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Vorzüge und Tücken der Auslegungspredigt

In der neuen Ausgabe der „Sword and Trowel“ (02/2010) gibt es einen interessanten Artikel von Peter Masters (ein von mir sehr geschätzter Prediger). Thema: Fortlaufende Auslegungspredigt (consecutive expository preaching). (Wer es original nachlesen möchte.)

Das Thema ist mir wichtig, da es – wie es mir scheint – vielen Gemeinden oft an vernünftiger, gründlicher Auslegungspredigt mangelt. Doch auch diese Predigtart sollte mit Bedacht geschehen. Denn auch sie birgt einige „Gefahren“.

Dieser Beitrag ist eine kurze Zusammenfassung (und teils Übersetzung) dieses Artikels.

Die Vorzüge

1. Wenn der Prediger sich durch ein Buch der Bibel Woche für Woche durcharbeitet, wird jedem klar, dass das Wort Gottes die höchste Autorität ist von allem, was zu lehren ist.

Dabei ist der Prediger nichts anderes als ein „Gefangener der Schrift“. Er beginnt am Anfang eines Kapitels und lässt sich von dem Gedankengang der Schrift leiten.

2. Eine fortlaufende Auslegungspredigt hilft dem Prediger seine eigenen Ansichten zu vermeiden.

Da der Prediger ein „Gefangener der Schrift“ ist, unterordnen sich seine Ansichten dem Worte Gottes.

3. Sie nötigt den Prediger alles zu predigen, was in der Schrift ist.

Die Fortsetzung der Predigtreihe durch ein Buch zwingt uns dazu über ein umfassendes Angebot an wichtigen Themen zu predigen.

4. Sie eröffnet Kindern Gottes das Verständnis für den Plan und die Absicht der gesamten Schrift.

Wenn ein Prediger nur über seine Lieblingsthemen redet, wird er nie das Verständnis für die Gesamtheit der Schrift bekommen.

Die Tücken

1. Eine Untugend der fortlaufenden Auslegungspredigt liegt in ihrer Langsamkeit.

Manche Prediger sind stolz auf die „sieben fetten Jahre“, die sie bei dem Buch verweilten. Doch für so manch einen war/ist es ein großes „Leid“. Langsame und zu detailreiche Auslegungen führen dazu, dass der Zuhörer vor lauter Bäumen den Wald vermisst.

Die Aufgabe des Predigers ist es nicht nur die Schrift darzulegen, sondern den Zuhörer zu einem nachdenkenden Lesen der Schrift anzuregen.

2. Manchmal kann die Methode des Predigers wie eine Dampfwalze die Methode des Heiliges Geistes  niederwalzen.

Manche Prediger tun unbekümmert alles in ihren „Auslegungs-Fleischwolf“ hinein. Sie unterlassen die Rücksprache mit Gottes Methoden der Schriftauslegung.

3.  Die vielen Wiederholungen verlangsamen eine fortlaufende Auslegungspredigt .

Oft ist es so, dass jede Predigt mit einer 10minütigen Zusammenfassung der Auslegung der letzten Woche anfängt, um an der kommenden Botschaft anzuknüpfen. Es soll sogar Prediger geben, die ihre gesamte Predigtserie zu wiederholen versuchen, bevor sie in das nächste Thema einsteigen. Dies sollte möglichst vermieden, wenn nicht, sehr kurz gehalten werden.

An dieser Stelle folgen etliche Seiten mit P.Masters Betrachtung von Spurgeons Predigtaufbau (es gab/gibt Einige, die dem „Fürsten der Prediger“ vorwarfen, er interpretiere zuviel in den Text hinein, als dass er herauslese). Eine Predigt bezieht sich auf Ps 23,4 „Und wenn ich auch wanderte im finsteren Todestal, so fürchte ich kein Unglück…“, die andere auf Apg 17,34 „Einige Männer … wurden gläubig, … und eine Frau namens Damaris“ (auf diese war ich ganz besonders gespannt).

Zusammenfassend macht Peter Masters deutlich, dass Auslegung nicht ein Synonym für technische Analyse ist. Es ist viel mehr die gesamte Mühe, die die Prediger daran setzen, um den Sinn des Textes zu verdeutlichen.

Wie schon erwähnt, es wäre für jeden Prediger ein großer Gewinn diesen Artikel (in englisch) durchzulesen. Er gibt Einiges zum Nachdenken!

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