unterrichtet hat und als der letzte Princetonian gilt.

Die kleine Einführung listet dann zu unterschiedlichen Wirkungsbereichen (Apologetik, Schöpfung, Bildung) prägnante Zitate des Autors auf. Vor allem dieses zeigt einen Argumentationsstil, denn man z.B. auch von Spurgeon kennt (Im Übrigen bespricht auch Jakob Haddick dieses Zitat):

Die Einführung schließt mit Bibliographischen Ressourcen und einem Themen-Index ab. Sprich: man gelangt über einen Klick (wenn man denn das Buch ebenfalls besitzt) zu den Werken in denen Warfield zu Themen wie Heilsgewissheit, Sühne, Charles Darwin (So habe icherfahren, dass Warfield eine Kurzbiographie über Darwin geschrieben hat), Ermutigung, Herrlichkeit usw. Zum Schluss finden sich ein Predigtindex aller Predigten Warfields

Nach dieser Einführung habe ich mich wirklich in Warfields Werk getraut.

Ich habe das kurze Pamphlet „Are they few, that be saved“ (Dauer = ca. 50min) gelesen, in dem Warfield seine optimistische Zukunftshaltung verteidigt und die üblichen Bibelverse analysiert, die man zur Rate zieht, um die Haltung zu verteidigen, „dass die Zahl der Geretteten im Vergleich zu den Verlorenen viel geringer ausfällt“. Wäre es stattdessen nicht besser, so frägt Warfield, von einem Bild eines Baumes auszugehen, aus dem einige ungeeignete Äste herausgerissen werden?

Dann wollte ich wissen, wie Warfield gepredigt hat und habe mir seine Predigt über den verlorenen Sohn angeschaut. Ach sie ist einfach herrlich! Mir hat es furchtbar gut gefallen, wie der Autor an der Stelle wirklich verstehen wollte, was im Text steht. Die ganzen Entartungen dieses Gleichnisses, wie sie gerne in Predigten angewendet werden, hat Warfield schon vor mehr als hundert Jahren ebenfalls erkannt.

Entsprechend habe ich mir auch einen Lexikon-Artikel Warfield über den Begriff „Predestination“ angeschaut, der eine sauber ausgearbeitete Studie zahlreicher Bibelstellen entsteht, die wohlgemerkt ohne jegliche Computerhilfe zusammengetragen wurden.

Schließlich aber, und das ist ein bisschen ein Wermutstropfen an dieser Einführung, habe ich nichts in dieser von einem Werk gefunden, von dem ich bereits einige Male etwas gehört habe, nämlich „The emotional life of our Lord“. Offensichtlich liegt das daran, dass diese Schrift nur Teil eines größeren Werkes ist. An dieser Schrift analysiert Warfield das Gefühlsleben Jesu und verteidigt dieses sowohl gegen pathische wie apathische Gegendarstellungen. Ein sehr gelungenes Werk, dass ich in einem anderen Artikel (so Gott will!) ausführlicher besprechen möchte.

Insgesamt ist die visuelle Einführung eine hilfreiche Stütze um sich in bisher unbekannte Autoren einzuarbeiten. Als nächstes gebe ich The Inspiration and Authority of the Bible eine zweite Chance, aber auch Studies in Perfectionism klingt furchtbar spannend.

Übrigens muss man nicht Logos erwerben, um Warfield lesen zu können. Eine ganze Menge an Warfield Werken finden sich auf monergism.com kostenfrei zum download.

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