Biografien
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Unter den Lisu

Leben und Werk von Isobel Kuhn

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Die Bedeu­tung von James Fra­ser und der Fami­lie Kuhn für die christ­li­che Mis­si­on unter den Lisu, einer eth­ni­schen Min­der­heit am süd­west­li­chen Ran­de kann nicht hoch genug bewer­tet wer­den. Heu­te ver­dankt das Lisu-Volk sei­ne Schrift dem Ein­satz von James Fra­ser. Ja viel mehr, selbst die chi­ne­si­sche Regie­rung gibt das Chris­ten­tum als „Staats­re­li­gi­on“ die­ser Pro­vinz an. Wie eine anti­christ­li­che Far­ce liest sich hier der deut­sche Arti­kel über das Lisu-Volk. Was heu­te so brei­te Bah­nen schlägt fing mehr als pri­mi­tiv mit dem Werk von James Fra­ser an und wur­de durch das Ehe­paar Kuhn fort­ge­setzt. Iso­bel wur­de 1901 in einer christ­li­chen Fami­lie gebo­ren. Ihr Vater bete­te zwar bereits am Kin­der­bett dafür, dass sei­ne Toch­ter Mis­sio­na­rin wird, und die Mut­ter lei­te­te einen Unter­stüt­zer­kreis für Mis­si­on, den­noch woll­te es die Fami­lie alles ande­re als akzep­tie­ren, als Iso­bel (auch „Bel­le“ genannt) ihre Ent­schei­dung mit­teil­te, dass sie ihr Leben der Mis­si­on in Chi­na geweiht habe. „Das wirst du nur über mei­ne Lei­che tun“, war die Reak­ti­on ihrer Mut­ter. Zunächst war Iso­bel ent­setzt und doch befand sie sich hier nur mit­ten in der Schu­le Got­tes, der sie Schritt für Schritt füh­ren soll­te. Zunächst in das Moo­dy Semi­na­ry, wel­ches sie mit Bra­vour abschloß. Doch hier kam eine kla­re Absa­ge vom Mis­si­ons­board: Iso­bel sei für den Dienst in Chi­na nicht geeig­net und kann kei­nes­falls akzep­tiert wer­den! Die Ursa­che lag dar­in, dass einer der um per­sön­li­che Emp­feh­lung gebe­te­nen Review­er sich in den deut­lichs­ten Tönen gegen Iso­bel aus­sprach: Sie sei unge­hor­sam, stolz und rebel­lisch. Doch auch hier her­aus führ­te Gott Iso­bel wun­der­bar her­aus, und die­se Erfah­rung liess sie nur wei­ter in den Dienst rei­fen. Über­haupt ist das The­ma des Wach­sens in den Wil­len Got­tes hin­ein ein zen­tra­ler Kern im Leben Iso­bels. Selbst als ihr zwei­tes Kind als eine Fehl­ge­burt stirbt, beugt sich Iso­bel dem Wil­len Got­tes. Schließ­lich aber fin­det eine Erwe­ckung durch eine Bibel­schu­le unter den Lisu statt, die immer in der Regen­zeit statt­fin­det. In die­ser Zeit haben die Bau­ern viel Freie Zeit und neh­men das Evan­ge­li­um gera­de­zu gie­rig auf. Von Jahr zu Jahr neh­men immer mehr Chris­ten der Lisu teil, die bald schon so weit sind, das Evan­ge­li­um in die nächs­ten Orte zu tra­gen. Schon bald ist auch das voll­stän­di­ge Neue Tes­ta­ment in der Lisu Spra­che vor­han­den. Doch hier geht der Dienst von Iso­bel auch bald zu Ende. Sie erkrankt an Krebs, an dem sie mit 55 Jah­ren stirbt. Das Werk von Fam. Kuhn und James Fra­ser lebt aber wei­ter: Heu­te geht man davon aus, dass über 90% der ca. 1 Mil­li­on Lisu Chris­ten sind. Zudem ver­fü­gen sie über die Mög­lich­keit ihre Spra­che in Schrift fest­zu­hal­ten.

Fas­zi­niert las ich über Iso­bel Kuhn in Chris­ti­an Heroes Then & Now. Emp­feh­lens­wert sind auch ihre auto­bio­gra­phi­schen Schrif­ten.

Kategorie: Biografien

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Hallo, ich bin Sergej und lese vor allem theologische Bücher reformierter Prägung. Als Familie wohnen wir im Südschwarzwald!

2 Kommentare

  1. Marianne Marugg Stancalie sagt

    ..bin am lesen des Buches „Feu­ri­ge Stei­ne“ von Iso­bel Kuhn .„Die mich suchen“ und „In der Are­na“
    habe ich vor­gänglg gelesen.Sehr inter­es­sant und glau­bens­stär­kend, beson­ders auch,da ich vor Jah­ren die Bio­gra­phie von J.Fraser las.Besitze noch wei­te­re Bücher von Iso­bel Kühn und Bücher aus ver­gan­ge­nen Zei­ten. Bin Jg 1945 und lese sehr ger­ne…

  2. Sergej Pauli sagt

    Hal­lo Mari­an­ne, Vie­len Dank für Ihren Kom­men­tar. „In der Are­na“ habe ich eben­falls ger­ne gele­sen, was mir auch gut gefal­len hat. Lei­der wird aktu­ell im Wes­ten die Bedeu­tung des Chris­ten­tums nahe­zu voll­stän­dig klein­ge­re­det. Völ­lig unbe­rech­tigt! Ich freue mich, dass Men­schen unter­schied­li­chen Alters unse­ren Blog lesen. Ken­nen Sie auch die­se Bio­gra­phie? „https://www.friedensstimme.com/buecher/biografien/133/das-glueck-des-verlorenen-lebens“, das erzählt auf ein­drucks­vol­le Wei­se von den Russ­land­deut­schen Chris­ten und ihren Erfah­run­gen im Sozia­lis­mus

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