Medien, Verlagswelt
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Rudolf Ebertshäuser: Bücher zum Download – Pro und Contra

Ich bewundere Verlage die ihre Bücher nicht nur in Papierform verkaufen, sondern auch ohne Gebühr zum freien Download anbieten. Vor allem die Christliche Literatur-Verbreitung bietet fast alle Bücher im PDF-Format an. Aber allen Nutzern der elektronischen Bücher ist sicherlich verständlich, dass ein Verlag auf Dauer nicht überleben kann, wenn sich nicht ausreichend Käufer für papierene Bücher finden.

Mir ist in diesem Zusammenhang ein Beitrag von Rudolf Ebertshäuser aufgefallen. Er ist zwar schon im September erschienen, doch sind seine Gedanken dazu, wie ich meine, absolut lesenswert.

Wir haben eine zeitlang auf dieser Webseite (www.das-wort-der-wahrheit.de, Anm. von mir) alle Buchtitel, die ich bisher verfassen durfte, im vollen Umfang als PDF zum Herunterladen angeboten. Ab sofort werden wir von den erst vor relativ kurzer Zeit erschienenen Titeln nur noch eine ausführliche Leseprobe veröffentlichen. Warum? Nun, die Hinweise haben sich verdichtet, daß allzuviele Leser das Angebot des kostenlosen Downloads genutzt haben, um sich den Kauf des gedruckten Buches zu ersparen. Und hier kommen wir in eine Situation, die geistlichen Schaden anrichtet und selbstzerstörerisch werden kann.

Ich persönlich gehöre zu der Art Menschen, die digitalen Büchern (bisher) nur wenig Reiz abgewinnen können. In aller Regel lade ich ein Buch oder eine Leseprobe herunter um mir einen besseren Eindruck zu verschaffen. Aber es ist für mich kein Ersatz. Zumal ich keinen E-Book-Reader besitze. Wie dem auch sei, es liegt in der Verantwortung von (uns) christlichen Lesern, nicht nur das großzügige Angebot kostenfreier digitaler Bücher (aus)zunutzen, sondern auch „echte“ Bücher zu erwerben. Die Verlage leben davon.

An diesem Punkt wäre es meines Erachtens ohnehin an der Zeit, daß bibeltreue Gläubige gute bibeltreue Verlage durch gezielte Spenden in Form eines Druckkostenzuschusses unterstützen, denn oftmals sind wertvolle geistliche Bücher heute im rein wirtschaftlichen Verlagsbetrieb nicht mehr realisierbar. Das hängt auch damit zusammen, daß es kaum bibeltreue Buchhandlungen gibt, die sich für solche Titel engagieren, und daß sie in der evangelikalen Presse totgeschwiegen werden.

www.das-wort-der-wahrheit.de – Das Wort der Wahrheit

27 Kommentare

  1. Interessanter Artikel. Gerade beim CLV ist es bei mir so, dass ich viele Bücher, die ich dort als .pdf heruntergeladen habe, auch gekauft habe. Eine Alternative wäre – angesichts der beschriebenen Situation – ja durchaus, so wie das bei manchem E-Book so ist, dass man die Bücher in ihrer digitalen Form ebenso verkauft wie die gedruckten Bücher, nur eben ein Stück günstiger.

    Die downloads werden ja scheinbar durchaus genutzt und selbst die downloads bereitstellen etc. kostet einfach ja auch Geld.

    LG
    Simon

  2. Bei amazon sind nur Ausschnitte einsehbar, also Leseproben. Das finde ich auch sinnvoller, als das ganze Buch als pdf bereitzustellen. Dem Leser das anzubieten gleichzeitig aber zu erwarten, das gedruckte Buch auch zu kaufen, kommt mir einem Spendenaufruf gleich.

    Und warum auch nicht? Warum unterstützen wir als Christen nicht gute Autoren (anstatt die Verlage), dass sie uns wertvolle Ausarbeitungen liefern? Diese könnten sie dann aus meiner Sicht auch nur digital veröffentlichen. Das spart uns die Druckkosten und wir sind das Problem mit der Preisbindung los.

    Bibeltreue Buchläden sind nicht rentabel, umso weniger können sie große Vermarktungskampagnen für gute Bücher finanzieren. Das Problem liegt nicht bei den Buchhändlern, sondern bei der (fehlenden) Kundschaft.

  3. Elisabeth Thomas sagt

    Zitat Rami A.:
    „Das Pro­blem liegt nicht bei den Buch­händ­lern, son­dern bei der (feh­len­den) Kundschaft.“

    Stimmt!
    Aber – was können wir dagegen tun?

  4. apologet sagt

    Ich sehe das in etwa so:

    Hinsichtlich dieser Thematik müssen m.E. mindestens zwei biblische Aspekte bedacht werden. Kein Lehrer (Buchautor, Verkündiger etc.) möchte ernsthaft behaupten, dass die Gedanken seiner Bücher, Verkündigung u.s.w. auf eigener Erkenntnis beruhen, sondern wird in der Regel davon ausgehen, aus dem Wort Gottes, der Erkenntnis Christi zu schöpfen, dieses bestenfalls so gut wie möglich auszulegen.

    Der erste zu bedenkende Aspekt ist m.E. daher dieser: Das Evangelium, welches wir von Gott umsonst empfangen haben, sollen wir auch umsonst weitergeben (Mt10:8ff).
    Als zweiter Aspekt wäre ergänzend jedoch ebenso anzumerken, das Diener des Evangeliums gerecht entlohnt werden sollen (1Tim5:17.18).

    Paulus war in dieser Frage sehr flexibel, hat sich mal voll bezahlen lassen, mal gar nicht, hat seinen Lebensunterhalt nebenbei erarbeitet.

    Wenn ich diese zwei ersten Aspekte- es gibt sicher mehr- bedenke, meine ich, dass die Möglichkeit biblische Wahrheiten, Schulung, evangelistische Literatur, Apologetik etc. über das Medium Internet- beispielsweise in Form kostenloser PDF’s- an viele Menschen weiter zu geben eine gute Möglichkeit darstellt. Nicht wenige kämen womöglich auf anderem Weg damit nicht in Berührung, oder könnten es sich nicht leisten.

    Auf der anderen Seite entstehen- insbesondere für gedruckte Bücher- ohne Zweifel zwangsläufig Kosten, die getragen werden müssen. Insofern ist der Vorschlag von Rami bedenkenswert. Nicht der volle Bücherschrank ist wichtig, sondern der Inhalt. Ich persönlich habe in meinem Leben mehr Bücher gekauft, denn als PDF gelesen, profitiert habe ich jeweils vom Inhalt. Mal hatte ich Geld für Bücher, mal war ich froh über die Möglichkeit ein Buch als PDF zu lesen…

    sdg
    Andreas

  5. @Simon
    Anscheinend macht CLV bessere Erfahrungen mit dem konstenfreien Angebot von PDF-Büchern als Ebertshäuser. Oder aber der Verlag nimmt es in Kauf und verkauft einfach genug „echte“ Bücher.

    @Rami A.
    Mir persönlich würden einige Seiten Leseproben im Regelfall auch voll ausreichen. Aber als inoffiziellen Spendenaufruf würde ich es nicht sehen. Denn Bücher im PDF-Format sind doch wahrlich keine Lösung, oder? Der ganze Reiz des Buches aus Umschlag und Seiten ist doch nicht vorhanden. Oder denken nur wenige Leser christlicher Literatur so?

    Direkt christliche Autoren zu unterstützen ist sicherlich eine Möglichkeit um bibeltreue Literatur zu stärken. Im Umfeld vom Betanien Verlag gibt es den Verein Sola Scriptura e.V. (http://www.begowl.de/index.php?option=com_content&task=view&id=19&Itemid=34), der die Veröffentlichtung von „anspruchsvollerer“ Literatur fördert. Und sicher können auch Ebertshäuser und Co. mit Spenden bedacht werden. Wichtig wäre aber in diesem Zusammenhang die Information der potentiellen Unterstützer. Per Homepage, Facebook etc.

    Die gleiche Unterstützung benötigen auch bibeltreu geprägte Buchläden. Ohne Subvention geht es in der Regel nicht.

    @Elisabeth Thomas
    Zitat Rami A.:
    „Das Pro­blem liegt nicht bei den Buch­händ­lern, son­dern bei der (feh­len­den) Kundschaft.“

    Stimmt!
    Aber — was kön­nen wir dage­gen tun?

    Das ist die richtige Frage :). Ich hoffe, dass diese Seite einen kleinen Beitrag dazu leistet, dass bibeltreue Verlage, Autoren und Bücher bekannter werden und neue Kundschaft finden… Und sicher gibt es da noch viele Möglichkeiten.

    alex

  6. @alex

    „Denn Bücher im PDF-Format sind doch wahr­lich keine Lösung, oder? Der ganze Reiz des Buches aus Umschlag und Sei­ten ist doch nicht vor­han­den.“

    Eine Frage von Kosten und Nutzen. Wieviel könnten wir insgesamt sparen, wenn wir die Druckkosten nicht hätten sondern nur die Unterstützung des Autoren zahlen müssten? Wenn wir diesen gesparten Betrag sehen, entspricht das dem zusätzlichen Nutzen, dem Reiz des Buches?

    Der Inhalt bleibt derselbe, es sind keine Neuauflagen nötig, es besteht auch kein Druck mehr hohe Verkaufszahlen zu erzielen und die Werbungskosten entfallen ebenso. (Wo es was umsonst gibt, kommen die Kunden von alleine… :-))

    Es würden auch keine christlichen Bücher nach Wegfall ihrer Preisbindung mehr verramscht, weil sie zu lange auf Lager liegen könnten. (Was für den kleinen Buchhändler übrigens oft ein Verlustgeschäft bedeutet.)

    @Elisabeth und alex

    „Das Pro­blem liegt nicht bei den Buch­händ­lern, son­dern bei der (feh­len­den) Kundschaft. Stimmt! Aber  —  was kön­nen wir dage­gen tun?“

    Ja alex, dieser Blog ist ein guter Beitrag in die richtige Richtung. Auch bei Zeltmacher bemühen wir uns. Aber was sind schon unsere Beiträge im Vergleich zu den Kampagnen von Hänssler & Co.? Wer hat den großen Einfluss?

    I have a dream:
    Das Ende der Kommerzialisierung des christlichen Glaubens…

  7. Elisabeth sagt

    Ja – euch zustimme,
    dieser Blog geht in die richtige Richtung.

    Ich persönlich denke, dass es gut wäre, wenn dieses Diskussion auch auf facebook laufen würde und wenn mehr Leute den „gefällt mir – Button“ anklicken.

    Denn desto weiter werden die Beiträge dort gestreut,
    desto mehr wird gelesen,
    desto größer ist die Chance, dass auch die angebotenen Bücher gekauft werden ….

  8. Daniel sagt

    Man sollte den Endkonsumenten entscheiden lassen wie er ein Buch konsumieren will.

    Vor einigen Jahren gab es noch keine Tablet etc., daher war ein PDF einfach eine Vorschau, heute ist das eine andere Geschichte

    Daher müssen sich die Verlage dem veränderten Markt anpassen. Sie könnten die Bücher als PDF (ebook) verkaufen (zu einem tieferen Preis).

    Der Gewinn pro Buch wäre dann wahrscheinlich sogar höher als bei einem Buch (druckkosten, lagerhaltung, Logistik, etc. fallen weg)

    Wichtig ist das die junge Generation wieder mehr liest, vorrallem Männer sind technickbegeistert. Daher kann man so wieder junge Leute zum lesen motivieren.

    Wie man liest spielt keine Rolle, wichtig das gute Bücher gelesen werden und auch die christl. Verlage prosperieren können im 21. Jahrhundert.

  9. Genau das ist der springende Punkt: Die elektronischen Bücher sollten zu einem merklich tieferen Preis angeboten werden. Momentan sieht es leider so aus, dass die deutschen Ebooks nur um 25% günstiger sind als „echte“ Bücher. Und das ist für mich kein erheblicher Preisunterschied! Anstatt eines Ebooks für 9€ kaufe ich mir lieber ein Buch für 12€. Vergleicht man den Preisunterschied zw Ebooks und Büchern auf dem englischen Markt, so liegt er bei über 50%!
    Der deutsche Markt sollte sich mal daran orientieren!

  10. Joschie sagt

    @Elisabeth und alex

    „Das Pro­blem liegt nicht bei den Buch­händ­lern, son­dern bei der (feh­len­den) Kund­schaft. Stimmt! Aber   —   was kön­nen wir dage­gen tun?“
    Das Problem liegt auch bei den großen Anbietern und den Kunden! Was war zuerst da, die Henne oder das Ei?

  11. Daniel sagt

    Daher finde ich die techn. Entwicklung mit den Ebooks positiv:

    Das Buch hat leider ein verstaubtes Image, daher bringt das digitale Ebook frischen Wind in die ganze Sache.

    Viele Leute lesen heute wieder aufgrund des Ebooks zusätzlich zu den klassischen Buchleser.

    Positiv finde ich auch das es eine Website gibt für christl. Ebooks

    http://www.christliche-ebooks.de/

    http://unwisesheep.org/2012/01/05/christliche-e-books/

    Daher finde ich ich das die christl. Verlage nach vorne schauen und sich dem techn. Wandel nicht verschliessen sollten.

    Klar es gibt auch Verlierer:

    – klassischer Buchladen & Druckereien

    Die Zukunft gehört an beiden, die einen lesen lieber im Buch, die anderen lieber auf einem Tablet oder E-Reader.

  12. Joschie sagt

    @Daniel Zuerst geht es um den Inhalt von Büchern und nicht um das Image von Büchern oder den frischen Wind.Das Buch ist schon oft todgesagt worden aber bekanntlich leben ja Todgesagte länger!

  13. Daniel sagt

    @Joschie

    Viele junge Leute (auch Christen) kenne den klassischen Buchladen gar nicht mehr, sondern nur noch Smartphone, Tablet, Computer etc. // Das kann man nicht mehr rückgängig machen, besser man schau nach vorne.

    Daher kann man so (durch die Technik) bei den „jüngeren“ Leute wieder Interesse wecken für den INHALT. Daher kann man so eine komplett andere Schicht gewinnen für den Inhalt, wie die Bibel oder ein christl. Buch gelesen wird ist zweitrangig.

    Bei mir persönlich ist es geteilt, längere Texte wie in der Bibel lese ich lieber gedruckt da es angenehmer ist für die Augen. Unterwegs ist es aber sehr praktisch in einem kleinen Tablet dutzende von Bücher zu haben.

  14. @ Daniel
    Zuerst mal willkommen auf NIMM UND LIES :).

    Ich sehe es ähnlich. Es gibt sehr viele junge Leute die kaum mehr ein Buch in die Hand nehmen. Wenn diese Gruppe eher ein E-Book liest, sollten christliche Verlage ihr Angebot deutlich ausbauen. Ganz vorne sind hier die SCM-Verlage mit den meisten E-Books. Der CLV hat zwei, CSV eine Hand voll, Linea ein paar Bücher. Aber das reicht nicht aus.
    Die Verlage Betanien, 3L, CMD und CMV haben praktisch keine E-Books. Das sollte sich bald ändern.

    @Apologet/Andreas
    Der erste zu beden­kende Aspekt ist m.E. daher die­ser: Das Evan­ge­lium, wel­ches wir von Gott umsonst emp­fan­gen haben, sol­len wir auch umsonst wei­ter­ge­ben (Mt10:8ff).
    Als zwei­ter Aspekt wäre ergän­zend jedoch ebenso anzu­mer­ken, das Die­ner des Evan­ge­li­ums gerecht ent­lohnt wer­den sol­len (1Tim5:17.18).
    —-

    Diener/Autoren könnten zumindest die E-Book-Variante kostenlos anbieten, wenn sie gerecht entlohnt werden würden. Aber was heißt gerecht enlohnt? Wie du schon erwähnt hast, hat sich Paulus unterschiedlich versorgt/versorgen lassen. War das die optimale Vorgehensweise? Wie stellst du es dir praktisch vor?

    Das Evangelium, welches wir von Gott empfangen haben, sollen wir umsonst weitergeben. Das würde aber nur für E-Books gelten. Da diese nur sehr geringe Kosten verursachen. Für Bücher würde es jedoch nicht gelten. Vorausgesetzt, es werden hier „christliche“ Preise angesetzt.

  15. Elisabeth sagt

    Zitat Alex:
    „Vor­aus­ge­setzt, es wer­den hier „christ­li­che“ Preise angesetzt.“

    Und bei den „christlichen“ Preisen haben wir ein Problem:
    Die Auflage ist oft geringer als bei „weltlichen“ Büchern,
    daher können die Preise nicht so gering sein ……….

  16. eddi sagt

    Ich fände es nicht sinnvoll, wenn E-Books grundsätzlich kostenlos angeboten würden. Autoren bekommen in der Regel vom Verlag 5 – 10% vom Nettoverkaufspreis eines gedruckten Buches. Das sollte bei E-Books auch der Fall sein. Da aber für ein E-Book keine Druckkosten anfallen,könnte das Autorenhonorar noch höher sein. Damit wäre die Finanzierung der Autoren sichergestellt.

  17. Daniel sagt

    @Alex

    Wo drückt der Schuh? Du bist befasst die ja intensiv(er mit den Verlagen. Nach meiner Meinung ist es relativ einfach ein Ebook zu machen. Ein PDF besteht ja automatisch von einem gedruckten Buch, das Format muss man einfach umwandeln in ein epub und fertig ist das ganze.

    @Eddi

    ganz klar, kostenlos würde ich ein ebook auch nicht anbieten, aber wie schon geschrieben ca. 30% – 50 % günstiger.

    Das ein christl. Verlag/Autor dem Mammon anhängt ist sehr unwarscheinlich denn reich wird man damit nicht in Europa (Deutschland, Schweiz, Österreich), in den USA sieht es evtl. anders aus :Joel Osteen bekommt schon Milionen vom Verlag bevor ein einziges Buch verkauft wird. Ich möchte nicht schlecht von ihm spreche da ich keine Kentnisse habe wie er das Geld verwendet, sonder nur veranschaulichen den Unterschied zwischen uns und den USA. Dort kann man christl. Bücher im Walmart (ist das gleiche wir der Aldi bei uns) kaufen, daher verkaufen dort die Verlage viel mehr Bücher und können so auch tiefere Preise verlangen.

    Der Betanien Verlag hat eine „hypothetische“ Kalkulation im auf Ihrer Website. Sie kennen den deutschprachigen Markt daher denke ich das es realistische Zahlen sind.

    Das Beispiel von Ihnen ist ein Übersetzung aus dem englischen, aber bei einem deutschen Autor sieht die Rechnung auch nicht viel anders aus.

    Kalkulationsbeispiel
    für ein Buch (Paperback, 300 Seiten, aus dem Englischen zu übersetzen, Auflage 2.000 Stück):

    Kostenrechnung:
    Übersetzung: 5.000 Euro
    Lektorat, Korrektur: 1.500 Euro oder intern
    (Je nach Qualität der Übersetzung können die Kosten für das Lektorat beträchtlich höher sein, ggf. auch die Übersetzung preiswerter.)
    Satz: 1.000 Euro oder intern
    Covergestaltung: 500 Euro
    Druck: 4.500 Euro
    Gesamtkosten: 12.500 Euro oder bei interner Eigenleistung 10.000 Euro
    (Nicht berücksichtigt: Vorplanung, Koordination, Verwaltung, Lagerung, Werbung, Logistik, Freiexemplare, Beschädigungen, Zinsen, Vorabhonorare etc.)

    Erlösrechnung:
    Verkaufspreis 15.90 Euro inkl. MwSt. = 14.86 Euro netto
    Durchschnittlicher Rabatt von 45% = 8,17 Euro Erlös pro verkauftem Exemplar
    Abzüglich Autorenhonorar 5% vom VK (0,74 Euro) = 7,43 Euro
    Kostendeckung ohne Zinsen erreicht nach Verkauf von 1.683 Exemplaren zum regulären Preis.

    Bei anspruchsvollem geistlichem Gehalt ist aber Folgendes zu erwarten:
    Verkauf von 1.000 Exemplaren innerhalb von 4 Jahren.
    Gesamterlös nach 4 Jahren: 7.430 Euro.
    Preisreduzierung nach 4 Jahren auf 6,90 Euro inkl. MwSt. = 6,45 Euro netto
    Durchschnittlicher Rabatt von 45% = 3,55 Euro Erlös pro verkauftem Exemplar
    Abzüglich Autorenhonorar 5% vom VK (0,32 Euro) = 3,23 Euro
    Erlös aus den restlichen 1.000 Exemplaren: 3.230 Euro

    Gesamterlös der Auflage: 10.850 Euro.
    Defizit: 1.650 Euro zzgl. Zinsen, Verwaltung, Werbung, Logistik usw.

  18. eddi sagt

    Daniel, ein E-Book aus einer PDF oder Word-Datei zu erstellen, ist nicht mit ein paar Klicks getan. E-Book-Formate haben andere Spezifikationen. Aber es ist einfacher und schneller ein E-Book zu erstellen als das Layout eines Buches für die Druckerei.

  19. Joschie sagt

    Die Frage ob E-Book oder nicht, geht an einem ganz westenlichen Problem vorbei.Es gibt eine immer größere Zahl, gerade jüngere Menschen, die gar nicht mehr gewohnt ist, längere Texte zu lesen und den Inhalt zusammenzufassen. Dieses ist auch kein Wunder, es ist eine Generation, die mit kleinen Texten und Abkürzungen, groß geworden sind. In einem Gespräch hat man mir ganz direkt gesagt, das man diese Generation zum größten Teil, das Lesen von Büchern erst wieder beibringen muß.
    Ich kenne persönlich Brüder, die christliche Bücher herausbringen und verkaufen. Diese tragen das volle unternehmerische Risiko und am Ende des Monats,
    bleibt nach Abzug aller Kosten meistens sehr wenig Geld für sich ihrer Familie über. Diejenigen, die sich über zu teure Preise von Büchern beschweren, sollten sich mal fragen, ob sie dieses Risiko eingehen würden. Ich selbst habe noch eine Zeit erlebt, wo es ganz wenig christliche Literatur und diese in ganz kleiner Stückzahl gab. Dieses war in der ehemaligen DDR. Von den Büchern, die es Heute gibt, hätten wir bestenfalls zu träumen gewagt. Ich danke Gott für die vielen Möglichkeiten, die wir Heute haben.

  20. @ Joschie, Du schreibst: „Ich kenne per­sön­lich Brü­der, die christ­li­che Bücher her­aus­brin­gen und ver­kau­fen. Diese tra­gen das volle unter­neh­me­ri­sche Risiko und am Ende des Monats bleibt nach Abzug aller Kos­ten meis­tens sehr wenig Geld für sich ihrer Fami­lie über.“

    Wahrscheinlich meinst Du betanien. Dann möchte ich betonen, dass betanien eher eine Ausnahme ist die darin besteht, dass überhaupt noch ein Gewinn übrig bleibt. Die andere Ausnahme mag Wolfgang Bühne sein, der Rest wird überwiegend von Friedhelm Loh gefördert. Ansonsten können die Buchhändler (die ich kenne) nur dann wirklich was erwirtschaften, wenn sie neben bibeltreuen Büchern auch Sachen wie Tassen, Kalender, Poster, Karten, CDs, DVDs, Schlüsselanhänger, Kerzen, Skulpturen und Gemälde oder sonstwas verkaufen. (Es sind sogar schon Radwanderkarten vorgeschlagen worden :-)) Der Buchhändler muss sich wie alle anderen Unternehmer am Markt orientieren. Er bietet an, was gefragt ist und so mancher steht in der Versuchung, sogar die Volxbibel zu verkaufen wenn der Kunde ihn danach fragt…

    Es besteht also eigentlich kein unternehmerisches Risiko für den bibeltreuen Buchhändler, das Ergebnis steht schon fest: Der christliche Buchmarkt funktioniert nicht so, wie der Außenstehende es annehmen und erwarten sollte. Insbesondere funktioniert die Kalkulation mit dem hohen Preis nicht, denn nach zwei Jahren entfällt die Preisbindung und entsprechend fällt der Preis, womit dem Buchhändler das bisschen Marge was er hatte auch noch genommen wird. Der Verlag mag dann insgesamt schon im Plus sein.

    Ich schlage vor, ganz neue Wege zu gehen und sich Gedanken darüber zu machen, inwieweit man es besser machen kann als die Welt in der wir leben. Eine höhere Spendenbereitschaft anstelle höherer Buchpreise bei gleichzeitig geringeren Kosten wäre ein möglicher Weg.

  21. @Rami. Ich meine nicht den Betanienverlag, es gibt auch andere Verlage und diese tragen sehr wohl das volle unter­neh­me­ri­sche Risiko.Ich habe auch nicht von einem Gewinn gesprochen, sondern das sie mit diesem Geld, ihre Kosten decken müssen und für ihre Familie sorgen müssen.Ich kenne christliche Buchhändler, die aufgegeben haben und dieses oft durch die ruinöse Preispolitik der großen Anbieter.
    P.S. Warum denken einige Joschie=Betanien?

  22. @Rami A.
    Du schreibst:
    „Ich schlage vor, ganz neue Wege zu gehen und sich Gedan­ken dar­über zu machen, inwie­weit man es bes­ser machen kann als die Welt in der wir leben. Eine höhere Spen­den­be­reit­schaft anstelle höhe­rer Buch­preise bei gleich­zei­tig gerin­ge­ren Kos­ten wäre ein mög­li­cher Weg.“

    Vielleicht führst du deine Gedanken noch weiter aus :)?!

  23. @Joschie, für die Familie sorgen kann man nur, wenn man Gewinne erwirtschaftet. Und von den Buchhändlern, die aufgegeben haben oder kurz davor sind, schreibe ich ja. In einem mir bekannten Fall wurde ihm seitens der Leiter seiner Denomination sogar aufgetragen, den Laden endlich zu schließen, nachdem er sie zu einer möglichen Kooperation gefragt hat. Einen christlich-missionarischen Auftrag sahen die Leiter gar nicht. Ohne dem bleibt als Grund nur noch das Geld – wer will dann noch ins Buchgeschäft einsteigen?

    @alex, für eine höhere Spendenbereitschaft in Deutschland auf allen christlichen Ebenen (Mission, Diakonie, hier: Bücher) kämpfe ich schon länger. Ich hab in Korea gelebt und gesehen, was alles möglich ist wenn die Christen mehr spenden. Der Unterschied ist groß, und die Ursache liegt nicht nur in der Hingabe, sondern auch in der Lehre. Oft höre ich in Gesprächen, „dass die Situation so ist, wusste ich gar nicht.“ Also kläre ich auf. Und ich predige über den Zusammenhalt der Urgemeinden, der uns Vorbild sein sollte.

    @Joschie: irgendwo hab ich gelesen, dass Du das bifo moderierst? Ist ja keine Schande, im Gegenteil! Ich kenne die Situation bei betanien jedenfalls ein wenig und dachte direkt an sie. Vom CLV hab ich auf der Buchmesse gehört, dass in dem Verlag einige ehrenamtlich arbeiten. Die anderen – bibeltreuen – Verlage kenne ich zu wenig aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es ihnen finanziell gut geht. Ein Übersetzer hat mir mal erzählt, wie wenig er verdient und welchem Stress er ausgesetzt ist, dass er sogar krank wurde. Und vergessen wollen wir auch Ebertshäuser nicht, denn mit seiner Aussage hat die Diskussion hier ja angefangen. Wenn dann noch alle – Verlage, Autoren, Übersetzer, Kunden – als Christen in wirtschaftlicher Konkurrenz zueinander stehen, dann läuft was falsch.

  24. Daniel sagt

    @Rami A.

    Tas­sen, Kalen­der, Pos­ter, Kar­ten, CDs, DVDs, Schlüs­sel­an­hän­ger, Ker­zen und Gemälde

    Gegen solche Sachen mit einem Bibelvers spricht aus meiner Sicht überhaupt nichts, sondern positiv. Für die Weihnachten/Geburtstage kann man solche Gegenstände gut verschenken.

    Über die Volxbibel kann man sich streiten….. aber schlimmer finde ich das vielmals auch Bücher gibt über Yoga, Esoterik etc. das geht ganz klar in die falsche Richtung.

    In der Schweiz gibt es auch eine heftige Debatte über die Buchpreisbindung, am 11.03.2012 stimmen wir darüber ab.

  25. Joschie sagt

    Für viele ältere Bücher gibt es keinen Rechtsanspruch mehr so das sie jeder herausbringen kan.Dies Bücher sind noch sehr oft noch in der Frakturschrift erschienen.Dieses ist aber heute kein Hindernis mehr da es Dienstleister gibt die im Angebot haben diese Bücher in der heutigen Schrift zu digitalisieren und es gibt kleine Verlage, die diese Bücher herausbringen würden.Ich persönlich habe mich zurzeit für diese Möglichkeit entschieden.

  26. @ Daniel

    Ich hab auch nichts gegen Tassen usw. Ich will nur darauf hinweisen, dass man mit den Büchern offensichtlich nicht genauso wirtschaften kann wie mit den Tassen. Eigentlich sollte ein Buchladen sich aber auf Bücher konzentrieren. (Wir verkaufen auch nicht nur Bücher, aber die anderen Sachen eben nicht über den Buchladen…)

  27. Rumpelstilzchen sagt

    Vor einigen Wochen las ich diese Nachricht hinsichtlich des Erinnerungsvermögens:

    https://globolibro.wordpress.com/2011/08/29/weitere-studie-zeigt-bessere-erinnerungsfahigkeit-von-print-lesern/

    Ist doch ein interessanter Aspekt in dieser Diskussion, der gerade bei ‚Materie‘, die irgendwie in Erinnerung bleiben soll (wirksames Moment), eine nicht unwesentliche Rolle spielen sollte.
    Und immerhin, instinktiv sagen wohl bisher noch die meisten Menschen, das sie lieber ein Buch in die Hand nähmen. Daher werden auch die Lesegeräte für E-Bücher in einer solchen Form gestaltet, um ein ‚Bucherlebnis‘ zu simulieren.

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